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Bohren Senken Reiben und Gewinde – Reiben als Feinbearbeitung verstehen

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Bohren Senken Reiben und Gewinde – Reiben als Feinbearbeitung verstehen

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Bohren Senken Reiben und Gewinde – Reiben als Feinbearbeitung verstehen


Einleitung

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik. Du lernst Reiben als Feinbearbeitung im Zusammenhang mit Bohren, Senken und Gewindeherstellung kennen. Im Mittelpunkt stehen Aufmaß, Führung, Maß- und Formgenauigkeit sowie erreichbare Oberflächen.

Sicherheitsrahmen: Dieser Kurs vermittelt Fachwissen und ermöglicht sichere Papier-, Bild- und Digitalsimulationen. Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Freigabe und unter zuständiger Aufsicht erfolgen. Der Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe und ersetzt weder Betriebsanweisung noch Herstellerangaben.

Die Übersicht zeigt verschiedene Werkzeuge für die Bohrungsbearbeitung: Spiralbohrer, Reibahlen, Senker und Gewindebohrer. Sie hilft Dir, den Platz des Reibens in einer Bearbeitungsfolge einzuordnen.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du den Zweck des Reibens erklären, ein geeignetes Reibaufmaß aus geprüften Herstellerangaben ableiten, die Bedeutung der Führung beschreiben, erreichbare Oberflächen fachlich einordnen und typische Fehlerbilder in einer sicheren Fertigungssimulation analysieren.


Lerneinheit 1: Wo liegt das Reiben im Fertigungsablauf?

Nach DIN 8589-2 gehört Reiben zum Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide. Eine vorhandene Bohrung wird mit geringer Spanungsdicke fertigbearbeitet. Typische Ziele sind eine hohe Maßgenauigkeit, gute Formgenauigkeit und eine verbesserte Oberflächengüte.

Merksatz: Die Reibahle erzeugt normalerweise nicht erst die Lage der Bohrung. Sie folgt der vorhandenen Vorbohrung. Eine deutlich falsch liegende oder schief verlaufende Bohrung wird durch normales Reiben nicht zuverlässig korrigiert.

Bildauftrag: Suche am Werkzeug Schaft, Spannuten, Schneidenteil und den Bereich, der die Reibahle in der Bohrung führt.

Beobachtungsauftrag: Notiere beim Video nur drei Dinge: Wo findet der eigentliche Schnitt statt? Welche Bauteile führen das Werkzeug? Welche Qualitätsmerkmale werden als Ziel genannt?


Lerneinheit 2: Aufmaß verstehen

Das Reibaufmaß ist die Durchmesserdifferenz zwischen der vorbearbeiteten Bohrung und dem späteren Reibdurchmesser. Es muss groß genug sein, damit die Schneiden sicher schneiden, darf aber nicht so groß sein, dass die Reibahle überlastet wird.

Für die konkrete Auslegung gelten immer die Daten des Werkzeugherstellers, der Werkstoff, der Durchmesser, die Bohrungsart und der Maschinenzustand. Gühring nennt für konventionelle Reibanwendungen je nach Durchmesser und Werkstoff typische Untermaße im Bereich weniger Zehntelmillimeter.

Ausbildungsbeispiel, nur Simulation: Für eine geplante Bohrung Ø 10 H7 kann eine Herstellertabelle für den betrachteten Fall ein Durchmesser-Untermaß von 0,20 mm vorgeben. Dann wird in der Prozessplanung mit einer Vorbohrung von Ø 9,80 mm gerechnet. Vor einer realen Bearbeitung muss dieser Wert mit dem tatsächlich eingesetzten Werkzeugdatenblatt abgeglichen werden.

Planungsgröße Ausbildungsfall
Endmaß Ø 10 H7
angenommenes Reibaufmaß im Durchmesser 0,20 mm
simuliertes Vorbearbeitungsmaß Ø 9,80 mm
Qualitätsziel maßhaltige Passbohrung mit definierter Oberflächenanforderung


Kurzsimulation: Passt das Aufmaß?

Arbeitsauftrag: Du erhältst drei Prozesskarten für dieselbe Zielbohrung Ø 10 H7: Vorbohrung Ø 9,80 mm, Ø 9,98 mm und Ø 9,40 mm. Markiere auf Papier, welche Karte zum oben genannten Herstellerbeispiel passt. Begründe zusätzlich, warum die beiden anderen Werte verdächtig sind.

Hilfe 1: Vergleiche jeweils die Durchmesserdifferenz zum Endmaß.

Hilfe 2: Gesucht ist im Beispiel eine Differenz von 0,20 mm.

Hilfe 3: Prüfe nicht nur „kleiner als 10“, sondern ob genügend, aber nicht übermäßig viel Material zum Schneiden vorhanden ist.

Begründetes Feedback: Ø 9,80 mm passt zur angenommenen Vorgabe von 0,20 mm. Ø 9,98 mm lässt nur 0,02 mm Aufmaß und kann zu unzureichender Spanbildung oder Reiben statt Schneiden führen. Ø 9,40 mm bedeutet 0,60 mm Aufmaß und liegt deutlich außerhalb des gewählten Beispiels; eine reale Entscheidung wäre ohne Werkzeugdatenblatt unzulässig.


Lerneinheit 3: Führung verstehen

Die Schneiden der Reibahle übernehmen nicht alle dieselbe Aufgabe. Der Anschnitt leistet einen wesentlichen Teil der Spanarbeit. Führungs- beziehungsweise Rundschlifffasen am zylindrischen Schneidenteil stabilisieren das Werkzeug in der Bohrung und glätten die Wand.

Maschinenreibahlen besitzen meist einen kürzeren Anschnitt als Handreibahlen, weil die Maschinenführung einen Teil der Ausrichtung übernimmt. Handreibahlen benötigen einen längeren Anschnitt zur Führung beim manuellen Arbeiten.

Vergleichsauftrag: Formuliere in einem Satz, warum ein langer Anschnitt einer Handreibahle didaktisch gut zum Begriff „Führung“ passt.


Führung ist nicht Lagekorrektur

Eine wichtige Unterscheidung für die Ausbildung lautet:

Merkmal Was Reiben gut kann Was Reiben nicht zuverlässig ersetzt
Durchmesser auf Zielmaß feinbearbeiten starkes Aufbohren
Rundheit und Form häufig verbessern grobe Vorbearbeitungsfehler vollständig beseitigen
Oberfläche deutlich verbessern Schleifen oder Honen bei noch höheren Anforderungen pauschal ersetzen
Lage vorhandener Bohrung folgen Lagefehler einer falsch gesetzten Bohrung sicher korrigieren


Lerneinheit 4: Oberfläche und Qualität

Reiben wird eingesetzt, wenn eine gebohrte Oberfläche nicht fein genug oder die Bohrung nicht maßhaltig genug ist. Als grobe Orientierung werden für Reiben häufig Rz-Werte im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Mikrometerbereich genannt. Herstellerangaben zeigen, dass erreichbare Werte stark von Werkstoff, Reibahlentyp, Beschichtung, Kühlschmierung, Rundlauf und Prozessstabilität abhängen.

Für diesen Kurs gilt deshalb: Rauheitswerte sind keine pauschale Garantie. Ein Ziel wie Rz 6,3 µm ist eine Planungsanforderung, die durch Werkzeugauswahl, Prozess und Prüfung abgesichert werden muss.

Bildauftrag: Erkläre den Unterschied zwischen Formabweichung, Welligkeit und Rauheit. Ordne „Rattermarken“ zunächst als Verdachtsmerkmal ein und begründe, warum für eine sichere Diagnose zusätzliche Informationen nötig sind.


Qualitätskette statt Einzelwert

Eine gute Reibbohrung entsteht aus einer Kette: geeignete Vorbohrung, passendes Aufmaß, korrekt ausgewählte Reibahle, ausreichende Führung, geringe Rundlauffehler, geeignete Prozessdaten, passende Kühlschmierung und anschließende Prüfung.

Simulationsauftrag: Nutze das Video zur Werkzeugauswahl nur als digitale Lernsimulation. Übertrage keine Schnittdaten ungeprüft auf eine reale Maschine. Notiere, welche Eingaben ein digitales Auswahlwerkzeug benötigt, bevor es eine Empfehlung geben kann.


Lerneinheit 5: Bohren, Senken, Reiben und Gewinde unterscheiden

Bohren erzeugt oder erweitert eine Bohrung. Senken bearbeitet den Bohrungseingang oder erzeugt eine definierte Senkung. Reiben ist die Feinbearbeitung einer vorhandenen Bohrung. Gewindebohren erzeugt ein Innengewinde.

Arbeitsauftrag: Ordne zu einer Zeichnung mit Passbohrung, Senkung und Innengewinde jeweils das passende Werkzeug. Begründe, warum eine Reibahle keinen Gewindebohrer ersetzt.


Lerneinheit 6: Der konkrete Ausbildungsfall

Du arbeitest in einer simulierten Ausbildungsfertigung. Eine Positionierplatte aus Stahl soll zwei Passbohrungen Ø 10 H7 erhalten. Die technische Zeichnung fordert zusätzlich eine definierte Oberflächenqualität. Die Vorbearbeitung ist bereits lagegerecht geplant.

Dein Auftrag ist ausschließlich eine Prozesssimulation: Erstelle eine Arbeitsfolge auf Papier oder in einer Lernsoftware. Lege fest, welche Informationen vor dem Reiben geprüft werden müssen. Bestimme anhand der bereitgestellten Herstellertabelle ein plausibles Aufmaß. Plane anschließend die Qualitätsprüfung. Ein Maschinenstart ist nicht Teil der Aufgabe.

Prüffrage Deine Entscheidung
Ist die Bohrung bereits lagegerecht? aus Zeichnung und Vorbearbeitungsprotokoll prüfen
Welche Reibahle ist vorgesehen? Werkzeugtyp und Datenblatt abgleichen
Welches Aufmaß ist zulässig? nur aus Werkzeug- und Werkstoffdaten ableiten
Welche Oberflächenanforderung gilt? Zeichnung lesen und Prüfmittel festlegen
Wie wird Maßhaltigkeit geprüft? geeignetes Mess- oder Lehrmittel auswählen


Sichere Fertigungssimulation A: Ablaufkarten

Sortiere diese Vorgänge zu einer sinnvollen Prozessplanung: Zeichnung prüfen, Vorbearbeitung beurteilen, Werkzeugdaten prüfen, Aufmaß festlegen, Reibprozess simulieren, Maß und Oberfläche bewerten.

Konkreter Arbeitsauftrag: Lege für jeden Schritt ein Kärtchen an. Schreibe auf die Rückseite, welches Dokument oder welche Information Du dafür benötigst.

Begründetes Feedback: Eine sichere Planung beginnt nicht mit der Maschine, sondern mit Zeichnung und Vorbearbeitung. Erst danach kann das Werkzeugdatenblatt sinnvoll ausgewertet werden. Prüfung gehört als geplanter Teil zum Prozess und nicht als nachträgliche Überraschung.


Sichere Fertigungssimulation B: Fehlerdiagnose

In der Simulation ist eine geriebene Bohrung zu groß und zeigt Rattermarken. Du darfst keine Maschine bedienen.

Arbeitsauftrag: Erstelle eine Ursachenmatrix mit den Kategorien Werkzeug, Aufnahme/Rundlauf, Vorbohrung, Aufmaß, Prozessdaten, Kühlschmierung und Werkstückspannung. Markiere, welche Informationen Du messen oder dokumentieren würdest, bevor Du eine Ursache behauptest.

Hilfe 1: Beginne mit prüfbaren Fakten statt mit Vermutungen.

Hilfe 2: Eine zu große Bohrung kann mehrere Ursachen haben; Rundlauf und Werkzeugzustand sind typische Prüffelder.

Hilfe 3: Rattermarken deuten auf Instabilität hin, beweisen aber noch nicht, welches Bauteil die Instabilität verursacht.

Begründetes Feedback: Eine gute Diagnose nennt nicht sofort eine einzige Ursache. Sie prüft systematisch Werkzeug, Aufnahme, Werkstück und Prozess. So vermeidest Du gefährliches „Nachstellen auf Verdacht“.


Sichere Fertigungssimulation C: Oberflächenvergleich

Du erhältst drei vergrößerte Oberflächenbilder oder Profilkurven mit unterschiedlicher Rauheit.

Arbeitsauftrag: Ordne die Profile von „glatter“ zu „rauer“. Erkläre anschließend, warum eine optische Beurteilung allein keinen normgerechten Rauheitsmesswert ersetzt.

Begründetes Feedback: Sicht- oder Bildvergleich kann Trends zeigen. Ein belastbarer Ra- oder Rz-Wert erfordert ein geeignetes Messverfahren und definierte Messbedingungen.


Kompetenzstufen mit begründetem Feedback


Basisaufgabe

Aufgabe: Erkläre in höchstens drei Sätzen, weshalb Reiben nach dem Bohren eingesetzt wird.

Hilfe 1: Denke an Maß, Form und Oberfläche.

Hilfe 2: Die Bohrung ist schon vorhanden.

Feedback: Eine fachlich gute Antwort nennt Reiben als Feinbearbeitung einer vorgefertigten Bohrung und verbindet es mit Maßgenauigkeit, Formgenauigkeit und Oberflächengüte. Nur „das Loch wird größer“ ist zu ungenau.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Für den Ausbildungsfall Ø 10 H7 gibt eine geprüfte Herstellertabelle 0,20 mm Durchmesser-Aufmaß vor. Berechne das Vorbearbeitungsmaß und erkläre, welche Angabe Du vor einer realen Fertigung zusätzlich prüfen müsstest.

Hilfe 1: Endmaß minus Durchmesser-Aufmaß.

Hilfe 2: 10,00 mm minus 0,20 mm.

Feedback: Das simulierte Vorbearbeitungsmaß beträgt Ø 9,80 mm. Für die reale Fertigung muss mindestens das Datenblatt der tatsächlich eingesetzten Reibahle zusammen mit Werkstoff, Bohrungsart und Prozessbedingungen geprüft werden.


Transferaufgabe

Aufgabe: Eine Passbohrung ist nach dem Reiben maßhaltig, liegt aber 0,4 mm außerhalb der geforderten Position. Entscheide, ob ein zweiter Reibdurchgang eine fachlich sinnvolle Standardmaßnahme ist.

Hilfe 1: Was folgt die Reibahle: Sollposition oder vorhandene Bohrung?

Hilfe 2: Unterscheide Durchmesserfehler von Lagefehlern.

Feedback: Ein weiterer normaler Reibdurchgang ist keine geeignete Standardlösung für einen deutlichen Lagefehler. Reiben folgt im Regelfall der vorhandenen Bohrung. Die Ursache liegt in der Lageerzeugung beziehungsweise Vorbearbeitung und muss dort analysiert werden.


Medienwerkstatt: Ablauf und Werkzeug erkennen

Arbeitsauftrag zum Werkzeugvideo: Stoppe das Video an einer gut erkennbaren Werkzeugansicht. Skizziere die Reibahle vereinfacht und kennzeichne Anschnitt, Schneidenteil, Spannut und Schaft. Ergänze einen Pfeil für die gedachte Vorschubrichtung.

Arbeitsauftrag zur Prozessbeobachtung: Dieses Video zeigt eine spezielle Entgratreibahle. Notiere, worin sich die Sonderanwendung vom normalen Ziel „Bohrung auf Maß und Oberfläche reiben“ unterscheidet. Übertrage die gezeigte Speziallösung nicht ohne Herstellerfreigabe auf andere Prozesse.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist die Hauptaufgabe des Reibens? (Eine vorhandene Bohrung feinbearbeiten) (!Ein Innengewinde erzeugen) (!Ein Werkstück trennen) (!Eine Fläche planfräsen)




Was beschreibt das Reibaufmaß? (Die Durchmesserdifferenz zwischen Vorbohrung und Reibmaß) (!Die Länge der Reibahle) (!Die Tiefe einer Senkung) (!Die Gewindesteigung)




Welche Aussage zur Lagegenauigkeit ist beim normalen Reiben richtig? (Die Reibahle folgt weitgehend der vorhandenen Bohrung) (!Die Reibahle korrigiert jeden Lagefehler) (!Die Reibahle ersetzt das Zentrieren vollständig) (!Die Reibahle verschiebt die Bohrung automatisch zur Sollposition)




Welcher Werkzeugbereich leistet einen wesentlichen Teil der Spanarbeit? (Der Anschnitt) (!Der Schaft) (!Der Werkzeughalter) (!Der Vierkant allein)




Welche Größe beschreibt die Oberflächenrauheit? (Rz) (!Drehmoment) (!Werkstücklänge) (!Gewindesteigung)




Warum muss das Reibaufmaß zum Werkzeug passen? (Damit die Schneiden sicher und innerhalb der vorgesehenen Belastung arbeiten) (!Damit jedes Werkstück dieselbe Farbe erhält) (!Damit kein Messmittel benötigt wird) (!Damit die Bohrung ihre Lage automatisch ändert)




Was ist vor einer realen Werkstattarbeit zwingend erforderlich? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Nur das Anschauen dieses Kurses) (!Nur eine richtige Quizantwort) (!Nur ein vorhandenes Werkstück)




Welche Aussage zu erreichbaren Rauheitswerten ist fachlich richtig? (Sie hängen unter anderem von Werkstoff Werkzeug und Prozess ab) (!Sie sind bei jeder Reibahle immer gleich) (!Sie hängen ausschließlich vom Bohrungsdurchmesser ab) (!Sie können ohne Messung sicher angenommen werden)




Welches Werkzeug erzeugt ein Innengewinde? (Ein Gewindebohrer) (!Eine Reibahle) (!Ein Kegelsenker) (!Ein Spiralbohrer allein)




Was gehört zu einer guten Fehlerdiagnose beim Reiben? (Messbare Ursachen systematisch prüfen) (!Schnittdaten auf Verdacht erhöhen) (!Das Werkzeug ungeprüft erneut einsetzen) (!Den Lagefehler durch mehrfaches Reiben beseitigen)





Memory

Reibaufmaß Materialzugabe für die Feinbearbeitung
Anschnitt Bereich der wesentlichen Spanarbeit
Rundschlifffase Führung und Glättung an der Bohrungswand
Vorbohrung Grundlage für Verlauf und Lage
Rauheit Kennzeichnung der Oberflächentextur
H7-Passung Beispiel für eine enge Bohrungstoleranz
Grenzlehrdorn Prüfmittel für Gut-Ausschuss-Prüfung einer Bohrung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vorbohrung schafft die Ausgangsgeometrie
Senken bearbeitet den Bohrungseingang
Reiben verbessert Maß Form und Oberfläche
Prüfen bewertet das Fertigungsergebnis
Gewindebohren erzeugt ein Innengewinde




...


Kreuzworträtsel

Reibahle Welches Werkzeug dient zur Feinbearbeitung einer vorgefertigten Bohrung?
Aufmass Wie heißt die Materialzugabe zwischen Vorbohrung und Fertigmaß?
Fuehrung Welche Funktion stabilisiert die Reibahle in der Bohrung?
Rundheit Welche Formeigenschaft kann beim Reiben verbessert werden?
Passung Wie heißt das definierte Zusammenwirken von Bohrung und Gegenstück?
Oberflaeche Welcher Qualitätsbereich wird durch Rauheitskennwerte beschrieben?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Reiben ist ein spanendes Verfahren zur

einer bereits vorhandenen Bohrung.
Die Materialzugabe vor dem Reiben heißt

.
Der vordere Schneidbereich der Reibahle wird als

bezeichnet.
Die Reibahle folgt im Normalfall weitgehend der vorhandenen

.
Ein Lagefehler lässt sich deshalb durch normales Reiben nicht zuverlässig

.
Rundschlifffasen übernehmen einen wichtigen Anteil an der

.
Die Rauheit einer Oberfläche kann unter anderem mit dem Kennwert

beschrieben werden.
Ein Innengewinde wird mit einem

hergestellt.
Vor einer realen Werkstattarbeit ist eine betriebliche

erforderlich.
Dieser Kurs erteilt keine praktische

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugskizze: Zeichne eine vereinfachte Maschinenreibahle und beschrifte Anschnitt, Schneidenteil, Spannut und Schaft.
  2. Aufmaßkarte: Erstelle eine Karte, die den Unterschied zwischen Endmaß, Vorbearbeitungsmaß und Reibaufmaß erklärt.
  3. Rauheitsvergleich: Suche in einer bereitgestellten technischen Zeichnung nach einer Rauheitsangabe und erkläre ihre Bedeutung in eigenen Worten.
  4. Sicherheitscheck: Formuliere fünf Voraussetzungen, die vor einer realen Werkstattübung erfüllt sein müssen.


Standard

  1. Prozesskarte: Plane für den Ausbildungsfall Ø 10 H7 eine rein simulierte Arbeitsfolge von der Zeichnungsprüfung bis zur Qualitätskontrolle.
  2. Ursachenmatrix: Entwickle eine Matrix für eine zu große oder raue Reibbohrung und ordne mögliche Ursachen den Bereichen Werkzeug, Maschine, Werkstück und Prozess zu.
  3. Prüfplan: Vergleiche Grenzlehrdorn, Innenmessgerät und Rauheitsmessung hinsichtlich der Frage, welche Qualitätsmerkmale sie prüfen können.
  4. Medienanalyse: Vergleiche zwei eingebettete Fachvideos. Unterscheide überprüfbare Fachinformation von Werbung oder Produktaussage.


Schwer

  1. Passungsentscheidung: Begründe, warum ein maßhaltiger Durchmesser allein noch keine funktionsgerechte Bohrung garantiert.
  2. Qualitätsdaten: Entwirf für zehn simulierte Bohrungen einen Datensatz und entscheide, welche Messwerte Du für eine Prozessbeurteilung dokumentieren würdest.
  3. Alternativverfahren: Vergleiche Reiben, Feinbohren, Honen und Schleifen für einen frei gewählten Präzisionsfall und begründe eine Verfahrenswahl.
  4. OER-Projekt: Erstelle eine eigene Lernkarte zum Reiben mit einem selbst erstellten Diagramm oder einem korrekt lizenzierten Commons-Bild und dokumentiere die Lizenz.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Prozesskette begründen: Eine Vorbohrung liegt richtig, ist aber deutlich unrund. Entwickle eine sinnvolle Prüf- und Bearbeitungsstrategie und begründe, welche Informationen Du vor dem Reiben benötigst.
  2. Lagefehler beurteilen: Erkläre an einem Fall, warum Reiben zwar Durchmesser und Oberfläche verbessern kann, aber einen deutlichen Lagefehler nicht automatisch beseitigt.
  3. Aufmaß übertragen: Zwei Hersteller nennen für ähnliche Werkzeuge unterschiedliche Reibaufmaße. Beschreibe, wie Du eine sichere Entscheidung triffst, ohne Werte zu vermischen.
  4. Oberflächenziel bewerten: Eine Zeichnung fordert eine feinere Oberfläche als die bisherige Prozessfreigabe nachweist. Entwickle einen Plan, welche Daten und Prüfungen vor einer Änderung nötig sind.
  5. Fehlerbild übertragen: Eine Bohrung ist maßhaltig, zeigt aber Rattermarken. Leite mindestens drei zu prüfende Einflussgrößen ab und begründe die Reihenfolge Deiner Diagnose.
  6. Verfahren wählen: Entscheide für einen Präzisionsfall zwischen Reiben und einem alternativen Feinbearbeitungsverfahren. Begründe anhand von Geometrie, Toleranz, Oberfläche und Wirtschaftlichkeit.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du Reiben als Feinbearbeitung fachlich einordnen kannst, Reibaufmaß aus belastbaren Werkzeugdaten ableitest, Führung und Anschnitt erklärst, Oberflächenanforderungen interpretierst, Mess- und Prüfstrategien auswählst und Fehlerbilder systematisch analysierst. Ebenso wichtig ist, dass Du die Grenzen des Verfahrens kennst und bei praktischen Arbeiten die betriebliche Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und Aufsicht als zwingende Voraussetzungen benennst.

  1. Reiben gegenüber Bohren, Senken und Gewindebohren abgrenzen
  2. Reibaufmaß nachvollziehbar bestimmen
  3. Bedeutung von Vorbohrung und Führung erklären
  4. Maß-, Form-, Lage- und Oberflächenmerkmale unterscheiden
  5. geeignete Prüfmittel begründen
  6. typische Fehlerbilder systematisch diagnostizieren
  7. Sicherheits- und Freigabegrenzen korrekt benennen




Fachliche Quellen und Medienrechte

Die Fachangaben wurden mit mehreren Quellen abgeglichen. Herstellerwerte sind anwendungsspezifisch und dürfen nicht ungeprüft auf andere Werkzeuge oder Werkstoffe übertragen werden.

  1. Wikipedia: Reiben – Fertigungsverfahren: Einordnung nach DIN 8589-2, Zielgrößen Maß-, Form- und Oberflächengüte sowie Hinweis auf begrenzte Lagekorrektur.
  2. Gühring: Reibwerkzeuge: Herstellerinformationen zu Vorbearbeitung, Untermaßen, Werkzeugauswahl und Prozessbedingungen.
  3. Gühring Glossar: Reiben: Definition und Zusammenhang von Bohren, Senken und Reiben.
  4. Hoffmann Group: Maschinen-Reibahle: Angaben zu Führung durch Rundschlifffase, Durchgangsbohrung und Werkzeugausführung.
  5. MAPAL Mediathek: Hersteller-Videos zu Reiben und Bohrungsbearbeitung.
  6. Sandvik Coromant: Reaming in titanium alloys: kurze Ablaufanimation zur Reibbearbeitung.

Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien in diesem Kurs:

  1. – Urheber Inductiveload, Public Domain.
  2. – Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0.
  3. – Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0.
  4. – Cal.on, unter anderem CC BY-SA 4.0.
  5. – S. J. de Waard, CC BY 2.5.
  6. – Emok, CC BY-SA 4.0 beziehungsweise zusätzlich angebotene freie Lizenz.
  7. – Zielu20, als Public Domain freigegeben.

YouTube-Medien: Die eingebetteten Videos stammen von offiziellen Fach- beziehungsweise Herstellerkanälen wie MAPAL, Sandvik Coromant, CERATIZIT und Gühring. Sie werden über die YouTube-Einbettung verlinkt. Soweit auf der jeweiligen Videoseite keine freie Lizenz ausgewiesen ist, verbleiben die Rechte beim jeweiligen Rechteinhaber; diese Videos werden deshalb nicht als OER-Dateien weiterveröffentlicht.


OERs zum Thema

Weitere frei lizenzierte Werkzeugbilder findest Du in der Wikimedia-Commons-Kategorie Reamers.



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