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Quitte

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Quitte




Einleitung

Die Quitte ist eine alte Kulturpflanze und ein Obstgehölz aus der Familie der Rosengewächse. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Cydonia oblonga. Sie ist mit Apfel und Birne verwandt und gehört wie diese zum Kernobst. Ihre reifen Früchte sind gelb, duften intensiv und sind meist so hart und herb, dass sie eher gekocht als roh gegessen werden.

Dieser aiMOOC richtet sich vor allem an Lernende der Klassen 5 bis 7. Du lernst die Quitte als Pflanze kennen, untersuchst ihren Aufbau, verfolgst den Weg von der Blüte bis zur Ernte und erfährst, warum sich die Frucht besonders gut für Gelee, Mus und Saft eignet.


Das Wichtigste auf einen Blick

Die Quitte ist die einzige Art der Gattung Cydonia. Sie wächst als Strauch oder kleiner bis mittelgroßer Baum. Im Frühjahr erscheinen große, meist weißliche bis rosafarbene Blüten. Im Herbst reifen gelbe, aromatische Früchte. Je nach Sorte erinnern sie in ihrer Form eher an Äpfel oder Birnen. Deshalb spricht man oft von Apfelquitten und Birnenquitten. Dabei handelt es sich nicht um zwei verschiedene Pflanzenarten, sondern um unterschiedliche Formen und Sortengruppen derselben Art.


Botanik und Systematik

Botanisch gehört die Quitte zu den Bedecktsamern, zur Ordnung der Rosenartigen und zur Familie der Rosengewächse.

Merkmal Einordnung
Deutscher Name Quitte
Wissenschaftlicher Name Cydonia oblonga
Gattung Cydonia
Familie Rosengewächse, Rosaceae
Fruchtgruppe Kernobst
Nutzung Obstgehölz

Die Verwandtschaft mit Apfel und Birne erkennst Du besonders gut am Aufbau der Frucht: Im Inneren liegt ein Kerngehäuse mit mehreren Samen.


Wuchs und Blätter

Quitten wachsen meist als breit aufgebauter Strauch oder Baum. Je nach Standort und Sorte können sie mehrere Meter hoch werden. Junge Triebe und Blattunterseiten wirken häufig filzig behaart. Die einfachen Blätter sind eiförmig bis elliptisch und besitzen einen glatten Blattrand.


Die Blüte

Die Quitte blüht im Frühjahr, in Mitteleuropa meist etwa von Ende April bis Juni. Die einzelnen Blüten sind relativ groß und besitzen fünf Kronblätter. Sie sind weiß bis zart rosa. Nach der Bestäubung entwickelt sich aus der Blüte die Frucht.

Beobachte bei dem Bild besonders die fünfzählige Blüte. Dieses Merkmal ist bei vielen Rosengewächsen zu finden.


Die Frucht

Die Quittenfrucht ist eine Form des Kernobstes. Reife Früchte sind meist goldgelb und verströmen einen starken, würzig-fruchtigen Duft. Viele Sorten tragen zunächst einen feinen Flaum auf der Schale. Vor der Verarbeitung wird dieser Flaum abgerieben und die Frucht gründlich gewaschen.

Das Fruchtfleisch ist bei den meisten in Mitteleuropa verbreiteten Sorten sehr fest. Gerbstoffe können beim rohen Probieren ein pelzig-herbes Mundgefühl erzeugen. Durch Erhitzen wird das Fruchtfleisch weicher und das Aroma verändert sich deutlich.


Apfelquitte und Birnenquitte

Die Bezeichnungen Apfelquitte und Birnenquitte beziehen sich vor allem auf die äußere Form.

  1. Apfelquitte: eher rundlich, häufig sehr festes Fruchtfleisch und kräftiges Aroma
  2. Birnenquitte: eher länglich, oft etwas weicheres und saftigeres Fruchtfleisch

Beide gehören zur Art Cydonia oblonga. Die Einteilung hilft in Garten und Küche, ersetzt aber keine genaue Sortenbezeichnung.


Herkunft und Geschichte

Die ursprüngliche Heimat der Quitte wird im Gebiet des östlichen Kaukasus und Transkaukasiens vermutet. Sie wird seit sehr langer Zeit vom Menschen kultiviert. Über Handels- und Kulturwege verbreitete sie sich in den Mittelmeerraum und später in weitere Teile Europas.

Schon historische Pflanzenbücher zeigen, dass die Quitte lange als Nutzpflanze bekannt war. Eine botanische Illustration macht sichtbar, welche Merkmale Forschende und Pflanzenkundige besonders beachteten: Blüten, Blätter, Früchte, Samen und Fruchtquerschnitte.

Ein sprachgeschichtlicher Hinweis ist besonders interessant: Das portugiesische Wort marmelo bedeutet Quitte. Die Bezeichnung marmelada wurde für eine Zubereitung aus Quitten verwendet. Daraus entwickelte sich die Wortgeschichte des deutschen Begriffs Marmelade.


Von der Blüte zur Ernte

Der Jahreslauf eines Quittenbaums lässt sich vereinfacht so beschreiben: Im Frühjahr öffnen sich die Blüten. Nach der Bestäubung beginnen junge Früchte zu wachsen. Während des Sommers nehmen sie an Größe zu. Im Herbst färben sie sich gelb und entwickeln ihr typisches Aroma.

Die Haupternte liegt in Mitteleuropa meist im Oktober und November. Geerntet wird vor starkem Frost. Reifezeichen sind je nach Sorte eine gelbe Farbe, ein deutlicher Duft und eine gut entwickelte Fruchtgröße.

Das Video von ARD Garten zeigt Pflege, Schnitt und Verarbeitung eines Quittenbaums. Achte darauf, welche Arbeiten zu welcher Jahreszeit stattfinden.


Verarbeitung in der Küche

Die meisten Quitten werden nicht roh gegessen, sondern gekocht, gedämpft oder gebacken. Typische Produkte sind Quittengelee, Quittensaft, Mus, Kompott, Chutney und Quittenbrot. Beim Quittenbrot handelt es sich nicht um Brot aus Mehl, sondern um eine feste, süße Fruchtmasse.


Warum geliert Quitte so gut?

Quitten enthalten Pektin. Pektine sind lösliche Ballaststoffe. Sie können Wasser binden und Gele bilden. Deshalb eignen sich Quitten besonders gut für Gelee und andere eingekochte Fruchtprodukte.

Beim Erhitzen werden Pflanzenzellen weicher, Fruchtbestandteile lösen sich und die feste Frucht lässt sich leichter verarbeiten. Bei der Geleeherstellung wirken Pektin, Säure und Zucker zusammen auf die Konsistenz des Endprodukts.


Verarbeitung Schritt für Schritt

Für eine einfache Verarbeitung gelten einige Grundregeln: Die Früchte werden gewaschen, der Flaum wird abgerieben und beschädigte Stellen werden entfernt. Danach werden die Früchte mit einem stabilen Messer zerteilt. Je nach Rezept entfernt man Kerngehäuse und Samen vor oder nach dem Garen. Anschließend werden die Quitten weich gekocht oder gebacken und zu Saft, Mus oder Gelee weiterverarbeitet.

Beim Arbeiten mit scharfen Messern und heißen Flüssigkeiten ist besondere Vorsicht nötig. In der Schule sollten Kochversuche nur mit geeigneter Ausstattung und unter Aufsicht durchgeführt werden.

Die BR-Dokumentation zeigt Ernte und Verarbeitung in einem großen Quittengarten. Beobachte, welche verschiedenen Produkte aus derselben Frucht entstehen können.


Inhaltsstoffe und Ernährung

Quitten bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Sie liefern unter anderem Ballaststoffe, darunter Pektin, sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Vitamin C ist enthalten, wird durch langes Erhitzen jedoch teilweise abgebaut.

Für eine ausgewogene Ernährung ist nicht ein einzelner Inhaltsstoff entscheidend. Interessant an der Quitte ist vor allem die Verbindung von Aroma, Ballaststoffen und vielseitiger Verarbeitung.


Sicherer Umgang mit Quitten

Die Samen der Quitte sollten nicht zerbissen oder zermahlen gegessen werden. Wie bei manchen anderen Rosengewächsen enthalten sie Stoffe, aus denen bei starker Zerkleinerung Blausäure freigesetzt werden kann. Bei Küchenrezepten werden die Kerne deshalb nicht als Snack verwendet.

Außerdem ist das rohe Fruchtfleisch vieler Sorten sehr hart. Beim Zerteilen kann ein Messer leicht abrutschen. Verwende eine rutschfeste Unterlage, stabiles Werkzeug und lass Dir bei Bedarf von einer erwachsenen Person helfen.


Quitte im Garten und in der Kulturlandschaft

Quittenbäume findet man heute vor allem in Gärten, auf Streuobstwiesen und in kleineren Obstbeständen. Die Blüten werden von Insekten besucht. Alte Obstgehölze können deshalb nicht nur Nahrung für Menschen liefern, sondern auch Teil strukturreicher Gärten und Kulturlandschaften sein.

Ein eigener Quittenbaum braucht einen geeigneten Standort, ausreichend Platz und Pflege. Welche Sorte passt, hängt unter anderem vom Klima, vom Boden, von der gewünschten Fruchtform und von der späteren Nutzung ab.


Merksätze

  1. Quitte: Die Quitte heißt wissenschaftlich Cydonia oblonga und gehört zu den Rosengewächsen.
  2. Kernobst: Apfel, Birne und Quitte gehören zum Kernobst.
  3. Blüte: Quittenblüten besitzen fünf Kronblätter und erscheinen im Frühjahr.
  4. Frucht: Reife Quitten sind meist gelb, duftend und sehr fest.
  5. Pektin: Der lösliche Ballaststoff unterstützt die Gelbildung bei Gelee.
  6. Ernte: Quitten werden in Mitteleuropa hauptsächlich im Herbst geerntet.
  7. Verarbeitung: Viele Sorten schmecken gekocht angenehmer als roh.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zu welcher Pflanzenfamilie gehört die Quitte? (Rosengewächse) (!Süßgräser) (!Kreuzblütler) (!Lippenblütler)




Wie lautet der wissenschaftliche Name der Quitte? (Cydonia oblonga) (!Malus domestica) (!Pyrus communis) (!Prunus avium)




Zu welcher Obstgruppe gehört die Quitte? (Kernobst) (!Steinobst) (!Beerenobst) (!Schalenobst)




Wie viele Kronblätter besitzt eine typische Quittenblüte? (Fünf) (!Zwei) (!Sieben) (!Zehn)




Wann liegt die Haupternte der Quitte in Mitteleuropa? (Im Herbst) (!Im Hochwinter) (!Im frühen Frühling) (!Im Frühsommer)




Welcher Stoff unterstützt die Gelbildung von Quittengelee? (Pektin) (!Stärke) (!Koffein) (!Chlorophyll)




Was beschreiben die Begriffe Apfelquitte und Birnenquitte vor allem? (Die Form der Früchte) (!Zwei verschiedene Pflanzenfamilien) (!Die Farbe der Blüten) (!Die Zahl der Samen)




Warum werden viele Quitten vor dem Essen erhitzt? (Das Fruchtfleisch wird weicher und angenehmer) (!Die Frucht wird dadurch kernlos) (!Die Schale wird dadurch blau) (!Die Frucht bildet neue Blüten)




Welche Farbe haben reife Quitten meist? (Gelb) (!Tiefblau) (!Schwarz) (!Violett)




Was sollte man mit Quittenkernen nicht tun? (Zerkauen oder zermahlen) (!Vom Fruchtfleisch trennen) (!Beim Schneiden beachten) (!Nach Rezept entsorgen)





Memory

Cydonia oblonga Wissenschaftlicher Name
Rosengewächse Pflanzenfamilie
Pektin Gelierender Ballaststoff
Herbsternte Oktober und November
Apfelquitte Rundliche Fruchtform
Birnenquitte Längliche Fruchtform
Quittenbrot Feste süße Fruchtmasse





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Frühlingsblüte Entwicklung der Blüten
Herbstfrucht Reife und Ernte
Pektin Gelbildung
Rosengewächse Pflanzenfamilie
Quittengelee Verarbeitetes Lebensmittel






Kreuzworträtsel

Rosaceae Wie lautet der wissenschaftliche Familienname der Rosengewächse?
Pektin Welcher Ballaststoff fördert das Gelieren von Quitten?
Kaukasus Aus welcher Großregion stammt die Quitte ursprünglich?
Kernobst Zu welcher Obstgruppe gehört die Quitte?
Quittenbrot Wie heißt die feste süße Fruchtmasse aus Quitten?
Marmelada Wie heißt die portugiesische Quittenzubereitung, die mit der Wortgeschichte von Marmelade verbunden ist?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Quitte trägt den wissenschaftlichen Namen

.
Sie gehört zur Familie der

.
Als Obst wird sie zum

gezählt.
Die Blüten erscheinen vor allem im

.
Die reifen Früchte werden meist im

geerntet.
Der Ballaststoff

unterstützt die Gelbildung.
Viele Quitten werden vor dem Essen

.
Die Samen sollten nicht

werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Quitte zeichnen: Zeichne eine ganze Quitte und einen Fruchtquerschnitt. Beschrifte Schale, Fruchtfleisch, Kerngehäuse und Samen.
  2. Sinnesbeschreibung: Beschreibe eine Quitte mit möglichst genauen Adjektiven zu Form, Farbe, Oberfläche und Geruch. Schneide die Frucht nicht ohne geeignete Aufsicht auf.
  3. Jahreslauf: Gestalte vier kleine Bilder zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter und zeige, wie sich der Quittenbaum im Jahreslauf verändert.
  4. Obstvergleich: Vergleiche Quitte, Apfel und Birne. Notiere drei Gemeinsamkeiten und drei Unterschiede.


Standard

  1. Sortenvergleich: Recherchiere zwei Quitten-Sorten und vergleiche Fruchtform, Reifezeit und typische Verwendung. Nenne Deine Quellen.
  2. Pektin: Erkläre mit einem Schaubild, warum Pektin für die Herstellung von Gelee wichtig ist.
  3. Saisonkalender: Erstelle einen Saisonkalender für Quitte, Apfel, Birne und ein weiteres regionales Obst. Markiere typische Erntezeiten.
  4. Küchenprojekt: Plane in einer Gruppe ein einfaches Quittenprodukt. Erstellt Zutatenliste, Hygieneregeln, Arbeitsschritte und Sicherheitsregeln, bevor Ihr praktisch arbeitet.


Schwer

  1. Lebensmittelverarbeitung: Untersuche, wie Erhitzen Farbe, Geruch, Konsistenz und Geschmack von Quitten verändert. Dokumentiere Beobachtungen systematisch.
  2. Streuobstwiese: Erkunde eine Streuobstwiese oder einen Obstgarten. Dokumentiere, welche Funktionen alte Obstbäume für Menschen, Tiere und Landschaft haben können.
  3. Kulturgeschichte: Recherchiere die Geschichte der Quitte vom Kaukasusraum bis nach Mitteleuropa und gestalte eine kommentierte Zeitleiste.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo mit dem Titel „Warum wird aus Quitte so gut Gelee?“. Nutze eigene Grafiken oder frei lizenzierte Medien und gib die Quellen an.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Botanischer Vergleich: Erkläre, warum Quitte, Apfel und Birne derselben größeren Obstgruppe zugeordnet werden können. Nutze dabei den Aufbau der Früchte.
  2. Vom Frühling zum Herbst: Beschreibe in einer Ursache-Wirkungs-Kette, wie aus einer Quittenblüte eine erntereife Frucht wird.
  3. Pektin und Verarbeitung: Begründe, warum Quitten besonders gut für Gelee geeignet sind und welche Rolle das Erhitzen spielt.
  4. Sortenentscheidung: Ein Gartenbetrieb möchte Quitten für Gelee und ein anderer für Kompott anbauen. Entwickle Kriterien, nach denen passende Sorten ausgewählt werden könnten.
  5. Lebensmittelsicherheit: Entwickle für eine Schulgruppe fünf Regeln für das sichere Verarbeiten harter Quitten und begründe jede Regel.
  6. Nachhaltige Nutzung: Beurteile anhand selbst gewählter Kriterien, welche Vorteile ein regional genutzter Quittenbaum in einem Garten oder auf einer Streuobstwiese haben kann.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du die Quitte nicht nur erkennst, sondern biologische Merkmale und Verarbeitung miteinander verknüpfen kannst.

  1. Du kannst die Quitte als Cydonia oblonga den Rosengewächsen und dem Kernobst zuordnen.
  2. Du kannst typische Merkmale von Baum, Blüte und Frucht beschreiben.
  3. Du kannst Apfelquitte und Birnenquitte als unterschiedliche Fruchtformen derselben Pflanzenart erklären.
  4. Du kannst den Jahreslauf von Blüte, Fruchtentwicklung und Ernte ordnen.
  5. Du kannst die Bedeutung von Pektin für die Verarbeitung erläutern.
  6. Du kannst sichere Regeln für das Schneiden, Erhitzen und den Umgang mit Samen begründen.
  7. Du kannst mindestens eine Verbindung zwischen Quitte, Ernährung, Gartenbau und Kulturgeschichte darstellen.




OERs zum Thema


Freie Medien und Vertiefung

Weitere frei lizenzierte Bilder findest Du auf Wikimedia Commons in der Kategorie zu Cydonia oblonga. Achte bei eigener Weiterverwendung immer auf die Lizenzangaben der jeweiligen Datei.


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