Zum Inhalt springen

Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Dichtstoffe von Klebstoffen unterscheiden

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 4. Oktober 2026, 18:21 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Dichtstoffe von Klebstoffen unterscheiden

QR-Code



Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Dichtstoffe von Klebstoffen unterscheiden


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du für die Ausbildung, Dichtstoffe von Klebstoffen sicher zu unterscheiden. Im Mittelpunkt stehen drei Fragen: Welche Funktion soll der Werkstoff erfüllen? Welche Bewegung muss eine Fuge aufnehmen? Auf welchem Untergrund soll das Produkt haften?

Merksatz: Ein Dichtstoff soll vor allem einen Spalt oder eine Fuge gegen Stoffe wie Wasser, Luft oder Schmutz abdichten und dabei je nach Anwendung Bewegungen mitmachen. Ein Klebstoff soll vor allem Bauteile verbinden und Kräfte zwischen den Fügeteilen übertragen.

Beide Werkstoffgruppen nutzen Adhäsion an der Oberfläche und Kohäsion im Werkstoff. Deshalb können Produkte ähnlich aussehen. Entscheidend ist nicht nur die Kartusche, sondern die vorgesehene Funktion, das technische Datenblatt und die Eignung für den konkreten Untergrund.


Sicherheitsrahmen für die Ausbildung

Wichtig: Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten mit Dichtstoffen, Klebstoffen, Primern, Reinigern oder anderen Gefahrstoffen dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, vorhandener Gefährdungsbeurteilung, Prüfung von Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung sowie mit der zuständigen Aufsicht durchgeführt werden.

Bei bestimmten PUR-Produkten können Isocyanate relevant sein. Vorgeschriebene Schutzmaßnahmen und gegebenenfalls notwendige Diisocyanat-Schulungen sind vor einer Tätigkeit zu klären.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du Dichtstoff und Klebstoff anhand von Funktion, Bewegungsaufnahme und Untergrund unterscheiden, einfache Messwerte beurteilen, Produktangaben lesen und Deine Werkstoffauswahl fachlich begründen.


Lerneinheit 1: Werkstofffamilien erkennen

Kunststoffe sind häufig Matrixwerkstoffe, Beschichtungen, Fügeteile oder Bestandteile von Kleb- und Dichtstoffen. Verbundwerkstoffe kombinieren unterschiedliche Werkstoffe, zum Beispiel eine Kunststoffmatrix mit Glasfasern.

Werkstoffbild Typische Bedeutung im Fall
Kunststoff kann Fügeteil, Beschichtung oder Bestandteil eines Kleb- oder Dichtstoffsystems sein
GFK Verbundwerkstoff aus Kunststoffmatrix und Glasfasern
Dichtstoff füllt eine Fuge und soll ihre Dichtfunktion erhalten
Klebstoff bildet eine Verbindung zwischen Fügeteilen und überträgt Kräfte

Basisfrage: Eine GFK-Abdeckung ist mit Schrauben befestigt. Zwischen GFK und Metall soll nur Spritzwasser abgehalten werden. Soll die Fuge zusätzlich Bewegungen aufnehmen, spricht die Hauptfunktion eher für einen Dichtstoff.

Begründetes Feedback: Die Bauteile werden bereits mechanisch gehalten. Die zusätzliche Werkstoffaufgabe lautet deshalb nicht primär „tragen“, sondern „abdichten und Bewegung zulassen“.


Lerneinheit 2: Dichten oder Kleben?

Das Bild zeigt bewusst einen Kleb- und Dichtstoff. Solche Produkte zeigen, warum Du nicht allein nach Werkstoffnamen entscheiden darfst.

Prüffrage Dichtstoff Klebstoff
Hauptaufgabe Fuge oder Spalt abdichten Fügeteile verbinden
Kraftübertragung meist nicht die primäre Aufgabe zentrale Aufgabe
Bewegung häufig gezielt vorgesehen abhängig von Klebstoff und Verbindung
typische Geometrie sichtbare oder definierte Fuge Klebschicht zwischen Fügeteilen
Auswahlkriterium Medium, Bewegung, Fugenform, Haftung Last, Fügeteile, Klebschicht, Haftung

Ein Epoxidharzsystem kann beispielsweise als hochfester Klebstoff eingesetzt werden. Ein elastischer Dichtstoff kann dagegen bewusst weich bleiben, damit eine Fuge ihre Beweglichkeit nicht verliert.

Anwendungsfrage: Zwei Metalllaschen sollen dauerhaft eine Zugkraft übertragen. Die Hauptfunktion ist Kleben. Eine Anschlussfuge zwischen Gehäuse und Abdeckung soll Regenwasser zurückhalten und temperaturbedingte Relativbewegungen aufnehmen. Die Hauptfunktion ist Dichten.

Begründetes Feedback: Entscheidend ist der technische Zweck der Verbindung. Die chemische Basis allein reicht für die Auswahl nicht aus.


Lerneinheit 3: Bewegungsaufnahme verstehen

Elastische Dichtstoffe werden unter anderem nach ihrem Bewegungsvermögen klassifiziert. DIN EN ISO 11600 kennt für Fugendichtstoffe Klassen mit Bewegungsvermögen von 25 %, 20 %, 12,5 % und 7,5 %. Für die konkrete Fugenauslegung sind zusätzlich nationale Regeln, Herstellerangaben und die reale Fugenbewegung zu berücksichtigen.

Klasse nach DIN EN ISO 11600 Bewegungsvermögen Kurzcode
25 25 % 25 LM oder 25 HM
20 20 % 20 LM oder 20 HM
12,5 12,5 % 12,5 E oder 12,5 P
7,5 7,5 % 7,5 P

LM bedeutet niedriger Dehnspannungswert, HM hoher Dehnspannungswert. Auf Untergründen mit geringerer Eigenfestigkeit werden häufig niedermodulige Systeme bevorzugt. Die konkrete Freigabe richtet sich nach Anwendung, Regelwerk und Hersteller.


Messwertansicht: Fugenbewegung

Ein Ausbildungsbetrieb dokumentiert an einem Prüfmodell nur zur Lernzwecken folgende Fugenbreiten:

Zustand Temperatur am Modell gemessene Fugenbreite Änderung gegenüber 12,0 mm
A 10 °C 12,0 mm 0,0 mm
B 25 °C 13,0 mm +1,0 mm
C 40 °C 14,0 mm +2,0 mm

Vereinfachte Lernrechnung: 2,0 mm Änderung bezogen auf 12,0 mm Ausgangsbreite entsprechen rund 16,7 %. Das ist nur eine Lernrechnung, keine Fugenauslegung und keine Arbeitsfreigabe.

Anwendungsaufgabe: Ein Produktdatenblatt nennt 12,5 % Bewegungsvermögen. Passt es zu einer erwarteten relativen Bewegung von etwa 16,7 %?

Feedback: Nein. Die erwartete Bewegung liegt über dem angegebenen Bewegungsvermögen. In der Praxis müssen zusätzlich Fugenbreite, Fugenform, Lastfall, Temperaturbereich, Untergründe und das gültige Regelwerk geprüft werden.


Lerneinheit 4: Untergrund und Haftung

Dicht- und Klebstoffe funktionieren nur, wenn sie am vorgesehenen Untergrund ausreichend haften. Für Adhäsion ist eine geeignete, tragfähige und korrekt vorbereitete Oberfläche entscheidend.

Typische Prüfpunkte: sauber, ausreichend fest, frei von haftungsmindernden Verunreinigungen und passend zum verwendeten Produkt. Ob ein Primer nötig oder zulässig ist, steht in den Herstellerunterlagen.

Bei Kunststoffen ist besondere Vorsicht nötig. PE und PP besitzen beispielsweise eine niedrige Oberflächenenergie und sind ohne geeignete Systemauswahl oder Vorbehandlung häufig schwierig zu kleben. Auch Weichmacher, Beschichtungen, Trennmittel oder unbekannte Oberflächenbehandlungen können die Haftung beeinflussen.

Untergrund Lernbeobachtung Folgerung
lackiertes Metall Oberfläche geschlossen, sauber Datenblatt auf Lackverträglichkeit prüfen
GFK Harzoberfläche, mögliche Trennmittelreste Oberfläche und Freigabe prüfen
PE geringe Oberflächenenergie Standardprodukt nicht ungeprüft übernehmen
poröser mineralischer Untergrund saugend Primerfrage und Untergrundfestigkeit prüfen

Basisaufgabe: Warum ist „hält auf Kunststoff“ als Angabe zu ungenau?

Feedback: Kunststoff ist keine einzelne Oberfläche. Polymerart, Additive, Oberflächenbehandlung, Alterung und Beschichtung können die Haftung stark verändern.


Lerneinheit 5: Fugenform und Hinterfüllung

Ein bewegungsausgleichender Dichtstoff soll in der Regel an den beiden Fugenflanken haften. Eine unerwünschte Haftung am Fugengrund kann die Bewegungsfähigkeit einschränken. Geeignetes Hinterfüllmaterial kann die Fugentiefe begrenzen und eine Dreiflankenhaftung vermeiden.

Fugenflanke links Fugenmitte Fugenflanke rechts
Haftung erwünscht Dichtstoff über geeigneter Hinterfüllung Haftung erwünscht
Bauteil Rundschnur verhindert unerwünschte Haftung am Grund Bauteil

Eine Rundschnur ist nicht automatisch selbst die Abdichtung. Sie dient häufig dazu, die Geometrie zu steuern und eine Dreiflankenhaftung zu verhindern.

Anwendungsaufgabe: Bei einer Bewegungsfuge klebt der Dichtstoff an beiden Flanken und zusätzlich am Fugengrund. Ist das günstig?

Feedback: Meist nein. Die dritte Haftfläche kann die freie Verformung behindern und Spannungsspitzen erzeugen. Deshalb wird die Fugengeometrie systemgerecht geplant.


Lerneinheit 6: Ausbildungsfall

Fall: GFK-Abdeckung an einem lackierten Metallgehäuse

Eine GFK-Abdeckung ist verschraubt. Zwischen Abdeckung und Gehäuse befindet sich eine 12 mm breite Anschlussfuge. Die Fuge soll Spritzwasser fernhalten. Durch Temperaturwechsel verändert sich die Fugenbreite. Die GFK-Oberfläche ist unbekannt vorbehandelt. Im Lager stehen ein starrer 2K-Epoxidklebstoff und ein elastischer Fugendichtstoff.

Deine Entscheidung: Welcher Werkstoff ist für die Hauptfunktion zuerst zu prüfen?

Lösung: Der elastische Fugendichtstoff, weil die Bauteile bereits mechanisch verbunden sind und die zusätzliche Aufgabe Abdichtung plus Bewegungsaufnahme lautet.

Aber: Die Wahl ist erst fachlich tragfähig, wenn Bewegungsvermögen, Untergrundhaftung, Medienbeständigkeit, Temperaturbereich, Fugenabmessung, Verträglichkeit und Herstellerfreigabe passen.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1 – Funktion: Frage zuerst: Soll das Produkt Lasten übertragen oder einen Spalt dicht halten?

Hilfe 2 – Bewegung: Vergleiche die erwartete Fugenbewegung mit dem im Datenblatt angegebenen Bewegungsvermögen.

Hilfe 3 – Untergrund: Prüfe GFK-Harzoberfläche, Lack, mögliche Trennmittel, notwendige Reinigung, Primer und Freigabe.

Begründetes Feedback: Wer nur „Silikon oder Epoxid?“ fragt, beginnt zu spät. Die richtige Reihenfolge ist Funktion → Bewegung → Untergrund → Datenblatt → Sicherheits- und Prozessvorgaben.


Transferblick: Wenn ein Produkt beides kann

Bei einem als Kleb- und Dichtstoff bezeichneten Produkt muss trotzdem geklärt werden, welche Funktion im Bauteil nachgewiesen werden soll. Eine abdichtende Wirkung macht einen Werkstoff nicht automatisch zu einem tragfähigen Strukturklebstoff. Umgekehrt kann eine Klebfuge zusätzlich abdichten, ohne dass jede Bewegungsfuge dadurch klebtechnisch sinnvoll gelöst wäre.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist die Hauptaufgabe eines Dichtstoffs? (Eine Fuge oder einen Spalt abdichten) (!Bauteile grundsätzlich hochfest verbinden) (!Metalle wärmebehandeln) (!Kunststoffe elektrisch leitfähig machen)




Was ist die Hauptaufgabe eines Klebstoffs? (Fügeteile verbinden und Kräfte übertragen) (!Eine Bewegungsfuge möglichst weich halten) (!Eine Rundschnur ersetzen) (!Die Fugenbreite messen)




Welche Größe ist bei einer Bewegungsfuge besonders wichtig? (Das Bewegungsvermögen des Dichtstoffs) (!Nur die Farbe der Kartusche) (!Nur der Markenname) (!Nur das Gewicht der Verpackung)




Warum ist der Untergrund für Dicht- und Klebstoffe wichtig? (Weil die Haftung von der Oberfläche abhängt) (!Weil jeder Kunststoff gleich haftet) (!Weil Primer immer überflüssig ist) (!Weil nur die Raumtemperatur zählt)




Was beschreibt Adhäsion? (Die Haftung an einer Grenzfläche) (!Die Farbe eines Dichtstoffs) (!Die elektrische Spannung) (!Die Fugenbreite)




Was beschreibt Kohäsion? (Die innere Festigkeit eines Stoffes) (!Die Haftung einer Rundschnur am Boden) (!Die Oberflächenrauheit eines Metalls) (!Die Breite einer Kartusche)




Warum kann Dreiflankenhaftung bei einer Bewegungsfuge ungünstig sein? (Sie kann die Verformbarkeit des Dichtstoffs einschränken) (!Sie erhöht automatisch jede Bewegungsaufnahme) (!Sie ersetzt die Untergrundprüfung) (!Sie macht jedes Produkt zum Klebstoff)




Welche Reihenfolge ist für die Werkstoffauswahl sinnvoll? (Funktion Bewegung Untergrund Datenblatt) (!Farbe Preis Verpackung Lagerplatz) (!Herstellerlogo Kartuschengröße Duft Etikett) (!Temperatur Farbe Gewicht Länge)




Eine GFK-Abdeckung ist bereits verschraubt und die Fuge soll Spritzwasser abhalten. Welche Hauptfunktion liegt vor? (Abdichten) (!Strukturelles Kleben) (!Schweißen) (!Löten)




Was gilt für praktische Werkstattarbeiten in diesem Kurs? (Sie erfolgen nur nach Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht) (!Der Kurs erteilt automatisch eine Arbeitsfreigabe) (!Sicherheitsdatenblätter sind nicht nötig) (!Gefahrstoffe dürfen ohne Betriebsregeln eingesetzt werden)





Memory

Dichtstoff Fuge abdichten
Klebstoff Fügeteile verbinden
Adhäsion Haftung an der Oberfläche
Kohäsion innere Festigkeit
Rundschnur Dreiflankenhaftung vermeiden
Primer Haftfläche vorbereiten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Dichtstoff Abdichtung einer bewegten Anschlussfuge
Klebstoff Kraftübertragende Verbindung zweier Fügeteile
Adhäsion Haftung zwischen Werkstoff und Untergrund
Kohäsion Zusammenhalt innerhalb des Werkstoffs
Hinterfüllung Begrenzung der Fugentiefe
Primer Systemabhängige Vorbehandlung einer Haftfläche




...


Kreuzworträtsel

Dichtstoff Welcher Werkstoff dient primär zum Abdichten einer Fuge?
Klebstoff Welcher Werkstoff verbindet Fügeteile?
Adhaesion Wie heißt die Haftung an einer Grenzfläche?
Kohaesion Wie heißt die innere Festigkeit eines Werkstoffs?
Rundschnur Welches Hinterfüllmaterial hilft Dreiflankenhaftung zu vermeiden?
Primer Wie heißt eine mögliche Vorbehandlung zur Verbesserung der Haftung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Hauptaufgabe eines Dichtstoffs ist das

einer Fuge. Die Hauptaufgabe eines Klebstoffs ist das

von Fügeteilen. Die Haftung an einer Oberfläche heißt

. Die innere Festigkeit eines Werkstoffs heißt

. Bei Bewegungsfugen muss das angegebene

zur erwarteten Fugenbewegung passen. Ein geeignetes Hinterfüllmaterial kann eine unerwünschte

verhindern. Vor der Produktauswahl muss der

beurteilt werden. Ob ein Primer eingesetzt wird, entscheidet die

beziehungsweise Herstellerangabe. Ein GFK-Bauteil ist ein

. Praktische Arbeiten erfolgen nur nach

und Gefährdungsbeurteilung.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Dichtstoff erkennen: Fotografiere ohne Produktmarken fünf Fugen in Deiner Lernumgebung und beschreibe jeweils nur die vermutete Abdichtfunktion. Keine Werkstattarbeit durchführen.
  2. Klebstoff erkennen: Nenne drei Bauteilverbindungen, bei denen Kräfte über eine Klebschicht übertragen werden können, und begründe die Zuordnung.
  3. Werkstoffvergleich: Erstelle eine kleine Skizze mit GFK, Metall, Dichtstoff und Klebstoff und markiere die unterschiedlichen Aufgaben.
  4. Untergrundcheck: Entwickle eine Checkliste mit fünf Fragen, die vor einer Dicht- oder Klebstoffauswahl an den Untergrund gestellt werden müssen.


Standard

  1. Messwertauswertung: Werte die Fugenbreiten 12,0 mm, 13,0 mm und 14,0 mm aus und erkläre, warum die reine Prozentrechnung noch keine vollständige Fugenauslegung ist.
  2. Datenblattvergleich: Vergleiche zwei reale technische Datenblätter, die Dir der Ausbildungsbetrieb freigibt. Suche Angaben zu Untergrund, Bewegungsvermögen, Aushärtung und Einsatzgrenzen.
  3. Fehleranalyse: Eine Fuge löst sich von einer lackierten Oberfläche. Entwickle mindestens vier mögliche Ursachen aus den Bereichen Untergrund, Produkt, Fugenform und Verarbeitung.
  4. Auswahlentscheidung: Entscheide für den GFK-Metall-Fall zwischen Dichtstoff und Klebstoff und formuliere eine fachliche Begründung in höchstens sechs Sätzen.


Schwer

  1. Systementscheidung: Erstelle eine Entscheidungsmatrix für drei Werkstoffe mit den Kriterien Funktion, Bewegung, Untergrund, Medienkontakt, Temperatur und Sicherheitsanforderungen.
  2. Transferfall: Ein Produkt ist als Kleb- und Dichtstoff bezeichnet. Entwickle zwei Fälle, in denen dasselbe Produkt unterschiedliche Hauptfunktionen übernehmen könnte, und erkläre die Grenzen der Aussage.
  3. Qualitätssicherung: Plane eine dokumentierte, nicht zerstörende Eingangskontrolle für Fugenuntergrund und Produktkennzeichnung. Praktische Umsetzung nur nach betrieblicher Freigabe und unter zuständiger Aufsicht.
  4. Ausbildungsprojekt: Erstelle ein einseitiges digitales Lernposter „Funktion → Bewegung → Untergrund → Datenblatt → Sicherheit“ mit einem eigenen Fallbeispiel und begründetem Feedback für eine Fehlentscheidung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Funktion und Werkstoffwahl: Begründe, warum dieselbe chemische Basis nicht automatisch bedeutet, dass Klebstoff und Dichtstoff austauschbar sind.
  2. Bewegungsaufnahme: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie eine zu große Fugenbewegung zum Funktionsverlust führen kann.
  3. Untergrund und Adhäsion: Übertrage das Prinzip der Oberflächenhaftung auf die Materialkombination GFK und lackiertes Metall und nenne offene Prüffragen.
  4. Dreiflankenhaftung: Erkläre den Zusammenhang zwischen Hinterfüllung, Fugenform und Bewegungsfähigkeit.
  5. Fehlerdiagnose: Bei einer undichten Fuge ist der Dichtstoff an einer Flanke sauber abgelöst. Leite mögliche Ursachen ab und beschreibe, welche Informationen Du zur Diagnose noch brauchst.
  6. Transferentscheidung: Ein elastisches Produkt klebt sehr gut. Erkläre, warum das allein noch keinen Nachweis für eine tragende Klebverbindung darstellt.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du:

  1. Dichtstoff und Klebstoff über ihre Hauptfunktion unterscheiden kannst.
  2. die Bedeutung von Adhäsion und Kohäsion erklären kannst.
  3. Bewegungsvermögen und einfache Messwerte fachlich einordnen kannst.
  4. Untergrund, Fugenform und Hinterfüllung in eine Auswahlentscheidung einbeziehst.
  5. technische Datenblätter als verbindliche Informationsquelle für die konkrete Produktauswahl nutzt.
  6. Sicherheitsgrenzen der Ausbildung beachtest und keine eigenständige Arbeitsfreigabe aus dem Kurs ableitest.
  7. eine Werkstoffentscheidung mit nachvollziehbaren Kriterien begründen kannst.




Fachliche Quellen

  1. DIN: aktuelle Normen zu Fugendichtstoffen, darunter DIN EN 15651 und DIN EN ISO 11600
  2. Industrieverband Dichtstoffe: Dichtstoffklassen und Bewegungsaufnahmevermögen
  3. Industrieverband Dichtstoffe: Hinterfüllmaterial und Fugenabmessungen
  4. Industrieverband Klebstoffe: Adhäsion und Kohäsion
  5. Industrieverband Klebstoffe: Oberflächenbehandlung
  6. BAuA: TRGS 430 Isocyanate
  7. BAuA: Beschränkung von Diisocyanaten


Medienrechte

Die folgenden eingebundenen Bilder wurden auf ihren Wikimedia-Commons-Dateiseiten geprüft. Maßgeblich bleiben jeweils die dort genannten Urheber- und Lizenzangaben.

  1. Silicone sealant.jpg – Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International.
  2. 2-part silicone adhesive sealant.jpg – Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported.
  3. Caulking underneath bathroom sink.jpg – CC0 1.0.
  4. Caulkinggun 000000.jpg – Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported.
  5. Glasfaser Roving.jpg – Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 und GFDL gemäß Dateiseite.
  6. Aerospace epoxy resin.jpg – Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International.
  7. Sika Schweiz: Grosse Bewegungsfugen mittels Silikon abdichten – Einbettung über den YouTube-Player; Rechte am Video verbleiben beim Rechteinhaber.
  8. OTTO-CHEMIE: Silikonfugen – technische Grundlagen und Verarbeitung – Einbettung über den YouTube-Player; Rechte am Video verbleiben beim Rechteinhaber.


OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...