BK6 - Multimedia-Kunstwerk

BK6 - Multimedia-Kunstwerk
BK6 - Multimedia-Kunstwerk
Einleitung
Ein Multimedia-Kunstwerk verbindet mehrere Medien so, dass sie gemeinsam eine Idee, Stimmung oder Geschichte ausdrücken. Zu den möglichen Medien gehören Malerei, Fotografie, Video, Animation, Audio, 3D-Gestaltung, Text und digitale Interaktion. Entscheidend ist nicht, möglichst viel Technik zu benutzen. Entscheidend ist, dass Du bewusst auswählst: Was soll man sehen, hören, lesen, anfassen oder auslösen – und warum?
In diesem aiMOOC entwickelst Du für die 6. Klasse ein eigenes Multimedia-Kunstwerk. Dein Werk kombiniert mindestens drei Medien. Du planst zuerst, probierst dann verschiedene Möglichkeiten aus, holst Rückmeldungen ein und überarbeitest Dein Werk. Damit wird nicht nur das Endprodukt wichtig, sondern auch Dein künstlerischer Prozess.

Das Foto zeigt eine interaktive Kunstinstallation. Solche Werke machen deutlich, dass Kunst nicht nur aus einem einzelnen Bild bestehen muss: Raum, Technik, Wahrnehmung und Handlung des Publikums können zusammenspielen.
Leitfrage
Wie verändert sich eine künstlerische Aussage, wenn Bild, Klang, Bewegung, Raum, Text und Interaktion bewusst miteinander verbunden werden?
Das lernst Du
- Medien verbinden: Du kannst mindestens drei unterschiedliche Medien gezielt kombinieren.
- Gestaltungsentscheidungen treffen: Du begründest, warum ein Medium zu Deiner Idee passt.
- Planen und entwerfen: Du hältst erste Ideen in Skizzen, Storyboards oder Ablaufplänen fest.
- Erproben: Du testest Bild, Ton, Bewegung, Material und digitale Möglichkeiten in kleinen Versuchen.
- Überarbeiten: Du nutzt Rückmeldungen, um Wirkung und Verständlichkeit zu verbessern.
- Rechtssicher arbeiten: Du verwendest eigene oder passend lizenzierte Medien und dokumentierst Quellen.
Was macht ein Multimedia-Kunstwerk aus?
Ein Werk wird nicht automatisch gut, nur weil es viele Medien enthält. Besonders spannend wird es, wenn die Medien unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Ein gemaltes Bild kann zum Beispiel den Ort zeigen, ein Geräusch kann eine unsichtbare Situation hörbar machen und eine Animation kann Veränderung darstellen. Text kann eine zusätzliche Bedeutungsebene eröffnen. Eine digitale Interaktion kann dafür sorgen, dass Betrachtende selbst entscheiden, was als Nächstes geschieht.
Ein sinnvolles Zusammenspiel kann ergänzend sein: Jedes Medium liefert etwas Neues. Es kann auch kontrastierend sein: Bild und Ton widersprechen sich absichtlich und erzeugen Spannung. Weniger überzeugend ist eine Kombination, bei der jedes Medium nur dieselbe Information wiederholt, ohne etwas zur Wirkung beizutragen.
Beispiel für bewusstes Zusammenspiel
Stell Dir eine Arbeit zum Thema „Mein geheimer Ort“ vor. Ein Foto zeigt einen leeren Schulflur. Darüber liegt eine kurze, selbst gemalte Farbfläche in kräftigem Rot. Im Hintergrund hört man langsame Schritte und ein leises Summen. Nach einem Klick erscheint der Satz „Hier beginnt meine Fantasie“. Foto, Malerei, Audio und Interaktion erzählen gemeinsam mehr als jedes Medium allein.
Medienbaukasten: acht Wege zum Gestalten
Malerei und Zeichnung
Mit Malerei und Zeichnung kannst Du Farbe, Linie, Fläche, Kontrast und Spuren direkt gestalten. Ein selbst gemaltes Bild lässt sich anschließend fotografieren oder scannen und in Video, Animation oder digitale Collage einbauen. Du kannst auch nur Ausschnitte verwenden, transparente Farbflächen darüberlegen oder einzelne Formen mehrfach wiederholen.
Praxisidee: Male drei kleine Varianten derselben Stimmung, zum Beispiel ruhig, unruhig und geheimnisvoll. Prüfe danach, welche Farb- und Linienwirkung am besten zu Deinem Projekt passt.
Fotografie
In der Fotografie entscheidest Du über Bildausschnitt, Perspektive, Licht, Schärfe, Nähe und Entfernung. Eine Aufnahme von oben kann sachlich wirken, eine Nahaufnahme kann Details wichtig machen und Gegenlicht kann Formen vereinfachen. Für Dein Projekt eignen sich besonders selbst fotografierte Gegenstände, Strukturen, Hände, Schatten oder inszenierte Mini-Szenen.

Eine Fotomontage verbindet mehrere Bildquellen zu einer neuen Komposition. Nutze dafür am besten eigene Fotos oder freie Bilder mit passender Lizenz.
Video und Animation
Video zeigt Bewegung und Veränderung in der Zeit. Bei Stop-Motion fotografierst Du eine Szene Schritt für Schritt. Zwischen den Bildern veränderst Du Figuren oder Gegenstände nur wenig. Beim Abspielen entsteht der Eindruck von Bewegung. Für erste Versuche reichen schon Papierformen, Knete, Bauklötze oder Alltagsgegenstände.

Das Video des Hampshire Cultural Trust zeigt, wie junge Menschen eigene Figuren und kurze Stop-Motion-Filme gestalten. Beobachte beim Anschauen besonders, wie Figuren, Kulisse und Bewegung zusammenwirken.
Datei:Stop motion animation.webm
Mini-Versuch: Erstelle eine Folge von 8 bis 12 Bildern, in der ein Gegenstand scheinbar von allein seine Position verändert. Achte darauf, dass Kamera und Hintergrund möglichst ruhig bleiben.
Audio und Klang
Audio kann Räume, Gefühle und Handlungen hörbar machen, die im Bild gar nicht zu sehen sind. Du kannst selbst aufgenommene Umgebungsgeräusche, Sprache, Klatschen, Rascheln, Schritte, Summen oder mit Gegenständen erzeugte Klänge verwenden. Eine gestaltete Klangumgebung nennt man auch Klanglandschaft.
Höre in einen Ausschnitt der freien Klangaufnahme hinein. Welche Geräusche erkennst Du? Welche Bilder entstehen dabei in Deinem Kopf? Genau diese Verbindung von Hören und Vorstellen kannst Du in Deinem Kunstwerk nutzen.
Praxisidee: Nimm drei kurze Klänge selbst auf. Einer soll weich, einer hart und einer überraschend wirken. Schneide sie zu einer 10- bis 20-sekündigen Klangfolge zusammen.
3D und Raum
3D bedeutet, dass Höhe, Breite und Tiefe eine Rolle spielen. Du kannst mit Papier, Karton, Draht, Knete, Recyclingmaterial oder digitaler 3D-Software arbeiten. Für ein Multimedia-Projekt kann ein gebautes Objekt zur Kulisse, Figur, Projektionsfläche oder zum Auslöser einer Interaktion werden.

Auch digitale 3D-Modelle lassen sich drehen, animieren oder als Vorlage für physische Objekte verwenden.
Das Beispiel zeigt ein bewegtes 3D-Modell. Für Klasse 6 musst Du nicht selbst kompliziert modellieren: Schon eine selbst gebaute Pappfigur oder eine kleine Knetform kann die räumliche Ebene Deines Multimedia-Kunstwerks übernehmen.
Text und Typografie
Typografie gestaltet Schrift. Text kann in einem Kunstwerk informieren, erzählen, flüstern, widersprechen oder selbst zum Bild werden. Die Größe, Position, Wiederholung und Anordnung von Wörtern beeinflussen ihre Wirkung.

Bei konkreter Poesie wird die Anordnung der Wörter oder Zeichen selbst Teil der Bildwirkung. Du kannst zum Beispiel ein einziges Wort so anordnen, dass seine Form zum Inhalt passt.
Digitale Bildgestaltung
Bei digitaler Kunst entstehen oder verändern sich Bilder mit digitalen Werkzeugen. Du kannst eigene Fotos verfremden, Zeichnungen einfärben, Ebenen kombinieren, Muster erzeugen oder Bild und Text zusammenbringen. Wichtig ist auch hier: Erst kommt die Idee, dann das Werkzeug.

Gestaltungsfrage: Welche Veränderung unterstützt Deine Aussage wirklich? Ein Effekt ist nur dann sinnvoll, wenn er mehr tut als bloß „cool“ auszusehen.
Digitale Interaktion
Bei interaktiver Kunst verändert sich etwas durch eine Handlung des Publikums. Ein Klick kann eine zweite Bildfolge öffnen, ein Tastendruck kann einen Klang starten oder eine Entscheidung kann zu einem anderen Ende führen. In Klasse 6 kann das sehr einfach umgesetzt werden, etwa mit verlinkten Folien, einer schulisch freigegebenen Programmierumgebung oder einer Präsentation mit mehreren Auswahlwegen.

Eine gute Interaktion stellt eine klare Frage: Was darf oder soll das Publikum tun – und welche Bedeutung hat diese Handlung für das Werk?
Rechtssicher und verantwortungsvoll arbeiten
Für ein Schulprojekt ist eine einfache Grundregel hilfreich: Nutze möglichst viel eigenes Material. Eigene Zeichnungen, selbst gebaute Objekte, selbst aufgenommene Geräusche und selbst fotografierte Gegenstände geben Dir große gestalterische Freiheit. Wenn Du fremdes Material verwendest, prüfe die Lizenz und notiere die Quelle.
Bei freien Medien helfen Creative-Commons-Lizenzen. CC0 erlaubt eine besonders freie Nutzung. Bei CC BY musst Du die Urheberin oder den Urheber nennen. Bei CC BY-SA musst Du ebenfalls die Urheberangabe beachten und bei einer veröffentlichten Bearbeitung die Bedingungen der Weitergabe unter gleichen Lizenzbedingungen prüfen. Wikimedia Commons zeigt die Lizenz auf der jeweiligen Dateiseite an.
Verlasse Dich nicht darauf, dass ein Bild „im Internet gefunden“ wurde. Eine Suchmaschine ist keine Lizenz. Verwende für veröffentlichte Projekte keine geschützte Musik, Filmclips, Logos oder Bilder, nur weil sie technisch leicht kopiert werden können.
Achte außerdem auf Persönlichkeitsrechte und Datenschutz. Fotografiere oder filme erkennbare Personen für eine Veröffentlichung nur, wenn die dafür nötige Zustimmung geklärt ist. In einem Schulprojekt ist es oft einfacher, mit Gegenständen, Händen, Schatten, Silhouetten oder selbst gestalteten Figuren zu arbeiten. Nutze für Accounts, Uploads und Veröffentlichungen die Regeln Deiner Schule und die Vorgaben der Lehrkraft.
Quellenzettel für freie Medien
Wenn Du ein fremdes freies Medium nutzt, notiere mindestens:
- Titel des Mediums
- Urheberin oder Urheber
- Lizenz
- Fundstelle
- eigene Veränderung, falls Du das Medium bearbeitet hast
So kannst Du später nachvollziehen, was von Dir stammt und was Du übernommen hast.
Mediennachweis der im aiMOOC eingebetteten Beispiele
Die folgenden Beispiele wurden gezielt aus Wikimedia Commons beziehungsweise aus dort dokumentierten Creative-Commons-YouTube-Quellen ausgewählt. Klicke bei Commons-Dateien auf die Dateibeschreibung, um Lizenz, Urheberschaft und mögliche Anforderungen im Original zu prüfen.
| Beispiel | Urheberschaft | Lizenzhinweis |
|---|---|---|
| Interaktive Installation | Zafeirious | CC BY-SA 4.0 |
| Pinsel und Palette | Sebastian Grünwald | CC BY 3.0 |
| Fotomontage | Natleylchirri1994 | CC BY-SA 4.0 |
| Knetanimation | Max Sviridov | vom Rechteinhaber gemeinfrei freigegeben |
| Stop-Motion-Video | LanaBanana | CC BY 3.0 |
| Soundscape | Luisalvaz | CC BY-SA 4.0 |
| 3D-gedruckte Vase | Sumanbargavr | CC BY-SA 4.0 |
| Konkretes Gedicht | Witold Szwedkowski, typografische Anordnung von Bartek Smoczyński | CC BY-SA 4.0 |
| Digitale Kunst | Tripan123 | CC BY-SA 4.0 |
| Interaktive Galerie | E mln e | CC BY 4.0 |
| YouTube: Stop-motion Animation by Andover Education Centre | Hampshire Cultural Trust | auf Wikimedia Commons als CC BY 3.0 dokumentiert und geprüft |
| YouTube: Video of the 3D model of O. antarctica | PensoftPublishers | auf Wikimedia Commons als CC BY 3.0 dokumentiert und geprüft |
Wichtig: Auch bei freien Medien gelten die Bedingungen der jeweiligen Lizenz. Prüfe die Original-Dateiseite, wenn Du ein Beispiel außerhalb dieses aiMOOCs weiterverwendest oder bearbeitest.
Dein Projekt: „Meine Mini-Welt – Bild, Klang und Bewegung“
Du entwickelst ein kleines Multimedia-Kunstwerk zu einem selbst gewählten Thema, zum Beispiel Traumort, Schulweg, Geheimnis, Zukunft, Verwandlung, Natur in der Stadt oder Ein Gegenstand erzählt. Dein Werk muss mindestens drei Medien bewusst verbinden.
Eine besonders gut machbare Kombination ist:
- Bildmedium: eigene Malerei, Zeichnung, Fotografie oder Collage
- Zeitmedium: Stop-Motion, kurze Videoaufnahme oder einfache Animation
- Klangmedium: selbst aufgenommene Geräusche, Stimme oder Rhythmus
Als viertes Medium kannst Du Text, 3D oder digitale Interaktion ergänzen.
Phase 1: Idee und Aussage
Formuliere zuerst einen Satz: „Mein Kunstwerk soll zeigen, dass …“ Dieser Satz ist noch nicht der Titel, sondern Deine gestalterische Absicht. Suche danach drei Medien, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Beispiel: „Mein Kunstwerk soll zeigen, dass ein vertrauter Ort nachts fremd wirken kann.“ Ein Foto zeigt den Ort, eine Stop-Motion-Figur bewegt sich hindurch und eine selbst aufgenommene Klangspur verändert die Stimmung.
Phase 2: Entwurf
Erstelle mindestens zwei Entwürfe. Das können Skizzen, kleine Farbstudien, ein Storyboard, ein Ablaufplan oder ein Modell aus Papier sein. Markiere, welches Medium an welcher Stelle eingesetzt wird.
| Entwurf | Was Du festhältst | Leitfrage |
|---|---|---|
| Skizze oder Layout | Bildaufteilung, Farbe, Textposition, Raum | Wo schaut man zuerst hin? |
| Storyboard | wichtige Bilder und Bewegungen in Reihenfolge | Was verändert sich in der Zeit? |
| Klangplan | Geräusche, Stimme, Pausen, Lautstärke | Was hört man, obwohl man es vielleicht nicht sieht? |
| Interaktionsplan | Klick, Auswahl oder Reaktion | Was darf das Publikum auslösen? |
Phase 3: Versuche statt sofortiger Endfassung
Teste kleine Ausschnitte, bevor Du alles fertig produzierst. Ein Versuch darf scheitern. Genau dadurch findest Du heraus, was funktioniert.
Führe mindestens drei kurze Tests durch:
- Bildtest: zwei verschiedene Farb- oder Bildvarianten
- Bewegungstest: 5 bis 10 Sekunden Stop-Motion, Video oder Animation
- Klangtest: zwei unterschiedliche Klangfolgen zum gleichen Bild
Notiere nach jedem Test: Was wirkt? Was stört? Was ändere ich?
Phase 4: Produktion
Produziere nun Deine ausgewählten Medien. Achte darauf, dass die Medien nicht nur nebeneinander stehen. Überlege Übergänge: Beginnt der Ton vor dem Bild? Reagiert die Bewegung auf einen Klang? Erscheint ein Wort genau dann, wenn sich die Stimmung ändert? Wird ein 3D-Objekt aus einer bestimmten Perspektive fotografiert, damit es Teil der Bildidee wird?
Phase 5: Feedback
Zeige eine Zwischenfassung einer anderen Person. Gib nicht sofort Erklärungen. Frage stattdessen:
- Was glaubst Du, worum es geht?
- Welche Stelle wirkt besonders stark?
- Wo passt Bild, Ton oder Bewegung noch nicht zusammen?
- Was würdest Du gern noch sehen, hören oder ausprobieren?
Vergleiche das Feedback mit Deiner ursprünglichen Aussage aus Phase 1.
Phase 6: Überarbeitung
Überarbeite Dein Werk mindestens einmal sichtbar. Gute Überarbeitung bedeutet nicht nur Fehlerkorrektur. Du kannst zum Beispiel die Reihenfolge ändern, eine Tonspur kürzen, einen Text entfernen, den Bildausschnitt enger wählen, eine Bewegung verlangsamen oder eine Interaktion vereinfachen.
Phase 7: Prozessdokumentation
Dokumentiere Entwürfe, Versuche und Überarbeitungen. Nutze Fotos, Screenshots, kurze Notizen oder gespeicherte Zwischenstände. Eine mögliche Dokumentation sieht so aus:
| Schritt | Beleg | Beobachtung | Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Entwurf A | Foto oder Skizze | Die Bildidee ist klar, aber zu voll. | Zwei Elemente werden entfernt. |
| Versuch 1 | kurzer Clip oder Screenshotfolge | Die Bewegung ist ruckelig. | Kleinere Bewegungsschritte werden ausprobiert. |
| Klangtest | Audiodatei oder Notiz | Musik lenkt ab, eigenes Geräusch passt besser. | Selbst aufgenommenes Rascheln wird verwendet. |
| Feedback | zwei kurze Rückmeldungen | Der Text erklärt zu viel. | Der Text wird gekürzt. |
| Überarbeitung | Vorher-Nachher-Vergleich | Bild und Klang passen jetzt besser zusammen. | Endfassung exportieren oder präsentieren. |
Differenzierung: G / M / E
Du kannst das Projekt auf drei Niveaus bearbeiten. Alle Niveaus verlangen eine eigene Idee, mindestens drei bewusst kombinierte Medien und eine dokumentierte Überarbeitung. Die Unterschiede liegen vor allem in der Selbstständigkeit, Komplexität und Begründung.
| Bereich | G – Grundniveau | M – Mittleres Niveau | E – Erweitertes Niveau |
|---|---|---|---|
| Medien | 3 Medien, z. B. Bild + Stop-Motion + Ton | 4 Medien oder 3 Medien mit besonders klaren Übergängen | mindestens 4 Medien, darunter Interaktion oder eine anspruchsvollere Raum-/3D-Lösung |
| Planung | Storyboard mit 4 bis 6 Feldern und einfacher Klangidee | Storyboard mit 6 bis 8 Feldern, Klangplan und Gestaltungsidee | detaillierter Ablaufplan mit Varianten und begründeter Medienwahl |
| Versuche | 3 kurze Tests | mindestens 4 Tests mit Vergleich | mehrere Varianten, gezielte Wirkungstests und Auswahl nach Kriterien |
| Überarbeitung | mindestens 1 begründete Überarbeitung | mindestens 2 begründete Überarbeitungen | mindestens 2 größere Überarbeitungen mit Vorher-Nachher-Vergleich |
| Begründung | Du erklärst, was die drei Medien beitragen. | Du erklärst Wirkung, Übergänge und Veränderungen. | Du beurteilst auch Alternativen und begründest, warum Du sie verworfen hast. |
| Dokumentation | Entwurf, Test, Feedback, Überarbeitung | mehrere Zwischenschritte und kurze Reflexion | lückenlose Prozessspur mit Varianten, Kriterien und Schlussreflexion |
Hilfen für G
Arbeite mit klaren Vorlagen: 6-Felder-Storyboard, 3-Klang-Liste und einer Checkliste für die Quellen. Nutze nur eigene Bilder und Töne, wenn Dich Lizenzfragen noch unsicher machen. Beschränke Dein Werk auf eine kurze, überschaubare Szene.
Erweiterungen für M
Plane bewusste Übergänge zwischen den Medien. Teste dieselbe Szene mit zwei verschiedenen Klängen oder zwei Bildfassungen und entscheide anhand der Wirkung. Ergänze eine kurze Text- oder 3D-Ebene.
Herausforderungen für E
Entwickle eine Interaktion, eine verzweigte Erzählung oder einen räumlichen Aufbau. Untersuche, wie sich die Bedeutung verändert, wenn das Publikum eine Entscheidung trifft. Dokumentiere auch verworfene Ideen und begründe Deine Auswahl mit Gestaltungskriterien.
Qualitätscheck vor der Präsentation
| Frage | Ja | Noch bearbeiten |
|---|---|---|
| Sind mindestens drei Medien deutlich erkennbar? | □ | □ |
| Hat jedes Medium eine eigene sinnvolle Aufgabe? | □ | □ |
| Passen Bild, Klang, Bewegung, Text oder Interaktion zur Aussage? | □ | □ |
| Wurden Entwürfe und Versuche dokumentiert? | □ | □ |
| Ist mindestens eine Überarbeitung sichtbar und begründet? | □ | □ |
| Sind fremde Medien vermieden oder korrekt lizenziert und dokumentiert? | □ | □ |
| Sind Persönlichkeitsrechte und Datenschutz berücksichtigt? | □ | □ |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet ein gelungenes Multimedia-Kunstwerk besonders? (Die Medien übernehmen bewusst unterschiedliche Aufgaben und wirken zusammen) (!Es verwendet immer mindestens zehn verschiedene Apps) (!Es besteht ausschließlich aus bewegten Bildern) (!Es muss im Internet veröffentlicht werden)
Was ist bei einer Fotomontage für ein Schulprojekt besonders sinnvoll? (Eigene oder passend lizenzierte Bilder verwenden) (!Beliebige Bilder aus einer Suchmaschine kopieren) (!Jedes Bild ohne Quellenangabe verändern) (!Nur Bilder mit Wasserzeichen benutzen)
Wozu dient ein Storyboard? (Es plant wichtige Bilder und Bewegungen in ihrer Reihenfolge) (!Es ersetzt jede Form von Überarbeitung) (!Es prüft automatisch Urheberrechte) (!Es nimmt Geräusche auf)
Wie entsteht Stop-Motion? (Durch viele Einzelbilder mit kleinen Veränderungen zwischen den Aufnahmen) (!Durch ein einziges lang belichtetes Foto) (!Durch das Abspielen einer Audiodatei) (!Durch das Drucken eines 3D-Modells)
Was ist eine Soundscape? (Eine gestaltete Klanglandschaft) (!Eine digitale Farbpalette) (!Ein gedrucktes Storyboard) (!Eine Form der Bildauflösung)
Was bedeutet Überarbeitung im künstlerischen Prozess? (Eine Fassung aufgrund von Beobachtung, Test oder Feedback gezielt verändern) (!Die erste Idee unverändert abgeben) (!Nur Rechtschreibfehler im Titel verbessern) (!Alle verwendeten Medien wieder löschen)
Welche Aussage zu CC BY ist richtig? (Bei der Nutzung muss die Urheberin oder der Urheber genannt werden) (!Das Werk darf grundsätzlich nie gezeigt werden) (!Die Lizenz gilt nur für gedruckte Bilder) (!Eine Quellenangabe ist verboten)
Wann ist digitale Interaktion Teil eines Kunstwerks? (Wenn eine Handlung des Publikums eine sinnvolle Reaktion im Werk auslöst) (!Wenn das Gerät nur eingeschaltet ist) (!Wenn das Werk besonders viele Dateien enthält) (!Wenn ein Bild einmal ausgedruckt wird)
Warum sind kleine Versuche vor der Endfassung hilfreich? (Sie zeigen früh, welche Gestaltungsideen funktionieren und was geändert werden sollte) (!Sie machen Planung und Feedback überflüssig) (!Sie verhindern jede kreative Änderung) (!Sie ersetzen die fertige Arbeit vollständig)
Welche Kombination erfüllt die Mindestanforderung des Projekts? (Eigene Fotografie, Stop-Motion und selbst aufgenommene Geräusche) (!Nur drei verschiedene Farbtöne in einer Zeichnung) (!Ein einziges Foto in drei Dateiformaten) (!Dreimal derselbe Text ohne Veränderung)
Memory
| Storyboard | Bildfolge zur Planung eines Ablaufs |
| Stop-Motion | Bewegung aus vielen Einzelaufnahmen |
| Soundscape | gestaltete Klanglandschaft |
| Attribution | Angabe der Urheberschaft |
| Interaktion | Handlung des Publikums löst eine Reaktion aus |
| Typografie | Gestaltung von Schrift |
| Iteration | wiederholtes Testen und Verbessern |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Aufgabe im Multimedia-Kunstwerk |
|---|---|
| Fotografie | hält einen gewählten Blick auf einen Ort oder Gegenstand fest |
| Audio | macht Geräusche, Stimme oder Atmosphäre hörbar |
| Animation | zeigt gestaltete Veränderung in der Zeit |
| 3D-Gestaltung | bringt räumliche Form und Tiefe ins Werk |
| Digitale Interaktion | lässt das Publikum eine Reaktion auslösen |
Kreuzworträtsel
| Storyboard | Wie heißt eine gezeichnete Planung für Bildfolgen und Bewegungen? |
| Stopmotion | Wie heißt die Animationstechnik aus vielen Einzelaufnahmen? |
| Soundscape | Wie nennt man eine gestaltete Klanglandschaft? |
| Collage | Welche Technik verbindet verschiedene Bildelemente zu einer neuen Fläche? |
| Typografie | Wie heißt die Gestaltung von Schrift? |
| Interaktion | Wie heißt das Prinzip, bei dem das Publikum eine Reaktion im Werk auslöst? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Farbklang: Male zwei kleine Bilder zur gleichen Idee und nimm zu jedem Bild einen eigenen Klang auf. Beschreibe, welche Kombination besser wirkt.
- Stop-Motion-Test: Erstelle mit Papierformen oder Gegenständen eine sehr kurze Stop-Motion-Sequenz und dokumentiere einen Fehler sowie Deine Verbesserung.
- Klangsammlung: Sammle fünf selbst aufgenommene Alltagsgeräusche und ordne ihnen passende Bildideen zu.
- Storyboard: Zeichne ein 6-Felder-Storyboard für ein Multimedia-Kunstwerk aus Bild, Bewegung und Ton.
Standard
- Fotomontage: Erstelle aus eigenen Fotos eine digitale oder analoge Fotomontage und ergänze eine kurze selbst aufgenommene Klangspur.
- Typografie und Bewegung: Gestalte ein Wort als Bild und animiere seine Erscheinung so, dass Bewegung und Bedeutung zusammenpassen.
- Mini-Installation: Baue aus Karton, Papier oder Recyclingmaterial eine kleine räumliche Szene und kombiniere sie mit Projektion, Foto oder Klang.
- Feedbackrunde: Zeige eine Zwischenfassung, sammle mindestens drei konkrete Rückmeldungen und dokumentiere, welche Änderung Du daraus ableitest.
Schwer
- Interaktive Erzählung: Entwickle eine kurze Arbeit mit mindestens zwei Auswahlwegen, bei der das Publikum durch eine Entscheidung Bild, Klang oder Text verändert.
- Medienkontrast: Gestalte bewusst einen Widerspruch zwischen Bild und Ton und untersuche, wie sich dadurch die Bedeutung verändert.
- Variantenvergleich: Produziere zwei unterschiedliche Fassungen derselben Szene, teste beide mit Mitschülerinnen und Mitschülern und werte die Wirkung anhand selbst gewählter Kriterien aus.
- Prozessportfolio: Erstelle ein Portfolio mit Entwürfen, mindestens drei Versuchen, Feedback, verworfenen Ideen, zwei Überarbeitungen und einer begründeten Endentscheidung.


Lernkontrolle
- Medienwirkung analysieren: Du siehst ein stilles Bild eines leeren Raums. Entwickle zwei völlig unterschiedliche Tonspuren dazu und erkläre, wie sich die Bildwirkung jeweils verändert.
- Gestaltungsentscheidung begründen: Für das Thema „Verwandlung“ stehen Fotografie, Malerei, Stop-Motion, Audio und 3D zur Auswahl. Wähle drei Medien und begründe, welche unterschiedliche Aufgabe jedes Medium übernimmt.
- Überarbeitung planen: Eine Testgruppe sagt zu Deinem Projekt: „Der Text erklärt alles, der Klang ist kaum hörbar, die Animation gefällt uns.“ Leite daraus drei mögliche Änderungen ab und begründe ihre Reihenfolge.
- Rechtssichere Alternative entwickeln: Du möchtest ein bekanntes Lied und ein Foto aus einer Suchmaschine verwenden. Entwickle eine kreative Alternative mit eigenen oder freien Medien, ohne die Grundidee Deines Werks zu verlieren.
- Interaktion beurteilen: Vergleiche zwei Ideen: Bei A klickt man nur auf „Start“. Bei B entscheidet der Klick, welchen Weg eine Figur nimmt. Erkläre, welche Variante stärker interaktiv ist und warum.
- Prozess reflektieren: Wähle eine Deiner Überarbeitungen aus und erkläre, welche Beobachtung oder Rückmeldung sie ausgelöst hat, was Du verändert hast und wie sich dadurch die Wirkung entwickelt hat.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu BK6 - Multimedia-Kunstwerk sollte erkennbar sein, dass Du nicht nur ein Endprodukt hergestellt, sondern einen künstlerischen Prozess gestaltet hast. Wichtig sind:
- eine eigene, verständliche Projektidee mit formulierter Aussage
- mindestens drei bewusst zusammenspielende Medien
- mindestens zwei dokumentierte Entwürfe oder Planungen
- mehrere kurze Versuche zu Bild, Bewegung, Klang, Raum, Text oder Interaktion
- sichtbare Rückmeldungen oder eigene Prüfkriterien
- mindestens eine klar dokumentierte und begründete Überarbeitung
- ein fertiges oder präsentierbares Multimedia-Kunstwerk
- eine kurze Erklärung, welche Aufgabe jedes Medium im Werk übernimmt
- ein nachvollziehbarer Quellen- und Lizenznachweis für fremde freie Medien
- eine Reflexion darüber, was Du beim nächsten Projekt beibehalten oder verändern würdest
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel Medienkunst bietet eine fachliche Einordnung zu Kunstformen, die technische und digitale Medien als Werkzeug, Material oder Vermittlungsform nutzen.
Ergänzend erklärt der Artikel Multimedia das Zusammenwirken von Text, Fotografie, Grafik, Animation, Audio und Video.
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