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Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Pressverbindungen mechanisch erklären

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Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Pressverbindungen mechanisch erklären

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Einleitung

Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Pressverbindungen mechanisch erklären

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der beruflichen Ausbildung Metalltechnik / Fertigungstechnik. Du vergleichst vier wichtige Verbindungsprinzipien und erklärst anschließend Pressverbindungen über die Kette Übermaß → Kontakt → Fugendruck → Reibung → Kraftübertragung.

Kurzbeschreibung: Im Mittelpunkt stehen Übermaß, Kontakt und Montagebedingungen. Du arbeitest mit Bauteilbildern, technischen Zeichnungen und geprüften Prozessvideos. Die Lerneinheiten sind kurz; Beobachtungs- und Entscheidungsaufgaben stehen im Vordergrund.

Du kannst danach ... Schwerpunkt
Schrauben, Nieten, Kleben und Pressfügen unterscheiden Wirkprinzip
eine Übermaßpassung mechanisch erklären Kontakt und Fugendruck
Montagebedingungen beurteilen Maß, Oberfläche, Ausrichtung, Temperatur
eine Fügeverbindung für einen Ausbildungsfall begründet auswählen Anwendung und Transfer

Sicherheitsgrenze dieses Kurses: Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Freigabe der zuständigen Person und unter der vorgesehenen Aufsicht durchgeführt werden. Herstellerangaben, Betriebsanweisungen und Schutzmaßnahmen haben Vorrang. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.


Ausbildungsfall: Ein kleines Antriebsmodul

In der Ausbildungswerkstatt wird ein kleines Antriebsmodul betrachtet. Vier Stellen müssen verbunden werden:

  1. Schraubverbindung: Eine Schutzabdeckung soll später wieder geöffnet werden können.
  2. Blindniet: Eine dünne Blechlasche ist nur von einer Seite zugänglich.
  3. Kleben: Ein Kennzeichnungsschild soll flächig befestigt werden.
  4. Pressverband: Eine Nabe soll kompakt und spielfrei auf einer Welle sitzen und Drehmoment übertragen.

Leitfrage: Warum braucht der Pressverband kein zusätzliches Verbindungselement zwischen Welle und Nabe?

Deine erste Vermutung: Notiere einen Satz mit den Begriffen Übermaß, Kontakt und Reibung.


Lerneinheit 1: Vier Arten des Fügens vergleichen

Verfahren Was erzeugt den Zusammenhalt? Typisches Merkmal
Schrauben Vorspannung und Klemmkraft; häufig Reibschluss zwischen den verspannten Teilen lösbar, wenn konstruktiv vorgesehen
Nieten plastische Umformung des Niets, Schließkopf und Kontakt der Fügeteile meist nicht zerstörungsfrei lösbar
Kleben Adhäsion an den Oberflächen und Kohäsion in der Klebschicht flächige Kraftübertragung
Pressfügen Übermaß erzeugt Fugendruck; Reibung überträgt Kräfte und Drehmomente sehr genauer Sitz nötig


Schrauben: Vorspannung statt „nur festdrehen“

Beim Anziehen wird die Schraube elastisch gedehnt und die verspannten Teile werden zusammengedrückt. Die dadurch entstehende Vorspannkraft erzeugt Kontaktpressung zwischen den Fügeteilen.

Beobachtungsauftrag: Verfolge im Schnittbild gedanklich den Kraftfluss vom Schraubenkopf über die Fügeteile bis zur Mutter.

Entscheidung: Soll eine Abdeckung regelmäßig geöffnet werden, ist eine Schraubverbindung oft geeigneter als Nieten oder Kleben.


Nieten: Umformen schafft den zweiten Kopf

Beim Blindnieten wird der Nietkörper durch Zug am Nietdorn umgeformt. Ein Schließkopf entsteht auf der nicht zugänglichen Seite; der Dorn reißt an einer vorgesehenen Stelle ab.

Video-Beobachtung – GESIPA, Blindniet-Setzvorgang:

  1. Beobachte, welcher Teil sich sichtbar plastisch verändert.
  2. Suche den Moment, in dem der Schließkopf entsteht.
  3. Entscheide, warum diese Verbindung nach dem Setzen nicht wie eine Schraube gelöst werden kann.

Begründetes Feedback: Richtig ist eine Erklärung über die bleibende Umformung des Nietkörpers. Der Zusammenhalt entsteht nicht durch ein Gewinde, sondern durch die geometrisch erzeugte Klemm- und Formwirkung des gesetzten Niets.


Kleben: Oberfläche und Klebschicht tragen gemeinsam

Eine Klebverbindung überträgt Kräfte über die Klebschicht. Entscheidend sind unter anderem Werkstoffpaarung, Oberflächenzustand, Benetzung, Klebstoff, Geometrie, Aushärtung und Umgebung.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche eine Überlappverbindung mit einer stumpfen Verbindung. Welche Geometrie verteilt die Last über eine größere Fläche?

Entscheidung: Eine sichtbar ölige, verunreinigte Oberfläche ist kein geeigneter Ausgangszustand für eine belastbare Klebung. Welche Vorbehandlung zulässig ist, ergibt sich aus Arbeitsanweisung und Klebstoffdatenblatt.


Lerneinheit 2: Pressverbindungen mechanisch erklären

Eine zylindrische Pressverbindung besteht typischerweise aus Welle und Nabe. Vor dem Fügen ist der wirksame Außendurchmesser der Welle größer als der wirksame Innendurchmesser der Bohrung.

Vereinfacht gilt:

Übermaß Ü = Ist-Durchmesser der Welle − Ist-Durchmesser der Bohrung

Ist Ü positiv, können die Teile nicht ohne zusätzliche Fügeeinwirkung in die Endlage gebracht werden.

Mechanische Wirkungskette:

Übermaß → elastische Verformung der Fügeteile → Fugendruck → Normalkraft im Kontakt → Reibung → Übertragung von Längskraft und/oder Drehmoment

Die Konstruktion eines realen Pressverbandes verlangt mehr als diese vereinfachte Kette. Toleranzen, Werkstoffe, Geometrie, Oberflächen, Belastung und Montageverfahren müssen zusammenpassen.


Kontakt: Was beim Fügen passiert

Beim Fügen werden die Kontaktflächen so weit gegeneinander gebracht, dass sich Welle und Nabe elastisch verformen. Dadurch entsteht ein Fugendruck auf der zylindrischen Kontaktfläche.

Für das Verständnis genügt zunächst:

mehr wirksamer Fugendruck + geeigneter Reibwert + genügend Kontaktfläche = höhere mögliche Reibkraft

Das ist keine Freigabeformel für die Auslegung. Reale Pressverbände werden nach anerkannten Berechnungs- und Gestaltungsregeln ausgelegt, beispielsweise nach DIN 7190-1.


Übermaß mit Toleranzen lesen

Didaktisches Zahlenbeispiel – keine Fertigungsfreigabe:

Bohrung: 20,000 mm bis 20,013 mm Welle: 20,025 mm bis 20,038 mm

Kleinstes mögliches Übermaß: 20,025 mm − 20,013 mm = 0,012 mm

Größtes mögliches Übermaß: 20,038 mm − 20,000 mm = 0,038 mm

Da selbst das kleinste Übermaß positiv ist, liegt in diesem Beispiel immer eine Übermaßsituation vor.

Entscheidungsfrage: Was wäre anders, wenn sich die Toleranzfelder so überlappen, dass je nach Istmaß entweder Spiel oder Übermaß entstehen kann?

Begründetes Feedback: Dann handelt es sich nicht mehr um eine sichere Übermaßpassung, sondern um eine Übergangspassung.


Zeichnungen kritisch lesen

Eine Angabe wie „Press Fit“ ohne Grenzmaße oder eindeutige Passungsangabe reicht für eine fertigungssichere Entscheidung nicht aus.

Beobachtungs- und Entscheidungsauftrag: Welche Information fehlt, wenn nur „Presspassung“ im Plan steht, aber keine Toleranzgrenzen angegeben sind?

Begründetes Feedback: Für eine belastbare Entscheidung müssen die zulässigen Maßbereiche und die funktionalen Anforderungen bekannt sein. Erst damit lassen sich kleinstes und größtes Übermaß sowie die Montagebedingungen beurteilen.


Bauteilbeispiel: Einpressen als reale Konstruktionsidee

Auch außerhalb klassischer Welle-Nabe-Verbindungen werden Bauteile durch definierten Presssitz gehalten. Entscheidend bleibt die Frage: Welche Teile verformen sich, wo entsteht Kontakt und wodurch bleibt die Verbindung in Lage?

Beobachtungsauftrag: Suche am Bauteil die Zone, in der beim Einpressen Kontakt und Reibung entstehen müssen.


Lerneinheit 3: Montagebedingungen entscheiden

Eine Pressverbindung funktioniert nur, wenn Konstruktion, Fertigung und Montage zusammenpassen.

Bedingung Warum sie wichtig ist Prüffrage
Istmaße und Toleranzen bestimmen das tatsächliche Übermaß Liegen Welle und Bohrung innerhalb der Vorgaben?
Oberfläche und Sauberkeit beeinflussen Reibung, Kontakt und Beschädigungsrisiko Sind die Flächen gemäß Vorgabe vorbereitet?
Einführfase und Ausrichtung vermindern Verkanten und lokale Überlastung Sind die Teile koaxial angesetzt?
Montagekraft muss zum gewählten Verfahren passen Ist Kraftweg oder Prozessüberwachung vorgegeben?
Temperatur verändert Durchmesser und kann temporäres Fügespiel erzeugen Sind zulässige Temperaturgrenzen bekannt?
Schmier- oder Hilfsstoff verändert Reibwert und Montagekraft Ist seine Verwendung ausdrücklich vorgesehen?

Wichtig: Ein beliebig verwendeter Schmierstoff kann die Fügekräfte und die spätere Tragfähigkeit beeinflussen. Verwende Hilfsstoffe nur nach freigegebener Arbeitsanweisung.


Längspressverband und thermisches Fügen

Längspressverband: Die Teile werden durch eine axiale Fügebewegung unter Kraft zusammengebracht.

Thermisch unterstütztes Fügen / Querpressverband: Die Nabe kann erwärmt und/oder die Welle gekühlt werden. Dadurch entsteht vorübergehend mehr Fügespiel. Nach dem Temperaturausgleich stellt sich die Pressung ein.

Transfer-Video – SKF Oil Injection Method: Das Video zeigt ein industrielles, kontrolliertes Verfahren für Bauteile mit Übermaßpassung. Es dient hier ausschließlich der Prozessbeobachtung.

Beobachtungsauftrag:

  1. Welche Prozessgröße wird gezielt kontrolliert?
  2. Wie wird die Montage gegenüber einer unkontrollierten Schlagmontage beherrschbarer?
  3. Welche Teile des Verfahrens wären ohne spezielle Ausrüstung, Herstellerdaten und Unterweisung nicht verantwortbar?

Begründetes Feedback: Richtig ist eine Antwort, die kontrollierte Druck- beziehungsweise Fügebedingungen, definierte Ausrüstung und dokumentierte Herstellerangaben nennt. Das Video ist keine Handlungsfreigabe für die Werkstatt.


Lerneinheit 4: Der Ausbildungsfall wird entschieden

Verbindungsstelle Geeignete Grundidee Begründung
Schutzabdeckung Schrauben wieder lösbar; Klemmung durch Vorspannung
einseitig zugängliche Blechlasche Blindnieten Setzen von einer Seite möglich
Kennzeichnungsschild Kleben flächige, dünne Verbindung ohne Bohrung
Nabe auf Welle Pressverband kompakter Reibschluss durch Übermaß und Fugendruck

Entscheidungsregel: Wähle nicht nach Gewohnheit, sondern nach Funktion, Belastung, Lösbarkeit, Werkstoff, Bauraum, Fertigung, Montage und Instandhaltung.


Gestufte Hilfen


Hilfe 1: Drei Fragen

  1. Wo berühren sich die Fügeteile?
  2. Was erzeugt dort eine Normalkraft oder Klemmung?
  3. Wie wird daraus eine übertragbare Kraft?


Hilfe 2: Wirkungskette

Für Pressverbindungen kannst Du fast immer mit dieser Kette argumentieren:

Übermaß → Verformung → Fugendruck → Reibung → Kraftübertragung

Für Schrauben:

Anziehen → Schraubendehnung → Vorspannung → Klemmung → Reibung

Für Kleben:

Oberflächenvorbereitung → Benetzung → Aushärtung → Adhäsion/Kohäsion → flächige Lastübertragung

Für Blindnieten:

Dornzug → Umformung → Schließkopf → Klemmung/Formwirkung → Verbindung


Hilfe 3: Entscheidungssatz

Nutze bei schwierigen Aufgaben dieses Muster:

„Ich wähle …, weil die Verbindung … übertragen muss. Der Zusammenhalt entsteht durch … . Kritisch für die Montage sind … .“


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback


Basis

  1. Übermaß erkennen: Erkläre mit einem Satz, warum eine Welle mit größerem Istmaß als die Bohrung nicht frei eingeschoben werden kann. Begründetes Feedback: Eine gute Antwort nennt das positive Übermaß und die notwendige Verformung beim Fügen.
  2. Fugendruck erklären: Beschreibe, warum nach dem Fügen eine Normalkraft im Kontakt entsteht. Begründetes Feedback: Entscheidend ist die elastische Verformung der Fügeteile; „weil es eng ist“ allein erklärt den Mechanismus noch nicht.


Anwendung

  1. Montagebedingung beurteilen: Eine Welle wird schräg angesetzt und die Presse zeigt früh einen starken Kraftanstieg. Nenne zwei plausible Ursachen. Begründetes Feedback: Plausibel sind Verkanten, fehlende oder falsche Einführfase, Maßabweichung, Verschmutzung oder Oberflächenschaden. Die richtige Reaktion ist keine Erhöhung der Kraft, sondern Prozessstopp nach Arbeitsanweisung und Ursachenprüfung durch die zuständige Person.
  2. Verfahren auswählen: Eine Abdeckung muss monatlich geöffnet werden. Begründe, warum Blindnieten trotz schneller Montage ungünstig sein können. Begründetes Feedback: Das regelmäßige Öffnen widerspricht der typischen nicht zerstörungsfreien Lösbarkeit einer Nietverbindung; eine Schraubverbindung ist funktional meist geeigneter.


Transfer

  1. Pressverband übertragen: Eine Nabe muss wechselndes Drehmoment übertragen. Erkläre, welche Größen Du für eine technische Beurteilung zusätzlich zum Nenndurchmesser benötigst. Begründetes Feedback: Erwartet werden mindestens Toleranzen beziehungsweise Übermaß, Werkstoffe, Fugenlänge, Reibbedingungen, Lasten und Montageverfahren. Für eine reale Auslegung ist eine normgerechte Berechnung nötig.
  2. Hybridverbindung beurteilen: Ein Betrieb erwägt zusätzlich zum Presssitz einen Klebstoff in der Fuge. Welche Fragen müssen vor einer Entscheidung geklärt werden? Begründetes Feedback: Zu prüfen sind Freigabe durch Konstruktion, Materialverträglichkeit, Spalt, Oberflächenvorbereitung, Aushärtung, Temperatur, Demontage und die Änderung der Reib- beziehungsweise Montagebedingungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet eine Übermaßpassung? (Die Welle ist im maßlichen Vergleich größer als die Bohrung) (!Die Bohrung ist immer deutlich größer als die Welle) (!Zwischen Welle und Bohrung bleibt sicher Spiel) (!Die Teile berühren sich nach der Montage nicht)




Wodurch kann ein Pressverband Drehmoment übertragen? (Durch Reibung infolge des Fugendrucks) (!Nur durch ein zusätzliches Gewinde) (!Nur durch einen Nietdorn) (!Durch eine lose Spielpassung)




Was passiert beim Längspressverband? (Die Teile werden axial unter Fügekräften zusammengebracht) (!Die Teile werden ausschließlich verklebt) (!Die Verbindung entsteht nur durch ein Gewinde) (!Die Bohrung wird nach der Montage größer gebohrt)




Welchen Zweck kann eine Temperaturdifferenz beim thermischen Fügen haben? (Sie kann vorübergehend Fügespiel erzeugen) (!Sie beseitigt jede Maßtoleranz) (!Sie macht eine Prüfung der Bauteile unnötig) (!Sie ersetzt jede konstruktive Auslegung)




Was erzeugt bei einer korrekt angezogenen Schraubverbindung die Klemmung? (Die Vorspannung der Schraube) (!Der Bruch des Schraubenschafts) (!Ein dauerhaftes Spiel) (!Das Auflösen des Gewindes)




Was geschieht beim Setzen eines Blindniets? (Der Nietkörper wird plastisch umgeformt und bildet einen Schließkopf) (!Die Fügeteile bleiben vollständig kontaktfrei) (!Der Niet wird nur durch Klebstoff gehalten) (!Die Verbindung entsteht durch ein Innengewinde in beiden Blechen)




Welche Bedingung ist für eine Klebverbindung besonders wichtig? (Ein zur Vorgabe passender sauberer und vorbereiteter Oberflächenzustand) (!Beliebige Ölreste auf der Klebfläche) (!Eine möglichst unbekannte Aushärtezeit) (!Das Weglassen der Werkstoffprüfung)




Warum ist koaxiales Ansetzen beim Pressfügen wichtig? (Es vermindert Verkanten und lokale Überlastung) (!Es vergrößert sicher das Spiel) (!Es ersetzt die Maßprüfung) (!Es macht eine Einführfase grundsätzlich überflüssig)




Wie ist mit Schmier- oder Hilfsstoffen beim Pressfügen umzugehen? (Nur nach freigegebener Vorgabe, weil sie Reibung und Fügekräfte verändern können) (!Immer möglichst viel verwenden) (!Grundsätzlich jeden vorhandenen Werkstattstoff einsetzen) (!Nur nach persönlicher Vorliebe entscheiden)




Wann darf eine praktische Werkstattarbeit aus diesem Kurs ausgeführt werden? (Nur nach Unterweisung Gefährdungsbeurteilung Freigabe und zuständiger Aufsicht) (!Sobald das Quiz bestanden wurde) (!Sobald ein Video angesehen wurde) (!Ohne Betriebsanweisung wenn die Aufgabe einfach wirkt)





Memory

Übermaß Größere Welle als Bohrung im Istmaßvergleich
Fugendruck Normalpressung in der Kontaktfläche
Vorspannung Klemmkraft einer Schraubverbindung
Schließkopf Umgeformtes Ende eines gesetzten Niets
Adhäsion Haftung zwischen Klebstoff und Fügeteil
Einführfase Geometrische Montagehilfe gegen Verkanten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wirkprinzip oder Montageidee
Schrauben Vorspannung und Klemmung
Blindnieten Plastische Umformung des Verbindungselements
Kleben Haftung über eine Klebschicht
Längspressverband Axiales Fügen unter Presskraft
Thermisches Fügen Vorübergehendes Fügespiel durch Temperaturdifferenz






Kreuzworträtsel

Reibung Welche Wirkung überträgt beim Pressverband Kräfte entlang der Kontaktfläche?
Übermaß Wie heißt die positive Differenz aus Wellendurchmesser und Bohrungsdurchmesser?
Vorspannung Welche Kraftwirkung ist für eine geklemmte Schraubverbindung zentral?
Blindniet Welches Nietelement kann von nur einer Seite gesetzt werden?
Adhäsion Wie heißt die Haftung zwischen Klebstoff und Oberfläche?
Fugendruck Wie heißt die Pressung in der Kontaktfläche eines Pressverbandes?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Pressverbindung beginnt mit einem positiven

zwischen Welle und Bohrung. Beim Fügen werden die Bauteile elastisch

. In der Kontaktfläche entsteht dadurch ein

. Zusammen mit dem Reibwert ermöglicht er die Übertragung von

. Bei einer Schraubverbindung erzeugt das Anziehen eine

. Beim Blindnieten entsteht durch Umformung ein

. Bei Klebverbindungen ist ein geeigneter

entscheidend. Praktische Montagearbeiten erfolgen nur nach betrieblicher

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Verbindungsarten fotografisch erkennen: Suche in einer freigegebenen Lernumgebung je ein Beispiel für Schrauben, Nieten, Kleben und Presssitz. Erstelle eine beschriftete Bildsammlung ohne Bauteile zu demontieren.
  2. Kraftfluss skizzieren: Zeichne für eine Schraubverbindung und einen Pressverband je eine vereinfachte Kraftfluss-Skizze.
  3. Video beobachten: Notiere beim GESIPA-Video drei sichtbare Zustandsänderungen des Blindniets.
  4. Begriffe erklären: Formuliere eigene Kurzdefinitionen für Übermaß, Fugendruck, Vorspannung und Adhäsion.


Standard

  1. Passungsfall berechnen: Erstelle selbst ein Zahlenbeispiel mit Grenzmaßen und berechne kleinstes und größtes Übermaß. Kennzeichne es ausdrücklich als Lernbeispiel.
  2. Montagefehler analysieren: Entwickle eine Fehlerkarte zu Verkanten, Verunreinigung, falschem Istmaß und ungeeignetem Hilfsstoff.
  3. Verbindungsverfahren vergleichen: Erstelle eine Entscheidungsmatrix mit Lösbarkeit, Bauraum, Zugänglichkeit, Oberflächenanforderung und Prüfaufwand.
  4. Ausbildungsfall dokumentieren: Begründe für das Antriebsmodul die vier gewählten Fügeverfahren in einem einseitigen Arbeitslernbericht.


Schwer

  1. Pressverband bewerten: Analysiere anhand einer vorgegebenen technischen Zeichnung, welche Angaben für eine belastbare Pressverbandbeurteilung noch fehlen.
  2. Prozessüberwachung entwerfen: Entwickle ein Konzept, welche Größen bei einem automatisierten Einpressprozess aufgezeichnet werden könnten, ohne konkrete Maschine zu bedienen.
  3. Hybridverbindung diskutieren: Vergleiche Presssitz allein mit Presssitz plus freigegebenem Fügeklebstoff hinsichtlich Montage, Demontage, Qualitätssicherung und Ausfallrisiko.
  4. Fachgespräch führen: Führe ein Interview mit einer zuständigen Fachkraft über typische Ursachen fehlerhafter Pressmontage. Keine praktische Arbeit ohne Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und Aufsicht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Wirkprinzip übertragen: Erkläre an einem unbekannten Welle-Nabe-Bild die vollständige Kette vom Übermaß bis zur Drehmomentübertragung.
  2. Fehlerdiagnose: Bei einem Einpressvorgang steigt die Kraft ungewöhnlich früh an. Entwickle eine begründete Prüf-Reihenfolge, ohne die Montage fortzusetzen.
  3. Verfahrenswahl: Für eine Verbindung werden hohe Wiederlösbarkeit, geringe Bauteilbeschädigung und regelmäßige Wartung gefordert. Wähle zwischen Schrauben, Nieten, Kleben und Pressen und begründe die Entscheidung.
  4. Toleranztransfer: Zwei Toleranzbereiche überlappen sich teilweise. Erkläre, warum daraus keine sichere Übermaßpassung folgt.
  5. Prozessvergleich: Vergleiche mechanisches Längspressfügen und thermisch unterstütztes Fügen hinsichtlich Fügekräften, Oberflächenkontakt und Prozesskontrolle.
  6. Sicherheitsentscheidung: Begründe, warum ein Lernvideo niemals Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung oder Arbeitsfreigabe ersetzt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. Schrauben, Nieten, Kleben und Pressfügen nach ihrem Wirkprinzip unterscheiden kannst.
  2. Übermaß aus Ist- oder Grenzmaßen bestimmen und korrekt deuten kannst.
  3. die Wirkungskette Übermaß, Verformung, Fugendruck, Reibung und Kraftübertragung erklären kannst.
  4. Montagebedingungen wie Ausrichtung, Oberflächenzustand, Temperatur und freigegebene Hilfsstoffe begründet beurteilen kannst.
  5. bei unklaren oder abweichenden Prozessbedingungen einen Stopp und eine fachliche Klärung begründen kannst.
  6. eine Verbindungsart für einen neuen Fall anhand technischer Anforderungen auswählen kannst.
  7. fachliche Quellen, Herstellerinformationen und Medienrechte nachvollziehbar dokumentieren kannst.
  8. klar benennen kannst, dass dieser Kurs keine praktische Arbeitsfreigabe erteilt.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Fachliche Prüfung – Stand 05.10.2026:

  1. DIN 8593-3:2003-09: Fertigungsverfahren Fügen – Anpressen, Einpressen; bei DIN Media als aktuell geführt.
  2. DIN 7190-1:2017-02: Berechnungsgrundlagen und Gestaltungsregeln für zylindrische Pressverbände.
  3. Wikipedia: Pressfügen: Überblick zu Längs- und Querpressverbänden.
  4. Wikipedia: Passung: Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassungen.
  5. FVA Workbench Dokumentation: Pressverbände: Hinweise zu wirksamem Übermaß, Oberflächenparametern, Haftbeiwerten und Fügeprozess.
  6. Henkel LOCTITE: Surface Preparation for Adhesive Bonding: fachliche Hinweise zu Reinigung und Oberflächenvorbereitung.
  7. GESIPA: The blind rivet setting process: Herstellerquelle zum gezeigten Blindniet-Setzprozess.

Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien:

  1. Bolted joint.svg – Public Domain.
  2. Blindnieten.JPG – CC BY-SA 3.0.
  3. Blind rivet notches.jpg – Public Domain.
  4. Schematic diagram of a cold bonded lap joint.svg – CC BY-SA 4.0.
  5. Surface treatment procedure.jpg – CC BY-SA 4.0.
  6. Schema piantaggio albero mozzo.jpg – CC BY 3.0.
  7. Montieren assembling.png – CC BY-SA 4.0.
  8. Press-fit tolerances on a waterjet part.png – CC BY-SA 4.0.
  9. 3-pin M8 plug and press-fit socket.jpg – CC BY-SA 4.0.

YouTube-Medien: Die beiden Videos werden nur über den YouTube-Player eingebettet. Sie werden hier nicht als OER ausgegeben oder kopiert. Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern; Verfügbarkeit und Einbettbarkeit können sich ändern.

  1. GESIPA – The blind rivet setting process
  2. SKF – Oil Injection Method für Interference Fits


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