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Toleranzen Passungen und Geometrie – Übergangspassungen beurteilen

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Toleranzen Passungen und Geometrie – Übergangspassungen beurteilen

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Einleitung

Toleranzen Passungen und Geometrie – Übergangspassungen beurteilen ist ein kompakter Lernkurs für die Ausbildung in der Metalltechnik. Du beurteilst, ob eine Maßkombination Spiel, Übermaß oder den Grenzfall Null ergibt, und erkennst, warum eine Übergangspassung trotz korrekter Maße in der Werkstatt unterschiedlich wirken kann.

Kurzbeschreibung: Mögliche Passungsfälle und Fertigungseinfluss. Im Mittelpunkt stehen ein konkreter Ausbildungsfall, Messwertansichten, Geometrie- und Oberflächeneinflüsse sowie begründete Entscheidungen.

Sicherheits- und Freigabehinweis: Praktische Werkstattarbeiten dürfen ausschließlich nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs ersetzt keine Betriebsanweisung und erteilt keine Arbeitsfreigabe.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du eine Passung aus Grenzmaßen beurteilen, die drei möglichen Passungsfälle unterscheiden, eine Übergangspassung mit Istmaßen bewerten, Fertigungs- und Messeinflüsse benennen und erklären, warum Maßhaltigkeit allein die Funktion einer Paarung nicht vollständig beschreibt.

Niveau Du kannst ...
Basis Nennmaß, Grenzmaß, Abmaß, Toleranz und Passungsfall sicher unterscheiden.
Anwendung Spiel oder Übermaß aus gemessenen Bohrungs- und Wellenmaßen berechnen und bewerten.
Transfer Prozessdrift, Temperatur, Oberflächen- und Geometrieabweichungen in eine Passungsentscheidung einbeziehen.


Lerneinheit 1: Was eine Passung beschreibt

Eine Passung ist die maßliche Beziehung zweier zusammengehöriger Geometrieelemente, typischerweise Bohrung und Welle. Beide besitzen dasselbe Nennmaß, aber eigene Toleranzfelder. Nach ISO 286 werden Toleranzen linearer Größen sowie Grundlagen von Abmaßen und Passungen systematisch beschrieben.[1]

Begriff Kurz erklärt
Nennmaß Bezugsmaß der Paarung.
Grenzmaße Kleinster und größter zulässiger Wert.
Toleranz Differenz zwischen oberem und unterem Grenzmaß.
Passung Ergebnis aus den Toleranzfeldern zweier zu fügender Geometrieelemente.

Merksatz: Die Passungsart wird aus den möglichen Grenzfallkombinationen beurteilt. Ein einzelnes reales Teilepaar hat dagegen einen konkreten Istzustand.


Die drei Passungsfälle

Passungsfall Kennzeichen Bedeutung
Spiel Bohrungs-Istmaß ist größer als Wellen-Istmaß Zwischen den Teilen bleibt ein positiver Maßunterschied.
Nullfall Bohrungs-Istmaß und Wellen-Istmaß sind gleich Rechnerisch liegt weder Spiel noch Übermaß vor.
Übermaß Wellen-Istmaß ist größer als Bohrungs-Istmaß Die Teile überdecken sich maßlich.

Für die Rechnung verwenden wir im Kurs: S = DBohrung − dWelle. Ein positiver Wert bedeutet Spiel, ein negativer Wert Übermaß.


Lerneinheit 2: Ausbildungsfall Ø20 H7/k6

Fiktiver Ausbildungsfall: In einer Montagebaugruppe soll eine Nabe auf einer Welle zentriert werden. Die Zeichnung fordert Ø20 H7/k6. Du sollst die Fertigungsergebnisse beurteilen, nicht selbst eine Bearbeitung freigeben.

Für den Nennmaßbereich über 18 mm bis 30 mm ergeben sich für dieses Lernbeispiel aus ISO-286-Werten:[2]

Element Unteres Grenzmaß Oberes Grenzmaß Toleranzbreite
Bohrung 20 H7 20,000 mm 20,021 mm 0,021 mm
Welle 20 k6 20,002 mm 20,015 mm 0,013 mm

Engster Fall: 20,000 mm − 20,015 mm = −0,015 mm. Es können also 15 µm Übermaß entstehen.

Weitester Fall: 20,021 mm − 20,002 mm = +0,019 mm. Es können also 19 µm Spiel entstehen.

Weil innerhalb der zulässigen Grenzmaße sowohl ein negativer als auch ein positiver Unterschied möglich ist, ist H7/k6 in diesem Bereich eine Übergangspassung.


Messwertansicht: sechs reale Paarungen simulieren

Die folgenden Werte sind didaktische Messdaten innerhalb der oben angegebenen Grenzmaße.

Paar Bohrung Welle S = Bohrung − Welle Istzustand
A 20,006 mm 20,012 mm −0,006 mm 6 µm Übermaß
B 20,015 mm 20,008 mm +0,007 mm 7 µm Spiel
C 20,010 mm 20,010 mm 0,000 mm Nullfall
D 20,020 mm 20,014 mm +0,006 mm 6 µm Spiel
E 20,001 mm 20,003 mm −0,002 mm 2 µm Übermaß
F 20,021 mm 20,002 mm +0,019 mm 19 µm Spiel

Wichtig: Paar A ist nicht plötzlich eine „Übermaßpassung“. Die spezifizierte Passung bleibt H7/k6 als Übergangspassung; das konkrete Paar besitzt lediglich einen Istzustand mit Übermaß.


Lerneinheit 3: Fertigungseinfluss erkennen

Fertigung streut. Auch innerhalb zulässiger Grenzmaße können sich die Istmaße systematisch verschieben. Mögliche Einflüsse sind Werkzeugverschleiß, Maschinenerwärmung, Aufspannung, Schneidbedingungen, Werkstoffzustand, Messstrategie und Temperatur.

Beurteile deshalb zwei Ebenen getrennt: Ist das Einzelteil maßhaltig? Und zeigt der Prozess eine auffällige Lage oder Drift?


Prozessdrift als Messwertbild

Beispiel: Die Bohrung bleibt bei 20,010 mm. Die Welle wird in fünf aufeinanderfolgenden Teilen größer.

Teil Welle Maßdifferenz Paarzustand
1 20,005 mm +5 µm Spiel
2 20,007 mm +3 µm Spiel
3 20,009 mm +1 µm Spiel
4 20,011 mm −1 µm Übermaß
5 20,013 mm −3 µm Übermaß

Alle Wellenwerte liegen noch im k6-Toleranzfeld. Trotzdem verändert sich die Häufigkeit der möglichen Paarzustände. Eine erkennbare Drift ist ein Anlass zur Prozessprüfung. Aus der Zahlenfolge allein darfst Du die Ursache nicht automatisch als Werkzeugverschleiß festlegen.


Temperatur als Einflussgröße

Die Norm-Bezugstemperatur für geometrische Produktspezifikation und Verifikation beträgt 20 °C.[3]

Als Größenordnung: Bei einem angenommenen linearen Wärmeausdehnungskoeffizienten von 12 µm/(m·K), 20 mm Länge und 10 K Temperaturdifferenz ergibt sich ungefähr 2,4 µm Längenänderung. Der reale Wert hängt vom Werkstoff ab; für eine Freigabe sind Werkstoffdaten, Messbedingungen und betriebliche Vorgaben maßgebend.


Lerneinheit 4: Werkstoff und Oberfläche

Werkstoff und Wärmebehandlung können Zerspanbarkeit, Härte, Eigenspannungen und Maßstabilität beeinflussen. Ein Gefügebild hilft beim Verständnis des Werkstoffzustands, beweist aber keine Passung.

Auch die Oberfläche zählt: Zwei Bauteile können gleiche Durchmessermaße besitzen und sich beim Fügen dennoch unterschiedlich verhalten, wenn sich Rauheit, Form oder Kanten unterscheiden.

Merksatz: Maß, Geometrie und Oberfläche sind verschiedene Merkmale und müssen entsprechend der Zeichnung getrennt geprüft werden.


Lerneinheit 5: Messen und Prüfen

Das Messmittel muss zur geforderten Toleranz, zum Merkmal und zur notwendigen Messunsicherheit passen. Eine Anzeige mit vielen Dezimalstellen ist nicht automatisch ausreichend genau.


Messwertansicht: Messschraube

Eine Bügelmessschraube kann für präzise Außenmessungen geeigneter sein als ein Messschieber. Entscheidend bleiben Messbereich, Auflösung, Messunsicherheit, Messkraft, Temperatur und korrekte Anwendung.


Grenzlehren

Grenzlehren ermöglichen eine Gut-Ausschuss-Prüfung gegen festgelegte Grenzbedingungen. Sie liefern nicht denselben numerischen Messwert wie ein anzeigendes Messgerät.


Lerneinheit 6: Geometrie kann die Passung verändern

ISO 286-2 weist darauf hin, dass reine Maßtoleranzen die Funktion nicht in jedem Fall ausreichend sichern. Geometrische Toleranzen und Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit können zusätzlich erforderlich sein.[4]

DIN EN ISO 1101 legt die Symbolsprache und Regeln für geometrische Tolerierung von Form, Richtung, Ort und Lauf fest.[5]

Achtung: Eine Messuhr zeigt bei einer konkreten Messanordnung eine Abweichung an. Ein solcher Einzelaufbau ist nicht automatisch ein normgerechter Nachweis von Rundheit oder Zylindrizität.


Lerneinheit 7: Entscheidungsweg für die Ausbildung

Schritt Prüffrage
1 Zeichnung Welches Nennmaß, welche Toleranzfelder und welche Zusatzanforderungen sind angegeben?
2 Grenzmaße Welche kleinsten und größten zulässigen Maße gelten?
3 Grenzfälle Sind nur Spiel, nur Übermaß oder beide Fälle möglich?
4 Istwerte Liegen die Einzelteile innerhalb ihrer Grenzmaße?
5 Paarung Welche Maßdifferenz hat das konkrete Teilepaar?
6 Geometrie und Oberfläche Können Form, Lage, Lauf, Rauheit, Grat oder Verschmutzung die Funktion beeinflussen?
7 Prozess Gibt es Drift, Temperatur- oder Messmitteleinflüsse?

Stopp-Regel: Eine richtige Rechnung ist noch keine Arbeitsfreigabe. Bei realen Bauteilen gelten Zeichnung, Prüfplan, Betriebsanweisung, Unterweisung und zuständige Aufsicht.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1 – Vorzeichen lesen

Berechne immer Bohrungsmaß minus Wellenmaß. Positiv bedeutet Spiel, negativ bedeutet Übermaß.

Hilfe 2 – Grenzfälle bilden

Für den engsten Fall kombinierst Du die kleinste Bohrung mit der größten Welle. Für den weitesten Fall kombinierst Du die größte Bohrung mit der kleinsten Welle.

Hilfe 3 – Passungsart entscheiden

Sind beide Grenzfallwerte positiv, liegt eine Spielpassung vor. Sind beide negativ, liegt eine Übermaßpassung vor. Wechseln die Vorzeichen, liegt eine Übergangspassung vor.

Hilfe 4 – Werkstatttransfer

Prüfe zusätzlich Messunsicherheit, Temperatur, Sauberkeit, Grat, Oberflächenzustand und gegebenenfalls geometrische Anforderungen. Ziehe bei Unklarheiten die zuständige Fachkraft hinzu.


Basis-, Anwendungs- und Transfertraining mit Feedback


Basisaufgabe

Aufgabe: Begründe allein mit den Grenzmaßen, warum Ø20 H7/k6 eine Übergangspassung ist.

Begründetes Feedback

Der engste Grenzfall ergibt −15 µm, der weiteste +19 µm. Weil das Vorzeichen wechseln kann, sind sowohl Übermaß als auch Spiel möglich. Genau das kennzeichnet hier die Übergangspassung.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Gemessen werden Bohrung 20,015 mm und Welle 20,008 mm. Beurteile Einzelteile und Paarzustand.

Begründetes Feedback

Beide Maße liegen innerhalb der angegebenen H7- beziehungsweise k6-Grenzen. 20,015 mm − 20,008 mm = +0,007 mm. Das konkrete Paar besitzt 7 µm Spiel. Die spezifizierte H7/k6-Passung bleibt trotzdem eine Übergangspassung.


Transferaufgabe

Aufgabe: Zwei Teile liegen laut Messprotokoll innerhalb ihrer Maßgrenzen, lassen sich aber nicht wie erwartet fügen. Welche Prüfpfade sind sinnvoll, bevor eine Ursache behauptet wird?

Begründetes Feedback

Sinnvoll sind die Prüfung von Messbedingungen und Messunsicherheit, Sauberkeit und Grat, Oberflächenzustand sowie Form-, Lage- oder Laufabweichungen gemäß Zeichnung. Erst Messdaten und Prüfanforderungen zusammen erlauben eine begründete Ursachenbewertung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wann liegt bei den Grenzfallkombinationen eine Übergangspassung vor? (Es sind sowohl Spiel als auch Übermaß möglich) (!Es ist ausschließlich Spiel möglich) (!Es ist ausschließlich Übermaß möglich) (!Bohrung und Welle haben immer dasselbe Istmaß)




Wie wird die Maßdifferenz S in diesem Kurs berechnet? (Bohrungsmaß minus Wellenmaß) (!Wellenmaß minus Bohrungsmaß) (!Nennmaß plus Toleranz) (!Oberes Grenzmaß plus unteres Grenzmaß)




Welcher Grenzfall ergibt sich bei Ø20 H7/k6 aus 20,000 mm Bohrung und 20,015 mm Welle? (−0,015 mm) (!+0,015 mm) (!−0,019 mm) (!+0,019 mm)




Welches maximale Spiel ergibt sich im Ausbildungsfall Ø20 H7/k6? (0,019 mm) (!0,015 mm) (!0,021 mm) (!0,034 mm)




Was ergibt sich bei 20,006 mm Bohrung und 20,012 mm Welle? (6 µm Übermaß) (!6 µm Spiel) (!12 µm Spiel) (!18 µm Übermaß)




Was kann eine Prozessdrift innerhalb zulässiger Grenzmaße bewirken? (Die Häufigkeit von Spiel- und Übermaßpaarungen kann sich verschieben) (!Die Zeichnungstoleranz wird automatisch größer) (!Das Nennmaß ändert sich automatisch) (!Die Messunsicherheit wird immer null)




Welche Eigenschaft ist durch eine einzelne Zweipunkt-Durchmessermessung nicht vollständig nachgewiesen? (Rundheit) (!Nennmaßbezeichnung) (!Maßeinheit) (!Vorzeichen der Maßdifferenz)




Welche Standardreferenztemperatur gilt nach ISO 1 für geometrische Produktspezifikation und Verifikation? (20 °C) (!0 °C) (!10 °C) (!25 °C)




Worauf bezieht sich bei H7/k6 der Großbuchstabe H? (Auf die Lage des Toleranzfeldes der Bohrung) (!Auf die Härte der Welle) (!Auf die Rauheit der Bohrung) (!Auf die Messunsicherheit des Prüfmittels)




Wie ist eine Welle mit 20,017 mm zu beurteilen, wenn für k6 maximal 20,015 mm zulässig sind? (Sie liegt außerhalb des angegebenen Toleranzfeldes) (!Sie ist automatisch eine Spielpassung) (!Sie liegt genau auf dem Nennmaß) (!Sie ist wegen H7 immer zulässig)





Memory

Übergangspassung Spiel oder Übermaß möglich
Toleranzfeld Bereich zulässiger Maße
Nulllinie Bezug zum Nennmaß
Bohrung H Unteres Abmaß null
Messschraube Präzise Außenmessung
Grenzlehrdorn Gut-Ausschuss-Prüfung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Spielpassung Grenzfälle ergeben stets Spiel
Übergangspassung Grenzfälle erlauben Spiel oder Übermaß
Übermaßpassung Grenzfälle ergeben stets Übermaß
Rundheit Formeigenschaft eines Kreisquerschnitts
Rauheit Mikrogeometrie einer Oberfläche






Kreuzworträtsel

Toleranz Wie heißt die Differenz zwischen oberem und unterem Grenzmaß?
Bohrung Welches Geometrieelement wird bei H7 mit dem Großbuchstaben beschrieben?
Welle Welches Geometrieelement wird bei k6 mit dem Kleinbuchstaben beschrieben?
Rauheit Welche Oberflächeneigenschaft kann das Fügen beeinflussen?
Rundheit Welche Formeigenschaft kann trotz passendem Durchmesser abweichen?
Messschraube Welches Präzisionsmessmittel eignet sich für Außenmaße?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Passung beschreibt die maßliche Beziehung zusammengehöriger

.
Ist das Wellenmaß größer als das Bohrungsmaß, entsteht

.
Für die Maßdifferenz wird im Kurs das Bohrungsmaß minus

gerechnet.
Bei Ø20 H7/k6 kann der engste Grenzfall 15 µm

ergeben.
Beim weitesten Grenzfall entstehen 19 µm

.
Das maximale Spiel im Ausbildungsfall beträgt

.
Die Standardreferenztemperatur der geometrischen Produktspezifikation beträgt

.
Maßhaltigkeit allein beschreibt nicht jede funktionsrelevante

.




Offene Aufgaben

Sicherheit: Reale Mess-, Prüf-, Montage- oder Bearbeitungsarbeiten erfolgen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, betrieblicher Freigabe und unter zuständiger Aufsicht. Die folgenden Aufgaben sind Lernaufträge und keine Arbeitsfreigabe.


Leicht

  1. Toleranzfeld: Zeichne die Toleranzfelder von Ø20 H7 und Ø20 k6 maßstäblich oder stark vergrößert auf einer gemeinsamen Nulllinie und markiere den Überlappungsbereich.
  2. Grenzmaß: Berechne für den Ausbildungsfall engsten und weitesten Grenzfall und schreibe zu jedem Ergebnis einen vollständigen Begründungssatz.
  3. Messwert: Übertrage die sechs simulierten Paarungen in eine eigene Tabelle und kennzeichne Spiel, Nullfall und Übermaß.
  4. Medienanalyse: Wähle eines der eingebundenen Messmittelbilder und erkläre in drei Sätzen, welche Information das Bild zeigt und welche Aussage es nicht beweist.


Standard

  1. Prüfplan: Entwirf einen Prüfplan für Bohrung und Welle mit Merkmal, geeignetem Messprinzip, Dokumentation und Entscheidungsregel. Eine reale Durchführung ist nur nach betrieblicher Freigabe zulässig.
  2. Prozessdrift: Stelle die fünf Wellenwerte der Prozessdrift in einem Diagramm dar und erkläre, warum alle Werte noch zulässig sein können, obwohl sich der Paarzustand verschiebt.
  3. Tabellenkalkulation: Erstelle eine Tabelle, die aus Bohrungs- und Wellen-Istmaß automatisch Maßdifferenz und Paarzustand berechnet. Ergänze eine Plausibilitätsprüfung gegen die Grenzmaße.
  4. Fehleranalyse: Entwickle für den Fall „Maße in Toleranz, Montage auffällig“ einen Prüfbaum mit den Bereichen Messung, Temperatur, Sauberkeit, Oberfläche und Geometrie.


Schwer

  1. ISO 286: Nutze eine in Deinem Betrieb oder Deiner Schule autorisiert verfügbare Norm- oder Tabellenquelle und untersuche eine andere Übergangspassung bei einem anderen Nennmaß. Dokumentiere Quelle, Grenzmaße und Begründung.
  2. Messunsicherheit: Erkläre anhand eines selbst gewählten Zahlenbeispiels, warum Auflösung und Messunsicherheit nicht dasselbe sind und wie dies eine Entscheidung nahe am Grenzmaß beeinflusst.
  3. Wärmeausdehnung: Vergleiche qualitativ Stahl und Aluminium bei gleicher Temperaturänderung. Recherchiere verlässliche Werkstoffwerte und kennzeichne Deine Quellen.
  4. Erklärvideo: Plane ein maximal 90-sekündiges Erklärvideo zur Frage „Warum kann eine Übergangspassung mal Spiel und mal Übermaß haben?“. Nutze nur selbst erstellte oder frei lizenzierte Medien und dokumentiere die Rechte.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Grenzfallanalyse: Eine neue Paarung besitzt andere Grenzmaße als der Ausbildungsfall. Leite aus vier Grenzmaßen die Passungsart ab und begründe Deine Entscheidung ausschließlich über die möglichen Extremfälle.
  2. Prozessfähigkeit: Eine Messreihe bleibt vollständig innerhalb der Einzelteiltoleranz, nähert sich aber kontinuierlich einer Grenze. Erkläre, warum „noch gut“ nicht dieselbe Aussage ist wie „Prozess unauffällig“.
  3. Geometrischer Transfer: Entwickle ein Beispiel, bei dem der Durchmesser eines Bauteils zulässig ist, eine Formabweichung aber die Funktion beeinträchtigen kann. Nenne die zusätzlich zu prüfende Eigenschaft.
  4. Temperaturtransfer: Begründe, warum Messwerte aus unterschiedlich temperierten Bauteilen kritisch sein können, obwohl dasselbe Messgerät verwendet wurde.
  5. Prüfstrategie: Vergleiche ein anzeigendes Messgerät mit einer Grenzlehre für eine Serienprüfung. Entscheide für zwei unterschiedliche Prüfziele, welches Prinzip zweckmäßiger ist, und begründe.
  6. Qualitätssicherung: Formuliere einen fachlich begründeten Eskalationsweg für den Fall, dass Zeichnungsmaß, Messwert und Montageeindruck scheinbar nicht zusammenpassen. Trenne Beobachtung, Messung, Hypothese und Freigabeentscheidung.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergibst, sondern Entscheidungen nachvollziehbar begründest.

  1. Passungsart: Du leitest Spiel-, Übergangs- oder Übermaßpassung aus den Grenzfällen ab.
  2. Istzustand: Du berechnest für konkrete Messwerte Spiel, Nullfall oder Übermaß mit korrektem Vorzeichen.
  3. Toleranzprüfung: Du trennst die Frage „Einzelteil innerhalb der Grenzmaße?“ von der Frage „Wie ist der Zustand dieses Teilepaars?“.
  4. Fertigungseinfluss: Du erkennst Prozessdrift und nennst mögliche Ursachen, ohne aus wenigen Daten vorschnell eine Ursache zu behaupten.
  5. Geometrie: Du erklärst, warum Maß, Form, Lage, Lauf und Oberfläche getrennte Anforderungen sein können.
  6. Sicheres Handeln: Du weißt, wann eine Fachkraft, ein Prüfplan oder eine betriebliche Freigabe erforderlich ist und dass der Kurs selbst keine Arbeitsfreigabe erteilt.




Fachquellen und Normencheck

Für die fachliche Einordnung wurden offizielle Normseiten und ergänzende Bildungsquellen geprüft. Verbindlich sind in realen Ausbildungs- und Betriebssituationen die jeweils autorisierten Normausgaben, die technische Zeichnung und die betrieblichen Vorgaben.

  1. ISO 286-1:2010: ISO-System für Toleranzen linearer Größen; Grundlagen von Toleranzen, Abmaßen und Passungen. Die ISO-Seite kennzeichnet die Ausgabe nach erneuter Überprüfung als aktuell.
  2. DIN EN ISO 286-1:2019-09: Deutsche Fassung zu Grundlagen von Toleranzen, Abmaßen und Passungen.
  3. ISO 286-2:2010: Tabellen der Toleranzklassen und Grenzabmaße.
  4. DIN EN ISO 1101:2017-09: Geometrische Tolerierung von Form, Richtung, Ort und Lauf.
  5. DIN EN ISO 1:2022-10: Standardreferenztemperatur von 20 °C.
  6. Wikipedia: Passung: Überblick zu Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassungen.


Medien- und Rechtecheck

Die eingebundenen Dateinamen wurden auf Wikimedia Commons geprüft. Maßgeblich für Nachnutzung bleiben jeweils die aktuelle Dateibeschreibungsseite und deren Lizenzangaben.

  1. Mechanical Tolerance Definitions.svg: gemeinfrei.
  2. Technical steel.jpg: CC BY 4.0.
  3. Microstructure of a stainless steel.jpg: CC BY 4.0.
  4. Surface roughness.svg: CC0 1.0.
  5. Vernier caliper.svg: auf der Dateiseite unter anderem CC BY-SA 3.0 und CC BY 2.5 ausgewiesen.
  6. Using the caliper correct.gif: auf der Dateiseite unter anderem CC BY-SA 3.0 und CC BY 2.5 ausgewiesen.
  7. 5783metric-micrometer.jpg: CC BY-SA 2.0.
  8. GaugePlugSpecialGoNoGo.jpg: auf der Dateiseite unter anderem CC BY-SA 3.0 ausgewiesen.
  9. Geometric dimenioning and tolerancing-hole.svg: auf der Dateiseite unter anderem CC BY-SA 3.0 ausgewiesen.
  10. Dial Indicator in Use.jpg: CC BY-SA 4.0.

Die beiden YouTube-Videos werden ausschließlich über den YouTube-Player eingebettet. Sie werden dadurch nicht als OER umgelizenziert oder kopiert; Rechte und Verfügbarkeit verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern beziehungsweise der Plattform. Es wurden keine Sofatutor-Videos verwendet.


OERs zum Thema

  1. ISO-Toleranzen und Passungen im TIB AV-Portal: Lehrvideo von TU Dortmund/ORCA.nrw, CC BY 4.0.
  2. Form- und Lagetoleranzen im TIB AV-Portal: Lehrvideo von TU Dortmund/ORCA.nrw, CC BY 4.0.
  3. HubbS – Toleranzen und Passungen: berufliche Unterrichtsmaterialien, CC BY-NC 4.0.


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