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BK6 - Ein digitales Kunstmagazin gestalten

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BK6 - Ein digitales Kunstmagazin gestalten




BK6 - Ein digitales Kunstmagazin gestalten


Einleitung

In diesem aiMOOC entwickelst Du ein eigenes digitales Kunstmagazin. Du verbindest dabei Kunst, Fotografie, Zeichnung, Typografie, Grafikdesign, Layout und Medienbildung. Am Ende entsteht eine digitale Publikation mit einem klar gestalteten Titel, abwechslungsreichen Bildstrecken, kurzen Texten und einer nachvollziehbaren Seitengestaltung.

Ein Kunstmagazin ist mehr als eine Sammlung einzelner Bilder. Jede Seite gehört zu einem gemeinsamen Gestaltungskonzept. Farben, Schriften, Bildgrößen, Abstände, Überschriften und Seitenfolgen helfen dabei, Deine Inhalte verständlich und spannend zu präsentieren. In einem digitalen Magazin kannst Du zusätzlich Links, Schaltflächen, QR-Codes, Videos oder andere interaktive Elemente einplanen.

Du arbeitest wie in einer kleinen Redaktion: Du entwickelst ein Thema, sammelst Material, triffst eine Bildauswahl, schreibst kurze Texte, gestaltest Seiten, prüfst die Wirkung und überarbeitest Deine Ausgabe. Dabei lernst Du auch, warum Bildrechte, Quellenangaben, Datenschutz und eine gut lesbare Gestaltung wichtig sind.

Zielprodukt: Deine fertige digitale Publikation besitzt einen Titel, eine erkennbare gestalterische Idee, mehrere Bildseiten oder Bildstrecken, eigene Texte, eine klare Seitenordnung und – je nach Niveau – interaktive Elemente.

Ein Magazin-Cover muss auf einen Blick zeigen, worum es geht. Titel, Bild und wenige zusätzliche Informationen bilden deshalb eine klare Einheit.


Dein Auftrag

Entwickle ein digitales Kunstmagazin für eine selbst gewählte oder gemeinsam festgelegte Zielgruppe. Möglich sind zum Beispiel Themen wie Farbe, Tiere, Schulalltag, Stadt und Natur, Muster, Porträt, Fantasiewelten, Alltagsobjekte, Bewegung oder Kunst aus unserer Klasse.

Dein Magazin soll nicht wie eine zufällige Präsentation wirken. Plane deshalb zuerst eine Idee und entscheide anschließend, wie Bilder, Texte und Seiten zusammenpassen.


G/M/E-Differenzierung

Die Aufgaben sind auf drei Niveaus angelegt. Du kannst mit Deiner Lehrkraft vereinbaren, auf welchem Niveau Du arbeitest.

Niveau Schwerpunkt Mindestanforderung an das Magazin
G – grundlegendes Niveau Du arbeitest mit einer klaren Vorlage und setzt grundlegende Gestaltungsregeln sicher um. Mindestens 6 gestaltete Seiten: Titel, Inhaltsübersicht, mindestens 2 Bildseiten, mindestens 1 Text-Bild-Seite und Schlussseite mit Quellen beziehungsweise Bildnachweisen.
M – mittleres Niveau Du triffst eigene Gestaltungsentscheidungen und begründest sie. Mindestens 8 gestaltete Seiten mit Bildstrecke, wiederkehrendem Seitenraster, Bildunterschriften, mindestens zwei Textsorten und mindestens einem funktionierenden interaktiven Element.
E – erweitertes Niveau Du entwickelst ein eigenständiges Editorial-Design und überprüfst Wirkung, Leseführung und Nutzerfreundlichkeit. Mindestens 10 gestaltete Seiten mit bewusstem Seitenrhythmus, gestalterischen Variationen innerhalb eines festen Systems, mehreren Interaktionen, vollständigen Quellenangaben und einer kurzen Designreflexion.


Was ist ein digitales Kunstmagazin?

Ein digitales Kunstmagazin ist eine gestaltete Veröffentlichung, die vor allem am Bildschirm betrachtet wird. Es kann als PDF, Präsentation, E-Book, Online-Seite oder in einem schulisch freigegebenen Publikationswerkzeug erstellt werden. Anders als bei einem gedruckten Heft können digitale Seiten zusätzlich anklickbare Elemente enthalten.

Ein gutes digitales Kunstmagazin verbindet Inhalt und Gestaltung. Die Gestaltung darf nicht vom Inhalt ablenken. Sie soll zeigen, was wichtig ist, Zusammenhänge sichtbar machen und die Leserinnen und Leser durch die Ausgabe führen.

Wichtige Bestandteile können sein:

  1. Titelblatt: Titel, Hauptbild und eventuell eine kurze Unterzeile.
  2. Inhaltsverzeichnis: Orientierung über die wichtigsten Beiträge.
  3. Bildstrecke: Mehrere Bilder, die inhaltlich oder formal zusammengehören.
  4. Textseite: Kurze Artikel, Interviews, Bildbeschreibungen oder Kommentare.
  5. Doppelseite: Zwei zusammen gedachte Seiten mit gemeinsamer Gestaltung.
  6. Interaktivität: Links, Schaltflächen, QR-Codes oder eingebettete Medien.
  7. Impressum: Namen der Beteiligten, Quellen, Bildnachweise und verwendete Lizenzen.

Beobachte bei diesem historischen Magazin-Cover, wie stark bereits wenige Formen und Schriftbereiche eine Seite gliedern können.

Eine Magazinseite kann mehrere Bilder und Textblöcke kombinieren. Entscheidend ist, dass die Elemente nicht beliebig verteilt sind, sondern eine erkennbare Ordnung besitzen.


Phase 1: Eine Idee entwickeln

Bevor Du Seiten gestaltest, brauchst Du ein Thema und eine Vorstellung davon, für wen Dein Magazin gedacht ist. Frage Dich:

  1. Thema: Worüber soll die Ausgabe erzählen?
  2. Zielgruppe: Wer soll das Magazin ansehen und verstehen?
  3. Stimmung: Soll die Ausgabe ruhig, wild, elegant, verspielt, geheimnisvoll oder sachlich wirken?
  4. Bildsprache: Sollen vor allem Fotos, Zeichnungen, Collagen, Muster oder Mischformen vorkommen?
  5. Farbwelt: Welche zwei bis vier Hauptfarben passen zum Thema?
  6. Schriftwirkung: Soll die Schrift modern, sachlich, verspielt, laut oder zurückhaltend wirken?

Ein Moodboard kann Dir helfen. Sammle dafür Farben, Formen, Schriftideen, Bilder und kleine Skizzen. Das Moodboard ist noch keine fertige Magazinseite. Es zeigt die gestalterische Richtung.


Mini-Aufgabe: Magazinidee in einem Satz

Formuliere Deine Idee nach diesem Muster:

Mein Magazin heißt … und zeigt … für … . Es soll … wirken.

G: Fülle den Satz vollständig aus.

M: Ergänze zwei Gestaltungsentscheidungen zu Farbe und Bildsprache.

E: Formuliere zusätzlich, welche Wirkung Deine Gestaltung bei der Zielgruppe auslösen soll.


Phase 2: Seiten planen

Ein digitales Magazin braucht eine Reihenfolge. Diese Reihenfolge nennt man auch Dramaturgie oder Seitenrhythmus. Nicht jede Seite muss gleich aussehen. Trotzdem sollte man erkennen, dass alle Seiten zur gleichen Ausgabe gehören.

Eine mögliche Reihenfolge ist:

  1. Cover: Aufmerksamkeit erzeugen.
  2. Inhaltsübersicht: Orientierung geben.
  3. Auftaktseite: Thema eröffnen.
  4. Bildstrecke: Bilder wirken lassen.
  5. Text-Bild-Seite: Informationen und Bilder verbinden.
  6. Interview oder Kurztext: Stimmen und Gedanken ergänzen.
  7. Experimentseite: mit Zeichnung, Collage, Farbe oder ungewöhnlichem Ausschnitt arbeiten.
  8. Interaktive Seite: Link, QR-Code oder Navigation verwenden.
  9. Schlussseite: Quellen, Bildnachweise oder ein gestalterischer Abschluss.


Storyboard für Dein Magazin

Erstelle zunächst kleine Seitenskizzen. Diese Miniaturen heißen oft Thumbnails. Zeichne Rechtecke für Bilder, Linien für Text und markiere Überschriften. Kleine Skizzen helfen Dir, die Seitenfolge zu testen, bevor Du viel Zeit in die digitale Ausarbeitung investierst.

G: Plane mindestens 6 Seiten als kleine Skizzen.

M: Plane mindestens 8 Seiten und markiere, welche Seiten zusammengehören.

E: Plane mindestens 10 Seiten und gestalte bewusst einen Wechsel aus ruhigen und bildstarken Seiten.


Phase 3: Mit einem Gestaltungsraster arbeiten

Ein Gestaltungsraster ist ein unsichtbares Ordnungssystem. Es hilft Dir, Bilder und Texte auszurichten. Ein Raster kann aus Spalten, Zeilen und Abständen bestehen. Du musst das Raster im fertigen Magazin nicht sehen – aber Du erkennst seine Wirkung daran, dass Elemente sauber zueinander stehen.

Ein Raster kann zum Beispiel aus mehreren Spalten bestehen. Überschriften, Textfelder und Bilder können eine oder mehrere Spalten belegen.

Achte beim Video besonders auf Nähe, Freiraum, Ausrichtung, Kontrast und Wiederholung. Diese Prinzipien helfen Dir, eine Magazinseite übersichtlich zu gestalten.


Fünf Gestaltungsprinzipien für Klasse 6

  1. Nähe: Dinge, die zusammengehören, stehen näher beieinander.
  2. Freiraum: Leere Fläche ist kein Fehler. Sie kann eine Seite ruhig und gut lesbar machen.
  3. Ausrichtung: Kanten von Bildern und Texten sollten bewusst aufeinander bezogen sein.
  4. Kontrast: Unterschiede in Größe, Form, Helligkeit oder Farbe machen Wichtiges sichtbar.
  5. Wiederholung: Wiederkehrende Farben, Abstände und Schriften geben Deinem Magazin einen einheitlichen Charakter.


G/M/E-Aufgabe: Eine Seite ordnen

Niveau Arbeitsauftrag
G Ordne auf einer Seite eine Überschrift, ein großes Bild, einen kurzen Text und eine Bildunterschrift mithilfe eines einfachen Zwei-Spalten-Rasters.
M Nutze ein Drei-Spalten-Raster. Ein Element darf über zwei Spalten laufen. Begründe, warum Du es größer machst.
E Entwickle ein eigenes Raster und variiere es auf zwei zusammengehörigen Seiten, ohne die gestalterische Einheit zu verlieren.


Phase 4: Bildkomposition und Fotografie

Fotos sind in einem Kunstmagazin nicht nur Belege. Sie sind selbst Gestaltungsmittel. Achte auf Ausschnitt, Blickwinkel, Licht, Hintergrund, Schärfe und die Position des Hauptmotivs.

Eine bekannte Orientierung ist die Drittel-Regel. Dabei stellst Du Dir das Bild durch zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien in neun Felder geteilt vor. Wichtige Elemente können nahe an Linien oder Schnittpunkten platziert werden. Die Drittel-Regel ist eine Hilfe, kein unveränderliches Gesetz.

Probiere mehrere Varianten desselben Motivs:

  1. Totale: Zeige viel Umgebung.
  2. Nahaufnahme: Zeige das Motiv groß.
  3. Detail: Suche eine kleine interessante Stelle.
  4. Froschperspektive: Fotografiere von unten.
  5. Vogelperspektive: Fotografiere von oben.
  6. Ungewöhnlicher Ausschnitt: Schneide bewusst Teile an, wenn dadurch eine interessante Wirkung entsteht.


Bildstrecke statt Bildersammlung

Eine Bildstrecke besteht aus Bildern, die miteinander in Beziehung stehen. Das kann durch Thema, Farbe, Form, Perspektive oder Handlung geschehen.

Beispiel: Du fotografierst einen Schulhof nicht nur einmal. Du zeigst zuerst die Gesamtansicht, dann Linien auf dem Boden, anschließend ein Detail einer Bank, eine Spiegelung im Fenster und schließlich eine Nahaufnahme eines Fundstücks. Zusammen erzählen die Bilder mehr als ein einzelnes Foto.

G: Erstelle eine Bildstrecke aus 4 Bildern.

M: Erstelle eine Bildstrecke aus 6 Bildern mit bewusst wechselnden Ausschnitten.

E: Erstelle eine Bildstrecke aus 8 oder mehr Bildern mit erkennbarem Rhythmus und einer selbst gewählten visuellen Idee.


Phase 5: Zeichnungen und Illustrationen einsetzen

Ein Kunstmagazin darf Fotos mit Zeichnung, Illustration, Collage oder digitalen Formen kombinieren. Besonders spannend wird es, wenn verschiedene Medien aufeinander reagieren.

Zeichnungen können eine Seite ruhiger, persönlicher oder erklärender machen. Du kannst zum Beispiel eine Zeichnung neben ein Foto setzen, ein Foto digital überzeichnen oder kleine Symbole als wiederkehrende Elemente verwenden.

Auch eine comicartige Seitengestaltung kann Informationen erzählen. Panels, Bildfolgen und Sprechblasen zeigen, dass Seitenaufteilung und Leserichtung Teil der Gestaltung sind.


Experiment: Foto plus Zeichnung

G: Ergänze ein eigenes Foto mit drei gezeichneten Elementen.

M: Verbinde Foto und Zeichnung so, dass eine neue Geschichte entsteht.

E: Entwickle eine Doppelseite, auf der Foto, Zeichnung und Schrift gleichwertig zusammenwirken.


Phase 6: Typografie bewusst gestalten

Typografie bedeutet die Gestaltung mit Schrift. In Deinem Magazin beeinflussen Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Ausrichtung und Platzierung die Wirkung.

Gedruckte Buchstaben wurden früher unter anderem als einzelne Lettern gesetzt. Auch heute ist Schrift nicht nur Inhalt, sondern Form.

Verschiedene Schriftformen erzeugen unterschiedliche Eindrücke. Für ein Schulmagazin ist jedoch nicht entscheidend, möglichst viele Schriften zu verwenden. Meist wirkt eine kleine, gut abgestimmte Auswahl klarer.


Typografie-Regeln für Dein Magazin

  1. Schriftgröße: Titel groß, Zwischenüberschriften mittel, Fließtext deutlich kleiner.
  2. Hierarchie: Leserinnen und Leser sollen sofort erkennen, was zuerst gelesen wird.
  3. Lesbarkeit: Längere Texte brauchen eine gut lesbare Schrift und genügend Zeilenabstand.
  4. Schriftmischung: Zwei gut passende Schriften reichen oft aus.
  5. Kontrast: Text und Hintergrund müssen sich deutlich unterscheiden.
  6. Konstanz: Gleiche Textarten sollten im ganzen Magazin ähnlich gestaltet sein.


Typografie-Detektiv

Suche auf drei vorhandenen Magazinseiten oder Webseiten nach unterschiedlichen Schriftgrößen. Markiere, welche Schrift für Titel, Untertitel, Fließtext und Bildunterschrift verwendet wird. Überlege anschließend, welche Reihenfolge das Auge beim Lesen nimmt.

G: Benenne vier Textarten.

M: Beschreibe zusätzlich zwei Unterschiede in Größe oder Schriftstärke.

E: Erkläre, wie die typografische Hierarchie die Leserichtung beeinflusst.


Phase 7: Farbe als Gestaltungsmittel

Farben können Aufmerksamkeit erzeugen, Bereiche verbinden und Stimmungen verändern. Für Dein Magazin ist eine begrenzte Farbpalette oft hilfreicher als sehr viele verschiedene Farben.

Bei digitalen Bildschirmen spielt das RGB-Farbmodell eine wichtige Rolle. Für Deine praktische Gestaltung in Klasse 6 ist vor allem entscheidend, Farben bewusst auszuwählen und für ausreichenden Kontrast zu sorgen.

Du kannst zum Beispiel arbeiten mit:

  1. Farbkontrast: helle und dunkle Farben deutlich unterscheiden.
  2. Akzentfarbe: eine auffällige Farbe nur an wichtigen Stellen einsetzen.
  3. Farbwiederholung: dieselben Farben auf mehreren Seiten wiederholen.
  4. Farbstimmung: warme, kühle, leuchtende oder gedämpfte Farben gezielt wählen.


Farbsystem G/M/E

G: Verwende zwei Hauptfarben plus Schwarz oder Weiß.

M: Entwickle eine Palette aus drei bis vier abgestimmten Farben und ordne jeder Farbe eine Funktion zu.

E: Entwickle eine Farbpalette und zeige durch Variationen von Helligkeit und Sättigung unterschiedliche Seitenstimmungen, ohne die Einheit des Magazins zu verlieren.


Phase 8: Titel und Cover gestalten

Das Cover ist die erste Seite Deines Magazins. Es muss nicht alles verraten. Es soll neugierig machen und gleichzeitig zum Inhalt passen.

Untersuche das Verhältnis von Schrift, Form und leerer Fläche. Frage Dich: Was sehe ich zuerst? Was danach? Welche Bereiche bleiben bewusst ruhig?

Ein Cover kann enthalten:

  1. Magazintitel: der Name der Publikation.
  2. Hauptmotiv: ein starkes Foto, eine Zeichnung oder eine grafische Form.
  3. Unterzeile: eine kurze Erklärung.
  4. Ausgabehinweis: zum Beispiel Thema oder Projektgruppe.
  5. Teaser: wenige Hinweise auf wichtige Beiträge.


Cover-Check

Prüfe Dein Cover aus einiger Entfernung oder in einer kleinen Bildschirmansicht.

G: Titel und Hauptbild sind sofort erkennbar.

M: Zusätzlich ist die Blickführung klar und die Farbwahl passt zum Thema.

E: Das Cover besitzt eine eigenständige Idee und funktioniert sowohl groß als auch als kleine Vorschau.


Phase 9: Texte für ein Kunstmagazin schreiben

Texte im Kunstmagazin sollten verständlich, knapp und interessant sein. Du musst keine langen Aufsätze schreiben. Oft reichen kurze Textformen.

Mögliche Textsorten sind:

  1. Bildunterschrift: erklärt knapp, was zu sehen ist oder warum das Bild wichtig ist.
  2. Kurzartikel: berichtet über ein Thema oder eine künstlerische Idee.
  3. Interview: enthält Fragen und Antworten.
  4. Künstlerstatement: erklärt eine eigene Arbeit oder gestalterische Entscheidung.
  5. Werkbeschreibung: beschreibt Material, Farbe, Form und Wirkung.
  6. Redaktionstext: begrüßt die Leserinnen und Leser und erklärt das Thema der Ausgabe.


Schreibwerkstatt G/M/E

G: Schreibe zu einer eigenen Arbeit eine Bildunterschrift mit 2 bis 3 Sätzen.

M: Schreibe zusätzlich einen Kurztext mit Überschrift, Einleitung und Hauptaussage.

E: Verfasse einen Text, der Beobachtung und Deutung verbindet, und passe Ton und Wortwahl bewusst an Deine Zielgruppe an.


Phase 10: Interaktive Seitengestaltung

Ein digitales Magazin kann mehr als ein gedrucktes Heft. Interaktive Elemente sollen aber einen sinnvollen Zweck erfüllen. Sie dürfen die Seite nicht überladen.

Ein anklickbares Element sollte als solches erkennbar sein. Das kann durch ein Symbol, eine Schaltfläche, eine Unterstreichung oder eine kurze Handlungsaufforderung geschehen.

Prüfe Dein Magazin möglichst auch in einer kleineren Ansicht. Eine Gestaltung, die nur auf einem großen Bildschirm funktioniert, kann auf einem Tablet oder Smartphone unübersichtlich werden.

QR-Codes können auf gedruckten Auszügen eine Brücke zu digitalen Inhalten bilden. In einer rein digitalen Ausgabe ist ein direkter Link meist einfacher.

Mögliche interaktive Elemente:

  1. Hyperlink: führt zu einer weiteren Seite oder Quelle.
  2. Navigation: bringt Dich zum Inhaltsverzeichnis oder zur nächsten Rubrik.
  3. QR-Code: verbindet Papier und digitale Inhalte.
  4. Video: ergänzt eine Bildstrecke oder zeigt einen Arbeitsprozess.
  5. Audio: kann ein Interview oder eine Geräuschsammlung ergänzen.
  6. Galerie: ermöglicht mehrere Ansichten zu einem Thema.


G/M/E-Interaktivität

G: Baue mindestens einen funktionierenden Link ein.

M: Verwende mindestens zwei unterschiedliche interaktive Elemente und teste sie.

E: Entwickle eine kleine Navigationslogik mit Startseite, Inhaltsübersicht und Rücksprungmöglichkeit. Prüfe zusätzlich, ob die Bedienung eindeutig ist.


Phase 11: Bildrechte, Quellen und Datenschutz

Auch ein kreatives Magazin braucht Regeln. Verwende möglichst eigene Bilder und Zeichnungen. Wenn Du fremde Medien verwendest, musst Du prüfen, ob Du sie nutzen darfst, und die Quelle beziehungsweise Lizenz korrekt angeben.

Creative Commons ist ein Lizenzsystem, mit dem Urheberinnen und Urheber festlegen können, unter welchen Bedingungen ihre Werke weiterverwendet werden dürfen. Je nach Lizenz gelten unterschiedliche Bedingungen. Eine Quellenangabe ersetzt nicht automatisch die Erlaubnis zur Nutzung.

Für Dein Schulprojekt gilt:

  1. Eigene Werke: Eigene Fotos, Zeichnungen und Texte sind besonders geeignet.
  2. Freie Lizenzen: Prüfe genau, welche Bedingungen gelten.
  3. Namensnennung: Notiere Urheberin oder Urheber, Titel, Quelle und Lizenz, wenn dies verlangt wird.
  4. Datenschutz: Veröffentliche erkennbare Personen nur, wenn die notwendigen Einwilligungen vorliegen.
  5. Persönliche Daten: Veröffentliche keine privaten Adressen, Telefonnummern oder andere unnötige persönliche Angaben.
  6. Quellenliste: Sammle Quellen nicht erst am Ende, sondern während der Arbeit.


Quellenkarte für jedes fremde Bild

Lege für jedes fremde Medium eine kleine Notiz an:

Titel des Werks – Urheber/in – Quelle – Lizenz – Link – eigene Veränderung ja/nein

G: Führe diese Angaben für alle fremden Medien.

M: Ergänze, warum Du das Medium inhaltlich brauchst.

E: Prüfe zusätzlich, ob Deine Bearbeitung mit der jeweiligen Lizenz vereinbar ist.


Phase 12: Vom Entwurf zur fertigen Ausgabe

Gestaltung entsteht durch Überarbeitung. Ein erster Entwurf ist fast nie die beste Version. Prüfe deshalb jede Seite einzeln und anschließend das ganze Magazin.


Die Redaktionskonferenz

Arbeite mit einer Partnerin oder einem Partner. Zeigt Euch gegenseitig jeweils drei Seiten und beantwortet diese Fragen:

  1. Was fällt zuerst auf?
  2. Wo ist die Leserichtung klar?
  3. Wo ist zu viel auf einmal zu sehen?
  4. Welche Schrift ist gut lesbar?
  5. Welche Bildauswahl wirkt zusammenhängend?
  6. Gibt es ausreichend Freiraum?
  7. Wiederholen sich Farben und Gestaltungselemente sinnvoll?
  8. Funktionieren Links und Navigation?
  9. Sind Quellen und Bildnachweise vollständig?
  10. Welche eine Änderung würde die Seite am stärksten verbessern?


Qualitätscheck vor der Veröffentlichung

Bereich Prüffrage
Titel Passt der Name zum Thema und ist er auf dem Cover gut lesbar?
Bildstrecken Erzählen die Bilder gemeinsam etwas und sind sie technisch ausreichend klar?
Texte Sind Überschriften, Bildunterschriften und Kurztexte verständlich?
Layout Sind Kanten, Abstände und Spalten nachvollziehbar geordnet?
Typografie Werden nur wenige Schriften verwendet und sind die Schriftgrößen sinnvoll abgestuft?
Farbe Ist die Farbpalette erkennbar und der Text gut lesbar?
Interaktivität Funktionieren Links, Schaltflächen oder andere Elemente?
Quellen Sind fremde Medien korrekt gekennzeichnet?
Datenschutz Enthält die Ausgabe keine unzulässigen persönlichen Angaben?
Gesamteindruck Wirken die Seiten unterschiedlich genug, aber trotzdem wie eine gemeinsame Ausgabe?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu dient ein Gestaltungsraster? (Es hilft Bilder und Texte geordnet auszurichten) (!Es ersetzt alle Bilder im Magazin) (!Es macht jede Seite automatisch bunt) (!Es bestimmt den Inhalt eines Interviews)




Was beschreibt typografische Hierarchie? (Die sichtbare Rangfolge von Titel Überschrift und Text) (!Die Anzahl aller Seiten eines Magazins) (!Die Reihenfolge der verwendeten Fotos) (!Die Dateigröße einer digitalen Publikation)




Was ist eine Bildstrecke? (Eine zusammengehörige Folge mehrerer Bilder) (!Ein einzelnes zufällig ausgewähltes Foto) (!Eine Liste aller verwendeten Schriftarten) (!Ein unsichtbarer Rand um eine Seite)




Warum ist Freiraum im Layout wichtig? (Er trennt Inhalte und verbessert die Übersicht) (!Er muss immer vollständig mit Text gefüllt werden) (!Er macht Quellenangaben überflüssig) (!Er ersetzt die Seitennavigation)




Was ist für ein gutes Magazin-Cover besonders wichtig? (Titel und Hauptmotiv sind klar erkennbar) (!Jede Seite des Magazins wird vollständig gezeigt) (!Alle verfügbaren Schriftarten werden verwendet) (!Der Text ist möglichst klein)




Welche Aussage zur Drittel-Regel ist richtig? (Sie ist eine Orientierungshilfe für die Bildkomposition) (!Sie verbietet alle Motive in der Bildmitte) (!Sie legt die Anzahl der Magazinseiten fest) (!Sie entscheidet über die Bildlizenz)




Was ist ein sinnvolles interaktives Element in einem digitalen Magazin? (Ein funktionierender Link zu einer passenden Seite) (!Ein zufälliges blinkendes Symbol ohne Funktion) (!Ein unlesbarer Text am Seitenrand) (!Ein Bild ohne Bezug zum Thema)




Warum sollte eine Farbpalette begrenzt werden? (Sie unterstützt eine einheitliche Gestaltung) (!Sie verhindert jede Form von Kontrast) (!Sie macht Bilder automatisch schärfer) (!Sie ersetzt die Typografie)




Was gehört zu einer sorgfältigen Mediennutzung? (Quellen und Lizenzen fremder Medien prüfen) (!Fremde Bilder ohne Prüfung übernehmen) (!Urheberangaben grundsätzlich entfernen) (!Persönliche Daten veröffentlichen)




Was geschieht in einer Redaktionskonferenz? (Entwürfe werden gemeinsam betrachtet und verbessert) (!Alle Seiten werden ohne Prüfung veröffentlicht) (!Nur die Dateinamen werden geändert) (!Die Bildrechte werden ignoriert)





Memory

Gestaltungsraster Ordnungssystem für Bilder und Texte
Typografie Gestaltung mit Schrift
Bildstrecke Zusammengehörige Folge von Bildern
Kontrast Deutlicher Unterschied zwischen Gestaltungselementen
Freiraum Bewusst ungestaltete Fläche
Cover Titelseite einer Publikation
Hyperlink Anklickbare Verbindung zu einem anderen Inhalt
Bildnachweis Angabe zu Herkunft und Urheberschaft eines Bildes





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Cover Titelseite
Bildunterschrift kurzer Erklärungstext
Raster Seitenordnung
Akzentfarbe Blickfang
Navigation Orientierung
Quellenangabe Mediennachweis




...


Kreuzworträtsel

Layout Wie nennt man die Anordnung von Bildern Texten und Flächen auf einer Seite?
Cover Wie heißt die gestaltete Titelseite eines Magazins?
Raster Welches unsichtbare Ordnungssystem hilft beim Ausrichten von Seitenelementen?
Kontrast Wie heißt ein deutlicher Unterschied zwischen Gestaltungselementen?
Typografie Wie nennt man die Gestaltung mit Schrift?
Navigation Wie heißt die Führung durch verschiedene Seiten einer digitalen Publikation?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein digitales Kunstmagazin verbindet Inhalt und

.
Ein unsichtbares Ordnungssystem für Bilder und Texte heißt

.
Mehrere zusammengehörige Fotos bilden eine

.
Die Gestaltung mit Schrift nennt man

.
Bewusst ungestaltete Fläche heißt

.
Ein starker Unterschied zwischen Elementen wird als

bezeichnet.
Die erste gestaltete Seite eines Magazins ist das

.
Ein anklickbarer Verweis in einer digitalen Publikation ist ein

.
Bei fremden Medien müssen Quelle und

geprüft werden.
Vor der Veröffentlichung hilft gemeinsames Feedback bei der

.




Offene Aufgaben


Leicht – G

  1. Magazintitel entwickeln: Erfinde zehn mögliche Namen für ein Kunstmagazin und wähle den stärksten Titel aus. Begründe Deine Wahl in zwei Sätzen.
  2. Cover skizzieren: Zeichne drei kleine Cover-Ideen mit unterschiedlichen Positionen für Titel und Hauptbild.
  3. Bildserie aufnehmen: Fotografiere ein Alltagsobjekt aus vier verschiedenen Blickwinkeln und ordne die Fotos zu einer kleinen Bildstrecke.
  4. Farbpalette gestalten: Wähle zwei Hauptfarben sowie Schwarz oder Weiß und erstelle daraus eine kleine Farbübersicht für Dein Magazin.


Standard – M

  1. Doppelseite gestalten: Entwickle eine Doppelseite mit mindestens drei Bildern, einer Überschrift, einem Kurztext und bewusst eingesetztem Freiraum.
  2. Interview führen: Befrage eine Mitschülerin oder einen Mitschüler zu einer eigenen künstlerischen Arbeit und gestalte daraus eine Interviewseite.
  3. Typografie vergleichen: Gestalte dieselbe Überschrift in drei unterschiedlichen Schriftlösungen und bewerte, welche Variante am besten zum Magazinthema passt.
  4. Interaktive Navigation: Baue Inhaltsübersicht, mindestens zwei Sprunglinks und eine Rückkehrmöglichkeit zur Startseite in Deine digitale Ausgabe ein.


Schwer – E

  1. Editorial Design entwickeln: Lege ein eigenes Gestaltungsraster, eine Farbpalette und ein typografisches System fest und wende es auf mindestens vier unterschiedliche Seitenarten an.
  2. Visuelle Reportage: Dokumentiere einen Ort oder einen Vorgang in einer Bildstrecke mit mindestens acht Bildern und entwickle daraus eine bewusst rhythmisierte Seitenfolge.
  3. Magazin testen: Lass drei Personen Deine Ausgabe ohne Erklärung benutzen. Beobachte, wo sie klicken, was sie zuerst lesen und wo sie stocken. Überarbeite anschließend Navigation und Leseführung.
  4. Digitale Ausstellung: Verbinde Dein Magazin mit einer kleinen digitalen Präsentation oder Ausstellung, in der ausgewählte Werke vertieft werden. Entwickle dafür nachvollziehbare Übergänge und Quellenangaben.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Layout-Analyse: Du erhältst zwei unterschiedlich gestaltete Magazinseiten. Entscheide, welche Seite übersichtlicher ist, und begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei Gestaltungsprinzipien.
  2. Bildstrecke überarbeiten: Eine Bildserie besteht aus sechs sehr ähnlichen Fotos. Entwickle einen Plan, wie durch Ausschnitt, Reihenfolge und Bildgröße mehr Spannung entstehen kann.
  3. Typografie-Entscheidung: Für ein ruhiges Naturmagazin und ein lautes Street-Art-Magazin stehen dieselben drei Schriftarten zur Auswahl. Ordne sie begründet zu und erkläre, wann eine Schriftmischung sinnvoll wäre.
  4. Interaktivität prüfen: Ein digitales Magazin besitzt zehn verschiedene Schaltflächenfarben und keine Rückkehr zur Startseite. Beschreibe die Probleme und entwickle eine verständlichere Navigationslösung.
  5. Rechte und Veröffentlichung: Eine Magazinseite enthält ein fremdes Foto ohne Urheberangabe sowie ein Porträt einer Mitschülerin. Erkläre, welche Punkte vor einer Veröffentlichung geklärt werden müssen.
  6. Transferaufgabe: Übertrage die Gestaltungsprinzipien Deines Magazins auf ein digitales Plakat für dieselbe Zielgruppe. Entscheide, welche Elemente gleich bleiben und welche verändert werden müssen.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis ist wichtig, dass nicht nur die fertige Ausgabe, sondern auch Dein Gestaltungsprozess sichtbar wird.

  1. Magazinkonzept: Titel, Thema, Zielgruppe und gewünschte Wirkung sind nachvollziehbar beschrieben.
  2. Storyboard: Die geplante Seitenfolge ist durch Skizzen oder digitale Miniaturen dokumentiert.
  3. Bildmaterial: Eigene Fotos, Zeichnungen oder andere visuelle Arbeiten wurden bewusst ausgewählt.
  4. Gestaltungssystem: Farbpalette, Schriften, Raster und wiederkehrende Elemente sind erkennbar.
  5. Bildstrecke: Mindestens eine zusammenhängende Folge mehrerer Bilder ist gestaltet.
  6. Texte: Überschriften, Bildunterschriften und mindestens ein längerer Kurztext sind vorhanden.
  7. Interaktivität: Je nach Niveau sind funktionierende Links, Navigation oder weitere digitale Elemente eingebaut.
  8. Quellen und Lizenzen: Fremde Medien sind überprüft und nachvollziehbar gekennzeichnet.
  9. Überarbeitung: Feedback wurde sichtbar genutzt, um mindestens zwei Gestaltungslösungen zu verbessern.
  10. Reflexion: Du kannst erklären, welche Entscheidungen Du getroffen hast und wie sie auf die Leserinnen und Leser wirken sollen.
Kriterium G – grundlegend M – mittel E – erweitert
Seitenaufbau Einfache klare Ordnung Wiederkehrendes Raster mit sinnvollen Variationen Eigenständiges flexibles Rastersystem mit bewusster Dramaturgie
Bildgestaltung Passende Bilder und einfache Bildfolge Unterschiedliche Ausschnitte und schlüssige Bildstrecke Bewusste Bilddramaturgie und eigenständige visuelle Erzählung
Typografie Gut lesbare Schriftgrößen Klare Hierarchie und passende Schriftkombination Ausdrucksstarkes typografisches System mit sicherer Hierarchie
Interaktivität Mindestens ein funktionierender Link Mehrere sinnvolle interaktive Elemente Durchgängige Navigation und getestete Nutzerführung
Reflexion Grundlegende Entscheidungen benennen Entscheidungen nachvollziehbar begründen Wirkung analysieren und Alternativen gegeneinander abwägen


OERs zum Thema

Weiterführende interne Themen sind Grafikdesign, Typografie, Fotografie, Bildkomposition, Farblehre, Urheberrecht, Creative Commons, Illustration, Collage und Medienkompetenz.


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