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BK6 - Bilder charakterisieren und beurteilen

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BK6 - Bilder charakterisieren und beurteilen




BK6 - Bilder charakterisieren und beurteilen


Einleitung

Bilder begegnen Dir überall: in Kunstwerken, Fotografien, Plakaten, Comics, Werbung, Büchern, Spielen und sozialen Medien. In diesem aiMOOC lernst Du, Bilder nicht nur spontan mit „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ zu bewerten, sondern sie genau zu beschreiben, zu analysieren, zu charakterisieren und begründet zu beurteilen.

Dabei arbeitest Du wie eine Bilddetektivin oder ein Bilddetektiv: Du sammelst sichtbare Hinweise, untersuchst ihre Wirkung und leitest daraus ein nachvollziehbares Urteil ab.

Merksatz: Beobachtung → Analyse → Wirkung → Charakter → begründetes Urteil

Ein gutes Bildurteil besteht also nicht nur aus einer Meinung. Es erklärt, warum ein Bild ruhig, spannend, freundlich, geheimnisvoll, dramatisch, sachlich, eindringlich oder überzeugend wirkt.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. Bilder genau beschreiben und Beobachtungen von Vermutungen unterscheiden.
  2. Gestaltungsmittel analysieren, zum Beispiel Farbe, Kontrast, Komposition, Perspektive, Licht, Form, Linie und Bildausschnitt.
  3. den Charakter eines Bildes mit passenden Adjektiven benennen und durch sichtbare Merkmale begründen.
  4. die Wirkung eines Bildes auf Betrachtende erklären.
  5. Kunstwerke, Fotografien, Plakate und Comics nach passenden Kriterien vergleichen.
  6. ein begründetes Qualitätsurteil formulieren, das über persönlichen Geschmack hinausgeht.
  7. auf den Niveaus G, M und E zunehmend selbstständig und differenziert urteilen.


G, M und E: Drei Niveaus des Bildurteils

G – grundlegendes Niveau: Du beschreibst deutlich sichtbare Merkmale, nennst eine passende Wirkung und belegst Deine Aussage mit mindestens einem konkreten Bildmerkmal.

M – mittleres Niveau: Du untersuchst mehrere Gestaltungsmittel, erklärst ihre Wirkung im Zusammenhang und formulierst ein begründetes Urteil mit passenden Fachbegriffen.

E – erweitertes Niveau: Du vergleichst mögliche Deutungen, gewichtest Kriterien, berücksichtigst Bildfunktion und Zielgruppe und formulierst ein differenziertes Urteil. Du kannst auch erklären, warum andere Betrachtende zu einer anderen, ebenfalls begründbaren Einschätzung kommen könnten.


Vom Sehen zum Urteil


Schritt 1: Genau beschreiben – Was ist wirklich zu sehen?

Bevor Du ein Bild deutest oder bewertest, beschreibst Du zunächst möglichst sachlich. Eine Beschreibung beantwortet Fragen wie:

  1. Was ist im Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund zu sehen?
  2. Welche Personen, Gegenstände, Tiere, Formen oder Schriftzüge erkennst Du?
  3. Welche Farben fallen auf?
  4. Wo befinden sich wichtige Bildelemente?
  5. Welche Haltung, Mimik, Gestik und Blickrichtung zeigen Figuren?
  6. Ist das Bild Hochformat, Querformat oder quadratisch?

Achte darauf, Beobachtung und Deutung zu trennen.

Beobachtung: „Die Person hält beide Hände vor das Gesicht.“

Deutung: „Die Person wirkt verzweifelt.“

Die Deutung kann sinnvoll sein, muss aber erst durch sichtbare Hinweise begründet werden.

Satzstarter für die Beschreibung:

  1. „Im Vordergrund befindet sich …“
  2. „In der Bildmitte fällt besonders … auf.“
  3. „Die Person blickt …“
  4. „Der Hintergrund ist … gestaltet.“
  5. „Die auffälligste Farbe ist …“


Bildimpuls: Porträt genau beobachten

Betrachte Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring. Beschreibe zunächst nur das, was Du sicher sehen kannst. Erst danach notierst Du drei mögliche Charakterisierungen der dargestellten Person oder des Bildes.

G: Nenne fünf sichtbare Merkmale.

M: Ordne die Merkmale den Bereichen Farbe, Licht, Blick und Haltung zu.

E: Formuliere zwei unterschiedliche Charakterisierungen und erkläre, welche Bildmerkmale jeweils dafür sprechen.


Schritt 2: Gestaltungsmittel analysieren – Wie ist das Bild gemacht?

Bei der Analyse untersuchst Du, wie ein Bild gestaltet wurde. Besonders wichtig sind:

  1. Farbe: warm oder kalt, hell oder dunkel, kräftig oder gedämpft, harmonisch oder kontrastreich
  2. Komposition: mittig oder asymmetrisch, ruhig oder bewegt, geordnet oder chaotisch
  3. Kontrast: Hell-Dunkel, Warm-Kalt, Größenkontrast, Farbkontrast
  4. Linie: gerade, gebogen, weich, kantig, ruhig, hektisch
  5. Form: rund, eckig, organisch, geometrisch
  6. Perspektive: Augenhöhe, Untersicht, Aufsicht, Nähe, Ferne
  7. Licht: gleichmäßig, dramatisch, weich, hart, gerichtet
  8. Bildausschnitt: Totale, Nähe, Detail, angeschnittene Formen
  9. Schärfe: scharf, unscharf, Vorder- oder Hintergrund betont
  10. Typografie: Schriftgröße, Schriftart, Platzierung und Lesbarkeit bei Plakaten oder Comics


Komposition: Wohin wird Dein Blick gelenkt?

Komposition bedeutet, wie Bildelemente angeordnet sind. Eine zentrale Figur kann dominant und ruhig wirken. Starke Diagonalen können Bewegung und Spannung erzeugen. Wiederholungen können Rhythmus schaffen. Große leere Flächen können Einsamkeit, Ruhe oder Weite unterstützen.

Betrachte Vincent van Goghs Sternennacht. Suche geschwungene Linien, helle Punkte, dunkle Flächen und Bewegungsrichtungen.

G: Zeige drei Bereiche, die Deinen Blick besonders anziehen.

M: Erkläre, wodurch Dein Blick gelenkt wird.

E: Beurteile, ob die Komposition eher Ruhe oder Bewegung erzeugt. Belege Dein Urteil mit mindestens drei Merkmalen.


Farbe und Farbwirkung

Farben können Aufmerksamkeit lenken und Stimmungen verstärken. Ihre Wirkung hängt aber immer vom Zusammenhang ab. Rot kann beispielsweise warm, energisch, warnend oder aggressiv wirken. Blau kann ruhig, kühl, weit oder traurig erscheinen.

Wichtig ist deshalb die Formulierung:

Nicht: „Rot bedeutet Gefahr.“

Besser: „Das kräftige Rot wirkt in diesem Bild warnend, weil es sich stark vom dunklen Hintergrund abhebt und die Aufmerksamkeit auf die Figur lenkt.“


Bildimpuls: Ausdruck und Farbwirkung

Edvard Munchs Der Schrei eignet sich besonders gut, um Wirkung zu untersuchen.

Frage Dich:

  1. Welche Farben wirken besonders stark?
  2. Welche Linien erscheinen ruhig, welche bewegt?
  3. Wie wirken Himmel, Landschaft und Figur zusammen?
  4. Welche Stimmung entsteht?
  5. Welche sichtbaren Merkmale stützen Deine Aussage?

Beispiel für eine begründete Aussage:

„Das Bild wirkt auf mich unruhig und bedrängend, weil die geschwungenen Linien den Himmel und die Landschaft in Bewegung versetzen und die weit geöffneten Gesichtszüge der Figur die starke Anspannung verstärken.“


Charakter eines Bildes


Was bedeutet „Bildcharakter“?

Mit dem Charakter eines Bildes ist die grundlegende Anmutung gemeint, die sich aus Gestaltung, Motiv, Technik und Zusammenhang ergibt. Ein Bild kann zum Beispiel wirken als:

  1. ruhig
  2. dynamisch
  3. sachlich
  4. poetisch
  5. geheimnisvoll
  6. freundlich
  7. bedrohlich
  8. dramatisch
  9. humorvoll
  10. werbend
  11. dokumentarisch
  12. kritisch
  13. feierlich
  14. verspielt

Diese Wörter sind keine fest eingebauten Eigenschaften eines Bildes. Sie sind Urteile, die Du durch Beobachtungen begründen musst.


Satzbau für eine starke Charakterisierung

Nutze die Formel:

Das Bild wirkt …, weil … . Besonders … unterstützt diesen Eindruck.

Beispiel:

„Das Bild wirkt geheimnisvoll, weil der Hintergrund dunkel bleibt und das Gesicht nur weich beleuchtet wird. Besonders der seitliche Blick verstärkt diesen Eindruck.“


Vergleich zweier Porträts

Vergleiche das Mädchen mit dem Perlenohrring mit der Mona Lisa.

G: Nenne zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede.

M: Vergleiche Blick, Licht, Hintergrund und Körperhaltung.

E: Entscheide, welches Porträt auf Dich unmittelbarer wirkt. Begründe Dein Urteil mit mindestens drei Bildmerkmalen und einem Vergleichssatz.


Fotografien charakterisieren und beurteilen


Fotografie zwischen Dokument und Gestaltung

Eine Fotografie zeigt nicht einfach nur „die Wirklichkeit“. Bereits durch Standort, Zeitpunkt, Ausschnitt, Perspektive, Schärfe, Licht und Auswahl entscheidet die fotografierende Person, wie etwas sichtbar wird.

Frage deshalb:

  1. Was wurde gezeigt?
  2. Was könnte außerhalb des Bildausschnitts liegen?
  3. Aus welcher Entfernung wurde fotografiert?
  4. Welche Person oder welches Objekt erhält besonders viel Aufmerksamkeit?
  5. Wie beeinflussen Blickrichtung, Licht und Hintergrund die Wirkung?
  6. Wirkt das Foto eher spontan, inszeniert, dokumentarisch oder symbolisch?


Bildimpuls: Dorothea Langes „Migrant Mother“

Betrachte zunächst die Gesichtszüge, Hände, Blickrichtungen und die Nähe der Personen.

G: Beschreibe die Körperhaltungen und Blickrichtungen.

M: Erkläre, wie der enge Bildausschnitt und die Anordnung der Personen die Wirkung beeinflussen.

E: Formuliere ein Urteil darüber, warum die Fotografie eindringlich wirken kann, ohne nur „schön“ sein zu müssen. Unterscheide dabei zwischen ästhetischer Qualität und angenehmer Wirkung.


Plakate charakterisieren und beurteilen


Ein Plakat will schnell wirken

Ein Plakat muss häufig innerhalb weniger Sekunden Aufmerksamkeit gewinnen. Darum sind folgende Kriterien wichtig:

  1. klare Blickführung
  2. gut erkennbare Hauptaussage
  3. passende Farben und Kontraste
  4. lesbare und wirkungsvolle Schrift
  5. sinnvolles Zusammenspiel von Bild und Text
  6. Passung zur Zielgruppe
  7. Einprägsamkeit


Historischer Plakatimpuls: direkte Ansprache

Untersuche, wie Blick, Zeigegeste, Schrift und Bildaufbau zusammenarbeiten.

G: Beschreibe, welche Elemente besonders auffallen.

M: Erkläre, wie die Figur die Betrachtenden direkt anspricht.

E: Beurteile die gestalterische Wirksamkeit des Plakats und trenne dabei die Frage „Ist es wirkungsvoll gestaltet?“ von der Frage „Stimme ich seiner Botschaft zu?“.


Zweiter Plakatimpuls: Farbe, Haltung und Slogan

Vergleiche dieses Plakat mit dem vorherigen.

G: Welche Farben und Gesten fallen auf?

M: Welche Wirkung entsteht durch Körperhaltung, Blick und Schrift?

E: Welches der beiden Plakate wirkt auf Dich direkter? Begründe anhand von Gestaltungsmitteln und Zielgruppenansprache.


Comics und Karikaturen beurteilen


Comic: Bild und Text wirken gemeinsam

Bei einem Comic entsteht Bedeutung häufig durch das Zusammenspiel von Figuren, Mimik, Bewegung, Panelaufbau, Sprechblasen, Geräuschwörtern und Text.

Achte bei der Charakterisierung besonders auf:

  1. Körperhaltung und Gesichtsausdruck
  2. Übertreibung
  3. Farbgebung
  4. Schrift und Textmenge
  5. Blickrichtung
  6. Bildausschnitt
  7. Humor oder Überraschung


Karikatur: Übertreibung als Aussage

Eine Karikatur übertreibt bestimmte Merkmale, um Personen, Ereignisse oder gesellschaftliche Zustände pointiert darzustellen oder zu kritisieren.

G: Beschreibe die auffällige Handlung im Bild.

M: Erkläre, welche Formen der Übertreibung Du erkennst.

E: Beurteile, wie verständlich eine Karikatur ohne Hintergrundwissen sein kann. Erkläre, welche Informationen zum Verständnis zusätzlich nötig wären.


Von der Wirkung zur Qualität


„Gefällt mir“ ist noch kein Qualitätsurteil

Persönlicher Geschmack ist erlaubt und wichtig. Ein begründetes Urteil geht aber weiter. Du prüfst, ob ein Bild seine mögliche Aufgabe überzeugend erfüllt.

Ein Plakat kann gestalterisch hochwertig sein, obwohl Dir die Farben nicht gefallen. Eine dokumentarische Fotografie kann stark sein, obwohl sie keine angenehme Stimmung erzeugt. Ein Comic kann einfach gezeichnet sein und trotzdem sehr verständlich und witzig funktionieren.


Kriterien für ein begründetes Qualitätsurteil

Du kannst folgende Kriterien nutzen:

  1. Klarheit: Ist erkennbar, worauf die Aufmerksamkeit gelenkt wird?
  2. Zusammenhang: Passen Farbe, Form, Bildaufbau und Inhalt zusammen?
  3. Wirkung: Erzeugen die Gestaltungsmittel eine nachvollziehbare Wirkung?
  4. Funktion: Erfüllt das Bild seine Aufgabe als Kunstwerk, Foto, Plakat oder Comic?
  5. Zielgruppe: Ist die Gestaltung für die angesprochenen Personen passend?
  6. Ausdruck: Wirkt das Bild eigenständig, prägnant oder einprägsam?
  7. Technische Ausführung: Unterstützt die Ausführung die Bildidee?
  8. Begründbarkeit: Kannst Du Dein Urteil an sichtbaren Merkmalen festmachen?


Achtung: Qualität ist nicht gleich Perfektion

Ein Bild muss nicht glatt, realistisch oder technisch perfekt sein, um stark zu wirken. Grobe Linien, ungewöhnliche Farben, Unschärfe oder ein leerer Hintergrund können bewusst eingesetzt werden.

Deshalb lautet die bessere Frage nicht:

„Ist alles sauber gemacht?“

Sondern:

„Passt die Gestaltung zur Absicht und Wirkung des Bildes?“


Die Urteilsformel

Nutze für eine vollständige Bildbeurteilung diese Struktur:

  1. Aussage: „Ich beurteile das Bild als …“
  2. Beleg: „Das erkenne ich besonders an …“
  3. Wirkung: „Dadurch entsteht der Eindruck …“
  4. Kriterium: „Im Hinblick auf … ist das überzeugend / teilweise überzeugend / wenig überzeugend, weil …“
  5. Abwägung: „Allerdings könnte man auch …“
  6. Schlussurteil: „Insgesamt …“


Interaktive Bewertungswerkstatt


Urteil oder bloße Meinung?

Ordne die Aussagen gedanklich nach ihrer Stärke.

Schwach: „Das Bild ist gut.“

Besser: „Das Bild wirkt spannend.“

Stark: „Das Bild wirkt spannend, weil starke Hell-Dunkel-Kontraste und schräge Linien den Blick unruhig durch die Szene führen.“

Sehr stark: „Das Bild wirkt spannend, weil starke Hell-Dunkel-Kontraste und schräge Linien den Blick unruhig durch die Szene führen. Für eine dramatische Szene ist diese Gestaltung überzeugend, weil sie die Handlung unterstützt.“


Interaktive Zuordnung: Bausteine eines Bildurteils

Ordne den passenden Begriff zu. Bedeutung
Beobachtung Was ist tatsächlich sichtbar?
Analyse Wie sind Gestaltungsmittel eingesetzt?
Wirkung Welchen Eindruck erzeugt die Gestaltung?
Charakter Welche grundlegende Anmutung hat das Bild?
Beleg Welches konkrete Bildmerkmal stützt die Aussage?
Kriterium Nach welchem Maßstab wird beurteilt?
Urteil Welche begründete Gesamteinschätzung ergibt sich?





Bewertungsraster G/M/E

Bereich G M E
Beschreibung wichtige sichtbare Merkmale nennen geordnet und mit Fachbegriffen beschreiben präzise auswählen, gewichten und vergleichen
Analyse ein Gestaltungsmittel erkennen mehrere Gestaltungsmittel in Zusammenhang setzen Wechselwirkungen und Alternativen untersuchen
Wirkung eine Wirkung benennen Wirkung mit mehreren Merkmalen begründen unterschiedliche mögliche Wirkungen abwägen
Charakter passendes Adjektiv wählen Charakter mit Fachbegriffen erklären differenzierte Charakterisierung formulieren
Qualität einfaches begründetes Urteil kriteriengestütztes Urteil Kriterien gewichten und Gegenposition berücksichtigen


Drei Bildurteile verbessern

Überarbeite die folgenden Aussagen auf Deinem Niveau.

Ausgangssatz 1: „Die Mona Lisa ist schön.“

G: Ergänze ein sichtbares Merkmal.

M: Ergänze zwei Gestaltungsmittel und ihre Wirkung.

E: Formuliere ein Urteil über die Porträtwirkung und begründe, welches Kriterium für Dich am wichtigsten ist.

Ausgangssatz 2: „Der Schrei ist gruselig.“

G: Nenne ein sichtbares Merkmal.

M: Erkläre den Zusammenhang von Farbe und Linie.

E: Prüfe, ob „bedrängend“, „dramatisch“ oder „unruhig“ genauer passt als „gruselig“.

Ausgangssatz 3: „Das Plakat ist gut.“

G: Nenne ein Kriterium.

M: Prüfe Blickfang, Lesbarkeit und Bild-Text-Zusammenspiel.

E: Beurteile die Wirksamkeit für eine Zielgruppe und formuliere eine mögliche Gegenposition.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was gehört zuerst zu einer sachlichen Bildbetrachtung? (Genau beschreiben was sichtbar ist) (!Sofort sagen ob das Bild schön ist) (!Die Absicht der Künstlerin sicher erraten) (!Nur den Bildtitel abschreiben)




Welche Aussage ist am besten begründet? (Das Bild wirkt unruhig weil schräge Linien und starke Kontraste den Blick bewegen) (!Das Bild ist einfach gut) (!Das Bild ist komisch weil ich es nicht mag) (!Das Bild bedeutet für alle Menschen dasselbe)




Was beschreibt die Komposition eines Bildes? (Die Anordnung der Bildelemente) (!Nur den Namen des Künstlers) (!Nur das Material des Rahmens) (!Nur die Entstehungszeit)




Welche Frage gehört besonders zur Analyse einer Fotografie? (Wie beeinflusst der Bildausschnitt die Wirkung) (!Wie teuer war die Kamera) (!Wie viele Fotos besitzt die Person) (!Welche Farbe hat das Fotopapier auf der Rückseite)




Was macht ein Qualitätsurteil stärker als eine reine Geschmacksäußerung? (Es nutzt Kriterien und sichtbare Belege) (!Es enthält besonders viele Adjektive) (!Es ist immer positiv) (!Es muss mit der Meinung der Mehrheit übereinstimmen)




Welche Aussage unterscheidet Beobachtung und Deutung richtig? (Geöffneter Mund ist Beobachtung und erschrocken ist Deutung) (!Erschrocken ist Beobachtung und geöffneter Mund ist Deutung) (!Beides sind immer reine Fakten) (!Beides darf in einer Bildanalyse nie vorkommen)




Welche Kombination kann ein Plakat besonders wirksam machen? (Klarer Blickfang lesbare Schrift und passende Bildaussage) (!Möglichst viele gleich große Texte) (!Keine erkennbare Hauptaussage) (!Alle Farben ohne Auswahl gleichzeitig)




Was bedeutet Bildcharakter in diesem aiMOOC? (Die grundlegende Anmutung eines Bildes) (!Die Persönlichkeit der betrachtenden Person) (!Die Anzahl der Figuren) (!Die Größe des Museums)




Was kennzeichnet besonders das erweiterte Niveau E? (Kriterien gewichten und mögliche Gegenpositionen berücksichtigen) (!Nur ein Adjektiv nennen) (!Nur Gegenstände aufzählen) (!Auf Belege verzichten)




Welche Frage hilft bei einer fairen Qualitätsbeurteilung am meisten? (Passt die Gestaltung zur Aufgabe und beabsichtigten Wirkung) (!Gefällt mir meine Lieblingsfarbe) (!Ist jedes Bild möglichst realistisch) (!Hat das Bild möglichst viele Details)





Memory

Komposition Anordnung der Bildelemente
Kontrast deutlich wahrnehmbarer Unterschied
Perspektive Blickwinkel auf eine Szene
Bildausschnitt ausgewählter sichtbarer Bereich
Wirkung Eindruck bei Betrachtenden
Charakter grundlegende Anmutung
Kriterium Maßstab für eine Beurteilung
Beleg konkretes sichtbares Bildmerkmal





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beschreibung Was ist zu sehen?
Analyse Wie ist das Bild gestaltet?
Wirkung Welchen Eindruck erzeugt die Gestaltung?
Charakterisierung Wie lässt sich die grundlegende Anmutung treffend benennen?
Kriterium Nach welchem Maßstab wird bewertet?
Begründung Welche sichtbaren Merkmale stützen das Urteil?
Beurteilung Welche Gesamteinschätzung ergibt sich?





Kreuzworträtsel

Komposition Wie nennt man die Anordnung der Bildelemente?
Kontrast Wie heißt ein deutlich wahrnehmbarer Unterschied zwischen Farben oder Helligkeiten?
Perspektive Welcher Begriff bezeichnet den Blickwinkel auf eine Szene?
Fotografie Welche Bildgattung entsteht mit einer Kamera?
Plakat Welche Bildform verbindet oft auffällige Gestaltung mit einer kurzen Botschaft?
Wirkung Wie heißt der Eindruck den ein Bild bei Betrachtenden erzeugt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Am Anfang einer Bildbetrachtung steht eine möglichst genaue

. In der Analyse untersuchst Du die eingesetzten

. Die Anordnung der Bildelemente nennt man

. Ein deutlicher Unterschied zwischen Bildbereichen heißt

. Der Blickwinkel auf eine Szene wird als

bezeichnet. Der Eindruck eines Bildes bei Betrachtenden heißt

. Mit dem Begriff Bildcharakter beschreibst Du die grundlegende

. Eine starke Beurteilung braucht mindestens einen sichtbaren

. Ein Maßstab für die Bewertung wird

genannt. Bei einem Plakat ist die Lesbarkeit der

besonders wichtig. Bei einer Fotografie beeinflusst der gewählte

die Aussage. Ein differenziertes Urteil berücksichtigt auch mögliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bilddetektiv G: Wähle eines der Kunstwerke aus diesem aiMOOC. Notiere zehn Dinge, die Du sicher sehen kannst, ohne sie zu deuten.
  2. Wirkungswörter G: Sammle zwölf Adjektive für Bildwirkungen und ordne sie in positive, negative und neutrale beziehungsweise offene Wirkungen.
  3. Fotovergleich G: Fotografiere denselben Gegenstand einmal von oben und einmal von unten. Beschreibe, wie sich die Wirkung verändert.
  4. Plakatcheck G: Suche ein Plakat in Deiner Umgebung und prüfe Blickfang, Schrift, Farbe und Hauptaussage.


Standard

  1. Kompositionsskizze M: Lege über ein ausgewähltes Bild gedanklich oder auf Transparentpapier Hauptlinien und Schwerpunkte. Erkläre anschließend die Blickführung.
  2. Farbwirkung M: Gestalte zwei kleine Farbvarianten derselben Zeichnung und schreibe zu jeder Variante eine begründete Wirkungsbeschreibung.
  3. Fotografische Inszenierung M: Erstelle zwei Fotografien derselben Person oder Figur: einmal ruhig und einmal dynamisch. Verändere dafür Perspektive, Ausschnitt und Licht.
  4. Plakatbewertung M: Vergleiche zwei Plakate anhand von mindestens fünf Kriterien und entscheide, welches seine Botschaft klarer vermittelt.


Schwer

  1. Bildvergleich E: Vergleiche zwei Porträts aus unterschiedlichen Zeiten. Untersuche Blick, Licht, Hintergrund, Komposition und Wirkung und formuliere ein abgewogenes Urteil.
  2. Kuratorisches Urteil E: Stelle Dir vor, Du darfst nur eines von drei Bildern für eine Ausstellung auswählen. Entwickle Kriterien, gewichte sie und begründe Deine Auswahl.
  3. Karikaturanalyse E: Recherchiere den historischen Hintergrund einer gemeinfreien Karikatur und erkläre, welche Teile ohne Kontext verständlich sind und welche nicht.
  4. Erklärvideo E: Produziere ein kurzes Erklärvideo mit dem Titel „Vom Sehen zum Urteil“. Zeige an einem selbst gewählten Bild die Schritte Beschreibung, Analyse, Wirkung, Charakter und Qualitätsurteil.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Bildanalyse G: Du erhältst ein unbekanntes Bild. Beschreibe drei sichtbare Merkmale und leite daraus eine begründete Wirkungsbeschreibung ab.
  2. Kriterien anwenden G-M: Entscheide bei einem unbekannten Plakat, welches von vier vorgegebenen Kriterien für seine Wirkung am wichtigsten ist. Begründe Deine Wahl am Bild.
  3. Vergleich M: Vergleiche zwei Bilder mit ähnlichem Motiv, aber unterschiedlicher Gestaltung. Erkläre, wie Farbe, Perspektive oder Komposition zu verschiedenen Bildcharakteren führen.
  4. Urteil verbessern M: Überarbeite die Aussage „Das Bild ist langweilig“ zu einem kriteriengestützten Urteil mit mindestens zwei sichtbaren Belegen.
  5. Funktionswechsel M-E: Beurteile, ob eine Gestaltung, die als Kunstwerk spannend wirkt, auch als Informationsplakat funktionieren würde. Begründe mit Zielgruppe und Funktion.
  6. Abwägung E: Formuliere zu einem Bild zwei unterschiedliche, jeweils begründbare Urteile und erkläre anschließend, welches Du überzeugender findest und warum.


Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis zu BK6 - Bilder charakterisieren und beurteilen solltest Du zeigen können, dass Du

  1. Beobachtung und Deutung unterscheiden kannst.
  2. ein Bild geordnet und verständlich beschreibst.
  3. Fachbegriffe wie Komposition, Kontrast, Perspektive, Bildausschnitt und Wirkung passend verwendest.
  4. Gestaltungsmittel nicht nur benennst, sondern ihre Wirkung erklärst.
  5. den Charakter eines Bildes mit treffenden Adjektiven formulierst.
  6. Aussagen durch konkrete sichtbare Bildmerkmale belegst.
  7. bei Plakaten und Comics Bild, Text, Zielgruppe und Funktion berücksichtigst.
  8. bei Fotografien Auswahl, Perspektive und Bildausschnitt als Gestaltung verstehst.
  9. persönliche Vorlieben von einem kriteriengestützten Qualitätsurteil unterscheiden kannst.
  10. auf G-Niveau einfache begründete Aussagen, auf M-Niveau verknüpfte Analysen und auf E-Niveau abgewogene Urteile formulieren kannst.




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