Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Normalabläufe als Testfälle formulieren
Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Normalabläufe als Testfälle formulieren
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Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Normalabläufe als Testfälle formulieren
Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Elektronik und Automatisierungstechnik
Lernformat: 6 kurze Lerneinheiten à 10–15 Minuten, Simulationen, interaktive Tests und Diagnoseaufgaben
Leitfrage: Wie beschreibst Du einen normalen Maschinenablauf so genau, dass Du ihn prüfen kannst?
Einleitung
Ein guter Testfall beantwortet drei Fragen:
1. Vorbedingung: Was muss vor dem Test gelten?
2. Aktion: Was löst Du aus?
3. Erwartete Wirkung: Was muss anschließend beobachtbar passieren?
Du erprobst das an einer virtuellen Förderanlage. Dazu nutzt Du SPS-Signale, Ablaufmodelle und einen Soll-Ist-Vergleich.

Abbildung: Industrielle Fördertechnik als Anschauungsbeispiel.
Video: Einführung in eine virtuelle Industrieanlage
Sicherheitsregel: Alle Steuerungs- und Diagnoseversuche dieses Kurses erfolgen ausschließlich in einer von realer Hardware getrennten Simulation. Du verbindest die Übung nicht mit Maschinen, Feldgeräten oder einer realen SPS. Schutzeinrichtungen werden niemals überbrückt oder außer Kraft gesetzt. Eine reale Inbetriebnahme erfordert eine betriebliche Freigabe, geeignete Schutzmaßnahmen und zuständige Fachaufsicht. Die Simulation ersetzt keine vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen.
Lerneinheit 1: Den Ausbildungsfall verstehen
Lernzeit: 10 Minuten
Die virtuelle Förderanlage
Du arbeitest mit einer modellierten Anlage, die ein Werkstück vom Startpunkt zu einer Lichtschranke transportiert.
| Anlage | Funktion |
|---|---|
| Starttaster | Startet einen Transportauftrag |
| Stopp-Taster | Unterbricht den Transport |
| Lichtschranke B1 | Erkennt das Werkstück an der Zielposition |
| Motor M1 | Bewegt das Förderband |
| Statusanzeige H1 | Zeigt Bereit, Transport, Position erreicht oder Störung |
Normalablauf:
| Schritt | Ereignis | Wirkung |
|---|---|---|
| Bereit | Virtuelle Anlage ist betriebsbereit | Motor steht |
| Start | Starttaster wird betätigt | Motor läuft |
| Transport | Werkstück fährt zur Lichtschranke | Motor bleibt eingeschaltet |
| Ziel erreicht | Lichtschranke erkennt das Werkstück | Motor stoppt |
| Abschluss | Werkstück steht an der Zielposition | Anlage wartet auf einen neuen Auftrag |
Wichtig: Die Lichtschranke B1 ist in diesem Modell ein Sensor zur Werkstückerkennung, keine sicherheitsgerichtete Schutzeinrichtung.
Sensoren und Aktoren unterscheiden

Abbildung: Beispiele für speicherprogrammierbare Steuerungen.

Abbildung: Fotoelektrischer Sensor als Beispiel der optischen Objekterkennung.
Mini-Aufgabe: Erkläre, warum die SPS das Förderband nicht allein aufgrund des Startsignals stoppen kann. Welche Rückmeldung benötigt sie?
Feedback: Die SPS benötigt das Signal der Lichtschranke. Erst dadurch kann sie erkennen, wann das Werkstück die vorgesehene Position erreicht hat.
Video: Sensoren in einer virtuellen Anlage
Lerneinheit 2: Aus Maschinenabläufen Testfälle entwickeln
Lernzeit: 10 Minuten
Die Testfallformel
| Vorbedingung | Aktion | Erwartete Wirkung |
|---|---|---|
| Anlage bereit, Zielposition frei | Start drücken | Förderband läuft an |
| Förderband läuft | Werkstück erreicht B1 | Förderband stoppt |
| Werkstück steht an B1 | Start erneut drücken | Kein neuer Transport beginnt |
Ein guter Testfall beschreibt nicht nur, was Du machst, sondern auch, was Du anschließend überprüfen musst.
Das entspricht dem grundlegenden Testfallverständnis aus dem ISTQB-Glossar.
Festgelegte Modellregeln
Für diesen Ausbildungsfall gelten folgende Annahmen:
- Virtuelle Freigabe V: Nur bei V = 1 darf ein Transport starten.
- Start: Ein kurzer Startimpuls startet bei freier Zielposition und ohne Störung genau einen Transportauftrag.
- Lichtschranke B1: B1 = 1 bedeutet Werkstück an der Zielposition.
- Motor M1: M1 = 1 bedeutet virtueller Fördermotor eingeschaltet.
- Transportende: Bei B1 = 1 wird M1 abgeschaltet.
- Neustart: Erst nach entferntem Werkstück, Rückkehr in den Bereit-Zustand und erneutem Startimpuls ist ein neuer Transport möglich.
Das Modell enthält zusätzlich ein didaktisches Zeitlimit von fünf Simulationssekunden. Erreicht das Werkstück B1 nicht innerhalb dieser Zeit, wechselt die Simulation in den Störzustand und schaltet den Motor ab.
Dieses Zeitlimit ist eine Übungsannahme, kein allgemein gültiger Sicherheits- oder Industriewert.
Muster-Testfall N01
| Feld | Testinhalt |
|---|---|
| Test-ID | N01 – Normaler Transportstart |
| Vorbedingung | V = 1, B1 = 0, Stopp nicht betätigt, keine Störung, ein Werkstück am Anfang |
| Aktion | Startimpuls auslösen und wieder loslassen |
| Erwartete Wirkung | M1 wird eingeschaltet und bleibt während des Transports aktiv |
| Prüfkriterium | M1 = 1 nach verarbeitetem Startimpuls; kein zweiter Auftrag durch Loslassen |
Muster-Testfall N02
| Feld | Testinhalt |
|---|---|
| Test-ID | N02 – Zielposition erreicht |
| Vorbedingung | Werkstück unterwegs, M1 = 1, B1 = 0 |
| Aktion | Werkstück passiert in der Simulation die Lichtschranke |
| Erwartete Wirkung | B1 wird 1, M1 wird 0, H1 meldet Position erreicht |
| Prüfkriterium | Motor bleibt aus; kein selbstständiger Wiederanlauf |
Deine Aufgabe: Formuliere N03 für einen zusätzlichen Startimpuls während des laufenden Transports.
Gestufte Hilfen:
Hilfe 1 – Vorbedingung
Ein Transportauftrag ist bereits aktiv. M1 = 1 und B1 = 0.
Hilfe 2 – Aktion
Du gibst während des Transports einen weiteren Startimpuls.
Hilfe 3 – Erwartete Wirkung
Der laufende Transport wird nicht verdoppelt. Es entsteht kein zusätzlicher Transportauftrag.
Lerneinheit 3: Abläufe grafisch darstellen
Lernzeit: 15 Minuten
Ablaufkette und Zustandsübergänge
Eine Ablaufsteuerung lässt sich mit Schritten und Übergangsbedingungen beschreiben. Dazu eignet sich unter anderem GRAFCET.

Abbildung: Symbol für einen GRAFCET-Anfangsschritt.
Ablaufmodell des Ausbildungsfalls:
| Zustand | Übergangsbedingung | Folgezustand |
|---|---|---|
| Bereit | Freigabe vorhanden und gültiger Startimpuls | Transport |
| Transport | B1 erkennt Werkstück | Position erreicht |
| Position erreicht | Werkstück entfernt und neuer Zyklus vorbereitet | Bereit |
| Transport | Zeitlimit überschritten | Störung |
Der Fehlerzustand ist hier zusätzlich dargestellt. Er gehört nicht zum erwarteten Normalablauf, muss aber bei der späteren Diagnose berücksichtigt werden.
SPS-Programme als Vergleich

Abbildung: Beispiel eines Kontaktplans. Es ist kein SPS-Programm des hier beschriebenen Förderbands.
Die Programmiersprachen für SPS werden unter anderem durch IEC 61131-3 beschrieben. Für den Test zählt besonders, ob das beobachtete Verhalten zur vorher festgelegten Anforderung passt.
Steuerungsaufgabe: Notiere, welche Zustandsänderung Du erwartest, wenn B1 während des Transports von 0 auf 1 wechselt.
Feedback anzeigen
Der Zustand wechselt von Transport zu Position erreicht. M1 wird abgeschaltet, weil das Werkstück die Zielposition erreicht hat. Der Ausgang bleibt aus, bis ein neuer Transport ausdrücklich vorbereitet und gestartet wird.
Lerneinheit 4: Signalverläufe auswerten
Lernzeit: 15 Minuten
Soll-Signalverlauf

Abbildung: Allgemeines Zeitdiagramm einer digitalen Logikschaltung zur Veranschaulichung von Signalflanken. Es zeigt keine Messung des Förderbands.
Signalfolge im virtuellen Ausbildungsmodell:
| Signal | Schritt A | Schritt B | Schritt C | Schritt D | Schritt E |
|---|---|---|---|---|---|
| Start | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| B1 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
| M1 | 0 | 1 | 1 | 0 | 0 |
| Zustand | Bereit | Transport | Transport | Position erreicht | Position erreicht |
0 = inaktiv, 1 = aktiv. Alle Werte zeigen den Zustand nach Verarbeitung des jeweiligen Simulationsschritts. Sie sind keine real gemessenen SPS-Zykluswerte.
Signalaufgabe: Ordne die folgenden Beobachtungen den Schritten zu.
| Beobachtung | Dein Eintrag |
|---|---|
| Startimpuls | ? |
| Laufender Transport bei losgelassenem Taster | ? |
| Ansprechen der Lichtschranke | ? |
| Motor vor dem Start ausgeschaltet | ? |
Musterlösung und Feedback
Startimpuls: B. Laufender Transport bei losgelassenem Taster: C. Lichtschranke spricht an: D. Motor aus vor Start: A.
Der Test ist aussagekräftig, weil Eingangsereignis, Ausgangsreaktion und Reihenfolge getrennt überprüfbar sind.
Soll und Ist vergleichen
| Beobachtung | Soll | Ist-Beispiel | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Start | M1 = 1 | M1 = 1 | Bestanden |
| Ziel erreicht | B1 = 1 | B1 = 1 | Bestanden |
| Motor nach Zielerkennung | M1 = 0 | M1 = 1 | Nicht bestanden |
Diagnosefrage: Warum ist der dritte Test fehlgeschlagen?
Feedback anzeigen
B1 meldet die Zielposition, aber M1 bleibt eingeschaltet. Das beobachtete Ausgangsverhalten widerspricht der festgelegten Sollwirkung. Die Ursache ist damit noch nicht bewiesen: Eine fehlerhafte Ablauflogik, Signalzuordnung oder Modellanbindung muss getrennt untersucht werden.
Lerneinheit 5: Virtuelle Steuerung und Diagnose
Lernzeit: 15 Minuten
Das virtuelle Steuerpult
| Anzeige | Bereitschaftszustand |
|---|---|
| Freigabe V | 1 |
| Start | 0 |
| Stopp | 0 |
| B1 | 0 |
| Motor M1 | 0 |
| H1 | Bereit |
Simulation A – Normalstart: Starte in einer vollständig isolierten virtuellen Anlage einen Transport. Beobachte Start, B1 und M1.
Simulation B – Positionsende: Lasse das virtuelle Werkstück die Lichtschranke erreichen. Vergleiche die Anzeige mit N02.
Simulation C – Sensorfehler: Setze ausschließlich im Simulationsmodell B1 dauerhaft auf 0. Beobachte, was nach Ablauf des festgelegten Zeitlimits geschieht.
Das Sollverhalten der Simulation C lautet: Motor aus, Störmeldung aktiv und kein automatischer Wiederanlauf.
Video: Fehler in eine virtuelle Anlage einbauen
Diagnosekarte D01
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Vorbedingung | V = 1, Transport aktiv, B1 = 0 |
| Simulierter Fehler | B1 bleibt trotz erreichter Zielposition auf 0 |
| Erwartete Wirkung | Nach fünf Simulationssekunden schaltet M1 ab und H1 meldet Störung |
| Diagnose | Vergleiche virtuellen Werkstückort, Sensorwert und Motorausgang |
| Abschluss | Fehler im Simulationsmodell beseitigen, Störung quittieren und Neustart gesondert prüfen |
Wichtige Unterscheidung: Ein dauerhaft niedriger Sensorwert kann mehrere Ursachen haben. Bei einer realen Anlage dürfen deshalb keine gefährlichen Prüfhandlungen oder Eingriffe ohne die vorgesehenen betrieblichen Sicherheitsverfahren erfolgen.
Stopp-Funktion und Schutzfunktionen

Abbildung: Beispiel eines Not-Halt-Bedienelements.
Der normale Stopp-Taster des Übungsmodells ist nicht mit einer sicherheitsgerichteten Not-Halt-Funktion gleichzusetzen.
Eine simulierte Stopp-Reaktion beweist nicht die Wirksamkeit einer realen Schutzfunktion. Deren Bewertung und Prüfung sind gesonderte Aufgaben qualifizierter Personen.
Lerneinheit 6: Testprotokoll und Transfer
Lernzeit: 15 Minuten
Prüfprotokoll ausfüllen
| Test-ID | Vorbedingung | Aktion | Sollwirkung | Istwirkung | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|---|
| N01 | Anlage bereit | Startimpuls | M1 ein | M1 ein | Bestanden |
| N02 | Transport aktiv | B1 wird aktiv | M1 aus | M1 aus | Bestanden |
| D01 | Transport aktiv | Sensorfehler simuliert | Störung nach Zeitlimit | Keine Störmeldung | Nicht bestanden |
Bei einem nicht bestandenen Test dokumentierst Du die Abweichung, statt das Soll nachträglich an das falsche Ist anzupassen.
Transfer: Andere Sensoren

Abbildung: Induktiver Näherungsschalter als Vergleich zur optischen Werkstückerkennung.
Transferfrage: Was ändert sich an Deinen Testfällen, wenn anstelle der Lichtschranke ein induktiver Sensor zur Erkennung eines geeigneten metallischen Werkstücks vorgesehen wird?
Feedback: Die Grundstruktur Vorbedingung – Aktion – Sollwirkung bleibt erhalten. Du musst aber die Eignung von Werkstück und Sensor, den Schaltbereich sowie die Signaldefinition erneut prüfen.
Video: Werkstücke mit Sensoren und Fördertechnik sortieren
Digitale Werkzeuge
Für freiwillige Übungen kannst Du geeignete Simulationssoftware verwenden:
- grafcet.io: Online-Werkzeug zum Zeichnen und schrittweisen Simulieren von GRAFCET-Abläufen.
- Factory I/O: Proprietäre 3D-Software zur Simulation industrieller Anlagen, abhängig von der verfügbaren Lizenz.
- Factory I/O – Dokumentation: Beschreibung simulierter Sensor- und Aktorsignale.
- Siemens SCE: Unterrichts- und Schulungsmaterialien zur Automatisierung.
Für diesen Kurs gilt: Verwende nur eine isolierte virtuelle Steuerung. Eine Verbindung zu realen Maschinen oder industriellen Netzen ist kein Bestandteil der Übungen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche drei Bestandteile machen einen einfachen Normalablauf-Testfall prüfbar? (Vorbedingung Aktion erwartete Wirkung) (!Sensor Steuerung Schaltschrank) (!Start Motor Förderband) (!Hersteller Software Seriennummer)
Welche Vorbedingung gilt im Ausbildungsmodell vor dem Start eines Transports? (!Die Ziellichtschranke ist bereits belegt) (Virtuelle Freigabe vorhanden und Zielposition frei) (!Der Motor läuft bereits) (!Eine Störung ist aktiv)
Was bedeutet B1 = 1 in unserem Anlagenmodell? (!Der Starttaster ist gedrückt) (!Der Motor ist eingeschaltet) (Das Werkstück hat die Zielposition erreicht) (!Ein neuer Transport muss sofort beginnen)
Wie reagiert M1 beim normalen Erreichen der Zielposition? (M1 wird ausgeschaltet) (!M1 wird dauerhaft eingeschaltet) (!M1 erhöht die Geschwindigkeit) (!M1 erzeugt einen weiteren Transportauftrag)
Welche Wirkung erwartest Du nach einem gültigen Startimpuls? (!Die Störmeldung wird automatisch aktiviert) (!Die Lichtschranke wird abgeschaltet) (!Der Motor bleibt grundsätzlich ausgeschaltet) (Der virtuelle Fördermotor läuft an)
Wozu dient ein Signalverlauf im Test? (!Er ersetzt alle Sicherheitsprüfungen) (Er macht die Reihenfolge von Signalen und Wirkungen prüfbar) (!Er bestimmt selbstständig die zulässige Maschinengeschwindigkeit) (!Er beweist die mechanische Sicherheit)
Was soll nach Ablauf des modellierten Zeitlimits ohne Zielerkennung geschehen? (!Der Transport beginnt erneut) (!Der Sensor wird ignoriert) (Motor aus und Störmeldung aktiv) (!Das Förderband läuft unbegrenzt weiter)
Was ist bei der virtuellen Inbetriebnahme dieses Kurses erlaubt? (Nur eine von realer Anlagenhardware getrennte Simulation) (!Direkte Ansteuerung einer Produktionsmaschine) (!Überbrücken von Schutzvorrichtungen) (!Verändern einer realen Sicherheitssteuerung)
Warum wird nach einer Störung ein gesonderter Neustart geprüft? (!Damit die Lichtschranke dauerhaft abgeschaltet werden kann) (Damit ein unbeabsichtigter automatischer Wiederanlauf ausgeschlossen wird) (!Damit das Zeitlimit entfällt) (!Damit der Motor ständig eingeschaltet bleibt)
Was ist bei einem nicht bestandenen Test fachlich richtig? (!Die Istwirkung als neue Sollwirkung übernehmen) (!Die Abweichung ohne Prüfung ignorieren) (!Den Test als bestanden eintragen) (Die Abweichung dokumentieren und ihre Ursache untersuchen)
Memory
| Vorbedingung | Ausgangszustand vor der Prüfung |
| Aktion | Ausgelöster Prüfschritt |
| Sollwirkung | Vorher festgelegtes Ergebnis |
| Lichtschranke | Optische Werkstückerkennung |
| Signalspur | Zeitliche Zustandsfolge |
| Testprotokoll | Dokumentierter Soll-Ist-Vergleich |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Virtuelle Betriebsbereitschaft | Freigabe |
| Startimpuls | Transportbeginn |
| Werkstückerkennung | Zielereignis |
| Motorabschaltung | Transportende |
| Zeitüberschreitung | Störzustand |
| Ergebnisdokumentation | Prüfprotokoll |
Kreuzworträtsel
| Vorbedingung | Was muss vor einem Test erfüllt sein? |
| Lichtschranke | Welcher optische Sensor erkennt das Werkstück im Ausbildungsfall? |
| Motor | Welcher Aktor bewegt das virtuelle Förderband? |
| Simulation | Wie heißt die Nachbildung einer Anlage zum gefahrlosen Erproben? |
| Zeitlimit | Wie nennt man eine festgelegte maximale Bearbeitungsdauer? |
| Protokoll | In welchem Dokument werden Soll und Ist festgehalten? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
Basisaufgaben
- Testfall: Erstelle eine Testkarte mit den drei Feldern Vorbedingung, Aktion und erwartete Wirkung für einen Startimpuls.
- Sensor: Zeichne eine einfache Förderanlage mit Werkstück, Motor und Lichtschranke und beschrifte die Komponenten.
- Signal: Übertrage den normalen Transport in eine kleine Tabelle mit Start, B1 und M1.
- Testprotokoll: Formuliere ein Erfolgskriterium, mit dem Du nachweisen kannst, dass das Förderband an der Zielposition anhält.
Begründetes Feedback – Basis
Eine gute Lösung nennt überprüfbare Anfangszustände und konkrete Signale. Beispielsweise ist „M1 = 0 bei B1 = 1“ besser prüfbar als „Das Förderband funktioniert“, weil eine klare Mess- beziehungsweise Beobachtungsentscheidung möglich ist.
Standard
Anwendungsaufgaben
- Ablaufsteuerung: Erstelle einen Ablaufplan für Bereit, Transport und Position erreicht und kennzeichne die Übergangsbedingungen.
- Simulation: Führe N01 und N02 in einer isolierten virtuellen Anlage aus und protokolliere die beobachteten Signalzustände.
- Fehlerdiagnose: Simuliere einen dauerhaft inaktiven Zielpositionssensor und entwickle einen Testfall für die Reaktion nach Zeitüberschreitung.
- Softwaretest: Entwickle einen Test für einen zusätzlichen Startimpuls während des Transports und begründe die erwartete Reaktion.
Begründetes Feedback – Anwendung
Deine Testfälle sind vollständig, wenn jeder Anfangszustand reproduzierbar ist, jede Aktion eindeutig beschrieben wird und der Soll-Ist-Vergleich zu einer begründeten Bewertung führt. Bei Störungen muss außerdem der sichere Modellzustand nach Fehlererkennung beschrieben sein.
Schwer
Transferaufgaben
- Virtuelle Inbetriebnahme: Entwickle eine simulierte Förderanlage mit zwei Sensorpositionen und formuliere mehrere voneinander unterscheidbare Normalablauf-Testfälle.
- Systemintegration: Erstelle eine Zuordnungstabelle zwischen virtuellen Sensoren, Steuerungseingängen, Steuerungsausgängen und Anlagenreaktionen und begründe eine geeignete Testreihenfolge.
- Qualitätssicherung: Analysiere einen fehlerhaften Signalverlauf und entwirf eine systematische Untersuchung, die zwischen Sensorwert, Programmlogik und Modellanbindung unterscheidet.
- Technische Dokumentation: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine digitale Präsentation mit Versuchsaufbau, Testfall, Soll-Ist-Vergleich, Diagnose und Sicherheitsabgrenzung.
Begründetes Feedback – Transfer
Eine überzeugende Transferleistung berücksichtigt Abhängigkeiten zwischen Signalen und Zuständen. Eine Fehlervermutung ist dabei von einer nachgewiesenen Ursache zu unterscheiden. Die Qualität zeigt sich an reproduzierbaren Tests, nachvollziehbaren Befunden und einer konsequenten Trennung zwischen virtuellen Übungen und realer Maschinenfreigabe.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben mit Begründung und gegebenenfalls einer eigenen Skizze.
- Teststrategie: Erkläre, warum derselbe Startimpuls bei freier und belegter Zielposition zu unterschiedlichen erwarteten Ergebnissen führen kann.
- Signalverarbeitung: Analysiere, warum ein korrekt wechselnder Sensorwert nicht automatisch beweist, dass die gesamte Anlagenfunktion korrekt ist.
- Fehleranalyse: Entwickle mindestens drei mögliche Ursachen dafür, dass M1 trotz aktivem B1 weiterläuft, und ordne jeder Ursache eine rein virtuelle Prüfmöglichkeit zu.
- Systemintegration: Übertrage den dreiteiligen Testfallaufbau auf eine andere automatisierte Anlage, beispielsweise eine simulierte Sortierstation.
- Sicherheitstechnik: Begründe, warum ein erfolgreich simulierter Normalablauf keine Freigabe zum realen Maschinenbetrieb darstellt.
- Testdokumentation: Bewerte einen Testbericht, in dem nur die Aktion, aber weder Vorbedingung noch erwartete Wirkung enthalten sind, und verbessere ihn.
Bewertungskriterien: Technische Richtigkeit, logische Begründung, klare Signale, überprüfbares Sollverhalten, nachvollziehbarer Transfer und Einhaltung der Sicherheitsgrenzen.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis erstellst Du eine kompakte digitale Prüfmappe.
- Anlagenmodell: Beschriftete Skizze mit Sensoren, Aktoren und Signalnamen.
- Normalabläufe: Mindestens drei vollständige Testfälle mit Vorbedingung, Aktion und Sollwirkung.
- Signalverläufe: Mindestens ein nachvollziehbarer Soll-Ist-Vergleich.
- Diagnose: Ein simulierter Fehler einschließlich begründeter Auswertung.
- Dokumentation: Ergebnisse, Abweichungen und Schlussfolgerungen.
- Sicherheitsreflexion: Erklärung der Grenzen virtueller Tests und der Voraussetzungen realer Arbeiten.
Nachweiskriterium: Du kannst nicht nur beschreiben, was passiert, sondern auch begründen, weshalb das beobachtete Verhalten den Anforderungen entspricht oder davon abweicht.
OERs zum Thema
Wikipedia: Virtuelle Inbetriebnahme
Wikipedia: Speicherprogrammierbare Steuerung
Wikipedia: GRAFCET
Geprüfte Fachquellen
- ISTQB – Test Case: Fachliche Definition eines Testfalls mit Vorbedingungen, Eingaben, Aktionen und erwarteten Ergebnissen.
- PLCopen – IEC 61131-3: Fachinformationen zu Programmiersprachen speicherprogrammierbarer Steuerungen.
- DGUV/IFA – Prüfung der elektrischen Ausrüstung von Maschinen: Informationen zur Prüfung nach DIN EN 60204-1.
- Factory I/O – Manually Controlling a Scene: Herstellerdokumentation zu virtuellen Sensoren und Aktoren.
- sps4you – Factory I/O: Deutschsprachige Videoanleitungen zu virtuellen Anlagen, Sensoren und Fehlern.
Bildrechte und Mediennachweise
Die folgenden Bilder sind auf Wikimedia Commons unter den jeweils genannten freien Lizenzen veröffentlicht. Sie werden hier unverändert eingebunden; die Dateiseiten enthalten die vollständigen Lizenzbedingungen.
| Bilddatei und Quelle | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| Industrial conveyor | N Chadwick | CC BY-SA 2.0 |
| Programmable logic controller | Bisgaard | CC BY-SA 3.0 / GFDL |
| Photoelectric sensor | Honmingjun | CC BY-SA 3.0 |
| Etapa inicial GRAFCET | Amit6 | CC BY 3.0 |
| Ladder diagram | Nuno Nogueira | CC BY-SA 2.5 |
| Propagation delay timing diagram | Frankplow | CC BY-SA 4.0 |
| Emergency Stop | Biso | CC BY-SA 4.0 |
| Inductive proximity switch | Lucasbosch | CC BY-SA 3.0 |
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