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BK6 - Nachhaltig bauen

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BK6 - Nachhaltig bauen




Einleitung

In diesem aiMOOC „BK6 - Nachhaltig bauen“ untersuchst Du, wie Architektur gestaltet werden kann, damit sie möglichst wenig neue Rohstoffe verbraucht, wenig Energie benötigt, lange nutzbar bleibt und gleichzeitig angenehm für Menschen ist. Du lernst Gebäude nicht nur nach ihrem Aussehen zu beurteilen, sondern auch danach, wie sie mit Material, Fläche, Energie, Wasser und Natur umgehen.

Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht, einfach möglichst viele „grüne“ Bauteile an ein Haus zu hängen. Entscheidend ist das Zusammenspiel: Muss überhaupt neu gebaut werden? Wie groß muss ein Gebäude sein? Welche Baustoffe werden verwendet? Kann man Teile später reparieren, austauschen oder erneut nutzen? Wie gelangt im Winter Licht und Wärme ins Haus, ohne dass sich die Räume im Sommer zu stark aufheizen? Wo kann Regenwasser bleiben? Und wie kann ein Gebäude auch nach vielen Jahren noch sinnvoll genutzt werden?

Das Bild zeigt ein Gebäude, bei dessen Planung mehrere Umweltaspekte miteinander verbunden wurden. Suche beim Betrachten nach Hinweisen auf Energiegewinnung, Materialwahl, Tageslicht und Regenwassernutzung.


Lernziele und Niveaustufen G/M/E

Am Ende des aiMOOCs kannst Du Merkmale ressourcenschonender Architektur erkennen, erklären und für einen eigenen Entwurf nutzen. Die Aufgaben sind nach drei Niveaustufen differenziert.

Niveau Das sollst Du können Beispiel
G – grundlegendes Niveau Merkmale erkennen, benennen und in einfachen Sätzen erklären. Du zeigst am Modell, wo Dämmung, Sonnenschutz, Begrünung und Regenwasserspeicherung vorgesehen sind.
M – mittleres Niveau Lösungen vergleichen, begründen und mit Kriterien bewerten. Du erklärst, warum ein außenliegender Sonnenschutz im Sommer hilfreich sein kann und welche Alternative möglich wäre.
E – erweitertes Niveau Zielkonflikte untersuchen, den Lebenszyklus berücksichtigen und Entwürfe verbessern. Du wägest Materialwahl, Rückbaubarkeit, Energiebedarf, Fläche und Gestaltung gegeneinander ab und begründest Deine Entscheidung.


Was bedeutet nachhaltig bauen?

Ein Gebäude besteht aus vielen Ressourcen: Baustoffen, Energie, Wasser, Fläche und Arbeitszeit. Nachhaltiges Bauen versucht, diese Ressourcen über den gesamten Lebensweg eines Gebäudes sinnvoll einzusetzen. Dieser Lebensweg beginnt bereits bei Planung und Rohstoffgewinnung. Danach folgen Herstellung, Transport, Bau, Nutzung, Reparatur, Umbau und schließlich Rückbau oder Wiederverwendung.

Ein nachhaltiges Gebäude soll nicht nur die Umwelt schonen. Es soll auch lange funktionieren, bezahlbar nutzbar bleiben und Menschen gute Räume bieten. Dazu gehören zum Beispiel Tageslicht, angenehme Temperaturen, gute Luft, Sicherheit, Barrierearmut und Möglichkeiten zur späteren Veränderung.


Der Lebenszyklus eines Gebäudes

Beim nachhaltigen Entwerfen hilft die Frage: Was passiert vor, während und nach der Nutzung? Ein Baustoff kann beispielsweise langlebig sein, aber bei seiner Herstellung viel Energie benötigen. Ein anderer Baustoff wächst nach, ist aber nur dann sinnvoll, wenn er verantwortungsvoll gewonnen, passend eingesetzt und möglichst lange genutzt wird. Deshalb gibt es selten nur eine einzige richtige Lösung.

Phase Leitfrage Ressourcenschonende Idee
Planung Brauchen wir wirklich einen Neubau? Bestand prüfen, umbauen, gemeinsam nutzen oder kleiner planen.
Material Woher kommen die Baustoffe? Wiederverwendete, recycelte, nachwachsende oder langlebige Materialien passend einsetzen.
Bau Wie viel Verschnitt und Abfall entsteht? Bauteile genau planen, vorfertigen und sortierbar verbinden.
Nutzung Wie viel Energie und Wasser wird gebraucht? Gute Dämmung, Tageslicht, Verschattung, effiziente Technik und Regenwassernutzung einplanen.
Umbau Kann das Gebäude neue Aufgaben übernehmen? Flexible Grundrisse und austauschbare Bauteile vorsehen.
Rückbau Was geschieht mit den Materialien? Bauteile möglichst zerstörungsarm trennen, wiederverwenden oder hochwertig recyceln.


Kriterien ressourcenschonender Architektur

Für die Klasse 6 kannst Du ein Gebäude mit acht leicht verständlichen Kriterien untersuchen. Sie helfen Dir später auch bei Deinem eigenen Modell.

Kriterium Leitfrage Gute Hinweise
1. Bestand und Fläche Wird nur so viel neu gebaut wie wirklich nötig? Umbau vor Abriss prüfen, kompakt planen, Räume mehrfach nutzen.
2. Material Werden Rohstoffe sparsam und passend eingesetzt? Wiederverwendung, Recyclingmaterial, nachwachsende Baustoffe, wenig Verschnitt.
3. Langlebigkeit Kann das Gebäude lange genutzt und repariert werden? Robuste Oberflächen, austauschbare Teile, gute Wartungsmöglichkeiten.
4. Energie Braucht das Gebäude im Betrieb möglichst wenig Energie? Gute Gebäudehülle, Dämmung, dichte Anschlüsse, effiziente Technik.
5. Sonne und Tageslicht Nutzt der Entwurf Licht sinnvoll und verhindert Überhitzung? Fenster passend ausrichten, Vordächer, Lamellen, außenliegender Sonnenschutz.
6. Wasser und Begrünung Bleibt Regenwasser möglichst vor Ort und gibt es Lebensräume für Pflanzen und Tiere? Gründach, Fassadenbegrünung, unversiegelte Flächen, Zisterne.
7. Kreislauffähigkeit Können Bauteile später getrennt und erneut genutzt werden? Schrauben und Steckverbindungen statt unnötig dauerhafter Verklebung, sortierbare Materialien.
8. Mensch und Nutzung Ist das Gebäude angenehm, sicher und anpassbar? Tageslicht, gute Luft, Verschattung, flexible Räume, gut erreichbare Eingänge.

Merksatz: Ressourcenschonende Architektur entsteht nicht durch ein einzelnes Bauteil. Gute Entwürfe verbinden weniger Verbrauch, lange Nutzung, gute Gestaltung und einen sinnvollen Materialkreislauf.


Ein einfacher Ressourcencheck

Du kannst jeden Entwurf mit 0, 1 oder 2 Punkten pro Kriterium prüfen. 0 bedeutet: kaum berücksichtigt. 1 bedeutet: teilweise berücksichtigt. 2 bedeutet: gut und nachvollziehbar berücksichtigt. Wichtig ist nicht nur die Punktzahl, sondern Deine Begründung.

Prüffeld 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Fläche unnötig groß teilweise passend kompakt und gut genutzt
Material viele neue Rohstoffe ohne Begründung einzelne gute Materialien sparsam, langlebig, wiederverwendet oder recycelt
Energie kaum berücksichtigt einzelne Maßnahmen Gebäudehülle, Licht und Technik sinnvoll zusammengedacht
Sonnenschutz fehlt nur teilweise wirksam passend zur Fensterseite und Jahreszeit geplant
Grün und Wasser stark versiegelt einzelne Grünflächen Begrünung und Regenwasser werden mitgeplant
Rückbau kaum trennbar teilweise trennbar Bauteile gut lösbar und sortierbar


Energie: Wärme drinnen, Hitze draußen

Im Winter soll ein Gebäude möglichst wenig Wärme verlieren. Im Sommer soll es sich nicht unnötig aufheizen. Eine gute Gebäudehülle, passende Fenster, Dämmung und sorgfältige Anschlüsse helfen dabei. Auch die Form eines Gebäudes spielt eine Rolle: Ein sehr zerklüfteter Baukörper besitzt im Verhältnis zu seinem Innenraum oft mehr Außenfläche als ein kompakter Baukörper.

Das Passivhaus-Schema zeigt mehrere Prinzipien, die zusammenwirken. Für Klasse 6 ist wichtig: Dämmung allein reicht nicht. Auch Fenster, Luftdichtheit, Lüftung, Sonneneinstrahlung und Wärmerückgewinnung können Teil eines Energiekonzepts sein.


Wärme sichtbar machen

Eine Wärmebildkamera zeigt Temperaturunterschiede an Oberflächen. Solche Bilder können Hinweise darauf geben, an welchen Stellen Wärme stärker nach außen gelangt. Sie ersetzen aber keine vollständige Untersuchung eines Gebäudes.


Sonnenschutz als Teil der Architektur

Große Fenster bringen Tageslicht in Räume. Im Sommer kann direkte Sonneneinstrahlung jedoch zu viel Wärme eintragen. Deshalb kann ein außenliegender Sonnenschutz sinnvoll sein: Er hält einen Teil der direkten Sonnenstrahlung ab, bevor sie durch das Fenster in den Raum gelangt.

Ein festes Vordach kann so geplant werden, dass es die hoch stehende Sommersonne stärker abschirmt, während tiefere Sonnenstände in der Übergangszeit oder im Winter eher unter das Vordach gelangen. Bewegliche Lamellen oder Raffstores können zusätzlich an Wetter und Tageszeit angepasst werden.

Gestaltungsaufgabe im Kopf: Beobachte Rhythmus, Wiederholung, Licht und Schatten. Sonnenschutz ist nicht nur Technik, sondern kann die Fassade deutlich gestalten.


Holzbau und nachwachsende Baustoffe

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und kann im Bau viele Aufgaben übernehmen. Trotzdem ist ein Holzgebäude nicht automatisch nachhaltig. Entscheidend sind unter anderem Herkunft, Menge, Dauerhaftigkeit, Schutz vor Feuchtigkeit, Reparierbarkeit und die Frage, ob Bauteile später weiterverwendet werden können.

Moderne Holzgebäude können aus Stützen und Balken, Holzrahmen oder großformatigen Platten bestehen. Ein Beispiel ist Brettsperrholz, international oft CLT genannt. Dabei werden mehrere Holzlagen kreuzweise miteinander verbunden.

Vergleiche die beiden Bilder: Das erste zeigt den Aufbau eines Holzwerkstoffs im Detail, das zweite eine größere Tragstruktur. Überlege, welche Vorteile vorgefertigte Bauteile auf einer Baustelle haben können und welche Fragen zur Herkunft des Holzes trotzdem gestellt werden müssen.


Begrünung: Dach und Fassade werden zu Lebensräumen

Ein Gründach trägt Pflanzen auf einer dafür geeigneten Dachkonstruktion. Es kann Regenwasser zeitweise zurückhalten, Verdunstung ermöglichen und Lebensraum für bestimmte Pflanzen und Tiere bieten. Ein Gründach muss jedoch geplant werden: Gewicht, Abdichtung, Entwässerung, Wurzelschutz und Pflege gehören dazu.

Ein Schnittbild hilft zu verstehen, dass ein Gründach aus mehreren Schichten besteht und nicht einfach aus Erde auf einer Dachfläche.

Auch Fassaden können begrünt werden. Pflanzen können Schatten spenden, Oberflächen vor starker Sonneneinstrahlung schützen und zusätzliche Lebensräume schaffen. Bei der Planung müssen Befestigung, Bewässerung, Pflege und die Eignung der Fassade berücksichtigt werden.


Regenwasser mitdenken

Auf versiegelten Flächen fließt Regen schnell ab. Nachhaltige Planung versucht deshalb, Wasser möglichst sinnvoll vor Ort zu halten, versickern zu lassen, zu verdunsten oder für geeignete Zwecke zu speichern. Eine Zisterne ist ein Speicher für Regenwasser. Je nach Planung kann gespeichertes Regenwasser zum Beispiel für Bewässerung genutzt werden.

Für Dein Modell genügt eine symbolische Darstellung: Dachrinne, Leitung und Speicher zeigen den Weg des Wassers. Das Modell muss nicht mit echtem Wasser betrieben werden.


Recyclingmaterialien und Kreislaufdenken

Beim Rückbau von Gebäuden entstehen große Mengen an Material. Ressourcenschonendes Bauen fragt deshalb schon beim Entwurf: Kann aus einem alten Bauteil wieder ein nutzbares Bauteil oder ein neuer Rohstoff werden?

Wiederverwendung ist besonders interessant, wenn ein Bauteil nahezu unverändert erneut eingesetzt werden kann. Beim Recycling wird Material aufbereitet und zu einem neuen Produkt verarbeitet. Dabei kann Qualität erhalten bleiben, sie kann aber auch sinken. Deshalb ist es wichtig, Materialien möglichst sauber zu trennen.

Das Gebäude auf dem Bild wurde mit recyceltem Material errichtet. Es macht sichtbar, dass Wiederverwendung und Recycling auch Teil der Gestaltung werden können.

Bei Recyclingbeton werden aufbereitete mineralische Bestandteile aus früheren Bauwerken als Gesteinskörnung eingesetzt. Dadurch können Teile neu abgebauter Gesteinskörnung ersetzt werden. Wie bei jedem Baustoff müssen die benötigten Eigenschaften zum Einsatz passen.


Kreislauffähig konstruieren

Ein Gebäude lässt sich leichter zurückbauen, wenn verschiedene Materialien nicht unnötig dauerhaft miteinander vermischt werden. Schrauben, Klemmen und Steckverbindungen können bei geeigneten Bauteilen das spätere Trennen erleichtern. Klebstoffe sind nicht grundsätzlich schlecht, können aber eine sortenreine Trennung erschweren.

Ein gutes Kreislaufprinzip lautet:

planen → sparsam bauen → lange nutzen → reparieren → umbauen → Bauteile wiederverwenden → Materialien recyceln

Für das E-Niveau kannst Du zusätzlich einen kleinen Materialpass anlegen. Darin notierst Du, welche Materialien in Deinem Modell stecken, wo sie eingesetzt sind und wie sie später getrennt werden könnten.


Gestaltung und Nachhaltigkeit gehören zusammen

Architektur ist nicht nur Technik. Ein Gebäude hat Proportionen, Farben, Oberflächen, Licht, Schatten, Öffnungen und einen Rhythmus. Nachhaltige Lösungen können diese Gestaltung prägen: Holz zeigt eine andere Oberfläche als Recyclingstein, Lamellen erzeugen Schattenmuster, ein Gründach verändert die Silhouette und sichtbare Schraubverbindungen können den Aufbau ablesbar machen.

Für Deinen Entwurf gilt deshalb: Gestalte die nachhaltigen Funktionen nicht als nachträgliche Dekoration. Mache sie zu einem Teil der Form.


Modellvorschlag: Kreislauf-Klassenhaus 6

Du entwickelst ein Modell für einen kleinen Lernpavillon mit dem Namen „Kreislauf-Klassenhaus 6“. Der Pavillon soll zeigen, wie ressourcenschonende Architektur aussehen kann. Das Modell ist kein echter Bauplan, sondern ein Entwurfsmodell.


Grundidee

Der Pavillon erhält einen kompakten rechteckigen Baukörper, eine gut gedämmte Gebäudehülle, größere Fenster zur gut belichteten Seite, außenliegenden Sonnenschutz, ein teilweise begrüntes Dach, eine Regenwassersammlung und Bauteile, die im Modell möglichst lösbar verbunden werden. Materialien für das Modell stammen überwiegend aus sauberen Resten und Verpackungen.

Bauteil im Modell Mögliches Modellmaterial Nachhaltige Aussage
Bodenplatte gebrauchte Wellpappe vorhandenes Material weiterverwenden
Tragstruktur Holzstäbchen oder saubere Holzreste Holzbau sichtbar machen
Wände Kartonreste Material sparsam und leicht bearbeiten
Dämmung Wellpappenstreifen oder Papierwolle als Symbol Gebäudehülle erklären
Fenster klare Verpackungsfolie Tageslicht sichtbar machen
Sonnenschutz Kartonlamellen oder Holzstäbchen direkte Sommersonne abschirmen
Gründach Filzrest, Papierfasern oder trockenes Modellgrün Begrünung und Regenrückhalt darstellen
Zisterne gereinigter Flaschendeckel oder kleine Dose Regenwasser speichern
Solarmodule dunkle Restkartons erneuerbare Energie symbolisieren
Wege Kork-, Karton- oder Holzreste möglichst wenig Fläche versiegeln


Bauanleitung für das Modell

  1. Grundfläche planen: Zeichne auf eine gebrauchte Kartonplatte zuerst Gebäude, Wege und Grünflächen. Halte die versiegelte Fläche möglichst klein.
  2. Baukörper setzen: Baue einen einfachen, kompakten Körper. Prüfe, ob jeder Raum und jede Ecke wirklich gebraucht wird.
  3. Tragstruktur zeigen: Setze an mindestens einer Stelle sichtbare Stützen oder Rahmen aus Holzresten ein.
  4. Fenster anordnen: Plane Fenster so, dass Tageslicht hineinkommt. Vermeide eine zufällige Verteilung.
  5. Sonnenschutz gestalten: Baue ein Vordach oder Lamellen. Teste mit einer LED-Taschenlampe unterschiedliche Sonnenstände.
  6. Dach begrünen: Gestalte einen Teil des Dachs als Gründach und lasse einen anderen Teil für symbolische Solarmodule frei.
  7. Regenweg darstellen: Führe eine Dachrinne als Papierstreifen oder Faden zu einer kleinen Zisterne.
  8. Rückbau prüfen: Befestige mindestens zwei Bauteile lösbar und dokumentiere, wie sie ohne Zerstörung entfernt werden können.

Sicherheit: Schneidearbeiten mit Cuttermesser oder scharfen Werkzeugen nur nach den Regeln Deiner Schule und unter Aufsicht. Für Lichttests genügt eine kühle LED-Taschenlampe.


G/M/E-Differenzierung am Modell

Niveau Mindestanforderung Dokumentation
G Baue ein verständliches Modell mit mindestens sechs erkennbaren Nachhaltigkeitsmerkmalen. Beschrifte die Merkmale und erkläre jedes in einem kurzen Satz.
M Baue mindestens acht Merkmale ein und vergleiche bei drei Bauteilen jeweils zwei mögliche Lösungen. Nutze das Kriterienraster und begründe Deine Entscheidungen.
E Optimiere den Entwurf als Gesamtsystem. Beziehe Lebenszyklus, Rückbau, Nutzung, Material und sommerlichen Sonnenschutz ein. Erstelle einen Materialpass, führe einen Licht-Schatten-Test durch und erläutere mindestens zwei Zielkonflikte.


Modelltest: Funktion statt Dekoration

Test Durchführung Beobachtung
Schatten-Test Leuchte mit einer LED-Taschenlampe einmal flach und einmal steiler auf die Fenster. Wann verschatten Lamellen oder Vordach die Fenster?
Rückbau-Test Entferne zwei Bauteile vorsichtig. Können sie unbeschädigt wieder eingesetzt werden?
Flächen-Test Markiere Gebäude, befestigte Wege und Grünbereiche. Ist wirklich jede versiegelte Fläche nötig?
Material-Test Sortiere alle verwendeten Modellmaterialien nach der Präsentation. Welche Teile können direkt wiederverwendet werden?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Ziel passt am besten zu ressourcenschonender Architektur? (Materialien und Energie über den ganzen Lebenszyklus sparsam einsetzen) (!Möglichst große Gebäude errichten) (!Möglichst viele verschiedene Baustoffe mischen) (!Gebäude nach kurzer Zeit ersetzen)




Warum kann außenliegender Sonnenschutz im Sommer hilfreich sein? (Er hält einen Teil direkter Sonnenstrahlung vor dem Fenster ab) (!Er macht jede Dämmung überflüssig) (!Er erzeugt automatisch Strom) (!Er ersetzt jedes Fenster)




Was ist ein Vorteil eines Gründachs? (Es kann Regenwasser zeitweise zurückhalten) (!Es macht jede Dachabdichtung unnötig) (!Es braucht niemals Pflege) (!Es ist für jedes Dach ohne Prüfung geeignet)




Was bedeutet Rückbaubarkeit? (Bauteile lassen sich später möglichst gut trennen) (!Ein Gebäude wird absichtlich instabil gebaut) (!Alle Bauteile werden miteinander verklebt) (!Ein Gebäude darf nicht repariert werden)




Was ist Brettsperrholz? (Ein Holzwerkstoff aus mehreren kreuzweise angeordneten Lagen) (!Eine Mischung aus Beton und Kunststoff) (!Eine Dachbegrünung aus Holzspänen) (!Ein Metallblech mit Holzfarbe)




Welche Maßnahme spart oft besonders direkt neue Baustoffe? (Ein vorhandenes Gebäude sinnvoll weiter nutzen) (!Ein funktionierendes Gebäude vorsorglich abreißen) (!Räume größer als nötig planen) (!Bauteile nach einmaliger Nutzung entsorgen)




Wozu kann eine Zisterne dienen? (Regenwasser speichern) (!Sonnenlicht bündeln) (!Holz trocknen) (!Fenster verschatten)




Was kennzeichnet Recyclingbeton? (Er enthält rezyklierte Gesteinskörnung) (!Er besteht ausschließlich aus Holz) (!Er darf keine mineralischen Bestandteile enthalten) (!Er ist immer durchsichtig)




Warum sind lösbare Verbindungen für Kreislaufdenken interessant? (Bauteile können leichter getrennt und wiederverwendet werden) (!Sie verhindern jede Reparatur) (!Sie erhöhen automatisch den Energieverbrauch) (!Sie machen Planung überflüssig)




Was gehört zu einer guten nachhaltigen Gesamtplanung? (Material, Energie, Wasser, Fläche, Nutzung und Rückbau gemeinsam betrachten) (!Nur die Fassadenfarbe bewerten) (!Nur den Kaufpreis der Baustoffe beachten) (!Nur möglichst viele technische Geräte einbauen)





Memory

Dämmung bremst unerwünschten Wärmeaustausch
Gründach bepflanzte Dachfläche
Brise-Soleil außenliegender Sonnenschutz
Recyclingbeton Beton mit rezyklierter Gesteinskörnung
Brettsperrholz mehrlagiger Holzwerkstoff
Zisterne Speicher für Regenwasser
Rückbaubarkeit Bauteile gut wieder trennen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Dämmung Wärmefluss durch die Gebäudehülle verringern
Lamellen direkte Sonneneinstrahlung an Fenstern steuern
Fassadenbegrünung Pflanzen an einer Gebäudewand
Zisterne Regenwasser sammeln
Wiederverwendung Bauteil erneut möglichst unverändert einsetzen
Materialpass Informationen zu eingebauten Materialien festhalten






Kreuzworträtsel

Gründach Wie heißt ein Dach mit dafür geplanter Bepflanzung?
Holzbau Wie nennt man eine Bauweise, bei der Holz wesentliche Konstruktionsaufgaben übernimmt?
Zisterne Wie heißt ein Speicher für Regenwasser?
Dämmung Was verringert unerwünschten Wärmeaustausch durch die Gebäudehülle?
Kreislauf Welches Wort beschreibt Wiederverwenden und erneutes Nutzen von Materialien?
Sonnenschutz Was reduziert unerwünschte direkte Sonneneinstrahlung an Fenstern?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Nachhaltiges Bauen betrachtet den gesamten

eines Gebäudes. Ein vorhandenes Gebäude weiterzunutzen kann neue

einsparen. Eine gute

hilft, unerwünschten Wärmeaustausch durch die Gebäudehülle zu verringern. Außenliegender

kann direkte Sonneneinstrahlung vor dem Fenster reduzieren. Ein bepflanztes Dach wird

genannt. Regenwasser kann in einer

gesammelt werden. Mehrlagige kreuzweise verbundene Holzplatten heißen

. Bei Recyclingbeton wird rezyklierte

eingesetzt. Lösbare Verbindungen erleichtern den späteren

. Für einen guten Entwurf müssen Material, Energie, Wasser, Fläche und

gemeinsam betrachtet werden.




Offene Aufgaben


Leicht – G

  1. Gebäude-Detektiv: Fotografiere oder skizziere ein Gebäude in Deiner Umgebung und markiere drei Stellen, an denen Du nachhaltige Lösungen vermutest oder vermisst.
  2. Schattenmuster: Entwirf drei verschiedene Lamellenmuster für eine Fassade und zeichne, wie sich dadurch Licht und Schatten verändern könnten.
  3. Materialsammlung: Sammle saubere Verpackungs- und Restmaterialien für ein Architekturmodell und ordne sie nach Papier, Holz, Kunststoff, Metall und weiteren Stoffen.
  4. Gründach-Skizze: Zeichne einen einfachen Dachquerschnitt und beschrifte Pflanzenschicht, Wasserspeicherung, Entwässerung und Dachabdichtung als Funktionsbereiche.


Standard – M

  1. Gebäudevergleich: Vergleiche zwei Gebäude mit dem Ressourcencheck und begründe, welches in welchen Punkten besser abschneidet.
  2. Sonnenschutz-Test: Baue zwei kleine Fassadenmodelle mit unterschiedlichem Sonnenschutz und untersuche mit einer LED-Taschenlampe die Schattenwirkung bei zwei Einfallswinkeln.
  3. Materialentscheidung: Wähle für Wand, Dach und Tragwerk Deines Modells jeweils zwei mögliche Materialien aus und begründe Deine Auswahl anhand von Langlebigkeit, Herkunft und Wiederverwendbarkeit.
  4. Regenweg: Entwickle für ein Modellgrundstück einen Weg des Regenwassers vom Dach über Speicherung bis zur Bewässerung und zeichne ihn als Ablaufdiagramm.


Schwer – E

  1. Zielkonflikt Architektur: Untersuche einen Zielkonflikt, zum Beispiel große Fenster für Tageslicht gegenüber sommerlicher Überhitzung, und entwickle eine begründete Lösung.
  2. Materialpass: Erstelle für Dein Modell einen Materialpass mit Bauteil, Material, Verbindung, möglicher Wiederverwendung und Recyclingweg.
  3. Umbau statt Neubau: Wähle ein bekanntes Gebäude und entwickle eine Idee, wie es durch Umbau eine neue Nutzung erhalten könnte, ohne vollständig abgerissen zu werden.
  4. Modellkritik: Präsentiere Dein „Kreislauf-Klassenhaus 6“ einer Gruppe, sammle mindestens drei Rückmeldungen und verbessere danach sichtbar Deinen Entwurf.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Entwurfsentscheidung: Ein Klassenraum hat eine große Glasfläche nach Süden. Entwickle zwei Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung und erkläre, wie sie zusammenwirken.
  2. Materialkreislauf: Ein Pavillon soll nach zehn Jahren an einen anderen Ort versetzt werden. Beschreibe, welche Verbindungen und Materialien Du wählen würdest und warum.
  3. Umbauplanung: Eine alte kleine Schule steht leer. Erkläre, welche Fragen Du prüfen würdest, bevor ein Abriss beschlossen wird.
  4. Wasser und Grün: Ein Schulhof ist fast vollständig versiegelt. Entwickle drei Veränderungen, die Regenwasser vor Ort halten und zugleich Aufenthaltsqualität schaffen.
  5. Bewertung: Zwei Modellhäuser erhalten im Ressourcencheck dieselbe Punktzahl, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Erkläre, warum eine reine Zahl noch keine vollständige Bewertung ist.
  6. Transfer: Übertrage die Kriterien des nachhaltigen Bauens auf ein Bushäuschen, einen Kiosk oder einen kleinen Sportpavillon und begründe mindestens vier passende Maßnahmen.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu „BK6 - Nachhaltig bauen“ sind folgende Punkte wichtig:

  1. Kriterien nachhaltiger Architektur: Du kannst zentrale Kriterien wie Fläche, Material, Energie, Sonnenschutz, Wasser, Begrünung, Langlebigkeit und Rückbaubarkeit erklären.
  2. Lebenszyklus: Du betrachtest ein Gebäude von der Planung über die Nutzung bis zu Umbau und Rückbau.
  3. Materialkompetenz: Du kannst Chancen und Grenzen von Holz, Wiederverwendung und Recyclingmaterialien altersgerecht beschreiben.
  4. Entwurfsqualität: Dein Modell verbindet Funktion, Gestaltung und Ressourcenschonung.
  5. Begründung: Du erklärst nicht nur, was Du gebaut hast, sondern warum.
  6. Modellprüfung: Du testest mindestens Sonnenschutz, Flächennutzung oder Rückbaubarkeit.
  7. G-M-E-Niveau: Der Umfang Deiner Erklärung und Bewertung entspricht der gewählten Niveaustufe.
  8. Reflexion: Du benennst mindestens eine Stärke und eine sinnvolle Verbesserung Deines Entwurfs.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

Nachhaltiges Bauen verbindet Gestaltung, Technik, Naturbeobachtung und verantwortlichen Umgang mit Ressourcen. Für den Kunstunterricht sind besonders Form, Proportion, Oberfläche, Licht, Schatten, Materialwirkung und Modellbau wichtig. Gleichzeitig entstehen Verbindungen zu Technik, Geografie, Biologie und Physik.


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