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D10 E - Kommunikationsmodelle anwenden

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D10 E - Kommunikationsmodelle anwenden



D10 E - Kommunikationsmodelle anwenden

Kurzbeschreibung: Du nutzt Kommunikationsmodelle als Analysewerkzeuge. Im Zentrum stehen Bühler, Watzlawick und Schulz von Thun. Du prüfst Dialoge, Konflikte, Bilder, Audios und Videos – aber Du zwingst nicht jede Äußerung in ein Modell.

Zielgruppe: Deutsch, Klasse 10, Baden-Württemberg, E-Niveau.

Leitidee: Erst genau beobachten, dann ein passendes Modell auswählen, am Material belegen, Gegenlesarten prüfen und Grenzen des Modells benennen.


Einleitung

Kommunikation ist mehr als der Wortlaut. Tonfall, Beziehung, Situation, Medium und Vorgeschichte können mitentscheiden, wie eine Äußerung verstanden wird.

Der Bildungsplan Baden-Württemberg für Deutsch in Klasse 10 verlangt auf E-Niveau, grundlegende Kommunikationsmodelle zu erläutern und zur Analyse von Kommunikation und Sprechakten zu nutzen. Dieser aiMOOC setzt genau dort an.

Prüfungshinweis: Das Unterrichtsthema ist nicht automatisch mit einem bestimmten Prüfungsschwerpunkt gleichzusetzen. Prüfungsjahr und angestrebter Schulabschluss müssen getrennt betrachtet werden. Verbindliche aktuelle Vorgaben prüfst Du bei Deiner Schule und beim Kultusministerium Baden-Württemberg.

Wichtig: Modelle vereinfachen Wirklichkeit. Eine gute Analyse zeigt deshalb nicht nur, was ein Modell erklärt, sondern auch, wo seine Erklärungskraft endet.

Medienfrage: Was zeigt diese Visualisierung gut – und was fehlt ihr für einen echten Konflikt mit Ironie, Vorgeschichte oder Körpersprache?


Einstieg: Ein Satz, zwei Reaktionen

Eigener Übungstext für diesen aiMOOC:

Mira: „Der Gruppenordner ist noch leer.“

Leon: „Du musst mich nicht so anfahren.“

Mira: „Ich habe nur gesagt, was ich sehe.“

Schon hier gibt es mehrere Ebenen: einen überprüfbaren Sachverhalt, mögliche Beziehungssignale, einen möglichen Appell und eine Reaktion auf einen vermuteten Ton.

E-Aufgabe: Formuliere zwei plausible Deutungen von Miras erstem Satz. Belege jede Deutung nur mit Informationen, die im Dialog oder in einem von Dir ausdrücklich angenommenen Kontext vorkommen.


Lernziele

  1. Kommunikationsanalyse: Du kannst Gespräche kriterienorientiert und theoriegestützt analysieren.
  2. Organon-Modell: Du kannst Darstellung, Ausdruck und Appell unterscheiden und am Material belegen.
  3. Vier-Seiten-Modell: Du kannst Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehung und Appell als mögliche Seiten einer Äußerung prüfen.
  4. Watzlawick: Du kannst zentrale Axiome auf Interaktionsverläufe anwenden.
  5. Mehrdeutigkeit: Du kannst konkurrierende Deutungen gegeneinander abwägen.
  6. Medienanalyse: Du kannst Bilder, Audio, Video und Text hinsichtlich Gestaltung, Aussage und Quelle vergleichen.
  7. KI-Kompetenz: Du kannst KI gezielt einsetzen, Ergebnisse unabhängig prüfen und KI-Hilfe transparent machen.


Vorwissen aktivieren

Beantworte vor dem Lesen drei Fragen:

  1. Beobachtung und Deutung: Woran erkennst Du den Unterschied zwischen „Er schaut weg“ und „Er ist beleidigt“?
  2. Kontext: Wie kann derselbe Satz unter Freunden, im Bewerbungsgespräch und im Klassenchat unterschiedlich wirken?
  3. Beleg: Welche Textsignale können eine Kommunikationsdeutung stützen?

Selbstcheck: Wenn Du eine Deutung nicht mit Wortlaut, Ton, Verhalten, Situation oder Kontext belegen kannst, ist sie zunächst nur eine Hypothese.


Analysewerkzeug statt Schablone

Schritt E-Niveau-Frage
Beobachten Was ist im Material tatsächlich wahrnehmbar?
Kontextualisieren Wer spricht mit wem, wann, wo, in welchem Medium und mit welcher Vorgeschichte?
Modell wählen Welches Modell erklärt gerade diesen Aspekt besonders gut?
Belegen Welche Wörter, Pausen, Blicke, Handlungen oder Bild-/Tonelemente stützen die Deutung?
Gegenlesen Welche andere Deutung ist ebenfalls plausibel?
Begrenzen Was erklärt das Modell nicht ausreichend?

Merksatz: Nicht „Welches Modell muss ich anwenden?“, sondern „Welches Modell hilft mir bei dieser konkreten Frage?“


Modell 1: Bühler – Sprache erfüllt Funktionen

Beim Organon-Modell von Karl Bühler steht das sprachliche Zeichen zwischen Sender, Empfänger und Gegenständen bzw. Sachverhalten.

Funktion Fokus Leitfrage
Darstellung Sachverhalt Was wird über die Welt dargestellt?
Ausdruck Sender Was zeigt die sprechende Person von sich?
Appell Empfänger Wozu soll das Gegenüber veranlasst werden?

Eine Äußerung kann mehrere Funktionen zugleich erfüllen.

Beispiel: „Die Präsentation beginnt in fünf Minuten.“

Als Darstellung nennt der Satz einen Zeitpunkt. Als Ausdruck kann er Anspannung oder Aufmerksamkeit zeigen. Als Appell kann er bedeuten: „Mach Dich bereit.“

Bildanalyse: Welche Beziehungen werden in der Grafik sichtbar? Formuliere anschließend eine Information, die die Grafik nicht über konkrete Gesprächsverläufe liefern kann.

Videoauftrag: Notiere eine Erklärung, die Du aus dem Video übernimmst. Prüfe sie danach am Schaubild und an einem selbst gewählten Beispielsatz.


Modell 2: Schulz von Thun – vier Seiten einer Nachricht

Das Vier-Seiten-Modell beschreibt vier mögliche Seiten einer Äußerung:

Seite Leitfrage
Sachinhalt Worüber informiere ich?
Selbstkundgabe Was gebe ich von mir zu erkennen?
Beziehung Was signalisiere ich über unser Verhältnis oder meine Haltung zu Dir?
Appell Was möchte ich bei Dir erreichen?

Beispiel: „Dein Teil der Präsentation fehlt noch.“

Eine plausible Analyse kann einen Sachhinweis, Sorge um die gemeinsame Arbeit, eine Beziehungsaussage und die Aufforderung zum Ergänzen unterscheiden. Aber: Nicht jede denkbare Deutung ist gleich gut belegt.

Medienvergleich: Vergleiche Schaubild und Video. Wo vereinfacht die Grafik sinnvoll? Wo liefert das Video Kontext, den die Grafik nicht zeigt?


Modell 3: Watzlawick – Kommunikation als Beziehung und Prozess

Paul Watzlawick beschreibt Kommunikation mit fünf Axiomen. Für die Analyse ist wichtig, sie nicht nur auswendig zu lernen, sondern als Fragen an konkrete Interaktionen zu verwenden.

Axiom Analysefrage
„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Welche kommunikative Wirkung kann auch Schweigen, Wegsehen oder Handeln bekommen?
Inhalt und Beziehung Was wird gesagt – und wie wird zugleich das Verhältnis der Beteiligten mitgeprägt?
Interpunktion von Ereignisfolgen Wo setzen die Beteiligten jeweils Ursache und Anfang des Konflikts?
Digitale und analoge Modalitäten Wie wirken sprachliche Zeichen mit Tonfall, Mimik, Gestik und Haltung zusammen?
Symmetrische und komplementäre Interaktion Beruht die Beziehung eher auf Gleichheit oder auf unterschiedlichen Rollen?

Achtung: „Digital“ bedeutet hier nicht Smartphone oder Internet. Gemeint ist vor allem konventionell codierte, sprachliche Kommunikation. „Analog“ bezieht sich besonders auf nichtsprachliche und beziehungsnahe Signale.

Konfliktfall:

A: „Du hörst mir nie zu.“

B: „Ich sage nichts mehr, weil Du immer sofort laut wirst.“

A: „Ich werde laut, weil Du nie antwortest.“

Das dritte Axiom hilft hier, eine zirkuläre Konfliktdynamik zu erkennen: Jede Person setzt einen anderen Anfangspunkt.

Videoauftrag: Wähle zwei Axiome aus. Finde im Video je ein Beispiel und formuliere zusätzlich eine Situation, in der das Axiom allein noch keine ausreichende Erklärung liefert.


Drei Modelle im Vergleich

Modell Besonders hilfreich für Typische Grenze
Bühler Funktionen sprachlicher Zeichen komplexe Beziehungsschleifen werden nur begrenzt erfasst
Schulz von Thun Mehrschichtigkeit einzelner Äußerungen und mögliche Missverständnisse konkrete Deutungen brauchen immer Kontext und Belege
Watzlawick Beziehung, Interaktion, Rückkopplung und Konfliktdynamik Textsorte, historische Situation oder individuelle Wortbedeutungen müssen zusätzlich untersucht werden

E-Niveau: Eine starke Analyse kombiniert Modelle nur dann, wenn dadurch wirklich unterschiedliche Aspekte sichtbar werden. Drei Modellnamen ohne Belege sind schwächer als ein passend gewähltes Modell mit präziser Argumentation.


Medienlabor: hören, sehen, vergleichen


Audio-Experiment

Produziert zu zweit zwei kurze Audiofassungen desselben Satzes: „Das hast Du ja schnell erledigt.“

Version A soll ernstes Lob, Version B Ironie nahelegen.

Danach analysiert Ihr nur hörbare Merkmale: Lautstärke, Tempo, Betonung, Pausen, Sprechmelodie.

Transferfrage: Welches Modell hilft Euch, die Differenz zwischen Wortlaut und Wirkung am präzisesten zu beschreiben?

Datenschutz: Nutzt Vornamen nur, wenn sie für die Aufgabe nötig sind. Veröffentlicht keine privaten Kontaktdaten, Standorte oder persönlichen Konflikte.


Bild- und Diagrammvergleich

Vergleiche die drei Modellgrafiken dieses Kurses.

  1. Visualisierung: Welche Information wird durch räumliche Anordnung besonders klar?
  2. Reduktion: Welche Aspekte realer Kommunikation verschwinden?
  3. Quellenkritik: Prüfe auf der Wikimedia-Commons-Dateiseite Urheber, Lizenz und Entstehung.
  4. Gestaltung: Entwirf ein eigenes Schaubild, das zusätzlich „Kontext“ sichtbar macht.


Videovergleich

Vergleiche zwei eingebettete Erklärvideos.

  1. Fachbegriffe: Stimmen die Begriffe mit dem jeweiligen Modell überein?
  2. Beispiele: Sind die Beispiele wirklich geeignet oder überdehnen sie das Modell?
  3. Quelle: Wer veröffentlicht das Video, und welche Belege werden genannt?
  4. Verbesserung: Formuliere eine eigene 60-Sekunden-Erklärung, die eine Vereinfachung des Videos korrigiert.

Rechtehinweis: Wikimedia-Commons-Dateien dieses Kurses sind offen lizenziert bzw. gemeinfrei; die genaue Lizenz steht auf der jeweiligen Dateiseite. Eingebettete YouTube-Videos werden hier analysiert, nicht als eigene Werke ausgegeben. Für Weiterverwendung außerhalb der Plattform ist die jeweilige Lizenz zu prüfen.


KI-Spirale

Die KI kommt nach Deiner eigenen Materialarbeit.

Phase Dein Vorgehen
Aufgabe verstehen Operator, Material und Analysefrage klären.
Selbst erschließen Text, Bild, Audio oder Video eigenständig markieren und beschreiben.
Eigenen Ansatz entwickeln Erste Deutung und Modellwahl formulieren.
KI gezielt befragen Eine konkrete Frage stellen, z. B. nach einer Gegenlesart oder einem blinden Fleck.
Unabhängig prüfen Texttreue, Fakten, Logik, Modellbegriffe und Quellen selbst kontrollieren.
Lösung verbessern Nur begründete Hinweise übernehmen und in eigene Sprache überführen.
KI-Hilfe transparent machen Kurz angeben, wofür KI genutzt wurde und was Du selbst geprüft hast.

Beispiel für Transparenz: „KI-Hilfe: Gegenlesart zum Beziehungsaspekt erfragt; Begriffe anschließend am Unterrichtsmaterial und an zwei Quellen geprüft; Formulierungen selbst erstellt.“

Grundsatz: KI ersetzt keine eigene Text-, Bild-, Audio- oder Videoanalyse.


Interaktive Aufgaben


Falllabor 1: Gruppenarbeit

Dialog:

Nora: „Im Dokument fehlen noch Deine Quellen.“

Sam: „Du kontrollierst wirklich alles.“

Nora: „Wir geben morgen gemeinsam ab.“

Auftrag: Analysiere Noras erste Äußerung mit Schulz von Thun. Entscheide danach, ob Watzlawick für den weiteren Konflikt zusätzliche Erklärungskraft besitzt.

Hilfestufe 1: Trenne Wortlaut und Reaktion.

Hilfestufe 2: Prüfe Sachinhalt, Beziehung und Appell. Danach untersuche, ob sich ein wechselseitiges Muster entwickelt.

Lösung und Feedback anzeigen

Der Sachinhalt ist direkt belegt: Quellen fehlen. Ein Appell zum Ergänzen ist plausibel. Sams Antwort zeigt, dass er offenbar einen Beziehungshinweis wahrnimmt. Ob Nora tatsächlich kontrollierend auftreten will, ist nicht belegt. Für den weiteren Verlauf kann Watzlawick helfen, wenn aus gegenseitigen Reaktionen ein Kreislauf entsteht. Eine gute E-Lösung trennt daher Beobachtung, plausible Deutung und Unsicherheit.


Falllabor 2: Schweigen

Lehrkraft: „Bitte legt die Handys weg.“

Eine Schülerin antwortet nicht, dreht das Gerät mit dem Display nach unten und seufzt.

Auftrag: Nutze Watzlawick. Welche Aussagen sind sicher, welche nur Vermutungen?

Hilfestufe 1: Beschreibe zuerst Verhalten ohne Gefühlswörter.

Hilfestufe 2: Prüfe das erste, zweite und vierte Axiom.

Lösung und Feedback anzeigen

Sicher beobachtbar sind fehlende verbale Antwort, Bewegung des Geräts und Seufzen. Diese Verhaltensweisen können kommunikative Wirkung bekommen. Eine konkrete Deutung wie „genervt“ ist möglich, aber ohne weiteren Kontext nicht sicher. Gerade diese Trennung macht die Analyse text- und materialtreu.


Falllabor 3: Derselbe Satz, anderer Kontext

Satz: „Das ist interessant.“

Kontext A: Eine Freundin zeigt Dir ein gelungenes Fotoprojekt.

Kontext B: In einer hitzigen Diskussion folgt der Satz auf eine offensichtlich widersprüchliche Behauptung.

Auftrag: Zeige, wie Kontext, Ton und Beziehung die Deutung verändern können. Wähle ein Modell und begründe, warum es hier passt.

Lösung und Feedback anzeigen

Im ersten Kontext kann der Satz als ehrliche positive Rückmeldung funktionieren. Im zweiten kann Ironie oder Distanz plausibel sein, wenn Ton und Gesprächsverlauf dies stützen. Schulz von Thun kann Beziehung und Selbstkundgabe fokussieren; Watzlawick kann das Zusammenspiel von sprachlichem und nichtsprachlichem Signal untersuchen. Ohne Tonaufnahme bleibt Ironie eine Hypothese.


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet eine starke Analyse auf E-Niveau? (Ein Modell passend auswählen, anwenden, belegen und seine Grenzen reflektieren) (!Möglichst viele Modellbegriffe in jeden Absatz schreiben) (!Jede Äußerung mit allen Modellen vollständig deuten) (!Nur den Wortlaut zusammenfassen)




Welche Funktion gehört bei Bühler zum Bezug auf den Empfänger? (Appell) (!Darstellung) (!Ausdruck) (!Interpunktion)




Welche Funktion des Organon-Modells richtet den Blick auf den Sender? (Ausdruck) (!Darstellung) (!Sachinhalt) (!Symmetrie)




Welche vier Seiten unterscheidet Schulz von Thun? (Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehung und Appell) (!Sender, Kanal, Störung und Empfänger) (!Darstellung, Ausdruck, Appell und Interpunktion) (!Inhalt, Ursache, Wirkung und Medium)




Was bedeutet Interpunktion bei Watzlawick? (Beteiligte gliedern denselben Kommunikationsverlauf unterschiedlich und setzen verschiedene Anfangspunkte) (!Ein Gespräch muss grammatisch korrekt gesetzt werden) (!Nur Satzzeichen entscheiden über den Konflikt) (!Jede Kommunikation beginnt objektiv bei derselben Person)




Was meint digitale Modalität bei Watzlawick vor allem? (Konventionell codierte sprachliche Zeichen) (!Kommunikation mit dem Smartphone) (!Nur Videokonferenzen) (!Ausschließlich künstliche Intelligenz)




Wie solltest Du ein Kommunikationsmodell einsetzen? (Als begründetes Analysewerkzeug für eine konkrete Frage) (!Als Schablone für jede einzelne Äußerung) (!Als Ersatz für genaue Textbelege) (!Als Beweis für die Absicht einer Figur)




Welche Aussage zu nonverbaler Kommunikation ist angemessen? (Mimik, Gestik, Haltung und Ton können die Wirkung einer Äußerung mitprägen) (!Nonverbale Signale haben immer nur eine einzige Bedeutung) (!Körpersprache ist wichtiger als jeder Kontext) (!Schweigen besitzt niemals kommunikative Wirkung)




Was gilt für eine einzelne Äußerung in den Modellen von Bühler oder Schulz von Thun? (Mehrere Funktionen oder Seiten können gleichzeitig relevant sein) (!Immer ist genau eine Funktion richtig) (!Der Kontext darf nicht berücksichtigt werden) (!Die Beziehungsebene ersetzt den Sachinhalt)




Wie sieht eine sinnvolle KI-Spirale aus? (Zuerst selbst erschließen, dann gezielt KI befragen und Ergebnisse unabhängig prüfen) (!Zuerst die KI-Lösung kopieren und danach kurz überfliegen) (!Die KI entscheidet selbstständig über die richtige Deutung) (!Quellenprüfung ist bei KI-Antworten unnötig)





Memory

Darstellung Sachverhaltsbezug
Ausdruck Senderbezogene Funktion
Appell Empfängerbezug
Selbstkundgabe Information über die sprechende Person
Beziehung Haltung zum Gegenüber
Interpunktion Gliederung eines Kommunikationsverlaufs
AnalogeModalität Nichtsprachliche und beziehungsnahe Signale
Kontextprüfung Situation und Vorgeschichte berücksichtigen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Organonmodell Darstellung Ausdruck Appell
Kommunikationsquadrat Sachinhalt Selbstkundgabe Beziehung Appell
WatzlawicksAxiome Beziehung Interaktion Rückkopplung
Kontextprüfung Situation Medium Vorgeschichte
Belegprüfung Wortlaut Tonfall Verhalten





Kreuzworträtsel

Ausdruck Welche Bühler-Funktion richtet den Blick auf das, was die sprechende Person von sich zeigt?
Appell Welche Funktion zielt auf eine Wirkung beim Gegenüber?
Beziehung Welche Seite des Kommunikationsquadrats betrifft das Verhältnis der Beteiligten?
Interpunktion Wie heißt bei Watzlawick die unterschiedliche Gliederung eines Kommunikationsverlaufs?
Kontext Welcher Begriff bezeichnet Situation und Umfeld einer Äußerung?
Mehrdeutigkeit Wie heißt es, wenn mehrere begründbare Lesarten möglich sind?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bühlers Organon-Modell unterscheidet Darstellung, Ausdruck und

. Schulz von Thun beschreibt eine Nachricht unter anderem auf der Sach-, Selbstkundgabe-, Beziehungs- und

. Watzlawicks erstes Axiom betont die kommunikative Bedeutung von

. Beim dritten Axiom geht es um die unterschiedliche

von Kommunikationsabläufen. „Digital“ meint bei Watzlawick vor allem konventionell codierte

. Eine Deutung muss durch konkrete

gestützt werden. E-Niveau verlangt neben Anwendung auch die Prüfung von

. Ein Modell ist deshalb ein Analysewerkzeug und keine starre

. Vor einer KI-Anfrage erschließt Du das Material zunächst

. KI-Ergebnisse prüfst Du anschließend auf Texttreue, Fakten, Logik und

.




Lösungen und Selbstkontrolle

Kurzlösung zur Einstiegsaufgabe: Miras Satz kann als reine Sachfeststellung verstanden werden. In einem angespannten Kontext kann Leon zusätzlich Kritik oder einen Appell wahrnehmen. Ohne Tonfall oder Vorgeschichte lässt sich eine aggressive Absicht nicht sicher behaupten.

Kann ich ... sicher teilweise noch offen
Beobachtung und Deutung sauber trennen?
ein passendes Modell begründet auswählen?
meine Deutung mit Materialbelegen stützen?
eine Gegenlesart prüfen?
Grenzen eines Modells benennen?
KI-Hilfe transparent und überprüft nutzen?


Transfer

Neuer Fall:

Im Klassenchat schreibt Alex: „Super, dann machen wir den Rest eben ohne Dich.“

Es gibt keine Emojis. Eine Person reagiert nur mit einem Daumen-hoch-Symbol.

Transferauftrag: Entwickle zwei unterschiedliche Kontexte, in denen dieselbe Nachricht verschieden wirkt. Analysiere jeweils mit einem passenden Modell. Erkläre anschließend, warum der Chat als Medium bestimmte Deutungen erschwert.

E-Erweiterung: Prüfe, ob das Reaktionssymbol Zustimmung, Ironie, Konfliktvermeidung oder etwas anderes bedeuten könnte. Ordne Möglichkeiten nach ihrer Belegbarkeit, ohne eine unbelegte Absicht als Tatsache auszugeben.


Kompetenzcheck

Kompetenz Sicheres E-Niveau zeigt sich daran, dass Du ...
Modellwissen Fachbegriffe korrekt und funktional verwendest.
Analyse nicht nur benennst, sondern Wirkung und Zusammenhang erklärst.
Belege Aussagen mit Wortlaut, Verhalten, Ton, Bild oder Kontext stützt.
Mehrdeutigkeit konkurrierende Lesarten prüfst und gewichtest.
Modellkritik Reichweite und Grenzen des gewählten Modells reflektierst.
Medienkompetenz Quelle, Gestaltung, Aussage und Lizenz bzw. Nutzbarkeit unterscheidest.


Reflexion

  1. Modellwahl: Welches Modell hat Dir bei Konfliktdialogen am meisten geholfen – und bei welcher Frage gerade nicht?
  2. Mehrdeutigkeit: Wann wurde eine zunächst sichere Deutung durch einen neuen Kontext fraglich?
  3. Medienwirkung: Was kann Audio zeigen, was ein schriftliches Transkript nicht zeigt?
  4. KI-Reflexion: An welcher Stelle hat KI Deinen eigenen Ansatz sinnvoll erweitert, und was musstest Du korrigieren oder verwerfen?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Modellkarte: Gestalte für Bühler, Watzlawick und Schulz von Thun je eine Karte mit Leitfrage, Stärke und Grenze.
  2. Audiovergleich: Sprich denselben neutralen Satz dreimal mit unterschiedlicher Betonung ein und beschreibe nur hörbare Unterschiede.
  3. Diagrammvergleich: Vergleiche zwei Wikimedia-Commons-Grafiken dieses Kurses und erkläre, wie ihre Gestaltung das Verständnis lenkt.
  4. Dialogmarkierung: Schreibe einen sechszeiligen eigenen Dialog und markiere Stellen, an denen Sach- und Beziehungsebene auseinanderfallen könnten.


Standard

  1. Konfliktanalyse: Analysiere einen erfundenen Schulkonflikt mit einem Modell und begründe, warum ein zweites Modell nur ergänzend nötig oder unnötig ist.
  2. Videocheck: Vergleiche zwei Erklärvideos, überprüfe drei Fachbegriffe an einer unabhängigen Quelle und dokumentiere Abweichungen.
  3. Modellvergleich: Bearbeite denselben Dialog einmal mit Bühler und einmal mit Schulz von Thun. Vergleiche den Erkenntnisgewinn.
  4. Infografik: Gestalte eine eigene Visualisierung „Vom Beobachten zur begründeten Deutung“ und erläutere jede Gestaltungsentscheidung.


Schwer

  1. Multimodale Analyse: Produziere einen kurzen Dialog als Text und Audio. Zeige anschließend, welche Bedeutungsanteile erst durch Stimme und Pausen entstehen.
  2. Modellkritik: Entwickle einen Fall mit Ironie, Machtgefälle und Vorgeschichte. Zeige präzise, wo jedes der drei Modelle hilfreich ist und wo zusätzliche Kontextanalyse nötig wird.
  3. KI-Prüfung: Erstelle zuerst eine eigene Analyse, frage danach eine KI nach einer Gegenlesart, überprüfe ihre Aussagen unabhängig und dokumentiere jede übernommene oder verworfene Anregung.
  4. Mini-Podcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Podcast „Warum Kommunikationsmodelle keine Gedankenleser sind“ mit mindestens zwei selbst entwickelten Beispielen und Quellenhinweisen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kontexttransfer: Analysiere den Satz „Na, endlich“ in zwei selbst entwickelten Situationen. Begründe, warum dieselben Wörter unterschiedliche Wirkungen entfalten.
  2. Modellentscheidung: Erhalte einen unbekannten Konfliktdialog und entscheide begründet, welches Modell Du zuerst verwendest. Zeige auch, welches Modell Du bewusst nicht einsetzt.
  3. Medienwechsel: Überführe einen schriftlichen Chat in einen gesprochenen Dialog. Lege Ton, Pausen und Gestik fest und erkläre, wie sich dadurch die Analyse verändert.
  4. Konfliktklärung: Formuliere für einen festgefahrenen Dialog eine deeskalierende Anschlussäußerung und begründe sie mit mindestens einem Modell.
  5. Quellenvergleich: Vergleiche eine Grafik und ein Erklärvideo zu demselben Modell. Beurteile, welche Information jeweils belegt, vereinfacht oder ausgelassen wird.
  6. Modellgrenze: Entwickle ein Beispiel, bei dem eine mechanische Anwendung des Vier-Seiten-Modells zu einer übertriebenen Deutung führen würde, und verbessere die Analyse durch Kontextprüfung.


Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Fachbegriffe: zentrale Begriffe der drei Modelle korrekt verwenden.
  2. Anwendung: mindestens einen unbekannten Dialog theoriegestützt untersuchen.
  3. Texttreue: Beobachtung, Schlussfolgerung und Spekulation klar unterscheiden.
  4. Mehrdeutigkeit: mindestens eine Gegenlesart entwickeln und abwägen.
  5. Transfer: ein Modell auf Text, Audio, Bild oder Video übertragen.
  6. Modellkritik: Grenzen des Analysewerkzeugs benennen.
  7. Quellenarbeit: verwendete Medien und Quellen nachvollziehbar angeben.
  8. KI-Transparenz: bei KI-Nutzung Anlass, Prüfung und eigenen Anteil offenlegen.




Quellen und Mediennachweise

  1. Bildungsplan: Baden-Württemberg, Sekundarstufe I, Deutsch, Klasse 10, Bereich „Funktion von Äußerungen“. E-Niveau: theoriegestützte Analyse sowie grundlegende Kommunikationsmodelle wie Bühler, Watzlawick und Schulz von Thun. Online-Fassung geprüft im September 2026.
  2. Bühler: Karl Bühler, „Sprachtheorie“, 1934. Das Organon-Modell wird hier in schulisch reduzierter Form genutzt.
  3. Watzlawick: Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson, „Pragmatics of Human Communication“, 1967; die fünf Axiome werden als Analysefragen verwendet.
  4. Schulz von Thun: Friedemann Schulz von Thun, „Miteinander reden 1“, 1981; genutzt wird das Kommunikationsquadrat.
  5. Bilder: Wikimedia Commons; Urheber und Lizenz jeweils auf der Dateiseite.
  6. Videos: eingebettete YouTube-Erklärvideos; Inhalte werden nicht ungeprüft übernommen, sondern fachlich verglichen.


OERs zum Thema


Folgekurs-Empfehlung

Wenn Du diesen Kurs sicher beherrschst, eignen sich als nächste Lernschritte:

  1. D10 E - Kommunikation in literarischen Texten analysieren: Kommunikationsmodelle mit Figurenrede, Erzählerwissen und Mehrdeutigkeit verbinden.
  2. D10 E - Gesprächsstrategien und Sprachhandlungen untersuchen: Absichten, Gesprächssteuerung, Höflichkeit, Ironie und Konfliktdynamik vertiefen.
  3. D10 E - Medienbeiträge analysieren und gestalten: Text, Bild, Ton und Video systematisch vergleichen und selbst produzieren.


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