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BK6 - Bilder auswählen und kuratieren

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BK6 - Bilder auswählen und kuratieren




BK6 - Bilder auswählen und kuratieren


Einleitung

Stell Dir vor, vor Dir liegen zwanzig spannende Bilder, aber an Deiner Ausstellungswand ist nur Platz für sechs. Welche Bilder wählst Du aus? Welche lässt Du weg? Welches Bild hängt am Anfang, welches am Ende? Welche zwei Werke sollen direkt nebeneinander hängen? Genau mit solchen Entscheidungen beschäftigt sich das Kuratieren.

Beim Kuratieren geht es nicht nur darum, einzelne Werke auszuwählen. Du entwickelst eine Idee für eine Ausstellung, suchst passende Werke aus, ordnest sie zu Werkgruppen, planst ihre Reihenfolge und entscheidest über ihre Nachbarschaft im Raum. Dadurch kann sich die Bedeutung eines Bildes verändern: Ein Bild wirkt neben einem ähnlichen Werk anders als neben einem starken Gegensatz.

In diesem aiMOOC entwickelst Du für das Thema Bewegung eine begründete Werkauswahl. Du untersuchst, wie Künstlerinnen und Künstler Bewegung in Natur, Körper, Technik und Form darstellen. Danach planst Du eine kleine Ausstellung und vergleichst verschiedene Möglichkeiten der Hängung.

Eine Ausstellung ist deshalb mehr als eine Sammlung schöner Bilder. Sie ist eine bewusst gestaltete Folge von Wahrnehmungen. Du entscheidest, was Besucherinnen und Besucher zuerst sehen, welche Vergleiche entstehen und welche Geschichte die Werke gemeinsam erzählen.


Deine Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du Bilder nach nachvollziehbaren Kriterien auswählen, eine Werkgruppe zu einem Thema bilden, Beziehungen zwischen Bildern beschreiben, Reihenfolgen begründen, einen einfachen Ausstellungsplan entwickeln und erklären, wie Nachbarschaft die Wirkung von Kunst verändert.

Niveau Das kannst Du am Ende
G – Grundniveau Du wählst passende Werke zu einem Thema aus, nennst sichtbare Gründe und ordnest sie in eine verständliche Reihenfolge.
M – Mittleres Niveau Du vergleichst mehrere Auswahlkriterien, bildest Werkgruppen und begründest Nachbarschaften und Übergänge.
E – Erweitertes Niveau Du entwickelst eine eigenständige kuratorische Idee, prüfst Alternativen und erklärst, wie Reihenfolge, Kontrast und Raum eine neue Bedeutung erzeugen.


Was bedeutet kuratieren?

Das Wort Kuratorin oder Kurator bezeichnet im Museumsbereich eine Person, die sich unter anderem mit Sammlungen und Ausstellungen beschäftigt. Für Dich bedeutet kuratieren in diesem Lernprojekt vor allem: auswählen, ordnen, vergleichen, begründen und präsentieren.

Eine kuratorische Entscheidung besteht immer aus mehreren Fragen: Was soll gezeigt werden? Warum gerade diese Werke? In welcher Reihenfolge? In welcher Nachbarschaft? Und wie sollen Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung geführt werden?


Auswahl ist nicht Zufall

Wenn Du sechs Bilder aus zwanzig auswählst, brauchst Du Kriterien. Ein Kriterium ist eine Regel oder ein Gesichtspunkt, mit dem Du Deine Entscheidung prüfst.

Kriterium Leitfrage Beispiel zum Thema Bewegung
Themenbezug Passt das Werk wirklich zum Thema? Eine Welle, ein Zug, ein galoppierendes Pferd oder bewegte Formen können Bewegung zeigen.
Sichtbare Gestaltung Woran erkenne ich Bewegung? Diagonalen, Wiederholungen, Unschärfe, Wirbel, gebogene Linien oder starke Richtungen können Bewegung andeuten.
Wirkung Welche Stimmung erzeugt das Werk? Bewegung kann ruhig, schnell, bedrohlich, spielerisch oder chaotisch wirken.
Beziehung Was passiert neben einem anderen Werk? Zwei ähnliche Bewegungsrichtungen können sich verstärken; Gegensätze können eine neue Frage erzeugen.
Vielfalt Zeigt die Auswahl verschiedene Möglichkeiten? Naturbewegung, Körperbewegung, Technik und abstrakte Bewegung ergänzen sich.
Raum Passt die Auswahl in den Ausstellungsraum? Ein großes Hauptwerk braucht möglicherweise mehr Abstand als eine kleine Bildfolge.


Leitprojekt: Eine Werkgruppe zum Thema Bewegung

Für unsere Beispielausstellung betrachten wir sechs sehr unterschiedliche Werke. Sie zeigen, dass Bewegung nicht immer als tatsächlich bewegtes Objekt dargestellt werden muss. Manchmal entsteht Bewegung durch Linien, Wiederholungen, Farbrhythmen, Perspektive oder Bildaufbau.


Werk 1: Bewegung als Naturkraft

Bei Hokusais großer Welle springt Dir wahrscheinlich zuerst die starke Bogenform der Welle ins Auge. Die Spitzen des Wassers zeigen in verschiedene Richtungen. Boote, Wellenkämme und der kleine Berg im Hintergrund erzeugen starke Größenunterschiede. Für eine Ausstellung zum Thema Bewegung ist das Werk interessant, weil die Bewegung wie eine gewaltige Naturkraft erscheint.

G-Auftrag: Beschreibe drei sichtbare Stellen, an denen Du Bewegung erkennst.

M-Auftrag: Erkläre, welche Linienrichtungen besonders dynamisch wirken.

E-Auftrag: Prüfe, ob das Bild als Anfang oder als Höhepunkt einer Ausstellung stärker wirken würde.


Werk 2: Bewegung durch Wetter und Technik

Turners Gemälde verbindet Regen, Dampf und einen herannahenden Zug. Die Bildwirkung entsteht nicht nur durch das Motiv des Zuges, sondern auch durch die verwischte, atmosphärische Malweise und die starke Tiefenrichtung. Im Vergleich mit Hokusais Welle verschiebt sich der Schwerpunkt von Natur zu Technik in der Natur.


Werk 3: Bewegung in einzelnen Phasen

Eadweard Muybridges fotografische Bewegungsstudien zerlegen eine Bewegung in einzelne Momente. Statt einer einzigen dramatischen Geste siehst Du viele aufeinanderfolgende Phasen. Dadurch wird Bewegung analysierbar.

Diese Gegenüberstellung ist für das Kuratieren besonders spannend: Hängst Du die Fotos neben ein gemaltes Bild voller Geschwindigkeit, entsteht ein Vergleich zwischen Messen und Empfinden von Bewegung.


Werk 4: Bewegung wird zerlegt und verdichtet

Bei Umberto Boccioni wird ein Fahrradfahrer nicht wie in einer ruhigen Momentaufnahme dargestellt. Formen überlagern sich, Richtungen schneiden einander, und die Figur scheint mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Das Werk eignet sich deshalb als Übergang zwischen gegenständlicher und abstrakter Darstellung.


Werk 5: Bewegung im Himmel

Van Goghs Sternennacht zeigt eine Landschaft, aber der Himmel wirkt durch große Wirbel, Bögen und wiederkehrende Kurven besonders bewegt. Neben Hokusais Welle kann plötzlich eine neue Gemeinsamkeit sichtbar werden: Wasser und Himmel sind unterschiedliche Motive, doch beide können als strömende, kreisende Kräfte erscheinen.


Werk 6: Bewegung ohne erzählte Handlung

Kandinskys Komposition besteht aus geometrischen Formen, Linien, Kreisen, Winkeln und farbigen Flächen. Es gibt keine galoppierenden Pferde und keinen fahrenden Zug. Trotzdem kann das Bild dynamisch wirken. Das ist eine wichtige kuratorische Erkenntnis: Bewegung kann auch allein durch Gestaltung entstehen.


Werkgruppen bilden

Eine Werkgruppe besteht aus mehreren Werken, die durch ein gemeinsames Merkmal verbunden sind. Eine gute Werkgruppe braucht nicht nur Ähnlichkeit. Oft wird sie besonders interessant, wenn Gemeinsamkeiten und Unterschiede zugleich sichtbar werden.

Mögliche Werkgruppe Werke Kuratorische Idee
Natur in Bewegung Hokusai und van Gogh Welle und Himmel wirken durch Kurven, Wirbel und Strömungen bewegt.
Geschwindigkeit und Technik Turner und Boccioni Der Zug und der Radfahrer verbinden Bewegung mit moderner Technik.
Bewegung untersuchen Muybridge und Boccioni Eine Bewegung wird einmal fotografisch zerlegt und einmal malerisch verdichtet.
Vom Gegenstand zur Form Hokusai, Boccioni und Kandinsky Die Reihe führt von einem klar erkennbaren Motiv zu immer stärker verselbstständigten Formen.


Interaktive Auswahlaufgabe: Welche kuratorische Idee passt?

Ordne die passende Werkgruppe zu. Kuratorische Idee
Hokusai und van Gogh Strömende Naturformen
Turner und Boccioni Geschwindigkeit und Technik
Muybridge und Boccioni Bewegung analysieren und verdichten
Hokusai und Kandinsky Gegenständliche und abstrakte Dynamik vergleichen
Muybridge und Kandinsky Wiederholung und Rhythmus untersuchen





Reihenfolge verändert Bedeutung

Die gleichen Bilder können in unterschiedlicher Reihenfolge eine andere Geschichte erzählen. Das nennt man eine kuratorische Dramaturgie. Wie in einem Film oder einer Erzählung entsteht ein Anfang, eine Entwicklung, ein Höhepunkt und ein Schluss.


Reihenfolge A: Von der Natur zur Abstraktion

Position Werk Wirkung im Ablauf
1 Hokusai Ein leicht erkennbares Naturereignis eröffnet die Ausstellung.
2 Turner Natur und Technik treffen aufeinander.
3 Muybridge Bewegung wird untersucht und in Phasen zerlegt.
4 Boccioni Die sichtbare Welt wird stärker aufgelöst.
5 van Gogh Bewegung wird als Wirbel und Rhythmus erfahrbar.
6 Kandinsky Die Ausstellung endet mit Bewegung durch reine Formen und Linien.

Diese Reihenfolge erzählt eine Entwicklung: vom beobachtbaren Ereignis zur abstrakten Bildbewegung.


Reihenfolge B: Vom Rätsel zur Beobachtung

Position Werk Wirkung im Ablauf
1 Kandinsky Die Ausstellung beginnt offen und rätselhaft.
2 van Gogh Abstrakte Bewegung verbindet sich mit einer erkennbaren Landschaft.
3 Hokusai Naturbewegung wird deutlich lesbar.
4 Turner Geschwindigkeit erscheint technisch und atmosphärisch.
5 Boccioni Die Bewegung wird wieder aufgelöst und verdichtet.
6 Muybridge Am Ende steht die genaue Untersuchung einzelner Bewegungsphasen.

Hier entsteht eine andere Geschichte: vom offenen Seheindruck zur genauen Analyse.


Denkexperiment: Tausche nur zwei Bilder

Tausche in Reihenfolge A die Plätze von Muybridge und Kandinsky. Prüfe danach: Entsteht noch eine klare Entwicklung? Wird der Übergang spannender oder unverständlicher? Diese kleine Veränderung zeigt, dass kuratorische Bedeutung nicht nur aus einzelnen Bildern entsteht, sondern auch aus ihrer Position im Ganzen.


Nachbarschaft verändert Bedeutung

Zwei Bilder, die direkt nebeneinander hängen, werden fast automatisch verglichen. Diese Nachbarschaft kann Ähnlichkeiten verstärken oder Unterschiede sichtbar machen.


Nachbarschaft 1: Hokusai und van Gogh

Wenn diese Werke nebeneinander hängen, können Kurven, Strömungen und kreisende Bewegungen stärker auffallen. Der Blick beginnt, Wasser und Himmel miteinander zu vergleichen.


Nachbarschaft 2: Muybridge und Boccioni

Diese Paarung stellt eine Frage: Soll Kunst Bewegung genau untersuchen oder als Kraft und Eindruck sichtbar machen?


Nachbarschaft 3: Turner und Kandinsky

Der Kontrast ist hier besonders groß. Gerade deshalb kann die Nachbarschaft interessant sein: Der Zug liefert ein deutliches Motiv, Kandinsky zeigt Bewegung ohne erzählte Handlung.


Galeriewände lesen

Nicht nur die Werke selbst, sondern auch ihre Hängung beeinflusst die Wirkung. Vergleiche die folgenden Galerieräume.

Eine dichte Hängung kann Vielfalt, Fülle und starke Beziehungen erzeugen. Eine luftige Hängung kann einzelne Werke stärker hervorheben. Große Abstände können Ruhe erzeugen, während enge Gruppen eher zum Vergleichen auffordern.


Blickachsen und Hauptwerke

Ein Bild, das genau gegenüber dem Eingang hängt, kann wie ein Hauptwerk wirken. Ein kleines Werk zwischen zwei sehr großen Bildern kann dagegen übersehen werden. Kuratieren bedeutet deshalb auch, mit Blickachsen, Größen, Abständen und Wegen zu planen.


Ausstellungspläne

Ein Ausstellungsplan ist eine vereinfachte Darstellung des Raumes. Er hilft Dir, Wege, Wände, Werkgruppen und Blickrichtungen zu planen.


Was gehört in Deinen Ausstellungsplan?

  1. Eingang: Markiere, wo Besucherinnen und Besucher beginnen.
  2. Blickachse: Zeige, welches Werk schon vom Eingang aus sichtbar sein soll.
  3. Werkgruppe: Ordne zusammengehörige Werke räumlich zusammen.
  4. Übergang: Plane, wie ein Thema in das nächste übergeht.
  5. Abstand: Gib Hauptwerken mehr Raum oder setze Vergleichspaare bewusst enger.
  6. Richtung: Lege fest, ob die Ausstellung eher linear, kreisförmig oder frei erkundet wird.


Mini-Plan für die Beispielausstellung

Zone Werk oder Werkgruppe Begründung
Eingang Hokusai Ein starkes, gut lesbares Motiv zieht den Blick in die Ausstellung.
Wand A Hokusai und van Gogh Zwei Naturdarstellungen zeigen Bewegung durch Kurven und Wirbel.
Wand B Turner und Muybridge Technik und Beobachtung verändern den Blick auf Geschwindigkeit.
Stirnwand Boccioni Das Werk bildet einen dynamischen Übergang zur Abstraktion.
Schlusswand Kandinsky Die Ausstellung endet mit Bewegung, die fast nur noch aus Form, Farbe und Linie entsteht.


Kuratieren als Entscheidungsprozess

Ein guter kuratorischer Prozess kann in sieben Schritten ablaufen.

  1. Thema finden: Formuliere eine Frage oder Idee, zum Beispiel „Wie kann Bewegung sichtbar werden?“
  2. Bilder sammeln: Suche mehr Werke, als Du am Ende brauchst.
  3. Kriterien festlegen: Entscheide, wonach Du auswählst.
  4. Werke prüfen: Begründe für jedes Werk, warum es hineinpasst oder nicht.
  5. Werkgruppen bilden: Finde sinnvolle Nachbarschaften.
  6. Reihenfolge testen: Probiere mindestens zwei unterschiedliche Abläufe.
  7. Raum planen: Zeichne einen einfachen Grundriss und markiere Werke, Wege und Blickachsen.


Kuratorische Begründungen schreiben

Eine starke Begründung nennt nicht nur eine Meinung, sondern bezieht sich auf sichtbare Merkmale.

Schwach: „Ich nehme das Bild, weil es cool aussieht.“

Stärker: „Ich nehme Hokusais Welle, weil die große Bogenform, die schrägen Boote und die wiederholten Wellenkämme das Thema Bewegung deutlich sichtbar machen.“

Noch stärker: „Ich hänge Hokusais Welle neben van Goghs Sternennacht, weil beide Werke mit kurvigen, strömenden Formen arbeiten. Dadurch wird sichtbar, dass Wasser und Himmel trotz unterschiedlicher Motive ähnlich dynamisch wirken können.“


Differenzierung G/M/E


G – Grundniveau

Du kuratierst eine Mini-Ausstellung mit vier Werken. Wähle aus der Beispielgruppe vier Bilder aus. Nutze mindestens ein klares Auswahlkriterium. Ordne die Werke in einer nachvollziehbaren Reihenfolge. Schreibe zu jedem Werk einen Begründungssatz und markiere auf einem einfachen Wandplan, wo es hängen soll.


Mittleres Niveau

Du kuratierst eine Ausstellung mit fünf Werken. Nutze mindestens zwei Auswahlkriterien, bilde mindestens zwei Werkgruppen und begründe drei direkte Nachbarschaften. Entwirf einen Ausstellungsplan mit Eingang, Blickachse, Hauptwerk und Schlusswerk.


E – Erweitertes Niveau

Du kuratierst eine Ausstellung mit sechs Werken und entwickelst eine eigene Leitfrage. Plane mindestens zwei unterschiedliche Reihenfolgen, vergleiche ihre Wirkung und entscheide Dich begründet für eine Fassung. Setze mindestens einen starken Kontrast bewusst ein und erkläre, wie die Nachbarschaft eine zusätzliche Bedeutung erzeugt.


Kuratorische Auswahlmatrix

Mit einer Auswahlmatrix kannst Du Deine Entscheidungen sichtbar machen. Vergib für jedes Kriterium gedanklich eine Einschätzung von „passt kaum“ bis „passt sehr gut“. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern Deine Begründung.

Werk Themenbezug Sichtbare Bewegung Ergänzt andere Werke Erzeugt interessanten Kontrast Entscheidung
Hokusai sehr stark sehr stark stark stark aufnehmen
Turner sehr stark stark sehr stark stark aufnehmen
Muybridge stark sehr stark sehr stark sehr stark aufnehmen
Boccioni sehr stark sehr stark sehr stark sehr stark aufnehmen
van Gogh stark stark sehr stark stark aufnehmen
Kandinsky stark stark sehr stark sehr stark aufnehmen


Interaktive Auswahlaufgabe: Was ist ein guter Grund?

Ordne die passende Begründung zu. Entscheidung
sichtbare Linien und Wirbel passen zum Thema Werk auswählen
das Bild verbindet zwei Werkgruppen Werk als Übergang einsetzen
zwei Bilder zeigen ähnliche Bewegungsrichtungen Werke nebeneinander hängen
ein starker Gegensatz eröffnet eine neue Frage Kontrast bewusst nutzen
ein Werk wiederholt nur etwas, ohne eine neue Sicht zu ergänzen Auswahl noch einmal prüfen





Vom Bild zur Galeriewand

Bevor Werke wirklich an einer Wand hängen, kannst Du ihre Anordnung als Miniatur testen. Drucke kleine Bildkarten aus oder zeichne vereinfachte Rechtecke. Verschiebe sie auf einem großen Papierbogen. Fotografiere drei Varianten. Vergleiche danach: Wo entsteht Ruhe? Wo entsteht Spannung? Wo ist ein Hauptwerk erkennbar? Wo wirkt eine Gruppe zufällig?


Sehen – Denken – Fragen

Bevor Du ein Bild auswählst, kann Dir die Methode Sehen – Denken – Fragen helfen.

  1. Sehen: Beschreibe zuerst nur, was sichtbar ist.
  2. Denken: Formuliere, welche Wirkung oder Bedeutung daraus entstehen könnte.
  3. Fragen: Notiere, was Du noch wissen oder genauer untersuchen möchtest.


Qualitätscheck für Deine Ausstellung

Prüffrage G M E
Passt jedes Werk zur Leitidee? klar erkennbar mit sichtbaren Merkmalen begründet auch Grenzfälle bewusst begründet
Ist eine Reihenfolge erkennbar? ja Übergänge sind erklärt Alternativen wurden geprüft
Sind Nachbarschaften sinnvoll? mindestens ein Paar mindestens drei Paare Ähnlichkeit und Kontrast werden gezielt eingesetzt
Ist der Raum geplant? einfache Wandfolge Grundriss mit Blickachse Grundriss mit Dramaturgie und Besucherweg
Kannst Du Deine Entscheidungen erklären? kurze Begründungen Fachbegriffe und Vergleiche Abwägung mehrerer Möglichkeiten


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet kuratieren in diesem Lernprojekt am besten? (Bilder auswählen ordnen begründen und präsentieren) (!Nur Bilder möglichst dicht aufhängen) (!Nur den Namen der Künstler auswendig lernen) (!Jedes verfügbare Bild in die Ausstellung aufnehmen)




Welches Kriterium prüft am direktesten ob ein Werk zur Ausstellungsfrage passt? (Themenbezug) (!Rahmenfarbe) (!Kaufpreis) (!Dateigröße)




Warum ist die Nachbarschaft zweier Werke wichtig? (Sie regt zum direkten Vergleich an) (!Sie macht beide Werke automatisch gleich groß) (!Sie verändert die Entstehungszeit der Werke) (!Sie ersetzt jede Bildbeschreibung)




Was kann eine Reihenfolge in einer Ausstellung erzeugen? (Eine kuratorische Dramaturgie) (!Eine neue Signatur des Künstlers) (!Eine andere Maltechnik im Original) (!Eine automatische Restaurierung)




Welche Paarung eignet sich besonders zum Vergleich von fotografisch zerlegter und malerisch verdichteter Bewegung? (Muybridge und Boccioni) (!Hokusai und ein leerer Bilderrahmen) (!Kandinsky und ein Museumsplan) (!Turner und eine Eintrittskarte)




Was ist eine Blickachse? (Eine Sichtlinie im Ausstellungsraum) (!Eine Liste aller Eintrittspreise) (!Eine Technik zum Reinigen von Gemälden) (!Ein Name für einen Bilderrahmen)




Was kann ein großer Abstand zwischen zwei Werken bewirken? (Er kann einzelne Werke stärker hervorheben) (!Er macht beide Werke automatisch abstrakt) (!Er verändert die Farben des Originals) (!Er löscht die Beziehung zum Thema)




Welche Aussage beschreibt eine gute kuratorische Begründung? (Sie nennt sichtbare Merkmale und erklärt die Entscheidung) (!Sie besteht nur aus gefällt mir) (!Sie nennt nur den Namen des Museums) (!Sie verzichtet auf jeden Vergleich)




Warum kann ein Kontrast zwischen zwei Werken sinnvoll sein? (Er kann eine neue Frage oder Bedeutung erzeugen) (!Er verhindert jede Interpretation) (!Er macht die Werke zeitgleich entstanden) (!Er ersetzt den Ausstellungsplan)




Was solltest Du vor der endgültigen Hängung am besten tun? (Mehrere Anordnungen ausprobieren und vergleichen) (!Die erste Idee immer unverändert übernehmen) (!Alle Bilder alphabetisch sortieren) (!Nur die größten Werke auswählen)





Memory

Kuratieren auswählen ordnen und begründen
Werkgruppe mehrere Werke mit gemeinsamer Beziehung
Blickachse wichtige Sichtlinie im Raum
Dramaturgie geplanter Verlauf einer Ausstellung
Kontrast bewusst gesetzter Gegensatz
Nachbarschaft direkte Beziehung zwischen zwei Werken
Grundriss vereinfachter Plan des Ausstellungsraums





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Thema festlegen Ausgangspunkt der Ausstellungsidee
Werke auswählen passende Bilder begründet bestimmen
Werkgruppen bilden Beziehungen zwischen Bildern ordnen
Reihenfolge testen kuratorische Dramaturgie vergleichen
Raum planen Werke Wege und Blickachsen festlegen




...


Kreuzworträtsel

Kurator Wer wählt und ordnet Werke für eine Ausstellung mit aus?
Auswahl Wie heißt die begründete Entscheidung für bestimmte Werke?
Kontrast Wie heißt ein bewusst gesetzter Gegensatz?
Blickachse Wie heißt eine wichtige Sichtlinie im Ausstellungsraum?
Grundriss Wie heißt ein vereinfachter Plan eines Raumes von oben?
Dramaturgie Wie heißt der geplante Verlauf einer Ausstellung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Kuratieren werden Bilder nicht zufällig, sondern nach

ausgewählt.
Mehrere Werke mit einer gemeinsamen Beziehung können eine

bilden.
Die geplante Abfolge von Werken nennt man kuratorische

.
Zwei direkt nebeneinander gehängte Werke erzeugen eine besondere

.
Ein bewusst gesetzter Gegensatz zwischen Werken heißt

.
Eine wichtige Sichtlinie durch einen Ausstellungsraum nennt man

.
Ein vereinfachter Plan des Raumes von oben ist ein

.
Eine gute Begründung bezieht sich auf sichtbare

eines Werkes.
Durch eine veränderte Reihenfolge kann sich die

einer Ausstellung verschieben.
Vor der endgültigen Hängung solltest Du mehrere

vergleichen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bilddetektiv: Wähle aus der Beispiel-Werkgruppe ein Bild aus und markiere in einer Skizze drei Stellen, an denen Bewegung sichtbar wird.
  2. Vierer-Auswahl: Entscheide Dich für vier der sechs Beispielwerke und schreibe zu jedem Werk einen kurzen Satz, warum es zum Thema Bewegung passt.
  3. Nachbarschaftstest: Lege zwei Bildkarten nebeneinander, tausche danach eines der Bilder aus und beschreibe, wie sich der Vergleich verändert.
  4. Galeriewand skizzieren: Zeichne eine einfache Wand mit vier Bildformaten und probiere eine dichte und eine lockere Hängung aus.


Standard

  1. Werkgruppen entwickeln: Bilde aus sechs bis acht Bildern mindestens zwei Werkgruppen und gib jeder Gruppe einen passenden Titel.
  2. Ausstellungsplan entwerfen: Zeichne einen Grundriss mit Eingang, Blickachse, Hauptwerk, zwei Werkgruppen und einem Schlusswerk.
  3. Kuratorisches Audiostatement: Nimm eine einminütige Audioerklärung auf, in der Du Deine Auswahl und eine wichtige Nachbarschaft begründest.
  4. Galerie-Fotostory: Stelle mit ausgedruckten Bildkarten drei unterschiedliche Hängungen her, fotografiere sie und kommentiere die Unterschiede.


Schwer

  1. Alternative Dramaturgien: Entwickle zwei völlig unterschiedliche Reihenfolgen für dieselben sechs Werke und erkläre, welche Geschichte jede Reihenfolge erzählt.
  2. Kontrast kuratieren: Suche zwei zusätzliche frei zugängliche Kunstwerke, die einen starken Gegensatz zur bisherigen Auswahl bilden, und begründe, ob sie die Ausstellung verbessern.
  3. Peer-Kuration: Tausche Deinen Ausstellungsplan mit einer anderen Gruppe, verändere nur drei Positionen und analysiere anschließend, wie sich die Bedeutung verschoben hat.
  4. Mini-Ausstellung realisieren: Plane und gestalte im Klassenraum eine kleine Ausstellung mit eigenen oder reproduzierten Bildern, Wandtext, Werkbeschriftungen, Besucherweg und kurzer Führung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kuratorischer Vergleich: Du erhältst zwei verschiedene Hängungen derselben fünf Bilder. Erkläre, welche Ausstellung stärker auf Geschwindigkeit und welche stärker auf Natur wirkt, und belege Deine Entscheidung mit mindestens drei sichtbaren Beziehungen.
  2. Werk entfernen: Wähle aus einer geplanten Werkgruppe ein Bild aus, das entfernt werden könnte. Erkläre, was dadurch verloren geht und welche neue Wirkung für die übrigen Bilder entsteht.
  3. Reihenfolge verändern: Verschiebe das Schlusswerk an den Anfang einer Ausstellung und beschreibe, wie sich Erwartung, Höhepunkt und Gesamtdeutung verändern.
  4. Raumproblem lösen: Ein Hauptwerk ist vom Eingang aus nicht sichtbar und eine enge Ecke enthält drei große Bilder. Entwickle einen verbesserten Ausstellungsplan und begründe mindestens zwei Veränderungen.
  5. Neue Leitfrage: Formuliere aus der Beispielausstellung zum Thema Bewegung eine neue Leitfrage, die einen anderen Schwerpunkt setzt, und passe Auswahl und Reihenfolge entsprechend an.
  6. Transfer in den Alltag: Übertrage das Prinzip des Kuratierens auf eine Auswahl von Fotos für eine Klassenausstellung oder Schulhomepage und erkläre, welche Kriterien dort wichtig wären.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur ein fertiges Ergebnis zeigst, sondern auch Deinen Entscheidungsprozess nachvollziehbar machst.

  1. Leitfrage: Formuliere eine klare Ausstellungsidee oder Frage.
  2. Werkauswahl: Zeige, welche Werke Du ausgewählt und welche Du bewusst nicht ausgewählt hast.
  3. Auswahlkriterien: Begründe Deine Entscheidungen mit mindestens zwei Kriterien.
  4. Werkgruppen: Erkläre mindestens zwei Beziehungen zwischen mehreren Werken.
  5. Reihenfolge: Begründe Anfang, Übergänge und Schluss Deiner Ausstellung.
  6. Nachbarschaften: Analysiere mindestens zwei direkte Bildpaare.
  7. Ausstellungsplan: Lege einen Grundriss oder eine Wandplanung mit Besucherweg vor.
  8. Reflexion: Beschreibe eine Alternative, die Du verworfen hast, und erkläre warum.
  9. Fachsprache: Verwende Begriffe wie Werkgruppe, Kontrast, Blickachse, Dramaturgie und Grundriss passend.




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