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Sensorik und industrielle Signale – Sensoren auswählen und dokumentieren

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Sensorik und industrielle Signale – Sensoren auswählen und dokumentieren

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Sensorik und industrielle Signale – Sensoren auswählen und dokumentieren


Einleitung

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in Automatisierungstechnik, Mechatronik, Elektrotechnik und verwandten Berufen. Du lernst Sensoren mit drei Kernfragen auszuwählen und sauber zu dokumentieren: Passt der Messbereich? Passt die Umgebung? Passt der Anschluss?

Ausbildungsfall: In einer virtuellen Sortier- und Prüfstation laufen Metall- und Kunststoffteile über ein Förderband. Die Steuerung soll Werkstücke erkennen, Druck und Temperatur überwachen und Fehler diagnostizieren. Gearbeitet wird in der Simulation oder an berührungssicheren Schulungsmodellen mit dafür vorgesehener Kleinspannung.

Sicherheitsregel: Reale Elektroarbeiten, Anschlussänderungen, Messungen in realen Schaltschränken und Inbetriebnahmen dürfen nur von entsprechend qualifizierten und beauftragten Personen nach den geltenden betrieblichen Regeln durchgeführt werden. Aufgaben, Quizresultate oder Simulationsergebnisse in diesem Kurs sind keine Freigabe für Arbeiten an realen elektrischen Anlagen.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du eine Sensoraufgabe beschreiben, geeignete Sensorprinzipien vergleichen, Messbereich und Umgebungsbedingungen prüfen, digitale und analoge Industriesignale unterscheiden, Anschlussdaten lesen, Signalverläufe diagnostizieren und eine kurze Sensordokumentation erstellen.


Der Auswahl-Dreischritt

Prüfschritt Leitfrage Typische Angaben
Messbereich Was muss sicher erkannt oder gemessen werden? Schaltabstand, Druckbereich, Temperaturbereich, Auflösung, Reserve
Umgebung Was wirkt auf den Sensor ein? Temperatur, Feuchte, Staub, Öl, Reinigung, Vibration, EMV, Einbauraum, Zielmaterial
Anschluss Wie gelangt das Signal zur Steuerung? Versorgung, PNP/NPN, NO/NC, 0…10 V, 4…20 mA, M8/M12, Kabel, IO-Link

Merksatz: Erst die Aufgabe und Umgebung klären, dann das Signal und den Anschluss festlegen, erst danach ein konkretes Gerät auswählen.


Ausbildungsfall: Virtuelle Sortier- und Prüfstation

Die Station besitzt vier Messstellen:

Kennzeichen Aufgabe Randbedingung Gesuchtes Signal
S1 Metallisches Werkstück erkennen kurzer Abstand, Metallumgebung binär
S2 Werkstück unabhängig vom Material erkennen wechselnde Oberflächen, mögliche Verschmutzung binär
P1 Druckluft überwachen Messbereich 0…10 bar analog
T1 Temperatur überwachen Messbereich 0…120 °C analog oder digital

Die virtuelle Steuerung besitzt 24-V-DC-Sensoreingänge, digitale Eingänge, einen Analogeingang für 4…20 mA und einen IO-Link-Master. Die Auswahl ist eine Lernaufgabe; sie ist keine reale Verdrahtungsanweisung.


Station im Überblick

Virtueller Ablauf: Werkstück kommt an → S2 erkennt Anwesenheit → S1 prüft Metall → P1 prüft Druckfreigabe → T1 meldet Prozesswert → Steuerung sortiert virtuell.

Schritt S1 Metall S2 Anwesenheit Druck Aktion der Simulation
Leerband 0 0 6 bar Warten
Kunststoffteil 0 1 6 bar Bahn Kunststoff
Metallteil 1 1 6 bar Bahn Metall
Druck zu niedrig beliebig 1 2 bar Prozess stoppen und Diagnose anzeigen


Lerneinheit 1: Schaltende Sensoren

Schaltende Sensoren liefern typischerweise zwei Zustände: Objekt erkannt oder nicht erkannt. Entscheidend sind Sensorprinzip, Schaltabstand, Einbausituation, Zielmaterial und Ausgangsschaltung.


Induktiver Näherungsschalter

Ein induktiver Näherungsschalter erkennt metallische, elektrisch leitfähige Objekte berührungslos. Für S1 ist das im Ausbildungsfall naheliegend.

Bei induktiven Sensoren beeinflussen Einbau in Metall, Bauform und Zielmaterial den nutzbaren Schaltabstand. Deshalb wird der Schaltabstand nicht geschätzt, sondern aus dem Datenblatt übernommen.


Optischer Sensor

Ein optischer Sensor kann Objekte unabhängig davon erfassen, ob sie metallisch sind. Je nach Aufgabe kommen Einweg-Lichtschranke, Reflexions-Lichtschranke oder Lichttaster infrage. Oberfläche, Hintergrund, Fremdlicht und Verschmutzung müssen berücksichtigt werden.

Für S2 ist ein optisches Prinzip plausibel, wenn Metall und Kunststoff erkannt werden sollen. Die konkrete Bauart hängt von Einbauraum, Hintergrund und Oberflächen ab.


Kapazitiver Näherungsschalter

Kapazitive Sensoren können auch nichtmetallische Werkstoffe und Flüssigkeiten erfassen. Sie reagieren jedoch auf Veränderungen im elektrischen Feld und können dadurch stärker von Materialeigenschaften und Umgebung beeinflusst werden.

Auswahlfrage: Soll nur Metall erkannt werden, ist induktiv meist zielgerichteter. Sollen auch nichtmetallische Stoffe oder Füllstände erkannt werden, kann kapazitiv sinnvoll sein.


Lerneinheit 2: Messende Sensoren

Messende Sensoren liefern einen Prozesswert. Typische Größen sind Temperatur, Druck, Weg, Abstand, Durchfluss und Füllstand. Der Sensor muss den geforderten Messbereich mit passender Reserve und Genauigkeit abdecken.


Temperatur

Ein Pt100 ist ein Widerstandsthermometer mit Platin-Messelement. In Industrieanlagen kann der Messwert direkt ausgewertet oder über einen Messumformer in ein Standardsignal übertragen werden.

Für T1 reicht die Angabe „Temperatursensor“ nicht. Die Dokumentation muss mindestens Messbereich, Einbauart, elektrischen Anschluss, Auswertung und zulässige Umgebung enthalten.


Druck

Ein Drucktransmitter wandelt den Druck in ein elektrisches Ausgangssignal um. Für P1 muss der Sensor den Bereich 0…10 bar abdecken und zum Analogeingang der Steuerung passen.

Wichtig: Der Prozessanschluss und die Druckfestigkeit sind genauso zu prüfen wie der elektrische Ausgang. In realen Anlagen gelten zusätzlich die betrieblichen Regeln für druckbeaufschlagte Systeme.


Lerneinheit 3: Industrielle Signale


Digitales Schaltsignal

Ein binäres Signal beschreibt zwei logische Zustände. Ob ein Sensor PNP oder NPN schaltet und ob er als Schließer oder Öffner arbeitet, muss zur Eingangsschaltung und zur vorgesehenen Diagnose passen.

Typisches Ausbildungsprinzip: Bei einem 3-Leiter-DC-Sensor sind Versorgung und Ausgang getrennt. Farbcodes und Pinbelegungen dürfen in realen Anlagen niemals aus Erinnerung verdrahtet werden; maßgeblich sind Datenblatt, Schaltplan und betriebliche Vorgaben.


Analog 0…10 V

Bei 0…10 V wird der Messwert auf eine Spannung skaliert. Bei 50 % des Messbereichs sind es bei linearer Skalierung 5 V. Vorteil: einfach auszuwerten. Nachteil: 0 V kann ein gültiger Minimalwert sein und ist daher nicht automatisch von einer Leitungsunterbrechung zu unterscheiden.


Analog 4…20 mA

Bei 4…20 mA entspricht 4 mA dem Messbereichsanfang und 20 mA dem Messbereichsende. Bei linearer Skalierung liegt die Mitte bei 12 mA. Ein Wert von 0 mA liegt außerhalb des normalen 4…20-mA-Messbereichs und kann deshalb auf eine Unterbrechung, fehlende Versorgung oder einen anderen Fehler hinweisen; die konkrete Diagnose richtet sich nach Gerät und System.

Für einen linearen Messbereich gilt:

I = 4 mA + 16 mA · (x − x_min) / (x_max − x_min)

Für P1 mit 0…10 bar ergeben sich:

Druck Strom
0 bar 4 mA
2,5 bar 8 mA
5 bar 12 mA
7,5 bar 16 mA
10 bar 20 mA


IO-Link ist eine digitale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation zwischen IO-Link-Master und kompatiblem Device. Neben Prozesswerten können Parameter und Diagnoseinformationen übertragen werden. Das kann Auswahl, Parametrierung, Gerätetausch und Diagnose vereinfachen.

Entscheidungsfrage: Braucht die Station nur einen einfachen Schaltzustand oder sollen zusätzlich Parameter, Prozesswerte und Diagnosen digital verfügbar sein?


Lerneinheit 4: Signalverläufe lesen

Ein Signalverlauf wird immer mit dem erwarteten Prozess verglichen. Ein einzelner Wert ohne Prozessbezug reicht selten für eine Diagnose.


Digitaler Verlauf

Zeitpunkt t1 t2 t3 t4 t5 t6 t7 t8
S1 Metall 0 0 1 1 0 0 1 0
S2 Anwesenheit 0 1 1 1 0 1 1 0

Diagnose: Wenn S2 = 1 und S1 = 0, kann ein nichtmetallisches Werkstück vorliegen. Bleibt S2 dauerhaft 1, obwohl das Band leer ist, sind in der Simulation Ausrichtung, Hintergrund, Verschmutzung oder Signalzuordnung zu prüfen.


Analoger Verlauf

Zeit P1 Rohwert Interpretation bei 0…10 bar
Start 4 mA 0 bar
Aufbau 8 mA 2,5 bar
Betrieb 12 mA 5 bar
Betrieb 16 mA 7,5 bar
Fehlerbild 0 mA außerhalb normaler Skalierung

Diagnoseprinzip: Erst Rohwert prüfen, dann Skalierung, dann Prozesszustand. Nicht sofort den Sensor tauschen.


Lerneinheit 5: Sensoren dokumentieren

Eine gute Dokumentation macht die Auswahl prüfbar und eine spätere Diagnose schneller.


Sensorsteckbrief

Feld Eintrag
Kennzeichen z. B. S1, S2, P1, T1
Messaufgabe Was soll erkannt oder gemessen werden?
Messbereich oder Schaltabstand Zahlenwert mit Einheit
Zielmaterial oder Medium z. B. Stahl, Kunststoff, Druckluft
Umgebung Temperatur, Staub, Feuchte, Öl, Reinigung, Einbauraum
Versorgung laut Datenblatt
Ausgang oder Schnittstelle PNP/NPN, 0…10 V, 4…20 mA, IO-Link
Anschluss Kabel oder Steckverbinder mit Pinbelegung laut Datenblatt
Schaltlogik Schließer/Öffner bzw. hell-/dunkelschaltend
Parametrierung Schaltpunkt, Filter, Messbereich, Teach-Wert
Diagnose LED, Rohwert, Event, Grenzwert
Quelle und Stand Hersteller-Datenblatt, Dokumentversion, Abrufdatum


Gestufte Hilfen für Diagnoseaufgaben

Nutze die Hilfen erst, wenn Du selbst eine Hypothese formuliert hast.

Hilfe 1 – Signalart erkennen: Ist das Signal binär, analog oder digital kommuniziert? Prüfe zuerst, welche Information der Sensor überhaupt liefern kann.

Hilfe 2 – Soll und Ist vergleichen: Vergleiche Rohwert und Signalverlauf mit dem erwarteten Prozess. Frage: Passt das Signal zeitlich zum Werkstück und zum Messbereich?

Hilfe 3 – Fehler eingrenzen: Prüfe in der Simulation Sensorzustand, Eingangskanal, Skalierung, Parameter und Prozessbedingung getrennt. Ändere immer nur eine Ursache gleichzeitig.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback


Basisaufgabe

Auftrag: P1 misst 0…10 bar mit 4…20 mA. Ordne 4 mA, 12 mA und 20 mA den Prozesswerten zu.

Begründetes Feedback: 4 mA entsprechen 0 bar, 12 mA entsprechen 5 bar und 20 mA entsprechen 10 bar. Die Begründung ist die lineare Skalierung über 16 mA Signalspanne. Wer nur „Mitte“ erkennt, hat die Idee verstanden; für die Dokumentation muss zusätzlich der Messbereich genannt werden.


Anwendungsaufgabe

Auftrag: S1 erkennt Metall zuverlässig, S2 meldet auch bei leerem Band dauerhaft „1“. Nenne eine sinnvolle Diagnose-Reihenfolge für die Simulation.

Begründetes Feedback: Sinnvoll ist: Prozesszustand prüfen → Sensoranzeige bzw. virtuellen Sensorzustand prüfen → Ausrichtung/Hintergrund/Verschmutzung simulieren → Eingangskanal prüfen → Parametrierung prüfen. Diese Reihenfolge trennt Prozess-, Sensor- und Steuerungsfehler und verhindert vorschnellen Gerätetausch.


Transferaufgabe

Auftrag: Die virtuelle Station soll in eine feuchte Reinigungsumgebung verlegt werden. Formuliere drei neue Auswahlkriterien und entscheide, welche bisherigen Sensorangaben erneut geprüft werden müssen.

Begründetes Feedback: Neu wichtig sind mindestens Schutzart, chemische Beständigkeit und zulässiger Temperaturbereich; zusätzlich können Steckverbinder, Kabelmaterial und optische Verschmutzung relevant werden. Die Transferleistung besteht darin, nicht nur das Sensorprinzip, sondern das gesamte Einsatzprofil neu zu bewerten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche drei Kernbereiche gehören zum Auswahl-Dreischritt dieses Kurses? (Messbereich, Umgebung und Anschluss) (!Preis, Farbe und Verpackung) (!Gewicht, Herstellerlogo und Lagerort) (!Softwareversion, Bildschirmgröße und Tastatur)




Welches Sensorprinzip eignet sich besonders zur berührungslosen Erkennung metallischer Werkstücke? (Induktiv) (!Kapazitiv ausschließlich für Metall) (!Temperaturmessung) (!Druckmessung)




Welcher Stromwert entspricht bei einem 4…20-mA-Signal dem Messbereichsanfang? (4 mA) (!0 mA) (!10 mA) (!20 mA)




Welcher Stromwert entspricht bei linearer 4…20-mA-Skalierung der Mitte des Messbereichs? (12 mA) (!4 mA) (!8 mA) (!20 mA)




Welche Spannung entspricht bei einem linearen 0…10-V-Signal 50 Prozent des Messbereichs? (5 V) (!0 V) (!4 V) (!10 V)




Welche Umgebungsgröße ist bei optischen Sensoren besonders zu beachten? (Verschmutzung der Optik) (!Farbe des Schaltschrankordners) (!Tastaturlayout) (!Dateiname des SPS-Projekts)




Was muss bei PNP- oder NPN-Sensorausgängen geprüft werden? (Kompatibilität mit der Eingangsschaltung) (!Nur die Gehäusefarbe) (!Nur der Sensorpreis) (!Nur die Kabellänge ohne Datenblatt)




Welche zusätzliche Möglichkeit bietet IO-Link gegenüber einem reinen binären Schaltsignal? (Parameter und Diagnoseinformationen übertragen) (!Mechanische Werkstücke transportieren) (!Druckluft erzeugen) (!Netzspannung ersetzen)




Welche Angabe gehört in einen Sensorsteckbrief? (Messbereich und Anschlussart) (!Privates Passwort) (!Persönliche Musikliste) (!Beliebige Schätzung ohne Quelle)




Was bedeutet ein gutes Quizresultat in diesem Kurs für reale Elektroarbeiten? (Es ist keine Arbeitsfreigabe) (!Es erlaubt selbstständige Arbeiten an jedem Schaltschrank) (!Es ersetzt eine betriebliche Beauftragung) (!Es ersetzt eine fachliche Qualifikation)




Hinweis: Das Quiz dient ausschließlich als Lernfeedback. Es erteilt keine Freigabe für reale Elektroarbeiten.


Memory

Induktiver Sensor Metall erkennen
Optischer Sensor Licht zur Objekterfassung
Pt100 Widerstandstemperaturmessung
4…20 mA Analoges Stromsignal
0…10 V Analoges Spannungssignal
IO-Link Digitale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation
Schutzart Umgebungsbeständigkeit
Sensorsteckbrief Auswahl dokumentieren





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Induktiv Metallerkennung
Optisch Lichtbasierte Objekterkennung
Stromsignal 4…20 mA
Spannungssignal 0…10 V
IO-Link Digitale Diagnose und Parametrierung






Kreuzworträtsel

Messbereich Welche Angabe beschreibt den kleinsten bis größten vorgesehenen Messwert?
Schutzart Welche Angabe hilft bei der Beurteilung von Staub- und Wassereinwirkung?
Stromsignal Welcher Signaltyp wird in diesem Kurs mit 4 bis 20 mA dargestellt?
Lichttaster Welcher optische Sensortyp nutzt das vom Objekt zurückgeworfene Licht?
Steckverbinder Welches Bauteil stellt eine lösbare elektrische Verbindung her?
Diagnose Wie heißt das systematische Eingrenzen einer Störung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor der Sensorauswahl wird zuerst der erforderliche

festgelegt. Ein induktiver Näherungsschalter eignet sich besonders zur Erkennung von

. Bei einem linearen 4…20-mA-Signal entspricht der Messbereichsanfang

. Die Mitte eines linearen 4…20-mA-Signals liegt bei

. Ein 0…10-V-Signal ist ein analoges

. IO-Link kann neben Prozesswerten auch

übertragen. Für die spätere Fehlersuche sollte die Sensorwahl in einem

dokumentiert werden. Quizresultate ersetzen niemals eine betriebliche

.




Virtuelle Steuerungs- und Diagnoseaufgaben


Diagnosekarte A: Metall fehlt im Signal

Simulation: Ein Metallteil liegt vor S1, aber der SPS-Eingang bleibt 0.

  1. Beobachten: Prüfe den virtuellen Sensorzustand.
  2. Signalweg: Prüfe, ob der richtige Eingangskanal beobachtet wird.
  3. Parametrierung: Prüfe Schaltlogik und simulierten Schaltabstand.
  4. Dokumentation: Vergleiche Ausgangstyp und Eingangstyp.

Feedback: Wenn der virtuelle Sensor selbst nicht schaltet, liegt die Ursache eher bei Ziel, Abstand oder Sensorparametrierung. Schaltet der Sensor, aber der Eingang nicht, wird der Signalweg wahrscheinlicher. So wird die Diagnose begründet statt geraten.


Diagnosekarte B: 0 mA am Druckkanal

Simulation: P1 ist auf 0…10 bar und 4…20 mA skaliert. Der Rohwert fällt von 12 mA auf 0 mA.

Hilfe: 0 mA gehört nicht zum normalen 4…20-mA-Messbereich.

Feedback: Ein realer Prozesswert von 0 bar würde in dieser Skalierung 4 mA liefern. 0 mA spricht deshalb eher für einen Fehler im Signalweg, fehlende Versorgung oder eine gerätespezifische Fehlerreaktion. Die genaue Ursache wird mit Datenblatt und Systemdiagnose geprüft.


Simulation: Der Prozesswert ist plausibel, gleichzeitig erscheint ein Diagnose-Event.

Feedback: Ein plausibler Prozesswert schließt eine beginnende Störung nicht aus. Digitale Diagnosen können zusätzliche Zustände melden. Prüfe Eventtext, Parameter und Prozessbedingungen, bevor Du eine Maßnahme ableitest.


Offene Aufgaben


Leicht – Basis

  1. Sensorsteckbrief: Erstelle für S1 einen Steckbrief mit Aufgabe, Messbereich beziehungsweise Schaltabstand, Umgebung, Signal und Anschluss.
  2. Sensortypen: Ordne die im Kurs gezeigten Bilder den Prinzipien induktiv, optisch, kapazitiv, Temperatur und Druck zu und begründe jeweils mit einem Merkmal.
  3. Signalumrechnung: Zeichne für P1 die lineare Kennlinie 0…10 bar zu 4…20 mA und markiere drei selbst gewählte Punkte.
  4. Umgebungsbedingungen: Erstelle eine Checkliste mit mindestens sechs Umgebungsfaktoren, die vor einer Sensorbestellung geprüft werden sollten.


Standard – Anwendung

  1. Sensorwahl: Wähle für S1 und S2 jeweils ein Sensorprinzip und begründe die Entscheidung mit Messaufgabe, Umgebung und Anschluss.
  2. Fehlersuche: Entwickle für das Fehlerbild „S2 dauerhaft 1“ einen Diagnosebaum mit mindestens zwei Ebenen.
  3. Industriesignal: Vergleiche 0…10 V und 4…20 mA für einen längeren Signalweg und benenne praktische Vor- und Nachteile.
  4. Videobeobachtung: Sieh eines der eingebetteten Fachvideos an und notiere drei Aussagen, die Du anschließend mit Datenblatt oder Fachquelle überprüfst.


Schwer – Transfer

  1. Anlagenänderung: Plane die Sensorik neu, wenn die Station in eine feuchte Reinigungsumgebung mit häufigen Temperaturwechseln verlegt wird.
  2. Fehlerbaum: Entwickle einen Fehlerbaum für „P1 zeigt unplausiblen Druck“ und trenne Prozess-, Sensor-, Leitungs-, Skalierungs- und Steuerungsursachen.
  3. IO-Link: Entwirf ein Diagnosekonzept, das Prozesswert, Gerätestatus, Parameterstand und Austausch eines Sensors nachvollziehbar dokumentiert.
  4. Dokumentationsaudit: Prüfe den Sensorsteckbrief einer anderen Person auf Vollständigkeit, Quellenbezug und Wartungstauglichkeit und gib begründetes Peer-Feedback.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Auswahlbegründung: Für ein Werkstück aus Aluminium und Kunststoff sollen zwei Merkmale getrennt erkannt werden. Entwickle ein Sensorkonzept und begründe, warum ein einzelnes Sensorprinzip möglicherweise nicht genügt.
  2. Signaldiagnose: Ein 0…10-V-Kanal zeigt 0 V, ein 4…20-mA-Kanal zeigt 0 mA. Erkläre, warum dieselbe Zahl nicht dieselbe Diagnose bedeutet.
  3. Umgebungswechsel: Bewerte, welche Folgen Staub, Ölnebel und Reinigungswasser auf eine bisher störungsfreie optische Erfassung haben können und welche Gegenmaßnahmen zuerst geprüft werden sollten.
  4. Skalierung: P1 wird von 0…10 bar auf 0…16 bar umparametriert. Erkläre, warum die SPS-Skalierung und die Dokumentation gemeinsam angepasst werden müssen.
  5. Systemdiagnose: Entwickle eine Reihenfolge, mit der Du zwischen Prozessfehler, Sensorfehler, Anschlussfehler und Parametrierfehler unterscheidest, ohne reale Verdrahtung zu verändern.
  6. Transfer: Entscheide, wann ein einfacher PNP-Schaltausgang genügt und wann IO-Link einen nachvollziehbaren Zusatznutzen für Wartung und Diagnose bietet.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. eine Mess- oder Erkennungsaufgabe präzise beschreibst,
  2. Messbereich, Schaltabstand und sinnvolle Reserve aus Anforderungen ableitest,
  3. Umgebungsbedingungen systematisch bewertest,
  4. PNP/NPN, Schließer/Öffner, 0…10 V, 4…20 mA und IO-Link fachlich unterscheiden kannst,
  5. analoge Signale korrekt skalierst,
  6. Signalverläufe mit Prozesszuständen vergleichst,
  7. Fehlerhypothesen begründet eingrenzt,
  8. Datenblattangaben statt Vermutungen verwendest,
  9. einen vollständigen Sensorsteckbrief erstellst,
  10. Sicherheitsgrenzen zwischen Simulation, Schulungsmodell und realer Anlage einhältst.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Die fachlichen Aussagen dieses Kurses wurden mit Herstellerinformationen und Wikipedia-Grundlagen abgeglichen. Herstellerseiten dienen als technische Beispiele; für reale Projekte gilt immer das Datenblatt des tatsächlich eingesetzten Geräts.

  1. Balluff: Analog signals 0…10 V vs. 4…20 mA
  2. Balluff: Analog Output – Skalierung und Signaltypen
  3. ifm: IO-Link Devices und Diagnosen
  4. Pepperl+Fuchs: Installation conditions for inductive sensors
  5. SICK: Photoelectric sensor W18-3 – Einsatz- und Diagnosemerkmale
  6. Wikipedia: Induktiver Näherungsschalter
  7. Wikipedia: Lichtschranke
  8. Wikipedia: Einheitssignal
  9. YouTube Help: Videos und Playlists einbetten

Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien im Kurs:

Datei Lizenz laut Dateibeschreibungsseite Quelle
Proximity sensor.jpg CC BY-SA 3.0 Commons
Inductive proximity sensor.jpg CC BY-SA 4.0 Commons
Inductive sensor scheme.svg Public Domain Commons
Photoelectric sensor.jpg CC BY-SA 3.0 Commons
Pepperl+Fuchs capacitive sensor CJ8-18GM-E2-V1.jpg CC BY-SA 3.0 Commons
Pt100 Sensors.png Public Domain Commons
BST9900 series monocrystalline pressure transmitter.png CC BY-SA 4.0 Commons
4-20mA Current loops.svg CC0 1.0 Commons

YouTube-Medien: Die eingebetteten Videos wurden als öffentlich erreichbare YouTube-Videos geprüft. Das Einbetten ist keine Neu-Lizenzierung; Urheberrecht und Nutzungsbedingungen bleiben beim jeweiligen Rechteinhaber und bei YouTube. Es werden keine Videodateien kopiert oder als OER ausgegeben.


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