Schmierstoffe Tribologie und Sauberkeit – Unverträgliche Betriebsstoffe vermeiden
Einleitung
Schmierstoffe Tribologie und Sauberkeit – Unverträgliche Betriebsstoffe vermeiden
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in Metalltechnik, Mechatronik, Instandhaltung und verwandten Berufen. Du lernst, warum Mischbarkeit nicht automatisch Verträglichkeit bedeutet, wie Freigaben geprüft werden und wie Verwechslungen, Kreuzkontamination und ungeklärtes Nachfüllen vermieden werden.
Kurzbeschreibung: Freigaben und Grenzen von Mischbarkeit.
Sicherheitsregel für den gesamten Kurs: Keine Mischproben, Erwärmungsversuche, Lösemitteltests oder anderen chemischen Eigenversuche durchführen. Reale chemische Prozesse und Laborprüfungen dürfen nur in dafür geeigneten Betrieben oder Laboren unter Fachaufsicht und nach Gefährdungsbeurteilung stattfinden.

Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Mischbarkeit, Kompatibilität und Freigabe unterscheiden. Du kannst eine Schmierstoffangabe mit Wartungsunterlagen, Produktdaten und Freigaben abgleichen. Du erkennst typische Risiken durch Fremdstoffe, Staub, Wasser, falsche Reiniger und ungeklärte Restmengen. Du weißt, wann Du einen Vorgang stoppen und Fachpersonal hinzuziehen musst.
Lerneinheit 1: Tribologie in 5 Minuten
Tribologie untersucht Reibung, Verschleiß und Schmierung zwischen sich relativ bewegenden Oberflächen. Ein Schmierstoff soll den Kontakt im tribologischen System beherrschbar machen. Dazu müssen Bauteil, Oberfläche, Belastung, Temperatur, Bewegung, Umgebung und Schmierstoff zusammenpassen.

Das Bild zeigt Grübchenbildung an einer Zahnflanke. Ein Schadensbild allein beweist jedoch noch keine bestimmte Ursache. Schmierstoffzustand, Lastkollektiv, Oberfläche und Betriebsbedingungen müssen gemeinsam bewertet werden.
Reibung, Verschleiß und Schmierfilm
Ein tragfähiger Schmierfilm kann direkten Oberflächenkontakt verringern. Bei Start, Stopp, hoher Last oder niedriger Geschwindigkeit kann Misch- oder Grenzreibung auftreten. Additive, Grundöl, Viskosität und Werkstoffpaarung beeinflussen das Verhalten.

Merksatz: Verschleißpartikel sind Diagnosehinweise. Form, Größe und Werkstoff müssen fachgerecht bewertet werden; aus einem einzelnen Bild darf keine Schadensursache „erraten“ werden.
Lerneinheit 2: Schmierstoff ist nicht gleich Schmierstoff

Schmieröle bestehen typischerweise aus Grundöl und Additiven. Schmierfette enthalten zusätzlich einen Verdicker. Zwei Produkte können gleich aussehen und trotzdem unterschiedliche chemische Systeme besitzen.
| Merkmal | Was es sagt | Was es nicht beweist |
|---|---|---|
| Viskositätsklasse | Fließverhalten in einem definierten Temperaturbereich | Keine automatische Freigabe zum Mischen |
| NLGI-Klasse | Konsistenz eines Schmierfetts | Keine Aussage über vollständige chemische Kompatibilität |
| Farbe | Kennzeichnung oder Produkteigenschaft | Keine sichere Identifikation |
| Produktname | Herstellerbezeichnung | Ohne aktuelle Dokumentation keine Anlagenfreigabe |

Hinweis zum Diagramm: Die Grafik zeigt SAE-Motorölklassen. Sie dient hier nur dazu, Viskositätsklassen als eine Produkteigenschaft zu erkennen. Eine gleiche oder ähnliche Viskositätsangabe ist niemals allein eine Mischfreigabe.
Lerneinheit 3: Mischbarkeit, Kompatibilität, Freigabe
Mischbarkeit bedeutet zunächst nur, dass Stoffe sich mischen oder äußerlich als gemeinsame Phase erscheinen können.
Kompatibilität bedeutet, dass die Mischung die geforderten physikalischen und funktionalen Eigenschaften ausreichend beibehält.
Freigabe bedeutet, dass der konkrete Einsatz für die konkrete Maschine, Komponente oder Umstellung dokumentiert zulässig ist.
Bei Schmierfetten können inkompatible Mischungen weicher oder härter werden, Öl absondern oder ihre Gebrauchseigenschaften verschlechtern. SKF empfiehlt grundsätzlich, Schmierfette nicht ohne geklärte Kompatibilität zu mischen und beim Wechsel möglichst viel Altprodukt zu entfernen. NLGI warnt davor, allgemeine Kompatibilitätstabellen als alleinige Entscheidung zu verwenden, weil auch Grundöle und Additive eine Rolle spielen.
Die Freigabe-Ampel
| Ampel | Situation | Entscheidung |
|---|---|---|
| Grün | Exakte Produktkennung oder dokumentierter Nachfolger, Freigabe für Anlage vorhanden, Wechselverfahren geklärt | Nach Arbeitsauftrag und Betriebsanweisung arbeiten |
| Gelb | Gleiche Viskositäts- oder NLGI-Klasse, aber keine konkrete Misch- oder Anlagenfreigabe | Stoppen, Unterlagen prüfen, Fachperson fragen |
| Rot | Produkt unbekannt, Behälter falsch beschriftet, Fremdstoffverdacht, Restmenge ungeklärt | Nicht einfüllen, kennzeichnen, separieren und melden |
Materialverträglichkeit mitdenken
Ein Schmierstoff muss nicht nur mit einem anderen Schmierstoff, sondern auch mit Elastomeren, Kunststoffen, Lacken, Beschichtungen und Dichtungen verträglich sein. Quellen von Herstellern weisen ausdrücklich darauf hin, dass Materialverträglichkeit anwendungsbezogen geprüft werden muss.
Praxisregel: „Beide sind synthetisch“ oder „beide sind ISO VG 46“ reicht nicht als Begründung.
Lerneinheit 4: Sauberkeit ist eine Schmierstoff-Eigenschaft

Partikel, Wasser, Fasern, Reinigungsmittelreste und fremde Betriebsstoffe können ein Schmiersystem verändern. Sauberkeit beginnt deshalb bei Lagerung, Kennzeichnung, Gebinden, Nachfüllgeräten und Probenahme.

Vier Sauberkeitsbarrieren:
| Barriere | Gute Praxis |
|---|---|
| Gebinde | Geschlossen, sauber, eindeutig beschriftet |
| Nachfüllgerät | Produktbezogen oder freigegeben gereinigt |
| Einfüllstelle | Außenbereich vor Öffnung sauber |
| Dokumentation | Produkt, Menge, Datum und Anlage nachvollziehbar |
Staub: Maschinen- und Arbeitsschutz zusammen denken
Staub kann als Fremdstoff in ein Schmiersystem gelangen und zugleich Beschäftigte gefährden. Die TRGS 500 fordert staubarme Reinigungsverfahren. Trockenes Kehren und das Abblasen von Staubablagerungen mit Druckluft sind grundsätzlich nicht zulässig; für Ausnahmen sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich.
Für die Bewertung von Staubexpositionen gelten die aktuelle Gefahrstoffverordnung, die TRGS 900 und gegebenenfalls stoffspezifische Beurteilungsmaßstäbe. Bei metallischen oder anderen spezifischen Stäuben reicht der allgemeine Staubgrenzwert nicht automatisch als alleinige Bewertung.
Für Auszubildende: Nicht „sauberblasen“. Verwende nur das im Betrieb festgelegte Reinigungsverfahren und die dafür vorgesehenen Geräte.
Lerneinheit 5: Ausbildungsfall „46 ist nicht gleich 46“
Situation: An einem hydraulischen Ausbildungsstand sinkt der Ölstand. Im Wartungsplan ist „Hydraulikfluid A, ISO VG 46, Freigabeliste 17“ eingetragen. Im Lager steht ein Kanister „Hydraulikfluid B, HEES, ISO VG 46“. Für die Anlage liegt keine Freigabe für Produkt B und keine dokumentierte Mischfreigabe vor.
Ein Auszubildender sagt: „Beide haben 46, also können wir nachfüllen.“
Deine Entscheidung: Nicht nachfüllen. Die Viskositätsklasse beschreibt nicht die vollständige Formulierung. Vor dem Einsatz müssen Anlagenfreigabe, Produktidentität, Verträglichkeit mit Restöl und Dichtungsmaterial sowie das Umstellverfahren geklärt sein.
Gestufte Hilfen zum Fall
<details> <summary>Hilfe 1</summary> Welche Information ist gleich? Nur die Viskositätsklasse. </details>
<details> <summary>Hilfe 2</summary> Welche Informationen fehlen? Konkrete Anlagenfreigabe, Mischfreigabe, Materialverträglichkeit und Wechselverfahren. </details>
<details> <summary>Hilfe 3</summary> Formuliere eine sichere Entscheidung: „Nicht nachfüllen, Produkt separieren, Wartungsunterlagen prüfen und verantwortliche Fachperson informieren.“ </details>
Messwertansicht: Was ein Trend zeigen kann
Die folgenden Werte sind rein fiktive Ausbildungsdaten. Sie sind keine realen Grenzwerte und dürfen nicht für eine reale Anlage verwendet werden.
| Messgröße | Probe vor Ereignis | Probe nach ungeklärtem Nachfüllen | Ausbildungsinterpretation |
|---|---|---|---|
| Kinematische Viskosität bei 40 °C | 46,8 mm²/s | 39,5 mm²/s | Deutliche Änderung; Ursache muss fachgerecht geklärt werden |
| Partikelcode | 18/16/13 | 21/19/16 | Verschlechterter Sauberkeitstrend |
| Filter-Differenzdruck | 0,6 bar | 1,4 bar | Trend auffällig; nicht allein diagnostisch |
Wichtig: Messwerte zeigen Abweichungen, aber nicht automatisch deren Ursache. Diagnose benötigt geeignete Messverfahren, Referenzwerte, Probenahmequalität und Fachbewertung.


Lerneinheit 6: Prüfen statt raten
Vor einer Befüllung oder Umstellung gilt die Reihenfolge:
| Prüfschritt | Leitfrage |
|---|---|
| Anlage identifizieren | Welche Maschine, Baugruppe und Schmierstelle ist betroffen? |
| Sollprodukt ermitteln | Was steht in Wartungsplan, Schmierplan oder OEM-Unterlage? |
| Produkt eindeutig identifizieren | Stimmen Produktname, Artikel, Charge und Kennzeichnung? |
| Freigabe prüfen | Ist genau dieses Produkt oder der dokumentierte Nachfolger zugelassen? |
| Wechsel klären | Müssen Restmengen entfernt, gespült oder Bauteile geprüft werden? |
| Dokumentieren | Ist die Maßnahme nachvollziehbar eingetragen? |
Stop-Kriterien: Unbekanntes Produkt, fehlende Kennzeichnung, widersprüchliche Unterlagen, unklare Restmenge, beschädigtes Gebinde oder Verdacht auf Fremdstoff.
Lerneinheit 7: Gefahrstoffe sicher behandeln
Schmierstoffe und Kühlschmierstoffe sind je nach Zusammensetzung unterschiedlich eingestuft. Maßgeblich sind aktuelle Herstellerinformationen, das Sicherheitsdatenblatt, die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die Betriebsanweisung.
Die DGUV weist für Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen auf mögliche Haut-, Augen- und Atemwegsgefährdungen sowie Brand- und Explosionsgefahren hin. Technische Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen und persönlichen Maßnahmen.
Nicht machen: Haut mit Lösemitteln, Kraftstoff oder Kühlschmierstoff reinigen. Keine Geruchsprobe. Keine unbekannten Flüssigkeiten mischen. Keine Reaktion „zur Sicherheit ausprobieren“.
Betriebsregel: Handschutz, Hautschutz und PSA richten sich nach Gefährdungsbeurteilung und Tätigkeit. An rotierenden Werkzeugen können Handschuhe selbst eine Einzugsgefahr darstellen.
Lerneinheit 8: Altöl und Reststoffe richtig trennen
Altöl ist nicht einfach „alles Öl in einen Behälter“. Nach der deutschen Altölverordnung gilt für Altöle ein Vermischungsverbot mit anderen Abfällen; Altöle unterschiedlicher Sammelkategorien dürfen grundsätzlich nicht miteinander vermischt werden. Für gefährliche Abfälle enthält auch das Kreislaufwirtschaftsgesetz ein Vermischungsverbot, soweit keine gesetzlich geregelte Ausnahme in einer zugelassenen Anlage greift.
Für die Ausbildung bedeutet das: Entsorgungsweg nicht selbst festlegen. Behälterkennzeichnung, Sammelkategorie, Betriebsanweisung und betriebliche Entsorgungsorganisation beachten.
| Situation | Richtige Ausbildungsentscheidung |
|---|---|
| Unbekannte Restflüssigkeit | Separieren und klären lassen |
| Altölbehälter nicht eindeutig gekennzeichnet | Nicht einfüllen |
| Putzmittelreste im Auffangbehälter | Nicht zum Altöl geben, Entsorgungsweg klären |
| Verschütteter Schmierstoff | Betriebsanweisung und vorgesehene Bindemittel bzw. Reinigungsverfahren anwenden |
Lerneinheit 9: Auswahltraining mit begründetem Feedback
Basisaufgabe 1
Aufgabe: Nenne den Unterschied zwischen Mischbarkeit und Freigabe.
Begründetes Feedback: Mischbarkeit beschreibt nur, ob Stoffe sich mischen können. Eine Freigabe ist eine dokumentierte Erlaubnis für den konkreten Einsatz. Deshalb darf aus sichtbarer Mischbarkeit keine Betriebsfreigabe abgeleitet werden.
Basisaufgabe 2
Aufgabe: Ein Schmierfett hat dieselbe NLGI-Klasse wie das vorhandene Fett. Reicht das zum Nachschmieren?
Begründetes Feedback: Nein. NLGI beschreibt vor allem die Konsistenz. Grundöl, Verdicker, Additive und Materialverträglichkeit müssen ebenfalls passen.
Anwendungsaufgabe 1
Aufgabe: Ein Nachfüllkännchen trägt nur die Aufschrift „Öl 46“. Wie gehst Du vor?
Begründetes Feedback: Nicht verwenden. Die Bezeichnung ist nicht eindeutig genug. Produktidentität und Freigabe müssen vor dem Befüllen geklärt werden.
Anwendungsaufgabe 2
Aufgabe: Nach einem Schmierstoffwechsel wird ein Filter schneller belastet. Darf daraus sofort auf „falsches Öl“ geschlossen werden?
Begründetes Feedback: Nein. Der Trend ist ein Hinweis, aber keine eindeutige Diagnose. Probenahme, Partikel, Wasser, Reinigungsreste, Filterzustand und weitere Ursachen müssen fachgerecht geprüft werden.
Transferaufgabe 1
Aufgabe: Entwickle für Eure Werkstatt eine Verwechslungsbarriere zwischen zwei ähnlich aussehenden Schmierstoffen.
Begründetes Feedback: Gute Lösungen kombinieren eindeutige Kennzeichnung, getrennte Lagerplätze, produktbezogene Nachfüllgeräte und Dokumentation. Nur Farbe oder Behälterform wäre zu unsicher.
Transferaufgabe 2
Aufgabe: Begründe, warum „Mischtest im Becherglas“ kein Freigabeverfahren für Auszubildende ist.
Begründetes Feedback: Sichtbare Homogenität beweist weder Funktionsfähigkeit noch Langzeitstabilität, Additivverträglichkeit oder Materialverträglichkeit. Fachliche Kompatibilitätsprüfungen gehören in geeignete Labore oder Betriebe unter Fachaufsicht.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet eine dokumentierte Freigabe? (Zulässigkeit für eine konkrete Anwendung) (!Gleiche Farbe zweier Produkte) (!Gleiche Viskositätszahl) (!Sichtbare Mischbarkeit)
Welche Aussage zu Mischbarkeit und Kompatibilität ist richtig? (Mischbarkeit beweist noch keine funktionale Kompatibilität) (!Mischbare Stoffe sind immer freigegeben) (!Gleiche Farbe beweist Kompatibilität) (!Gleiche Verpackung beweist Freigabe)
Was ist bei unbekanntem Schmierstoff im Nachfüllgerät richtig? (Nicht verwenden und Identität klären) (!Mit freigegebenem Öl verdünnen) (!An der Farbe erkennen) (!Durch Geruchsprobe bestimmen)
Was sagt die NLGI-Klasse hauptsächlich aus? (Die Konsistenz eines Schmierfetts) (!Die vollständige chemische Zusammensetzung) (!Die Maschinenfreigabe) (!Die Entsorgungskategorie)
Welche Maßnahme hilft gegen Kreuzkontamination? (Produktbezogene und eindeutig gekennzeichnete Nachfüllgeräte) (!Gemeinsamer Trichter für alle Öle) (!Offene Lagerung zur Sichtkontrolle) (!Umfüllen in unbeschriftete Behälter)
Wie ist bei fehlender Mischfreigabe zu handeln? (Vorgang stoppen und Freigabe klären) (!Kleine Menge probeweise einfüllen) (!Mit Wasser verdünnen) (!Nur nach Farbe entscheiden)
Welche Reinigung ist bei Staubablagerungen grundsätzlich nicht zulässig? (Abblasen mit Druckluft ohne besondere Schutzmaßnahmen) (!Vorgesehenes staubarmes Verfahren) (!Geeignete Absaugung) (!Betrieblich festgelegte Reinigung)
Welche Aussage zu Messwerten ist richtig? (Ein Trend kann eine Abweichung anzeigen ohne die Ursache sicher zu beweisen) (!Ein Messwert erklärt immer die Ursache) (!Partikelwerte ersetzen die Produktidentifikation) (!Viskosität allein bestätigt die Freigabe)
Was gilt bei Altöl unterschiedlicher Sammelkategorien grundsätzlich? (Sie dürfen nicht miteinander vermischt werden) (!Sie werden immer gemeinsam gesammelt) (!Sie dürfen mit Reinigern verdünnt werden) (!Die Farbe entscheidet über die Entsorgung)
Was ist bei realen chemischen Kompatibilitätsprüfungen erforderlich? (Geeigneter Betrieb oder Labor mit Fachaufsicht) (!Eigenversuch in der Pause) (!Geruchsprobe am offenen Behälter) (!Erwärmen unbekannter Gemische am Arbeitsplatz)
Memory
| Mischbarkeit | Stoffe können sich miteinander vermischen |
| Kompatibilität | Mischung behält geforderte Eigenschaften ausreichend bei |
| Freigabe | Dokumentierte Zulässigkeit für die konkrete Anwendung |
| Kreuzkontamination | Fremdstoff gelangt unbeabsichtigt in ein System |
| Viskosität | Maß für den inneren Fließwiderstand |
| Verdicker | Strukturgeber eines Schmierfetts |
| Schmierfilm | Trennende Schicht zwischen tribologisch beanspruchten Flächen |
| Altöl | Gebrauchtes Öl mit geregeltem Entsorgungsweg |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Anlagenidentifikation | Maschine und Schmierstelle eindeutig feststellen |
| Sollprodukt | Wartungsplan oder Freigabeliste prüfen |
| Produktidentität | Gebinde und Kennzeichnung eindeutig abgleichen |
| Kompatibilitätsklärung | Reststoff und Wechselverfahren bewerten lassen |
| Dokumentation | Maßnahme nachvollziehbar eintragen |
...
Kreuzworträtsel
| Tribologie | Wie heißt die Lehre von Reibung, Verschleiß und Schmierung? |
| Viskositaet | Welche Stoffeigenschaft beschreibt den Fließwiderstand? |
| Freigabe | Wie heißt die dokumentierte Zulässigkeit für einen Einsatz? |
| Additive | Wie heißen zugesetzte Wirkstoffe in vielen Schmierstoffen? |
| Schmierfilm | Wie heißt die trennende Schicht zwischen Kontaktflächen? |
| Altoel | Wie heißt gebrauchtes Öl im Entsorgungsrecht? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kennzeichnung prüfen: Fotografiere im Ausbildungsbetrieb nur nach Freigabe zwei korrekt gekennzeichnete Schmierstoffgebinde und erkläre, welche Angaben eine Verwechslung verhindern.
- Tribologie erklären: Erstelle eine Skizze mit Oberfläche, Bewegung, Last und Schmierfilm.
- Sauberkeitsbarrieren: Finde vier Stellen, an denen Fremdstoffe in ein Schmiersystem gelangen könnten, ohne etwas zu öffnen oder zu zerlegen.
- Dokumentencheck: Zeige an einem freigegebenen Beispiel, wo Du Produktbezeichnung, Gefahrenhinweise und Herstellerinformationen findest.
Standard
- Schmierplan lesen: Vergleiche Schmierplan und Lagerkennzeichnung und markiere, welche Angaben für eine eindeutige Produktzuordnung benötigt werden.
- Verwechslungsanalyse: Untersuche einen fiktiven Ablauf vom Lager bis zur Schmierstelle und identifiziere drei mögliche Kreuzkontaminationen.
- Messwerte bewerten: Interpretiere die fiktive Messwerttabelle aus dem Kurs und formuliere drei zulässige Aussagen und drei Aussagen, die die Daten nicht beweisen.
- Staubarme Reinigung: Erstelle ein kurzes Poster, das erklärt, warum trockenes Kehren und unkontrolliertes Abblasen problematisch sind.
Schwer
- Freigabeprozess: Entwirf einen betrieblichen Entscheidungsbaum für Nachfüllen, Wechseln, Stoppen und Rückfragen.
- Materialverträglichkeit: Recherchiere unter Anleitung, welche Dichtungswerkstoffe in einer ausgewählten Ausbildungsanlage verbaut sind und welche Herstellerunterlagen zur Schmierstoffverträglichkeit vorliegen.
- Entsorgungslogik: Erstelle für einen fiktiven Betrieb ein Trennschema für Altöl, Reinigungsreste und ölhaltige Betriebsmittel ohne reale Stoffe umzufüllen.
- Transferfall: Entwickle einen neuen Störungsfall, in dem Produktfreigabe, Sauberkeit und Entsorgung gleichzeitig eine Rolle spielen, und begründe eine sichere Handlungsfolge.


Lernkontrolle
- Freigabeentscheidung: Zwei Produkte tragen dieselbe Viskositätsklasse, aber nur eines steht im Schmierplan. Begründe die richtige Entscheidung und nenne die noch fehlenden Informationen.
- Ursachenanalyse: Nach einem Wartungseingriff steigen Partikelwerte und Filterdifferenzdruck. Entwickle mindestens drei mögliche Ursachen und ordne passende Prüfungen zu, ohne eine Ursache vorwegzunehmen.
- Kreuzkontamination: Analysiere, wie ein gemeinsam verwendeter Trichter zu einem technischen und organisatorischen Fehler führen kann.
- Gefahrstoffmanagement: Begründe, warum technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen nicht beliebig gegeneinander austauschbar sind.
- Entsorgung: Ein Behälter enthält unbekanntes Öl und Reinigungsmittelreste. Erkläre, warum Zusammenkippen in den Altöltank keine zulässige Standardlösung ist.
- Transfer: Entwickle eine Checkliste mit maximal sechs Punkten, die ein Auszubildender vor jedem Schmierstoff-Nachfüllen anwenden kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern sichere Entscheidungen begründen kannst.
- Du unterscheidest Mischbarkeit, Kompatibilität und Freigabe.
- Du liest Schmierplan, Produktkennzeichnung und Freigabeunterlagen korrekt.
- Du erkennst Kreuzkontaminations- und Sauberkeitsrisiken.
- Du bewertest Messwerttrends ohne unzulässige Kausalbehauptungen.
- Du beachtest Gefahrstoff-, Staub- und Entsorgungsregeln.
- Du formulierst bei Unsicherheit eine sichere Stop- und Rückfragestrategie.
Quellen und Medienrechte
Fachquellen, geprüft am 04.10.2026:
- DGUV/IFA: Portal Kühlschmierstoffe – Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Praxishilfen.
- DGUV/IFA: Schutzmaßnahmen bei Kühlschmierstoffen – technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen.
- BAuA: TRGS 500 Schutzmaßnahmen – staubarme Reinigung, Vermeidung von Trockenkehren und Abblasen.
- BAuA: TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte – aktuelle Arbeitsplatzgrenzwerte und Hinweise zum allgemeinen Staubgrenzwert.
- Altölverordnung § 4 – getrennte Entsorgung und Vermischungsverbote.
- Kreislaufwirtschaftsgesetz § 9a – Vermischungsverbot für gefährliche Abfälle.
- SKF: Lubricants / Grease compatibility – Grenzen von Kompatibilitätstabellen, Wechsel und Prüfung.
- NLGI Spokesman: Grease Compatibility Charts are Dangerous! – Grenzen pauschaler Fettverträglichkeitstabellen.
Medienrechte:
- Tribometrisches Prinzip.svg – Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Autor Bahnsen.
- Pitting on gear flank.jpg – Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Autor Loscimmio.
- Wheel Bearing Grease.jpg – Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Autor Surv1v4l1st.
- Sae.svg – Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, Autor Hundehalter.
- Symbol Fluid-Filter with Contamination indicator.svg – Wikimedia Commons, CC BY 3.0, Autor MovGP0.
- Lube Oil Sample Rack – Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0, Autor Chris Hunkeler.
- Oil testing.jpg – Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Autor Ciacho5.
- Wear debris – Wikimedia Commons, CC BY 4.0, Autoren Lanfeng Zhang, Shirong Ge und Hongtao Liu.
- Contamination of test rig oil system and filter – Wikimedia Commons, NASA/NARA, Public Domain in den USA laut Dateiseite.
- Die YouTube-Videos werden nicht kopiert, sondern über den YouTube-Player eingebettet. Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Verwendet werden „SKF Bearing Lubrication“ von SKF Maintenance Products und „How Friction, Wear & Lubrication Interact – Tribology“ von The Motor Oil Geek. Kein Sofatutor-Inhalt.
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