BK6 - Design ist überall

BK6 - Design ist überall
BK6 - Design ist überall
Einleitung
Design ist überall: auf dem Stuhl, auf dem Du sitzt, auf der Trinkflasche in Deiner Tasche, auf dem Bildschirm Deines Smartphones, an Deinen Schuhen, an Fahrrädern, Autos, Verpackungen, Scheren, Wasserkochern und Apps. Design bedeutet nicht nur, dass etwas „schön“ aussieht. Beim Design wird bewusst gestaltet, damit ein Gegenstand, eine Oberfläche oder ein System zu einer bestimmten Aufgabe und zu bestimmten Menschen passt.
In diesem aiMOOC lernst Du, Alltagsdesign genau zu untersuchen. Dafür benutzt Du immer wieder sechs zentrale Fragen:
| Bereich | Leitfrage |
|---|---|
| Form | Wie ist etwas geformt, gegliedert und proportioniert? |
| Funktion | Was soll es leisten oder ermöglichen? |
| Material | Woraus besteht es und welche Eigenschaften sind wichtig? |
| Farbe | Wie wirkt die Farbgestaltung und welche Informationen vermittelt sie? |
| Zielgruppe | Für wen wurde es gestaltet? |
| Gebrauch | Wie wird es benutzt, gehalten, getragen, gelesen oder bedient? |

Beobachtungsauftrag: Sieh Dir die verschiedenen Scheren an. Obwohl alle schneiden sollen, unterscheiden sie sich deutlich in Form, Größe, Griff, Farbe und Material. Überlege, welche Schere wohl für Papier, Stoff, Haare, Bastelarbeiten oder besondere Nutzerinnen und Nutzer gedacht sein könnte.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du Alltagsgegenstände nicht nur beschreiben, sondern erklären, warum sie so gestaltet sind.
| Niveau | Das kannst Du am Ende |
|---|---|
| G – Grundniveau | Du erkennst Form, Funktion, Material, Farbe, Zielgruppe und Gebrauch und kannst sie an einem Beispiel benennen. |
| M – Mittleres Niveau | Du erklärst Zusammenhänge, zum Beispiel warum eine Form zu einer Funktion oder ein Material zu einem bestimmten Gebrauch passt. |
| E – Erweitertes Niveau | Du beurteilst Design begründet, vergleichst Lösungen, erkennst Zielkonflikte und entwickelst eigene Verbesserungsvorschläge. |
Was ist Design?
Design ist die bewusste Gestaltung von Dingen, Informationen, Räumen oder digitalen Oberflächen. Ein Produkt entsteht meistens nicht zufällig. Menschen überlegen, was gebraucht wird, sammeln Ideen, zeichnen Entwürfe, bauen Modelle oder Prototypen, testen diese und verbessern sie.
Ein gut gestaltetes Produkt muss oft mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Ein Fahrradhelm soll zum Beispiel schützen, bequem sitzen, nicht zu schwer sein, Luft durchlassen, zum Kopf passen und so gestaltet sein, dass Menschen ihn gern tragen. Eine App soll Informationen verständlich ordnen, gut lesbar sein und eine Bedienung ermöglichen, die nicht unnötig verwirrt.
Design ist deshalb ein Zusammenspiel aus Gestaltung, Technik, Nutzung, Kommunikation und oft auch Nachhaltigkeit.
G: Nenne an einem Gegenstand drei sichtbare Gestaltungsmerkmale.
M: Erkläre, wie zwei dieser Merkmale mit der Funktion zusammenhängen.
E: Beurteile, welche Gestaltungsentscheidung besonders gelungen ist und wo ein Zielkonflikt entsteht.
Die sechs Designfragen
Form
Die Form beschreibt, wie etwas aussieht und räumlich aufgebaut ist. Formen können rund, eckig, flach, hoch, symmetrisch, unregelmäßig, geschlossen oder offen sein. Auch Größenverhältnisse und Übergänge gehören dazu.
Eine Form kann Aufmerksamkeit erregen, Stabilität unterstützen oder den Gebrauch erleichtern. Ein runder Griff kann sich anders anfühlen als ein kantiger. Eine breite Standfläche kann einen Gegenstand stabiler machen. Eine abgerundete Ecke kann angenehm zu greifen sein.

Bei diesem Kunststoffstuhl kannst Du untersuchen, wie Sitzfläche, Rückenlehne und Beine aufeinander abgestimmt sind. Die Form muss nicht nur sichtbar interessant sein, sondern auch das Sitzen und die Stabilität ermöglichen.
Funktion
Die Funktion ist die Aufgabe eines Designs. Viele Produkte haben eine Hauptfunktion und mehrere Nebenfunktionen. Eine Trinkflasche soll Flüssigkeit aufnehmen. Zusätzlich soll sie vielleicht dicht schließen, gut in eine Tasche passen, sich reinigen lassen und leicht zu tragen sein.
Bei der Funktionsanalyse fragst Du deshalb nicht nur: „Was kann das Produkt?“, sondern auch: „Was muss es besonders gut können?“

G: Benenne die Hauptfunktion der Flasche.
M: Erkläre zwei Nebenfunktionen, die im Alltag wichtig sind.
E: Entwickle eine Verbesserung für eine Person, die die Flasche nur mit einer Hand bedienen kann.
Material
Das Material beeinflusst Gewicht, Oberfläche, Haltbarkeit, Stabilität, Preis, Reparierbarkeit und Umweltwirkung. Holz fühlt sich anders an als Metall. Textilien können weich und beweglich sein. Glas ist durchsichtig, aber bruchempfindlich. Kunststoff kann sehr unterschiedlich geformt werden, muss aber je nach Produkt und Kunststoffart kritisch im Hinblick auf Lebensdauer, Wiederverwendung und Entsorgung betrachtet werden.
Designerinnen und Designer wählen ein Material deshalb nicht nur nach dem Aussehen aus. Sie prüfen, ob es zur Funktion und zum Gebrauch passt.

Untersuche am Wasserkocher, welche Teile vermutlich hitzebeständig, isolierend, durchsichtig oder griffig sein müssen.
Farbe
Farbe kann auffallen, ordnen, warnen, beruhigen, unterscheiden oder eine Marke wiedererkennbar machen. Ihre Wirkung ist aber nicht überall und für alle Menschen gleich. Deshalb solltest Du Farbbedeutungen nicht als feste Naturgesetze behandeln.
Wichtig ist besonders der Kontrast. Texte, Symbole und Bedienelemente müssen sich oft deutlich vom Hintergrund unterscheiden, damit sie gut erkannt werden können.

Bei Kleidung kann Farbe Teil des persönlichen Ausdrucks sein. Gleichzeitig kann sie praktische Aufgaben erfüllen, etwa Sichtbarkeit erhöhen oder unterschiedliche Bereiche kennzeichnen.
Zielgruppe
Die Zielgruppe bezeichnet die Menschen, für die ein Produkt oder eine Gestaltung besonders gedacht ist. Dabei können Alter, Körpergröße, Erfahrung, Interessen, Alltagssituation oder besondere Bedürfnisse eine Rolle spielen.
Gutes Design vermeidet vorschnelle Klischees. Ein Produkt für Kinder muss nicht automatisch bunt sein. Ein Produkt für ältere Menschen muss nicht langweilig wirken. Entscheidend ist, welche Bedürfnisse tatsächlich vorhanden sind.
G: Beschreibe eine mögliche Zielgruppe.
M: Begründe zwei Gestaltungsentscheidungen aus Sicht dieser Zielgruppe.
E: Prüfe, ob das Produkt auch für Menschen außerhalb der geplanten Zielgruppe gut nutzbar ist.
Gebrauch
Beim Gebrauch geht es darum, wie ein Produkt benutzt wird. Muss man es greifen, drücken, ziehen, drehen, tragen, falten, lesen oder wischen? Kann man sofort erkennen, wie es funktioniert? Ist es bequem? Entstehen Fehler leicht?
Bei körperlichen Gegenständen spricht man häufig von Ergonomie. Bei digitalen Produkten ist oft von Gebrauchstauglichkeit die Rede. Beide Bereiche fragen danach, wie gut ein Design zu Menschen und ihren Handlungen passt.

Ein Rucksack zeigt besonders gut, dass Gebrauch und Körper zusammen gedacht werden müssen: Träger, Rückenfläche, Gewicht, Verschlüsse, Fächer und Material beeinflussen die Nutzung.
Designfelder im Alltag
Möbel
Möbel sind für den Alltag gestaltet und stehen in engem Kontakt mit dem menschlichen Körper. Bei einem Stuhl treffen Form, Material, Stabilität, Komfort und Herstellung direkt aufeinander.

Vergleiche diesen Stuhl mit dem zuvor gezeigten Kunststoffstuhl. Achte auf Sitzschale, Beine, Materialkombination, Linienführung und mögliche Zielgruppen.
Designfrage: Welche Form wirkt eher leicht, welche eher massiv? Welche Lösung scheint besser stapelbar, transportierbar oder bequem? Begründe nur mit Merkmalen, die Du tatsächlich erkennen oder sachlich erklären kannst.
Verpackungen
Verpackungen schützen Produkte, bündeln sie, erleichtern Transport und Lagerung und geben Informationen. Gleichzeitig können Form, Farbe, Schrift und Bildgestaltung Aufmerksamkeit erzeugen. Verpackungsdesign steht deshalb zwischen Schutz, Information, Verkauf und Ressourcenverbrauch.


Untersuche, welche Formen gut zu greifen oder zu transportieren sind. Überlege außerdem, wie viel Material für eine Verpackung nötig ist und wie sie nach dem Gebrauch weiterverwendet, getrennt oder recycelt werden könnte.
G: Nenne drei Funktionen einer Verpackung.
M: Erkläre einen Zusammenhang zwischen Form und Transport.
E: Entwickle eine Verpackungsidee, die Material spart, ohne die Schutzfunktion zu verlieren.
Geräte
Technische Geräte müssen gleichzeitig funktionieren, sicher sein und verständlich bedient werden können. Bei Smartphones, Kopfhörern, Wasserkochern, Fernbedienungen oder Spielkonsolen treffen harte technische Anforderungen auf menschliche Hände, Augen und Gewohnheiten.

Bei faltbaren Smartphones verändert die bewegliche Form die Nutzung. Frage Dich: Welche neue Funktion entsteht durch das Falten? Welche zusätzlichen Anforderungen ergeben sich dadurch an Material, Scharniere, Oberfläche und Bedienung?

Vergleiche Smartphone und Wasserkocher: Beide sind Geräte, aber ihre Funktionen, Materialien, Gefahren, Bedienweisen und Zielgruppen unterscheiden sich stark.
Kleidung und Accessoires
Kleidung ist gestaltete zweite Haut. Sie soll je nach Situation wärmen, schützen, Bewegungen zulassen, Zugehörigkeit zeigen oder persönlichen Ausdruck ermöglichen. Schnitt, Material, Farbe, Verschlüsse und Taschen sind Designentscheidungen.

Ein T-Shirt wirkt einfach, aber auch hier wurden Halsöffnung, Ärmellänge, Schnitt, Stoff, Nähte und Größe gestaltet.

Auch Accessoires wie Rucksäcke verbinden Körper, Funktion und Gestaltung. Ein Schulrucksack für Klasse 6 hat andere Anforderungen als ein kleiner Abendrucksack oder ein großer Trekkingrucksack.
Apps und digitale Oberflächen
Auch eine App hat Design. Hier geht es nicht um Material im klassischen Sinn, sondern um Bildschirmfläche, Anordnung, Symbole, Schrift, Farbe, Navigation, Rückmeldungen und Interaktionen.

Untersuche die sichtbare Oberfläche: Welche Symbole erkennst Du schnell? Wie werden Bereiche gruppiert? Welche Farben heben sich voneinander ab? Wo könnte die Bedienung für jemanden schwierig sein, der die App zum ersten Mal sieht?
G: Finde drei unterschiedliche Symbole.
M: Erkläre, wie Gruppierung und Farbe Orientierung geben.
E: Entwirf einen verbesserten Startbildschirm mit möglichst wenigen, aber klaren Elementen.
Fahrzeuge
Fahrzeuge müssen Menschen oder Dinge bewegen. Ihre Form hängt unter anderem mit Sicherheit, Stabilität, Geschwindigkeit, Energieverbrauch, Platzangebot, Technik und Zielgruppe zusammen.

Bei modernen Fahrzeugen können zusätzliche Sensoren die äußere Form verändern. Sichtbare Aufbauten zeigen, dass technische Funktionen neue Designaufgaben erzeugen.

Beim Fahrrad sind Maße entscheidend: Rahmen, Räder, Sattel und Lenker müssen zum Körper und zum gewünschten Einsatz passen.
Designfrage: Warum kann ein Fahrzeug nicht nur nach Aussehen gestaltet werden? Nenne mindestens drei funktionale Anforderungen.
Alltagsgegenstände
Viele besonders gute Designbeispiele sind so alltäglich, dass wir sie kaum noch beachten. Eine Schere, Zahnbürste oder Trinkflasche zeigt, wie stark Form und Gebrauch zusammenhängen.

Vergleiche die Zahnbürsten. Achte auf Griff, Kopf, Borstenbereich, Materialübergänge und Farben. Vermute anschließend, welche Unterschiede funktional sein könnten und welche eher der Wiedererkennung oder Gestaltung dienen.

Bei Scheren zeigt schon ein Blick auf die Griffe, dass unterschiedliche Hände und unterschiedliche Schneidaufgaben zu unterschiedlichen Formen führen können.
Form und Funktion zusammendenken
Ein berühmter Gestaltungsgrundsatz lautet sinngemäß, dass die Form der Funktion folgen soll. In der Praxis ist das aber keine einfache Einbahnstraße. Produkte sollen häufig zugleich funktionieren, verständlich sein, bezahlbar bleiben, hergestellt werden können, gut aussehen, zur Zielgruppe passen und möglichst verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen.
Deshalb gibt es beim Design oft Zielkonflikte. Ein besonders leichtes Material kann teuer sein. Eine sehr kleine Verpackung kann Material sparen, aber Informationen schlechter lesbar machen. Ein großes Display kann gut lesbar sein, aber das Gerät größer und schwerer machen.
G: Finde bei einem Gegenstand eine Form, die klar zu einer Funktion passt.
M: Beschreibe einen Zielkonflikt.
E: Schlage eine begründete Lösung vor, die zwei Anforderungen möglichst gut ausbalanciert.
Material genauer untersuchen
Material lässt sich mit mehreren Eigenschaften beschreiben: hart oder weich, elastisch oder starr, glatt oder rau, durchsichtig oder undurchsichtig, schwer oder leicht, wasserfest oder saugfähig, wärmeleitend oder isolierend.
Wichtig ist außerdem, woher Materialien kommen, wie lange sie halten, ob sie repariert, getrennt, wiederverwendet oder recycelt werden können. Ein Material ist nicht automatisch „gut“ oder „schlecht“. Entscheidend ist, wie passend es eingesetzt wird und was über den gesamten Lebensweg des Produkts geschieht.

Untersuchung: Vergleiche eine Einwegflasche, eine Mehrwegflasche und eine wiederbefüllbare Trinkflasche. Berücksichtige nicht nur das Material, sondern auch Transport, Lebensdauer, Reinigung und tatsächliche Nutzung.
Farbe und visuelle Ordnung
Farbe kann Teile unterscheiden und Bedienung erleichtern. Bei einer App kann eine Schaltfläche hervorgehoben werden. Bei einem Gerät kann eine Kontrollleuchte einen Zustand anzeigen. Bei Kleidung kann Farbe Ausdruck oder Sichtbarkeit unterstützen.
Eine wichtige Gestaltungsregel ist: Farbe sollte nicht die einzige Information sein, wenn Menschen eine Information unbedingt verstehen müssen. Zusätzliche Symbole, Formen oder Texte können helfen, damit Informationen auch bei eingeschränktem Farbsehen verständlich bleiben.
Beispiel: Statt nur eine rote und eine grüne Fläche zu verwenden, können zusätzlich unterschiedliche Symbole oder Beschriftungen eingesetzt werden.
Zielgruppe ohne Klischees
Zielgruppenanalyse bedeutet, Menschen ernst zu nehmen. Gute Fragen sind zum Beispiel:
- Bedürfnis: Was soll die Person mit dem Produkt erreichen?
- Körper: Welche Größe, Kraft oder Beweglichkeit spielt eine Rolle?
- Erfahrung: Kennt die Person ähnliche Produkte schon?
- Situation: Wo und wann wird das Produkt benutzt?
- Barrierefreiheit: Welche Hindernisse könnten bei Sehen, Hören, Greifen, Lesen oder Verstehen entstehen?
Eine Zielgruppe ist keine Schublade. Menschen sind verschieden. Deshalb sind Tests mit echten Nutzerinnen und Nutzern im Designprozess besonders wertvoll.
Gebrauch, Ergonomie und Usability
Ergonomie untersucht, wie Produkte, Arbeitsplätze und Bewegungen an den Menschen angepasst werden können. Bei einem Stuhl betrifft das zum Beispiel Sitzhöhe, Rückenlehne und Haltung. Bei einer Schere geht es um Griffgröße, Kraft und Bewegungsrichtung.
Usability beschreibt, wie gut sich ein Produkt oder eine digitale Oberfläche benutzen lässt. Eine App kann technisch funktionieren und trotzdem schlecht bedienbar sein, wenn wichtige Schaltflächen schwer zu finden sind.
Ein Hinweis auf gute Bedienbarkeit ist, wenn ein Design seine Nutzung verständlich macht. Ein Griff lädt zum Greifen ein. Ein gut erkennbarer Schalter zeigt, wo man drückt. Eine gut gestaltete App zeigt, welche Handlung als Nächstes möglich ist.
Nachhaltiges Design
Nachhaltiges Design versucht, Umweltwirkungen und Ressourcenverbrauch mitzudenken. Das kann bedeuten, Produkte langlebig, reparierbar, wiederverwendbar, materialsparend oder gut zerlegbar zu gestalten.
Nachhaltigkeit ist mehr als eine „grüne“ Farbe oder ein Blatt-Symbol auf einer Verpackung. Entscheidend sind überprüfbare Eigenschaften des Produkts und seines Lebenswegs.
| Frage | Beispiel |
|---|---|
| Kann das Produkt lange genutzt werden? | Robuste Teile und zeitlose Funktion |
| Kann es repariert werden? | Schrauben statt dauerhaft verklebter Bauteile |
| Kann Material eingespart werden? | Weniger Verpackungsvolumen |
| Können Teile getrennt werden? | Materialien lassen sich sortieren |
| Kann etwas mehrfach genutzt werden? | Nachfüllbare oder wiederverwendbare Behälter |
Vom Problem zur Idee: Der Designprozess
Design beginnt oft mit einem Problem oder Bedürfnis. Eine sinnvolle vereinfachte Reihenfolge lautet:
- Beobachten: Schau genau hin, wie Menschen etwas benutzen.
- Problem formulieren: Beschreibe, was schwierig ist.
- Ideen entwickeln: Sammle mehrere Lösungen statt sofort die erste zu wählen.
- Entwerfen: Zeichne Skizzen und Varianten.
- Prototyp: Baue ein einfaches Modell.
- Testen: Lass andere Menschen den Entwurf ausprobieren.
- Verbessern: Nutze Rückmeldungen für eine neue Version.
Wichtig: Ein Prototyp muss nicht perfekt aussehen. Er soll eine Idee schnell sichtbar und testbar machen.
Design-Detektiv: Die 6-F-Methode
Du kannst fast jedes Produkt mit der 6-F-Methode untersuchen: Form, Funktion, Fertigungsmaterial, Farbe, Für wen, Funktionieren im Gebrauch. Im Unterricht kannst Du dafür diese Tabelle verwenden:
| Kriterium | Beobachtung | Begründung | Verbesserung |
|---|---|---|---|
| Form | Was sehe ich? | Warum könnte es so geformt sein? | Was würde ich ändern? |
| Funktion | Was kann es? | Welche Aufgabe ist besonders wichtig? | Welche Funktion fehlt? |
| Material | Woraus besteht es? | Warum passt das Material? | Gibt es eine bessere Alternative? |
| Farbe | Welche Farben und Kontraste gibt es? | Was wird hervorgehoben? | Wie könnte es verständlicher werden? |
| Zielgruppe | Für wen scheint es gedacht? | Welche Bedürfnisse werden berücksichtigt? | Wer wird vielleicht ausgeschlossen? |
| Gebrauch | Wie wird es benutzt? | Was gelingt leicht oder schwer? | Wie könnte die Bedienung besser werden? |
Differenzierung G/M/E
| Niveau | Operatoren | Beispiel |
|---|---|---|
| G | benennen, beschreiben, zuordnen | „Beschreibe Form und Material der Schere.“ |
| M | erklären, vergleichen, begründen | „Erkläre, warum der Griff zur Funktion passt.“ |
| E | beurteilen, entwickeln, übertragen | „Beurteile das Design für eine neue Zielgruppe und entwirf eine Verbesserung.“ |
Du kannst dieselbe Sache also auf verschiedenen Niveaus untersuchen. Entscheidend ist nicht, dass alle dieselbe Antwort geben, sondern dass die Begründung zum gewählten Niveau passt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt die Funktion eines Produkts? (Die Aufgabe, die das Produkt erfüllen soll) (!Nur seine Farbe) (!Nur seinen Preis) (!Nur seinen Markennamen)
Welche Frage gehört zur Formanalyse? (Wie ist der Gegenstand geformt und proportioniert) (!Wie teuer war die Werbung) (!Wer hat das Geschäft eröffnet) (!Wie viele Menschen besitzen ihn)
Warum ist Material eine wichtige Designentscheidung? (Es beeinflusst Gebrauch, Gewicht, Haltbarkeit und Oberfläche) (!Es bestimmt immer nur die Farbe) (!Es macht jede Form automatisch stabil) (!Es ist für die Nutzung unwichtig)
Was ist eine Zielgruppe? (Die Gruppe von Menschen, für die etwas besonders gestaltet wird) (!Die Gruppe aller Hersteller) (!Die Farbe eines Produkts) (!Die Verpackung eines Produkts)
Was bedeutet Ergonomie im Zusammenhang mit Design? (Die Anpassung von Produkten an den menschlichen Körper und Gebrauch) (!Die Auswahl eines Markennamens) (!Das Fotografieren eines Produkts) (!Das Zählen von Farben)
Was ist ein Prototyp? (Ein frühes Modell zum Ausprobieren und Verbessern) (!Das fertige Produkt in jeder Einzelheit) (!Eine Werbeanzeige) (!Ein Preisetikett)
Welche Aufgabe kann eine Verpackung haben? (Sie kann schützen, informieren und Transport erleichtern) (!Sie macht jedes Produkt automatisch nachhaltig) (!Sie ersetzt immer das Produkt) (!Sie hat nie eine Schutzfunktion)
Warum ist Kontrast bei Apps wichtig? (Er kann Lesbarkeit und Orientierung verbessern) (!Er macht jede App automatisch schneller) (!Er ersetzt alle Symbole) (!Er verhindert jede Fehlbedienung)
Was kennzeichnet nachhaltiges Design am ehesten? (Es berücksichtigt Lebensdauer, Ressourcen und mögliche Wiederverwendung) (!Es verwendet immer nur die Farbe Grün) (!Es vermeidet jede Art von Technik) (!Es braucht keine Funktion)
Welche Aussage beschreibt einen Zielkonflikt im Design? (Eine Verbesserung einer Eigenschaft kann eine andere Eigenschaft verschlechtern) (!Jedes Produkt hat nur eine einzige Anforderung) (!Form und Funktion haben nie miteinander zu tun) (!Alle Zielgruppen haben dieselben Bedürfnisse)
Memory
| Form | Gestalt und Proportion |
| Funktion | Aufgabe eines Produkts |
| Material | Werkstoff und Eigenschaften |
| Zielgruppe | Vorgesehene Nutzerinnen und Nutzer |
| Ergonomie | Anpassung an den menschlichen Körper |
| Prototyp | Testmodell einer Idee |
| Kontrast | Sichtbarer Unterschied |
| Usability | Gebrauchstauglichkeit einer Bedienung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Form | rund, eckig, flach oder hoch |
| Funktion | Aufgabe und Nutzen |
| Material | Holz, Metall, Textil oder Kunststoff |
| Zielgruppe | Menschen mit bestimmten Bedürfnissen |
| Gebrauch | greifen, tragen, drücken oder wischen |
...
Kreuzworträtsel
| Funktion | Wie heißt die Aufgabe, die ein Produkt erfüllen soll? |
| Material | Wie nennt man den Werkstoff, aus dem ein Produkt besteht? |
| Zielgruppe | Wie heißt die Gruppe, für die etwas besonders gestaltet wird? |
| Ergonomie | Wie heißt die Anpassung eines Produkts an den menschlichen Körper? |
| Kontrast | Wie nennt man einen gut sichtbaren Unterschied zwischen Gestaltungselementen? |
| Prototyp | Wie heißt ein frühes Testmodell einer Gestaltungsidee? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G
- Design-Safari: Fotografiere oder zeichne vier unterschiedliche Gegenstände aus Deinem Schulalltag und benenne jeweils Form, Funktion, Material und Farbe.
- Stuhl-Check: Untersuche zwei Stühle im Schulgebäude. Beschreibe Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Form, Material und Gebrauch.
- Verpackungsdetektiv: Wähle eine saubere Verpackung aus und markiere auf einer Skizze Bereiche für Schutz, Information und Öffnung.
- App-Icons: Zeichne sechs App-Symbole aus dem Gedächtnis und untersuche anschließend, welche Formen und Kontraste beim Wiedererkennen helfen.
Standard – M
- Flaschenvergleich: Vergleiche drei Trinkflaschen und begründe, welche für Sport, Schule und Wandern jeweils am besten geeignet ist.
- Rucksackanalyse: Untersuche einen Schulrucksack nach der 6-F-Methode und erkläre mindestens vier Zusammenhänge zwischen Gestaltung und Gebrauch.
- Redesign einer Schere: Zeichne eine Schere für eine klar beschriebene Zielgruppe und begründe Griff, Material und Form.
- Verpackung neu gedacht: Gestalte aus Papier oder Karton einen Prototyp für eine materialsparende Verpackung und teste, ob sie ein kleines Objekt schützt.
Schwer – E
- Barrierefreie App: Entwirf den Startbildschirm einer Schul-App so, dass wichtige Funktionen schnell gefunden werden und Informationen nicht nur über Farbe vermittelt werden.
- Fahrzeug für eine Aufgabe: Entwickle ein kleines Fahrzeugkonzept für einen besonderen Einsatz, zum Beispiel Bibliothek, Schulhof oder Park. Begründe Form, Funktion, Material und Zielgruppe.
- Design-Interview: Befrage mindestens drei Personen zu einem Alltagsgegenstand, werte ihre Schwierigkeiten und Wünsche aus und entwickle daraus einen verbesserten Entwurf.
- Design-Challenge: Wähle ein Alltagsprodukt, finde einen Zielkonflikt und entwickle zwei unterschiedliche Lösungen. Vergleiche anschließend, welche Lösung Du bevorzugst und warum.


Lernkontrolle
- Transfer Möbel und App: Vergleiche einen Stuhl und eine App. Zeige, wie sich „gute Bedienung“ bei einem körperlichen und bei einem digitalen Produkt unterscheidet.
- Zielgruppenwechsel: Ein Produkt wurde für Erwachsene gestaltet. Entwickle konkrete Änderungen, damit es auch von jüngeren Kindern oder Menschen mit eingeschränkter Handbeweglichkeit gut genutzt werden kann.
- Materialentscheidung: Für eine wiederverwendbare Trinkflasche stehen Metall, Glas und Kunststoff zur Wahl. Vergleiche die Materialien für einen Schulalltag und begründe Deine Entscheidung.
- Verpackungskonflikt: Eine Verpackung soll weniger Material verbrauchen, aber das Produkt weiterhin schützen. Entwickle eine Lösung und erkläre, welche Kompromisse Du eingehst.
- Farbe und Information: Eine App zeigt wichtige Zustände nur durch Rot und Grün. Erkläre das Problem und entwickle eine verständlichere Gestaltung.
- Designbewertung: Wähle einen Gegenstand aus Deinem Alltag und verfasse ein begründetes Urteil, das Form, Funktion, Material, Farbe, Zielgruppe und Gebrauch miteinander verknüpft.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu BK6 - Design ist überall ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Design untersuchen und begründen kannst.
- Formanalyse: Du kannst Formen, Proportionen und sichtbare Gestaltungsmerkmale präzise beschreiben.
- Funktionsanalyse: Du kannst Haupt- und Nebenfunktionen eines Produkts unterscheiden.
- Materialanalyse: Du kannst Materialeigenschaften mit Nutzung und Herstellung in Beziehung setzen.
- Farbanalyse: Du kannst die Wirkung von Farbe und Kontrast begründet untersuchen.
- Zielgruppenanalyse: Du kannst Bedürfnisse einer Zielgruppe erkennen, ohne Menschen nur nach Klischees einzuordnen.
- Gebrauchsanalyse: Du kannst Ergonomie oder Bedienbarkeit an konkreten Handlungen erklären.
- Designvergleich: Du kannst zwei Lösungen anhand nachvollziehbarer Kriterien vergleichen.
- Redesign: Du kannst einen eigenen Verbesserungsvorschlag zeichnerisch oder als Modell darstellen und begründen.
- Nachhaltigkeit: Du kannst Lebensdauer, Reparatur, Materialeinsatz und Wiederverwendung in eine Designbewertung einbeziehen.
- Reflexion: Du kannst erklären, warum es beim Design Zielkonflikte gibt und wie unterschiedliche Lösungen entstehen.
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