Zum Inhalt springen

Blechbearbeitung und Umformen – Biegeradien und Rückfederung verstehen

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 5. Oktober 2026, 06:35 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Blechbearbeitung und Umformen – Biegeradien und Rückfederung verstehen

QR-Code


Blechbearbeitung und Umformen – Biegeradien und Rückfederung verstehen

Biegeradius und Rückfederung entscheiden mit darüber, ob ein Biegeteil maßhaltig, rissfrei und wirtschaftlich gefertigt werden kann. In diesem aiMOOC arbeitest Du in kurzen Lerneinheiten mit Ablaufanimationen, Werkzeugbildern und einer sicheren Offline-Fertigungssimulation.

Zielgruppe: Ausbildung in der Metalltechnik, besonders Konstruktionsmechanik, Feinwerkmechanik und verwandte Berufe.

Kurzbeschreibung: Werkstoffeinfluss und verfahrensbezogene Grenzen beim Biegeumformen erkennen, Biegeradien beurteilen und Rückfederung begründet kompensieren.

Sicherheitsrahmen: Alle Maschinenabläufe werden zunächst nur anhand von Animationen, Bildern, Zeichnungen und Offline-Simulationen untersucht. Es erfolgt keine automatische Live-Ansteuerung einer realen Maschine, keine Übertragung von Kurswerten als Maschinenparameter und keine Umgehung von Schutzeinrichtungen. Reale Arbeiten dürfen nur nach Unterweisung, betrieblicher Freigabe und unter geeigneter Fachaufsicht erfolgen. Für Jugendliche sind die betrieblichen und gesetzlichen Beschäftigungsbeschränkungen besonders zu beachten.


Einleitung

Beim Umformen bleibt die Masse des Werkstücks im Wesentlichen erhalten, während seine Form gezielt verändert wird. Das Biegen gehört zum Biegeumformen. Beim Biegen wird die Außenseite des Blechs gedehnt, die Innenseite gestaucht. Dazwischen liegt eine Zone mit geringer Längenänderung, die oft als neutrale Faser bezeichnet wird.

Nach der Entlastung verschwindet der elastische Anteil der Verformung teilweise wieder. Das Bauteil öffnet sich: Es federt zurück. Die Rückfederung muss deshalb bei Konstruktion, Werkzeugwahl, Simulation und Qualitätsprüfung berücksichtigt werden.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Biegeradius: Innenradius, Blechdicke und Mindestbiegeradius unterscheiden.
  2. Rückfederung: den elastischen Anteil nach dem Biegen erklären.
  3. Werkstoffkunde: Werkstoffzustand, Festigkeit und Blechdicke als Einflussgrößen einordnen.
  4. Abkantpresse: Stempel, Matrize, Hinteranschlag und Biegezone benennen.
  5. Fertigungssimulation: einen Biegefall offline beurteilen, ohne reale Maschinen anzusteuern.
  6. Arbeitssicherheit: Grenzen erkennen und reale Arbeiten nur unter Fachaufsicht ausführen.


Lerneinheit 1: Was passiert beim Biegen?

Beim Biegen entstehen gleichzeitig elastische und plastische Verformungsanteile. Nur die plastische Verformung bleibt vollständig bestehen. Der elastische Anteil führt nach dem Entlasten zur Rückfederung.

Beobachtungsauftrag zur Animation: Stoppe gedanklich an drei Phasen: Annähern des Werkzeugs, maximale Biegung, Entlastung. Beschreibe, was sich am Winkel nach der Entlastung ändert.

Merksatz: Der Winkel direkt unter Last ist nicht automatisch der Endwinkel des fertigen Bauteils.


Biegezone kurz erklärt

  1. Zugspannung: Auf der Außenseite werden Werkstoffschichten gedehnt.
  2. Druckspannung: Auf der Innenseite werden Werkstoffschichten gestaucht.
  3. Neutrale Faser: Dazwischen liegt eine Schicht mit deutlich geringerer Längenänderung.
  4. Plastizität: Ein Teil der Formänderung bleibt erhalten.
  5. Elastizität: Ein Teil der Formänderung bildet sich nach Entlastung zurück.


Lerneinheit 2: Biegeradius verstehen

Der Biegeradius ist beim Blechbiegen meist der Innenradius der Biegung. Ein Mindestbiegeradius ist kein universeller Festwert. Er hängt unter anderem von Werkstoff, Werkstoffzustand, Blechdicke, Walzrichtung, Kantenqualität, Biegeverfahren und Werkzeuggeometrie ab.

Wird zu eng gebogen, steigt die Dehnung an der Außenseite. Dadurch können Oberflächenschäden oder Risse entstehen. Deshalb gilt: Werkstoffdatenblatt, Werkzeugtabellen und betriebliche Vorgaben gehen vor Faustregeln.


Verfahrensbezogene Grenzen

Einfluss Mögliche Grenze Sichere Lernentscheidung
Zu kleiner Innenradius erhöhte Dehnung, Rissgefahr Mindestbiegeradius aus freigegebenen Daten prüfen
Zu kurze Schenkellänge Werkstück liegt nicht sicher an der Matrize Mindestflanschlänge aus Werkzeugdaten prüfen
Unpassende V-Öffnung anderer Radius, andere Kraft, andere Bauteilwirkung nur freigegebene Werkzeugkombination simulieren
Hohe Festigkeit größere Kräfte und häufig stärkere Rückfederung Werkstoff neu bewerten, nicht alte Werte kopieren
Ungeeignete Biegefolge Kollision oder fehlende Zugänglichkeit Reihenfolge zuerst offline simulieren


Lerneinheit 3: Rückfederung verstehen

Rückfederung entsteht, weil sich der elastische Anteil der Biegeverformung nach dem Entlasten zurückbildet. Das Bauteil öffnet sich gegenüber dem Zustand unter Last.

Tendenziell nimmt die Rückfederung bei höherer Streckgrenze und ungünstigen Geometrieverhältnissen zu. Die tatsächliche Größe hängt jedoch stark vom Werkstoff, der Blechdicke, dem Biegeradius, dem Werkzeug, der V-Öffnung und dem Verfahren ab.

Typische Gegenmaßnahmen sind kontrolliertes Überbiegen, geeignete Werkzeug- und Verfahrenswahl sowie Winkelmessung oder adaptive Korrektur. Welche Maßnahme zulässig ist, bestimmt der freigegebene Fertigungsprozess.

Beobachtungsauftrag zum Video: Achte nur auf Prozessschritte, Werkzeugwechsel, Positionierung und Qualitätsunterstützung. Leite daraus keine Maschinenparameter ab und übertrage keine Einstellungen auf reale Anlagen.


Werkstoffeinfluss im Vergleich

Werkstoffsituation Erwartung beim Biegen Was Du prüfen musst
weicher, gut umformbarer Stahl meist günstige Biegbarkeit Datenblatt, Dicke, Radius, Walzrichtung
höherfester Stahl höhere Beanspruchung, oft stärkere Rückfederung Mindestbiegeradius, Kraftbedarf, Werkzeugfreigabe
Aluminiumlegierung stark vom Legierungs- und Lieferzustand abhängig zulässiger Radius und Rissgefahr im Datenblatt
kaltverfestigter Zustand veränderte Biegbarkeit und Rückfederung möglich Werkstoffzustand eindeutig identifizieren


Lerneinheit 4: Werkzeug und Verfahren

Beim Freibiegen berührt das Blech Stempel und Matrize, ohne vollständig in eine feste Endkontur gepresst zu werden. Der resultierende Radius entsteht aus dem Zusammenspiel von Werkstoff, Dicke, Werkzeug und V-Öffnung. Beim formgebundeneren Biegen kann die Werkzeugkontur den Endzustand stärker bestimmen, dafür steigen häufig Kraft- und Werkzeuganforderungen.

Arbeitsauftrag: Benenne am Schema Stempel, Matrize, Werkstück und Hinteranschlag. Notiere anschließend zwei Gründe, warum ein Video einer realen Maschine keine betriebliche Unterweisung ersetzt.


Biegezugabe und Abwicklung

Für die Blechabwicklung reicht es nicht, nur Außenmaße zu addieren. Blechdicke, Innenradius und die Lage der neutralen Faser beeinflussen die gestreckte Länge. In der Praxis werden dafür freigegebene Berechnungsmodelle, K-Faktoren oder betrieblich ermittelte Biegeverkürzungen verwendet.

Wichtig: Ein K-Faktor oder eine Biegeverkürzung ist nicht automatisch auf andere Werkstoffe, Dicken, Werkzeuge oder Verfahren übertragbar.


Ausbildungsfall: Haltewinkel für ein Schutzgehäuse

Du erhältst den Auftrag, einen einfachen Haltewinkel für ein Schutzgehäuse zu planen. Ausgangspunkt ist ein flacher Blechzuschnitt aus einem im Betrieb freigegebenen Stahlblech. Das Bauteil benötigt eine 90°-Biegung. Danach meldet die Konstruktion eine Werkstoffänderung auf einen höherfesten Stahl gleicher Nenndicke.

Dein Ziel: Entscheide, welche Angaben neu geprüft werden müssen, bevor der Auftrag überhaupt für eine reale Maschine freigegeben werden kann.


Sicherer Simulationsauftrag

  1. Zeichnung lesen: Markiere Sollwinkel, Innenradius, Schenkellängen, Blechdicke und Werkstoff.
  2. Werkstoff prüfen: Suche in den bereitgestellten betrieblichen Daten nach zulässigem Mindestbiegeradius und Werkstoffzustand.
  3. Werkzeug prüfen: Wähle in einer Offline-Trainingsbibliothek nur eine freigegebene Stempel-Matrizen-Kombination.
  4. Biegefolge simulieren: Prüfe Kollision, Auflage, Schenkellänge und Zugänglichkeit ausschließlich in der Simulation.
  5. Rückfederung bewerten: Vergleiche die Werkstoffvarianten qualitativ und notiere, welche Variante eher eine zusätzliche Winkelkorrektur erwarten lässt.
  6. Freigabepunkt setzen: Stoppe vor jeder realen Ausführung. Dokumentiere, welche Fachkraft die Werkzeug-, Schutz- und Maschinenfreigabe erteilen muss.

Nicht Teil des Lernauftrags: NC-Daten an eine Maschine senden, reale Achsen bewegen, Schutzfunktionen verändern, Sicherheitseinrichtungen überbrücken oder Testhübe ohne betriebliche Freigabe ausführen.


Simulationskarte: qualitative Vorhersage

Variante Änderung Erwartete Auswirkung
A Referenzwerkstoff aus freigegebenem Ausbildungsdatensatz Ausgangspunkt für Radius und Rückfederung
B höhere Streckgrenze bei gleicher Nenndicke Rückfederung tendenziell größer; Radius und Werkzeug neu prüfen
C kleinerer gewünschter Innenradius Außendehnung steigt; Rissrisiko und Mindestbiegeradius prüfen
D andere V-Öffnung Radius, Kraft und Winkelverhalten können sich ändern


Gestufte Hilfen


Hilfe 1: Orientierung

Frage zuerst: Was wurde geändert? Werkstoff, Dicke, Radius, Werkzeug, V-Öffnung oder Biegefolge? Jede Änderung kann die bisherige Prozessfreigabe ungültig machen.


Hilfe 2: Zusammenhang

Bei höherer Streckgrenze bleibt nach der Entlastung häufig ein größerer elastischer Rückstellanteil sichtbar. Gleichzeitig kann die zulässige Biegbarkeit enger begrenzt sein. Deshalb reicht es nicht, nur den Winkel zu korrigieren.


Hilfe 3: Entscheidungsraster

Eine belastbare Entscheidung enthält immer drei Ebenen: Bauteil mit Sollgeometrie, Werkstoff mit freigegebenen Kennwerten und Prozess mit zugelassenem Werkzeug sowie Schutzkonzept.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basisaufgabe

Auftrag: Erkläre in drei Sätzen den Unterschied zwischen plastischer Verformung, elastischem Anteil und Rückfederung.

Begründetes Feedback: Deine Antwort ist fachlich stimmig, wenn Du erklärst, dass die plastische Formänderung bestehen bleibt, während sich der elastische Anteil nach Entlastung teilweise zurückbildet und dadurch der Endwinkel vom Winkel unter Last abweichen kann.


Anwendungsaufgabe

Auftrag: Beim Ausbildungsfall wird nur der Werkstoff auf einen höherfesten Stahl geändert. Nenne mindestens vier Angaben, die vor einer Freigabe neu geprüft werden müssen.

Begründetes Feedback: Eine tragfähige Lösung nennt mindestens Mindestbiegeradius, erwartete Rückfederung, Werkzeug- beziehungsweise V-Öffnungsfreigabe und Kraft- beziehungsweise Maschinenfreigabe. Zusätzlich sind Biegefolge, Kollisionen und Qualitätsprüfung sinnvoll. Einfach die alten Werte zu übernehmen wäre nicht ausreichend, weil Werkstoffeigenschaften direkt in das Biegeverhalten eingreifen.


Transferaufgabe

Auftrag: Entwickle eine Entscheidungsregel für den Betrieb: Wann darf ein vorhandener Biegeprozess nach einer Zeichnungs- oder Werkstoffänderung unverändert weiterverwendet werden und wann ist eine neue Freigabe nötig?

Begründetes Feedback: Eine gute Regel verlangt eine dokumentierte Gleichheit aller prozessrelevanten Merkmale oder eine formale Neubewertung. Sobald Werkstoff, Zustand, Dicke, Radius, Werkzeug, V-Öffnung, Biegefolge oder Sicherheitsbedingungen abweichen, darf nicht stillschweigend von gleicher Prozessfähigkeit ausgegangen werden.


Medien- und Quellencheck

Die folgenden Medien wurden vor Einbau auf konkrete Existenz und Rechteangabe geprüft. Commons-Dateien sind frei lizenziert oder gemeinfrei. YouTube-Videos werden nur über den offiziellen Player eingebettet; daraus wird keine freie Lizenz abgeleitet.

Medium Quelle Rechtehinweis
Biegeanimation 3D.gif Wikimedia Commons Public Domain
Biegeanimation 2D.gif Wikimedia Commons Public Domain
Press brake schematic.svg Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Bystronic Bending.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5
Sheet bending machine.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Bend allowance.svg Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 oder GFDL
Bend deduction.svg Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 oder GFDL
Metalink press brake.png Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Automatic tool changer for press brake.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
CNC Press Brake.ogv Wikimedia Commons CC0 1.0
ISO 7010 W030 PD.svg Wikimedia Commons CC0 1.0
TRUMPF TruBend 7000 offizieller TRUMPFtube-Kanal YouTube-Embed, Rechte beim Rechteinhaber
Bystronic Xpert Pro offizieller Bystronic-Kanal YouTube-Embed, Rechte beim Rechteinhaber


Fachlich geprüfte Quellen

  1. DGUV Information 209-019: Sicherheit bei der Blechbearbeitung: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bei der Blechbearbeitung und beim Biegen.
  2. DGUV Information 209-008: Einrichten von Pressen: sicherheitsgerechtes Einrichten und Betreiben von Pressen.
  3. BGHM: Arbeiten an Gesenkbiegepressen: kompakte betriebliche Sicherheitshinweise.
  4. TRUMPF: Biegen: Verfahrensbeschreibung zum Biegen und zur Rückfederung.
  5. SSAB: Abkantpresse: Zusammenhang von Biegbarkeit, Mindestbiegeradius, Streckgrenze und Rückfederung.
  6. Wikipedia: Biegen und Wikipedia: Blechumformung: fachliche Einordnung des Biegeumformens.
  7. Wikipedia: Rückfederungskompensation: Prinzip des Ausgleichs der elastischen Rückfederung.

Stand der Quellenprüfung: 05.10.2026. Betriebsanweisungen, Herstellerunterlagen und aktuelle betriebliche Freigaben haben bei realer Fertigung Vorrang.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt die Rückfederung beim Biegen? (Die teilweise elastische Rückstellung nach der Entlastung) (!Das vollständige Schmelzen der Biegezone) (!Das Abscheren des Blechs an der Matrize) (!Das automatische Nachstellen des Hinteranschlags)




Welche Seite eines gebogenen Blechs wird typischerweise gedehnt? (Die Außenseite der Biegung) (!Die neutrale Faser ausschließlich) (!Die gesamte Blechdicke gleich stark) (!Nur die Schnittkante)




Warum ist ein Mindestbiegeradius wichtig? (Er begrenzt die Dehnung und hilft Risse zu vermeiden) (!Er bestimmt ausschließlich die Farbe des Blechs) (!Er ersetzt jede Werkstoffprüfung) (!Er macht eine Matrize überflüssig)




Welche Größe beeinflusst die Rückfederung wesentlich? (Die Werkstoffeigenschaften) (!Die Schriftart der Zeichnung) (!Die Farbe der Maschine) (!Die Verpackung des Blechs)




Was ist beim Werkstoffwechsel besonders wichtig? (Die Biegeparameter und Freigaben neu zu prüfen) (!Alle bisherigen Werte unverändert zu übernehmen) (!Die Schutzfunktionen für den Versuch auszuschalten) (!Nur die Stückzahl zu ändern)




Was ist die sichere erste Stufe eines neuen Biegeablaufs im Kurs? (Eine Offline-Simulation) (!Eine automatische Live-Ansteuerung) (!Ein Testhub ohne Unterweisung) (!Das Überbrücken einer Schutzeinrichtung)




Welche Aufgabe hat die Matrize beim Abkanten? (Sie bildet das Unterwerkzeug und stützt das Blech während des Biegens) (!Sie misst ausschließlich die Raumtemperatur) (!Sie ersetzt den Werkstoffnachweis) (!Sie schaltet die persönliche Schutzausrüstung ein)




Warum kann eine andere V-Öffnung das Ergebnis verändern? (Sie beeinflusst Radius, Kraft und Biegeverhalten) (!Sie verändert nur die Bauteilfarbe) (!Sie hat grundsätzlich keinen Einfluss) (!Sie ersetzt die Zeichnung)




Welche Aussage zur realen Arbeit an einer Abkantpresse ist richtig? (Sie erfolgt nur nach Unterweisung, Freigabe und unter geeigneter Fachaufsicht) (!Sie darf nach einem Onlinevideo ohne weitere Prüfung begonnen werden) (!Schutzeinrichtungen dürfen für bessere Sicht umgangen werden) (!Kurswerte dürfen direkt als Maschinenparameter übernommen werden)




Was gehört zu einer belastbaren Biegeentscheidung? (Bauteil, Werkstoff und Prozess gemeinsam bewerten) (!Nur den Sollwinkel betrachten) (!Nur die Stückzahl betrachten) (!Nur die Maschinenfarbe betrachten)





Memory

Rückfederung elastische Rückstellung nach Entlastung
Mindestbiegeradius kleinster freigegebener Innenradius
Stempel Oberwerkzeug der Abkantung
Matrize Unterwerkzeug mit Biegeöffnung
Neutrale Faser Schicht mit geringer Längenänderung
Überbiegen gezielte Winkelkompensation





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
höhere Streckgrenze stärkere Rückfederung tendenziell möglich
kleinerer Innenradius höhere Außendehnung
andere V-Öffnung verändertes Radius- und Kraftverhalten
Offline-Simulation sichere erste Prozessprüfung
betriebliche Freigabe Voraussetzung vor realer Ausführung





Kreuzworträtsel

Rückfederung Wie heißt die elastische Rückstellung nach dem Entlasten?
Matrize Wie heißt das Unterwerkzeug beim Abkanten?
Stempel Wie heißt das Oberwerkzeug beim Abkanten?
Streckgrenze Welche Werkstoffkenngröße beeinflusst die Rückfederung wesentlich?
Neutralfaser Wie nennt man vereinfacht die Schicht mit geringer Längenänderung?
Überbiegen Wie heißt eine typische Methode zur Winkelkompensation?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Biegen wird die Außenseite des Blechs auf

beansprucht.
Auf der Innenseite wirkt überwiegend

.
Nach der Entlastung kann sich der Winkel durch

verändern.
Ein zu kleiner Innenradius kann die Gefahr von

erhöhen.
Der zulässige Mindestbiegeradius hängt vom

ab.
Eine andere V-Öffnung kann das

verändern.
Neue Abläufe werden zuerst in einer

geprüft.
Reale Arbeiten benötigen eine betriebliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Biegezone: Zeichne eine 90°-Biegung und markiere Zugseite, Druckseite und neutrale Faser.
  2. Medienanalyse: Vergleiche die 2D- und 3D-Biegeanimation und notiere drei sichtbare Prozessphasen.
  3. Werkzeugkunde: Beschrifte auf einem Ausdruck des Pressen-Schemas Stempel, Matrize, Blech und Hinteranschlag.
  4. Sicherheitscheck: Formuliere fünf Stop-Kriterien, bei denen eine reale Ausführung ohne Fachaufsicht nicht beginnen darf.


Standard

  1. Werkstoffvergleich: Vergleiche für zwei bereitgestellte Werkstoffdatenblätter Mindestbiegeradius und Festigkeitskennwerte.
  2. Rückfederungsprotokoll: Erstelle eine Tabelle, in der Du Sollwinkel, simulierten Winkel unter Last und erwarteten Endwinkel unterscheidest.
  3. Biegefolge: Entwickle für ein U-Profil zwei mögliche Biegefolgen und bewerte sie in einer Offline-Simulation auf Kollisionen.
  4. Qualitätsprüfung: Entwirf einen Prüfplan für Winkel, Radius, Schenkellänge und sichtbare Risse.


Schwer

  1. Prozessfreigabe: Entwickle ein Freigabeformular für Werkstoff-, Werkzeug- und Zeichnungsänderungen beim Abkanten.
  2. Fehleranalyse: Analysiere einen simulierten Fall mit zu großem Endwinkel und begründe mindestens drei mögliche Ursachen.
  3. Transferprojekt: Plane einen Werkstoffwechsel von einem weichen auf einen höherfesten Stahl, ohne reale Maschinenparameter festzulegen.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo, das Biegeradius und Rückfederung erklärt und den Sicherheitsrahmen ausdrücklich nennt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Werkstoffwechsel: Begründe, warum eine unveränderte Biegefolge trotz gleicher Blechdicke nach einem Werkstoffwechsel problematisch sein kann.
  2. Entscheidung Biegeradius: Beurteile einen Konstruktionswunsch mit sehr kleinem Innenradius und beschreibe, welche Informationen Du vor einer Freigabe benötigst.
  3. Prozessvergleich: Vergleiche Freibiegen und stärker formgebundenes Biegen hinsichtlich Flexibilität, Rückfederung und Prozessgrenzen.
  4. Fehlerursache: Ein Bauteil öffnet sich nach dem Biegen stärker als erwartet. Entwickle eine Ursachenanalyse, ohne sofort einen Maschinenwert zu verändern.
  5. Simulation zu Realität: Erkläre, welche zusätzlichen Prüfungen zwischen einer erfolgreichen Offline-Simulation und einer realen Fertigungsfreigabe liegen.
  6. Sicherheitsbewertung: Bewerte die Aussage: Ein funktionierendes NC-Programm reicht als Nachweis für einen sicheren Fertigungsprozess. Begründe Deine Entscheidung.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. den Zusammenhang von elastischer und plastischer Verformung erklären kannst.
  2. Biegeradius, Mindestbiegeradius und Blechdicke sicher unterscheidest.
  3. Werkstoffeinflüsse auf Biegbarkeit und Rückfederung fachlich begründest.
  4. Werkzeug, V-Öffnung und Biegefolge als Prozessgrößen einordnest.
  5. eine Offline-Simulation auswertest, ohne daraus ungeprüft reale Maschinenwerte abzuleiten.
  6. bei Änderungen eine dokumentierte Prozess- und Sicherheitsfreigabe einforderst.
  7. Qualitätsmerkmale wie Winkel, Radius, Schenkellänge und Rissfreiheit in einem Prüfplan berücksichtigst.




OERs zum Thema

Weitere freie Grundlagen: Blechumformung, Umformen, Blechabwicklung, Rückfederungskompensation, Elastizität, Plastizität.



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...