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Kollaboration und funktionale Maschinensicherheit – Schutzkonzepte nach Wirkprinzip unterscheiden

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Kollaboration und funktionale Maschinensicherheit – Schutzkonzepte nach Wirkprinzip unterscheiden

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Kollaboration und funktionale Maschinensicherheit – Schutzkonzepte nach Wirkprinzip unterscheiden


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du, Schutzkonzepte an Maschinen und Roboteranlagen nach ihrem Wirkprinzip zu unterscheiden. Im Mittelpunkt stehen drei Grundideen: Trennung, Überwachung und begrenzte Gefährdung. Du arbeitest mit einem konkreten Ausbildungsfall, virtuellen Anlagenzuständen, Signalverläufen und Diagnoseentscheidungen.

Wichtig: Dieser Lernkurs ersetzt weder die betriebliche Unterweisung, noch praktische Qualifikation, Herstellerinformationen, eine Gefährdungsbeurteilung, die Validierung einer Sicherheitsfunktion oder eine betriebliche Freigabe. Bei realen Maschinen gilt: Nur im Rahmen Deiner Befugnisse handeln, Betriebsanweisungen beachten und bei Unsicherheit eskalieren.

Freies Medium: moderne Karosserieschweißanlage mit Industrierobotern, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du Schutzmaßnahmen anhand ihres Wirkprinzips unterscheiden, typische Gefahrensituationen erkennen und bei Abweichungen eine sichere Entscheidung treffen. Du kannst außerdem einfache Signalfolgen von Schutztür, Scanner, Sicherheitssteuerung und Antrieb lesen und begründen, wann ein Wiederanlauf zulässig ist und wann Du stoppen und eskalieren musst.


Der Ausbildungsfall: Montagezelle M17

Du bist in der Ausbildung in einem Betrieb mit einer automatisierten Montagezelle. Ein sechsachsiger Roboter nimmt Bauteile auf, legt sie in eine Vorrichtung und führt sie einer Bearbeitungsstation zu. Für verschiedene Betriebszustände existieren unterschiedliche Schutzprinzipien.

  1. Automatikbetrieb: Der Roboter arbeitet hinter einer verriegelten trennenden Schutzeinrichtung.
  2. Materialübergabe: Ein Sicherheits-Laserscanner überwacht einen Zugangsbereich.
  3. Kollaborativer Betrieb: Für einen festgelegten Arbeitsschritt ist die Gefährdung durch sicher begrenzte Bewegung und validierte Leistungs- und Kraftbegrenzung reduziert.
  4. Einrichten: Nur nach betrieblicher Freigabe und mit den vorgesehenen sicheren Betriebsarten.

Deine Aufgabe ist nicht, Sicherheitseinrichtungen zu überbrücken. Du sollst erkennen, welches Wirkprinzip aktiv ist, welche Signale dazu passen und wann eine sichere Eskalation notwendig ist.

Freies Medium: automatisierte Roboteranlage, Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Lerneinheit 1: Drei Wirkprinzipien


Schutz durch Trennung

Bei der Trennung verhindert eine physische Barriere den Zugang zur Gefahr oder erschwert ihn so, dass die gefährliche Bewegung nicht erreicht werden kann. Typische Beispiele sind Schutzzaun, Schutzhaube und verriegelte Schutztür.

Eine verriegelte Schutztür verbindet Trennung mit einer sicherheitsbezogenen Steuerungsfunktion: Wird die Tür geöffnet, muss die dafür vorgesehene Sicherheitsfunktion wirken. Ob ein Zuhalten bis zum Stillstand nötig ist, hängt von der konkreten Gefährdung und der Risikobeurteilung ab.

Merksatz: Trennung wirkt primär durch räumliche Barriere.

Freies Medium: Industrieroboter in automatisierter Materialhandhabung, Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Schutz durch Überwachung

Bei der Überwachung erkennt eine Schutzeinrichtung eine Person, einen Zutritt, einen Abstand, eine Geschwindigkeit oder einen anderen sicherheitsrelevanten Zustand. Die Steuerung muss daraus die vorgesehene sichere Reaktion ableiten.

Beispiele sind Lichtvorhang, Sicherheits-Laserscanner, sichere Geschwindigkeitsüberwachung und sichere Abstandsüberwachung. Entscheidend ist die gesamte Sicherheitsfunktion: Sensor – Logik – Aktor.

Merksatz: Überwachung wirkt durch Erkennen und sicherheitsgerichtetes Reagieren.


Schutz durch begrenzte Gefährdung

Bei der begrenzten Gefährdung wird nicht allein auf räumliche Trennung gesetzt. Stattdessen werden gefährdende Größen so begrenzt, dass das verbleibende Risiko innerhalb der für die konkrete Anwendung festgelegten und validierten Grenzen bleibt. Bei kollaborativen Robotikanwendungen kann dies etwa über Leistungs- und Kraftbegrenzung erfolgen.

Dabei reicht es nicht, einen Roboter als „Cobot“ zu bezeichnen. Bewertet wird die gesamte Applikation: Roboter, Werkzeug, Werkstück, Greifer, Geschwindigkeit, Bahn, mögliche Klemmstellen und Kontaktbedingungen.

Merksatz: Begrenzte Gefährdung wirkt durch Beherrschung der möglichen Einwirkung.


Kurzvergleich

Wirkprinzip Leitfrage Typisches Beispiel Kritischer Fehler
Trennung Kann die Person die Gefahr erreichen? Schutzzaun mit verriegelter Tür Tür offen, Bewegung trotzdem möglich
Überwachung Wird Annäherung oder Zutritt sicher erkannt? Sicherheits-Laserscanner Person erkannt, sichere Reaktion bleibt aus
Begrenzte Gefährdung Ist die mögliche Einwirkung sicher begrenzt und validiert? Leistungs- und Kraftbegrenzung Scharfe Werkstückkante oder höhere Geschwindigkeit verändert das Risiko


Lerneinheit 2: Kollaboration richtig einordnen

Bei kollaborativen Anwendungen werden in Normung und Fachpraxis mehrere Methoden unterschieden. Dazu gehören sicherheitsbewerteter überwachter Halt, Handführung, Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung sowie Leistungs- und Kraftbegrenzung.

Für Deine Ausbildung ist die Wirkprinzip-Frage wichtiger als ein Produktname: Wird getrennt? Wird überwacht? Wird die Gefährdung begrenzt? Oder werden mehrere Prinzipien kombiniert?


Vier typische Methoden

  1. Sicherheitsbewerteter überwachter Halt: Der Roboter ist sicher gestoppt, bevor die Person den gemeinsamen Bereich betritt.
  2. Handführung: Die Bewegung wird über eine vorgesehene Handführeinrichtung unter festgelegten sicheren Bedingungen geführt.
  3. Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung: Abstand und Bewegung werden überwacht; bei zu kleiner Distanz wird die Bewegung angepasst oder gestoppt.
  4. Leistungs- und Kraftbegrenzung: Mögliche Kontakte werden hinsichtlich Kraft und Druck bewertet und die Anwendung entsprechend begrenzt und validiert.


Lerneinheit 3: Funktionale Maschinensicherheit

Funktionale Sicherheit betrachtet Sicherheitsfunktionen, die von Steuerungen, Sensoren, Logik und Aktoren abhängen. Eine Sicherheitsfunktion kann vereinfacht beschrieben werden als:

Gefahr erkannt → sicherheitsgerichtete Logik verarbeitet → gefährliche Bewegung wird verhindert oder in einen sicheren Zustand überführt.

Nicht jedes Signal einer SPS ist automatisch sicherheitsgerichtet. Für Sicherheitsfunktionen werden Anforderungen an Architektur, Diagnose, Zuverlässigkeit und Validierung gestellt. In Maschinenanwendungen wird dafür häufig EN ISO 13849-1 herangezogen.


Sensor – Logik – Aktor

Teil Beispiel Diagnosefrage
Sensor Schutztürschalter oder Scanner Wird der gefährliche Zustand korrekt erkannt?
Logik Sicherheitssteuerung Wird aus dem Eingang die richtige sichere Reaktion erzeugt?
Aktor Schütz, sicherer Antrieb oder Ventil Wird die gefährliche Energie tatsächlich beherrscht?


Lerneinheit 4: Virtuelle Anlage und Signalverläufe


Virtuelle Anlage A – Schutztür

Annahmen für die Übung: 1 bedeutet Signal vorhanden, 0 bedeutet Signal nicht vorhanden. Die konkrete Signalbedeutung realer Anlagen kann anders ausgeführt sein.

Zeitpunkt Tür geschlossen Freigabe Sicherheitslogik Antrieb freigegeben Bewertung
t0 1 1 1 Automatikbetrieb zulässig
t1 0 0 0 Tür geöffnet, Bewegung sicher unterbunden
t2 1 0 0 Tür wieder geschlossen, aber noch keine Freigabe
t3 1 1 1 Wiederanlauf erst nach vorgesehenem Ablauf

Diagnoseauftrag: Wenn bei t1 „Tür geschlossen = 0“, aber „Antrieb freigegeben = 1“ bleibt, darfst Du die Anlage nicht weiter betreiben. Sichere Reaktion: stoppen, Bereich sichern, Störung melden und gemäß betrieblichem Verfahren eskalieren.


Virtuelle Anlage B – Scannerfeld

Situation Warnfeld Schutzfeld Erwartete Reaktion
Person weit entfernt frei frei Normalbetrieb
Person nähert sich belegt frei je nach Konzept reduzierte Bewegung oder Warnung
Person im Schutzfeld belegt belegt Schutzreaktion auslösen
Schutzfeld bleibt nach Räumung belegt frei oder unklar belegt Diagnose, kein unkontrollierter Wiederanlauf

Gestufte Hilfe 1: Achte zuerst nur auf das Schutzfeld.

Gestufte Hilfe 2: Prüfe danach, ob die Reaktion zum Schutzfeld passt.

Gestufte Hilfe 3: Wenn Eingang und Ausgang logisch nicht zusammenpassen, nicht „wegquittieren“, sondern Ursache klären lassen.


Virtuelle Anlage C – begrenzte Gefährdung

Eine kollaborative Schraubstation wurde validiert. Danach wird ein Werkstück geändert. Das neue Werkstück besitzt eine scharfkantige Halterung.

Frage: Darf die bisherige Freigabe ungeprüft übernommen werden?

Begründetes Feedback: Nein. Eine Änderung an Werkstück, Werkzeug, Kontaktgeometrie, Bahn oder Geschwindigkeit kann die Gefährdung verändern. Die Applikation muss hinsichtlich der Änderung neu bewertet und gegebenenfalls erneut validiert werden.


Lerneinheit 5: Gefahr erkennen, entscheiden, eskalieren

Nutze bei Abweichungen die Reihenfolge Erkennen – Stoppen – Sichern – Melden – Klären.

  1. Erkennen: Ungewöhnliche Bewegung, widersprüchliche Signale, beschädigte Schutzeinrichtung oder verändertes Werkstück wahrnehmen.
  2. Stoppen: Nur mit den vorgesehenen betrieblichen Mitteln und innerhalb Deiner Befugnisse.
  3. Sichern: Unbeabsichtigten Wiederanlauf verhindern, soweit dies durch Deine Aufgabe und betriebliche Regeln vorgesehen ist.
  4. Melden: Ausbilder, Fachkraft, Instandhaltung oder verantwortliche Stelle informieren.
  5. Klären: Kein Weiterbetrieb auf Vermutung. Freigabe erst nach festgelegtem Verfahren.

Begründetes Feedback: „Die Maschine läuft doch“ ist kein Sicherheitsnachweis. Eine plausible, aber nicht validierte Reaktion kann gefährlich sein.


Basisaufgaben

  1. Wirkprinzip erkennen: Ordne Schutzzaun, Laserscanner und Leistungsbegrenzung den drei Grundprinzipien zu. Feedback: Entscheidend ist die primäre Schutzwirkung, nicht der Produktname.
  2. Signal lesen: Eine Schutztür wird geöffnet und die sichere Freigabe fällt ab. Erkläre, warum dies zur erwarteten Schutzfunktion passt. Feedback: Der gefährliche Zustand wurde erkannt und die Freigabe entzogen.
  3. Gefahr benennen: Nenne zwei zusätzliche Gefährdungen, die durch einen Greifer oder ein Werkstück entstehen können. Feedback: Quetschen, scharfe Kanten und herabfallende Teile sind typische Beispiele.


Anwendungsaufgaben

  1. Diagnose Schutztür: Tür offen, Sicherheitsfreigabe aktiv, Roboter steht zufällig still. Entscheide über den Weiterbetrieb. Feedback: Kein Weiterbetrieb. Stillstand allein beweist keine funktionierende Sicherheitsfunktion.
  2. Diagnose Scanner: Das Schutzfeld ist belegt, der Roboter fährt mit unveränderter Geschwindigkeit weiter. Entscheide und begründe. Feedback: Schutzreaktion passt nicht zum erkannten Zustand; stoppen und eskalieren.
  3. Änderung bewerten: Ein weicher Kunststoffgreifer wird gegen einen Metallgreifer mit kleiner Kontaktfläche getauscht. Welche Schutzannahme musst Du neu prüfen? Feedback: Besonders relevant sind Kontaktkraft, Druck, Klemmstellen und Geometrie.


Transferaufgaben

  1. Kombiniertes Schutzkonzept: Entwirf für eine Materialübergabe ein Konzept, das Trennung und Überwachung kombiniert. Begründe, warum beide Prinzipien zusammen sinnvoll sein können.
  2. Fehlerbild analysieren: Ein Sensor meldet wechselnd frei und belegt, obwohl niemand den Bereich betritt. Formuliere eine sichere Diagnose- und Eskalationskette.
  3. Änderungsmanagement: Eine Taktzeitoptimierung erhöht die Robotergeschwindigkeit. Erkläre, warum dies nicht nur ein Produktions-, sondern auch ein Sicherheitsthema sein kann.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Wirkprinzip hat ein geschlossener Schutzzaun primär? (Trennung) (!Überwachung) (!Leistungsbegrenzung) (!Warnung)




Was kennzeichnet das Wirkprinzip Überwachung? (Ein sicherheitsrelevanter Zustand wird erkannt und löst eine vorgesehene Reaktion aus) (!Eine Barriere verhindert jeden Zutritt ohne Sensorik) (!Gefährliche Energie wird grundsätzlich vollständig entfernt) (!Ein Warnschild ersetzt technische Maßnahmen)




Was muss bei einer Sicherheitsfunktion als Kette betrachtet werden? (Sensor Logik und Aktor) (!Nur der Sensor) (!Nur die Softwareanzeige) (!Nur der Not Halt Taster)




Was ist bei Leistungs und Kraftbegrenzung entscheidend? (Die gesamte Applikation muss bewertet und validiert sein) (!Der Roboter trägt die Bezeichnung Cobot) (!Der Roboter ist gelb lackiert) (!Der Arbeitsraum besitzt keine Markierung)




Wie reagierst Du auf widersprüchliche Sicherheitssignale? (Stoppen sichern melden und klären) (!Mehrfach quittieren bis die Anlage läuft) (!Sensor abdecken) (!Sicherheitsfunktion überbrücken)




Was bedeutet ein sicherheitsbewerteter überwachter Halt vereinfacht? (Der Roboter ist sicher gestoppt bevor die Person den Bereich betritt) (!Der Roboter beschleunigt bei Zutritt) (!Der Roboter ignoriert den Zutritt) (!Die Person muss den Roboter festhalten)




Was geschieht bei Geschwindigkeits und Abstandsüberwachung? (Abstand und Bewegung werden sicherheitsbezogen überwacht) (!Nur die Werkzeugfarbe wird überwacht) (!Die Maschine arbeitet grundsätzlich ohne Sensoren) (!Ein Schutzzaun muss immer vollständig entfernt werden)




Warum kann ein neues Werkstück eine neue Sicherheitsbewertung erfordern? (Geometrie und Kontaktbedingungen können sich ändern) (!Weil jedes Werkstück eine andere Farbe hat) (!Weil die Produktionszahl steigt) (!Weil die Schicht wechselt)




Was beweist ein zufällig stillstehender Roboter bei geöffneter Schutztür? (Nicht dass die Sicherheitsfunktion korrekt arbeitet) (!Dass alle Sicherheitsfunktionen validiert sind) (!Dass der Türschalter unnötig ist) (!Dass eine Freigabe immer zulässig ist)




Welche Aussage zum Lernquiz ist richtig? (Es ersetzt keine Unterweisung praktische Qualifikation oder betriebliche Freigabe) (!Es ersetzt jede Gefährdungsbeurteilung) (!Es erlaubt das Überbrücken von Schutzeinrichtungen) (!Es berechtigt automatisch zur Instandhaltung)





Memory

Trennung Schutzzaun
Überwachung Laserscanner
Begrenzte Gefährdung Leistungsbegrenzung
Sensor Zustandserfassung
Sicherheitslogik Auswertung
Aktor Gefährdungsbeherrschung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schutzzaun Trennung
Sicherheits Laserscanner Überwachung
Kraftbegrenzung Begrenzte Gefährdung
Schutztürschalter Sensor
Sicherheitssteuerung Logik





Kreuzworträtsel

Scanner Welche Einrichtung kann einen Zugangsbereich berührungslos überwachen?
Schutzzaun Welche trennende Einrichtung hält Personen räumlich vom Gefahrenbereich fern?
Sensor Welches Element erfasst einen sicherheitsrelevanten Zustand?
Aktor Welches Element setzt die sichere Reaktion physisch um?
Diagnose Wie heißt die systematische Fehlersuche anhand von Zuständen und Signalen?
Freigabe Wie heißt die betriebliche Erlaubnis zum vorgesehenen Betrieb?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine physische Barriere arbeitet nach dem Wirkprinzip

. Ein Sicherheits-Laserscanner nutzt das Prinzip der

. Bei einer kollaborativen Anwendung kann eine validierte

Teil des Schutzkonzepts sein. Eine Sicherheitsfunktion wird als Kette aus Sensor, Logik und

betrachtet. Widersprüchliche Sicherheitssignale müssen zu einer sicheren

führen. Ein Quiz ersetzt keine betriebliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Gefahrenfoto analysieren: Fotografiere nur in einem dafür freigegebenen Ausbildungsbereich eine Maschine ohne Personen und markiere anschließend mögliche Gefahrenstellen auf einer Kopie.
  2. Schutzprinzipien sammeln: Suche in Deiner Ausbildungswerkstatt drei freigegebene Beispiele für Trennung, Überwachung und begrenzte Gefährdung und beschreibe ihre Funktion.
  3. Signalfolge zeichnen: Zeichne eine einfache Zeitachse für Schutztürsignal, Sicherheitsfreigabe und Antrieb.
  4. Sicher entscheiden: Formuliere in fünf Sätzen, wie Du bei einer unerwarteten Bewegung reagierst.


Standard

  1. Virtuelle Roboterzelle: Skizziere eine Roboterzelle mit Zaun, Tür und Scanner und beschreibe, welches Wirkprinzip an welcher Stelle eingesetzt wird.
  2. Diagnosekarte: Erstelle eine Diagnosekarte mit den Spalten Beobachtung, mögliche Ursache, sichere Sofortmaßnahme und Eskalationsstelle.
  3. Änderung prüfen: Vergleiche zwei Greifergeometrien und erkläre, welche neuen Gefahren durch die zweite Variante entstehen könnten.
  4. Rollenspiel Störungsmeldung: Übt zu zweit eine sachliche Störungsmeldung an die Instandhaltung mit Signalzuständen statt Vermutungen.


Schwer

  1. Schutzkonzept begründen: Entwickle für eine kleine Materialübergabezelle zwei alternative Schutzkonzepte und vergleiche ihre Wirkprinzipien.
  2. Signaldiagnose entwickeln: Entwirf fünf plausible Signalbilder einer Sicherheitsfunktion und kennzeichne, welche davon sofortige Eskalation verlangen.
  3. Änderungsfreigabe planen: Entwickle einen Ablauf, wie eine Änderung an Werkzeug, Geschwindigkeit oder Werkstück sicher bewertet werden sollte.
  4. Transferprojekt Ausbildung: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine Animation, in der Du Trennung, Überwachung und begrenzte Gefährdung an einer virtuellen Anlage gegenüberstellst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fehlerkette bewerten: In einer Roboterzelle wird eine Schutztür geöffnet. Der Roboter stoppt, aber die Sicherheitsfreigabe bleibt aktiv. Erkläre, warum der beobachtete Stillstand allein nicht genügt und welche Informationen Du für eine sichere Bewertung brauchst.
  2. Schutzprinzip übertragen: Eine automatische Übergabestation soll ohne festen Zaun zugänglich werden. Entwickle zwei mögliche Schutzansätze mit unterschiedlichen Wirkprinzipien und diskutiere Voraussetzungen und Grenzen.
  3. Signalverlauf interpretieren: Analysiere eine Folge, bei der ein Scanner das Schutzfeld als belegt meldet, die Geschwindigkeitsreduktion aber erst deutlich später einsetzt. Beschreibe, welche Fragen an Reaktionszeit, Abstand und Validierung entstehen.
  4. Änderung beurteilen: Nach einem Werkzeugwechsel bleibt das Steuerungsprogramm unverändert. Erkläre, warum trotzdem eine neue Risikobewertung erforderlich sein kann.
  5. Eskalationsentscheidung: Ein Kollege sagt, ein unplausibles Sicherheitssignal sei „nur ein Sensorfehler“. Formuliere eine fachlich sichere Antwort und einen geeigneten weiteren Ablauf.
  6. Kombination analysieren: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, warum moderne Maschinen mehrere Schutzprinzipien gleichzeitig einsetzen können.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. die Wirkprinzipien Trennung, Überwachung und begrenzte Gefährdung fachlich unterscheiden kannst,
  2. eine Sicherheitsfunktion als Kette aus Sensor, Logik und Aktor erklären kannst,
  3. Signalverläufe auf Plausibilität prüfen kannst,
  4. bei widersprüchlichen Zuständen keinen unsicheren Wiederanlauf veranlasst,
  5. Änderungen an Werkzeug, Werkstück, Geschwindigkeit oder Prozess als mögliche Sicherheitsänderung erkennst,
  6. begründet zwischen Weiterbetrieb, Stopp, Diagnose und Eskalation unterscheiden kannst,
  7. weißt, dass Lernaufgaben keine Unterweisung, praktische Qualifikation, Validierung oder betriebliche Freigabe ersetzen.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Die Inhalte orientieren sich an allgemein anerkannten Grundsätzen der Maschinensicherheit und aktuellen Fachinformationen. Für reale Anwendungen sind die im Betrieb gültigen Ausgaben, Rechtsvorgaben, Herstellerunterlagen und die konkrete Gefährdungsbeurteilung maßgeblich.

  1. ISO 10218-2:2025 – Robotics — Safety requirements — Part 2: Industrial robot applications and robot cells
  2. ISO/TS 15066:2016 – Robots and robotic devices — Collaborative robots
  3. DGUV Fachbereich Holz und Metall – FAQ Robotik
  4. DGUV FB HM-080 – Collaborative robot systems, Power and Force Limiting
  5. Pilz – Robotik und sichere Automatisierung, Praxisinformationen

Die verwendeten Wikimedia-Commons-Dateien wurden hinsichtlich ihrer Dateiseiten und freien Lizenzen geprüft: „Factory Automation Robotics Palettizing Bread.jpg“ und „KUKA robot for flat glas handling.jpg“ sind als gemeinfrei gekennzeichnet; „Industriemuseum Chemnitz - moderne Karosserieschweißanlage mit Industrierobotern.jpg“ steht unter CC BY-SA 4.0. Es wurden keine ungeprüften oder erfundenen Medienlinks eingebaut.


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