ABI LF - Politisch-gesellschaftliche Kommunikation untersuchen

ABI LF - Politisch-gesellschaftliche Kommunikation untersuchen
ABI LF - Politisch-gesellschaftliche Kommunikation untersuchen
Mini-Beschreibung: Du analysierst Sprache in öffentlichen politisch-gesellschaftlichen Kommunikationssituationen zwischen Verständigung, Selbstdarstellung, Überzeugung und strategischer Kommunikation. Im Mittelpunkt stehen Reden, Interviews, Kommentare, parlamentarische Debatten, audiovisuelle Formate und digitale Kommunikation. Du untersuchst neutral, textnah, medienbewusst und quellenkritisch.
Zielgruppe: Deutsch, Kursstufe, Baden-Württemberg, Schwerpunkt Leistungsfach, Abitur 2027.
Grundsatz: Erst selbst lesen, hören, sehen und belegen – dann deuten. Wirkung und Absicht werden nicht behauptet, sondern am Material begründet. Politische Positionen werden analysiert, nicht für Dich bewertet.
Einleitung
Das Themenfeld Sprache ist im baden-württembergischen Facherlass zur Abiturprüfung 2027 für das Leistungsfach Deutsch verbindlich als „Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen“ ausgewiesen. Genannt werden politisch-gesellschaftliche Kommunikation zwischen Verständigung und Strategie, sprachliche Merkmale sowie schriftlicher und mündlicher Sprachgebrauch in unterschiedlichen Medien.[1]

Eine öffentliche Äußerung hat selten nur eine Funktion. Eine Rede kann zugleich informieren, Zustimmung suchen, ein Selbstbild erzeugen und auf institutionelle Regeln reagieren. Entscheidend ist deshalb nicht das bloße Benennen eines Stilmittels, sondern die Frage: Wie wirkt ein sprachliches oder mediales Mittel in genau dieser Kommunikationssituation?
Medienauftrag: Notiere beim Video des Deutschen Bundestages nur Beobachtbares: Wer spricht? An wen? In welchem institutionellen Rahmen? Welche Regeln, Rollen und Öffentlichkeiten strukturieren die Kommunikation?
Prüfungsbezug Baden-Württemberg 2027
| Bereich | Leistungsfach | Basisfach |
|---|---|---|
| Verbindlichkeit dieses Themenfelds 2027 | Im Facherlass ausdrücklich als verbindliches Themenfeld Sprache ausgewiesen. | Im Abschnitt zum Basisfach wird dieses zusätzliche Themenfeld nicht entsprechend als eigener verbindlicher Schwerpunkt ausgewiesen; Kompetenzen zum Umgang mit pragmatischen Texten bleiben dennoch relevant. |
| Anspruch | Höhere Komplexität, mehr Material, größere Selbstständigkeit, stärkere theoretische Fundierung und größere Durchdringungstiefe.[2] | Stärker exemplarisch; geringere theoretische Vertiefung und geringerer Materialumfang. |
| AFB-Gewichtung in Klausuren | Schwerpunkt AFB II; AFB III wird gegenüber AFB I stärker akzentuiert. | Schwerpunkt AFB II; AFB I wird gegenüber AFB III stärker akzentuiert.[3] |
| Schriftliches Abitur | 315 Minuten einschließlich Auswahlzeit; unter anderem Analyse und Erörterung pragmatischer Texte sowie materialgestütztes Schreiben. Den Aufgaben II, III und IV kann das Themenfeld Sprache zugrunde liegen. | Der Deutsch-Abschnitt des Facherlasses regelt für das Basisfach die mündliche Prüfung; eine zentrale schriftliche Prüfung wird dort nicht als Basisfachprüfung ausgewiesen. |
Stand dieses Kurses: 24.09.2026. Maßgeblich sind immer der aktuelle Facherlass, der gültige Bildungsplan und die schulische Lektüre- und Unterrichtsauswahl. Für spätere Prüfungsjahrgänge müssen Vorgaben neu geprüft werden.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Kommunikationssituationen systematisch nach Rollen, Adressaten, Anlass, Medium, Institution und Öffentlichkeit erschließen.
- Argumentationen rekonstruieren und sprachliche Mittel funktional deuten.
- Verständigung, Selbstdarstellung, Überzeugung und strategische Kommunikation unterscheiden, ohne vorschnell Absichten zu unterstellen.
- Reden, Interviews, Kommentare und digitale Beiträge textsorten- und medienbezogen vergleichen.
- verbale, nonverbale und audiovisuelle Gestaltung gemeinsam untersuchen.
- Behauptungen, Wertungen, Beispiele, Daten und Quellen trennen und prüfen.
- AFB I, II und III in abiturtypischen Aufgaben sicher unterscheiden.
- KI gezielt als Werkzeug nutzen, Ergebnisse aber texttreu, logisch und quellenkritisch unabhängig kontrollieren.
Vorwissen
Hilfreich sind Grundkenntnisse zu Argumentation, Rhetorik, sprachlichen Mitteln, Kommunikationsmodellen, Sachtextanalyse, Medienanalyse und materialgestütztem Schreiben.
Kurzcheck: Kannst Du These, Argument, Beleg, Beispiel und Schluss unterscheiden? Kannst Du zwischen Aussage, Wirkungshypothese und nachweisbarer Kommunikationsfunktion trennen? Falls nicht, nutze die folgenden Analyseraster besonders genau.
Einstieg: Eine Äußerung, mehrere Ebenen

Das einfache Sender-Empfänger-Modell hilft beim Einstieg, reicht für öffentliche politische Kommunikation aber nicht aus. Dort gibt es oft mehrere Adressaten gleichzeitig: Im Interview spricht eine Person unmittelbar mit der fragenden Person und mittelbar mit einem großen Medienpublikum. In einer Parlamentsrede richten sich Aussagen an Anwesende, politische Mitbewerber, Medien und Öffentlichkeit.
Einstiegsaufgabe mit Feedback
Aufgabe: Wähle eine 30- bis 60-sekündige Sequenz aus einer seriösen politischen Rede oder einem Interview. Notiere ohne Bewertung: Sprecherrolle, unmittelbarer Adressat, indirektes Publikum, Anlass, Medium und zwei sprachliche Auffälligkeiten.
Hilfe 1: Beginne mit den W-Fragen: Wer? Zu wem? Wann? Wo? Warum? Über welchen Kanal?
Hilfe 2: Formuliere noch keine Absicht wie „will manipulieren“. Schreibe zunächst nur: „verwendet“, „betont“, „wiederholt“, „stellt gegenüber“, „verweist auf“.
Feedback / Lösungshinweis: Eine tragfähige Erschließung enthält überprüfbare Kontextangaben und trennt Beobachtung von Deutung. Erst danach darfst Du eine Funktion begründen.
Grundmodell: Vier Analyseperspektiven
| Perspektive | Leitfrage | Typische Beobachtungen |
|---|---|---|
| Verständigung | Wie wird ein Sachverhalt erklärbar und anschlussfähig gemacht? | Definitionen, Beispiele, Gliederung, Präzisierungen, Rückfragen, Zusammenfassungen |
| Selbstdarstellung | Welches Bild der sprechenden oder schreibenden Instanz entsteht? | Rollenbezug, Kompetenzsignale, Nähe oder Distanz, Verantwortungsübernahme, Selbstpositionierung |
| Überzeugung | Wie wird Zustimmung zu einer Sichtweise oder Schlussfolgerung gesucht? | Argumente, Wertebezüge, Beispiele, rhetorische Fragen, Metaphern, Kontraste, Wiederholungen |
| Strategische Kommunikation | Wie werden Auswahl, Zeitpunkt, Formulierung und Medium auf ein Kommunikationsziel abgestimmt? | Themenwahl, Rahmung, Reihenfolge, Auslassungen, Verdichtung, Antwortstrategie, Plattformlogik |
Wichtig: Strategische Kommunikation ist nicht automatisch Täuschung. Auch transparente, sachlich begründete Kommunikation kann strategisch geplant sein. Umgekehrt muss eine Analyse problematische Praktiken wie Irreführung oder unbelegte Behauptungen konkret am Material nachweisen.
Die Sprachwissenschaft beschreibt politische Kommunikation häufig als zweckgerichtetes Sprachhandeln. Heiko Girnth unterscheidet unter anderem informativ-persuasive, integrative, regulative und fordernde Funktionen sowie Imagebildung.[4]
Kommunikationssituation erschließen
Prüfe vor jeder Detailanalyse:
| Dimension | Frage |
|---|---|
| Akteur und Rolle | Wer spricht oder schreibt in welcher institutionellen oder gesellschaftlichen Funktion? |
| Adressaten | Wer wird direkt angesprochen, wer hört oder liest indirekt mit? |
| Anlass | Auf welches Ereignis, Problem oder Verfahren reagiert der Beitrag? |
| Medium | Rede, Interview, Kommentar, Pressekonferenz, Video, Podcast, Post, Parlamentsprotokoll? |
| Öffentlichkeit | Ist die Kommunikation öffentlich, teilöffentlich oder intern? |
| Regeln | Welche institutionellen, journalistischen oder plattformspezifischen Regeln prägen die Form? |
| Quelle | Primärquelle, redaktionelle Bearbeitung, Ausschnitt, Transkript, Repost oder Zusammenfassung? |
Reden analysieren

Eine Rede ist meist monologisch, aber nicht kommunikativ einseitig: Sie antizipiert Erwartungen, Einwände und Reaktionen. Das klassische rhetorische Dreieck kann als Suchhilfe dienen:
- Ethos: Wie entsteht Glaubwürdigkeit oder Rollenprofil?
- Pathos: Welche Gefühle oder Wertbezüge werden angesprochen?
- Logos: Welche Gründe, Daten, Schlussfolgerungen und Beispiele strukturieren die Argumentation?
Nicht ausreichend: „Hier liegt Pathos vor.“
Besser: „Die wiederholte Berufung auf gemeinsame Verantwortung bindet das Publikum an einen geteilten Wert; dadurch erhält die folgende Forderung zusätzliche argumentative Anschlussfähigkeit.“
Offenes Audio-Beispiel
Der kurze historische Audioausschnitt aus John F. Kennedys Berliner Rede vom 26. Juni 1963 ist auf Wikimedia Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.[5]
Analyseauftrag: Untersuche Stimme, Pausen, Lautstärke, Publikumsreaktion und die integrative Funktion der kurzen Formel. Trenne dabei historische Kontextinformation von dem, was Du tatsächlich hörst.
Interviews analysieren
Ein Interview ist dialogisch und zugleich für ein Publikum produziert. Deshalb analysierst Du mindestens drei Ebenen:
- Frage: offen, geschlossen, suggestiv, konfrontativ, präzisierend, nachhakend?
- Antwort: direkte Antwort, Teilantwort, Umdeutung, Brückenformel, Beispiel, Gegenfrage, Themenwechsel?
- Publikum: Welche Information oder welches Selbstbild wird für die indirekten Adressaten hergestellt?
Prüfungssatz: „Die Antwort verschiebt den Fokus von der erfragten Ursache auf die geplante Maßnahme. Dadurch bleibt die Ausgangsfrage nur teilweise beantwortet; zugleich kann die Sprecherin ihr bevorzugtes Thema platzieren.“
Kommentare analysieren
Ein journalistischer Kommentar ist eine meinungsbetonte Textsorte. Analysegegenstand sind nicht nur die Position, sondern auch Aufbau und Begründungsweise.
| Prüfschritt | Beobachtung |
|---|---|
| These | Welche zentrale Wertung oder Forderung vertritt der Text? |
| Argumente | Welche Gründe werden angeführt? |
| Belege | Welche Daten, Beispiele, Quellen oder Gegenpositionen erscheinen? |
| Gewichtung | Welche Aspekte werden hervorgehoben, welche nur knapp behandelt? |
| Sprache | Welche Benennungen, Metaphern, Kontraste oder Wertwörter strukturieren die Perspektive? |
| Schluss | Wird bilanziert, zugespitzt, gefordert oder geöffnet? |
Quellenbewusstsein: Nachricht und Kommentar dürfen nicht verwechselt werden. Prüfe immer Ressort, Autorenschaft, Datum, Textsorte und redaktionellen Kontext.
Digitale und audiovisuelle Kommunikation

Die Abbildung visualisiert das Konzept personalisierter Informationsräume; sie ist selbst kein Beweis dafür, wie ein bestimmter Dienst im Einzelfall funktioniert. Genau diese Unterscheidung ist Teil von Medienkompetenz.
Bei Videos und Social-Media-Beiträgen untersuchst Du zusätzlich:
- Bildausschnitt, Kameraperspektive und Schnitt
- Stimme, Musik, Geräusch und Pausen
- Texteinblendungen, Untertitel, Hashtags und Vorschaubild
- Länge, Verdichtung und Reihenfolge
- Verlinkungen und Quellenhinweise
- Plattformkontext, ohne aus bloßen Reichweitenzahlen automatisch Wirkung abzuleiten
Sprachliche Mittel funktional untersuchen
| Mittel | Mögliche Funktion | Prüffrage |
|---|---|---|
| Metapher | Komplexes anschaulich rahmen oder bewerten | Welche Eigenschaften des Bildbereichs werden auf das Thema übertragen? |
| Schlagwort | Position verdichten und wiedererkennbar machen | Welche Wertung oder Programmatik wird im Ausdruck gebündelt? |
| Euphemismus | Belastendes abschwächen oder anders perspektivieren | Was wird sprachlich gemildert? |
| Dysphemismus | Sachverhalt abwertend oder drastisch benennen | Welche negative Perspektive wird erzeugt? |
| Präsupposition | Voraussetzung als bereits gegeben mitführen | Was muss gelten, damit die Äußerung sinnvoll funktioniert? |
| Modalität | Sicherheit, Pflicht, Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit markieren | Was wird als sicher, notwendig, möglich oder offen dargestellt? |
| Personalpronomen | Gruppenbezug und Rollen markieren | Wer gehört zum „wir“, wer nicht? |
| Passiv | Vorgang statt Handelnden hervorheben | Wird Verantwortlichkeit sichtbar oder in den Hintergrund gerückt? |
| Antithese | Gegensätze strukturieren | Welche Alternativen werden einander gegenübergestellt? |
| Wiederholung | Schlüsselgedanke hervorheben | Welche Aussage wird dadurch besonders salient? |
Die bpb beschreibt politische Sprachstile als Zusammenspiel von Wortschatz, Texttypen, Interaktionsformaten und wiederkehrenden Mustern. Metaphern und Benennungen können dabei Perspektiven auf Sachverhalte strukturieren.[6]
Framing ohne Kurzschluss
Framing bedeutet, dass ein Sachverhalt durch sprachliche oder mediale Rahmung unter bestimmten Gesichtspunkten präsentiert wird. Eine Analyse zeigt:
- welche Benennung oder Bildlogik verwendet wird,
- welche Aspekte dadurch hervortreten,
- welche Alternativrahmungen möglich wären,
- ob der Text seine Perspektive begründet und Quellen offenlegt.
Nicht zulässig als bloße Behauptung: „Das Wort manipuliert.“
Analytisch belastbar: „Die Bezeichnung aktiviert eine bestimmte Deutung des Sachverhalts und legt eine Bewertung nahe. Ob dies irreführend ist, muss anhand von Kontext und Fakten geprüft werden.“
Argumentation rekonstruieren

Eine Argumentkarte hilft, die Logik von der sprachlichen Oberfläche zu trennen.
| Baustein | Leitfrage |
|---|---|
| These | Was soll gelten? |
| Grund | Warum soll es gelten? |
| Beleg | Womit wird der Grund gestützt? |
| Schlussregel | Welche oft unausgesprochene Verbindung führt vom Grund zur These? |
| Einwand | Welche Gegenposition wird berücksichtigt? |
| Replik | Wie wird auf den Einwand reagiert? |
Prüfungstipp: Rekonstruiere erst die Argumentation, bevor Du einzelne Stilmittel sammelst. So kannst Du zeigen, wozu ein sprachliches Mittel im Gedankengang dient.
Multimodal analysieren
Politische Kommunikation ist häufig multimodal: Sprache, Bild, Stimme, Körper, Typografie und Schnitt wirken zusammen.
Beispiel: Eine sachlich formulierte Aussage kann durch dramatische Musik, schnelle Schnitte oder eine Nahaufnahme anders gerahmt werden als durch eine ungeschnittene Totale.
Formulierungshilfe: „Die visuelle Gestaltung verstärkt / relativiert / kontrastiert die verbale Aussage, weil …“
Medienauftrag: Untersuche im Bundestagsvideo „Was ist eine Debatte?“ nicht politische Positionen, sondern Regeln, Sprecherwechsel, Rollen und institutionellen Kontext.
Quellenbewusstsein und Kontextprüfung
Für öffentliche Kommunikation gilt: Ein Zitat ohne Kontext kann korrekt wiedergegeben und trotzdem irreführend ausgewählt sein.
Quellencheck:
- Finde möglichst die Primärquelle.
- Notiere Autor oder Sprecherrolle, Titel, Datum, Medium und Fundstelle.
- Prüfe, ob Du einen Ausschnitt oder die vollständige Passage vor Dir hast.
- Vergleiche bei strittigen Tatsachenbehauptungen mehrere belastbare Quellen.
- Trenne nachweisbare Fakten, Interpretation und Wertung.
- Dokumentiere Bearbeitungen wie Schnitt, Kürzung oder Transkription.
- Erfasse bei Social-Media-Material keine unnötigen personenbezogenen Daten.
Der Deutsche Bundestag stellt Plenardebatten, Ausschusssitzungen, Interviews und weitere Formate in seiner Mediathek bereit; Plenardebatten werden dort unkommentiert und in voller Länge dokumentiert.[7]
Mini-Korpus: Eigene Übungstexte
Die folgenden Texte sind für diesen aiMOOC neu erstellt. Sie vertreten keine reale Partei, Person oder Institution.
A: Redeausschnitt
„Unsere Stadt entscheidet heute nicht nur über einen Platz, sondern darüber, wie wir öffentlichen Raum gemeinsam nutzen. Der Entwurf schafft mehr Schatten, sichere Wege und zusätzliche Sitzflächen. Zugleich bleiben Lieferzeiten und Zufahrten geregelt. Ich bitte Sie deshalb, die drei Ziele nicht gegeneinander auszuspielen, sondern ihre Verbindung zu prüfen.“
B: Interviewausschnitt
Frage: „Warum soll die Entscheidung schon in diesem Monat fallen?“
Antwort: „Weil die Planungsphase im Herbst beginnt. Entscheidend ist für mich aber, dass die Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung sichtbar in die Vorlage eingehen. Deshalb veröffentlichen wir die Änderungen vor der Abstimmung.“
Kommentar
„Beteiligung ist nur dann überzeugend, wenn sie Folgen haben kann. Eine öffentliche Anhörung, deren Ergebnis bereits feststeht, wäre bloße Kulisse. Die Stadt sollte deshalb nicht nur Rückmeldungen sammeln, sondern transparent zeigen, welche Vorschläge übernommen, verändert oder begründet verworfen werden.“
Social-Media-Post
„Heute startet die Beteiligung zum neuen Stadtplatz. Drei Varianten, vier Wochen Rückmeldezeit, alle Unterlagen online. Welche Nutzung ist Dir am wichtigsten? Hinweise zu Barrierefreiheit, Schatten und Lieferverkehr findest Du direkt in den Plänen.“
Interaktive Aufgaben
Medienlabor 1: Rede und Interview vergleichen
Aufgabe: Vergleiche A und B. Bestimme je eine dominante Kommunikationsfunktion und belege sie mit einem sprachlichen oder strukturellen Merkmal.
Hilfe 1: Rede A enthält einen Appell. Interview B reagiert auf eine konkrete Frage.
Hilfe 2: Prüfe „ich bitte Sie“, „entscheidend ist für mich“ und die zeitliche Begründung.
Lösung / Feedback: In A steht die persuasive Funktion stärker im Vordergrund: Der Schlussappell zielt auf Zustimmung und verbindet zuvor drei Sachziele. In B stehen Begründung und Selbstdarstellung nebeneinander: Die Antwort nennt einen Zeitgrund und positioniert die sprechende Instanz als transparent. Andere Deutungen sind möglich, wenn sie textnah belegt werden.
Medienlabor 2: Antwortstrategie prüfen
Aufgabe: Beurteilst Du Antwort B als direkte Antwort, Teilantwort oder Themenwechsel? Begründe ausschließlich am Wortlaut.
Hilfe 1: Die Frage betrifft den Zeitpunkt.
Hilfe 2: Der erste Satz nennt einen Zeitgrund; danach wird ein zweiter Schwerpunkt gesetzt.
Lösung / Feedback: Die Antwort ist zunächst direkt, weil sie den Zeitpunkt mit dem Beginn der Planungsphase begründet. Danach erweitert sie das Thema um Beteiligung und Transparenz. „Ausweichen“ wäre als Gesamturteil zu pauschal.
Medienlabor 3: Kommentar und Post
Aufgabe: Untersuche C und D auf Textsorte, Adressatenbezug und sprachliche Verdichtung.
Hilfe 1: C argumentiert normativ; D informiert knapp und aktiviert zur Beteiligung.
Hilfe 2: Achte auf „nur dann“, „sollte“, Zahlen, direkte Frage und Aufzählungscharakter.
Lösung / Feedback: C formuliert eine Bedingung für glaubwürdige Beteiligung und leitet daraus eine Forderung ab. D komprimiert Informationen, verwendet Zahlen und schließt mit einer direkten Frage. Die Plattformform begünstigt Kürze und Interaktion, beweist aber für sich allein keine konkrete Wirkung.
Medienlabor 4: Echtes Material quellenkritisch untersuchen
Nutze die Mediathek des Deutschen Bundestages oder ein anderes seriöses Archiv.
Aufgabe: Wähle einen Redebeitrag von höchstens zwei Minuten. Sichere Metadaten, fertige ein eigenes Kurztranskript an und analysiere genau drei sprachliche sowie zwei nonverbale Merkmale.
Hilfe 1: Notiere zuerst Datum, Anlass, Sprecherrolle und Fundstelle.
Hilfe 2: Verwende keine Interpretation, die nicht am Ausschnitt oder am gesicherten Kontext belegt ist.
Feedbackkriterien: Quelle vollständig dokumentiert; Beobachtung und Deutung getrennt; keine politische Bewertung der Person; Wirkungsannahmen vorsichtig formuliert; mindestens ein Zusammenhang zwischen Sprache und Medium erklärt.
Quiz: Teste Dein Wissen
Was solltest Du vor der Deutung einzelner Stilmittel zuerst klären? (Die Kommunikationssituation) (!Die vermutete politische Absicht) (!Die Popularität der sprechenden Person) (!Die Zahl der Kommentare)
Welche Aussage zu strategischer Kommunikation ist fachlich angemessen? (Sie kann transparent oder intransparent gestaltet sein und muss am Material untersucht werden) (!Sie ist immer Täuschung) (!Sie kommt nur im Wahlkampf vor) (!Sie ist identisch mit Propaganda)
Was kennzeichnet einen journalistischen Kommentar besonders? (Eine begründete wertende Position) (!Ausschließlich neutrale Faktenwiedergabe) (!Nur Fragen ohne eigene Position) (!Eine amtliche Rechtsnorm)
Was ist bei einer Metaphernanalyse entscheidend? (Die Funktion der Bildübertragung im Kontext) (!Nur die Anzahl der Metaphern) (!Nur die Länge des Satzes) (!Nur die politische Partei des Sprechers)
Was bedeutet indirektes Publikum in einem Fernsehinterview? (Die Zuschauenden werden mitadressiert obwohl das Gespräch direkt zwischen Interviewenden und Befragten stattfindet) (!Nur die Kameraleute hören zu) (!Die Fragen werden nicht veröffentlicht) (!Das Gespräch findet ohne Publikum statt)
Welche Quelle ist für den Wortlaut einer Parlamentsrede besonders geeignet? (Eine Primärquelle wie Video oder amtliches Protokoll) (!Ein anonymer Repost ohne Fundstelle) (!Eine unbeschriftete Grafik) (!Eine Erinnerung aus zweiter Hand)
Was gehört zu einer multimodalen Analyse? (Das Zusammenspiel von Sprache Bild Stimme und Schnitt) (!Nur die Rechtschreibung) (!Nur die Zahl der Wörter) (!Nur das Thema)
Welcher Anforderungsbereich umfasst besonders das selbstständige Analysieren und Übertragen auf vergleichbare Zusammenhänge? (AFB II) (!Nur AFB I) (!Nur die Quellenangabe) (!Nur die Textwiedergabe)
Was ist 2027 im Leistungsfach Deutsch Baden-Württemberg im Themenfeld Sprache verbindlich? (Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen) (!Nur mittelalterliche Urkunden) (!Nur private Alltagsgespräche) (!Nur Rechtschreibung ohne Kontext)
Was folgt in der KI-Spirale auf eine gezielte KI-Anfrage? (Eine unabhängige Prüfung von Texttreue Fakten Logik und Quellen) (!Ungeprüftes Übernehmen) (!Löschen der Originalquelle) (!Ersetzen der eigenen Analyse)
Memory
| Framing | Deutungsrahmen |
| Persuasion | Überzeugungsversuch |
| Adressat | Zielpublikum |
| Kommentar | meinungsbetonte Textsorte |
| Präsupposition | mitgesetzte Voraussetzung |
| Multimodalität | Zusammenspiel mehrerer Zeichenkanäle |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Kommunikationsform |
|---|---|
| Monologisches öffentliches Sprechen | Rede |
| Dialogische Frage-Antwort-Struktur | Interview |
| Journalistische Stellungnahme | Kommentar |
| Institutionell geregelter Austausch | Plenardebatte |
| Verdichtete plattformgebundene Kommunikation | Social-Media-Post |
Kreuzworträtsel
| Persuasion | Wie heißt der fachsprachliche Begriff für einen Überzeugungsversuch? |
| Metapher | Welches sprachliche Mittel überträgt Eigenschaften aus einem Bildbereich? |
| Framing | Wie heißt die sprachliche oder mediale Rahmung eines Sachverhalts? |
| Kommentar | Welche journalistische Textsorte vertritt begründet eine wertende Position? |
| Interview | Welche dialogische Medienform arbeitet mit Fragen und Antworten? |
| Adressat | Wie heißt die Person oder Gruppe an die eine Äußerung gerichtet ist? |
LearningApps
Lückentext
KI-Spirale für die Kursstufe
KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Nutze sie erst, nachdem Du das Material selbst erschlossen hast.
- Aufgabe verstehen: Operator, Material, Zieltext und AFB markieren.
- Selbst Material erschließen: Text, Audio, Bild oder Video eigenständig annotieren.
- Eigenen Ansatz entwickeln: These, Gliederung oder Argumentkarte formulieren.
- KI gezielt befragen: zum Beispiel nach Gegenhypothesen, unklaren Begriffen oder Prüffragen.
- Unabhängig prüfen: Texttreue, Fakten, Logik und Quellen am Original und an verlässlichen Quellen kontrollieren.
- Eigene Lösung verbessern: nur tragfähige Hinweise übernehmen und eigenständig formulieren.
- KI-Hilfe transparent machen: Umfang und Funktion kurz dokumentieren.
Beispiel für Transparenz: „KI wurde genutzt, um Gegenfragen zur Gliederung zu erzeugen. Textbelege, Analyse und Endfassung wurden eigenständig überprüft und formuliert.“
AFB I, II und III
Die KMK beschreibt die drei Anforderungsbereiche als steigende Grade selbstständiger Verarbeitung.[8]
| AFB | Erwartung | Beispiel für dieses Thema |
|---|---|---|
| AFB I | Wissen wiedergeben, Textinformationen sichern, Verfahren beschreiben | „Fasse die Argumentation zusammen und benenne die Textsorte.“ |
| AFB II | analysieren, ordnen, erklären, Zusammenhänge herstellen, übertragen | „Analysiere, wie Wortwahl und Argumentationsstruktur die Position vermitteln.“ |
| AFB III | selbstständig beurteilen, erörtern, gestalten, folgern und Vorgehen reflektieren | „Beurteile die Tragfähigkeit der Kommunikationsstrategie auf Grundlage Deiner Analyse und gesicherter Kontextinformationen.“ |
Leistungsfach-Anspruch: Theoriebegriffe sind nur dann nützlich, wenn sie die Textanalyse präziser machen. Eine begrifflich aufwendige, aber textferne Analyse ist schwächer als eine präzise, belegte Funktionsanalyse.
Abitur-Check
| Prüffrage | Selbstkontrolle |
|---|---|
| Habe ich den Operator genau umgesetzt? | ☐ |
| Habe ich Kommunikationssituation und Quelle gesichert? | ☐ |
| Rekonstruiere ich Argumentation statt nur Stilmittel aufzulisten? | ☐ |
| Verknüpfe ich sprachliches Mittel, Textstelle, Funktion und Kontext? | ☐ |
| Trenne ich Textbefund von Vermutung über Absichten? | ☐ |
| Berücksichtige ich bei audiovisuellem Material Bild und Ton? | ☐ |
| Prüfe ich Zahlen, Zitate und Tatsachenbehauptungen quellenkritisch? | ☐ |
| Formuliere ich politische Analyse neutral und präzise? | ☐ |
| Sind KI-Hinweise überprüft und transparent gemacht? | ☐ |
Typische Fehler
| Fehler | Verbesserung |
|---|---|
| „Der Sprecher will manipulieren.“ | Absicht nicht erraten; konkrete Funktion und sprachliche Indizien belegen. |
| Stilmittel-Liste ohne Zusammenhang | Immer Mittel + Textstelle + Funktion + Argumentationszusammenhang verbinden. |
| „Das wirkt auf alle Menschen …“ | Wirkung als begründete Möglichkeit formulieren und Adressatenbezug beachten. |
| Nachricht und Kommentar verwechselt | Textsorte, Ressort, Autorenschaft und Position prüfen. |
| Ausschnitt ohne Kontext gedeutet | Primärquelle und vollständigen Zusammenhang kontrollieren. |
| Politisches Vorwissen ersetzt Textanalyse | Zuerst Material erschließen, dann gesicherten Kontext ergänzen. |
| KI-Antwort ungeprüft übernommen | Originaltext, Fakten, Logik und Quellen unabhängig prüfen. |
Prüfungstipps
- Markiere im ersten Durchgang Operator, Thema, Materialart und geforderte Teilhandlungen.
- Formuliere für jeden Hauptabschnitt eine Analysefrage statt nur ein Stichwort.
- Plane Belege, bevor Du ausformulierst.
- Verwende Fachbegriffe sparsam, aber präzise.
- Prüfe bei Wirkungsaussagen immer: „Woran im Material sehe ich das?“
- Reserviere am Ende Zeit für Logik, Belegführung, Sprachrichtigkeit und Quellenbezug.
Kompetenzcheck
Bewerte Dich mit sicher – teilweise – noch üben.
| Kompetenz | Sicher | Teilweise | Noch üben |
|---|---|---|---|
| Ich kann direkte und indirekte Adressaten bestimmen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Ich kann eine Argumentation als These–Grund–Beleg rekonstruieren. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Ich kann Framing beschreiben ohne Manipulation zu unterstellen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Ich kann Rede, Interview und Kommentar textsortenspezifisch analysieren. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Ich kann Sprache, Stimme, Bild und Schnitt zusammenführen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Ich kann Primär- und Sekundärquellen unterscheiden. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Ich kann AFB II und III sauber trennen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Ich kann KI-Hilfe kontrolliert und transparent nutzen. | ☐ | ☐ | ☐ |
Selbstkontrolle: 5-Minuten-Analyse
Nimm einen neuen kurzen Ausschnitt aus Rede, Interview oder Kommentar.
Minute 1: Kontext und Quelle. Minute 2: These und Argumentationsgang. Minute 3: zwei sprachliche Mittel mit Funktion. Minute 4: Adressatenbezug und Medium. Minute 5: ein begründetes Gesamturteil zur Kommunikationsweise.
Selbstfeedback: Wenn Dein Gesamturteil ohne die vorherigen vier Schritte verständlich wäre, ist es wahrscheinlich noch zu allgemein. Wenn jede Aussage auf einen Befund zurückgeführt werden kann, ist die Analyse belastbarer.
Transfer
Übertrage das Raster auf einen anderen öffentlichen Kommunikationsbereich: Wissenschaftskommunikation, Unternehmenskommunikation, NGO-Kampagne, kommunale Bürgerinformation oder journalistische Moderation.
Transferfrage: Welche Analysebegriffe bleiben gleich – und welche verändern ihre Bedeutung, weil Rollen, Institutionen und Medienregeln andere sind?
Reflexion
- Welche sprachlichen Merkmale hast Du früher vorschnell als „Manipulation“ bezeichnet?
- Wo hat Dir die Trennung von Beobachtung und Deutung geholfen?
- Welche Medienmerkmale übersiehst Du beim ersten Lesen oder Sehen am ehesten?
- Welche Quellen prüfst Du künftig zuerst?
- An welcher Stelle der KI-Spirale ist Dein größtes Fehlerrisiko?
Folgekurs-Empfehlung
Als nächster Schritt passen besonders:
- ABI LF - Analyse und Erörterung pragmatischer Texte: vom Befund zur strukturierten Abiturantwort.
- ABI LF - Materialgestütztes Schreiben: Quellen auswerten, gewichten und adressatengerecht schreiben.
- Argumentationsanalyse: Schlussregeln, Einwände und Gegenargumente vertiefen.
- Medienanalyse: Bild, Ton, Schnitt und Plattformlogik systematischer untersuchen.
Offene Aufgaben
Leicht
- Quellenkarte: Erstelle für einen aktuellen Redebeitrag eine Quellenkarte mit Titel, Datum, Sprecherrolle, Anlass, Medium, Primärquelle und zwei Sekundärquellen.
- Sprachmittel-Sammlung: Sammle aus einem seriösen Kommentar fünf auffällige Formulierungen und erkläre jeweils knapp ihre Funktion.
- Interviewfragen: Formuliere sechs sachliche Interviewfragen zu einem kommunalen Thema, darunter eine offene, eine präzisierende und eine kritische Nachfrage.
- Audiobeobachtung: Analysiere 30 Sekunden einer öffentlichen Rede nur nach Stimme, Pausen und Tempo; vergleiche anschließend mit dem Transkript.
Standard
- Vergleichsanalyse: Vergleiche eine Rede und ein Interview derselben Institution zu demselben Thema. Untersuche, wie Medium und Rolle die Sprache verändern.
- Kommentarwerkstatt: Schreibe einen kurzen Kommentar zu einem schulischen oder kommunalen Sachthema und markiere anschließend These, Argumente, Belege und Wertungen.
- Framing-Vergleich: Entwickle drei sachlich unterschiedliche Benennungen für denselben erfundenen Sachverhalt und erkläre, welche Perspektive jede Benennung nahelegt.
- Multimodales Protokoll: Zerlege einen 60-sekündigen Videobeitrag in Sprache, Bild, Ton, Schnitt und Texteinblendung und formuliere ein Gesamturteil.
Schwer
- Diskursvergleich: Untersuche drei seriöse Quellen zu derselben politischen Streitfrage und vergleiche Benennungen, Argumentationsmuster und Quellengebrauch, ohne eine Position zu bevorzugen.
- Quellenkritisches Dossier: Rekonstruiere die Verbreitung eines kurzen politischen Zitats von der Primärquelle über zwei redaktionelle Bearbeitungen bis zu einem Social-Media-Ausschnitt.
- Debattenanalyse: Analysiere zwei aufeinander bezogene Redebeiträge aus einer Parlamentsdebatte und zeige, wo direkte Reaktion, Reframing und Publikumsadressierung erkennbar sind.
- Eigene Medienproduktion: Produziere ein zweiminütiges neutrales Erklärvideo zu einem kommunalen Entscheidungsverfahren. Dokumentiere Quellen, Gestaltungsentscheidungen, mögliche Rahmungen und verwendete KI-Hilfe.


Lernkontrolle
- Kommunikationsfunktion prüfen: Ein Redebeitrag informiert, argumentiert und stellt die eigene Rolle dar. Entwickle ein Kriterienraster, mit dem Du begründet zeigen kannst, welche Funktion an welcher Stelle dominiert.
- Wirkungshypothesen prüfen: Formuliere zu einem sprachlichen Mittel zwei unterschiedliche Wirkungshypothesen und zeige, welche zusätzlichen Informationen nötig wären, um sie zu prüfen.
- Quellenkonflikt lösen: Zwei Medien geben denselben Redebeitrag unterschiedlich verkürzt wieder. Entwickle ein Verfahren, mit dem Du prüfst, ob die Kürzungen den Sinn verändern.
- Medienwechsel analysieren: Überführe einen kurzen Kommentar in ein 30-sekündiges Video-Skript. Erkläre, welche sprachlichen und visuellen Entscheidungen neu getroffen werden müssen.
- AFB-Transfer: Formuliere zu demselben Material je eine Aufgabe für AFB I, II und III und begründe die Unterschiede.
- KI-Kontrolle: Lass eine KI drei Aussagen über einen bereitgestellten Text formulieren. Prüfe jede Aussage am Original, klassifiziere Fehler und überarbeite die Analyse eigenständig.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:
- eine vollständige Erschließung der Kommunikationssituation,
- eine nachvollziehbare Rekonstruktion von These, Argumenten und Belegen,
- eine funktionale Analyse sprachlicher Mittel,
- die Berücksichtigung von Medium, Bild, Stimme und Schnitt bei multimodalen Quellen,
- eine saubere Trennung von Befund, Interpretation und Bewertung,
- zuverlässige Quellenangaben und Kontextprüfung,
- neutraler und präziser Umgang mit kontroversen politischen Positionen,
- sichere Anwendung von AFB I, II und III,
- transparente und überprüfte Nutzung von KI,
- ein eigenständiges, textnah begründetes Gesamturteil.
Medien- und Lizenzcheck
Urheberrechtspraxis: Gemeinfreie, offene oder selbst erstellte Materialien werden bevorzugt. Geschützte Texte werden nur mit kurzen funktionalen Zitaten und Quellenangabe untersucht. Geschützte Ganzschriften oder vollständige Presseartikel werden nicht in diesen Kurs kopiert.
Quellen
- Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Termine und Informationen zum Abitur
- Facherlass für die Abiturprüfung 2027, Stand 09.09.2025
- Bildungsplan Deutsch Baden-Württemberg: Leitgedanken und Differenzierung Basisfach/Leistungsfach
- KMK: Bildungsstandards Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife
- IQB: veröffentlichte Abiturprüfungsaufgaben Deutsch
- bpb: Einstieg Sprache und Politik
- bpb: Funktionen politischer Sprache
- bpb: Sprachstilistische Merkmale politischer Kommunikation
- Deutscher Bundestag: Mediathek
- ↑ Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Facherlass Abiturprüfung 2027, Stand 09.09.2025, S. 4–8
- ↑ Bildungsplan Deutsch: Basisfach und Leistungsfach in der Oberstufe
- ↑ Facherlass 2027, Deutsch
- ↑ Heiko Girnth: Funktionen politischer Sprache, bpb, 26.06.2024
- ↑ Wikimedia Commons: JFK Ich bin ein Berliner 2nd time.ogg
- ↑ Heiko Girnth: Sprachstilistische Merkmale politischer Kommunikation, bpb, 02.07.2024
- ↑ Deutscher Bundestag: Mediathek
- ↑ KMK: Bildungsstandards Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife, 2012
OERs zum Thema
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Die genannten bpb-Fachtexte sind seriöse Fachquellen; ihre jeweilige Lizenz ist gesondert zu beachten. Inhalte mit Bearbeitungsverbot sind nicht mit frei bearbeitbaren OER gleichzusetzen.
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