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D8 G - Verbale und nonverbale Kommunikation verbinden

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D8 G - Verbale und nonverbale Kommunikation verbinden




D8 G - Verbale und nonverbale Kommunikation verbinden

Mini-Beschreibung: Untersuche das Zusammenspiel von Worten, Stimme, Gestik und Mimik. Du beobachtest genau, vergleichst Medien, prüfst Deutungen und gestaltest eigene Gesprächsszenen.

Zielgruppe: Klasse 8, G-Niveau, Deutsch in Baden-Württemberg

Schwerpunkt: Sprechen und Zuhören, Kommunikation, Medienkompetenz


Einstieg: Was sagt mehr als der Satz?

Stell dir vor, jemand sagt: „Schon gut.“

  1. freundlich, mit ruhiger Stimme und einem Lächeln
  2. leise, mit gesenktem Blick
  3. laut, mit verschränkten Armen und gerunzelter Stirn

Die Wörter bleiben gleich. Die Wirkung kann sich verändern.

Mini-Auftrag zum Standbild: Wähle drei Gesichter aus dem Bild. Trenne genau:

  1. Beobachtung: Was siehst Du wirklich?
  2. Deutung: Was könnte es bedeuten?
  3. Unsicherheit: Welche andere Erklärung wäre möglich?
Merke Ein Gesichtsausdruck oder eine Geste beweist nicht sicher, was ein Mensch denkt oder fühlt. Deutungen brauchen immer Kontext.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. verbale Signale erkennen: Wörter und Sätze.
  2. nonverbale Signale beobachten: Mimik, Gestik und Körperhaltung.
  3. Merkmale der Stimme beschreiben: Lautstärke, Tempo, Betonung, Pausen und Stimmlage.
  4. Beobachtung und Deutung unterscheiden.
  5. erklären, wie Worte, Stimme, Gestik und Mimik zusammenwirken.
  6. kurze Gesprächsszenen untersuchen und verbessern.
  7. Bilder, Audio und Videos kritisch prüfen und mit Belegen kommentieren.
  8. KI so nutzen, dass Deine eigene Textarbeit sichtbar bleibt.


Vorwissen aktivieren

Ohne Nachschlagen:

Begriff Das weiß ich schon Beispiel
Mimik Gesicht Lächeln
Gestik Hände und Arme Daumen hoch
Stimme Wie etwas klingt leise sprechen
Wörter Was gesagt wird „Danke.“

Satzstarter:

  1. Ich beobachte ...
  2. Das könnte bedeuten ...
  3. Sicher weiß ich nur ...
  4. Die Wirkung verändert sich, weil ...


Vier Bausteine einer gesprochenen Botschaft

Baustein Frage Beispiele
Worte Was wird gesagt? Wortwahl, Satz, Inhalt
Stimme Wie klingt es? laut, leise, schnell, langsam, betont, mit Pause
Gestik Was machen Hände und Arme? zeigen, winken, Schultern heben
Mimik Was zeigt das Gesicht? lächeln, Stirn runzeln, Augenbrauen heben
Merke Kommunikation wirkt oft über mehrere Signale gleichzeitig. Gute Analyse fragt nicht nur Was wird gesagt?, sondern auch Wie wird es gesagt und gezeigt?


Kurzbeispiel

Satz: „Komm bitte kurz her.“

Variante Stimme Mimik/Gestik mögliche Wirkung
A ruhig offene Hand, neutraler Blick sachliche Bitte
B sehr laut Stirn gerunzelt, Finger zeigt streng oder drängend
C leise Lächeln, Hand winkt freundlich oder vertraulich

Wichtig: „mögliche Wirkung“ bedeutet nicht „sichere Bedeutung“.


Verbale Kommunikation: die Wörter

Verbal bedeutet hier: Die Botschaft wird sprachlich mit Wörtern ausgedrückt.

Kurze Beispiele:

  1. „Bitte schließ das Fenster.“
  2. „Danke für deine Hilfe.“
  3. „Ich sehe das anders.“
  4. „Kannst Du das erklären?“

Beim Untersuchen markierst Du zuerst die Wörter, die die Absicht zeigen: bitten, danken, widersprechen, nachfragen.


Aktiv untersuchen: Markieren

Text: „Kannst Du mir bitte kurz helfen? Ich verstehe die Aufgabe noch nicht.“

  1. Markiere die Bitte.
  2. Markiere die Begründung.
  3. Schreibe den Satz einmal höflicher und einmal ungeduldiger um.
  4. Vergleiche: Was ändert sich nur durch Wörter?

Hilfe: Nutze die Wörter bitte, könntest, sofort, endlich, noch einmal.


Stimme: Wie klingt eine Botschaft?

Zur Stimme gehören beim Sprechen unter anderem:

  1. Lautstärke: laut oder leise
  2. Sprechtempo: schnell oder langsam
  3. Betonung: Welche Wörter fallen besonders auf?
  4. Pause: Wo wird unterbrochen?
  5. Stimmlage: eher hoch oder tief

Audio-Auftrag:

  1. Höre die Aufnahme zweimal.
  2. Beschreibe nur hörbare Merkmale.
  3. Nutze mindestens zwei Wörter aus der Wortliste: kurz – deutlich – ruhig – laut – leise – schnell – langsam.
  4. Erkläre: Was kannst Du aus so einer kurzen Aufnahme nicht sicher über die Person wissen?


Eigenes Mini-Audio

Sprich den Satz „Das ist ja toll.“ dreimal:

  1. ehrlich erfreut
  2. genervt
  3. unsicher

Vergleiche: Welche Änderungen an Lautstärke, Tempo, Betonung und Pausen hast Du eingesetzt?

Datenschutz: Du musst nichts veröffentlichen. Eine Aufnahme auf dem eigenen Gerät oder das Vorsprechen im Klassenraum reicht.


Gestik und Körperhaltung

Beobachtung: Ein Daumen ist nach oben gerichtet.

Mögliche Deutung: Zustimmung, Lob oder „okay“.

Aber: Gesten können je nach Situation, Gruppe oder Kultur anders verstanden werden.

Standbild-Vergleich:

  1. Beschreibe beide Bilder ohne Deutung.
  2. Ordne passende Wörter zu: Zustimmung – Unsicherheit – Gleichgültigkeit – Frage – Zustimmung möglich.
  3. Streiche jede Aussage, die so tut, als könne man Gedanken sicher lesen.
  4. Formuliere eine vorsichtige Deutung mit könnte oder wirkt auf mich.


Mimik: Das Gesicht beobachten

Mimik umfasst sichtbare Bewegungen des Gesichts, zum Beispiel:

  1. Augenbrauen heben
  2. Mundwinkel verändern
  3. Augen öffnen oder zusammenkneifen
  4. Stirn bewegen

Regel für gute Beobachtung:

Schwach Besser
„Die Person ist wütend.“ „Die Stirn ist gerunzelt. Das könnte Ärger zeigen.“
„Er lügt.“ „Er schaut weg. Der Grund dafür ist aus dem Bild allein nicht sicher.“
„Sie findet das lustig.“ „Die Mundwinkel sind angehoben. Das kann wie ein Lächeln wirken.“


Zusammenspiel: passend oder widersprüchlich?

Wenn Worte, Stimme und Körpersignale ähnlich wirken, nennt man die Botschaft oft stimmig.

Wenn sie sich widersprechen, entsteht leichter Unsicherheit.

Beispiel:

Worte Stimme Mimik/Gestik mögliche Wirkung
„Kein Problem.“ ruhig Lächeln eher stimmig
„Kein Problem.“ scharf und laut Augen rollen widersprüchlich
„Ich höre zu.“ neutral Blick auf Handy widersprüchlich
Merke Bei Widersprüchen solltest Du nachfragen statt Gedanken zu erraten: „Wie meinst Du das?“ oder „Ist wirklich alles okay?“


Medienlabor


Video 1: Körpersprache beobachten und prüfen

Arbeitsauftrag:

  1. Notiere drei sichtbare oder hörbare Beispiele.
  2. Teile Deine Notizen in Beobachtung und Deutung.
  3. Markiere eine Aussage im Video, die besonders sicher klingt.
  4. Prüfe: Ist diese Aussage eine Beobachtung, eine mögliche Deutung oder eine Verallgemeinerung?
  5. Begründe Deine Entscheidung mit einer konkreten Szene.

Kritik-Regel: Ein Video ist eine Quelle, aber nicht automatisch ein Beweis.


Video 2: Mimik und Gestik bewusst einsetzen

Vergleichsauftrag:

  1. Wähle eine Empfehlung aus dem Video.
  2. Formuliere sie in einem Satz.
  3. Finde eine Situation, in der sie hilfreich sein könnte.
  4. Finde eine Situation, in der sie nicht passen könnte.
  5. Schreibe ein kurzes Urteil: „Die Empfehlung ist nützlich, wenn ..., aber ...“


Standbild-Labor: beobachten, ordnen, kommentieren

  1. Markieren: Wähle vier Gesichter und notiere sichtbare Merkmale.
  2. Ordnen: Sortiere Deine Notizen in Augen – Mund – Stirn – Kopfhaltung.
  3. Vergleichen: Welche Merkmale ähneln sich?
  4. Kommentieren: Welche Deutung ist möglich?
  5. Belegen: Verweise auf das konkrete sichtbare Merkmal.
  6. Prüfen: Nenne mindestens eine andere mögliche Erklärung.


Medien und Rechte bewusst nutzen

Die verwendeten Commons-Medien sind offen lizenziert oder gemeinfrei. Prüfe bei eigener Weiterverwendung immer die Dateiseite und die dort angegebene Lizenz.

Medium Lizenzhinweis Nutzung im Kurs
Body language in communication.webp CC BY-SA 4.0 Übersicht Körpersprache
Emotion collage.png CC BY-SA 4.0 Mimik untersuchen
Facial expression and emotion.png CC BY 3.0 Gesichtsausdruck beobachten
Thumbs Up.JPG CC0 Gestik untersuchen
Shrug.jpg gemeinfrei Gesten vergleichen
De-Frage.ogg CC BY-SA 4.0 Stimme hören

YouTube: Die Videos werden extern eingebettet. Sie werden nicht als eigene Dateien kopiert.

Für eigene Medien:

  1. Filme oder fotografiere andere Personen nur mit klarer Zustimmung.
  2. Nutze alternativ Hände, Spielfiguren, Zeichnungen oder Dich selbst.
  3. Veröffentliche keine Namen, Adressen oder privaten Daten.
  4. Verwende nur Material, das Du selbst erstellt hast oder rechtmäßig nutzen darfst.


Lernstrategie: Beobachtung vor Deutung

Nutze die B-D-K-Regel:

Schritt Frage Satzstarter
B – Beobachten Was sehe oder höre ich? „Ich sehe/höre ...“
D – Deuten Was könnte es bedeuten? „Das könnte ... bedeuten.“
K – Kontext prüfen Was weiß ich über die Situation? „Im Kontext ... ist auch möglich, dass ...“


KI-Spirale

KI ersetzt keine eigene Textarbeit.

  1. Aufgabe verstehen: Lies den Auftrag und markiere Schlüsselwörter.
  2. Selbst denken: Notiere zuerst eigene Beobachtungen.
  3. Eigenen Lösungsansatz entwickeln: Formuliere Deine Deutung mit Beleg.
  4. Konkrete KI-Frage stellen: Frage zum Beispiel: „Welche zwei anderen Deutungen sind für diese beobachtete Geste möglich?“
  5. Ausgabe kritisch vergleichen: Prüfe die KI-Antwort mit Bild, Audio, Video, Regel, Wörterbuch oder verlässlicher Quelle.
  6. Fehler erkennen: Markiere erfundene, unbelegte oder zu sichere Aussagen.
  7. Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Hinweise.
  8. KI-Unterstützung kennzeichnen: Schreibe kurz: „KI genutzt für ...; geprüft mit ...“

Gute KI-Frage: „Ich sehe im Standbild verschränkte Arme und einen Blick zur Seite. Nenne drei mögliche Deutungen und erkläre, warum keine davon sicher ist.“

Schwache KI-Frage: „Was denkt die Person?“


Hilfestufen


Hilfe 1: Wortliste

Stimme: laut – leise – ruhig – hektisch – schnell – langsam – betont – zögernd

Mimik: Mundwinkel – Augenbrauen – Stirn – Blick – Augen

Gestik: offene Hand – zeigen – winken – Schultern heben – Arme verschränken

Deutung: könnte – möglicherweise – wirkt – vielleicht – im Kontext


Hilfe 2: Satzstarter

  1. Ich beobachte ...
  2. Besonders auffällig ist ...
  3. Die Stimme klingt ...
  4. Die Geste könnte ...
  5. Die Wörter und die Mimik passen zusammen, weil ...
  6. Die Signale widersprechen sich, weil ...
  7. Eine andere Erklärung wäre ...
  8. Sicher kann ich nur sagen ...


Hilfe 3: Musteranalyse

Situation: Jemand sagt „Alles okay“, spricht sehr leise und schaut auf den Boden.

Muster: „Die Wörter sagen, dass alles in Ordnung ist. Hörbar ist eine leise Stimme. Sichtbar ist ein gesenkter Blick. Die Signale wirken auf mich nicht ganz stimmig. Das könnte Unsicherheit zeigen, aber auch Müdigkeit oder Konzentration. Ohne mehr Kontext ist keine sichere Deutung möglich.“


Lösungen und differenziertes Feedback


Lösung zum Daumen-Bild

Beobachtung: Eine Hand zeigt einen nach oben gerichteten Daumen.

Mögliche Deutung: Zustimmung oder Lob.

Gute Zusatzidee: Die Bedeutung hängt von Situation und kulturellem Kontext ab.


Lösung zum Audio-Auftrag

Eine mögliche Beschreibung lautet: „Die Aufnahme ist kurz und deutlich gesprochen. Aus dieser Aufnahme allein kann ich nicht sicher auf Stimmung, Charakter oder Absicht der Person schließen.“


Rückmeldung zu Deiner Analyse

Stand Das gelingt schon Nächster Schritt
Basis Du nennst ein sichtbares oder hörbares Merkmal. Trenne Beobachtung und Deutung.
Sicher Du belegst eine Deutung mit einem Merkmal. Nenne eine alternative Deutung.
Plus Du vergleichst mehrere Signale und prüfst den Kontext. Formuliere eine passende Rückfrage für die Gesprächssituation.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was gehört zur verbalen Kommunikation? (Wörter und Sätze) (!Handbewegungen) (!Gesichtsausdrücke) (!Körperhaltung)




Was beschreibt Mimik? (Bewegungen und Ausdrücke des Gesichts) (!Nur die Lautstärke der Stimme) (!Nur Bewegungen der Hände) (!Nur die Wortwahl)




Was gehört zur Gestik? (Bewegungen von Händen und Armen) (!Die Satzlänge) (!Die Rechtschreibung) (!Die Stimmlage)




Was ist ein Merkmal der Stimme? (Sprechtempo) (!Augenbrauen) (!Handhaltung) (!Satzzeichen auf Papier)




Welche Aussage ist eine reine Beobachtung? (Die Person hebt beide Schultern) (!Die Person ist unsicher) (!Die Person hat keine Ahnung) (!Die Person möchte lügen)




Welche Formulierung zeigt eine vorsichtige Deutung? (Das könnte Unsicherheit zeigen) (!Das beweist Unsicherheit) (!Die Person denkt sicher so) (!Die Geste hat immer diese Bedeutung)




Was solltest Du bei widersprüchlichen Signalen tun? (Nachfragen und den Kontext prüfen) (!Gedanken erraten) (!Nur die Gestik beachten) (!Nur die Wörter beachten)




Was kann Betonung verändern? (Die Wirkung eines gesprochenen Satzes) (!Die Schreibweise eines Wortes) (!Die Anzahl der Buchstaben) (!Die Farbe eines Bildes)




Was ist bei einer Medienanalyse wichtig? (Beobachtungen mit konkreten Merkmalen belegen) (!Jede Deutung als Tatsache schreiben) (!Nur den Titel des Videos lesen) (!Die Quelle nie prüfen)




Wie nutzt Du KI in diesem Kurs sinnvoll? (Zuerst selbst denken und die KI-Ausgabe danach prüfen) (!Die KI ersetzt die eigene Analyse vollständig) (!Jede KI-Antwort ist automatisch richtig) (!Die KI-Unterstützung soll verborgen bleiben)





Memory

Verbale Kommunikation Wörter und Sätze
Mimik Gesichtsausdruck
Gestik Bewegungen von Händen und Armen
Betonung Hervorhebung beim Sprechen
Kontext Situation und Zusammenhang
Beobachtung direkt wahrnehmbares Merkmal





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Wörter verbale Ebene
Lautstärke Stimme
Augenbrauen Mimik
Handbewegung Gestik
Situation Kontext





Kreuzworträtsel

Mimik Wie nennt man sichtbare Ausdrucksbewegungen im Gesicht?
Gestik Wie nennt man bedeutungstragende Bewegungen von Händen und Armen?
Stimme Was trägt Lautstärke, Tempo und Betonung?
Kontext Welcher Begriff meint Situation und Zusammenhang einer Äußerung?
Betonung Wie heißt die hörbare Hervorhebung bestimmter Wörter?
Körpersprache Wie nennt man nonverbale Signale des Körpers zusammenfassend?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Kommunikation mit Wörtern heißt

. Sichtbare Signale des Gesichts nennt man

. Bewegungen von Händen und Armen gehören zur

. Lautstärke und Sprechtempo sind Merkmale der

. Eine Deutung sollte sich auf eine konkrete

stützen. Die Bedeutung eines Signals hängt oft vom

ab. Widersprechen sich mehrere Signale, ist eine passende

oft sinnvoll. Eine KI-Antwort muss vor der Übernahme kritisch

werden.




Wiederholung: 4-2-1

  1. 4: Nenne vier Bausteine gesprochener Kommunikation.
  2. 2: Nenne zwei Gründe, warum eine Geste nicht eindeutig sein muss.
  3. 1: Formuliere eine gute Rückfrage bei widersprüchlichen Signalen.

Kurzlösung: Worte, Stimme, Gestik, Mimik; Kontext und kulturelle bzw. persönliche Unterschiede; zum Beispiel „Wie meinst Du das?“.


Transfer: Zwei Alltagssituationen


Situation A: Gruppenarbeit

Mira sagt: „Mach ruhig weiter.“ Ihre Stimme klingt scharf. Sie rollt mit den Augen.

Auftrag:

  1. Beschreibe die Worte.
  2. Beschreibe Stimme und Mimik.
  3. Erkläre den Widerspruch.
  4. Formuliere eine respektvolle Rückfrage.

Mögliche Lösung: „Die Wörter erlauben das Weitermachen. Stimme und Augenrollen können ablehnend wirken. Ich könnte fragen: ‚Meinst Du das ernst oder stört Dich etwas?‘“


Situation B: Referat

Jonas spricht sehr schnell, schaut oft auf seine Karte und bewegt die Hände wenig.

Auftrag:

  1. Nenne drei Beobachtungen.
  2. Vermeide Aussagen über seinen Charakter.
  3. Gib zwei konkrete Tipps für die nächste Präsentation.

Mögliche Lösung: langsamer sprechen, bewusste Pausen setzen, zwischendurch Blickkontakt zum Publikum aufnehmen.


Kompetenzcheck

Kreuze für Dich an: Ja – teilweise – noch nicht.

Ich kann ... Ja teilweise noch nicht
Worte, Stimme, Gestik und Mimik unterscheiden.
Beobachtung und Deutung trennen.
die Wirkung mehrerer Signale vergleichen.
Medienaussagen kritisch prüfen und belegen.
eine KI-Ausgabe mit einer verlässlichen Grundlage vergleichen.
eigene Medien datensparsam und rechtssicher gestalten.

Wenn Du dreimal „noch nicht“ angekreuzt hast: Wiederhole die B-D-K-Regel und bearbeite Situation A erneut.

Wenn Du überwiegend „teilweise“ angekreuzt hast: Nutze Hilfe 2 mit den Satzstartern.

Wenn Du überwiegend „Ja“ angekreuzt hast: Bearbeite eine schwere offene Aufgabe.


Reflexion

  1. Welche Art von Signal bemerkst Du schnell: Worte, Stimme, Gestik oder Mimik?
  2. Wo hast Du heute eine Deutung vorsichtiger formuliert als vorher?
  3. Welche Medienart war für Dich am hilfreichsten: Bild, Audio oder Video?
  4. Wann kann Nachfragen besser sein als Deuten?
  5. Wie hast Du KI-Unterstützung geprüft oder warum hast Du darauf verzichtet?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Standbildanalyse: Wähle ein offen lizenziertes Bild mit einer Geste. Schreibe drei Beobachtungen und zwei mögliche Deutungen.
  2. Stimmexperiment: Sprich denselben kurzen Satz freundlich, genervt und unsicher. Notiere, was Du an Deiner Stimme verändert hast.
  3. Mimik-Comic: Zeichne drei einfache Gesichter zu derselben Aussage. Beschreibe nur sichtbare Merkmale.
  4. Satzstarter-Training: Formuliere sechs Deutungen mit „könnte“, „möglicherweise“ oder „wirkt auf mich“.


Standard

  1. Medienvergleich: Vergleiche ein Standbild und eine kurze Videoszene. Welche Informationen liefert das Video zusätzlich?
  2. Gesprächsszene: Spiele mit einer Partnerperson eine 30-sekündige Szene zweimal: einmal stimmig, einmal mit widersprüchlichen Signalen. Hol Zustimmung ein, bevor Du aufnimmst.
  3. Quellencheck: Recherchiere eine Behauptung über Körpersprache in zwei verlässlichen Quellen. Notiere Quelle, Beleg und Unsicherheit.
  4. Audioanalyse: Erstelle eine kurze eigene Audioaufnahme und kommentiere Lautstärke, Tempo, Betonung und Pausen.


Schwer

  1. Videoanalyse: Untersuche 30 bis 60 Sekunden eines geeigneten Videos. Erstelle eine Tabelle mit Zeitpunkt, Beobachtung, Deutung und Gegen-Deutung.
  2. Kommunikationsberatung: Entwickle für eine missverständliche Schul-Szene drei bessere Gesprächsvarianten und begründe jede Änderung.
  3. KI-Quellenprüfung: Stelle einer KI eine konkrete Frage zu einer beobachteten Geste. Prüfe jede wichtige Aussage mit Originalmedium oder verlässlicher Quelle und kennzeichne Fehler.
  4. Mini-Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video oder Stop-Motion-Stück zu Worte – Stimme – Gestik – Mimik. Nutze nur eigenes oder offen lizenziertes Material und dokumentiere die Quellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kommunikationsanalyse: Analysiere eine kurze Gesprächsszene. Zeige, wie Worte, Stimme und Körpersignale zusammenwirken, und belege jede Deutung.
  2. Missverständnisse klären: Erkläre an einem eigenen Beispiel, wie widersprüchliche Signale zu einem Missverständnis führen können. Formuliere anschließend eine passende Rückfrage.
  3. Medienkritik: Vergleiche die Aussage eines Lernvideos mit einem Standbild oder einem zweiten Medium. Zeige, was belegt ist und was nur gedeutet wird.
  4. Transfer in den Schulalltag: Entwickle drei Regeln für faire Kommunikation in einer Gruppenarbeit und begründe sie mit dem Zusammenspiel verbaler und nonverbaler Signale.
  5. KI-Prüfung: Lass Dir von einer KI zwei Deutungen einer selbst beschriebenen Szene geben. Prüfe, welche Aussagen durch Deine Beobachtungen gedeckt sind und welche zu sicher formuliert sind.
  6. Perspektivwechsel: Beschreibe dieselbe Gesprächssituation aus Sicht zweier Beteiligter und erkläre, warum dieselben Signale unterschiedlich verstanden werden können.


Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis ist wichtig:

  1. Du unterscheidest Worte, Stimme, Gestik und Mimik sicher.
  2. Du beschreibst zuerst beobachtbare Merkmale.
  3. Du kennzeichnest Deutungen als mögliche Deutungen.
  4. Du beachtest den Kontext.
  5. Du belegst Aussagen mit konkreten Stellen aus Bild, Audio, Video oder Text.
  6. Du kannst widersprüchliche Signale erklären und passende Rückfragen formulieren.
  7. Du verwendest Medien datensparsam und achtest auf Nutzungsrechte.
  8. Du dokumentierst KI-Unterstützung und prüfst KI-Aussagen kritisch.
  9. Du formulierst verständlich, knapp und nachvollziehbar.




OERs zum Thema


Offene Medien zum Weiterarbeiten

  1. Wikimedia Commons: Facial expressions – freie und offen lizenzierte Bilder zur Mimik.
  2. Wikimedia Commons: Hand gestures – Medien zu Handgesten.
  3. Wikimedia Commons: Body language – Medien zur Körpersprache.
  4. Wikipedia: Nonverbale Kommunikation – Überblick und Begriffe.
  5. Wikipedia: Körpersprache – Vertiefung mit Hinweisen zu Grenzen vorschneller Deutungen.


Bildungsplan-Bezug Baden-Württemberg

Der Kurs unterstützt besonders den Bereich Sprechen und Zuhören. Im Deutsch-Bildungsplan wird das Erkennen von Zusammenhängen zwischen verbalen und nonverbalen Ausdrucksmitteln genannt. Dazu gehören ausdrücklich Gestik, Mimik, Stimme und Modulation.

Im Kurs übst Du deshalb vor allem:

  1. Gespräche aufmerksam untersuchen.
  2. sprachliche und nichtsprachliche Signale verbinden.
  3. Wirkung beschreiben, ohne vorschnell Gedanken zu unterstellen.
  4. digitale Medien analysieren und selbst gestalten.


Verknüpfte Lernbereiche


Folgekurs-Empfehlung

Als nächstes passt: D8 G - Gespräche führen und Missverständnisse klären. Dort kannst Du das genaue Beobachten auf Gesprächsregeln, Nachfragen, Zuhören und Konfliktsituationen übertragen.


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