Zum Inhalt springen

Korrosion und Oberflächenschutz – Spaltkorrosion und Lochkorrosion einordnen

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 4. Oktober 2026, 18:30 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Korrosion und Oberflächenschutz – Spaltkorrosion und Lochkorrosion einordnen

QR-Code



Korrosion und Oberflächenschutz – Spaltkorrosion und Lochkorrosion einordnen

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Anlagenmechanik, Industriemechanik, Instandhaltung und verwandten Berufen.

Kurzbeschreibung: Du lernst, Spaltkorrosion und Lochkorrosion an konstruktiven Ursachen und typischen Schadensbildern zu unterscheiden. Der Kurs arbeitet mit Werkstoffbildern, Schemata, Messwertansichten, einem Ausbildungsfall und kurzen Prüfaufgaben. Chemische Prozesse werden nur fachlich erklärt. Es gibt keine gefährlichen Eigenversuche.


Einleitung

Eine Edelstahlleitung sieht außen fast unbeschädigt aus. Unter einer Dichtung zeigt sich jedoch ein dunkler, flächiger Angriff. Einige Zentimeter daneben sitzt ein winziger Punkt, unter dem sich eine tiefe Kaverne verbirgt. Beide Schäden gehören zur örtlichen Korrosion, aber ihre konstruktiven Ursachen unterscheiden sich.

Leitfrage: Liegt der Angriff an einer frei zugänglichen Oberfläche oder in einem engen, schlecht durchströmten Bereich? Diese erste Beobachtung hilft Dir, Lochkorrosion und Spaltkorrosion einzuordnen.

Fachliche Grundlagen: Fraunhofer IFAM – Korrosion FAQ, worldstainless – Corrosion properties, Outokumpu – Corrosion resistance.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Schadensbild: Spaltkorrosion und Lochkorrosion anhand von Lage, Form und typischen Befunden unterscheiden.
  2. Konstruktion: konstruktive Risikostellen wie Dichtspalte, Überlappungen, Toträume und schlecht entwässerte Bereiche erkennen.
  3. Passivschicht: erklären, warum nichtrostende Stähle lokal ihre Schutzwirkung verlieren können.
  4. Prüfung: Sichtbefund, Pit-Tiefe, Profilometrie und weitere Messdaten sinnvoll einordnen.
  5. Korrosionsschutz: konstruktive, werkstoffbezogene und betriebliche Schutzmaßnahmen begründet auswählen.
  6. Arbeitsschutz: Staub, Beizchemikalien und Abfälle fachgerecht als betriebliche Gefährdung einordnen.


Lernweg in sechs Kurz-Einheiten

Einheit Kernfrage Lernmedium
1 Wo sitzt der Schaden? Werkstoffbilder
2 Was schützt nichtrostenden Stahl? Passivschichtbild
3 Wie entsteht Spaltkorrosion? Schema und Video
4 Wie entsteht Lochkorrosion? Schema und Video
5 Wie wird ein Schaden geprüft? Kamera-, Profil- und Messansicht
6 Wie wird das Risiko reduziert? Konstruktions- und Sicherheitscheck


Kurz-Einheit 1: Schadensbilder zuerst lesen

Spaltkorrosion ist an eine Spaltsituation gebunden: zum Beispiel unter Dichtungen, in Überlappungen, an schlecht ausgeführten Fugen, unter Ablagerungen oder in konstruktiven Toträumen.

Lochkorrosion kann dagegen auf einer frei zugänglichen passiven Metalloberfläche beginnen. Sichtbar ist oft nur eine kleine Öffnung. Darunter kann der Materialangriff deutlich größer und tiefer sein.

Merksatz: Spalt vorhanden → zuerst an Spaltkorrosion denken. Punktförmiger Angriff auf freier Oberfläche → Lochkorrosion prüfen. Die endgültige Bewertung braucht trotzdem Werkstoff-, Umgebungs- und Messdaten.


Basisaufgabe mit Feedback

Aufgabe: Du siehst Korrosionsprodukte genau unter einer Flachdichtung. Außerhalb der Dichtung ist die Oberfläche weitgehend intakt. Welche Korrosionsart ist zuerst zu prüfen?

Feedback: Spaltkorrosion ist die naheliegende Arbeitshypothese, weil der Angriff an einen engen, massentransportbehinderten Bereich gebunden ist. Das Schadensbild allein ersetzt keine technische Ursachenanalyse.


Kurz-Einheit 2: Die Passivschicht verstehen

Nichtrostende Stähle verdanken ihre Korrosionsbeständigkeit einer sehr dünnen, chromreichen passiven Oberflächenschicht. Sie kann sich unter geeigneten Bedingungen nach kleinen Beschädigungen wieder ausbilden. Chloride, ungünstige Temperatur- und pH-Bedingungen sowie örtlich eingeschränkter Stofftransport können die lokale Stabilität dieser Schutzschicht verschlechtern.

Wichtig: „Nichtrostend“ bedeutet nicht „unter allen Bedingungen korrosionsfrei“. Werkstoffgüte, Oberfläche, Geometrie, Medium, Temperatur, Stillstandszeiten und Verunreinigungen wirken zusammen.

Quelle: worldstainless, Outokumpu.


Prüfkarte: Ursache statt Schlagwort

Beobachtung: Ein Bauteil aus nichtrostendem Stahl korrodiert lokal.

Nicht ausreichend als Erklärung: „Edelstahl kann eben rosten.“

Besser: Prüfe, wo die Passivschicht lokal instabil geworden ist und welche Kombination aus Geometrie, Medium, Temperatur, Oberfläche und Betriebszustand vorlag.


Kurz-Einheit 3: Spaltkorrosion einordnen

In einem engen Spalt wird die Lösung nur langsam ausgetauscht. Bei passivierenden Werkstoffen kann der Sauerstoffnachschub im Spalt sinken. Die chemische Umgebung im Spalt verändert sich gegenüber der freien Oberfläche. Dadurch kann die Passivschicht lokal versagen und der Angriff im Spalt fortschreiten.

Typische konstruktive Auslöser sind Dichtungen, Schraubverbindungen, Überlappungen, nicht vollständig geschlossene Fugen, Ablagerungen und schwer reinigbare Toträume.

Video: „10c, Spaltkorrosion“ – Werkstofftechnik mit Prof. Sadlowsky, BFSV Verpackungsinstitut Hamburg GmbH / HAW Hamburg.

Nach Fraunhofer IFAM ist die Vermeidung kritischer Spalte eine zentrale konstruktive Maßnahme. Wenn Spalte technisch unvermeidbar sind, müssen Geometrie, Werkstoff, Dichtungskonzept, Reinigung, Entwässerung und Betriebsbedingungen gemeinsam betrachtet werden.


Konstruktiver Schnellcheck

Frage Warnsignal Bessere Richtung
Kann Flüssigkeit stehen bleiben? Totraum oder Tasche Entwässern und reinigen ermöglichen
Liegt eine Dichtung auf großer Fläche an? enger Randspalt Dichtkonzept korrosionstechnisch prüfen
Gibt es Überlappungen? schlecht zugänglicher Spalt spaltarme Verbindung bevorzugen
Bleiben Ablagerungen haften? unterdeckter Bereich Reinigbarkeit und Oberfläche verbessern
Wird nur die Außenseite geprüft? verdeckter Angriff bleibt unentdeckt spaltnahe Bereiche gezielt inspizieren


Kurz-Einheit 4: Lochkorrosion einordnen

Bei Lochkorrosion bricht die Passivschicht an kleinen Bereichen lokal zusammen. Der kleine aktive Bereich wirkt anodisch gegenüber einer viel größeren passiven Umgebung. Besonders chloridhaltige Medien können bei nichtrostenden Stählen das Risiko erhöhen. Ein Loch kann an der Oberfläche klein wirken und sich unterhalb der Oberfläche deutlich erweitern.

Video: „10f, Lochkorrosion“ – Werkstofftechnik mit Prof. Sadlowsky, BFSV Verpackungsinstitut Hamburg GmbH / HAW Hamburg.

Zur Vertiefung beider Korrosionsformen:

Video: NPTEL / IIT Kanpur, „Crevice and Pitting corrosion“, Prof. Kallol Mondal.

Achtung bei Zahlenwerten: Es gibt keinen universellen Chlorid-Grenzwert, der für jeden nichtrostenden Stahl und jede Konstruktion gilt. Temperatur, pH-Wert, Werkstoffzusammensetzung, Oberflächenzustand, Oxidationsbedingungen, Spalte und Stillstand beeinflussen die Beständigkeit gemeinsam.


Anwendung mit begründetem Feedback

Aufgabe: Auf einer frei zugänglichen Rohrinnenfläche werden drei nadelstichartige Öffnungen gefunden. Eine Tiefenmessung zeigt deutlich größeren Angriff in die Tiefe als an der sichtbaren Oberfläche.

Feedback: Das passt zu Lochkorrosion. Entscheidend ist die Kombination aus freier Oberfläche, lokalem punktförmigem Beginn und starkem Tiefenangriff. Eine reine Sichtprüfung kann das Ausmaß unterschätzen.


Kurz-Einheit 5: Prüfen und messen

Eine lokale Korrosionsstelle wird nicht nur „angeschaut“. Je nach Bauteil und betrieblichen Vorgaben kommen Sichtprüfung, Endoskopie, Profilometrie, Wanddickenmessung oder weitere zerstörungsfreie Prüfverfahren infrage. Auswahl und Bewertung gehören in fachkundige Hände.

Kameraansicht: Beispiel einer bei einer zerstörungsfreien Prüfung erkannten Lochkorrosionsstelle.

Profilansicht: Eine Laser-Profilometrie macht Tiefen- und Formunterschiede sichtbar.

Messmittel: Beispiel eines Pit Gauges zur geometrischen Beurteilung von Korrosionsvertiefungen.

Bei lokaler Korrosion ist der reine Massenverlust oft wenig aussagekräftig. Ein kleiner Flächenanteil kann tief geschädigt sein, obwohl die Gesamtmasse kaum verändert ist.

Quelle: Outokumpu – Testing stainless steel for resistance to pitting corrosion.


Messwertansicht: Übungsdaten

Hinweis: Die folgenden Werte sind didaktisch erzeugte Übungsdaten. Sie sind keine Grenzwerte und stammen nicht aus einer realen Anlage.

Prüfstelle Lage Sichtbefund maximale gemessene Tiefe erste Einordnung
A freie Rohrfläche drei kleine Öffnungen 0,72 mm Lochkorrosion prüfen
B unter Flachdichtung ringförmiger dunkler Angriff 0,31 mm Spaltkorrosion prüfen
C frei gespülte Vergleichsfläche keine auffällige Vertiefung unter Messauflösung Referenzfläche


Anwendungsaufgabe mit Feedback

Aufgabe: Welche Prüfstelle ist allein durch ihre Lage besonders typisch für eine konstruktiv verursachte Spaltkorrosion?

Feedback: Prüfstelle B, weil der Angriff unter der Flachdichtung liegt. Die Dichtung erzeugt einen engen Bereich mit eingeschränktem Stoffaustausch. Die Tiefe allein entscheidet nicht über die Korrosionsart.


Kurz-Einheit 6: Oberflächenschutz, Konstruktion und Betrieb

Korrosionsschutz beginnt nicht erst mit einer Beschichtung. Bei nichtrostenden Stählen sind Werkstoffwahl, spaltarme Konstruktion, saubere Oberfläche, geeignete Fertigung, Reinigbarkeit, Entwässerung und passende Betriebsbedingungen besonders wichtig.

Ursache Schutzansatz Begründung
enger Spalt Geometrie ändern Stoffaustausch und Reinigbarkeit verbessern
Ablagerungen Reinigung und Oberflächenzustand verbessern unterdeckte Spalte vermeiden
ungeeignete Werkstoffgüte Werkstoff passend zum Medium wählen Widerstand gegen lokale Korrosion erhöhen
Chloride und erhöhte Temperatur Betriebsbedingungen prüfen Aggressivität des Mediums kann steigen
beschädigte oder verunreinigte Oberfläche fachgerechte Nachbehandlung stabile Passivierung unterstützen
verdeckte Risikostelle Prüfplan anpassen lokale Schäden früh erkennen

Nicht ausreichend: einen Schaden nur zu polieren, ohne die Ursache zu beseitigen. Wenn Geometrie, Medium oder Werkstoff unverändert kritisch bleiben, kann der Angriff erneut auftreten.


Ausbildungsfall: Flansch F17

Du arbeitest in der Instandhaltung einer betrieblichen Spülanlage. Eine Rohrleitung aus nichtrostendem Stahl zeigt nach mehreren Betriebsmonaten zwei unterschiedliche lokale Schäden.

Übungsdaten des Falls: Werkstoff 1.4301; wässriges Medium; zeitweise erhöhte Chloridwerte; wechselnde Temperatur; längere Stillstandsphasen. Die Zahlen sind bewusst nicht als allgemeine Grenzwerte formuliert.

Befund Beobachtung Messung
Stelle A freie Innenfläche, kleine punktförmige Öffnung tiefe lokale Vertiefung
Stelle B direkt unter der Dichtkante, flächiger dunkler Angriff breiter, weniger tiefer lokaler Abtrag
Konstruktion Flansch mit Dichtung und schlecht entwässerter Unterseite Flüssigkeitsreste nach Stillstand möglich


Auftrag 1: Basis

Ordne Stelle A und Stelle B einer Korrosionsart zu.

Feedback: A spricht für Lochkorrosion, weil der Angriff punktförmig auf einer freien Oberfläche startet und in die Tiefe fortschreitet. B spricht für Spaltkorrosion, weil der Schaden an die Dichtkante und damit an eine Spaltsituation gebunden ist.


Auftrag 2: Anwendung

Nenne zwei konstruktive oder betriebliche Ursachen, die Stelle B begünstigen können.

Feedback: Plausibel sind der enge Dichtspalt, schlechte Entwässerung, Ablagerungen, längere Stillstandszeiten und eingeschränkte Reinigung. Begründung: Solche Bedingungen können den Stoffaustausch im Spalt einschränken und ein anderes lokales Milieu als auf der freien Oberfläche erzeugen.


Auftrag 3: Transfer

Entwickle einen Verbesserungsplan, der nicht nur die sichtbare Korrosionsstelle behandelt.

Begründetes Feedback: Eine gute Lösung kombiniert mehrere Ebenen: Spaltgeometrie und Entwässerung verbessern, Dicht- und Werkstoffkonzept prüfen, Reinigbarkeit sicherstellen, Medium und Temperatur bewerten sowie die Inspektion auf verdeckte Risikobereiche ausrichten. Nur Oberflächenkosmetik beseitigt die Ursache nicht.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1 – Lage prüfen: Liegt der Schaden frei oder unter einer Dichtung, Überlappung beziehungsweise Ablagerung?

Hilfe 2 – Stoffaustausch prüfen: Kann frische Lösung beziehungsweise Sauerstoff den Bereich gut erreichen, oder liegt ein enger, stagnierender Bereich vor?

Hilfe 3 – Form prüfen: Ist der Angriff punktförmig und tief oder an einen Spalt gebunden und dort flächiger?

Hilfe 4 – Ursache vor Maßnahme: Ändere nicht zuerst die Oberfläche. Formuliere zuerst eine Ursache, dann eine passende Gegenmaßnahme.


Sicherheit, Gefahrstoffe und Entsorgung

Sicherheitsgrenze dieses Kurses: Es werden keine Korrosions-, Beiz-, Passivierungs- oder Salzsprühversuche als Eigenversuch durchgeführt. Reale chemische Prozesse gehören ausschließlich in geeignete Betriebe mit Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, geeigneter Technik und Fachaufsicht.


Schleifen und Metallstaub

Beim Schleifen entstehen Unfall- und Gesundheitsgefahren. Die DGUV Information 209-002 „Schleifen“ behandelt unter anderem Schutzhauben, sichere Arbeitsweise und Gefahrstoffaspekte. Für Stäube gelten betriebliche Bewertungs- und Schutzpflichten. Der allgemeine Staubgrenzwert ersetzt keine stoffbezogene Bewertung von Bestandteilen wie Nickel oder Chromverbindungen. Maßgeblich sind Gefährdungsbeurteilung und aktuelle TRGS, unter anderem TRGS 900 sowie bei einschlägigen Tätigkeiten TRGS 561.

Für Lernaufgaben gilt: keine eigene Erzeugung von Schleifstaub. Nutze Fotos, Zeichnungen, saubere und freigegebene Muster oder bereits dokumentierte Messdaten.


Chemische Oberflächenbehandlung

Beim Beizen nichtrostender Stähle können stark gefährliche Chemikalien eingesetzt werden. Die DGUV Information 209-022 nennt für das Edelstahlbeizen unter anderem Flusssäure und Salpetersäure und weist besonders auf die hohe Gefahr von Flusssäure hin.

Daher: keine Beizpaste, Säure, Passivierungschemikalie oder unbekannte Reinigungschemikalie in Schul- oder Heimversuchen einsetzen. Im Betrieb gelten Sicherheitsdatenblatt, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Substitutionsprüfung, technische Schutzmaßnahmen, geeignete PSA und Fachaufsicht.


Entsorgung

Metallstäube, Schleifschlämme, gebrauchte Schleifmittel, Beizreste und Spülflüssigkeiten werden nicht pauschal gleich entsorgt. Die Zuordnung richtet sich nach Herkunft und Zusammensetzung nach der Abfallverzeichnis-Verordnung. Dort sind für die Metallbearbeitung unter anderem Eisenstaub und -teilchen, NE-Metallstaub und -teilchen sowie gefährliche ölhaltige Metallschlämme aufgeführt.

Praxisregel: Abfälle nicht in Ausguss oder Restmüll geben, wenn die betriebliche Einstufung das nicht ausdrücklich zulässt. Betriebliche Sammelwege, Kennzeichnung und Entsorgungsnachweise beachten. Edelstahl ist als Schrott ein wertvoller Sekundärrohstoff; Hinweise zum Recycling bietet das Umweltbundesamt.


Medien und Medienrechte

Die folgenden Wikimedia-Commons-Dateien wurden auf ihren Dateiseiten geprüft. Die Lizenzangaben gelten jeweils nach den dort genannten Bedingungen, insbesondere Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

Medium Lernzweck geprüfte Lizenz Quelle
Crevice corrosion of 316 stainless steel in desalination.jpg reales Spaltkorrosionsbild CC BY-SA 3.0 Commons
Crevice-corrosion scheme.png Spaltkorrosionsschema CC BY-SA 3.0 Commons
Pitting corrosion-scheme.png Lochkorrosionsschema CC BY-SA 3.0 Commons
Pitting Corrosion on a pipe.JPG reales Lochkorrosionsbild CC BY 3.0 Commons
Cross section of passive film of stainless steel.webp mikroskopischer Blick auf Passivfilm CC BY 4.0 Commons
Pipeline video inspection - pitting corrosion.png NDT-Kameraansicht CC BY-SA 4.0 Commons
Laser profilometry - pitting corrosion.png Profilometrie CC BY-SA 4.0 Commons
Curves.JPG Pit Gauge CC BY 3.0 Commons

YouTube: Die Videos werden nur eingebettet. Eine freie Lizenz zur Weiterveröffentlichung außerhalb der YouTube-Einbettung wird hier nicht behauptet. Rechte und Nutzungsbedingungen verbleiben beim jeweiligen Kanal beziehungsweise Rechteinhaber. Verifiziert wurden die Videos der BFSV Verpackungsinstitut Hamburg GmbH mit Prof. Sadlowsky sowie die NPTEL-Vorlesung des IIT Kanpur. Sofatutor wird nicht verwendet.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wodurch ist Spaltkorrosion besonders gekennzeichnet? (Der Angriff ist an einen engen Spalt oder abgedeckten Bereich gebunden) (!Der Angriff verteilt sich immer gleichmäßig über die gesamte Oberfläche) (!Der Angriff tritt nur bei trockener Luft auf) (!Der Angriff entsteht ausschließlich durch mechanische Überlastung)




Welches Schadensbild passt am ehesten zu Lochkorrosion? (Kleine Öffnung an der Oberfläche mit möglichem tiefem Angriff darunter) (!Gleichmäßiger Materialabtrag auf der gesamten Fläche) (!Nur eine elastische Verformung ohne Stoffänderung) (!Ausschließlich ein sichtbarer Riss ohne Korrosionsprodukte)




Warum sind enge Spalte bei passivierenden Werkstoffen kritisch? (Der Stoffaustausch kann eingeschränkt sein und das lokale Milieu verändert sich) (!Im Spalt steigt automatisch die Werkstoffdicke) (!Im Spalt verschwindet jede elektrische Leitfähigkeit) (!Ein Spalt verhindert grundsätzlich den Kontakt mit Flüssigkeit)




Welche Beobachtung spricht zuerst für Spaltkorrosion? (Korrosionsangriff direkt unter einer Dichtkante) (!Punktförmiger Angriff mitten auf einer freien Fläche) (!Gleichmäßige matte Oberfläche nach Bürsten) (!Unveränderte Referenzfläche ohne Befund)




Welche Aussage zur Passivschicht nichtrostender Stähle ist richtig? (Sie schützt den Werkstoff, kann aber unter ungünstigen Bedingungen lokal versagen) (!Sie ist eine dicke Kunststoffbeschichtung) (!Sie macht jeden nichtrostenden Stahl gegen jedes Medium beständig) (!Sie entsteht nur nach einer Lackierung)




Warum kann eine reine Massenverlustmessung bei Lochkorrosion problematisch sein? (Ein kleiner Flächenanteil kann tief geschädigt sein, obwohl der Gesamtmassenverlust gering bleibt) (!Lochkorrosion verändert niemals die Geometrie) (!Massenmessungen sind grundsätzlich bei Metallen verboten) (!Lochkorrosion tritt nur an nichtmetallischen Werkstoffen auf)




Welche Maßnahme wirkt konstruktiv gegen Spaltkorrosion? (Kritische Spalte und schlecht entwässerte Toträume vermeiden) (!Zusätzliche verdeckte Überlappungen einbauen) (!Ablagerungen bewusst im Spalt belassen) (!Nur die sichtbare Außenseite polieren)




Welcher Faktor kann das Risiko lokaler Korrosion nichtrostender Stähle erhöhen? (Chloridhaltiges Medium) (!Eine eindeutig trockene und saubere Lagerung ohne Elektrolyt) (!Eine dokumentierte Sichtprüfung) (!Eine gut zugängliche Referenzfläche)




Was ist bei Beizchemikalien in diesem Kurs richtig? (Sie werden nicht im Eigenversuch eingesetzt) (!Sie dürfen ohne Sicherheitsdatenblatt gemischt werden) (!Sie gehören nach Gebrauch grundsätzlich in den Ausguss) (!Sie können ohne Fachaufsicht in jeder Lernwerkstatt verwendet werden)




Welche Aussage zur Entsorgung ist richtig? (Abfälle werden nach Herkunft und Zusammensetzung betrieblich eingestuft) (!Jeder Metallstaub gehört automatisch in den Restmüll) (!Beizreste werden grundsätzlich mit Wasser verdünnt und abgeleitet) (!Schleifschlämme haben immer denselben Abfallschlüssel)





Memory

Spaltkorrosion Dichtkante
Lochkorrosion punktförmige Vertiefung
Passivschicht lokaler Oberflächenschutz
Profilometrie Tiefenprofil
Chlorid Risikofaktor
Totraum schlechte Entwässerung
Pit Gauge Tiefenmessung
Fachaufsicht chemische Prozesssicherheit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Dichtspalt typische konstruktive Risikostelle der Spaltkorrosion
Freie Oberfläche möglicher Startort der Lochkorrosion
Passivschicht lokaler Schutz nichtrostender Stähle
Profilometrie Darstellung der Oberflächentopografie
Gefährdungsbeurteilung Grundlage betrieblicher Schutzmaßnahmen




...


Kreuzworträtsel

Passivschicht Welche dünne Schutzschicht ist für nichtrostende Stähle besonders wichtig?
Chlorid Welches Ion ist ein häufiger Risikofaktor für lokale Korrosion nichtrostender Stähle?
Dichtung Welches Bauteil kann einen kritischen Spalt erzeugen?
Profilometrie Welches Messverfahren kann ein Tiefenprofil der Oberfläche liefern?
Kathode Wie heißt der elektrochemische Gegenbereich zur Anode?
Entwässerung Welche konstruktive Eigenschaft verhindert stehende Flüssigkeitsreste?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Nichtrostende Stähle werden durch eine dünne

geschützt.
Spaltkorrosion tritt bevorzugt in einem engen

auf.
Eine Dichtung kann eine konstruktive

bilden.
Bei Lochkorrosion ist die sichtbare Öffnung oft kleiner als der Angriff in der

.
Chlorid kann die Stabilität passiver Oberflächen

.
Im Spalt kann der Stoffaustausch stark

sein.
Eine Laser-Profilometrie liefert Informationen über die

einer Oberfläche.
Der reine Massenverlust kann lokale Tiefenschäden

.
Konstruktiver Korrosionsschutz versucht kritische Spalte zu

.
Beim Schleifen muss die betriebliche Staubexposition fachgerecht

werden.
Beizchemikalien gehören nur in geeignete Betriebe mit

.
Abfälle werden nach Herkunft und Zusammensetzung

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Schadensbild: Vergleiche die beiden Commons-Fotos zu Spalt- und Lochkorrosion. Markiere auf einer eigenen Skizze, wo Du jeweils den Beginn des Angriffs vermutest.
  2. Konstruktionsskizze: Zeichne einen Flansch mit Dichtung und kennzeichne drei Bereiche, die Du bei einer Sichtprüfung besonders beachten würdest.
  3. Begriffskarte: Erstelle eine Karte mit den Begriffen Passivschicht, Spalt, Chlorid, Pit-Tiefe und Entwässerung und verbinde sie mit kurzen Ursache-Wirkungs-Pfeilen.
  4. Fotodokumentation: Suche in freigegebenen betrieblichen oder schulischen Bildbeständen nach zwei ungefährlichen Beispielen für Spalte und Toträume. Fotografiere keine laufenden Anlagen ohne Erlaubnis.


Standard

  1. Ausbildungsfall: Schreibe für Flansch F17 eine kurze Schadensmeldung mit Befund, Arbeitshypothese, noch fehlenden Daten und nächstem sicheren Prüfschritt.
  2. Messdaten: Entwickle aus der Übungstabelle eine einfache Prüfmatrix mit den Spalten Lage, Schadensform, Tiefe, Zugänglichkeit und vermutete Korrosionsart.
  3. Interview: Befrage eine Fachkraft aus Instandhaltung, Qualitätssicherung oder Oberflächentechnik dazu, wie verdeckte Korrosionsstellen im Betrieb gefunden werden. Dokumentiere nur freigegebene Informationen.
  4. Medienkritik: Vergleiche das Spaltkorrosionsvideo mit dem Commons-Schema. Nenne zwei Übereinstimmungen und eine Information, die nur eines der beiden Medien liefert.


Schwer

  1. Konstruktiver Korrosionsschutz: Entwirf eine spaltärmere Variante des Flansches F17. Begründe jede Änderung mit einem physikalisch-chemischen Zusammenhang.
  2. Werkstoffauswahl: Erstelle einen Entscheidungsbaum, welche Daten vor einer Werkstoffänderung erhoben werden müssen. Verwende keine pauschalen Chloridgrenzwerte.
  3. Prüfplanung: Plane eine sichere Zustandsprüfung für eine Leitung mit verdeckten Dichtstellen. Trenne Sichtprüfung, Messverfahren, Dokumentation und Entscheidungskriterien.
  4. Transferprojekt: Entwickle ein fünfminütiges Erklärvideo oder Poster für neue Auszubildende: „Warum Edelstahl lokal korrodieren kann“. Verwende ausschließlich eigene oder lizenzgeprüfte Medien und führe die Quellen an.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursachenanalyse: Ein Bauteil zeigt Korrosion nur unter einer Dichtung. Erkläre eine plausible Prozesskette von der Konstruktion bis zum sichtbaren Schaden und nenne zwei Informationen, die Du zur Absicherung noch brauchst.
  2. Vergleich: Begründe, warum ein winziger Oberflächenpunkt gefährlicher sein kann als eine großflächige leichte Verfärbung.
  3. Entscheidung: Ein Betrieb möchte nur häufiger polieren. Bewerte diese Maßnahme für wiederkehrende Spaltkorrosion und schlage eine ursachenbezogene Alternative vor.
  4. Messstrategie: Wähle für eine lokale Korrosionsstelle mindestens zwei geeignete Prüf- oder Messansätze und begründe, welche Information jeder Ansatz liefert.
  5. Werkstoff und Umgebung: Erkläre, warum die Aussage „1.4404 ist immer chloridbeständig“ fachlich zu pauschal wäre.
  6. Sicherheitstransfer: Formuliere eine sichere Lernaufgabe zum Thema Beizen, bei der keinerlei Säuren verwendet werden, aber trotzdem die Funktion der Oberflächenbehandlung verstanden wird.
  7. Entsorgungsentscheidung: Begründe, warum Metallstaub, ölhaltiger Schleifschlamm und Beizrest nicht automatisch gemeinsam entsorgt werden dürfen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du:

  1. Spaltkorrosion und Lochkorrosion an Lage und Schadensform unterscheiden kannst.
  2. die Rolle der Passivschicht in eigenen Worten erklärst.
  3. konstruktive Risikostellen an einer Zeichnung findest.
  4. Messdaten nicht isoliert, sondern zusammen mit Geometrie und Betriebsbedingungen bewertest.
  5. eine Schutzmaßnahme mit der erkannten Ursache verknüpfst.
  6. bei Gefahrstoffen, Staub und Abfällen sichere betriebliche Grenzen nennst.
  7. Quellen und Medienrechte nachvollziehbar dokumentierst.
  8. im Ausbildungsfall eine begründete Entscheidung statt einer reinen Begriffsnennung triffst.




OERs zum Thema

Wikipedia – Spaltkorrosion

Wikipedia – Lochfraßkorrosion

Weitere fachliche Quellen

  1. Fraunhofer IFAM – Korrosion FAQ
  2. worldstainless – Corrosion properties
  3. Outokumpu – Corrosion resistance
  4. BAuA – TRGS 900
  5. BAuA – TRGS 561
  6. DGUV Information 209-002 – Schleifen
  7. DGUV Information 209-022 – Hautschutz an Holz- und Metallarbeitsplätzen
  8. Abfallverzeichnis-Verordnung
  9. Umweltbundesamt – Edelstahl und Recycling


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...