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Wirkungskriterien vor einer Jugendbudgetentscheidung festlegen

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Wirkungskriterien vor einer Jugendbudgetentscheidung festlegen

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Wirkungskriterien vor einer Jugendbudgetentscheidung festlegen


Einleitung

Ein Jugendbudget gibt jungen Menschen die Möglichkeit, über begrenzte Mittel für Vorhaben in ihrer Lebenswelt mitzuentscheiden. Dieser Werkstattkurs zeigt Dir, wie Du vor einer Entscheidung prüfbare Wirkungskriterien festlegst. Dabei werden zwei Dinge bewusst getrennt: Erstens werden Rechnung, Mindestbedingungen und Belege eindeutig geprüft. Zweitens bleiben politische Prioritäten offen. Ob Dir zum Beispiel mehr Reichweite, mehr Aufenthaltsqualität oder zusätzliche Information wichtiger ist, ist keine Rechenaufgabe, sondern eine begründungsbedürftige Wertentscheidung.

Der Kurs ist für den Einstieg ab Klasse 7 angelegt und bietet Vertiefungen auf M-Niveau und E-Niveau. Du arbeitest mit einem vollständig fiktiven, eigens für diesen Kurs konstruierten Datensatz. Die Eurobeträge sind Lehrdaten und keine Marktpreise. Öffentliche Quellen dienen nur als methodische Orientierung. Für eine reale Beschaffung müssten aktuelle Angebote, lokale Regeln, Sicherheitsanforderungen und tatsächliche Bedarfe neu erhoben werden.


Leitidee: Erst Kriterien, dann Entscheidung

Wenn Kriterien erst nach einer Abstimmung erfunden werden, können sie leicht so gewählt werden, dass sie das gewünschte Ergebnis bestätigen. Deshalb legt die Werkstatt die Mindestbedingungen vorher fest. Ein Vorhaben gilt nur dann als prüfbar geeignet, wenn die vereinbarten Ausschlusskriterien erfüllt und die Belege dokumentiert sind. Erst danach werden mehrere zulässige Möglichkeiten politisch bewertet.

Das Verfahren hat zwei Stufen: Im Prüftor werden eindeutige Bedingungen mit Ja oder Nein geprüft. Im anschließenden Urteilsraum vergleichst Du nur die Varianten, die das Prüftor bestanden haben. Dort dürfen Gruppen unterschiedliche Schwerpunkte setzen, solange sie ihre Maßstäbe offenlegen und Fakten nicht mit Werturteilen verwechseln.


Methodische Orientierung aus öffentlichen Quellen

Der Kurs übernimmt keine fertige politische Position aus einer Quelle. Er nutzt öffentlich zugängliche Hinweise, um ein transparentes Verfahren zu bauen.

  1. Kinder- und Jugendbeteiligung: Das Bundesministerium beschreibt wirkungsvolle Beteiligung als direkt, sichtbar und wirksam und betont verständliche Information, Zugang, Verbindlichkeit und Rückmeldung. Quelle: Kinder- und Jugendbeteiligung, Bundesministerium, abgerufen am 04.10.2026.
  2. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen: § 8 SGB VIII verlangt für Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe eine Beteiligung entsprechend dem Entwicklungsstand und eine verständliche, nachvollziehbare und wahrnehmbare Form. § 11 SGB VIII nennt Mitbestimmung und Zugänglichkeit beziehungsweise Nutzbarkeit von Jugendarbeit für junge Menschen mit Behinderungen. Quellen: § 8 SGB VIII und § 11 SGB VIII, abgerufen am 04.10.2026. Diese Normen sind Orientierung; ob sie auf einen konkreten Jugendbudgetfall unmittelbar anwendbar sind, muss im Einzelfall geprüft werden.
  3. Barrierefreiheit: Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit empfiehlt, bei Veranstaltungen unter anderem An- und Abreise, Räume, Orientierung, Kommunikation und Unterstützungsbedarfe von Anfang an mitzudenken. Quelle: FAQ Veranstaltungen, Bundesfachstelle Barrierefreiheit, abgerufen am 04.10.2026.
  4. Folgekosten: Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass ein niedriger Anschaffungspreis nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung ist und dass zum Vergleich auch Betriebs-, Installations-, Wartungs- und gegebenenfalls Entsorgungskosten berücksichtigt werden können. Quelle: Lebenszykluskosten, Umweltbundesamt, abgerufen am 04.10.2026.
  5. Evaluation: Das Deutsche Museum beschreibt Evaluation als Instrument, das bereits in der Ideenphase beginnen kann und dazu dient, Zielgruppenansprache, Orientierung und Verständlichkeit zu verbessern und Publikum als Dialogpartner einzubeziehen. Quelle: Evaluationsforschung, Deutsches Museum, abgerufen am 04.10.2026.
  6. Demokratiebildung: Das Deutsche Historische Museum setzte im Demokratie-Labor auf partizipative Elemente, eigene Meinungsäußerung sowie inklusive Kommunikationsangebote. Quelle: Demokratie-Labor, Deutsches Historisches Museum, abgerufen am 04.10.2026.
  7. Kommunale Jugendvertretung: Als Realitätsbeispiel nennt die Landeshauptstadt Stuttgart für ihre Jugendräte ein Budget von 4.700 Euro pro Gremium und Jahr. Dieser reale Betrag wird nicht in den fiktiven Werkstattfall übernommen. Quelle: Fragen zum Jugendrat, Landeshauptstadt Stuttgart, abgerufen am 04.10.2026.

Das eingebettete Video „jung & aktiv. Jugendbeteiligung in NRW“ wird vom Kinder- und Jugendrat NRW beziehungsweise der Servicestelle beim LWL-Landesjugendamt Westfalen kontextualisiert. Es dient als Erfahrungsimpuls, nicht als Beleg für die Rechenwerte dieses Kurses. Kontextseite: LWL: Jugendbeteiligung in NRW, abgerufen am 04.10.2026.


Lernziele

Nach der Werkstatt kannst Du zwischen Mindestbedingung, Indikator, Messwert, Beleg und politischem Urteil unterscheiden. Du kannst ein Budget mit Anschaffungs- und Folgekosten prüfen, Reichweitenangaben vorsichtig interpretieren, eine Rückmeldung so dokumentieren, dass Herkunft und Grenzen sichtbar bleiben, und eine offene Entscheidung mit einem nachvollziehbaren Kriterienmodell begründen.


Differenzierung: Einstieg, M und E

Einstieg ab Klasse 7: Du arbeitest mit einer Ja-Nein-Prüfmatrix, addierst Kosten und unterscheidest sichere Aussagen von Vermutungen.

M-Niveau: Du formulierst eigene Indikatoren, vergleichst Erstjahres- und Mehrjahreskosten und prüfst, welche Daten eine Aussage über erreichte Gruppen tatsächlich tragen.

E-Niveau: Du führst Sensitivitätsprüfungen durch, etwa mit höheren Wartungskosten, entwickelst transparente Gewichtungen für den Urteilsraum und untersuchst Verzerrungen durch freiwillige Rückmeldungen. Eine Gewichtung erzeugt keine objektiv richtige Politik; sie macht nur offen, welche Prioritäten zu welchem Ergebnis führen.


Werkstattfall: Jugendplatz Nord


Ausgangslage

Eine fiktive Gemeinde stellt für einen kleinen Jugendplatz einmalig 5.500 Euro bereit. Zusätzlich dürfen die vorhersehbaren jährlichen Folgekosten höchstens 500 Euro betragen. Die Gruppe möchte mindestens eine nutzbare Zugangshilfe, geeignete Sitzmöglichkeiten, ein verständliches Informationsangebot und eine dokumentierbare Rückmeldung ermöglichen.

Am Eingang gibt es im fiktiven Fall einen Höhenunterschied. Deshalb genügt ein Hinweisschild nicht als Zugangshilfe. Die bauliche beziehungsweise technische Lösung darf in einem realen Projekt nur fachgerecht geplant, geprüft und montiert werden. Schülerinnen und Schüler sollen keine Rampen konstruieren oder montieren.


Material A: Budget- und Angebotskarten

Alle folgenden Zahlen sind erfundene Lehrdaten. Sie bilden keine Preise eines Herstellers ab.

Code Maßnahme Einmalkosten jährliche Folgekosten dokumentierte Eigenschaft im Lehrfall
Z1 Fachgerecht angepasste modulare Zugangshilfe mit dokumentiertem Funktionstest und freigehaltenem Weg 2.400 € 160 € Der Weg vom Gehweg bis zum Platz ist nach Montage im Lehrfall stufenlos nutzbar; Prüfung durch Protokoll und Fotos.
Z2 Wegweiser „Zugang seitlich“ 180 € 20 € Der Höhenunterschied am Eingang bleibt bestehen; der Wegweiser verändert den Zugang nicht.
S1 Zwei feste Sitzgruppen mit insgesamt mindestens sechs Plätzen, davon mindestens zwei Plätze mit Rücken- und Armstütze; daneben bleibt eine freie Stellfläche 1.600 € 100 € Sitz- und Stellflächen werden nach Aufstellung gezählt und fotografisch dokumentiert.
S2 Vier einfache Hocker 600 € 60 € Vier Sitzplätze; keine Rücken- oder Armstütze; keine eigens freigehaltene Stellfläche.
I1 Klar formulierte Information in großem, kontrastreichem Druck plus inhaltsgleiche Webseite; Verteilung über Schule, Berufsschule/Ausbildungsort, Jugendtreff und Bibliothek sowie Jugendwebseite 720 € 100 € Offline und digital; fünf dokumentierte Verteilwege.
I2 Nur QR-Code zur Webseite 180 € 40 € Rein digital; kein ausliegendes Blatt mit den Kerninformationen.
I3 Klarer Aushang plus inhaltsgleiche Webseite, aber Verteilung nur im Jugendtreff und auf der Projektwebseite 480 € 70 € Zwei dokumentierte Verteilwege.
F1 Sechs Wochen Feedbackkarten vor Ort plus datensparsames Onlineformular; anschließend öffentliches Ergebnisblatt 340 € 60 € Methode, Zeitraum, Anzahl der Rückmeldungen und Ergebniszusammenfassung werden dokumentiert.
F2 Mündliche Abschlussrunde ohne Protokoll 0 € 0 € Rückmeldungen können später nicht zuverlässig nachgezählt oder belegt werden.


Material B: Vor der Entscheidung festgelegte Wirkungskriterien

Die Kriterien sind szenariospezifische Prüfregeln und keine Behauptung, allgemeine Bau- oder Vergabenormen zu ersetzen.

Kriterium vorher festgelegte Mindestbedingung Prüfung Belegstelle
K1 Tatsächlich nutzbarer Zugang Vom öffentlichen Gehweg bis zur vorgesehenen Aufenthaltsfläche muss im Lehrfall ein durchgängiger, nach Montage funktionsgeprüfter Weg vorhanden sein. Ein Schild allein reicht nicht. Ja/Nein nach Vor-Ort-Prüfung Zugangsprotokoll ZP-1 und Fotodokumentation
K2 Sitzmöglichkeiten Mindestens sechs nutzbare Sitzplätze, darunter mindestens zwei mit Rücken- und Armstütze, plus eine benachbarte freie Stellfläche, ohne den Weg zu blockieren. Zählen und Sichtprüfung Sitzprotokoll SP-1
K3 Informationszugang Die Kerninformation liegt offline in gut lesbarer Form vor und steht inhaltsgleich digital bereit. Ja/Nein anhand der beiden Informationsfassungen Informationscheck IC-1
K4 Erreichbare Gruppen und Wege Vor dem Start werden mindestens vier unterschiedliche Verteilwege dokumentiert. Nach sechs Wochen wird zusätzlich erfasst, über welche Wege Rückmeldende tatsächlich vom Angebot erfahren haben. Verteilprotokoll plus anonyme Rückfrage Reichweitenblatt RB-1
K5 Folgekosten Die vorhersehbaren jährlichen Folgekosten der gewählten Kombination betragen höchstens 500 €. Addition der dokumentierten Jahreskosten Kostenblatt KB-1
K6 Dokumentierte Rückmeldung Für sechs Wochen existieren ein Papier- und ein Onlineweg für Rückmeldungen. Das Ergebnisblatt nennt Zeitraum, Methode, Zahl der eingegangenen Rückmeldungen, Ergebnisse und Unsicherheiten. Positive Bewertungen sind keine Mindestbedingung. Vollständigkeitsprüfung Feedbackblatt FB-1
K7 Einmalbudget Die Einmalkosten betragen höchstens 5.500 €. Addition der Einmalkosten Kostenblatt KB-1

Wichtig: K4 behauptet nicht, dass alle Jugendlichen der genannten Gruppen tatsächlich erreicht wurden. Ein Verteilweg macht eine Gruppe nur erreichbar. Tatsächliche Reichweite wird erst durch spätere Daten teilweise sichtbar. Auch dann ist eine freiwillige Rückmeldung nicht automatisch repräsentativ.


Warum „erreichbar“ nicht „repräsentativ erreicht“ bedeutet

Wenn auf einem Feedbackbogen 18 Personen „Schule“, 7 „Jugendtreff“ und 5 „Webseite“ als Informationsweg nennen, ist sicher belegt, dass diese drei Wege unter den Rückmeldenden vorkamen. Nicht belegt ist, dass die gesamten Gruppen im Ort im gleichen Verhältnis erreicht wurden. Wer nicht geantwortet hat, bleibt unbekannt. Deshalb muss die Datenherkunft immer mitgenannt werden.

Das ist ein Grundprinzip von Evaluation: Ein Messwert beantwortet nur die Frage, für die die Erhebung geeignet ist. Aus einer freiwilligen Stichprobe darfst Du keine sichere Aussage über alle Jugendlichen ableiten.


Material C: Vier Entscheidungspakete

Paket Zusammenstellung Einmalkosten jährliche Folgekosten erste Sichtung
A Z1 + S1 + I1 + F1 5.060 € 420 € alle vorgesehenen Mindestbedingungen sind anhand der Lehrdaten prüfbar
B Z2 + S1 + I1 + F1 2.840 € 280 € günstig, aber der physische Höhenunterschied bleibt bestehen
C Z1 + S2 + I1 + F1 4.060 € 380 € im Budget, aber nur vier Hocker ohne die festgelegte Sitzqualität
D Z1 + S1 + I3 + F1 4.820 € 390 € im Budget, aber nur zwei statt mindestens vier dokumentierte Verteilwege


Rechenweg für Paket A

Einmalkosten: 2.400 € + 1.600 € + 720 € + 340 € = 5.060 €. Rest im Einmalbudget: 5.500 € − 5.060 € = 440 €.

Jährliche Folgekosten: 160 € + 100 € + 100 € + 60 € = 420 €. Abstand zur Obergrenze: 500 € − 420 € = 80 €.

Damit besteht Paket A das Kosten-Prüftor. Die Rechnung allein macht A aber noch nicht politisch „am besten“. Sie zeigt nur, dass die festgelegten Kostenbedingungen eingehalten werden.


Vertiefung M: Mehrjahresblick

Für eine vereinfachte Übung ohne Abzinsung kannst Du die Kosten über drei Jahre vergleichen:

Dreijahreskosten = Einmalkosten + 3 × jährliche Folgekosten.

Für Paket A ergibt sich: 5.060 € + 3 × 420 € = 6.320 €. Diese Rechnung ist eine didaktische Vereinfachung. In realen Beschaffungen können Preisänderungen, Reparaturen, Nutzungsdauer, Entsorgung oder ein Barwertverfahren relevant werden. Das Umweltbundesamt zeigt dafür wesentlich differenziertere Lebenszykluskostenansätze.


Vertiefung E: Sensitivität statt Scheingenauigkeit

Nimm an, die jährlichen Folgekosten von Paket A könnten wegen unsicherer Wartung um 20 Prozent höher liegen. Dann wären es 420 € × 1,20 = 504 €. Unter dieser Annahme würde die vorher festgelegte Grenze von 500 € knapp überschritten.

Die Schlussfolgerung lautet nicht „Paket A ist falsch“, sondern: Die Entscheidung hängt an einer unsicheren Annahme. Vor einer realen Entscheidung wäre deshalb ein belastbareres Wartungsangebot nötig. So zeigt eine Sensitivitätsprüfung, welche Daten besonders wichtig sind.


Material D: Prüfprotokolle zum Ausfüllen

Zugangsprotokoll ZP-1

Prüffrage Eintrag
Datum und prüfende Personen ______________________________
Ist der vorgesehene Weg durchgängig nutzbar? Ja / Nein / nicht geprüft
Ist die Zugangshilfe fachgerecht montiert und freigegeben? Ja / Nein / Nachweis fehlt
Wird der Weg durch Möbel oder Gegenstände blockiert? Ja / Nein
Belegnummern der Fotos ______________________________
Unsicherheit oder offener Punkt ______________________________

Sitzprotokoll SP-1

Prüffrage Eintrag
Zahl nutzbarer Sitzplätze ______________________________
Plätze mit Rücken- und Armstütze ______________________________
Freie Stellfläche neben der Sitzgruppe vorhanden Ja / Nein
Weg bleibt frei Ja / Nein
Belegfoto ______________________________

Informationscheck IC-1

Prüffrage Eintrag
Kerninformation auf Papier vorhanden Ja / Nein
Digitale Fassung inhaltsgleich Ja / Nein
Schrift und Kontrast im Test gut erkennbar Ja / Nein / unklar
Digitale Fassung per Tastatur bedienbar Ja / Nein / nicht geprüft
Änderungsdatum der Information ______________________________


Material E: Reichweiten- und Feedbackblatt

Reichweitenblatt RB-1 – Verteilung

Verteilweg Datum Nachweis tatsächlich in Feedback genannt
Schule ______ Aushang/Verteiler ______ ______
Berufsschule oder Ausbildungsort ______ Aushang/Verteiler ______ ______
Jugendtreff ______ Aushang/Verteiler ______ ______
Bibliothek oder anderer öffentlicher Ort ______ Aushang ______ ______
Jugendwebseite ______ Veröffentlichungsnachweis ______ ______

Feedbackkarte FB-1

Frage Antwortfeld
Konntest Du den Platz ohne zusätzliche Hilfe erreichen? Ja / Nein / teilweise / möchte ich nicht angeben
Konntest Du eine passende Sitzmöglichkeit nutzen? Ja / Nein / teilweise / nicht benötigt
War die Kerninformation für Dich verständlich? Ja / Nein / teilweise
Wie hast Du vom Angebot erfahren? Schule / Ausbildung / Jugendtreff / öffentlicher Aushang / Webseite / anders
Was sollte verändert werden? Freitext

Es werden keine Namen benötigt. In einem echten Projekt muss vor der Erhebung geprüft werden, welche Datenschutzregeln gelten. Das Ergebnisblatt enthält mindestens: Erhebungszeitraum, Papier- und Onlineweg, Anzahl der eingegangenen Rückmeldungen, Antwortzahlen je Frage, Zusammenfassung offener Hinweise und Grenzen der Aussagekraft.


Material F: Entscheidungsniederschrift

Punkt Eintrag
Vorab festgelegte Mindestbedingungen K1 bis K7 / Änderungen mit Begründung
Geprüfte Pakete ______________________________
Ausgeschlossene Pakete und eindeutiger Grund ______________________________
Zulässige Pakete ______________________________
Offene politische Prioritäten ______________________________
Gewählte Variante ______________________________
Begründung mit Fakten und Wertungen getrennt ______________________________
Noch unsichere Daten ______________________________
Termin für Rückmeldung und Auswertung ______________________________


Drei kurze Auswahlaufgaben mit Hilfen und Lösungen


Auswahlaufgabe 1: Welches Paket besteht das Prüftor?

Frage: Welches Paket erfüllt nach den Lehrdaten alle vorab festgelegten Mindestbedingungen?

Option Aussage
A Paket A
B Paket B
C Paket C
D Paket D

Hilfestufe 1: Prüfe zuerst K1 bis K6. Ein einziges nicht erfülltes Ausschlusskriterium reicht für das Durchfallen. Prüfe erst danach K7.

Hilfestufe 2: B lässt den Höhenunterschied bestehen, C erfüllt die festgelegte Sitzqualität nicht und D hat nur zwei dokumentierte Verteilwege.

Belegstellen: Material B „Vor der Entscheidung festgelegte Wirkungskriterien“ und Material C „Vier Entscheidungspakete“.

Erläuterte Lösung: A ist richtig. Z1 erfüllt im Lehrfall den Zugangstest, S1 die Sitzbedingung, I1 Informationszugang und mindestens vier Verteilwege und F1 die dokumentierte Rückmeldung. 5.060 € liegen unter 5.500 €, 420 € jährliche Folgekosten unter 500 €. Die Lösung sagt nur, dass A das Prüftor besteht, nicht dass A politisch die einzig wünschenswerte Schwerpunktsetzung ist.


Auswahlaufgabe 2: Welche Reichweitenaussage ist belegt?

Datensatz: 30 freiwillige Rückmeldungen gingen ein. Bei der Frage nach dem Informationsweg wurden Schule 18-mal, Jugendtreff 7-mal und Webseite 5-mal genannt.

Option Aussage
A Unter den Rückmeldenden wurden drei Informationswege tatsächlich genannt; daraus folgt noch keine repräsentative Aussage über alle Jugendlichen.
B Genau 60 Prozent aller Jugendlichen im Ort wurden über die Schule erreicht.
C Weil 30 Rückmeldungen vorliegen, sind alle wichtigen Jugendgruppen sicher vertreten.
D Die Webseite war wirkungslos, weil sie seltener genannt wurde als die Schule.

Hilfestufe 1: Trenne die beobachteten 30 Antworten von Aussagen über Jugendliche, die nicht geantwortet haben.

Hilfestufe 2: Ohne bekannte Grundgesamtheit und geeignetes Auswahlverfahren ist eine freiwillige Rückmeldung nicht automatisch repräsentativ.

Belegstellen: Abschnitt „Warum erreichbar nicht repräsentativ erreicht bedeutet“ und Material E „Reichweiten- und Feedbackblatt“.

Erläuterte Lösung: A ist richtig. Sicher ist nur, was die 30 eingegangenen Antworten zeigen. B verwendet einen unbekannten Nenner, C überschätzt eine freiwillige Stichprobe und D verwechselt eine geringere Nennung mit Wirkungslosigkeit.


Auswahlaufgabe 3: Transfer – Abendöffnung der Jugendbibliothek

Ein anderes fiktives Projekt plant acht Abendöffnungen einer Jugendbibliothek. Einmalbudget: 3.200 €. Mindestbedingungen: acht Termine, eine Offline- und eine Onlineinformation, dokumentiertes Feedback und Einhaltung des Budgets.

Option Angebot
A Acht Termine 2.000 €, Information offline und online 400 €, Feedback 200 €, zusätzliche Ausstattung 300 €; Summe 2.900 €.
B Sechs Termine 1.500 €, Information offline und online 400 €, Feedback 200 €, Ausstattung 300 €; Summe 2.400 €.
C Acht Termine 2.000 €, nur Onlineinformation 150 €, Feedback 200 €, Ausstattung 300 €; Summe 2.650 €.
D Acht Termine 2.000 €, Information offline und online 400 €, Feedback 200 €, Ausstattung 900 €; Summe 3.500 €.

Hilfestufe 1: Prüfe die vier Mindestbedingungen unabhängig voneinander.

Hilfestufe 2: B scheitert an der Terminzahl, C am Informationsweg und D am Budget.

Belegstellen: Die Bedingungen stehen vollständig im Aufgabentext; die Rechenwerte stehen in den vier Optionen.

Erläuterte Lösung: A ist richtig. Acht Termine finden statt, beide Informationswege sind enthalten, Feedback wird dokumentiert und 2.900 € liegen unter 3.200 €. Dieser Transfer zeigt, dass dieselbe Logik auch bei einem Dienstleistungsprojekt funktioniert: Kriterien zuerst, Nachweise danach, politische Bewertung erst unter den zulässigen Optionen.


Offener Urteilsraum: Prioritäten bleiben politisch


Drei optionale Ergänzungen

Nach Paket A bleiben im einmaligen Budget 440 € und in der jährlichen Folgekostengrenze 80 € frei. Die Jugendgruppe darf höchstens eine der folgenden fiktiven Ergänzungen wählen:

Ergänzung Einmalkosten jährliche Folgekosten möglicher Schwerpunkt
P1 390 € 60 € zusätzliche Übersetzung und gezielte Verteilung an weitere Jugendorte
P2 320 € 40 € weitere flexible Sitzauflagen und kleine Ablageelemente
P3 400 € 0 € einmaliger moderierter Auftakttermin zur Vorstellung und Rückmeldung

Alle drei Ergänzungen passen zusammen mit Paket A in die beiden Kostenobergrenzen. Deshalb gibt es hier keine fachlich vorgegebene richtige Wahl. Welche Ergänzung Vorrang hat, ist eine politische Prioritätenentscheidung.


Modell für ein begründetes freies Urteil

Ein mögliches Urteilsmodell arbeitet mit vier selbst gewählten Zielen, zum Beispiel Reichweite, Aufenthaltsqualität, Verständlichkeit und Beteiligung. Jede Gruppe verteilt insgesamt 100 Prozent Gewicht auf diese Ziele und bewertet P1 bis P3 anschließend auf einer vorher vereinbarten Skala. Das Ergebnis darf nur als Folge der gewählten Gewichtung bezeichnet werden, nicht als objektiv bestes Projekt.

Ein gutes freies Urteil erfüllt folgende Prüfkriterien: Fakten und Werte sind getrennt; alle verwendeten Zahlen haben eine Belegstelle; die Rechnung ist korrekt; Mindestbedingungen werden nicht nachträglich verändert, um einen Favoriten zu retten; Zielkonflikte werden genannt; Unsicherheiten werden kenntlich gemacht; abweichende politische Prioritäten werden als legitim behandelt, solange sie die gemeinsamen Mindestbedingungen respektieren.


Beispiel zweier gleichermaßen zulässiger Urteile

Gruppe X kann P1 wählen, weil sie zusätzliche Informationswege höher gewichtet. Gruppe Y kann P3 wählen, weil sie direkte Begegnung und Rückmeldung höher gewichtet. Beide Urteile können methodisch gut sein, obwohl sie unterschiedlich ausfallen. Entscheidend ist nicht Gleichheit des Ergebnisses, sondern Transparenz des Weges.


Unsicherheiten und Datenherkunft


Was ist sicher, was nur angenommen?

Aussage oder Zahl Datenherkunft Status Unsicherheit
5.500 € Einmalbudget eigens erstellter Lehrfall fiktive Vorgabe keine Aussage über reale Kommunalbudgets
Kosten Z1 bis F2 eigens erstellte Angebotskarten fiktive Lehrdaten keine Marktpreise, keine Beschaffungsempfehlung
500 € jährliche Folgekostengrenze eigens erstellter Lehrfall fiktive Vorgabe reale Grenzen müssten politisch und haushaltsrechtlich festgelegt werden
30 Feedbackantworten im Beispiel eigens erstellter Übungsdatensatz fiktiv nicht repräsentativ
Hinweise zu barrierefreien Veranstaltungen Bundesfachstelle Barrierefreiheit öffentliche Fachquelle ersetzt keine örtliche Prüfung oder Fachplanung
Hinweise zu Jugendbeteiligung Bundesministerium, SGB VIII, LWL, DHM öffentliche beziehungsweise gesetzliche Quellen konkrete Rechtsanwendung und lokale Ausgestaltung können abweichen
Hinweise zu Folgekosten Umweltbundesamt öffentliche Fachquelle vereinfachte Schulrechnung bildet kein vollständiges LCC-Verfahren ab


Regel für reale Projekte

Bei einem echten Jugendbudget muss zu jeder entscheidungsrelevanten Zahl notiert werden: Wer hat sie erhoben? Wann? Mit welcher Methode? Für welchen Zeitraum? Mit welcher Definition? Welche Daten fehlen? Wer kann den Nachweis prüfen? Eine Zahl ohne Herkunft ist kein belastbarer Beleg.


Medien und Medienrechte


Eingesetzte freie Bilder

Medium Lernfunktion Rechteangabe laut Wikimedia Commons Quelle
TechnicalWishlist Workshop Search 16-18 Munich Participants4.jpg zeigt dokumentierende Werkstattarbeit mit Notizzetteln Jan Dittrich (WMDE), CC BY 4.0 Commons-Dateiseite
A ramp for disabled people in a wheelchair.jpg veranschaulicht eine Zugangshilfe; das Foto ist kein Bauplan und kein Nachweis für die Eignung im Lehrfall Tarasna0922, CC BY-SA 4.0 Commons-Dateiseite
Park bench with wheelchair space City Botanic Gardens Brisbane L1000298.jpg regt zur Beobachtung von Sitzplatz und benachbarter Stellfläche an John Robert McPherson, CC BY-SA 4.0 Commons-Dateiseite
Youth bench.jpg Vergleichsimpuls zu jugendorientierten Sitzmöbeln Wikinutzer3, CC0 1.0 Commons-Dateiseite

Medienrechtlicher Hinweis: Die Lizenzangaben wurden am 04.10.2026 auf den jeweiligen Commons-Dateiseiten geprüft. Bei Nachnutzung sind die dort genannten aktuellen Lizenzbedingungen und gegebenenfalls Namensnennung, Lizenzlink und Änderungsvermerk zu beachten. Das YouTube-Video wird nur eingebettet; seine Inhalte werden nicht als frei lizenzierter Kursbestandteil ausgegeben. Für externe Medien können Plattform-Datenschutzregeln gelten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was geschieht im Prüftor zuerst? (Die vorher festgelegten Mindestbedingungen werden geprüft) (!Die beliebteste Variante wird automatisch ausgewählt) (!Die Kriterien werden nach der Abstimmung angepasst) (!Nur der Anschaffungspreis wird betrachtet)




Welche Aussage trifft auf Paket A zu? (Es kostet einmalig 5060 Euro und verursacht 420 Euro jährliche Folgekosten) (!Es überschreitet das Einmalbudget) (!Es hat keine dokumentierte Rückmeldung) (!Es nutzt nur zwei Verteilwege)




Warum reicht ein Wegweiser im Lehrfall nicht für K1? (Weil der physische Höhenunterschied dadurch bestehen bleibt) (!Weil Schilder grundsätzlich verboten sind) (!Weil Informationen nie zum Zugang gehören) (!Weil nur digitale Hinweise erlaubt sind)




Was zählt im Kurs zu Folgekosten? (Wiederkehrende Kosten wie Wartung und Ersatzdrucke) (!Nur der einmalige Kaufpreis) (!Nur freiwillige Spenden) (!Nur die Zahl der Teilnehmenden)




Was darf aus 30 freiwilligen Rückmeldungen sicher geschlossen werden? (Was diese 30 eingegangenen Antworten enthalten) (!Wie alle Jugendlichen im Ort denken) (!Wie Nichtteilnehmende abgestimmt hätten) (!Dass jede Jugendgruppe vertreten ist)




Welche Mindestbedingung gehört zum Informationszugang? (Die Kerninformation liegt offline und inhaltsgleich digital vor) (!Information wird nur über einen QR Code verbreitet) (!Information darf erst nach der Entscheidung erscheinen) (!Information braucht keine überprüfbare Fassung)




Was ist bei dokumentiertem Feedback eine Mindestbedingung? (Methode Zeitraum Anzahl und Unsicherheiten werden festgehalten) (!Mindestens neunzig Prozent müssen zustimmen) (!Nur positive Kommentare werden veröffentlicht) (!Namen aller Teilnehmenden müssen gesammelt werden)




Was zeigt eine Sensitivitätsprüfung? (Wie stark ein Ergebnis von unsicheren Annahmen abhängt) (!Welche politische Priorität objektiv richtig ist) (!Dass Unsicherheit vollständig verschwindet) (!Dass Folgekosten ignoriert werden können)




Wann beginnt im Kurs der offene politische Urteilsraum? (Nachdem die gemeinsamen Mindestbedingungen geprüft wurden) (!Bevor irgendein Kriterium festgelegt ist) (!Erst nachdem alle dieselbe Meinung haben) (!Nur wenn keine Kosten bekannt sind)




Welche Aussage zu einer Gewichtungsmatrix ist richtig? (Sie macht gewählte Prioritäten sichtbar ohne sie zu objektiven Wahrheiten zu machen) (!Sie ersetzt alle Belege) (!Sie macht politische Entscheidungen wertfrei) (!Sie darf Ausschlusskriterien nachträglich aufheben)





Memory

Ausschlusskriterium Mussbedingung
Indikator Beobachtungsmerkmal
Folgekosten WiederkehrendeAusgaben
Belegstelle Nachweisort
Rückmeldung Feedbackdokumentation
Unsicherheit Aussagegrenze





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Prüfregel vor der Entscheidung festgelegt
Messwert nach einer Erhebung festgestellt
Folgekosten wiederkehrende Ausgaben
Urteil begründete politische Wertung
Beleg überprüfbarer Nachweis





Kreuzworträtsel

Kriterien Was wird vor der Entscheidung als Maßstab festgelegt?
Indikator Wie heißt ein beobachtbares Merkmal für die Prüfung?
Folgekosten Wie heißen wiederkehrende Ausgaben nach der Anschaffung?
Feedback Welches englische Wort wird häufig für Rückmeldung verwendet?
Barrierefreiheit Welcher Begriff beschreibt das Ziel möglichst zugänglicher Nutzung?
Transparenz Wie heißt die Nachvollziehbarkeit von Regeln Daten und Entscheidungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor der Jugendbudgetentscheidung werden prüfbare

festgelegt. Eine Bedingung, deren Nichterfüllung eine Variante ausschließt, heißt

. Kosten, die nach der Anschaffung regelmäßig entstehen, nennt man

. Ein Verteilweg zeigt zunächst nur, welche Gruppe

ist. Freiwillige Rückmeldungen sind nicht automatisch

. Die Herkunft eines Messwerts wird durch eine

nachvollziehbar. Im offenen Urteilsraum dürfen politische

unterschiedlich gesetzt werden. Eine Sensitivitätsprüfung macht die Bedeutung von

sichtbar.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kriterienkarte: Formuliere für einen Klassenraum-Wunsch drei Mussbedingungen, die vor einer Abstimmung gelten sollen, und schreibe zu jeder Bedingung einen überprüfbaren Beleg.
  2. Kostencheck: Erstelle für Paket A ein eigenes Kostenblatt und markiere Einmalkosten, jährliche Folgekosten, Restbudget und Kostenreserve.
  3. Beobachtungsauftrag: Untersuche einen öffentlichen Aufenthaltsort nur von außen beziehungsweise im erlaubten Bereich und notiere, welche Zugänge, Sitzmöglichkeiten und Informationswege Du beobachten kannst. Behaupte keine Barrierefreiheit, die Du nicht fachlich geprüft hast.
  4. Feedbackkarte: Gestalte eine anonyme Papier-Rückmeldung mit höchstens fünf Fragen und begründe, warum keine Namen nötig sind.


Standard

  1. Reichweitenanalyse: Entwickle vier verschiedene Verteilwege für ein Jugendprojekt und erkläre, welche Gruppen dadurch potenziell erreichbar werden und welche trotzdem übersehen werden könnten.
  2. Entscheidungsprotokoll: Simuliere in einer Kleingruppe eine Entscheidung zwischen P1, P2 und P3 und trenne im Protokoll Fakten, Wertungen und Unsicherheiten.
  3. Medienanalyse: Vergleiche zwei der eingebundenen Commons-Bilder. Erkläre, was sie für die Werkstatt veranschaulichen können und was sie nicht beweisen.
  4. Quellenprüfung: Wähle eine öffentliche Quelle aus dem Kurs, fasse ihre methodische Aussage in eigenen Worten zusammen und kennzeichne, welche Aussage sie über den fiktiven Lehrfall gerade nicht macht.


Schwer

  1. Sensitivitätsanalyse: Prüfe Paket A mit zwei selbst gewählten Änderungen der Folgekosten und bestimme, ab welcher Veränderung die 500-Euro-Grenze überschritten wird.
  2. Gewichtungsmodell: Entwickle für P1 bis P3 eine Gewichtungsmatrix mit insgesamt 100 Prozent Gewicht. Lass eine zweite Gruppe andere Gewichte wählen und vergleiche, wie sich das Ergebnis verändert.
  3. Mini-Evaluation: Plane eine kleine, datensparsame Evaluation für einen realen schulischen Aufenthaltsbereich. Beschreibe Stichprobe, Erhebungsweg, mögliche Verzerrungen und eine faire Ergebnisdarstellung, ohne personenbezogene Daten unnötig zu sammeln.
  4. Transferwerkstatt: Entwirf einen neuen Jugendbudgetfall mit mindestens vier Ausschlusskriterien, zwei offenen politischen Zielen, einem nachvollziehbaren Budget und einem Dokumentationsplan. Tausche den Fall mit einer anderen Gruppe und lasse nur die Prüfbarkeit bewerten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kriterium und Wertung trennen: Eine Gruppe sagt „Mehr Sitzplätze sind immer wichtiger als Information“. Zeige, welcher Teil eine politische Wertung ist, welche Fakten zur Begründung fehlen und wie daraus eine faire Prüffrage werden könnte.
  2. Rechenfehler finden: Eine Vorlage behauptet, Paket A habe 5.060 € Einmalkosten und 360 € jährliche Folgekosten. Prüfe die Rechnung anhand von Material A, korrigiere sie und erkläre, warum der Unterschied für das Prüftor wichtig ist.
  3. Reichweite beurteilen: Von 40 Feedbackantworten nennen 28 die Schule, 8 den Jugendtreff und 4 die Webseite. Formuliere eine zulässige Aussage und zwei unzulässige Verallgemeinerungen.
  4. Kriterienänderung bewerten: Nach der Abstimmung soll die Folgekostengrenze von 500 € auf 700 € erhöht werden, damit ein bevorzugtes Projekt doch passt. Analysiere das Fairnessproblem und beschreibe ein transparentes Verfahren für eine echte Regeländerung.
  5. Unsicherheit behandeln: Für eine Wartungsposition gibt es nur eine grobe Schätzung. Entwickle mindestens zwei Wege, wie die Gruppe vor der Entscheidung mit dieser Unsicherheit umgehen kann.
  6. Transfer: Übertrage das Prüftor-Urteilsraum-Modell auf die Abendöffnung der Jugendbibliothek und nenne je zwei eindeutige Mindestbedingungen und offene politische Ziele.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du ein Prüftor mit vorab festgelegten Mindestbedingungen erstellen, Kosten korrekt addieren, Folgekosten gesondert ausweisen, für jedes Kriterium einen überprüfbaren Beleg nennen, Datenherkunft und Unsicherheit kennzeichnen, freiwillige Rückmeldungen nicht als automatisch repräsentativ darstellen und ein offenes politisches Urteil nachvollziehbar begründen kannst. Ein guter Lernnachweis zeigt außerdem, dass Du Quellen nicht stärker auslegst, als sie es erlauben, und reale Rechts-, Sicherheits- oder Beschaffungsfragen nicht durch fiktive Lehrdaten ersetzt.




OERs zum Thema

Zusätzliche offene beziehungsweise öffentliche Orientierung:

  1. Bundesfachstelle Barrierefreiheit: Checkliste für barrierefreie Veranstaltungen
  2. Umweltbundesamt: Acht Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Jugendbeteiligung
  3. Deutsches Historisches Museum: Demokratieangebote ab Klasse 7



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