Mechanische Antriebe und Getriebe – Getriebespiel und Flankentragbild einordnen
Mechanische Antriebe und Getriebe – Getriebespiel und Flankentragbild einordnen

Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du, Getriebespiel und Flankentragbild als Hinweise auf Funktion, Zustand und mögliche Montageprobleme einzuordnen. Der Kurs richtet sich an die berufliche Ausbildung in Metalltechnik, Mechatronik, Industriemechanik, Kraftfahrzeugtechnik und Instandhaltung.
Der Schwerpunkt liegt auf kurzen Lerneinheiten, Funktionsanimationen, Schaltbildern und sicheren Diagnose-Simulationen. Du lernst vor allem, Messwerte und Tragbilder gemeinsam zu beurteilen. Ein einzelner Messwert oder ein auffälliges Geräusch reicht für eine sichere Fehlerzuordnung meist nicht aus.
Sicherheit: Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben und unter zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Arbeiten an laufenden oder ungesichert beweglichen Getriebeteilen sind keine Aufgabe dieses Kurses.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Getriebefunktion: erklären, warum Zahnflankenspiel für den Betrieb erforderlich ist.
- Zahnflankenspiel: Messwerte als zu klein, plausibel oder auffällig einordnen, wenn eine Herstellervorgabe vorliegt.
- Flankentragbild: erkennen, warum Lage und Form der Kontaktzone Hinweise auf Montage und Ausrichtung geben.
- Diagnose: Spiel, Tragbild, Rundlauf, Lagerung und Montageposition in einer sinnvollen Prüfkette verknüpfen.
- Sicherheit: erkennen, wann eine Diagnose gestoppt und an eine zuständige Fachkraft übergeben werden muss.
Lerneinheit 1: Was macht ein Zahnradgetriebe?
Zahnräder übertragen Drehbewegung und Drehmoment formschlüssig. Bei einer Außenverzahnung drehen sich zwei direkt kämmende Räder gegensinnig. Übersetzung und Belastung hängen unter anderem von Zahnzahl, Geometrie, Werkstoff, Schmierung und Lagerung ab.

Beobachtungsauftrag: Achte in der Animation darauf, dass immer mehrere Zahnpaare nacheinander in den Eingriff kommen. Die Kontaktzone wandert während des Eingriffs über die Zahnflanke.

Merksatz: Ein Zahnradpaar soll Kräfte übertragen, ohne zu klemmen. Deshalb ist ein konstruktiv vorgesehenes Spiel zwischen den nicht tragenden Flanken notwendig.
Schaltbild: Kraftfluss im Getriebe
Das Schaltbild zeigt beispielhaft mehrere Zahnräder und Wellen eines mechanischen Getriebes. Für die Diagnose ist wichtig: Ein am Abtrieb beobachtetes Gesamtspiel kann aus mehreren Stellen stammen. Neben Zahnflankenspiel können auch Lager-, Wellen-, Kupplungs- oder Verzahnungsverbindungen beitragen.
Lerneinheit 2: Getriebespiel richtig einordnen
Zahnflankenspiel ist der Bewegungsweg beziehungsweise Winkel, den ein Zahnrad zurücklegen kann, bevor beim Richtungswechsel die gegenüberliegende Zahnflanke des Partners anliegt. Technische Quellen wie KHK unterscheiden unter anderem Umfangs-, Normal-, Winkel-, Radial- und Axialspiel.

Zu wenig Spiel kann ungünstig sein, weil Fertigungstoleranzen, Temperaturänderungen, Verformung und Schmierstoffraum berücksichtigt werden müssen. Zu viel Spiel kann Richtungswechsel unpräzise machen und Stoßbelastungen begünstigen. Es gibt keinen universellen Sollwert für alle Getriebe. Maßgeblich sind Zeichnung, Herstellerunterlage oder freigegebene Instandhaltungsanweisung.
Sichere Messlogik
Eine typische fachliche Auswertung folgt diesem Prinzip:
- Herstellerangabe: Sollbereich und Messmethode klären.
- Messaufbau: Messuhr oder geeigneten Wegaufnehmer entsprechend der Vorgabe positionieren.
- Gegenrad: die im Verfahren festgelegte Welle gegen Bewegung sichern.
- Messung: das andere Rad nur innerhalb des freigegebenen Messwegs hin- und herbewegen.
- Mehrfachmessung: an mehreren Winkelpositionen wiederholen.
- Vergleich: Messwerte mit Vorgabe und untereinander vergleichen.
Wichtig: Ein stark über den Umfang wechselndes Spiel ist diagnostisch anders zu bewerten als ein überall gleichmäßig zu großer Wert.
Das Video zeigt das Prinzip einer Spielmessung mit Messuhr. Übertrage daraus keine Einstellwerte auf reale Anlagen; für reale Getriebe gilt ausschließlich die passende Hersteller- oder Betriebsunterlage.
Lerneinheit 3: Was zeigt das Flankentragbild?
Ein Flankentragbild macht sichtbar, wo sich zwei Zahnflanken unter den jeweiligen Prüfbedingungen berühren. Dazu wird in freigegebenen Prüfverfahren ein Markiermittel verwendet. Die Lage des Bildes kann Hinweise auf Montageabstand, Achslage, Lagerung, Rundlauf oder Verformung geben.

Das Bild zeigt ein reales Tragbild an einer Kegelradstufe. Ein Tragbild wird nie nur nach dem Motto „mittig ist immer gut“ bewertet. Entscheidend sind Verzahnungsart, Drehrichtung, Lastzustand und die Referenz des Herstellers.
Kegelradgetriebe: Montageposition zählt

Bei Kegel- und Hypoidgetrieben beeinflussen Montageabstände die Lage des Zahnkontakts besonders stark. Fachquellen von Gleason und Gear Technology weisen darauf hin, dass korrektes Zahnflankenspiel allein noch kein korrektes Tragbild garantiert.
Diagnosegrundsatz: Spiel und Tragbild werden gemeinsam beurteilt. Eine Einstellung nur nach einem einzigen Kriterium kann eine andere Abweichung verdecken.
Lerneinheit 4: Hinweise auf Montageprobleme
| Beobachtung | Mögliche fachliche Hypothese | Sichere nächste Bewertung |
|---|---|---|
| Spiel an allen Positionen ähnlich, aber außerhalb der Vorgabe | Grundposition der Paarung, Zahnmaß oder Einstelllage prüfen | Nicht nach Gefühl korrigieren; Herstellervorgabe und Montagefolge heranziehen |
| Spiel über den Umfang stark wechselnd | Rundlaufabweichung, exzentrischer Sitz, Verschmutzung an Anlageflächen oder Bauteilverformung möglich | Messaufbau und Rundlauf beziehungsweise Sitz fachgerecht prüfen lassen |
| Spiel innerhalb der Vorgabe, Tragbild aber deutlich randnah | Achslage, Montageabstand, Lagerposition oder Gehäuseausrichtung kann auffällig sein | Tragbild mit freigegebener Referenz vergleichen |
| Tragbild ändert sich stark mit der Winkelposition | Rundlauf-, Lager- oder Montagefehler möglich | Nicht nur nachstellen; Ursache der Positionsabhängigkeit suchen |
| Spiel und Tragbild plausibel, Geräusch bleibt | Andere Ursachen wie Lager, Schmierung, andere Stufe oder Lastzustand möglich | Diagnose erweitern statt das Zahnradpaar vorschnell als Ursache festzulegen |
Stoppsignale
Bei Blockieren, beschädigten Zähnen, Metallabrieb, ungewöhnlicher Erwärmung, starkem Lagerspiel oder unklarer Sicherungssituation wird die praktische Arbeit nicht fortgesetzt. Die zuständige Fachkraft entscheidet über weitere Maßnahmen.
Lerneinheit 5: Konkreter Ausbildungsfall
Fiktiver Ausbildungsfall – keine realen Einstellwerte:
Ein Schulungs-Kegelradgetriebe wurde nach einer Lagerarbeit wieder zusammengebaut. Nach dem Zusammenbau fällt bei einer kontrollierten, stillgesetzten Ausbildungsprüfung auf:
| Prüfposition | simuliertes Spiel | simuliertes Tragbild |
|---|---|---|
| Position A | 0,15 mm | nahe Referenz |
| Position B | 0,16 mm | leicht verschoben |
| Position C | 0,27 mm | deutlich zum Rand verschoben |
| Position D | 0,14 mm | nahe Referenz |
Für diesen rein didaktischen Datensatz lautet der angenommene Sollbereich 0,12 bis 0,18 mm. Die Werte sind keine Vorgabe für ein reales Getriebe.
Auftrag: Entscheide, welche Hypothese zuerst geprüft werden sollte.
Begründetes Feedback: Eine reine Änderung des mittleren Zahnflankenspiels wäre voreilig. Nur eine Winkelposition weicht stark ab und gleichzeitig wandert das Tragbild. Das spricht eher für eine positionsabhängige Ursache wie Rundlauf, Sitz oder Montageabweichung. Erst nach Klärung dieser Ursache wäre eine Einstellkorrektur sinnvoll.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1: Vergleiche nicht nur den größten Wert mit dem Sollbereich, sondern die Verteilung über alle Positionen.
Hilfe 2: Frage Dich, ob eine gleichmäßige Einstellkorrektur eine Abweichung beseitigen kann, die nur an einer Winkelposition auftritt.
Hilfe 3: Verbinde den wechselnden Messwert mit dem wandernden Tragbild: Beide Befunde ändern sich mit der Drehposition.
Lerneinheit 6: Sichere Diagnose-Simulation
Die folgenden Fälle werden ausschließlich als Denkaufgabe bearbeitet.
| Simulation | Beste nächste Entscheidung | Begründetes Feedback |
|---|---|---|
| Spiel überall zu klein | Sollvorgabe, Messmethode und Montageposition prüfen | Gleichmäßige Abweichung kann zu einer Grundeinstellung passen; zuerst muss aber die Messung sicher stimmen |
| Spiel nur an einer Stelle deutlich größer | Rundlauf und Sitz als Ursache priorisieren | Eine lokale Abweichung lässt sich nicht zuverlässig durch eine globale Nachstellung erklären |
| Spiel korrekt, Tragbild randnah | Ausrichtung und Montageabstand mit Referenz prüfen | Korrektes Spiel beweist kein korrektes Tragbild |
| Spiel und Tragbild unauffällig, Geräusch bleibt | Diagnose auf Lagerung, Schmierung und weitere Getriebestufen erweitern | Das Geräusch darf nicht ohne weitere Belege dem Zahnradpaar zugeschrieben werden |
| Prüfbedingungen sind unklar | Diagnose unterbrechen und zuständige Fachkraft einbeziehen | Ohne freigegebenen Zustand sind Messung und Ergebnis nicht belastbar |
Video: Spiel und Tragbild im Zusammenhang
Das Video der Weber State University zeigt an einem Differential die Verbindung von Lagerung, Zahnflankenspiel und Kontaktbild. Die dort gezeigten Einstellwerte gelten für das demonstrierte Bauteil und dürfen nicht auf andere Getriebe übertragen werden.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basis
- Zahnflankenspiel: Erkläre in zwei Sätzen, warum ein kleines konstruktives Spiel notwendig sein kann. Feedback: Eine gute Antwort nennt mindestens Fertigung beziehungsweise Temperatur und verhindert die falsche Vorstellung, jedes Spiel sei automatisch Verschleiß.
- Flankentragbild: Beschreibe, welche Information ein Tragbild liefert. Feedback: Entscheidend ist die Kontaktlage der Zahnflanken, nicht nur die Farbe des Markiermittels.
- Messwert: Begründe, warum ein einzelner Messwert an nur einer Winkelposition nicht genügt. Feedback: Rundlauf- oder Sitzabweichungen können sich erst im Vergleich mehrerer Positionen zeigen.
Anwendung
- Fehlerbild: Ein Getriebe zeigt korrektes Spiel, aber randnahen Kontakt. Nenne zwei nächste Prüfaspekte. Feedback: Sinnvoll sind zum Beispiel Ausrichtung, Montageabstand, Lagerposition oder Referenz-Tragbild.
- Rundlauf: Vier Messwerte sind nahezu gleich, ein Wert weicht stark ab. Begründe, warum „einfach nachstellen“ keine gute erste Reaktion ist. Feedback: Eine allgemeine Nachstellung würde alle Positionen verändern und die lokale Ursache möglicherweise verdecken.
- Dokumentation: Formuliere einen kurzen Befund aus Messwert, Tragbild und Prüfumstand. Feedback: Ein fachlicher Befund trennt Beobachtung, Sollvergleich und Hypothese.
Transfer
- Diagnosekette: Entwickle eine Prüfreihenfolge für ein Getriebe mit Lastwechselgeräusch, ohne praktische Arbeit zu starten. Feedback: Eine gute Reihenfolge beginnt mit Unterlagen und sicheren Prüfbedingungen und vermeidet vorschnelle Bauteilzuordnung.
- Montagefehler: Erkläre, warum korrektes Zahnflankenspiel bei einem Kegelradgetriebe trotzdem mit einem ungünstigen Tragbild verbunden sein kann. Feedback: Bei Kegelrädern können verschiedene Montagepositionen ähnliches Spiel erzeugen, aber unterschiedliche Kontaktlagen.
- Ursachenanalyse: Übertrage das Prinzip „positionsabhängig versus gleichmäßig“ auf eine andere mechanische Messaufgabe. Feedback: Gute Beispiele unterscheiden lokale Geometriefehler von einer allgemeinen Grundeinstellung.
Medien- und Quellencheck
Die eingebetteten Wikimedia-Commons-Medien wurden auf vorhandene Dateiseiten und Lizenzangaben geprüft. YouTube-Videos werden nur eingebettet; es wird keine freie Nachnutzungslizenz behauptet.
| Medium oder Quelle | geprüfter Hinweis |
|---|---|
| Involute Spur Gears Meshing.gif | Wikimedia Commons, CC BY 4.0 |
| Tragbild Getriebe.jpg | Wikimedia Commons, unter anderem CC BY-SA 3.0 |
| Gearbox Animation.gif | Wikimedia Commons, CC0 |
| Differential gear | Wikimedia Commons, Public Domain |
| Manual transmission clutch Second gear.PNG | Wikimedia Commons, Public Domain |
| Simple gear reducer.gif | Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 |
Fachliche Quellen
- KHK – A Primer on Backlash: Zweck und Bedeutung von Zahnflankenspiel.
- Gear Technology – Gear Mesh Assembly: Zusammenhang von Spiel, Montageposition und Tragbild.
- Gear Technology – Bevel Gear Assembly: Montage von Kegelrädern und Kontaktbild.
- Gleason Practical Gear Engineering: Fachwissen zu Backlash, Kontaktbild und Kegelradmontage.
- Weber State University – Contact Pattern Interpretation: Ausbildungsunterlage zur Tragbildauswertung eines konkreten Differentialtyps.
- DGUV Information 209-015: sichere Instandhaltung an Maschinen und Anlagen.
- Betriebssicherheitsverordnung § 10: Instandhaltung auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung durch geeignete, beauftragte und unterwiesene Beschäftigte.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum ist Zahnflankenspiel bei vielen Zahnradpaarungen grundsätzlich vorgesehen? (Damit die Verzahnung unter realen Toleranzen und Betriebsbedingungen frei laufen kann) (!Damit sich beide Zahnräder ohne Kontakt drehen) (!Damit die Zähne absichtlich gegeneinander schlagen) (!Damit kein Schmierstoff benötigt wird)
Welche Aussage beschreibt das Flankentragbild am besten? (Es zeigt die Kontaktzone zwischen zusammenarbeitenden Zahnflanken) (!Es zeigt nur die Härte des Zahnrads) (!Es zeigt ausschließlich die Schmierstoffmenge) (!Es zeigt nur die Übersetzung des Getriebes)
Was ist bei stark wechselndem Zahnflankenspiel über den Umfang besonders auffällig? (Eine mögliche Rundlauf oder Sitzabweichung) (!Eine automatisch korrekte Montage) (!Ein sicher ausgeschlossener Lagerfehler) (!Ein immer zu niedriger Ölstand)
Was gilt bei korrektem Zahnflankenspiel und deutlich randnahem Tragbild? (Die Montage und Ausrichtung müssen weiter geprüft werden) (!Das Getriebe ist damit sicher fehlerfrei) (!Das Tragbild ist dann bedeutungslos) (!Die Messung darf sofort beendet werden)
Welche Unterlage bestimmt den zulässigen Spielbereich eines realen Getriebes? (Die passende Hersteller oder Betriebsunterlage) (!Ein beliebiger Internetwert) (!Der Mittelwert anderer Getriebe) (!Das persönliche Gefühl beim Drehen)
Warum wird das Zahnflankenspiel an mehreren Winkelpositionen geprüft? (Um positionsabhängige Abweichungen erkennen zu können) (!Um die Übersetzung zu verändern) (!Um die Zahnzahl zu bestimmen) (!Um das Getriebe schneller laufen zu lassen)
Welche Aussage zu Kegelradgetrieben ist fachlich sinnvoll? (Spiel und Tragbild müssen gemeinsam beurteilt werden) (!Nur das Spiel ist für die Montage wichtig) (!Nur die Zahnfarbe bestimmt die Einstellung) (!Das Tragbild ist unabhängig von der Montageposition)
Was ist bei unklaren Prüfbedingungen die richtige Entscheidung? (Die Diagnose unterbrechen und eine zuständige Fachkraft einbeziehen) (!Trotzdem weiter messen) (!Das Getriebe kurz unter Last laufen lassen) (!Einen Sollwert schätzen)
Was bedeutet ein plausibles Spiel bei weiterhin vorhandenem Geräusch? (Andere mögliche Ursachen müssen in die Diagnose einbezogen werden) (!Das Geräusch kann ignoriert werden) (!Das Zahnradpaar ist sicher defekt) (!Die Übersetzung ist automatisch falsch)
Welche Aussage zum Ausbildungsfall ist am besten begründet? (Die lokale Abweichung spricht zuerst für eine positionsabhängige Ursache) (!Alle Zahnräder müssen sofort ersetzt werden) (!Der größte Messwert allein beweist falsche Schmierung) (!Eine gleichmäßige Nachstellung löst jede lokale Abweichung)
Memory
| Zahnflankenspiel | Freier Bewegungsweg bis zur Gegenflanke |
| Flankentragbild | Sichtbare Kontaktzone der Zahnflanken |
| Messuhr | Wegmessung bei der Spielprüfung |
| Montageabstand | Einflussgröße auf die Lage einer Kegelradpaarung |
| Rundlaufabweichung | Mögliche Ursache positionsabhängiger Messwerte |
| Markiermittel | Hilfsmittel zum Sichtbarmachen der Kontaktzone |
| Herstellervorgabe | Maßgebliche Referenz für Sollwerte und Verfahren |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Spiel über den Umfang stark wechselnd | Rundlauf oder Sitz prüfen |
| Spiel plausibel und Tragbild randnah | Ausrichtung weiter prüfen |
| Spiel überall ähnlich zu klein | Grundeinstellung mit Vorgabe vergleichen |
| Prüfbedingungen unklar | Diagnose unterbrechen |
| Spiel und Tragbild unauffällig | Andere Geräuschursachen prüfen |
Kreuzworträtsel
| Messuhr | Welches Messmittel kann für eine Spielmessung eingesetzt werden? |
| Tragbild | Wie heißt die sichtbare Kontaktzone der Zahnflanken? |
| Zahnflanke | Welche Zahnfläche überträgt den Kontakt? |
| Rundlauf | Welche geometrische Abweichung kann positionsabhängiges Spiel verursachen? |
| Markiermittel | Womit kann ein Kontaktbild in freigegebenen Prüfverfahren sichtbar gemacht werden? |
| Montageabstand | Welche Einbaugröße beeinflusst bei Kegelrädern die Kontaktlage? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsnetz: Erstelle ein Schaubild mit Zahnflankenspiel, Tragbild, Rundlauf, Lagerung und Montageabstand.
- Medienanalyse: Beschreibe an einer eingebetteten Animation, wie sich der Kontaktpunkt beim Zahneingriff verändert.
- Messprotokoll: Entwirf ein leeres Protokoll für vier Spielmessungen mit Sollbereich, Istwert und Bewertung.
- Sicherheitskarte: Formuliere fünf Gründe, bei denen eine praktische Diagnose gestoppt und eine Fachkraft hinzugezogen werden muss.
Standard
- Fehlerdiagnose: Erfinde einen sicheren Papierfall mit vier Messwerten und einem Tragbildhinweis. Tausche ihn mit einer anderen Lerngruppe und lasse eine Diagnosehypothese begründen.
- Vergleichsanalyse: Vergleiche zwei Fälle: gleichmäßig zu großes Spiel und nur lokal zu großes Spiel. Erkläre die unterschiedliche Diagnose.
- Tragbildanalyse: Skizziere drei schematische Kontaktlagen auf einem Zahn und notiere jeweils, welche zusätzlichen Informationen vor einer Bewertung fehlen.
- Werkstattkommunikation: Formuliere eine sachliche Übergabe an die Ausbilderin oder den Ausbilder mit Beobachtung, Messdaten, Hypothese und noch offenen Prüfungen.
Schwer
- Diagnosebaum: Entwickle einen Entscheidungsbaum, der von Geräusch plus Spielmessung plus Tragbild zu mehreren möglichen Ursachen führt, ohne eine automatische Arbeitsfreigabe zu erzeugen.
- Dateninterpretation: Erstelle einen Datensatz mit acht Winkelpositionen und entscheide anhand des Verlaufs, ob eher eine gleichmäßige oder positionsabhängige Abweichung vorliegt.
- Quellenkritik: Vergleiche die Aussagen von KHK, Gleason beziehungsweise Gear Technology und Weber State University. Trenne allgemeine Aussagen von bauteilspezifischen Einstellhinweisen.
- Ausbildungsprojekt: Plane eine digitale Diagnose-Simulation für Auszubildende mit Fotos oder selbst gezeichneten Tragbildern. Praktische Aufnahmen an realen Getrieben erfolgen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht.


Lernkontrolle
- Zusammenhangsanalyse: Ein Getriebe hat korrektes Spiel, aber ein randnahes Tragbild. Erkläre mindestens drei mögliche Ursachenbereiche und begründe, welche Zusatzinformation Du zuerst brauchst.
- Transferdiagnose: Bei einer anderen mechanischen Baugruppe schwankt ein Messwert nur an einer bestimmten Drehposition. Übertrage das Diagnoseprinzip dieses Kurses und begründe Dein Vorgehen.
- Bewertungsfehler: Widerlege die Aussage „Wenn das Zahnflankenspiel stimmt, ist die Verzahnung richtig montiert“.
- Diagnoseplanung: Entwickle für ein Lastwechselgeräusch eine sichere Prüfkette von Dokumentation bis zur fachlichen Übergabe.
- Datenvergleich: Vergleiche einen gleichmäßig außerhalb der Vorgabe liegenden Messwertsatz mit einem stark streuenden Messwertsatz und leite unterschiedliche Hypothesen ab.
- Quellenentscheidung: Erkläre, warum ein im Internet gefundener Einstellwert nicht ohne Weiteres auf ein anderes Getriebe übertragen werden darf.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du kannst die Funktion von Zahnflankenspiel erklären, ohne Spiel pauschal mit Verschleiß gleichzusetzen.
- Du kannst Messwerte an mehreren Winkelpositionen vergleichen und positionsabhängige Auffälligkeiten erkennen.
- Du kannst ein Flankentragbild als ergänzende Information zur Spielmessung einordnen.
- Du kannst bei Kegelradpaarungen den Zusammenhang von Montageposition, Spiel und Tragbild erläutern.
- Du kannst zwischen Beobachtung, Messwert, Hypothese und bestätigter Ursache unterscheiden.
- Du kannst eine sichere Diagnosekette beschreiben und weißt, dass praktische Arbeiten eine betriebliche Freigabe, Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und Aufsicht benötigen.
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