Bohren Senken Reiben und Gewinde – Gewindeformen und Gewindeschneiden vergleichen
Bohren Senken Reiben und Gewinde – Gewindeformen und Gewindeschneiden vergleichen
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Fertigungs- und Zerspanungsberufen
Kurzbeschreibung: Du vergleichst Bohren, Senken, Reiben sowie die Innengewindeherstellung durch Gewindeschneiden und Gewindeformen. Im Mittelpunkt stehen Spanbildung und Werkstofffluss. Du arbeitest mit Werkzeugbildern, Ablaufanimationen und sicheren Offline-Simulationen.
Sicherheitsrahmen: Dieser Lernkurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, dokumentierter Gefährdungsbeurteilung, Freigabe der zuständigen Person und unter der vorgeschriebenen Aufsicht stattfinden. Maschinen-, Werkzeug- und Kühlschmierstoffvorgaben des Betriebs und der Hersteller haben Vorrang.
Einleitung
Ein Montageblock braucht eine genaue Passbohrung und ein belastbares Innengewinde. Klingt einfach: bohren, senken, reiben, Gewinde herstellen. Entscheidend ist aber, was mit dem Werkstoff passiert.
Beim Zerspanen wird Material als Span abgetrennt. Beim Gewindeformen wird der Werkstoff dagegen plastisch verdrängt. Genau diesen Unterschied untersuchst Du.

Bohrwerkzeuge und typische Bohrungsformen: Spiralbohrer, Reibahle, Senker und Gewindebohrer.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Bohren, Senken und Reiben in einer Prozesskette unterscheiden, Spanbildung erklären, Gewindeschneiden und Gewindeformen nach Werkstofffluss vergleichen, Kernlochgrößen verfahrensgerecht zuordnen, typische Fehler in einer Fertigungssimulation erkennen und eine begründete Verfahrensentscheidung treffen.
Ausbildungsfall: Montageblock
Du arbeitest zunächst nur in einer Fertigungssimulation.
| Merkmal | Vorgabe im Ausbildungsfall |
|---|---|
| Bauteil | Montageblock für eine einfache Vorrichtung |
| Werkstoff | für die Übung freigegebene duktile Aluminium-Knetlegierung |
| Passbohrung | Ø 8 H7, Durchgang |
| Gewinde | M8 × 1,25 |
| Variante A | Innengewinde schneiden |
| Variante B | Innengewinde formen |
| Entscheidung | Verfahren nach Spanbildung, Werkstofffluss, Kernloch, Prozessrisiko und Prüfaufwand vergleichen |
Arbeitsauftrag: Erstelle am Ende einen begründeten Prozessplan für die beiden Gewindevarianten. Übertrage keine Simulationswerte ungeprüft auf eine reale Maschine.
Lerneinheit 1: Bohren – Material wird zu Span
Beim Bohren entsteht die Bohrung durch eine rotierende Schnittbewegung und einen Vorschub entlang der Werkzeugachse. Die Schneiden trennen Material ab. Die Spannuten führen die entstehenden Späne aus der Bohrung.

Spiralbohrer: Schneiden und Spannuten bestimmen Schnitt und Spantransport.

Ablaufanimation zur Spanbildung: Werkstoff wird vor der Schneide verformt, abgeschert und als Span abtransportiert.
Merksatz: Bohren ist ein spanendes Verfahren. Wo Späne entstehen, müssen Spanraum, Spantransport und sichere Spanbeherrschung mitgedacht werden.
Simulationsauftrag 1: Beobachte die Spanentstehung
- Spanbildung: Beschreibe an der Animation drei Phasen mit den Begriffen Verformen, Abscheren und Abtransport.
- Spannut: Markiere in einer Werkzeugskizze, wohin der Span abgeführt wird.
- Prozessstörung: Formuliere eine Stop-Regel für die Simulation, wenn der Spantransport als gestört angezeigt wird.
Begründetes Feedback: Eine gute Antwort verbindet Werkzeuggeometrie und Prozessfolge: Der Werkstoff wird vor der Schneide stark verformt, löst sich als Span und muss aus der Wirkzone gelangen. Bleiben Späne im Prozess, steigt das Risiko für Reibung, Beschädigung und Werkzeugbruch.
Lerneinheit 2: Senken – Eingang gestalten
Senken bearbeitet eine bereits vorhandene Bohrung weiter. Beim Kegelsenken entsteht eine konische Fläche, zum Beispiel für eine Schraubenkopfform oder zum definierten Anfasen eines Bohrungseingangs.

Kegelsenker als typisches Senkwerkzeug.

Vergleich unterschiedlicher Senkformen.
Im Ausbildungsfall hat das Senken zwei Lernfunktionen: Du erkennst die Kante als eigene Funktionsfläche und Du bereitest den Gewindeeingang für einen kontrollierten Start vor. Für Gewindeformer weist Gühring ausdrücklich darauf hin, das Kernloch am Bohrungseingang zu senken.
Simulationsauftrag 2: Reihenfolge begründen
Ordne für den Gewindeeingang die Prozessschritte Kernloch bohren – Eingang senken – Gewinde herstellen und begründe die Reihenfolge in höchstens drei Sätzen.
Begründetes Feedback: Das Gewinde braucht zuerst ein passendes Kernloch. Das Senken gestaltet danach den Eingang und entfernt den scharfen Bohrungsrand. Erst anschließend folgt Schneiden oder Formen.
Lerneinheit 3: Reiben – Feinbearbeitung einer vorhandenen Bohrung
Reiben ist ein spanendes Feinbearbeitungsverfahren für vorgefertigte Bohrungen. Es arbeitet mit kleiner Spanungsdicke und dient vor allem der Maß-, Form- und Oberflächengüte. Eine fehlerhafte Lage der Vorbohrung wird durch Reiben nicht einfach korrigiert.

Spiralgenutete Maschinenreibahlen.
Merksatz: Bohren erzeugt die Ausgangsbohrung. Reiben verbessert eine bereits vorhandene Bohrung. Es ersetzt keine saubere Positionierung der Vorbearbeitung.
Simulationsauftrag 3: Passbohrung Ø 8 H7
Du erhältst in einer digitalen Prozesskarte eine vorbearbeitete Bohrung. Entscheide, ob der nächste Schritt weiterbohren, reiben oder Gewinde herstellen heißt. Begründe die Auswahl mit dem Ziel Ø 8 H7.
Begründetes Feedback: Für eine geforderte Passbohrung ist Reiben als Feinbearbeitung plausibel, wenn Vorbohrung, Aufmaß und Werkzeugdaten passend vorbereitet sind. Das konkrete Reibaufmaß wird nicht aus diesem Kurs übernommen, sondern aus Zeichnung, Prozessplanung und Werkzeugherstellerdaten festgelegt.
Lerneinheit 4: Gewindeschneiden – Profil entsteht durch Spanen
Beim Gewindeschneiden trennen Schneiden Werkstoff aus dem Kernloch. Dabei entstehen Späne. Werkzeuggeometrie und Lochart müssen zur Spanabfuhr passen.

Gewindebohrer mit unterschiedlichen Anschnittformen.

Schematischer Aufbau eines Maschinengewindebohrers.
Videoauftrag: Notiere zwei Merkmale, an denen Du einen schneidenden Gewindebohrer erkennst, und eine Aussage zur Spanführung.
Für das Regelgewinde M8 × 1,25 nennt EMUGE-FRANKEN für einen passenden Maschinengewindebohrer in Aluminium-Knetlegierungen einen Kernlochbohrdurchmesser von 6,8 mm. Dieser Wert gehört zur konkret beschriebenen Schneidvariante und darf nicht auf das Gewindeformen übertragen werden.
Werkzeugwirkung beim Schneiden
| Beobachtung | Bedeutung |
|---|---|
| Schneiden greifen in den Werkstoff | Werkstoff wird abgetrennt |
| Spannuten sind vorhanden | Späne benötigen Raum und Führung |
| Span entsteht | Spanbeherrschung wird Teil der Prozesssicherheit |
| Kernloch kleiner als beim Formen | Profilmaterial wird durch Abtrag erzeugt |
Lerneinheit 5: Gewindeformen – Profil entsteht durch Werkstofffluss
Beim Gewindeformen wird kein Gewindeprofil herausgeschnitten. Formkanten verdrängen den duktilen Werkstoff plastisch. Das Material fließt in die Gewindekontur.

Gewindeformer: keine klassischen Spanräume wie beim schneidenden Gewindebohrer.

Schematische Darstellung von Gewindeformen und Gewinderollen: Das Profil entsteht durch plastische Verformung.
Videoauftrag: Vergleiche im Video Gewindeformer und Gewindebohrer. Achte auf Werkzeugform, Spanentstehung und Werkstoffbeanspruchung.
Für M8 × 1,25 nennt Gühring für einen Gewindeformer einen Kernlochdurchmesser von 7,40 mm. Das Kernloch ist damit größer als bei der oben betrachteten Schneidvariante. Ein zu kleines Form-Kernloch kann zur Überformung und zu hoher Werkzeugbelastung führen.
Werkstofffluss sichtbar machen

Links Gewindeformer, rechts schneidender Gewindebohrer im Querschnitt.
Beim Formen wird Material nicht als Span aus dem Bauteil entfernt. Die plastische Fließbewegung baut die Gewindeflanken auf. Das setzt einen Werkstoff voraus, der sich für diese Umformung eignet. Bei spröden oder ungeeigneten Werkstoffen ist Gewindeformen keine sinnvolle Standardwahl.
Simulationsauftrag 4: Werkstofffluss statt Span
In einer Schnittanimation siehst Du zwei Varianten. Variante X zeigt abtransportierte Späne. Variante Y zeigt nach außen und in die Flanken verdrängtes Material.
- Gewindeschneiden: Ordne Variante X zu und begründe mit der Materialtrennung.
- Gewindeformen: Ordne Variante Y zu und begründe mit plastischem Werkstofffluss.
- Kernloch: Erkläre, warum für das Formen im M8-Ausbildungsfall 7,40 mm statt 6,8 mm vorgesehen sind.
Begründetes Feedback: Beim Formen muss bereits mehr freier Querschnitt vorhanden sein, weil der Werkstoff in die Profilzone fließt. Ein zu kleines Kernloch erhöht die Verformung und Werkzeugbelastung. Deshalb ist die Kernlochgröße besonders prozesskritisch.
Lerneinheit 6: Direkter Vergleich
| Kriterium | Gewindeschneiden | Gewindeformen |
|---|---|---|
| Wirkprinzip | Material wird abgetrennt | Material wird plastisch verdrängt |
| Spanbildung | ja | nein |
| Werkzeugmerkmal | Schneiden und Spanräume | Formkanten, häufig Schmiernuten |
| Kernloch im M8-Fall | 6,8 mm | 7,40 mm |
| Werkstoffanforderung | breiter einsetzbar | ausreichend duktil und verformbar |
| Drehmoment | typischerweise geringer als beim Formen | typischerweise höher |
| Prozessrisiko | Spanprobleme möglich | Überformung und hohe Last bei falschem Kernloch möglich |
| Schmierung | werkstoff- und werkzeugabhängig wichtig | wegen hoher Reib- und Umformanteile besonders kritisch |

Metallspäne als sichtbares Ergebnis eines spanenden Prozesses.
Entscheidungsregel: Nicht „Formen ist besser“ oder „Schneiden ist besser“, sondern: Werkstoff + Gewinde + Kernloch + Maschine + Schmierung + Qualitätsanforderung bestimmen die Wahl.
Vertiefung: alternative Hochleistungsprozesse
Das Siemens-Video zeigt Punch Tap als spezielle industrielle Variante des Gewindeformens. Nutze es nur als Vertiefung. Es ersetzt nicht die Grundunterscheidung zwischen konventionellem Gewindeschneiden und Gewindeformen.
Sicherheitsrahmen für Ausbildung und Simulation
Die folgenden Punkte sind Lernregeln, keine Freigabe für Maschinenarbeit.
- Gefährdungsbeurteilung: Vor realer Arbeit müssen Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Zuständigkeiten betrieblich geklärt sein.
- Unterweisung: Praktische Arbeiten erfolgen erst nach Unterweisung und nur im erlaubten Ausbildungsrahmen.
- Werkstückspannung: Ein Werkstück darf sich nicht unkontrolliert mitdrehen oder hochreißen.
- Rotierende Werkzeuge: Eng anliegende Kleidung, gesicherte Haare und das Vermeiden erfasster Gegenstände sind zentrale Schutzprinzipien.
- Schutzhandschuhe: An rotierenden Bohrmaschinen werden wegen Einzugsgefahr keine Schutzhandschuhe getragen; betriebliche Regelungen sind zu beachten.
- Späne: Späne sind scharf und dürfen nicht unkontrolliert mit den Händen beseitigt werden; Reinigung und Prüfung erfolgen nach den betrieblichen Vorgaben und bei sicherem Maschinenzustand.
- Kühlschmierstoff: Auswahl, Hautschutz, Pflege und Entsorgung richten sich nach Betriebs- und Herstellerangaben.
- Simulation: Werte und Abläufe dieses Kurses bleiben Lern- und Planungsdaten, bis eine zuständige Fachkraft sie für die konkrete Maschine freigibt.
Gestufte Hilfen
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 | Frage Dich zuerst: Wird Werkstoff entfernt oder nur verdrängt? |
| Hilfe 2 | Suche am Werkzeug nach Schneiden und Spanräumen oder nach Formkanten und Schmiernuten. |
| Hilfe 3 | Vergleiche die Kernlöcher: Im M8-Fall 6,8 mm beim Schneiden und 7,40 mm beim Formen. |
| Hilfe 4 | Prüfe den Werkstoff: Ist er für plastisches Formen ausreichend duktil? |
| Hilfe 5 | Begründe Deine Entscheidung immer mit mindestens zwei Kriterien, nicht nur mit „schneller“ oder „besser“. |
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basis
- Verfahrenszuordnung: Ordne Bohren, Senken, Reiben, Gewindeschneiden und Gewindeformen jeweils den Begriffen „spanend“ oder „umformend“ zu.
- Werkzeugerkennung: Benenne auf den Medien Spiralbohrer, Kegelsenker, Reibahle, Gewindebohrer und Gewindeformer.
- Span oder Fluss: Kennzeichne fünf Prozessbilder mit „Spanbildung“ oder „Werkstofffluss“.
Begründetes Feedback: Richtig ist, wenn Bohren, Senken, Reiben und Gewindeschneiden als spanend erkannt werden. Gewindeformen erzeugt das Profil durch plastische Verformung und ist deshalb die Ausnahme in dieser Prozesskette.
Anwendung
- Kernlochvergleich: Eine Simulation zeigt M8 × 1,25 mit 6,8 mm Kernloch und einen Gewindeformer. Erkenne den Planungsfehler und begründe den Stopp.
- Prozesskette: Plane für die Passbohrung und das M8-Gewinde die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte.
- Fehlerdiagnose: Eine Schneidvariante zeigt schlecht abgeführte Späne. Nenne zwei mögliche Folgen für Prozess und Werkzeug.
Begründetes Feedback: Der Gewindeformer darf im Ausbildungsfall nicht mit dem 6,8-mm-Kernloch der Schneidvariante geplant werden. Das wäre zu klein; die Umformbelastung steigt. Bei der Schneidvariante muss dagegen die Spanabfuhr als eigener Prozessfaktor berücksichtigt werden.
Transfer
- Werkstoffwahl: Beurteile, warum ein duktiler Aluminiumwerkstoff eher für das Formen geeignet sein kann als ein spröder Werkstoff.
- Serienfertigung: Entwickle drei Kriterien, mit denen ein Betrieb zwischen Schneiden und Formen für eine größere Serie entscheidet.
- Qualitätssicherung: Entwirf einen Prüfplan, der Kernloch, Gewinde und Passbohrung getrennt bewertet.
Begründetes Feedback: Eine tragfähige Transferlösung verbindet Werkstoffverhalten, Werkzeugbelastung, Prozesssicherheit und Qualitätsprüfung. Eine reine Zeitbetrachtung reicht nicht aus.
Fertigungssimulation: Ausbildungsfall lösen
Simulationslage: Der Montageblock erhält Ø 8 H7 und M8 × 1,25. Du sollst zwischen Gewindeschneiden und Gewindeformen wählen.
| Prüfschritt | Arbeitsauftrag | Erwartete Begründung |
|---|---|---|
| A | Ordne Bohren, Senken und Reiben der Passbohrung zu. | Bohren erzeugt die Vorbohrung, Reiben dient der Feinbearbeitung; Senken wird nur eingesetzt, wenn die Zeichnung oder Kantenfunktion es fordert. |
| B | Plane die Schneidvariante für M8. | Kernloch nach Werkzeugdaten, Eingang vorbereiten, Spanbildung und Spanführung berücksichtigen. |
| C | Plane die Formvariante für M8. | Größeres Form-Kernloch, Eingang vorbereiten, Werkstoffduktilität und Schmierung beachten, keine Spanabfuhr aus dem Gewindeprofil nötig. |
| D | Vergleiche Prozessrisiken. | Schneiden: Spanprobleme. Formen: hohe Umformlast bei falschem Kernloch oder ungeeignetem Werkstoff. |
| E | Formuliere eine Entscheidung. | Wahl anhand von Werkstoff, Stückzahl, Qualität, Maschine, Werkzeug und Prozesssicherheit begründen. |
Sicherheits-Stopp: Die Simulation endet vor jeder realen Maschinenbedienung. Ein Werkstattauftrag entsteht erst durch die zuständige ausbildende oder aufsichtsführende Person.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Verfahren erzeugt ein Innengewinde ohne Spanbildung? (Gewindeformen) (!Gewindeschneiden) (!Reiben) (!Senken)
Was passiert beim Gewindeschneiden hauptsächlich mit dem Werkstoff? (Er wird als Span abgetrennt) (!Er wird vollständig aufgeschmolzen) (!Er wird nur elastisch gedehnt) (!Er wird ohne Materialtrennung poliert)
Welches Kernloch gehört im Ausbildungsfall zur geformten Variante M8 mal 1,25? (7,40 mm) (!6,8 mm) (!8,0 mm) (!5,0 mm)
Welches Kernloch gehört im Ausbildungsfall zur geschnittenen Variante M8 mal 1,25? (6,8 mm) (!7,40 mm) (!8,8 mm) (!5,5 mm)
Wozu dient Reiben hauptsächlich? (Zur Feinbearbeitung einer vorgefertigten Bohrung) (!Zum Erzeugen eines Außengewindes) (!Zum Umformen eines Innengewindes) (!Zum Schweißen einer Bohrung)
Welche Aussage beschreibt Gewindeformen richtig? (Der Werkstoff fließt plastisch in die Gewindekontur) (!Der Werkstoff wird als Span vollständig entfernt) (!Das Kernloch ist immer kleiner als beim Schneiden) (!Der Werkstoff muss grundsätzlich spröde sein)
Warum sind Spannuten beim Gewindeschneiden wichtig? (Sie schaffen Raum für Spantransport) (!Sie messen automatisch die Gewindetiefe) (!Sie härten den Werkstoff) (!Sie ersetzen das Kernloch)
Was ist beim Form-Kernloch besonders kritisch? (Ein zu kleines Kernloch kann die Werkzeugbelastung stark erhöhen) (!Ein größeres Kernloch erzeugt automatisch Späne) (!Das Kernloch hat keinen Einfluss auf den Prozess) (!Das Kernloch wird erst nach dem Gewinde hergestellt)
Welche Aussage zum Reiben ist richtig? (Reiben kann eine fehlerhafte Lage der Vorbohrung nicht einfach korrigieren) (!Reiben ist immer ein Umformverfahren) (!Reiben erzeugt grundsätzlich ein Gewinde) (!Reiben wird ohne Vorbohrung durchgeführt)
Wann darf eine praktische Werkstattarbeit aus diesem Kurs ausgeführt werden? (Nur nach betrieblicher Unterweisung Gefährdungsbeurteilung Freigabe und zuständiger Aufsicht) (!Sofort nach Bestehen des Quiz) (!Sobald ein YouTube Video angesehen wurde) (!Wenn die Simulation ohne Fehler abgeschlossen wurde)
Memory
| Spiralbohrer | Vorbohrung |
| Kegelsenker | Bohrungseingang |
| Reibahle | Feinbearbeitung |
| Gewindebohrer | Spanentstehung |
| Gewindeformer | Werkstofffluss |
| Spannut | Spantransport |
| Duktilität | plastische Verformbarkeit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Spanbildung | Gewindeschneiden |
| Werkstofffluss | Gewindeformen |
| Feinbearbeitung | Reiben |
| Bohrungseingang | Senken |
| Vorbohrung | Bohren |
| Spantransport | Spannut |
Kreuzworträtsel
| Reibahle | Welches Werkzeug dient zur Feinbearbeitung einer vorgefertigten Bohrung? |
| Senker | Welches Werkzeug erzeugt zum Beispiel eine konische Fläche am Bohrungseingang? |
| Spanbildung | Wie heißt die Entstehung abgetrennter Werkstoffteilchen beim Zerspanen? |
| Former | Welches Werkzeug erzeugt ein Innengewinde durch plastische Verdrängung? |
| Kernloch | Wie heißt die Bohrung vor der Herstellung eines Innengewindes? |
| Duktilität | Welche Werkstoffeigenschaft begünstigt plastische Verformung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeuggalerie: Erstelle eine beschriftete Bildübersicht mit Spiralbohrer, Senker, Reibahle, Gewindebohrer und Gewindeformer.
- Spanbeobachtung: Beschreibe die GIF-Animation zur Spanbildung mit fünf Fachbegriffen.
- Vergleichskarte: Gestalte eine Karte „Schneiden oder Formen?“ mit je drei Merkmalen.
- Sicherheitscheck: Formuliere vier Bedingungen, die vor realer Werkstattarbeit erfüllt sein müssen.
Standard
- Prozessplan: Erstelle für den Montageblock zwei Prozesspläne, einmal mit Gewindeschneiden und einmal mit Gewindeformen.
- Kernlochvergleich: Erkläre mit einer Skizze, warum die beiden M8-Verfahren unterschiedliche Kernlochdurchmesser benötigen.
- Medienanalyse: Vergleiche die beiden EMUGE-Videos und notiere drei fachliche Unterschiede der Werkzeuge.
- Fehlerkarte: Entwickle eine Diagnosekarte für „Spanstau beim Schneiden“ und „Überformung beim Formen“.
Schwer
- Verfahrensentscheidung: Entwickle eine Entscheidungsmatrix mit Werkstoff, Losgröße, Maschinenleistung, Schmierung, Spanrisiko und Qualitätsanforderung.
- Transferwerkstoff: Vergleiche einen duktilen und einen spröden Werkstoff und begründe, welches Gewindeverfahren jeweils eher geeignet ist.
- Qualitätsplan: Entwirf einen Prüfplan für Ø 8 H7 und M8 × 1,25 mit Prüfmerkmal, Prüfzeitpunkt und Reaktion auf Abweichung.
- Ausbildungsprojekt: Produziere eine kurze Erkläranimation zum Unterschied zwischen Spanbildung und Werkstofffluss, ohne reale Maschinenarbeit zu zeigen.


Lernkontrolle
- Prozesskette analysieren: Eine Zeichnung fordert Ø 8 H7 und M8 × 1,25. Begründe, welche Bearbeitungsverfahren nacheinander notwendig sein können und welche Information noch aus Zeichnung oder Werkzeugdaten fehlt.
- Fehler übertragen: Erkläre, warum ein falscher Kernlochdurchmesser beim Schneiden und beim Formen unterschiedliche Folgen haben kann.
- Werkstoff beurteilen: Ein neuer Werkstoff ist deutlich spröder als der Werkstoff des Ausbildungsfalls. Beurteile, wie sich das auf die Wahl zwischen Schneiden und Formen auswirkt.
- Prozesssicherheit bewerten: Vergleiche Spanrisiko beim Schneiden mit Last- und Schmierungsrisiko beim Formen und leite je eine Überwachungsgröße für eine Simulation ab.
- Qualität übertragen: Begründe, warum eine maßgenaue Gewindefertigung nicht allein durch das Gewindewerkzeug bestimmt wird.
- Entscheidung verteidigen: Wähle für eine fiktive Serienfertigung eines duktilen Bauteils ein Verfahren und verteidige Deine Wahl mit mindestens vier technischen Kriterien.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du Bohren, Senken, Reiben, Gewindeschneiden und Gewindeformen fachlich unterscheiden kannst, Spanbildung und Werkstofffluss erklärst, unterschiedliche Kernlochanforderungen begründest, Werkstoff- und Prozessgrenzen berücksichtigst, eine sichere Fertigungssimulation auswertest und eine Verfahrensentscheidung nachvollziehbar dokumentierst.
- Fachbegriffe: sichere Verwendung der zentralen Begriffe.
- Prozessverständnis: Zusammenhang von Werkzeug, Bewegung, Span oder Werkstofffluss.
- Vergleichskompetenz: begründeter Vergleich Schneiden und Formen.
- Fehlerdiagnose: Erkennen falscher Kernlöcher und typischer Prozessrisiken.
- Transfer: begründete Verfahrenswahl für einen neuen Werkstoff oder Produktionsfall.
- Arbeitsschutz: klare Trennung zwischen Lernsimulation und freigegebener Werkstattarbeit.
Fachquellen und Medienrechte
Fachstand und Quellen wurden für diesen Kurs geprüft. Abrufstand: 04.10.2026.
- Bohren und DIN-Einordnung: Wikipedia – Bohren sowie Übersicht spanender Fertigungsverfahren.
- Reiben: Wikipedia – Reiben.
- Kernloch und Gewindeschneiden: Wikipedia – Kernloch sowie EMUGE-FRANKEN – M8-Gewindebohrer für Aluminium-Knetlegierungen.
- Gewindeformen und Form-Kernloch: Gühring – Gewindeformer Kernloch.
- Gewindeformen und Werkstoff-/Belastungsvergleich: Sandvik Coromant – Solid Round Tools Session 9.
- Arbeitssicherheit: DGUV Regel 109-607 – Branche Metallbau und DGUV Information 202-068 – Sicheres Bohren.
Wikimedia-Commons-Medien: Die Dateiseiten wurden auf freie beziehungsweise gemeinfreie Lizenzen geprüft. Beim Weiterverwenden sind jeweils die Angaben der aktuellen Commons-Dateiseite maßgeblich.
| Datei | Lizenz laut Commons-Dateiseite | Lernfunktion |
|---|---|---|
| Machined Holes.svg | Public Domain | Überblick Bohren, Reiben, Senken, Gewindewerkzeug |
| Twist Drill.png | CC BY-SA 3.0 | Spiralbohrer und Bohrungsbearbeitung |
| Chip formation process.gif | CC BY-SA 3.0 | Ablaufanimation Spanbildung |
| Verzinkboor.jpg | Public Domain | Werkzeugbild Senker |
| Drilling - Counterbore, Countersink.png | CC BY-SA 3.0 | Senkformen |
| ReamerMachineSpiral.jpg | CC BY-SA 2.0 | Werkzeugbild Reibahle |
| ThreadingTaps.jpg | CC BY-SA 3.0 beziehungsweise kompatible ältere Freigaben | Werkzeugbild Gewindebohrer |
| Tapdiagram-en.gif | Public Domain laut Commons-Dateiseite | schematischer Maschinengewindebohrer |
| Three Quarter Ten Form Tap.jpg | CC0 | Werkzeugbild Gewindeformer |
| Thread forming and rolling concept.svg | CC BY-SA 3.0 | Werkstofffluss beim Formen |
| Five Eights Eighteen Form and Cut Tap Cross section.jpg | CC BY 4.0 | direkter Werkzeugvergleich |
| Metal shavings.jpg | CC BY-SA 4.0 | sichtbare Späne |
Nicht verwendet: Die auf Commons als fachlich irreführend markierte Datei „Drilling.gif“ wurde bewusst nicht als Lernanimation eingesetzt.
YouTube-Medien: Verwendet werden ausschließlich reale, geprüfte Videos von EMUGE-FRANKEN, Gühring beziehungsweise Siemens. Die Videos sind über die von YouTube vorgesehene Einbettung eingebunden. Sie sind damit nicht automatisch OER; Urheber- und Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Der Kurs kopiert die Videos nicht.
OERs zum Thema
Zusätzlich geeignet: Bohren, Reiben, Kernloch, Zerspanen, Gewinde und Arbeitsschutz.
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