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Schutzgasschweißen verstehen – Schweißrauch und Strahlung beurteilen

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Schutzgasschweißen verstehen – Schweißrauch und Strahlung beurteilen

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Einleitung

Schutzgasschweißen verstehen – Schweißrauch und Strahlung beurteilen

Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik. Du lernst in kurzen Einheiten, Gefährdungen beim Schutzgasschweißen zu erkennen, Schutzmaßnahmen zu beurteilen und eine einfache Gefährdungsbeurteilung vorzubereiten. Im Mittelpunkt stehen Schweißrauch, optische Strahlung, Hitze, elektrischer Strom und Brandgefahr.

Kurzbeschreibung: Absaugung, Schutz und Gefährdungsbeurteilung.

Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs ersetzt weder betriebliche Unterweisung noch praktische Ausbildung oder eine Schweißerprüfung. Praktische Schweißarbeiten finden ausschließlich in einem geeigneten Ausbildungsbereich, nach Freigabe und unter unmittelbarer Fachaufsicht statt. Der Kurs vermittelt keine Schweißerqualifikation.

Beobachtungsauftrag: Betrachte den Arbeitsplatz. Nenne fünf Dinge, die Du vor einer Freigabe prüfen würdest. Denke nicht nur an den Brenner, sondern auch an Absaugung, Kabel, Brandlasten, Abschirmung und persönliche Schutzausrüstung.


Ausbildungsfall: Arbeitsplatz B

Du bist im ersten Ausbildungsjahr. In der Ausbildungswerkstatt soll unter Fachaufsicht eine kurze MAG-Übungsnaht an einem Bauteil aus unlegiertem Stahl vorbereitet werden. Vor dem Start sollst Du den Arbeitsplatz beurteilen. Die mobile Absaugung steht seitlich neben der Rauchfahne, eine Sichtschutzwand ist nur teilweise geschlossen, neben dem Tisch liegt eine Kartonverpackung, die Schweißstromrückleitung ist angeschlossen und die vorgesehene persönliche Schutzausrüstung liegt bereit.

Deine Entscheidung: Der Arbeitsplatz wird noch nicht freigegeben. Zuerst werden Absaugung, Abschirmung und Brandlasten korrigiert und anschließend unter Fachaufsicht kontrolliert.

Warum? Schutzmaßnahmen müssen vor Arbeitsbeginn wirksam sein. Persönliche Schutzausrüstung ersetzt weder die Erfassung von Schweißrauch an der Entstehungsstelle noch die Abschirmung anderer Personen oder den Brandschutz.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. MIG/MAG und WIG grob unterscheiden und typische Gefährdungen benennen.
  2. Schweißrauch als Gefahrstoff beurteilen und die Bedeutung einer wirksamen Erfassung an der Entstehungsstelle erklären.
  3. Optische Strahlung des Lichtbogens als Gefährdung für Augen und Haut erkennen.
  4. Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip priorisieren.
  5. einen Ausbildungsarbeitsplatz hinsichtlich Hitze, Strom und Brandgefahr systematisch prüfen.
  6. begründen, wann eine Tätigkeit gestoppt und eine Fachkraft hinzugezogen werden muss.


Lerneinheit 1: Prozess sehen – Gefährdung erkennen

Beim Metall-Schutzgasschweißen brennt ein Lichtbogen zwischen Elektrode und Werkstück. Beim MIG-/MAG-Schweißen wird ein Draht kontinuierlich zugeführt und abgeschmolzen. Beim WIG-Schweißen ist die Wolframelektrode nicht abschmelzend. Das Schutzgas schirmt den Prozess gegen die Umgebungsluft ab. Die Art von Verfahren, Werkstoff, Zusatzwerkstoff, Beschichtung und Arbeitsumgebung beeinflusst die Gefährdung.

Zeichnungsauftrag: Finde in der Zeichnung Kontakthülse, Schweißdraht, Schutzgas, Schmelzbad und Grundwerkstoff. Markiere gedanklich die Zone, in der Rauch und Strahlung entstehen.

Bauteilauftrag: Erkläre, warum ein Brenner nicht nur Draht führt, sondern auch Strom und Schutzgas zum Prozess bringt.

Datei:MIG welding.webm

Beobachtungsauftrag zum Prozessvideo: Achte auf Lichtbogen, Funken, Schmelzbad und die unmittelbare Prozesszone. Entscheide anschließend: Kannst Du allein aus der Sichtbarkeit des Rauchs schließen, dass die Atemluft sicher ist?

Begründetes Feedback: Nein. Sichtbarer Rauch ist nur ein Teil der Exposition. Sehr feine Partikel und Gase können vorhanden sein, auch wenn die Rauchfahne gering erscheint. Deshalb werden Schutzmaßnahmen nicht nach dem bloßen Augenschein, sondern anhand von Verfahren, Werkstoff, Arbeitsbedingungen und Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen beurteilt.


Lerneinheit 2: Schweißrauch und Absaugung beurteilen

Schweißrauche entstehen, wenn Metall verdampft und beim Abkühlen sehr feine Partikel bildet. Hinzu kommen je nach Prozess Gase. Zusammensetzung und Wirkung hängen unter anderem von Werkstoff, Zusatzwerkstoff, Beschichtungen und Prozess ab. Bei hochlegierten Werkstoffen können besonders gefährliche Bestandteile wie Nickel- oder Chromverbindungen relevant sein.

Die zentrale Regel lautet: Emissionen möglichst vermeiden oder mindern und Schweißrauch möglichst nah an der Entstehungsstelle erfassen. Eine allgemeine Hallenlüftung allein ersetzt die wirksame Erfassung an der Schweißstelle nicht.

Beobachtungsauftrag BGHM: Notiere während des Videos drei Gründe, warum Schweißrauch nicht als „normaler Werkstattnebel“ behandelt werden darf.

Entscheidungsauftrag HSE: Beobachte die brennerintegrierte Absaugung. Entscheide, welche Aussage besser passt: „Absaugung irgendwo in der Nähe reicht“ oder „Erfassung muss am Prozess wirksam sein“. Begründe mit einer sichtbaren Beobachtung aus dem Video.

Vergleichsauftrag: Vergleiche wirksame und ungünstige Erfassung. Welche Veränderung würde die Rauchfahne eher in Richtung Erfassung lenken? Beziehe Thermik und Position des Erfassungselements ein.

Datei:Welding Helmet Effects on Breathing Zone Exposures.webm

Forschungsauftrag: Das NIOSH-Video vergleicht Messungen innerhalb und außerhalb verschiedener Schweißhelme bei mehreren Verfahren. Formuliere daraus keine pauschale Aussage „Helm genügt“, sondern eine sichere Schlussfolgerung zur Rangfolge der Maßnahmen.

Begründetes Feedback: Ein Helm kann Teil der persönlichen Schutzausrüstung sein, ist aber keine Quellenabsaugung. Exposition hängt vom Verfahren, der Rauchführung und den technischen Schutzmaßnahmen ab. Deshalb hat wirksame technische Erfassung Vorrang vor dem alleinigen Vertrauen auf persönliche Schutzausrüstung.


STOP-Prinzip für den Ausbildungsfall

  1. S – Substitution: Prüfen, ob Schweißumfang, Verfahren oder Einsatzstoff gefahrstoffärmer gestaltet werden können.
  2. T – Technische Maßnahmen: Rauch an der Entstehungsstelle erfassen, Arbeitsbereich abschirmen, wirksame Lüftung sicherstellen.
  3. O – Organisatorische Maßnahmen: Arbeitsbereich festlegen, Unterweisung, Freigabe, Wartung, Reinigung und bei Bedarf Brandwache organisieren.
  4. P – Persönliche Maßnahmen: geeigneten Schweißerschutz für Augen, Gesicht, Haut, Hände, Füße und – wenn nach Gefährdungsbeurteilung erforderlich – Atemschutz verwenden.


Lerneinheit 3: Strahlung und persönliche Schutzmaßnahmen

Der Lichtbogen erzeugt intensive ultraviolette, sichtbare und infrarote Strahlung. Besonders UV-Strahlung kann Augen und Haut schädigen. Schutz brauchen nicht nur Schweißende, sondern auch Personen in der Umgebung.

Entscheidungsfrage: Reicht ein Schweißhelm der schweißenden Person aus, wenn der Nachbararbeitsplatz freie Sicht auf den Lichtbogen hat?

Begründetes Feedback: Nein. Der persönliche Schutz der schweißenden Person schützt Umstehende nicht. Der Bereich muss so abgeschirmt werden, dass andere Personen nicht gefährlicher Lichtbogenstrahlung und Funken ausgesetzt sind.

Bauteil- und Schutzauftrag: Benenne, welche Gefährdungen ein Schweißschutzschild abdeckt und welche nicht. Achte darauf, Atemschutz nicht mit Absaugung zu verwechseln.


Lerneinheit 4: Hitze, Strom und Brandgefahr

Beim Lichtbogenschweißen treten mehrere Gefährdungen gleichzeitig auf. Heiße Bauteile, Schweißspritzer und Funken können Verbrennungen oder Brände verursachen. Fehlerhafte Isolation, beschädigte Leitungen oder ungünstige Arbeitsbedingungen erhöhen elektrische Gefährdungen. Schutzgase können in schlecht belüfteten oder engen Bereichen Sauerstoff verdrängen.

Vor dem Start prüfst Du deshalb kurz: Sind Brennbares und unnötige Brandlasten entfernt? Sind Kabel, Schweißstromrückleitung und Anschlüsse sichtbar unbeschädigt? Ist der Arbeitsbereich trocken und geeignet? Sind Abschirmung, Absaugung und persönliche Schutzausrüstung einsatzbereit? Ist die erforderliche Fachaufsicht anwesend?

Stop-Regel: Bei beschädigter Technik, unklarer Absaugwirkung, fehlender Abschirmung, Brand- oder Explosionsgefahr, Arbeiten in engen Bereichen oder anderen ungeklärten Bedingungen wird nicht begonnen. Die zuständige Fachkraft entscheidet über das weitere Vorgehen.


Lerneinheit 5: Gefährdungsbeurteilung in 60 Sekunden strukturieren

Eine Gefährdungsbeurteilung ist mehr als eine Checkliste. Sie verbindet Tätigkeit, Verfahren, Werkstoff, Arbeitsumgebung, mögliche Exposition und Schutzmaßnahmen. Danach wird geprüft, ob die Maßnahmen tatsächlich wirksam sind.

Prüffrage Beispiel im Ausbildungsfall Entscheidung
Was wird geschweißt? unlegierter Stahl, MAG-Übung Verfahren und Werkstoff dokumentieren
Was entsteht? Schweißrauch, Lichtbogenstrahlung, Hitze, Funken Gefährdungen gemeinsam betrachten
Was schützt technisch? Absaugung und Sichtschutz vor Freigabe wirksam positionieren
Was kann brennen? Karton am Arbeitsplatz entfernen und Bereich erneut prüfen
Was schützt persönlich? Helm, Schutzkleidung, Handschuhe, Sicherheitsschuhe Eignung und Zustand kontrollieren
Wer entscheidet bei Unsicherheit? Fachaufsicht Tätigkeit stoppen und Rücksprache halten


Basisaufgabe mit gestuften Hilfen

Aufgabe: Nenne zu Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brand jeweils eine passende Schutzmaßnahme.

Hilfe 1: Denke an Quelle, Arbeitsbereich und Person.

Hilfe 2: Ordne Deine Antwort dem STOP-Prinzip zu.

Begründetes Feedback: Gute Lösungen nennen nicht nur PSA. Beispiel: Rauch – technische Erfassung; Strahlung – Abschirmung plus geeigneter Augen- und Hautschutz; Hitze – geeignete Schutzkleidung und kontrollierter Umgang mit heißen Bauteilen; Strom – intakte Isolation und geprüfte Ausrüstung; Brand – Brandlasten entfernen und erforderliche Brandschutzmaßnahmen organisieren.


Anwendungsaufgabe mit gestuften Hilfen

Aufgabe: Im Ausbildungsfall ist die Absaugung eingeschaltet, erfasst die Rauchfahne aber sichtbar nicht. Darf begonnen werden?

Hilfe 1: „Eingeschaltet“ ist nicht gleich „wirksam“.

Hilfe 2: Eine technische Schutzmaßnahme muss die Gefahr an der Quelle tatsächlich mindern.

Begründetes Feedback: Nein. Vor Beginn muss die Erfassung fachgerecht positioniert und ihre Wirksamkeit beurteilt werden. Die Entscheidung wird unter Fachaufsicht getroffen. Eine laufende, aber unwirksame Absaugung erfüllt ihren Zweck nicht.


Transferaufgabe mit gestuften Hilfen

Aufgabe: Ein Werkstück ist beschichtet. Welche zusätzlichen Fragen stellst Du vor dem Schweißen?

Hilfe 1: Denke an Stoffe, die durch Erwärmung oder Zersetzung entstehen können.

Hilfe 2: Suche Angaben zu Beschichtung, Werkstoff, Sicherheitsdaten und vorgesehenem Arbeitsverfahren.

Begründetes Feedback: Die Beschichtung kann zusätzliche Gefahrstoffe freisetzen. Deshalb darf nicht einfach wie bei sauberem unbeschichtetem Stahl weitergearbeitet werden. Beschichtung, Stoffinformationen und Schutzmaßnahmen müssen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden; bei Unsicherheit entscheidet die Fachaufsicht.


Fachquellen und Medienprüfung

Prüfstand: 05.10.2026. Für den Kurs wurden vorrangig deutsche Arbeitsschutzquellen und offizielle bzw. fachinstitutionelle Medien verwendet.

  1. BAuA – TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten: zentrale technische Regel für Gefahrstoffe bei schweißtechnischen Arbeiten.
  2. DGUV Information 209-010 Lichtbogenschweißen: Gefährdungen durch Strom, Lichtbogenstrahlung, thermische Energie, Gefahrstoffe und weitere Einwirkungen.
  3. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 037 MIG/MAG-Schweißen: praxisnahe Schutzmaßnahmen; Stand 11/2025.
  4. BGHM Lernportal „Sicher Schweißen“: Fachinformationen zu Schweißrauchminderung, Gefahrstoffen und Atemschutz.
  5. HSE – Controlling the risks from welding: ergänzende, institutionelle Praxisbeispiele zu Quellenabsaugung und Wirksamkeitskontrolle.
  6. Die YouTube-Videos stammen von BGHM beziehungsweise werden von HSE/HSENI als Fachmedien verlinkt. Die Einbettung nutzt den jeweiligen YouTube-Player; die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.


Medienrechte Wikimedia Commons

  1. Mig wielder.jpg – Luke Haggart, CC BY-SA 4.0.
  2. GMAW weld area.svg – Spangineer, CC BY-SA.
  3. MIG cut-away.svg – Mysid/TTLightningRod, CC BY-SA 3.0 und GFDL.
  4. MIG welding.webm – Chris MacDonald, CC BY 3.0.
  5. Welding helmet.jpg – Sunnybansodeva, CC BY-SA 4.0.
  6. Welding mask and respirator.jpg – AlexChirkin, CC BY-SA/GFDL.
  7. Welding Helmet Effects on Breathing Zone Exposures.webm – NIOSH/CDC, Public Domain als Werk der US-Bundesregierung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet MIG/MAG-Schweißen grundsätzlich? (Ein kontinuierlich zugeführter Draht schmilzt im Lichtbogen ab) (!Eine Wolframelektrode schmilzt immer als Zusatzwerkstoff ab) (!Der Prozess arbeitet grundsätzlich ohne Schutzgas) (!Es entsteht keine optische Strahlung)




Wovon hängt die Zusammensetzung von Schweißrauch besonders ab? (Von Verfahren Werkstoff Zusatzwerkstoff und Oberflächenzustand) (!Nur von der Farbe des Schweißhelms) (!Nur von der Raumtemperatur) (!Nur von der Länge des Netzkabels)




Welche Maßnahme hat beim Schweißrauch eine hohe Priorität? (Erfassung möglichst an der Entstehungsstelle) (!Rauch im Raum verteilen) (!Nur nach dem Schweißen lüften) (!Ausschließlich eine Schutzbrille tragen)




Was gilt für allgemeine Raumlüftung bei Schweißrauch? (Sie ersetzt die wirksame Quellenabsaugung nicht) (!Sie macht jede weitere Maßnahme überflüssig) (!Sie schützt nur vor UV Strahlung) (!Sie verhindert jeden Funkenflug)




Welche Strahlungsart des Lichtbogens kann Augen und Haut besonders schädigen? (Ultraviolette Strahlung) (!Schallwellen) (!Magnetische Nordstrahlung) (!Radiowellen des Schutzgases)




Was ist vor dem Schweißen an elektrischer Ausrüstung besonders wichtig? (Sichtbar unbeschädigte Leitungen Anschlüsse und Isolation) (!Nasse Handschuhe) (!Lose Schweißstromrückleitung) (!Offene Geräteabdeckungen)




Wie wird Brandgefahr vor dem Schweißen verringert? (Brennbare Stoffe aus dem Gefahrenbereich entfernen) (!Karton direkt neben dem Arbeitsplatz lagern) (!Ölige Lappen als Unterlage nutzen) (!Funkenflug unbeachtet lassen)




Welche zusätzliche Gefahr kann Schutzgas in engen Bereichen verursachen? (Sauerstoffverdrängung) (!Erhöhung des Sauerstoffgehalts in jedem Fall) (!Vollständige Beseitigung von Schweißrauch) (!Automatische Kühlung des Werkstücks)




Was gehört zu einer Gefährdungsbeurteilung beim Schweißen? (Tätigkeit Verfahren Werkstoff Umgebung und Schutzmaßnahmen gemeinsam betrachten) (!Nur die Schweißnahtlänge notieren) (!Nur die persönliche Schutzausrüstung prüfen) (!Nur die Stromquelle einschalten)




Welche Aussage zum Lernkurs ist richtig? (Der Kurs ersetzt keine praktische Qualifikation und keine Fachaufsicht) (!Der Kurs berechtigt zum selbstständigen Schweißen) (!Der Kurs ersetzt jede betriebliche Unterweisung) (!Der Kurs ist eine Schweißerprüfung)





Memory

Schweißrauch Gefahrstoffgemisch aus Partikeln und Gasen
Quellenabsaugung Technische Erfassung an der Entstehungsstelle
UV-Strahlung Gefahr für Augen und Haut
Schweißstromrückleitung Teil des elektrischen Stromkreises
Brandlast Brennbarer Stoff im Gefahrenbereich
Fachaufsicht Zuständige Person für sichere Freigabe und Anleitung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schweißrauch Gefahrstoff
Lichtbogenstrahlung Augen und Haut
Absaugung Technische Maßnahme
Sichtschutzwand Schutz für Umstehende
Brandwache Brandschutz






Kreuzworträtsel

Drahtelektrode Welcher abschmelzende Zusatzwerkstoff wird beim MIG MAG Schweißen kontinuierlich zugeführt?
Absaugung Welche technische Maßnahme erfasst Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle?
Strahlung Welche Einwirkung des Lichtbogens gefährdet besonders Augen und Haut?
Schutzgas Welches Prozessmedium schützt das Schmelzbad vor Umgebungsluft?
Brandwache Welche organisatorische Maßnahme kann bei erhöhter Brandgefahr erforderlich sein?
Unterweisung Welche betriebliche Maßnahme vermittelt Beschäftigten sichere Verhaltensregeln?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim MAG-Schweißen wird ein

Schutzgas oder Schutzgasgemisch verwendet. Schweißrauch entsteht unter anderem durch Verdampfen und anschließendes Kondensieren von

. Eine wichtige technische Schutzmaßnahme ist die wirksame

an der Entstehungsstelle. Ultraviolette Strahlung kann besonders die

und die Haut schädigen. Brennbare Stoffe müssen vor dem Schweißen aus dem Gefahrenbereich

werden. In der Gefährdungsbeurteilung ist auch der verwendete

zu berücksichtigen. Praktische Schweißarbeiten im Lernkontext erfolgen nur unter geeigneter

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Gefährdungsfinder: Fotografiere ohne laufenden Schweißprozess einen freigegebenen Ausbildungsarbeitsplatz und markiere auf einer Kopie fünf Schutzmerkmale. Keine personenbezogenen Daten aufnehmen.
  2. Bauteilbild: Beschrifte die Zeichnung eines MIG/MAG-Brenners mit Düse, Kontakthülse, Draht und Schutzgasweg.
  3. Schutzmatrix: Erstelle eine Tabelle mit den fünf Gefährdungen Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brand und ordne je eine Maßnahme zu.
  4. Videoanalyse: Wähle eines der eingebetteten Fachvideos und notiere drei beobachtbare Merkmale wirksamer Rauchkontrolle.


Standard

  1. Ausbildungsfall: Erstelle für Arbeitsplatz B eine Stop-Go-Liste und begründe jede Entscheidung mit einem Satz.
  2. Absaugvergleich: Zeichne zwei Skizzen – günstige und ungünstige Positionierung einer mobilen Erfassung – und erkläre die Rolle der aufsteigenden Rauchfahne.
  3. Interview Arbeitsschutz: Befrage eine Fachkraft im Betrieb, welche Punkte vor Schweißarbeiten kontrolliert werden. Vergleiche die Antworten mit TRGS 528 und BGHM 037.
  4. PSA und Technik: Erstelle ein Schaubild, das technische Maßnahmen von persönlicher Schutzausrüstung trennt und die Rangfolge erklärt.


Schwer

  1. Gefährdungsbeurteilung: Entwirf für einen fiktiven MAG-Ausbildungsarbeitsplatz eine kompakte Gefährdungsbeurteilung mit Tätigkeit, Gefährdungen, Maßnahmen und Wirksamkeitskontrolle.
  2. Beschichtetes Bauteil: Entwickle einen Entscheidungsbaum für den Fall, dass Werkstoff oder Beschichtung unklar sind. Der sichere Endpunkt bei fehlender Information muss „Tätigkeit stoppen und Fachkraft fragen“ sein.
  3. Werkstattkonzept: Plane auf Papier einen Ausbildungsbereich mit Schweißplatz, Abschirmung, Absaugung, sicheren Verkehrswegen und Brandschutz. Begründe die Anordnung.
  4. Transferprojekt: Erstelle ein zweiminütiges Erklärvideo ohne laufenden Schweißprozess, in dem Du das STOP-Prinzip am Ausbildungsfall erklärst. Praktische Demonstrationen am Schweißgerät nur nach Freigabe und unter Fachaufsicht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Risikovergleich: Zwei Schweißplätze haben dieselbe PSA. Nur einer besitzt eine wirksame Quellenabsaugung. Erkläre, warum die Gefährdungsbeurteilung trotzdem zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt.
  2. Fehlerkette: Beschreibe, wie aus einer schlecht positionierten Absaugung, einer offenen Sichtachse und einer Kartonverpackung drei unterschiedliche Gefährdungen entstehen können.
  3. Priorisierung: Begründe, warum das STOP-Prinzip nicht mit der persönlichen Schutzausrüstung beginnt.
  4. Werkstoffwechsel: Ein Übungsauftrag wechselt von unlegiertem auf hochlegierten Stahl. Leite ab, welche Informationen und Schutzmaßnahmen neu geprüft werden müssen.
  5. Wirksamkeitskontrolle: Entwickle drei Fragen, mit denen Du prüfst, ob eine technische Schutzmaßnahme nicht nur vorhanden, sondern auch wirksam ist.
  6. Grenzen des Kurses: Erkläre, warum ein bestandener Online-Lernkurs keine praktische Schweißerqualifikation ersetzt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. die Grundidee von MIG/MAG- und WIG-Schweißen verständlich erklären kannst.
  2. Schweißrauch, optische Strahlung, Hitze, elektrische Gefährdung und Brandgefahr sicher erkennst.
  3. technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen unterscheiden kannst.
  4. die Erfassung von Schweißrauch an der Entstehungsstelle als vorrangige technische Maßnahme begründen kannst.
  5. einen Arbeitsplatz anhand von Verfahren, Werkstoff, Umgebung und Schutzmaßnahmen strukturiert beurteilen kannst.
  6. bei unklaren oder unsicheren Bedingungen die Tätigkeit stoppst und Fachaufsicht einbeziehst.
  7. die Grenzen des Lernkurses kennst und keine praktische Qualifikation daraus ableitest.




OERs zum Thema


Weitere offene Lernressourcen

  1. Wikimedia Commons – Gas metal arc welding: freie Bilder und Zeichnungen zum Verfahren.
  2. BAuA – TRGS 528: frei zugängliche technische Regel für schweißtechnische Arbeiten.
  3. DGUV Information 209-010: frei zugängliche Arbeitsschutzinformation zum Lichtbogenschweißen.


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