Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Dichtstoffe von Klebstoffen unterscheiden
Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Dichtstoffe von Klebstoffen unterscheiden
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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Dichtstoffe von Klebstoffen unterscheiden
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du für die Ausbildung, Dichtstoffe von Klebstoffen sicher zu unterscheiden. Im Mittelpunkt stehen drei Fragen: Welche Funktion soll der Werkstoff erfüllen? Welche Bewegung muss eine Fuge aufnehmen? Auf welchem Untergrund soll das Produkt haften?

Merksatz: Ein Dichtstoff soll vor allem einen Spalt oder eine Fuge gegen Stoffe wie Wasser, Luft oder Schmutz abdichten und dabei je nach Anwendung Bewegungen mitmachen. Ein Klebstoff soll vor allem Bauteile verbinden und Kräfte zwischen den Fügeteilen übertragen.
Beide Werkstoffgruppen nutzen Adhäsion an der Oberfläche und Kohäsion im Werkstoff. Deshalb können Produkte ähnlich aussehen. Entscheidend ist nicht nur die Kartusche, sondern die vorgesehene Funktion, das technische Datenblatt und die Eignung für den konkreten Untergrund.
Sicherheitsrahmen für die Ausbildung
Wichtig: Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten mit Dichtstoffen, Klebstoffen, Primern, Reinigern oder anderen Gefahrstoffen dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, vorhandener Gefährdungsbeurteilung, Prüfung von Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung sowie mit der zuständigen Aufsicht durchgeführt werden.
Bei bestimmten PUR-Produkten können Isocyanate relevant sein. Vorgeschriebene Schutzmaßnahmen und gegebenenfalls notwendige Diisocyanat-Schulungen sind vor einer Tätigkeit zu klären.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Dichtstoff und Klebstoff anhand von Funktion, Bewegungsaufnahme und Untergrund unterscheiden, einfache Messwerte beurteilen, Produktangaben lesen und Deine Werkstoffauswahl fachlich begründen.
Lerneinheit 1: Werkstofffamilien erkennen

Kunststoffe sind häufig Matrixwerkstoffe, Beschichtungen, Fügeteile oder Bestandteile von Kleb- und Dichtstoffen. Verbundwerkstoffe kombinieren unterschiedliche Werkstoffe, zum Beispiel eine Kunststoffmatrix mit Glasfasern.
| Werkstoffbild | Typische Bedeutung im Fall |
|---|---|
| Kunststoff | kann Fügeteil, Beschichtung oder Bestandteil eines Kleb- oder Dichtstoffsystems sein |
| GFK | Verbundwerkstoff aus Kunststoffmatrix und Glasfasern |
| Dichtstoff | füllt eine Fuge und soll ihre Dichtfunktion erhalten |
| Klebstoff | bildet eine Verbindung zwischen Fügeteilen und überträgt Kräfte |
Basisfrage: Eine GFK-Abdeckung ist mit Schrauben befestigt. Zwischen GFK und Metall soll nur Spritzwasser abgehalten werden. Soll die Fuge zusätzlich Bewegungen aufnehmen, spricht die Hauptfunktion eher für einen Dichtstoff.
Begründetes Feedback: Die Bauteile werden bereits mechanisch gehalten. Die zusätzliche Werkstoffaufgabe lautet deshalb nicht primär „tragen“, sondern „abdichten und Bewegung zulassen“.
Lerneinheit 2: Dichten oder Kleben?

Das Bild zeigt bewusst einen Kleb- und Dichtstoff. Solche Produkte zeigen, warum Du nicht allein nach Werkstoffnamen entscheiden darfst.
| Prüffrage | Dichtstoff | Klebstoff |
|---|---|---|
| Hauptaufgabe | Fuge oder Spalt abdichten | Fügeteile verbinden |
| Kraftübertragung | meist nicht die primäre Aufgabe | zentrale Aufgabe |
| Bewegung | häufig gezielt vorgesehen | abhängig von Klebstoff und Verbindung |
| typische Geometrie | sichtbare oder definierte Fuge | Klebschicht zwischen Fügeteilen |
| Auswahlkriterium | Medium, Bewegung, Fugenform, Haftung | Last, Fügeteile, Klebschicht, Haftung |

Ein Epoxidharzsystem kann beispielsweise als hochfester Klebstoff eingesetzt werden. Ein elastischer Dichtstoff kann dagegen bewusst weich bleiben, damit eine Fuge ihre Beweglichkeit nicht verliert.
Anwendungsfrage: Zwei Metalllaschen sollen dauerhaft eine Zugkraft übertragen. Die Hauptfunktion ist Kleben. Eine Anschlussfuge zwischen Gehäuse und Abdeckung soll Regenwasser zurückhalten und temperaturbedingte Relativbewegungen aufnehmen. Die Hauptfunktion ist Dichten.
Begründetes Feedback: Entscheidend ist der technische Zweck der Verbindung. Die chemische Basis allein reicht für die Auswahl nicht aus.
Lerneinheit 3: Bewegungsaufnahme verstehen
Elastische Dichtstoffe werden unter anderem nach ihrem Bewegungsvermögen klassifiziert. DIN EN ISO 11600 kennt für Fugendichtstoffe Klassen mit Bewegungsvermögen von 25 %, 20 %, 12,5 % und 7,5 %. Für die konkrete Fugenauslegung sind zusätzlich nationale Regeln, Herstellerangaben und die reale Fugenbewegung zu berücksichtigen.
| Klasse nach DIN EN ISO 11600 | Bewegungsvermögen | Kurzcode |
|---|---|---|
| 25 | 25 % | 25 LM oder 25 HM |
| 20 | 20 % | 20 LM oder 20 HM |
| 12,5 | 12,5 % | 12,5 E oder 12,5 P |
| 7,5 | 7,5 % | 7,5 P |
LM bedeutet niedriger Dehnspannungswert, HM hoher Dehnspannungswert. Auf Untergründen mit geringerer Eigenfestigkeit werden häufig niedermodulige Systeme bevorzugt. Die konkrete Freigabe richtet sich nach Anwendung, Regelwerk und Hersteller.
Messwertansicht: Fugenbewegung
Ein Ausbildungsbetrieb dokumentiert an einem Prüfmodell nur zur Lernzwecken folgende Fugenbreiten:
| Zustand | Temperatur am Modell | gemessene Fugenbreite | Änderung gegenüber 12,0 mm |
|---|---|---|---|
| A | 10 °C | 12,0 mm | 0,0 mm |
| B | 25 °C | 13,0 mm | +1,0 mm |
| C | 40 °C | 14,0 mm | +2,0 mm |
Vereinfachte Lernrechnung: 2,0 mm Änderung bezogen auf 12,0 mm Ausgangsbreite entsprechen rund 16,7 %. Das ist nur eine Lernrechnung, keine Fugenauslegung und keine Arbeitsfreigabe.
Anwendungsaufgabe: Ein Produktdatenblatt nennt 12,5 % Bewegungsvermögen. Passt es zu einer erwarteten relativen Bewegung von etwa 16,7 %?
Feedback: Nein. Die erwartete Bewegung liegt über dem angegebenen Bewegungsvermögen. In der Praxis müssen zusätzlich Fugenbreite, Fugenform, Lastfall, Temperaturbereich, Untergründe und das gültige Regelwerk geprüft werden.
Lerneinheit 4: Untergrund und Haftung

Dicht- und Klebstoffe funktionieren nur, wenn sie am vorgesehenen Untergrund ausreichend haften. Für Adhäsion ist eine geeignete, tragfähige und korrekt vorbereitete Oberfläche entscheidend.
Typische Prüfpunkte: sauber, ausreichend fest, frei von haftungsmindernden Verunreinigungen und passend zum verwendeten Produkt. Ob ein Primer nötig oder zulässig ist, steht in den Herstellerunterlagen.
Bei Kunststoffen ist besondere Vorsicht nötig. PE und PP besitzen beispielsweise eine niedrige Oberflächenenergie und sind ohne geeignete Systemauswahl oder Vorbehandlung häufig schwierig zu kleben. Auch Weichmacher, Beschichtungen, Trennmittel oder unbekannte Oberflächenbehandlungen können die Haftung beeinflussen.
| Untergrund | Lernbeobachtung | Folgerung |
|---|---|---|
| lackiertes Metall | Oberfläche geschlossen, sauber | Datenblatt auf Lackverträglichkeit prüfen |
| GFK | Harzoberfläche, mögliche Trennmittelreste | Oberfläche und Freigabe prüfen |
| PE | geringe Oberflächenenergie | Standardprodukt nicht ungeprüft übernehmen |
| poröser mineralischer Untergrund | saugend | Primerfrage und Untergrundfestigkeit prüfen |
Basisaufgabe: Warum ist „hält auf Kunststoff“ als Angabe zu ungenau?
Feedback: Kunststoff ist keine einzelne Oberfläche. Polymerart, Additive, Oberflächenbehandlung, Alterung und Beschichtung können die Haftung stark verändern.
Lerneinheit 5: Fugenform und Hinterfüllung

Ein bewegungsausgleichender Dichtstoff soll in der Regel an den beiden Fugenflanken haften. Eine unerwünschte Haftung am Fugengrund kann die Bewegungsfähigkeit einschränken. Geeignetes Hinterfüllmaterial kann die Fugentiefe begrenzen und eine Dreiflankenhaftung vermeiden.
| Fugenflanke links | Fugenmitte | Fugenflanke rechts |
|---|---|---|
| Haftung erwünscht | Dichtstoff über geeigneter Hinterfüllung | Haftung erwünscht |
| Bauteil | Rundschnur verhindert unerwünschte Haftung am Grund | Bauteil |
Eine Rundschnur ist nicht automatisch selbst die Abdichtung. Sie dient häufig dazu, die Geometrie zu steuern und eine Dreiflankenhaftung zu verhindern.
Anwendungsaufgabe: Bei einer Bewegungsfuge klebt der Dichtstoff an beiden Flanken und zusätzlich am Fugengrund. Ist das günstig?
Feedback: Meist nein. Die dritte Haftfläche kann die freie Verformung behindern und Spannungsspitzen erzeugen. Deshalb wird die Fugengeometrie systemgerecht geplant.
Lerneinheit 6: Ausbildungsfall
Fall: GFK-Abdeckung an einem lackierten Metallgehäuse
Eine GFK-Abdeckung ist verschraubt. Zwischen Abdeckung und Gehäuse befindet sich eine 12 mm breite Anschlussfuge. Die Fuge soll Spritzwasser fernhalten. Durch Temperaturwechsel verändert sich die Fugenbreite. Die GFK-Oberfläche ist unbekannt vorbehandelt. Im Lager stehen ein starrer 2K-Epoxidklebstoff und ein elastischer Fugendichtstoff.
Deine Entscheidung: Welcher Werkstoff ist für die Hauptfunktion zuerst zu prüfen?
Lösung: Der elastische Fugendichtstoff, weil die Bauteile bereits mechanisch verbunden sind und die zusätzliche Aufgabe Abdichtung plus Bewegungsaufnahme lautet.
Aber: Die Wahl ist erst fachlich tragfähig, wenn Bewegungsvermögen, Untergrundhaftung, Medienbeständigkeit, Temperaturbereich, Fugenabmessung, Verträglichkeit und Herstellerfreigabe passen.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Funktion: Frage zuerst: Soll das Produkt Lasten übertragen oder einen Spalt dicht halten?
Hilfe 2 – Bewegung: Vergleiche die erwartete Fugenbewegung mit dem im Datenblatt angegebenen Bewegungsvermögen.
Hilfe 3 – Untergrund: Prüfe GFK-Harzoberfläche, Lack, mögliche Trennmittel, notwendige Reinigung, Primer und Freigabe.
Begründetes Feedback: Wer nur „Silikon oder Epoxid?“ fragt, beginnt zu spät. Die richtige Reihenfolge ist Funktion → Bewegung → Untergrund → Datenblatt → Sicherheits- und Prozessvorgaben.
Transferblick: Wenn ein Produkt beides kann
Bei einem als Kleb- und Dichtstoff bezeichneten Produkt muss trotzdem geklärt werden, welche Funktion im Bauteil nachgewiesen werden soll. Eine abdichtende Wirkung macht einen Werkstoff nicht automatisch zu einem tragfähigen Strukturklebstoff. Umgekehrt kann eine Klebfuge zusätzlich abdichten, ohne dass jede Bewegungsfuge dadurch klebtechnisch sinnvoll gelöst wäre.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist die Hauptaufgabe eines Dichtstoffs? (Eine Fuge oder einen Spalt abdichten) (!Bauteile grundsätzlich hochfest verbinden) (!Metalle wärmebehandeln) (!Kunststoffe elektrisch leitfähig machen)
Was ist die Hauptaufgabe eines Klebstoffs? (Fügeteile verbinden und Kräfte übertragen) (!Eine Bewegungsfuge möglichst weich halten) (!Eine Rundschnur ersetzen) (!Die Fugenbreite messen)
Welche Größe ist bei einer Bewegungsfuge besonders wichtig? (Das Bewegungsvermögen des Dichtstoffs) (!Nur die Farbe der Kartusche) (!Nur der Markenname) (!Nur das Gewicht der Verpackung)
Warum ist der Untergrund für Dicht- und Klebstoffe wichtig? (Weil die Haftung von der Oberfläche abhängt) (!Weil jeder Kunststoff gleich haftet) (!Weil Primer immer überflüssig ist) (!Weil nur die Raumtemperatur zählt)
Was beschreibt Adhäsion? (Die Haftung an einer Grenzfläche) (!Die Farbe eines Dichtstoffs) (!Die elektrische Spannung) (!Die Fugenbreite)
Was beschreibt Kohäsion? (Die innere Festigkeit eines Stoffes) (!Die Haftung einer Rundschnur am Boden) (!Die Oberflächenrauheit eines Metalls) (!Die Breite einer Kartusche)
Warum kann Dreiflankenhaftung bei einer Bewegungsfuge ungünstig sein? (Sie kann die Verformbarkeit des Dichtstoffs einschränken) (!Sie erhöht automatisch jede Bewegungsaufnahme) (!Sie ersetzt die Untergrundprüfung) (!Sie macht jedes Produkt zum Klebstoff)
Welche Reihenfolge ist für die Werkstoffauswahl sinnvoll? (Funktion Bewegung Untergrund Datenblatt) (!Farbe Preis Verpackung Lagerplatz) (!Herstellerlogo Kartuschengröße Duft Etikett) (!Temperatur Farbe Gewicht Länge)
Eine GFK-Abdeckung ist bereits verschraubt und die Fuge soll Spritzwasser abhalten. Welche Hauptfunktion liegt vor? (Abdichten) (!Strukturelles Kleben) (!Schweißen) (!Löten)
Was gilt für praktische Werkstattarbeiten in diesem Kurs? (Sie erfolgen nur nach Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht) (!Der Kurs erteilt automatisch eine Arbeitsfreigabe) (!Sicherheitsdatenblätter sind nicht nötig) (!Gefahrstoffe dürfen ohne Betriebsregeln eingesetzt werden)
Memory
| Dichtstoff | Fuge abdichten |
| Klebstoff | Fügeteile verbinden |
| Adhäsion | Haftung an der Oberfläche |
| Kohäsion | innere Festigkeit |
| Rundschnur | Dreiflankenhaftung vermeiden |
| Primer | Haftfläche vorbereiten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Dichtstoff | Abdichtung einer bewegten Anschlussfuge |
| Klebstoff | Kraftübertragende Verbindung zweier Fügeteile |
| Adhäsion | Haftung zwischen Werkstoff und Untergrund |
| Kohäsion | Zusammenhalt innerhalb des Werkstoffs |
| Hinterfüllung | Begrenzung der Fugentiefe |
| Primer | Systemabhängige Vorbehandlung einer Haftfläche |
...
Kreuzworträtsel
| Dichtstoff | Welcher Werkstoff dient primär zum Abdichten einer Fuge? |
| Klebstoff | Welcher Werkstoff verbindet Fügeteile? |
| Adhaesion | Wie heißt die Haftung an einer Grenzfläche? |
| Kohaesion | Wie heißt die innere Festigkeit eines Werkstoffs? |
| Rundschnur | Welches Hinterfüllmaterial hilft Dreiflankenhaftung zu vermeiden? |
| Primer | Wie heißt eine mögliche Vorbehandlung zur Verbesserung der Haftung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Dichtstoff erkennen: Fotografiere ohne Produktmarken fünf Fugen in Deiner Lernumgebung und beschreibe jeweils nur die vermutete Abdichtfunktion. Keine Werkstattarbeit durchführen.
- Klebstoff erkennen: Nenne drei Bauteilverbindungen, bei denen Kräfte über eine Klebschicht übertragen werden können, und begründe die Zuordnung.
- Werkstoffvergleich: Erstelle eine kleine Skizze mit GFK, Metall, Dichtstoff und Klebstoff und markiere die unterschiedlichen Aufgaben.
- Untergrundcheck: Entwickle eine Checkliste mit fünf Fragen, die vor einer Dicht- oder Klebstoffauswahl an den Untergrund gestellt werden müssen.
Standard
- Messwertauswertung: Werte die Fugenbreiten 12,0 mm, 13,0 mm und 14,0 mm aus und erkläre, warum die reine Prozentrechnung noch keine vollständige Fugenauslegung ist.
- Datenblattvergleich: Vergleiche zwei reale technische Datenblätter, die Dir der Ausbildungsbetrieb freigibt. Suche Angaben zu Untergrund, Bewegungsvermögen, Aushärtung und Einsatzgrenzen.
- Fehleranalyse: Eine Fuge löst sich von einer lackierten Oberfläche. Entwickle mindestens vier mögliche Ursachen aus den Bereichen Untergrund, Produkt, Fugenform und Verarbeitung.
- Auswahlentscheidung: Entscheide für den GFK-Metall-Fall zwischen Dichtstoff und Klebstoff und formuliere eine fachliche Begründung in höchstens sechs Sätzen.
Schwer
- Systementscheidung: Erstelle eine Entscheidungsmatrix für drei Werkstoffe mit den Kriterien Funktion, Bewegung, Untergrund, Medienkontakt, Temperatur und Sicherheitsanforderungen.
- Transferfall: Ein Produkt ist als Kleb- und Dichtstoff bezeichnet. Entwickle zwei Fälle, in denen dasselbe Produkt unterschiedliche Hauptfunktionen übernehmen könnte, und erkläre die Grenzen der Aussage.
- Qualitätssicherung: Plane eine dokumentierte, nicht zerstörende Eingangskontrolle für Fugenuntergrund und Produktkennzeichnung. Praktische Umsetzung nur nach betrieblicher Freigabe und unter zuständiger Aufsicht.
- Ausbildungsprojekt: Erstelle ein einseitiges digitales Lernposter „Funktion → Bewegung → Untergrund → Datenblatt → Sicherheit“ mit einem eigenen Fallbeispiel und begründetem Feedback für eine Fehlentscheidung.


Lernkontrolle
- Funktion und Werkstoffwahl: Begründe, warum dieselbe chemische Basis nicht automatisch bedeutet, dass Klebstoff und Dichtstoff austauschbar sind.
- Bewegungsaufnahme: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie eine zu große Fugenbewegung zum Funktionsverlust führen kann.
- Untergrund und Adhäsion: Übertrage das Prinzip der Oberflächenhaftung auf die Materialkombination GFK und lackiertes Metall und nenne offene Prüffragen.
- Dreiflankenhaftung: Erkläre den Zusammenhang zwischen Hinterfüllung, Fugenform und Bewegungsfähigkeit.
- Fehlerdiagnose: Bei einer undichten Fuge ist der Dichtstoff an einer Flanke sauber abgelöst. Leite mögliche Ursachen ab und beschreibe, welche Informationen Du zur Diagnose noch brauchst.
- Transferentscheidung: Ein elastisches Produkt klebt sehr gut. Erkläre, warum das allein noch keinen Nachweis für eine tragende Klebverbindung darstellt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du:
- Dichtstoff und Klebstoff über ihre Hauptfunktion unterscheiden kannst.
- die Bedeutung von Adhäsion und Kohäsion erklären kannst.
- Bewegungsvermögen und einfache Messwerte fachlich einordnen kannst.
- Untergrund, Fugenform und Hinterfüllung in eine Auswahlentscheidung einbeziehst.
- technische Datenblätter als verbindliche Informationsquelle für die konkrete Produktauswahl nutzt.
- Sicherheitsgrenzen der Ausbildung beachtest und keine eigenständige Arbeitsfreigabe aus dem Kurs ableitest.
- eine Werkstoffentscheidung mit nachvollziehbaren Kriterien begründen kannst.
Fachliche Quellen
- DIN: aktuelle Normen zu Fugendichtstoffen, darunter DIN EN 15651 und DIN EN ISO 11600
- Industrieverband Dichtstoffe: Dichtstoffklassen und Bewegungsaufnahmevermögen
- Industrieverband Dichtstoffe: Hinterfüllmaterial und Fugenabmessungen
- Industrieverband Klebstoffe: Adhäsion und Kohäsion
- Industrieverband Klebstoffe: Oberflächenbehandlung
- BAuA: TRGS 430 Isocyanate
- BAuA: Beschränkung von Diisocyanaten
Medienrechte
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