Literatur um 1800 - Prüfungsschwerpunkt Deutsch 2027

Literatur um 1800 - Prüfungsschwerpunkt Deutsch 2027
Literatur um 1800 - Prüfungsschwerpunkt Deutsch 2027
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an die gymnasiale Oberstufe, besonders an Lernende im Leistungsfach bzw. Leistungskurs Deutsch, die sich auf das Abitur 2027 vorbereiten. Der Text ist bewusst etwas reduziert, konzentriert sich aber auf die Begriffe und Zusammenhänge, die Du für Analyse, Interpretation, Vergleich und Transfer sicher beherrschen solltest.
Das ländergemeinsame Themenfeld Literatur um 1800 verlangt drei Kernbereiche: Du sollst erstens kultur- und geistesgeschichtliche Entwicklungen in literarischen Texten erkennen, zweitens literaturgeschichtliche Entwicklungen mit besonderem Blick auf die Romantik einordnen und drittens zentrale romantische Themen und Motive auch in Texten des 20. und 21. Jahrhunderts wiedererkennen und in ihrer veränderten Funktion erklären.
Wichtig: Die konkrete Prüfungsorganisation unterscheidet sich je nach Bundesland. In Baden-Württemberg ist „Literatur um 1800“ 2027 ein verbindliches Themenfeld des Leistungsfachs. Dort sind zusätzlich Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug und Jenny Erpenbecks Heimsuchung Pflichtlektüren.

Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer ist kein literarischer Text, eignet sich aber als Einstieg in zentrale romantische Denkfiguren: Naturerfahrung, Individualität, Offenheit, Ungewissheit, Ferne und Sehnsucht.
Was bedeutet „Literatur um 1800“?
„Literatur um 1800“ bezeichnet keine einzelne, scharf abgegrenzte Epoche. Gemeint ist ein literaturgeschichtliches Feld, in dem mehrere Strömungen nebeneinander bestehen, sich überschneiden und aufeinander reagieren. Für die Prüfung ist deshalb wichtiger, Merkmale am konkreten Text nachzuweisen, als einen Text nur mit einem Epochenetikett zu versehen.
Ein sinnvoller Orientierungsrahmen reicht ungefähr vom späten 18. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Besonders wichtig sind Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, Weimarer Klassik und Romantik.
| Strömung | Zentrale Orientierung | Typische Prüfungsfrage |
|---|---|---|
| Aufklärung | Vernunft, Mündigkeit, Kritik, Erziehung | Wie wird selbstständiges Denken gefordert? |
| Sturm und Drang | Gefühl, Genie, Freiheit, Konflikt mit Regeln | Wie wird individuelle Selbstbestimmung dargestellt? |
| Weimarer Klassik | Humanität, Maß, Ausgleich, ästhetische Bildung | Wie werden Freiheit und Ordnung miteinander vermittelt? |
| Romantik | Sehnsucht, Offenheit, Fantasie, Natur, Nacht, Unendlichkeit | Wie überschreitet der Text die Grenzen des Alltäglichen? |
Historischer und geistiger Hintergrund
Die Literatur um 1800 entsteht in einer Zeit großer Umbrüche. Die Französische Revolution von 1789 stellt überkommene Herrschaftsordnungen infrage. Die napoleonischen Kriege verändern Europa. 1806 endet das Heilige Römische Reich. Gleichzeitig gewinnen Vorstellungen von Freiheit, Menschenrechten, Nation, Bildung und individueller Selbstbestimmung an Gewicht.
Auch Wissenschaft, Technik und Wirtschaft verändern sich. In den deutschen Ländern setzt die Industrialisierung erst allmählich ein, doch Rationalisierung, Arbeitsteilung und Modernisierung werden zunehmend erfahrbar. Literatur reagiert darauf nicht einheitlich. Manche Texte vertrauen auf Vernunft und Bildung, andere betonen Gefühl, Kunst, Natur oder das Unbewusste.
Für die Romantik ist besonders wichtig: Sie ist nicht nur eine „Flucht aus der Wirklichkeit“. Viele romantische Texte reagieren vielmehr auf eine als zersplittert erlebte moderne Welt und suchen nach Verbindungen zwischen Mensch und Natur, Alltag und Poesie, Vernunft und Fantasie, Sichtbarem und Unsichtbarem.
Weimarer Klassik als Nachbar der Romantik
Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller prägen die Weimarer Klassik. Im Zentrum stehen Ideen von Humanität, Selbstbildung und einer freien Persönlichkeit, die ihre Kräfte in ein ausgewogenes Verhältnis bringt. Die Antike dient häufig als Vorbild für Form, Maß und Harmonie.


Klassik und Romantik sind keine völlig getrennten Welten. Beide beschäftigen sich mit Freiheit, Kunst und Bildung. Sie setzen jedoch andere Akzente. Während die Klassik häufig Ausgleich und Form betont, interessiert sich die Romantik stärker für Fragment, Sehnsucht, Mehrdeutigkeit, Fantasie und das Unendliche.
Romantik: Phasen und Zentren
Die zeitlichen Grenzen sind fließend. Für die Orientierung reicht folgende häufig verwendete Einteilung:
| Phase | Ungefähre Zeit | Zentrum | Wichtige Namen |
|---|---|---|---|
| Frühromantik | ca. 1795–1804 | Jena | Novalis, Friedrich Schlegel, August Wilhelm Schlegel, Ludwig Tieck |
| Hochromantik | ca. 1804–1815 | Heidelberg | Clemens Brentano, Achim von Arnim, Brüder Grimm |
| Spätromantik | ca. 1815–1840 | mehrere Zentren | E. T. A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff |
Diese Einteilung ist ein Hilfsmittel. In einer Interpretation solltest Du nie argumentieren: „Das Gedicht ist romantisch, weil es aus dem Jahr 1810 stammt.“ Besser ist: „Das Motiv der Nacht, die offene Raumstruktur und die Sehnsuchtsbewegung lassen sich romantisch deuten, weil ...“
Frühromantik: Poesie ohne feste Grenzen
Die Frühromantik entwickelt ein besonders anspruchsvolles Kunstverständnis. Friedrich Schlegel beschreibt romantische Poesie als offen und fortschreitend. Literatur soll verschiedene Gattungen, Wissensformen und Künste verbinden. Das Fragment wird deshalb wichtig: Es zeigt, dass Erkenntnis und Kunst nicht notwendig abgeschlossen sein müssen.

Novalis formuliert die Idee, die Welt müsse „romantisiert“ werden. Gemeint ist nicht bloß Verschönerung. Das Gewöhnliche soll in einem neuen Licht erscheinen und eine tiefere, rätselhafte oder geistige Bedeutung erhalten.

In Novalis’ Romanfragment Heinrich von Ofterdingen wird die blaue Blume zum berühmten Symbol romantischer Sehnsucht. Sie kann für Ferne, Liebe, Dichtung, Erkenntnis und das Streben nach einer höheren Einheit stehen.
Zentrale Themen und Motive der Romantik
Romantische Motive sind keine starren Codes. Ihre Bedeutung entsteht immer im konkreten Text.
| Motiv | Häufige Bedeutung | Wichtige Deutungsfrage |
|---|---|---|
| Sehnsucht | Streben nach Ferne, Ganzheit oder einer anderen Wirklichkeit | Wonach richtet sich die Sehnsucht und bleibt sie erfüllbar? |
| Wandern und Reise | Offenheit, Aufbruch, Selbstsuche, Überschreitung | Führt die Bewegung zu Erkenntnis oder in neue Unsicherheit? |
| Nacht und Mond | Innerlichkeit, Traum, Geheimnis, Transzendenz | Öffnet die Nacht einen Erkenntnisraum oder erzeugt sie Angst? |
| Wald und Natur | Gegenraum zum Alltag, Resonanzraum der Seele | Ist Natur harmonisch, bedrohlich oder mehrdeutig? |
| Blaue Blume | Sehnsucht, Poesie, Liebe, Unendlichkeit | Welche unerreichbare Einheit wird angedeutet? |
| Traum | Zugang zum Unbewussten oder zu einer zweiten Wirklichkeit | Wie sicher ist die Grenze zwischen Traum und Realität? |
| Doppelgänger | Identitätskrise, gespaltenes Ich, unheimliche Selbstbegegnung | Welche Seite der Figur wird im Doppelgänger sichtbar? |
| Mittelalter und Volksdichtung | Suche nach kultureller Ganzheit und gemeinsamer Tradition | Wird Vergangenheit idealisiert oder kritisch verändert? |

Friedrichs Mönch am Meer zeigt eine extrem reduzierte Landschaft. Die einzelne Figur wirkt klein gegenüber der Weite. Für eine romantische Deutung sind nicht nur Natur und Einsamkeit wichtig, sondern das Verhältnis von Begrenztheit und Unendlichkeit.

Ruinen, Dämmerung und Tod können in der Romantik auf Vergänglichkeit verweisen. Zugleich öffnen sie einen Raum für Erinnerung, Religion, Fantasie und das Überschreiten der sichtbaren Welt.
Das Unheimliche und die Schwarze Romantik
Nicht jede Romantik ist idyllisch. Besonders bei E. T. A. Hoffmann kippen Alltag und Vernunft häufig ins Unheimliche. Figuren erleben Täuschungen, Doppelungen, Kontrollverlust oder unsichere Wahrnehmungen. Der Text lässt oft offen, ob etwas übernatürlich geschieht oder psychologisch erklärt werden kann.

In Der Sandmann wird diese Unsicherheit besonders deutlich. Augen, künstliche Menschen, Beobachtung und Identitätsangst bilden ein Motivnetz. Für die Analyse ist entscheidend, wie der Text Unsicherheit erzeugt – etwa durch Perspektivwechsel, widersprüchliche Erklärungen und die begrenzte Wahrnehmung der Figuren.
Spätromantik: Wandern, Natur und Liedhaftigkeit
Joseph von Eichendorff verbindet in vielen Texten Naturbilder, Wandern, Musik, Sehnsucht und religiöse Transzendenz. Seine Sprache wirkt oft einfach und liedhaft, ist aber symbolisch dicht.

In Aus dem Leben eines Taugenichts wird das Wandern zum Lebensprinzip. Die offene Bewegung steht im Gegensatz zu geregelter Erwerbsarbeit und festgelegten Lebenswegen. Eine gute Interpretation fragt aber auch nach Ironie, Zufall und der Frage, wie realistisch oder märchenhaft diese Freiheit dargestellt wird.
Frauen im romantischen Netzwerk
Literaturgeschichte darf nicht nur aus einer Liste männlicher Autoren bestehen. Frauen wirkten als Schriftstellerinnen, Übersetzerinnen, Kritikerinnen, Herausgeberinnen und intellektuelle Gesprächspartnerinnen an der Romantik mit.
Caroline Schlegel-Schelling war eine wichtige Stimme im Jenaer Kreis und arbeitete eng an Übersetzungs- und Literaturprojekten mit.

Auch Dorothea Schlegel, Sophie Mereau und später Bettina von Arnim gehören in einen erweiterten Blick auf romantische Literatur und Öffentlichkeit.

Für die Prüfung kann dieser Perspektivwechsel wichtig sein: Frage bei literaturgeschichtlichen Darstellungen immer, wer sichtbar gemacht wird und wer nicht.
Heinrich von Kleist: schwer einzuordnen, aber prüfungsnah
Heinrich von Kleist schreibt in derselben Umbruchszeit, lässt sich aber nicht einfach als Klassiker oder Romantiker etikettieren. Seine Texte untersuchen häufig gestörte Kommunikation, unsichere Erkenntnis, Gewalt, Recht und zerbrechende Ordnungen.

In Der zerbrochne Krug soll Dorfrichter Adam einen Fall aufklären, in den er selbst verwickelt ist. Die Komödie verbindet Sprachkomik mit Fragen nach Macht, Wahrheit und Recht. Wahrheit entsteht nicht durch eine einzige zuverlässige Aussage, sondern schrittweise aus Widersprüchen, Indizien und der Entlarvung des Richters.
Für Baden-Württemberg 2027 ist wichtig: Im Leistungsfach gehört Der zerbrochne Krug zur Pflichtlektüre; auch der 12. Auftritt in der gekürzten Fassung und in der Variant-Fassung wird vorausgesetzt.
Kunst, Musik und romantische Universalität
Romantische Kunst denkt Literatur nicht isoliert. Musik, Malerei, Philosophie, Religion und Dichtung sollen sich gegenseitig ergänzen. Deshalb lohnt sich der Vergleich eines Gedichts mit einem Gemälde oder einer musikalischen Komposition.
E. T. A. Hoffmann war selbst Schriftsteller, Komponist, Zeichner und Musikkritiker. Gerade diese Verbindung verschiedener Künste zeigt, warum der romantische Kunstbegriff oft auf Überschreitung von Grenzen zielt.
Romantische Ironie
Romantische Ironie bedeutet nicht einfach Spott. Ein Werk kann seine eigene Künstlichkeit sichtbar machen, Erwartungen brechen oder zeigen, dass jede geschaffene Welt zugleich ernst genommen und wieder infrage gestellt werden kann.
Für die Analyse ist wichtig: Suche nach Erzählerkommentaren, Brüchen, Spiel mit Illusion, unerwarteten Wechseln oder Situationen, in denen ein Text seine eigenen Regeln sichtbar macht.
Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts: Was wirkt weiter?
Der Prüfungsschwerpunkt verlangt ausdrücklich, romantische Themen und Motive auch in späteren Texten wiederzuerkennen. Du musst dabei nicht behaupten, ein moderner Text sei „romantisch“. Entscheidend ist der Vergleich der Funktion.
Ein modernes Doppelgänger-Motiv kann zum Beispiel Fragen digitaler Identität behandeln. Der Wald kann vom romantischen Sehnsuchtsraum zum bedrohten ökologischen Raum werden. Wandern kann mit Migration, Flucht oder Selbstsuche verbunden sein. Nacht und Traum können psychologisch, gesellschaftskritisch oder ironisch eingesetzt werden.
Eine starke Vergleichsthese lautet deshalb nicht: „Beide Texte enthalten Natur.“ Besser ist: „Während Natur im älteren Text einen Zugang zu einer höheren Einheit eröffnet, erscheint sie im neueren Text als gefährdeter Raum; das romantische Motiv wird dadurch ökologisch umgedeutet.“
Prüfungsstrategie: vom Merkmal zur Deutung
Vermeide reines Epochen-Abhaken. Ein gutes Abiturargument verbindet immer Beobachtung, sprachliche Analyse und Funktion.
| Schritt | Leitfrage |
|---|---|
| Beobachtung | Was fällt konkret im Text auf? |
| Analyse | Mit welchen sprachlichen, formalen oder erzählerischen Mitteln entsteht dieser Eindruck? |
| Deutung | Welche Bedeutung hat das für Figur, Konflikt, Motiv oder Gesamtaussage? |
| Kontext | Welche Verbindung zur Literatur um 1800 ist wirklich am Text belegbar? |
| Vergleich | Was bleibt ähnlich, was verändert sich und warum? |
Typische Analysefelder
Bei Lyrik achtest Du besonders auf lyrisches Ich, Bildlichkeit, Klang, Rhythmus, Reim, Satzbau, Raumbewegung und Motivstruktur. Bei Epik sind Erzählsituation, Perspektive, Zeitgestaltung, Figurenwahrnehmung, Raum, Symbolik und Zuverlässigkeit wichtig. Bei dramatischen Texten untersuchst Du Gesprächsführung, Machtverhältnisse, Regieanweisungen, Konfliktentwicklung und Bühnenwirkung.
Epochenwissen ist dann stark, wenn es die konkrete Textdeutung erklärt. Es ist schwach, wenn es nur als auswendig gelernter Absatz angehängt wird.
Kompakte Merksätze
| Bereich | Merksatz |
|---|---|
| Literatur um 1800 | Kein einzelnes Epochenfach, sondern ein Feld überlappender Strömungen. |
| Romantik | Die sichtbare Wirklichkeit wird geöffnet für Fantasie, Sehnsucht, Mehrdeutigkeit und Unendlichkeit. |
| Motiv | Ein Motiv hat keine feste Bedeutung; seine Funktion entsteht im Text. |
| Epochenwissen | Nicht etikettieren, sondern am Text belegen. |
| Vergleich | Gemeinsamkeiten und Unterschiede müssen funktional gedeutet werden. |
| Transfer | Spätere Texte können romantische Motive übernehmen, brechen oder neu deuten. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist für das Themenfeld Literatur um 1800 besonders wichtig? (Literaturgeschichtliche Entwicklungen mit besonderem Blick auf die Romantik) (!Nur die Biografie Goethes) (!Nur Dramen des 18. Jahrhunderts) (!Ausschließlich Rechtschreibung)
Warum sollte Literatur um 1800 nicht als eine einzige Epoche behandelt werden? (Weil mehrere Strömungen gleichzeitig bestehen und sich überschneiden) (!Weil es um 1800 keine Literatur gab) (!Weil nur mündliche Texte überliefert sind) (!Weil alle Autoren derselben Schule angehörten)
Welche Idee gehört besonders zur Romantik? (Sehnsucht nach einer erweiterten oder anderen Wirklichkeit) (!Ausschließliche Orientierung an statistischen Daten) (!Verzicht auf Fantasie) (!Ablehnung jeder Naturdarstellung)
Wofür steht die blaue Blume häufig? (Sehnsucht und Streben nach einer höheren Einheit) (!Gerichtliche Beweisführung) (!Politische Bürokratie) (!Naturwissenschaftliche Messung)
Welche Form ist für die Frühromantik besonders wichtig? (Das Fragment) (!Der Geschäftsbrief) (!Das Protokoll) (!Die Gebrauchsanweisung)
Was kennzeichnet romantische Ironie am besten? (Ein Werk kann seine eigene Künstlichkeit sichtbar machen und Erwartungen brechen) (!Jeder Text muss lustig sein) (!Ironie bedeutet immer Beleidigung) (!Ein Werk darf keine Mehrdeutigkeit besitzen)
Welche Aussage zu E. T. A. Hoffmann passt? (Seine Texte spielen häufig mit unsicherer Wahrnehmung und dem Unheimlichen) (!Er schrieb ausschließlich realistische Gerichtsprotokolle) (!Er lehnte jede Verbindung von Kunstformen ab) (!Er gehörte zur antiken Literatur)
Was ist bei einem Epochenvergleich besonders wichtig? (Merkmale am konkreten Text nachzuweisen und ihre Funktion zu erklären) (!Nur das Erscheinungsjahr zu nennen) (!Eine Liste von Autorennamen auswendig aufzuschreiben) (!Jeden Naturtext automatisch der Romantik zuzuordnen)
Welche Rolle kann Natur in romantischen Texten spielen? (Sie kann Spiegel, Gegenraum oder Übergang zu einer anderen Wirklichkeit sein) (!Sie hat immer nur dekorative Funktion) (!Sie wird grundsätzlich vollständig abgelehnt) (!Sie dient ausschließlich geographischer Information)
Wie sollte ein romantisches Motiv in einem Text des 21. Jahrhunderts untersucht werden? (Man vergleicht, wie das Motiv übernommen und funktional verändert wird) (!Man erklärt den neueren Text automatisch zum romantischen Originaltext) (!Man ignoriert den historischen Unterschied) (!Man betrachtet nur die Länge des Textes)
Memory
| Sehnsucht | Streben nach Ferne oder Ganzheit |
| Blaue Blume | Symbol romantischer Sehnsucht |
| Fragment | Bewusst offene Form |
| Nacht | Raum des Traums und Geheimnisses |
| Doppelgänger | Zeichen einer gespaltenen Identität |
| Wandern | Bewegung zwischen Aufbruch und Selbstsuche |
| Romantische Ironie | Spiel mit der eigenen Künstlichkeit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Frühromantik | Jena und offene Kunsttheorie |
| Hochromantik | Heidelberg und Volksdichtung |
| Spätromantik | Eichendorff und Hoffmann |
| Weimarer Klassik | Humanität und ästhetischer Ausgleich |
| Schwarze Romantik | Unheimliches und unsichere Wahrnehmung |
Kreuzworträtsel
| Sehnsucht | Welches Leitmotiv bezeichnet das Streben nach Ferne oder Ganzheit? |
| Novalis | Welcher Frühromantiker machte die blaue Blume berühmt? |
| Fragment | Welche bewusst offene Form ist für die Frühromantik wichtig? |
| Wandern | Welches Bewegungsmotiv steht oft für Aufbruch und Selbstsuche? |
| Hoffmann | Welcher Autor ist besonders mit dem literarisch Unheimlichen verbunden? |
| Romantik | Welche Strömung steht im Prüfungsschwerpunkt besonders im Zentrum? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Motivsammlung: Suche in einem romantischen Gedicht drei Motive und erkläre jeweils in zwei Sätzen ihre Funktion.
- Bildanalyse: Beschreibe Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ und formuliere zwei Bezüge zur romantischen Literatur.
- Epochenkarte: Gestalte eine übersichtliche Zeitleiste mit Aufklärung, Sturm und Drang, Weimarer Klassik und Romantik.
- Begriffskarten: Erstelle Lernkarten zu Sehnsucht, Fragment, romantischer Ironie, Doppelgänger und blauer Blume.
Standard
- Gedichtvergleich: Vergleiche zwei Gedichte hinsichtlich Naturdarstellung, Raumbewegung und Sehnsuchtsmotiv.
- Hoffmann-Projekt: Untersuche eine Szene aus „Der Sandmann“ und zeige, wie der Text Unsicherheit über Wirklichkeit erzeugt.
- Kunst und Literatur: Vergleiche ein romantisches Gedicht mit einem Gemälde Caspar David Friedrichs und formuliere eine gemeinsame Deutungsthese.
- Literarisches Netzwerk: Recherchiere Caroline Schlegel-Schelling, Dorothea Schlegel oder Sophie Mereau und erstelle ein kurzes Porträt ihrer Rolle im Literaturbetrieb.
Schwer
- Motivtransfer: Suche einen Text des 20. oder 21. Jahrhunderts mit einem Motiv wie Wald, Doppelgänger, Nacht oder Wandern und analysiere die Veränderung gegenüber einem romantischen Text.
- Kleist und Epoche: Prüfe anhand von „Der zerbrochne Krug“, warum Kleist schwer eindeutig einer Epoche zuzuordnen ist.
- Podcast Literatur um 1800: Produziere einen fünf- bis achtminütigen Podcast, in dem Du eine These zur Frage entwickelst, ob die Romantik eine Gegenbewegung zur Moderne ist.
- Mini-Abitur: Erstelle selbst eine anspruchsvolle Vergleichsaufgabe mit Textauszügen, Operatoren und einem begründeten Erwartungshorizont.


Lernkontrolle
- Epochenmodell prüfen: Erkläre an einem konkreten Text, warum eine starre Epochenzuordnung problematisch sein kann, und formuliere eine differenzierte Alternative.
- Natur als Funktion: Vergleiche zwei unterschiedliche Naturdarstellungen und zeige, wie sich daraus verschiedene Menschenbilder ergeben.
- Romantik und Moderne: Entwickle eine These dazu, wie ein romantisches Motiv in einem modernen Text verändert werden könnte, und begründe die Veränderung gesellschaftlich.
- Kleist und Wahrheit: Analysiere, wie in „Der zerbrochne Krug“ Wahrheit entsteht und welche Rolle Sprache, Macht und Indizien dabei spielen.
- Medienvergleich: Vergleiche ein romantisches Gemälde mit einem literarischen Text und beurteile, mit welchen unterschiedlichen Mitteln beide Unendlichkeit oder Sehnsucht darstellen.
- Prüfungsthese: Nimm begründet Stellung zu der Aussage: „Romantik ist keine Flucht aus der Wirklichkeit, sondern eine andere Form der Wirklichkeitskritik.“
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:
- Literatur um 1800 als Feld mehrerer überlappender Strömungen erklären kannst.
- Romantik historisch einordnest, ohne starre Epochengrenzen zu behaupten.
- zentrale Motive wie Sehnsucht, Wandern, Nacht, Natur, Traum, Doppelgänger und blaue Blume am Text deutest.
- Grundideen der Frühromantik wie Fragment, Romantisierung und romantische Ironie erklären kannst.
- Texte von Autorinnen und Autoren wie Novalis, Friedrich Schlegel, E. T. A. Hoffmann und Eichendorff in Grundzügen einordnen kannst.
- die Nachbarschaft von Weimarer Klassik, Romantik und Kleists Werk differenziert beschreibst.
- sprachliche, formale und erzählerische Mittel nicht nur benennst, sondern funktional deutest.
- romantische Motive mit Texten des 20. und 21. Jahrhunderts vergleichst, ohne historische Unterschiede zu verwischen.
- eine Interpretation mit klarer These, Textbelegen und nachvollziehbarer Argumentation entwickelst.
- bei landesspezifischen Prüfungen die jeweils verbindlichen Lektüren und Vorgaben zusätzlich berücksichtigst.
OERs zum Thema
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