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BK6 - Mixed Media

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BK6 - Mixed Media




BK6 - Mixed Media


Einleitung

Mixed Media bedeutet in der bildenden Kunst, dass in einem Werk unterschiedliche Medien, Materialien oder Techniken miteinander verbunden werden. Du kannst zum Beispiel eine Zeichnung mit Farbe, Druck, Collage, Fotografie, Text und ungewöhnlichen Materialien kombinieren. Entscheidend ist nicht, möglichst viel auf ein Blatt zu kleben. Entscheidend ist, dass die ausgewählten Gestaltungsmittel zusammen eine eigene Bildidee unterstützen.

In diesem aiMOOC entwickelst Du für den Kunstunterricht in Klasse 6 eine eigenständige Mixed-Media-Arbeit. Das zentrale Ziel lautet:

Kombiniere mindestens drei unterschiedliche Gestaltungsmittel zu einer eigenständigen Arbeit und begründe, warum Du gerade diese Medien gewählt hast.

Du lernst dabei, wie Linien, Farben, gedruckte Spuren, Fotografien, Texte und Materialoberflächen verschiedene Wirkungen erzeugen. Du erprobst Kombinationen, planst eine Komposition, dokumentierst Deinen Arbeitsprozess und reflektierst am Ende Deine Medienwahl. Die Aufgaben sind in drei Niveaus differenziert:

  1. G – Grundniveau: Du arbeitest mit Hilfen, klaren Auswahlmöglichkeiten und einfachen Begründungssätzen.
  2. M – Mittleres Niveau: Du planst selbstständiger, kombinierst Medien gezielt und erklärst ihre Wirkung genauer.
  3. E – Erweitertes Niveau: Du entwickelst eine besonders eigenständige Bildidee, experimentierst bewusst mit Beziehungen zwischen Medien und begründest gestalterische Entscheidungen differenziert.
Beispiel für eine Mixed-Media-Collage mit Kohle, Tinte, Farbe, Klebeband und Zeitschriftenmaterial
Beispiel für eine Mixed-Media-Collage mit Kohle, Tinte, Farbe, Klebeband und Zeitschriftenmaterial


Was bedeutet Mixed Media?

Ein Medium ist in der Kunst ein Mittel, mit dem etwas gestaltet wird. Dazu gehören zum Beispiel Bleistift, Kohle, Tusche, Wasserfarbe, Druckfarbe, Papier, Fotografie, Stoff oder Pappe. Eine Technik beschreibt eher, wie Du mit einem Medium arbeitest, zum Beispiel zeichnen, lasieren, stempeln, drucken, schneiden, reißen, kleben oder schichten.

Bei Mixed Media treffen mindestens zwei unterschiedliche Medien oder Techniken in einem Werk zusammen. In diesem aiMOOC gehst Du einen Schritt weiter und verwendest mindestens drei Gestaltungsmittel. So entstehen vielfältige Beziehungen zwischen Linie, Fläche, Farbe, Bild, Schrift und Material.

Eine Collage ist eine mögliche Mixed-Media-Technik, aber Mixed Media ist mehr als Collage. Auch eine Zeichnung, die mit Farbe überarbeitet und mit Druckspuren ergänzt wird, ist Mixed Media. Ebenso kann ein selbst aufgenommenes Foto mit Zeichnung, Text und Stoff kombiniert werden.

Mixed Media wird von Multimediakunst unterschieden. Bei Mixed Media geht es im engeren Sinn um die Verbindung unterschiedlicher bildnerischer Medien und Materialien innerhalb eines Kunstwerks. Multimedia kann darüber hinaus zum Beispiel Video, Ton, Bewegung oder Interaktivität verbinden.

Mixed-Media-Arbeit mit unterschiedlichen bildnerischen Elementen
Mixed-Media-Arbeit mit unterschiedlichen bildnerischen Elementen


Deine Leitidee: „Meine Welt in Schichten“

Für Dein eigenes Werk lautet der gestalterische Ausgangspunkt „Meine Welt in Schichten“. Du kannst dabei Orte, Gegenstände, Wege, Muster, Erinnerungen, Hobbys, Geräusche in Schriftform, Farben oder Fundstücke aus Deinem Alltag aufgreifen. Wichtig ist, dass Deine Arbeit nicht nur eine Sammlung einzelner Teile wird. Suche eine Idee, die alle Teile verbindet.

Mögliche Fragen für Deine Planung sind: Was ist mir in meiner Umgebung wichtig? Welche Formen, Farben und Oberflächen passen zu meinem Thema? Welche Dinge sollen sofort auffallen? Welche Elemente sollen erst beim genaueren Hinsehen entdeckt werden? Wo möchte ich etwas überdecken, wiederholen, verbinden oder kontrastieren?

Eine gute Mixed-Media-Arbeit besitzt meist eine erkennbare Bildidee, einen bewussten Bildaufbau und Beziehungen zwischen den verwendeten Medien. Ein Foto kann zum Beispiel Wirklichkeit zeigen, während eine Zeichnung etwas erfindet. Ein gedrucktes Muster kann Rhythmus schaffen, während ein kurzer Text eine zusätzliche Bedeutungsebene eröffnet.


Gestaltungsmittel im Überblick


Zeichnung: Linie, Spur und Detail

Mit Zeichnung kannst Du beobachten, vereinfachen, erfinden und betonen. Bleistift eignet sich für feine Linien und Helligkeitsunterschiede. Buntstifte können Flächen und Muster ergänzen. Filzstifte erzeugen klare, kräftige Konturen. Kohle oder weiche Grafitstifte erzeugen dunkle, expressive Spuren.

In Mixed Media kann eine Zeichnung unter einer Farbschicht liegen, auf ein Foto weitergeführt werden oder eine ausgeschnittene Form verbinden. Besonders spannend wird es, wenn Linien über Grenzen hinweggehen: Eine gezeichnete Straße kann zum Beispiel aus einem Foto herauslaufen und sich auf farbigem Papier fortsetzen.

Buntstifte als Werkzeug für Linie, Fläche und Farbakzent
Buntstifte als Werkzeug für Linie, Fläche und Farbakzent

Gestaltungsfrage: Soll Deine Zeichnung erklären, verbinden, verzieren, verändern oder einen Gegensatz zu anderen Bildelementen bilden?


Farbe: Stimmung, Fläche und Kontrast

Farbe wirkt häufig besonders schnell. Helle Farben können leicht oder lebendig erscheinen, dunkle Farben eher ruhig, schwer oder geheimnisvoll. Warme und kalte Farben können unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Komplementäre oder starke Hell-Dunkel-Kontraste lenken den Blick.

Für Klasse 6 eignen sich zum Beispiel Wasserfarben, Deckfarben oder schulgeeignete Acrylfarben auf Wasserbasis. Transparente Farbschichten können vorhandene Linien oder Drucke durchscheinen lassen. Deckende Farbe kann Teile bewusst übermalen und dadurch neue Formen schaffen.

Wasserfarben und Pinsel als Mittel für transparente oder deckende Farbschichten
Wasserfarben und Pinsel als Mittel für transparente oder deckende Farbschichten

Gestaltungsfrage: Welche Stimmung soll Deine Farbwahl erzeugen, und welche Bildteile sollen durch Farbe zusammengehören?


Druck: Wiederholung, Muster und Zufall

Beim Drucken wird eine Form oder Struktur auf eine Oberfläche übertragen. Für eine Mixed-Media-Arbeit in Klasse 6 sind einfache und sichere Druckverfahren besonders geeignet. Du kannst zum Beispiel mit Moosgummi, Wellpappe, Schwämmen, Blättern, Korken oder anderen ungefährlichen Fundstücken drucken.

Ein Druck kann regelmäßig wiederholt werden und dadurch Rhythmus erzeugen. Er kann aber auch unregelmäßig, unvollständig oder zufällig erscheinen. Gerade solche Unterschiede können spannend sein, weil nicht jeder Abdruck gleich aussieht.

Beispiel für das Prinzip des Druckens: Eine bearbeitete Oberfläche überträgt Farbe auf Papier
Beispiel für das Prinzip des Druckens: Eine bearbeitete Oberfläche überträgt Farbe auf Papier

Sicherheit: Schneidende Werkzeuge wie Linolschnittmesser verwendest Du nur, wenn Deine Lehrkraft das ausdrücklich anleitet. Für diesen aiMOOC reichen sichere Druckformen wie Pappe, Moosgummi, Schwamm, Blätter oder andere stumpfe Materialien völlig aus.


Collage: Schneiden, reißen, schichten

Bei einer Collage werden unterschiedliche Teile zu einem neuen Ganzen zusammengefügt. Geeignet sind farbige Papiere, Verpackungen, Kopien eigener Zeichnungen, alte Zeitschriftenseiten, eigene Ausdrucke, Tickets, Musterpapiere, Transparentpapier oder dünne Stoffreste.

Durch Überlappung entsteht Tiefe. Durch Reißen entstehen andere Kanten als durch Schneiden. Durch Wiederholung können einzelne Formen zu einem Muster werden. Durch Größenunterschiede lassen sich Schwerpunkte setzen.

Beispiel einer Verbindung von Druck und Collage
Beispiel einer Verbindung von Druck und Collage

Gestaltungsfrage: Welche Teile werden übereinandergelegt, welche bleiben sichtbar, und wo entsteht ein bewusster Gegensatz?


Fotografie: Ausschnitt, Wirklichkeit und Perspektive

Fotografie bringt einen Ausschnitt der sichtbaren Wirklichkeit in Dein Bild. Besonders geeignet sind eigene Fotos von Oberflächen, Gegenständen, Schatten, Wegen, Händen bei einer Tätigkeit oder interessanten Details Deiner Umgebung.

Achte auf den Bildausschnitt. Ein nah fotografiertes Detail wirkt anders als eine Gesamtansicht. Auch Perspektive, Licht und Schatten verändern die Wirkung. In Mixed Media kann ein Foto zerschnitten, übermalt, überzeichnet, überdruckt oder mit anderen Bildern verbunden werden.

Eine Kamera als Werkzeug zur Auswahl und Gestaltung von Bildausschnitten
Eine Kamera als Werkzeug zur Auswahl und Gestaltung von Bildausschnitten
Beispiel für Fotomontage und Mixed Media
Beispiel für Fotomontage und Mixed Media

Fair und sicher fotografieren: Verwende möglichst eigene Fotos von Dingen und Oberflächen. Fotografiere erkennbare Personen nur mit ihrer Zustimmung und beachte die Regeln Deiner Schule zum Datenschutz.


Text und Typografie: Wörter als Bild

Typografie bedeutet die Gestaltung von Schrift. Text kann in einem Kunstwerk informieren, erzählen, irritieren, verstärken oder eine zusätzliche Bedeutung eröffnen. Dabei zählt nicht nur, was geschrieben wird, sondern auch wie.

Ein einzelnes Wort kann groß und laut wirken. Kleine Schrift kann wie ein Geheimnis erscheinen. Handschrift wirkt anders als gedruckte Buchstaben. Zerrissene Wörter können Spannung erzeugen. Wiederholte Wörter können zu einem Muster werden.

Bewegliche Lettern zeigen, dass Schrift zugleich Information und gestaltete Form sein kann
Bewegliche Lettern zeigen, dass Schrift zugleich Information und gestaltete Form sein kann

Gestaltungsfrage: Soll Dein Text gelesen werden, als Form wirken oder beides zugleich?


Material und Oberfläche: Fühlen mit den Augen

Material besitzt eine sichtbare und oft auch fühlbare Textur. Glattes Papier wirkt anders als Wellpappe. Stoff wirkt anders als Folie. Schnur, Pappe, Transparentpapier oder Naturmaterialien können eine Oberfläche verändern und räumliche Akzente schaffen.

Bei einer zweidimensionalen Mixed-Media-Arbeit solltest Du nur leichte Materialien verwenden, die sicher auf dem Bildträger befestigt werden können. Saubere, trockene und ungefährliche Fundmaterialien eignen sich besonders gut.

Textile Oberfläche als Beispiel für sichtbare Materialstruktur
Textile Oberfläche als Beispiel für sichtbare Materialstruktur
Pappoberfläche als Material- und Strukturbeispiel
Pappoberfläche als Material- und Strukturbeispiel

Gestaltungsfrage: Welche Oberfläche unterstützt Deine Bildidee: glatt, rau, weich, durchsichtig, glänzend oder matt?


Wie Medien miteinander wirken


Kontrast und Verbindung

Mixed Media wird besonders interessant, wenn die Medien nicht nebeneinanderstehen, sondern aufeinander reagieren. Dafür kannst Du zwei Grundprinzipien nutzen: Kontrast und Verbindung.

Ein Kontrast entsteht zum Beispiel zwischen einer exakten Fotografie und einer freien Zeichnung, zwischen glattem Papier und rauem Stoff, zwischen ruhiger Farbfläche und wildem Druckmuster oder zwischen einem sachlichen Wort und einem verspielten Bild.

Eine Verbindung entsteht, wenn sich Farben wiederholen, Linien über mehrere Materialien weiterlaufen, ähnliche Formen in Foto und Zeichnung auftauchen oder ein gedrucktes Muster an verschiedenen Stellen wiederkehrt.

Mixed-Media-Collage: unterschiedliche Bildteile werden durch Komposition und Materialbeziehungen verbunden
Mixed-Media-Collage: unterschiedliche Bildteile werden durch Komposition und Materialbeziehungen verbunden


Schichten und Überlagerungen

Schichten sind ein wichtiges Prinzip von Mixed Media. Du kannst mit einem Untergrund beginnen, darauf Farbe auftragen, dann drucken, ein Foto aufkleben und anschließend mit Zeichnung oder Text darüberarbeiten. Die Reihenfolge beeinflusst das Ergebnis.

Wenn Du etwas vollständig überdeckst, verschwindet ein Teil. Wenn Du Transparentpapier oder dünne Farblasuren verwendest, bleiben ältere Schichten sichtbar. Wenn Du eine Linie über mehrere Schichten hinweg zeichnest, verbindest Du die Teile optisch.

Warte bei nassen Medien immer, bis eine Schicht ausreichend getrocknet ist, bevor Du empfindliche Papiere oder weitere Materialien aufklebst.


Bildaufbau: Wo schaut man zuerst hin?

Eine gute Komposition hilft dem Auge, sich im Bild zu orientieren. Überlege Dir einen Schwerpunkt. Dieser kann durch Größe, Farbe, Kontrast, Detailreichtum oder eine ungewöhnliche Form entstehen.

Nutze freie Flächen bewusst. Nicht jede Stelle muss gefüllt werden. Ein ruhiger Bereich kann einen lebhaften Bereich stärker wirken lassen. Wiederholungen können das Auge durch das Bild führen. Überlappungen können zeigen, welche Formen vorne oder hinten liegen.

Collage mit geometrischen Formen und bewusster Anordnung
Collage mit geometrischen Formen und bewusster Anordnung


Werkstattprojekt: „Meine Welt in Schichten“


Der Arbeitsauftrag

Gestalte eine eigenständige Mixed-Media-Arbeit im Format ungefähr DIN A3 oder auf einem ähnlich großen stabilen Bildträger. Das Thema lautet „Meine Welt in Schichten“.

Pflicht: Kombiniere mindestens drei der folgenden Gestaltungsmittel: Zeichnung, Farbe, Druck, Collage, eigene Fotografie, Text beziehungsweise Typografie oder Material.

Dein Werk soll eine eigene Bildidee erkennen lassen. Die Medien sollen sich überschneiden, verbinden, ergänzen oder bewusst widersprechen. Am Ende begründest Du Deine Medienwahl und erklärst, wie die ausgewählten Mittel Deine Bildaussage unterstützen.


Phase 1: Sammeln und Forschen

Lege zunächst eine kleine Materialsammlung an. Suche ungefährliche Papiere, Verpackungsreste, Stoffstücke oder interessante Oberflächen. Fotografiere drei bis fünf Details aus Deiner Umgebung. Erstelle außerdem kleine Proben mit Linie, Farbe und Druck.

Bewerte Deine Proben nicht sofort als „schön“ oder „hässlich“. Frage Dich stattdessen: Welche Wirkung hat die Spur? Welche Oberfläche passt zu meiner Idee? Welche Kombination überrascht mich? Welche Elemente könnten miteinander verbunden werden?


Phase 2: Ideen entwickeln

Fertige zwei kleine Entwurfsskizzen an. Markiere, wo ein Schwerpunkt liegen könnte und welche Medien Du an welcher Stelle einsetzen möchtest.

Ein möglicher Entwurf könnte zum Beispiel so aufgebaut sein: Eine eigene Fotografie eines Schulwegs bildet den Ausgangspunkt. Gedruckte Reifen- oder Kreismuster erzeugen Bewegung. Gezeichnete Fantasiewege verändern die reale Fotografie. Ein einzelnes Wort steht als großer typografischer Akzent im Bild.

Ein anderer Entwurf könnte mit einem farbigen Untergrund beginnen. Darauf liegen gerissene Papierformen, eine gezeichnete Figur, Stoffstücke und wiederholte Stempelspuren. Wichtig ist immer, dass Du Deine eigene Lösung entwickelst.


Phase 3: Reihenfolge planen

Notiere eine sinnvolle Arbeitsreihenfolge. Nasse Schichten kommen meist vor empfindlichen Papier- oder Stoffteilen. Fotos und Collageteile kannst Du erst probeweise auflegen, bevor Du sie festklebst. Zeichnung und Text können je nach Idee am Anfang oder am Ende eingesetzt werden.

Prüfe vor dem Kleben: Ist der Schwerpunkt erkennbar? Gibt es sehr volle und ruhigere Bereiche? Wiederholen sich Formen oder Farben? Berühren oder überlagern sich mindestens zwei Medien? Unterstützt die Anordnung meine Idee?


Phase 4: Gestalten

Arbeite schrittweise. Verändere Deinen Plan, wenn während des Arbeitens eine bessere Idee entsteht. Ein Entwurf ist eine Orientierung und kein Gefängnis.

Achte darauf, dass die einzelnen Medien nicht nur getrennte Inseln bleiben. Verbinde sie zum Beispiel mit Linien, Farbübergängen, Überlagerungen, gemeinsamen Formen oder Wiederholungen.


Phase 5: Prüfen und Überarbeiten

Lege Dein Werk für einen Moment weg und betrachte es aus einiger Entfernung. Frage Dich: Wo schaut mein Auge zuerst hin? Gibt es Stellen, die noch unverbunden wirken? Wird ein Element zu dominant? Braucht das Bild mehr Ruhe oder mehr Spannung?

Du darfst überkleben, übermalen, ergänzen oder Teile entfernen. Überarbeitung gehört zum künstlerischen Prozess.


Phase 6: Medienwahl begründen

Deine Begründung soll nicht nur aufzählen, was Du verwendet hast. Sie soll erklären, warum die Medien zu Deiner Idee passen.

Eine gute Begründung kann nach diesem Muster entstehen: „Ich habe Fotografie eingesetzt, weil sie einen echten Ort aus meinem Alltag zeigt. Die gezeichneten Linien verändern diesen realen Ort und zeigen meine Vorstellung davon. Die Druckspuren wiederholen sich wie Schritte und erzeugen Bewegung. Den kurzen Text habe ich groß gesetzt, damit er als Schwerpunkt wirkt.“

Nutze passende Fachbegriffe wie Kontrast, Komposition, Textur, Überlagerung, Rhythmus, Farbwirkung, Bildausschnitt oder Typografie.


Differenzierung G / M / E


G – Grundniveau

Auf dem Grundniveau erhältst Du mehr Struktur. Wähle mindestens drei Gestaltungsmittel aus einer vorgegebenen Auswahl, zum Beispiel Zeichnung, Farbe und Collage oder Fotografie, Druck und Text. Erstelle vor der Hauptarbeit drei Materialproben und einen einfachen Entwurf.

Für die Begründung kannst Du Satzstarter verwenden: „Ich habe … gewählt, weil …“; „Die Farbe wirkt …“; „Die Zeichnung verbindet …“; „Der Druck wiederholt …“; „Das Foto zeigt …“.

G-Ziel: Mindestens drei Medien sind deutlich erkennbar, sie gehören zu einer gemeinsamen Bildidee, und Du kannst zu jedem gewählten Medium eine verständliche Wirkung nennen.


Mittleres Niveau

Auf dem mittleren Niveau planst Du selbstständiger. Du kombinierst mindestens drei Medien und sorgst bewusst dafür, dass sie sich an mehreren Stellen berühren, überlagern oder gegenseitig ergänzen.

Du nutzt mindestens drei Gestaltungskriterien bewusst, zum Beispiel Schwerpunkt, Kontrast, Wiederholung, Überlagerung, Farbwirkung oder Materialstruktur. Deine Begründung beschreibt nicht nur einzelne Medien, sondern auch ihre Beziehungen.

M-Ziel: Die Medienwahl ist erkennbar geplant, die Komposition wirkt zusammenhängend, und Du kannst erklären, wie mindestens zwei Medien gemeinsam eine bestimmte Wirkung erzeugen.


E – Erweitertes Niveau

Auf dem erweiterten Niveau entwickelst Du eine besonders eigenständige Lösung. Du experimentierst zunächst mit mehreren Kombinationen und entscheidest anschließend begründet, welche davon Deine Bildidee am stärksten unterstützt.

Du setzt mindestens drei Medien ein, ohne die Qualität nur an der Anzahl zu messen. Entscheidend ist die Tiefe der Verbindung. Du kannst zum Beispiel einen Gegensatz zwischen Wirklichkeit und Fantasie, Ordnung und Chaos, Nähe und Distanz oder alt und neu gestalterisch untersuchen.

E-Ziel: Die Beziehungen der Medien tragen eine eigenständige Aussage. Deine Reflexion erklärt gestalterische Entscheidungen, benennt Veränderungen während des Prozesses und beurteilt, welche Wirkung gelungen ist und was Du weiterentwickeln würdest.


Beurteilungskriterien

Für alle Niveaus gilt dieselbe Grundidee: Entscheidend ist nicht, wer die meisten Materialien verwendet, sondern wie bewusst die Medien zur Bildidee eingesetzt werden.

Kriterium G M E
Medienkombination Mindestens drei Medien sind erkennbar und sinnvoll eingesetzt. Mindestens drei Medien greifen sichtbar ineinander. Mindestens drei Medien stehen in einer eigenständigen, bewusst entwickelten Beziehung.
Bildidee Ein gemeinsames Thema ist erkennbar. Die Bildidee bestimmt Auswahl und Anordnung der Medien. Die Bildidee wird vielschichtig und individuell weiterentwickelt.
Komposition Schwerpunkt und Anordnung sind nachvollziehbar. Kontraste, Wiederholungen und Überlagerungen werden gezielt genutzt. Die Komposition erzeugt eine bewusst gesteuerte Blickführung und komplexe Beziehungen.
Handwerk und Experiment Materialien werden sorgfältig und sicher verwendet. Techniken werden sicher kombiniert und sinnvoll variiert. Experimente werden geprüft, ausgewählt und gestalterisch weiterentwickelt.
Begründung Die Wirkung jedes gewählten Mediums wird einfach erklärt. Beziehungen zwischen mehreren Medien werden mit Fachbegriffen erklärt. Entscheidungen, Alternativen und Wirkungen werden differenziert reflektiert.


Material und Sicherheit

Geeignet sind stabiles Papier oder dünner Karton, Bleistifte, Buntstifte, Filzstifte, Wasser- oder Deckfarben, Pinsel, schulgeeignete Druckfarbe, Moosgummi, Wellpappe, Schwämme, Blätter, ungefährliche Fundgegenstände, alte Papiere, eigene Fotografien, Stoffreste, Schnur, Transparentpapier, Klebestift und Bastelkleber.

Verwende keine scharfkantigen, schmutzigen oder unbekannten Fundmaterialien. Nutze Schneidwerkzeuge nur nach den Regeln Deiner Lehrkraft. Lösungsmittelhaltige Farben, Sprays und andere ungeeignete Stoffe gehören nicht in dieses Projekt. Schütze den Arbeitsplatz und räume Materialien nach der Arbeit wieder sicher weg.


Künstlerische Impulse

Mixed Media hat viele Formen. Besonders in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts wurden Grenzen zwischen Zeichnung, Malerei, Druck, Fotografie, Collage und Objekt immer wieder überschritten. Für Deine eigene Arbeit musst Du keinen historischen Stil kopieren. Künstlerische Beispiele sollen Dir zeigen, dass Materialien unterschiedlich gedacht und kombiniert werden können.

Kurt Schwitters: Mixed-Media-Collage auf Papier
Kurt Schwitters: Mixed-Media-Collage auf Papier

Ein wichtiges Prinzip ist die Neubedeutung: Ein Stück Zeitung, ein Fotoausschnitt oder ein Stück Verpackung hat zunächst eine Alltagsfunktion. In einem Kunstwerk kann dasselbe Material plötzlich Farbe, Form, Erinnerung, Spur oder Symbol werden.

Auch ein Druck kann mehr sein als die Vervielfältigung eines Motivs. Wiederholte Spuren können Bewegung, Rhythmus oder Masse darstellen.


Mini-Atelier: Sieben schnelle Experimente

Diese kurzen Übungen helfen Dir, Medien zu erforschen, bevor Du sie im Hauptwerk kombinierst.

  1. Linienwechsel: Zeichne denselben Gegenstand einmal mit einer dünnen, einmal mit einer breiten und einmal mit einer unterbrochenen Linie.
  2. Farbstimmung: Gestalte zwei kleine Farbflächen zum selben Thema, eine ruhig und eine energiegeladen.
  3. Druckspur: Erzeuge mit einem sicheren Fundgegenstand mindestens fünf Abdrücke und verändere Abstand, Drehung oder Farbdruck.
  4. Kantenvergleich: Kombiniere geschnittene und gerissene Papierformen.
  5. Bildausschnitt: Fotografiere dieselbe Oberfläche einmal sehr nah und einmal aus größerer Entfernung.
  6. Wortbild: Gestalte ein Wort so, dass seine Schriftform zur Bedeutung passt.
  7. Materialkontrast: Lege eine glatte und eine raue Oberfläche nebeneinander und zeichne eine Linie über beide Bereiche hinweg.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Mixed Media in der bildenden Kunst? (Die Verbindung unterschiedlicher Medien oder Techniken in einem Kunstwerk) (!Nur das Malen mit drei verschiedenen Farben) (!Nur das Arbeiten mit digitalen Bildern) (!Das Kopieren eines bereits fertigen Kunstwerks)




Welche Kombination erfüllt die Aufgabe mit mindestens drei Gestaltungsmitteln? (Zeichnung, Fotografie und Druck) (!Nur Bleistiftzeichnung) (!Nur Wasserfarbe) (!Nur eine Fotografie)




Welche Wirkung kann eine Wiederholung von Druckspuren besonders gut erzeugen? (Rhythmus) (!Geruch) (!Gewicht) (!Lautstärke)




Wozu dient ein Bildausschnitt in der Fotografie? (Er bestimmt, welcher Teil der Wirklichkeit im Bild sichtbar wird) (!Er macht jede Fotografie automatisch schwarzweiß) (!Er ersetzt die Kamera) (!Er bestimmt die Klebstoffsorte)




Was beschreibt Typografie? (Die Gestaltung von Schrift) (!Das Trocknen von Farbe) (!Das Schärfen eines Bleistifts) (!Das Mischen von Klebstoff)




Warum können Überlagerungen in Mixed Media wichtig sein? (Sie schaffen Beziehungen und Schichten zwischen Bildelementen) (!Sie verhindern jede Bildwirkung) (!Sie machen alle Farben gleich) (!Sie ersetzen die Bildidee)




Was ist eine sinnvolle Begründung der Medienwahl? (Die Fotografie zeigt Wirklichkeit, während die Zeichnung meine Vorstellung ergänzt) (!Ich habe alles benutzt, weil es auf dem Tisch lag) (!Ich habe die Medien zufällig gewählt und nicht weiter überlegt) (!Je mehr Material ich nehme, desto besser ist das Bild automatisch)




Welche Oberfläche erzeugt einen Materialkontrast zu glattem Papier? (Rauer Stoff) (!Ein zweites glattes Papier) (!Eine identische Papierfläche) (!Eine leere Vorstellung ohne Material)




Was hilft bei einer klaren Komposition? (Ein bewusst gesetzter Schwerpunkt) (!Jede Stelle gleich stark zu füllen) (!Alle Elemente exakt gleich groß zu machen) (!Ohne Planung alles übereinanderzukleben)




Welche Regel ist beim Fotografieren für ein Schulprojekt sinnvoll? (Erkennbare Personen nur mit Zustimmung fotografieren) (!Jede Person ohne Nachfrage fotografieren) (!Nur fremde Fotos aus dem Internet verwenden) (!Datenschutz spielt in Schulprojekten keine Rolle)





Memory

Zeichnung Linie
Farbe Stimmung
Druck Wiederholung
Collage Schichtung
Fotografie Bildausschnitt
Typografie Schriftgestaltung
Material Oberfläche





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wirkung
Zeichnung präzise Linie
Fotografie Wirklichkeitsausschnitt
Druck rhythmische Wiederholung
Typografie gestaltete Schrift
Textur sichtbare Oberfläche




...


Kreuzworträtsel

Collage Wie heißt eine Technik, bei der unterschiedliche Bildteile zu einem neuen Ganzen zusammengefügt werden?
Fotografie Welches Medium hält einen ausgewählten Ausschnitt der sichtbaren Wirklichkeit fest?
Typografie Wie heißt die Gestaltung von Schrift als Form und Information?
Struktur Welcher Begriff beschreibt die erkennbare Ordnung oder Beschaffenheit einer Oberfläche?
Kontrast Wie heißt ein deutlicher Gegensatz zwischen Gestaltungselementen?
Komposition Wie heißt die bewusste Anordnung der Bildelemente auf einer Fläche?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei Mixed Media werden unterschiedliche

in einem Kunstwerk verbunden.
Eine gezeichnete Linie gehört zum Gestaltungsmittel

.
Durch wiederholte Abdrücke kann beim Druck ein

entstehen.
Das Übereinanderlegen verschiedener Bildteile nennt man

.
Ein Foto zeigt immer nur einen ausgewählten

.
Die Gestaltung von Schrift heißt

.
Eine raue oder glatte Beschaffenheit kann als

beschrieben werden.
Ein deutlich wahrnehmbarer Gegensatz heißt

.
Die bewusste Anordnung von Bildelementen nennt man

.
Im Hauptprojekt kombinierst Du mindestens drei

.
Eine gute Reflexion erklärt nicht nur was verwendet wurde, sondern auch die

der Medien.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Materialsammlung: Sammle sechs sichere Materialien oder Papiere mit möglichst unterschiedlichen Oberflächen und beschreibe zu jedem Material ein passendes Wirkungswort.
  2. Farbwirkung: Gestalte zwei kleine Farbproben zum Thema „Ruhe und Energie“ und erkläre, wodurch die unterschiedliche Stimmung entsteht.
  3. Fotografie: Fotografiere drei interessante Oberflächen in Deiner Umgebung aus ungewöhnlichen Bildausschnitten und wähle das stärkste Foto aus.
  4. Typografie: Gestalte ein Wort wie „laut“, „leise“, „schnell“ oder „schwer“ so, dass die Schriftform zur Bedeutung passt.


Standard

  1. Collage: Erstelle eine Mini-Collage aus eigenem Foto, Zeichnung und gerissenem Papier und verbinde die drei Medien durch mindestens eine gemeinsame Farbe.
  2. Druckgrafik: Entwickle mit einem sicheren Fundmaterial ein Druckmuster und kombiniere es mit einer gezeichneten Form.
  3. Komposition: Zeichne zwei verschiedene Entwürfe für „Meine Welt in Schichten“ und begründe, welcher Entwurf die stärkere Blickführung besitzt.
  4. Kunstgespräch: Tausche Dein Werk mit einer Partnerin oder einem Partner aus und formuliere zwei Beobachtungen zur Medienwirkung sowie einen konkreten Überarbeitungsvorschlag.


Schwer

  1. Mixed Media: Entwickle eine eigenständige Arbeit mit mindestens drei Medien, bei der ein bewusster Gegensatz wie Wirklichkeit und Fantasie oder Ordnung und Chaos sichtbar wird.
  2. Experiment: Erprobe drei unterschiedliche Reihenfolgen derselben Medien auf kleinen Testflächen und untersuche, wie sich die Wirkung durch die Schichtung verändert.
  3. Kunstkritik: Vergleiche zwei Mixed-Media-Beispiele aus diesem aiMOOC hinsichtlich Komposition, Material, Kontrast und Bedeutung und formuliere ein begründetes Urteil.
  4. Dokumentation: Erstelle eine fotografische Prozessdokumentation Deiner eigenen Arbeit und verfasse eine Reflexion, in der Du eine verworfene Idee, eine wichtige Entscheidung und eine mögliche Weiterentwicklung erklärst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Medienwirkung: Du möchtest in einem Bild den Gegensatz zwischen einer realen Alltagssituation und einer erfundenen Zukunft zeigen. Wähle mindestens drei Medien aus und begründe, welche Aufgabe jedes Medium in Deiner Darstellung übernimmt.
  2. Komposition: Ein Mixed-Media-Bild wirkt unruhig, weil alle Bereiche gleich stark gefüllt sind. Entwickle drei konkrete Veränderungen, durch die ein Schwerpunkt und ruhigere Bereiche entstehen.
  3. Überlagerung: Erkläre an einem selbst erfundenen Beispiel, wie eine Fotografie, eine Farbschicht und eine Zeichnung in drei verschiedenen Reihenfolgen unterschiedliche Wirkungen erzeugen können.
  4. Material: Eine Arbeit verwendet glattes Fotopapier, Wellpappe und Stoff. Untersuche, welche Kontraste dadurch entstehen und wie diese Unterschiede zu einem Thema wie „Stadt und Natur“ passen könnten.
  5. Typografie: Ein Bild zum Thema „Lärm“ enthält das Wort „still“. Erkläre zwei unterschiedliche Möglichkeiten, wie dieser Widerspruch bewusst als gestalterische Aussage eingesetzt werden kann.
  6. Reflexion: Eine Schülerin verwendet sieben Materialien, kann aber keine Auswahl begründen. Ein Schüler verwendet drei Medien, die sichtbar aufeinander reagieren. Beurteile beide Lösungen anhand der Kriterien Medienwahl, Bildidee und Wirkung.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu BK6 - Mixed Media sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Eigenständige Bildidee: Dein Werk zeigt eine persönliche Lösung zum Thema „Meine Welt in Schichten“.
  2. Mindestens drei Gestaltungsmittel: Du kombinierst mindestens drei Medien wie Zeichnung, Farbe, Druck, Collage, Fotografie, Text oder Material.
  3. Bewusste Verbindung: Die Medien stehen nicht nur nebeneinander, sondern greifen durch Überlagerung, Wiederholung, Linie, Farbe, Form oder Bedeutung ineinander.
  4. Komposition: Schwerpunkt, Kontraste, freie Flächen und Blickführung sind nachvollziehbar gestaltet.
  5. Arbeitsprozess: Entwurf, Materialproben und mindestens eine Überarbeitung sind erkennbar oder dokumentiert.
  6. Medienbegründung: Du erklärst, warum Du die ausgewählten Medien eingesetzt hast und welche Wirkung sie erzeugen.
  7. Fachsprache: Du verwendest passende Begriffe wie Komposition, Kontrast, Textur, Überlagerung, Rhythmus, Bildausschnitt oder Typografie.
  8. Reflexion: Du benennst eine gelungene Entscheidung, eine Schwierigkeit und eine mögliche Weiterentwicklung.

Für G genügt eine klare, verständliche Begründung der drei Medien und ihrer Grundwirkung. Für M werden zusätzlich Beziehungen zwischen den Medien und mehrere Kompositionsentscheidungen erklärt. Für E werden Alternativen, Veränderungen im Prozess und die beabsichtigte Gesamtwirkung differenziert reflektiert.




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