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Kunst - Einen einzigen Gestaltungsfaktor untersuchen

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Kunst - Einen einzigen Gestaltungsfaktor untersuchen

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Einleitung

In diesem aiMOOC untersuchst Du eine wichtige Frage der Bildgestaltung: Was verändert sich sichtbar, wenn bei einem Bild nur ein einziger Gestaltungsfaktor verändert wird? Du arbeitest dabei ähnlich wie bei einem sorgfältigen Vergleich: Zwei Varianten zeigen dasselbe Motiv. Fast alles bleibt gleich. Nur ein vorher festgelegter Faktor – zum Beispiel Strichdichte, Platzierung oder Farbe – wird verändert.

Der Kurs richtet sich an Lernende ab Klasse 5/6. Im Grundlagenteil lernst Du ein einfaches A/B-Verfahren kennen. In der klar gekennzeichneten Vertiefung prüfst Du, wie sich dasselbe Verfahren auf Platzierung und Farbe übertragen lässt. Wichtig ist die Trennung von Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung. Eine Beobachtung beschreibt zunächst nur, was tatsächlich sichtbar oder zählbar ist. Eine Deutung oder Bewertung kommt erst später und muss begründet werden.

Die Bildungspläne nennen für den Kunstunterricht der Klassen 5/6 unter anderem Linie, Schraffur, Struktur, Farbe, Position und Grundprinzipien der Komposition. Das hier verwendete Ein-Faktor-Verfahren ist ein eigens für diesen Kurs formuliertes Vergleichsmodell. Es hilft beim genauen Untersuchen, ist aber keine allgemeine naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeit über Kunst.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Gestaltungsfaktor: einen einzelnen zu untersuchenden Gestaltungsfaktor eindeutig benennen.
  2. Variable: zwischen einer gezielt veränderten Prüfvariable und gleich gehaltenen Merkmalen unterscheiden.
  3. Beobachtung: sichtbare oder zählbare Unterschiede wertfrei beschreiben.
  4. Regelanwendung: begründen, welcher Unterschied innerhalb eines kontrollierten A/B-Vergleichs mit der veränderten Variable zusammenhängt.
  5. Bewertung: eine persönliche oder kriterienbezogene Einschätzung von der Beobachtung trennen.
  6. Transfer: das Verfahren auf ein neues Motiv und ein neues Material übertragen.


Material und sichere Arbeitsweise

Für die Grundaufgaben genügen Papier, Bleistift oder schwarzer Fineliner, Lineal und gegebenenfalls Farbstifte. Verwende nur gewöhnliche Schulmaterialien. Für den Abschlusstransfer reicht zugeschnittene Wellpappe oder Verpackungskarton; Schneidearbeiten können mit bereits vorbereiteten Stücken vermieden werden. Es sind keine gefährlichen Versuche, keine privaten Daten und keine externen KI-Dienste erforderlich.


Grundlagen: Einen einzigen Gestaltungsfaktor untersuchen

Ein Bild besitzt viele Merkmale gleichzeitig. Dazu gehören zum Beispiel Motiv, Größe, Farbe, Strichart, Schraffur, Position auf der Bildfläche, Material und Werkzeug. Wenn Du herausfinden möchtest, was sich durch einen Faktor verändert, musst Du die übrigen Merkmale so gut wie möglich gleich halten.

Begriff Bedeutung in diesem Kurs Beispiel
Prüfvariable Der einzige Gestaltungsfaktor, den Du gezielt veränderst. Strichdichte
Gleich gehaltene Merkmale Merkmale, die in Variante A und B unverändert bleiben. Motiv, Größe, Position, Farbe, Werkzeug
Beobachtung Eine sichtbare oder zählbare Feststellung ohne Werturteil. In B liegen mehr Striche innerhalb derselben Vergleichsbreite.
Regelanwendung Eine begründete Zuordnung innerhalb des geplanten Vergleichs. Da nur die Strichdichte verändert wurde, kann der Unterschied der Strichhäufigkeit auf diese Variable zurückgeführt werden.
Bewertung Eine begründete Einschätzung nach einem Kriterium oder eine persönliche Wirkungsaussage. Für das Kriterium „starker Hell-Dunkel-Kontrast“ erfüllt B die Aufgabe besser.

Sprachhinweis: In naturwissenschaftlichen Texten kann das Wort „Kontrollvariable“ auch für eine Größe stehen, die gerade konstant gehalten wird. Damit hier keine Verwechslung entsteht, heißt der absichtlich veränderte Faktor in diesem Kurs Prüfvariable. Die unveränderten Bedingungen heißen gleich gehaltene Merkmale.


Eigenes A/B-Modell: Nur die Strichdichte ändern

Das Motiv ist in beiden kleinen Entwürfen ein Blatt. Format, Umriss, Position, Größe, schwarze Farbe und Strichrichtung sollen gleich bleiben. Nur die Zahl der senkrechten Binnenstriche wird verändert.

Variante A: geringe Strichdichte Variante B: hohe Strichdichte
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Eigenschöpfung: Die beiden schematischen Mini-Entwürfe wurden für diesen Kurs erstellt und übernehmen kein fremdes Bildmaterial.

Kontrollpunkt Variante A Variante B Gleich oder verändert?
Motiv Blatt Blatt gleich
Größe des Motivs gleich festgelegt gleich festgelegt gleich
Position Mitte Mitte gleich
Farbe Schwarz Schwarz gleich
Strichrichtung senkrecht senkrecht gleich
Strichdichte gering hoch verändert

So erkennst Du einen brauchbaren Vergleich: In der letzten Spalte steht genau ein absichtlich verändertes Merkmal.


Durchgerechnetes Beispiel

Für eine zählbare Untersuchung wird in beiden Blattzeichnungen dieselbe Vergleichsbreite von 4 cm festgelegt.

Variante A enthält in dieser Breite 4 Schraffurstriche.

4 Striche ÷ 4 cm = 1 Strich pro cm

Variante B enthält in derselben Breite 12 Schraffurstriche.

12 Striche ÷ 4 cm = 3 Striche pro cm

Damit besitzt Variante B in der festgelegten Vergleichsbreite die dreifache gemessene Strichdichte von Variante A.

Diese Rechnung misst nur die zuvor festgelegte Größe „Anzahl der gezählten Striche pro Zentimeter“. Sie beweist nicht automatisch, dass Variante B „schöner“, „besser“, „trauriger“ oder „spannender“ ist. Solche Aussagen gehören zur Deutung oder Bewertung und benötigen zusätzliche Kriterien und Begründungen.


Beobachtung – Regelanwendung – Bewertung

Ebene Zulässiges Beispiel Warum?
Beobachtung „In B liegen in 4 cm zwölf Striche, in A vier.“ Die Aussage ist sichtbar und zählbar.
Regelanwendung „Da im geplanten Paar nur die Strichdichte verändert wurde, ist die größere Zahl von Strichen der Prüfvariable zugeordnet.“ Die Aussage bezieht sich auf die dokumentierte Versuchsanordnung des Bildvergleichs.
Bewertung „Für die Aufgabe, eine möglichst dicht strukturierte Fläche zu erzeugen, erfüllt B das Kriterium besser.“ Ein vorher genanntes Kriterium wird angewendet.
Nicht als Beobachtung geeignet „B ist viel schöner.“ Das ist ein Werturteil und keine neutrale Beschreibung.

Eine Bewertung ist im Kunstunterricht nicht grundsätzlich falsch. Sie muss nur als Bewertung erkennbar sein und begründet werden. Aus diesem Kurs entsteht keine automatische Note. Eine schulische Bewertung benötigt transparente Kriterien und liegt bei der zuständigen Lehrkraft.


Kunstbeispiel: Linien und Schraffur genau beobachten

Federzeichnung eines Nashorns von Albrecht Dürer mit vielen Kontur-, Binnen- und Schraffurlinien; geeignet zum Beobachten unterschiedlich dichter Linienbereiche.

Albrecht Dürers Zeichnung eines Nashorns von 1515 eignet sich zum genauen Beobachten von Linien, Konturen und unterschiedlich dicht wirkenden Binnenstrukturen. Suche zwei kleine Bereiche und beschreibe zunächst nur, wo Linien enger oder weiter auseinanderliegen. Behaupte dabei nicht, Dürer habe ein kontrolliertes Ein-Faktor-Experiment durchgeführt: Das historische Kunstwerk enthält viele gleichzeitig variierende Gestaltungsmittel.

Mediennachweis: Albrecht Dürer, Rhinoceros, 1515, Federzeichnung. Datei: Wikimedia Commons, „Albrecht Dürer - Rhinoceros - WGA07078.jpg“. Laut Dateiseite gemeinfreies Werk; fotografische Reproduktion auf Commons als Public Domain gekennzeichnet. Abruf der Lizenzangaben: 04.10.2026. Aussagegrenze: Das Bild belegt die sichtbare Verwendung von Linien und Schraffuren, nicht die Wirksamkeit einer einzelnen Variable.


Vertiefung: Drei mögliche Prüfvariablen

Vertiefung ab hier: Du überträgst das Verfahren. Wichtig bleibt: Pro A/B-Paar wird nur eine Variable verändert.


Vertiefung A: Platzierung

Prüfvariable: Platzierung des Motivs auf der Bildfläche.

Gleich gehalten werden zum Beispiel: Blattformat, Motiv, Motivgröße, Farbe, Strichdichte, Werkzeug und Ausrichtung.

Variante A: Das gleiche Blattmotiv liegt genau in der Mitte.

Variante B: Dasselbe Blattmotiv liegt oben rechts.

Eine passende Beobachtung lautet: „Der Abstand des Motivs zum oberen und rechten Rand ist in B kleiner als in A.“ Eine Bewertung wie „oben rechts wirkt besser“ wäre dagegen erst mit einem Kriterium zu begründen.

Der Bildungsplan Baden-Württemberg nennt Position ausdrücklich als eine Möglichkeit, Raumbeziehungen auf der Bildfläche darzustellen. Das stützt die fachliche Relevanz von Platzierung, legt aber nicht fest, dass eine bestimmte Position immer dieselbe Wirkung erzeugt.


Vertiefung B: Farbe

Prüfvariable: Farbe.

Gleich gehalten werden zum Beispiel: Motiv, Größe, Position, Strichdichte, Umriss, Papier und Werkzeugart.

Variante A: Das Motiv ist vollständig blau.

Variante B: Das Motiv ist vollständig orange.

Beobachtung: „A ist blau, B ist orange.“ Eine weitergehende Aussage wie „Orange wirkt wärmer“ ist eine Regelanwendung aus der Farblehre beziehungsweise eine Deutung, die vom Kontext mitbestimmt wird.

Farbstudie von Wassily Kandinsky mit mehreren quadratischen Feldern und verschiedenfarbigen konzentrischen Kreisformen.

Das Werk kann zum Sammeln von Farbbeobachtungen dienen. Es ist kein kontrolliertes A/B-Paar, weil gleichzeitig viele Farben, Formen und Anordnungen variieren.

Mediennachweis: Wassily Kandinsky, Color Study, Squares with Concentric Circles, 1913. Wikimedia Commons. Die Dateiseite kennzeichnet das zugrunde liegende Werk als gemeinfrei; Abruf: 04.10.2026. Aussagegrenze: Das Werk veranschaulicht Farbbeziehungen, beweist aber keine allgemeine Wirkung einer einzelnen Farbe.


Vertiefung C: Farbkontext

Grafisches Farbmodell mit farbigen Flächen, das veranschaulicht, dass dieselbe oder ähnliche Farbe je nach umgebenden Farben unterschiedlich wahrgenommen werden kann.

Das Farbmodell erinnert daran, dass Farbe nicht isoliert betrachtet werden sollte: Umgebungsfarben können die Wahrnehmung mitprägen. Für einen kontrollierten eigenen Test musst Du deshalb auch den Hintergrund gleich halten, wenn nur die Motivfarbe Deine Prüfvariable sein soll.

Mediennachweis: Zena O’Connor, Albers color model, 2020, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Abruf: 04.10.2026. Aussagegrenze: Das Schema illustriert Farbkontext; aus einer einzelnen Darstellung darf keine allgemeine Aussage über jede Person und jede Wahrnehmungssituation abgeleitet werden.


Historischer Vergleich mit Aussagegrenze: Monets Kathedrale

Gemälde von Claude Monet aus dem Jahr 1894 mit der Westfassade der Kathedrale von Rouen in gedämpfter Licht- und Farbwirkung.
Gemälde von Claude Monet aus dem Jahr 1894 mit der Westfassade der Kathedrale von Rouen in heller Sonnenlichtwirkung.

Beide Bilder zeigen dasselbe Architekturmotiv. Du kannst Unterschiede in Farbe und Lichtwirkung beobachten. Trotzdem darfst Du sie nicht einfach als streng kontrolliertes Ein-Faktor-Experiment behandeln: Malzeitpunkt, Licht, Farbauftrag und weitere malerische Entscheidungen können sich gleichzeitig unterscheiden.

Mediennachweis: Claude Monet, zwei Fassungen der Westfassade der Kathedrale von Rouen, 1894. Wikimedia Commons; beide Dateiseiten kennzeichnen die Werke als gemeinfrei. Abruf: 04.10.2026. Aussagegrenze: Der Vergleich zeigt Variationen desselben Motivs, isoliert aber keine einzelne Variable zuverlässig.


Vier Kernaufgaben mit gestuften Hinweisen und Lösungen


Aufgabe 1: Welcher Plan verändert wirklich nur einen Faktor?

Du möchtest Strichdichte untersuchen. Welche Variante ist methodisch passend?

A: Gleiches Blattmotiv, gleiche Größe, gleiche Position und gleiche schwarze Farbe; nur die Zahl der Schraffurstriche wird erhöht.

B: Das Blatt wird größer und erhält gleichzeitig mehr Schraffurstriche.

C: Das Blatt bleibt gleich groß, wird aber rot und nach links verschoben.

D: In A zeichnest Du ein Blatt, in B einen Fisch.

Kurzantwort: Nenne den richtigen Buchstaben.

Hinweis 1: Zähle bei jeder Möglichkeit, wie viele Merkmale absichtlich verändert werden.

Hinweis 2: Gesucht ist genau eine Änderung; diese Änderung muss die Strichdichte sein.

Lösung: A. Nur dort bleibt das Motiv mitsamt Größe, Position und Farbe gleich, während allein die Strichdichte verändert wird.


Aufgabe 2: Beobachtung oder Bewertung?

Welche Aussage ist eine reine Beobachtung?

A: „Variante B ist schöner.“

B: „Variante B hat in 4 cm zwölf Striche.“

C: „Variante B wirkt bestimmt auf jeden Menschen nervös.“

D: „Variante B verdient die bessere Note.“

Kurzantwort: Nenne den richtigen Buchstaben.

Hinweis 1: Eine Beobachtung soll sichtbar oder zählbar sein.

Hinweis 2: Prüfe, welche Aussage ohne Geschmack, Wirkungserwartung oder Benotung auskommt.

Lösung: B. Die Zahl der Striche in einer festgelegten Breite ist überprüfbar. Die anderen Aussagen enthalten Bewertung oder eine unbelegte Verallgemeinerung.


Aufgabe 3: Was muss gleich bleiben?

Die Prüfvariable ist Platzierung. Welches Paket enthält nur Merkmale, die für einen sauberen Vergleich gleich gehalten werden sollten?

A: Motiv, Motivgröße, Farbe, Werkzeug und Strichdichte

B: Platzierung, Farbe und Motivgröße

C: Motiv und Platzierung

D: Platzierung, Werkzeug und Farbe

Kurzantwort: Nenne den richtigen Buchstaben.

Hinweis 1: Die Prüfvariable selbst darf nicht in der Liste der konstanten Merkmale stehen.

Hinweis 2: Suche die Antwort ohne das Wort „Platzierung“.

Lösung: A. Platzierung wird verändert; Motiv, Motivgröße, Farbe, Werkzeug und Strichdichte können gleich bleiben.


Aufgabe 4: Strichdichte berechnen

In einer festgelegten Vergleichsbreite von 5 cm liegen 15 Striche. Welche gemessene Strichdichte ergibt sich?

A: 2 Striche pro cm

B: 3 Striche pro cm

C: 5 Striche pro cm

D: 10 Striche pro cm

Kurzantwort: Nenne den richtigen Buchstaben und die Rechnung.

Hinweis 1: Teile die Zahl der Striche durch die Breite in Zentimetern.

Hinweis 2: Rechne 15 ÷ 5.

Lösung: B. 15 Striche ÷ 5 cm = 3 Striche pro cm.


Transferwerkstatt

In der Transferwerkstatt entwickelst Du ein eigenes kontrolliertes A/B-Paar.

Modell: Zeichne zweimal denselben kleinen Fisch. Verwende dasselbe Papierformat, denselben schwarzen Stift, dieselbe Fischgröße und dieselbe Strichdichte. Verändere nur die Platzierung: Fisch A liegt mittig, Fisch B deutlich links unten. Markiere anschließend in einer Tabelle die Prüfvariable und mindestens vier gleich gehaltene Merkmale.

Danach formulierst Du drei getrennte Sätze:

Beobachtung: „Der Fisch in B hat einen kleineren Abstand zum linken und unteren Bildrand als der Fisch in A.“

Regelanwendung: „Da in meinem geplanten Paar nur die Platzierung verändert wurde, ist der unterschiedliche Randabstand dieser Prüfvariable zugeordnet.“

Bewertung: „Für mein selbst gesetztes Kriterium ‚Motiv soll die Bildmitte betonen‘ erfüllt A das Kriterium besser.“

Selbstprüfkriterien:

  1. Prüfvariable: Ich habe genau einen Gestaltungsfaktor als Prüfvariable benannt.
  2. Konstanz: Ich habe mindestens vier gleich gehaltene Merkmale benannt und in beiden Varianten kontrolliert.
  3. Beobachtung: Meine Beobachtung enthält nur Sichtbares, Messbares oder Zählbares.
  4. Begründung: Meine Regelanwendung nennt ausdrücklich, warum ich den Unterschied der Prüfvariable zuordne.
  5. Bewertung: Meine Bewertung ist als Bewertung gekennzeichnet und nennt ein Kriterium; sie wird nicht als automatische Note ausgegeben.


Quellen, Herkunft, Datum und Aussagegrenzen

Die folgenden Quellen dienen der fachlichen Absicherung. Wo eine Quelle nur einen Teilaspekt stützt, wird das ausdrücklich genannt. Das Ein-Faktor-A/B-Verfahren dieses Kurses ist eine didaktische Modellierung und wird nicht als wörtliche Vorgabe der Lehrpläne ausgegeben.

Quelle Herkunft und Stand Was die Quelle stützt Aussagegrenze
Bildungsplan Baden-Württemberg, Bildende Kunst 5/6, Grafik Offizielles Bildungsplanportal Baden-Württemberg; Bildungsplan 2016; abgerufen am 04.10.2026. Grafische Gestaltungselemente wie Punkt, Linie, Fläche, Kontur, Struktur, Schraffur, Muster und Hell-Dunkel sowie Position und Kompositionsprinzipien. Die Quelle schreibt nicht das hier entwickelte Ein-Faktor-A/B-Verfahren vor.
Bildungsplan Baden-Württemberg, Bildende Kunst 5/6, Malerei Offizielles Bildungsplanportal Baden-Württemberg; Bildungsplan 2016; abgerufen am 04.10.2026. Fachliche Relevanz von Farbe und malerischer Gestaltung. Keine Aussage, dass eine Farbe immer dieselbe Wirkung erzeugt.
LehrplanPLUS Bayern, Realschule Kunst 5 Offizielles Lehrplanportal Bayern; abgerufen am 04.10.2026. Gestaltungselemente und -prinzipien, darunter Farbe, Punkt, Linie, Kontur, Fläche, Muster sowie räumliche Mittel. Keine Vorgabe für die hier verwendete Messgröße „Striche pro cm“.
J. Paul Getty Museum: Looking at Portraits – Portraits in Line Getty Education Staff; Middle School 6–8; Veröffentlichungsdatum auf der Seite nicht angegeben; abgerufen am 04.10.2026; Lehrmaterial CC BY 4.0. Unterrichtliche Arbeit mit Linie, Schraffur und Kreuzschraffur sowie Analyse und praktische Erprobung. Die Quelle belegt nicht, dass Strichdichte allein eine bestimmte emotionale Wirkung verursacht.
National Gallery of Art: The Elements of Art – Line National Gallery of Art, Washington; öffentliches Unterrichtsmaterial; Veröffentlichungsdatum auf der Seite nicht angegeben; abgerufen am 04.10.2026. Linie als grundlegendes Gestaltungselement und die Beobachtung unterschiedlicher Linienarten. Das Material ist für Grade 1–2 ausgewiesen und dient hier nur als fachliche Grundlagenquelle, nicht als Niveaumodell für Klasse 5/6.


Medien- und Lizenzdokumentation

Medium Quelle Lizenzstatus laut Quellseite Alternativtext und Nutzungsgrenze
Dürer, Rhinoceros, 1515 Wikimedia Commons Public Domain / gemeinfreies Werk; Commons weist auf mögliche Unterschiede zwischen Rechtsordnungen bei Reproduktionen hin. Abruf 04.10.2026. Alt: Federzeichnung eines Nashorns mit vielen Kontur-, Binnen- und Schraffurlinien. Nutzung nur zum Beobachten, nicht als Beweis einer Ein-Faktor-Wirkung.
Kandinsky, Color Study, Squares with Concentric Circles, 1913 Wikimedia Commons Public Domain laut Dateiseite; Abruf 04.10.2026. Alt: Farbstudie mit quadratischen Feldern und verschiedenfarbigen konzentrischen Kreisformen. Keine kontrollierte Variablenstudie.
Zena O’Connor, Albers color model, 2020 Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0; Abruf 04.10.2026. Alt: Farbmodell mit farbigen Flächen zur Veranschaulichung von Farbkontext. Keine universelle Wahrnehmungsregel.
Monet, Rouen Cathedral, West Facade, 1894 Wikimedia Commons Public Domain laut Dateiseite; Abruf 04.10.2026. Alt: Westfassade der Kathedrale von Rouen in gedämpfter Licht- und Farbwirkung. Kein kontrolliertes Experiment.
Monet, Rouen Cathedral, West Facade, Sunlight, 1894 Wikimedia Commons Public Domain laut Dateiseite; Abruf 04.10.2026. Alt: dieselbe Kathedralfassade in heller Sonnenlichtwirkung. Kein kontrolliertes Experiment.

YouTube-Recherche: Ein thematisch passendes öffentlich zugängliches Video, „Elements of Art: Line“ von KQED, wurde geprüft. Es wird hier nicht eingebettet, weil für die konkrete Videoseite im Rahmen dieser Recherche keine ausreichend eindeutige offene Medienlizenz dokumentiert werden konnte. Die Möglichkeit, einen YouTube-Player einzubetten, ersetzt keine offene Lizenz für Kopie oder Bearbeitung. Damit folgt der Kurs der Vorgabe, nur Medien mit geklärter Quelle und Lizenzlage zu verwenden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist in diesem Kurs die Prüfvariable? (Der einzige Gestaltungsfaktor der gezielt verändert wird) (!Alle Merkmale des Bildes zusammen) (!Die persönliche Lieblingsvariante) (!Die spätere Benotung)




Was gehört bei einem A/B-Vergleich zu den gleich gehaltenen Merkmalen? (Merkmale die in beiden Varianten unverändert bleiben) (!Nur das Merkmal das untersucht wird) (!Alle persönlichen Bewertungen) (!Die Zahl der Lösungsschritte)




Welche Aussage ist eine reine Beobachtung? (In B liegen zwölf Striche innerhalb von vier Zentimetern) (!B ist schöner als A) (!B wirkt auf jeden Menschen unruhig) (!B verdient eine bessere Note)




Wie groß ist die Strichdichte bei zwölf Strichen auf vier Zentimetern? (Drei Striche pro Zentimeter) (!Vier Striche pro Zentimeter) (!Acht Striche pro Zentimeter) (!Sechzehn Striche pro Zentimeter)




Welche Änderung eignet sich zum Untersuchen der Platzierung? (Dasselbe Motiv wird bei sonst gleichen Merkmalen an eine andere Stelle gesetzt) (!Motiv und Farbe werden gleichzeitig verändert) (!Größe und Werkzeug werden gleichzeitig verändert) (!Ein Blatt wird durch einen Fisch ersetzt)




Was muss bei einer Untersuchung nur der Farbe gleich bleiben? (Motiv Größe Position und übrige Gestaltung) (!Die Farbe selbst) (!Nur der Name des Bildes) (!Die persönliche Bewertung)




Warum sind Monets zwei Kathedralbilder kein streng kontrolliertes Ein-Faktor-Paar? (Mehrere malerische Bedingungen und Entscheidungen können zugleich variieren) (!Weil beide Bilder dasselbe Gebäude zeigen) (!Weil Kunstwerke niemals verglichen werden dürfen) (!Weil Farbe kein Gestaltungsfaktor ist)




Welche Aussage ist eine Bewertung mit genanntem Kriterium? (Für das Kriterium dichte Struktur erfüllt B die Aufgabe besser) (!B enthält zwölf Striche) (!A und B zeigen dasselbe Blatt) (!Das Motiv liegt in beiden Varianten mittig)




Warum wird in diesem Kurs nicht automatisch eine Note vergeben? (Eine schulische Bewertung braucht transparente Kriterien und die zuständige Lehrkraft) (!Weil Beobachtungen grundsätzlich verboten sind) (!Weil Kunst keine Kriterien haben kann) (!Weil jede Variante immer gleich sein muss)




Welche Regel macht einen kontrollierten Bildvergleich besonders nachvollziehbar? (Pro Vergleich wird nur ein vorher benannter Gestaltungsfaktor verändert) (!Jede Variante verwendet ein anderes Motiv) (!Möglichst viele Merkmale werden gleichzeitig verändert) (!Die Wirkung wird vor dem Zeichnen festgelegt)





Memory

Prüfvariable gezielt veränderter Gestaltungsfaktor
Konstanz gleich gehaltene Merkmale
Beobachtung sichtbare oder zählbare Feststellung
Strichdichte Anzahl von Strichen in einer festgelegten Vergleichsbreite
Platzierung Position eines Motivs auf der Bildfläche
Bewertung begründete Einschätzung nach einem Kriterium





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Prüfvariable einziger gezielt veränderter Faktor
Gleichhaltung übrige Merkmale bleiben unverändert
Beobachtung sichtbarer oder zählbarer Befund
Regelanwendung Zuordnung innerhalb des geplanten Vergleichs
Bewertung kriterienbezogenes Urteil





Kreuzworträtsel

Variable Wie heißt ein Merkmal, das in einer Untersuchung verändert oder kontrolliert werden kann?
Schraffur Wie heißt eine Zeichentechnik aus gesetzten Linien zur Strukturierung oder Schattierung?
Position Welcher Begriff bezeichnet die Lage eines Motivs auf der Bildfläche?
Beobachtung Wie heißt eine wertfreie Beschreibung dessen, was sichtbar oder zählbar ist?
Kontrast Wie heißt ein deutlich wahrnehmbarer Unterschied zwischen Gestaltungselementen?
Komposition Wie heißt die Anordnung von Bildelementen innerhalb einer Bildfläche?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einem kontrollierten A/B-Vergleich wird nur eine

gezielt verändert. Die übrigen Merkmale werden möglichst

gehalten. Eine Aussage wie „B enthält zwölf Striche“ ist eine

. Die Zahl der Striche geteilt durch eine festgelegte Breite kann als

angegeben werden. Eine Aussage darüber, welche Variante ein Kriterium besser erfüllt, gehört zur

. Wenn nur die Lage des Motivs verändert wird, heißt die Prüfvariable

. Beim Farbvergleich sollte auch der

unverändert bleiben. Historische Kunstwerke können zum Vergleichen anregen, sind aber nicht automatisch ein kontrolliertes

. Eine schulische Note folgt nicht automatisch aus diesem

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Strichsammlung: Zeichne auf einem Blatt fünf Felder mit jeweils einer anderen Linienart. Beschreibe die Linien nur mit sichtbaren Merkmalen wie dicht, weit, gerade oder gebogen.
  2. A/B-Blatt: Erstelle zwei gleiche Blattmotive und verändere nur die Strichdichte. Notiere Prüfvariable und vier gleich gehaltene Merkmale.
  3. Beobachtungssätze: Formuliere zu Deinem A/B-Paar drei wertfreie Beobachtungen und markiere Wörter, die messbar oder sichtbar begründet sind.
  4. Fehlersuche: Erfinde ein absichtlich schlechtes A/B-Paar, in dem zwei Faktoren gleichzeitig verändert werden. Erkläre anschließend, wie Du es korrigierst.


Standard

  1. Platzierungsstudie: Zeichne zweimal dasselbe Motiv und verändere nur seine Position. Messe die Abstände zu zwei Bildrändern und vergleiche sie.
  2. Farbstudie: Gestalte ein identisches Motiv zweimal mit unterschiedlicher Farbe, während Format, Hintergrund, Position und Größe gleich bleiben. Trenne Beobachtung und Wirkungsaussage.
  3. Kunstwerkbeobachtung: Wähle im Dürer-Bild zwei Bereiche mit unterschiedlicher Liniendichte. Beschreibe nur Sichtbares und erkläre danach, warum dies kein kontrolliertes Experiment des Künstlers ist.
  4. Dokumentation: Fotografiere oder zeichne Deinen Arbeitsprozess ohne erkennbare private Daten und erstelle eine Tabelle mit Prüfvariable, Konstanten, Beobachtung und Bewertung.


Schwer

  1. Vergleichsreihe: Erstelle drei getrennte A/B-Paare zum selben Motiv: einmal Strichdichte, einmal Platzierung, einmal Farbe. In jedem Paar darf nur die jeweils genannte Variable wechseln.
  2. Messmodell: Entwickle eine eigene nachvollziehbare Messregel für Strichdichte, etwa Striche pro Zentimeter oder Striche in einem festen Quadrat, und erkläre ihre Grenzen.
  3. Kriterienkritik: Formuliere zwei verschiedene Bewertungskriterien für dasselbe A/B-Paar und zeige, warum unterschiedliche Kriterien zu unterschiedlichen begründeten Urteilen führen können.
  4. Ausstellungsprojekt: Präsentiere A/B-Paare einer Lerngruppe als kleine Ausstellung. Lass Betrachtende zuerst Beobachtungen und erst danach Bewertungen notieren und werte aus, ob beide Ebenen getrennt wurden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer auf ein neues Motiv: Du erhältst zwei gleich große Kreisformen. Entwirf einen Plan, bei dem nur die Platzierung verändert wird. Nenne die Prüfvariable und mindestens vier gleich gehaltene Merkmale.
  2. Fehleranalyse: In Variante A ist ein kleiner blauer Stern mittig, in Variante B ein großer roter Stern rechts. Erkläre, warum sich daraus keine einzelne Gestaltungsvariable isolieren lässt, und formuliere eine verbesserte Vergleichsanordnung.
  3. Beobachtung und Deutung: Formuliere zu einem eigenen A/B-Paar zuerst zwei Beobachtungen, danach eine Regelanwendung und schließlich eine Bewertung mit genanntem Kriterium.
  4. Messung: Eine Fläche enthält 18 Striche auf 6 cm. Berechne die Strichdichte und erläutere, was diese Zahl aussagt und was sie nicht aussagt.
  5. Quellenkritik: Erkläre an einem der historischen Kunstbeispiele, warum ein Werk einen Gestaltungsfaktor veranschaulichen kann, ohne den Effekt dieses Faktors allein zu beweisen.
  6. Methodentransfer: Entwickle eine A/B-Untersuchung mit einem anderen ungefährlichen Schulmaterial und begründe, welche Bedingungen Du gleich halten musst.


Lernnachweis

Für einen nachvollziehbaren Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:

  1. A/B-Vergleich: Zwei eigene Varianten desselben Motivs, in denen genau ein vorher festgelegter Faktor verändert wurde.
  2. Variablentabelle: Eine eindeutige Benennung der Prüfvariable und mindestens vier gleich gehaltenen Merkmale.
  3. Messung: Mindestens eine überprüfbare Beobachtung, beispielsweise Striche pro Zentimeter oder ein gemessener Randabstand.
  4. Trennung der Ebenen: Je ein gekennzeichneter Satz für Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung.
  5. Begründung: Eine Erklärung, warum die festgestellten Unterschiede innerhalb des eigenen kontrollierten Paares der Prüfvariable zugeordnet werden dürfen.
  6. Aussagegrenze: Eine kurze Erklärung, was aus dem Vergleich nicht verallgemeinert werden darf.
  7. Transfer: Anwendung der Methode auf ein neues Material oder eine neue Prüfvariable.

Dieser Lernnachweis liefert überprüfbare Arbeitsprodukte. Er erzeugt keine automatische Note. Bewertungskriterien müssen vor einer benoteten Verwendung transparent festgelegt werden.


OERs zum Thema

Weitere öffentlich zugängliche Lern- und Primärquellen:

  1. Bildungsplan Baden-Württemberg – Grafik Klasse 5/6
  2. LehrplanPLUS Bayern – Kunst Klasse 5
  3. Getty – Portraits in Line
  4. National Gallery of Art – Elements of Art: Line


Verknüpfte Lernbereiche


Abschluss: Konkret überprüfbare Anwendung auf neues Material

Neues Material: Wellpappe oder heller Verpackungskarton.

Nutze zwei bereits zugeschnittene Stücke desselben Kartons im Format 8 cm × 8 cm und denselben schwarzen Filzstift. Zeichne auf beide Stücke dasselbe Fischmotiv mit einer Länge von 5 cm. Position, Motivgröße, Umriss, Stift und Farbe bleiben gleich. Deine einzige Prüfvariable ist Strichdichte.

Variante A erhält innerhalb einer festgelegten 5-cm-Vergleichsbreite 5 parallele Binnenstriche.

Variante B erhält innerhalb derselben 5-cm-Vergleichsbreite 15 parallele Binnenstriche.

Prüfrechnung:

A: 5 ÷ 5 = 1 Strich pro cm

B: 15 ÷ 5 = 3 Striche pro cm

Die Anwendung gilt als methodisch nachvollziehbar, wenn alle folgenden Punkte überprüft werden können:

  1. Beide Stücke stammen aus demselben Material und haben dasselbe Format.
  2. Das Fischmotiv ist in beiden Varianten gleich groß und gleich platziert.
  3. Stiftfarbe, Werkzeug und Strichrichtung bleiben gleich.
  4. Nur die Zahl der Binnenstriche wurde absichtlich verändert.
  5. Die Zählung ergibt 1 Strich pro cm in A und 3 Striche pro cm in B.
  6. Die abschließende Beobachtung bleibt wertfrei, zum Beispiel: „In B liegen innerhalb derselben Vergleichsbreite dreimal so viele gezählte Striche wie in A.“

Damit hast Du das Ein-Faktor-Verfahren auf ein neues Material übertragen und das Ergebnis mit einer konkret überprüfbaren Messung dokumentiert.


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