Zum Inhalt springen

BK6 - Abstraktion und Moderne

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 14. September 2026, 15:03 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel

BK6 - Abstraktion und Moderne



BK6 - Abstraktion und Moderne


Einleitung

Was passiert, wenn ein Baum Schritt für Schritt seine Blätter, Zweige und natürlichen Farben verliert und am Ende fast nur noch aus Linien, Flächen und Rhythmen besteht? Wann erkennst Du noch den ursprünglichen Gegenstand – und ab wann siehst Du vor allem Farbe, Form, Linie, Fläche und Komposition? Genau mit solchen Fragen beschäftigten sich viele Künstlerinnen und Künstler der Klassischen Moderne.

Abstraktion bedeutet in der Kunst, dass die sichtbare Wirklichkeit vereinfacht, verändert, zerlegt oder ganz verlassen wird. Ein Bild muss dann nicht mehr so aussehen wie ein Foto. Es kann stattdessen zeigen, wie Formen zusammenwirken, wie Farben klingen, wie Linien Bewegung erzeugen oder wie eine Fläche Spannung bekommt. Abstraktion ist deshalb nicht einfach „weniger genau malen“. Sie kann eine sehr bewusste Entscheidung sein.

In diesem aiMOOC untersuchst Du den Weg von der Gegenständlichkeit über die Vereinfachung bis zur Abstraktion. Du vergleichst geometrische Abstraktion mit freier Abstraktion, lernst Beispiele aus Malerei, Skulptur, Architektur, Design und Musik kennen und entwickelst am Ende Deine eigene abstrakte Komposition.

Das Bild Komposition VIII von Wassily Kandinsky aus dem Jahr 1923 zeigt Kreise, Linien, Winkel, Bögen und Flächen in einer bewusst geordneten Bildwelt. Obwohl viele Formen geometrisch wirken, entsteht kein Bauplan im technischen Sinn. Die Formen werden zu einer eigenen Bildsprache.

Das Video führt in die Frage ein, was abstrakte Kunst ausmachen kann. Achte besonders darauf, wie stark Farbe, Form und Bildordnung wirken, auch wenn kein eindeutiger Gegenstand im Mittelpunkt steht.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Abstraktion als künstlerischen Prozess erklären und von einer bloßen Vereinfachung unterscheiden.
  2. gegenständliche, teilweise abstrahierte und weitgehend gegenstandslose Bildlösungen vergleichen.
  3. Merkmale der geometrischen und der freien Abstraktion erkennen.
  4. an Werken von Piet Mondrian, Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Paul Klee und anderen Kunstschaffenden formale Mittel untersuchen.
  5. Zusammenhänge zwischen moderner Malerei, Bauhaus, Architektur, Design, Skulptur und Musik beschreiben.
  6. eine eigene abstrakte Komposition planen, gestalten, überarbeiten und begründen.


Differenzierung G/M/E

G – grundlegendes Niveau: Du benennst sichtbare Formen, Farben und Linien, ordnest Beispiele ein und setzt eine klare Gestaltungsregel um.

M – mittleres Niveau: Du erklärst Beziehungen zwischen Formen, Farben, Rhythmus und Bildwirkung und entwickelst eine Komposition mit mehreren bewussten Entscheidungen.

E – erweitertes Niveau: Du vergleichst unterschiedliche Abstraktionswege, begründest gestalterische Wirkungen mit Fachbegriffen und entwickelst eine eigenständige Komposition mit gezielter Spannung, Schwerpunktsetzung und Überarbeitung.


Vom Gegenstand zur Abstraktion


Ausgangspunkt: Die sichtbare Welt

Gegenständliche Kunst zeigt Motive, die Du wiedererkennen kannst: Menschen, Tiere, Pflanzen, Landschaften, Häuser oder Dinge. Das bedeutet aber nicht, dass solche Bilder die Wirklichkeit exakt kopieren müssen. Schon bei gegenständlichen Bildern können Formen vereinfacht, Farben verändert und Perspektiven ungewöhnlich gewählt werden.

Ein besonders anschaulicher Weg zur Abstraktion lässt sich bei Piet Mondrian beobachten. Mondrian begann mit Landschaften und Naturmotiven. In mehreren Werkphasen untersuchte er immer stärker die tragenden Linien und Ordnungen eines Motivs.

Beim Roten Baum ist der Baum noch deutlich erkennbar. Gleichzeitig sind Farbe und Form bereits stark gesteigert. Der Baum ist nicht einfach naturgetreu wiedergegeben.


Schritt 1: Vereinfachen und ordnen

Beim Grauen Baum von 1911 wird die natürliche Erscheinung weiter zurückgenommen. Stamm und Äste werden zu einem Netz aus Linien. Der Gegenstand ist noch erkennbar, aber die Struktur wird wichtiger als die naturgetreue Darstellung.

Beobachtungsauftrag G: Zeige mit dem Finger auf drei Stellen, an denen Du noch einen Baum erkennst.

Beobachtungsauftrag M: Beschreibe, wie sich die Linien vom Stamm zu den Ästen verändern und welche Bewegung dadurch entsteht.

Beobachtungsauftrag E: Erkläre, warum die Vereinfachung nicht zufällig wirkt, sondern die innere Struktur des Baumes untersucht.


Schritt 2: Der Gegenstand wird zum Formgerüst

Im Blühenden Apfelbaum von 1912 ist das Naturmotiv nur noch schwer zu erkennen. Kurven, kurze Linien und flächige Bereiche bilden ein dichtes Gefüge. Der Baum ist nicht verschwunden, aber er wird in eine Bildordnung übersetzt.

Mini-Experiment: Zeichne einen einfachen Gegenstand, zum Beispiel einen Schuh, eine Tasse oder ein Blatt. Zeichne ihn danach ein zweites Mal nur aus fünf bis acht Linien. In einer dritten Version darfst Du nur Kreis, Dreieck, Rechteck und Gerade verwenden. Vergleiche: Welche Eigenschaften des Gegenstands bleiben erhalten?


Schritt 3: Geometrische Abstraktion

In Mondrians späteren Kompositionen erscheinen vor allem horizontale und vertikale schwarze Linien sowie klar begrenzte Farbflächen. Ein Baum oder eine Landschaft ist nicht mehr direkt sichtbar. Die Bildwirkung entsteht aus Verhältnissen: groß und klein, hell und dunkel, farbig und neutral, dicht und leer, links und rechts, oben und unten.

Wichtig ist: Piet Mondrian gehörte nicht zum Bauhaus. Seine Kunst entwickelte sich unter anderem im Zusammenhang mit De Stijl. Trotzdem gibt es interessante Parallelen zum Bauhaus, weil auch dort grundlegende Formen, Farben und Ordnungen untersucht wurden.


Zwei Wege der Abstraktion


Geometrische Abstraktion

Die geometrische Abstraktion arbeitet häufig mit klaren Grundformen wie Kreis, Quadrat, Rechteck, Dreieck, Gerade und Raster. Dabei können Symmetrie, Wiederholung, Proportion und Kontrast eine wichtige Rolle spielen.

Das Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch wurde 1915 gezeigt. Ein einzelnes schwarzes Quadrat auf hellem Grund stellt keinen Gegenstand im üblichen Sinn dar. Gerade diese radikale Reduktion machte das Werk zu einem wichtigen Beispiel für die Geschichte der abstrakten Kunst.

Kandinskys Einige Kreise von 1926 zeigt, wie unterschiedlich Kreise durch Größe, Farbe, Überschneidung und Position wirken können. Ein Kreis kann ruhig, schwebend, schwer, weit entfernt oder dominant erscheinen, obwohl er geometrisch sehr einfach ist.


Freie Abstraktion

Freie Abstraktion muss sich nicht an Lineal, Raster oder Grundformen halten. Linien können schwingen, Flächen können unregelmäßig sein, Farbspuren können spontan wirken. Trotzdem braucht auch eine freie Komposition Entscheidungen: Wo liegt ein Schwerpunkt? Wo ist es ruhig? Wo entsteht Spannung? Was wiederholt sich? Was bildet einen Kontrast?

In Kandinskys Improvisation 31 von 1913 sind einzelne Hinweise auf ein Geschehen noch denkbar, doch die Wirkung entsteht stark aus Farbfeldern, Linienbewegungen und dynamischen Richtungen. Solche Arbeiten zeigen, dass der Übergang zwischen gegenständlich, abstrahiert und gegenstandslos fließend sein kann.

Hörauftrag zum Bild: Suche im Video nach Momenten, in denen eine Form als besonders ruhig, schnell, laut, leise, schwer oder leicht beschrieben werden könnte. Übertrage zwei dieser Wirkungen auf eine eigene kleine Skizze.


Abstraktion ist kein Entweder-oder

Zwischen realistischer Darstellung und völliger Gegenstandslosigkeit gibt es viele Zwischenstufen. Ein Gesicht kann aus wenigen Flächen bestehen und trotzdem als Gesicht erkennbar sein. Ein Baum kann zum Liniengerüst werden. Eine Landschaft kann nur noch aus Farbzonen bestehen.

Bei Paul Klees Senecio von 1922 erinnert die Komposition noch an ein Gesicht. Gleichzeitig ist dieses Gesicht aus einfachen Flächen, Linien und Farbfeldern aufgebaut. Genau solche Zwischenformen eignen sich gut, um über den Grad der Abstraktion zu diskutieren.


Moderne: Kunst sucht neue Möglichkeiten

Um 1900 und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts veränderten sich Gesellschaft, Technik, Städte, Verkehr, Medien und Wissenschaft stark. Künstlerinnen und Künstler reagierten darauf sehr unterschiedlich. Manche zerlegten Formen, andere betonten Bewegung, manche untersuchten reine Farbe oder geometrische Ordnung. Die Moderne ist deshalb kein einziger Stil, sondern umfasst viele verschiedene Richtungen.

Die Erfindung und Verbreitung der Fotografie war dabei ein Einfluss unter mehreren. Malerei musste nicht mehr allein die Aufgabe erfüllen, sichtbare Wirklichkeit möglichst genau festzuhalten. Viele Kunstschaffende fragten stärker danach, was nur Malerei, Zeichnung oder Skulptur leisten kann: Farbe unabhängig vom Gegenstand, Rhythmus, Material, Oberfläche, Bewegung und persönliche Wahrnehmung.


Bauhaus: Kunst, Gestaltung und Alltag

Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet. Es war eine Kunst-, Gestaltungs- und Ausbildungsschule, an der Kunst, Handwerk, Design und später besonders auch Architektur eng miteinander verbunden wurden. 1925 zog das Bauhaus nach Dessau. Das berühmte Bauhausgebäude wurde 1925/26 nach Plänen von Walter Gropius errichtet. 1933 endete die Schule unter dem Druck der Nationalsozialisten.

Am Bauhaus wurden Grundfragen untersucht: Wie wirken Farben? Wie verhalten sich Kreis, Quadrat und Dreieck? Wie kann Material sinnvoll verwendet werden? Wie kann ein Gegenstand funktionieren und zugleich gestaltet sein? Lehrende wie Wassily Kandinsky und Paul Klee beschäftigten sich intensiv mit Beziehungen von Farbe, Form und Komposition.

Das DW-Video zeigt, wie weit die Ideen des Bauhauses über Malerei hinausgingen. Für Klasse 6 genügt es, einzelne Abschnitte gezielt anzusehen und dabei auf Formen, Materialien, Gebäude und Alltagsgegenstände zu achten.


Form und Funktion

Ein wichtiges Thema moderner Gestaltung ist die Frage, wie ein Gegenstand aussieht und wofür er benutzt wird. Gute Gestaltung kann Form, Material und Funktion miteinander verbinden.

Der sogenannte Wassily-Stuhl von Marcel Breuer zeigt eine Konstruktion aus gebogenem Stahlrohr und eingespannten Flächen. Die Konstruktion bleibt sichtbar. Der Stuhl wirkt dadurch leicht, technisch und klar gegliedert.

Formanalyse: Suche am Stuhl nach Linien, Rechtecken, offenen Flächen und Wiederholungen. Überlege anschließend, welche Teile zum Sitzen nötig sind und welche Teile vor allem die Gestaltung prägen.


Architektur als Komposition im Raum

Das Haus am Horn wurde für die Bauhaus-Ausstellung 1923 in Weimar errichtet. Seine klare, kompakte Form eignet sich gut, um Architektur wie eine räumliche Komposition zu untersuchen. Fenster, Wände, Öffnungen und Baukörper bilden Beziehungen von groß zu klein, geschlossen zu offen und hell zu dunkel.

G: Finde drei Rechtecke oder quadratische Formen.

M: Beschreibe, wie die Fensterflächen die geschlossenen Wandflächen unterbrechen.

E: Übertrage die Fassade in eine zweidimensionale abstrakte Komposition aus fünf bis acht Flächen.


Skulptur: Abstraktion wird räumlich

Abstraktion findet nicht nur auf Papier oder Leinwand statt. In einer Skulptur werden Form, Volumen, Zwischenraum, Oberfläche, Material und Blickrichtung wichtig.

Umberto Boccioni entwickelte 1913 die Skulptur Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum. Die Figur erinnert an einen schreitenden Menschen, aber Körperteile werden stark verwandelt und mit fließenden Formen verbunden. Dadurch wirkt die Figur weniger wie ein ruhiger Körper und stärker wie ein Bild von Bewegung.

Raum-Experiment: Baue aus Papierstreifen, Karton oder weichem Draht eine kleine Form, die „schnell“ aussieht. Verwende keinen Pfeil und keine Schrift. Zeige Geschwindigkeit nur durch Richtung, Wiederholung, Streckung und Überlagerung.


Musik hören – Formen sehen

Abstraktion kann auch mit Musik verglichen werden. Musik stellt meistens keinen sichtbaren Gegenstand dar. Trotzdem erleben wir Spannung, Wiederholung, Rhythmus, Kontrast und Stimmung. Genau solche Begriffe können auch in der Bildgestaltung helfen.

Arnold Schönberg komponierte 1911 die Sechs kleinen Klavierstücke op. 19. In dieser Musik fehlen oft die vertrauten tonalen Zentren und langen Melodiebögen, die viele Hörende aus älterer Musik erwarten. Kurze Klanggesten, Pausen und starke Kontraste können dadurch besonders auffallen.

Hörzeichnen: Lege ein Blatt quer. Höre etwa eine Minute. Zeichne keine Gegenstände. Setze für kurze Klänge Punkte oder kurze Striche, für lange Klänge längere Linien, für laute Stellen kräftigere Spuren und für Pausen leere Flächen. Vergleiche danach Dein Blatt mit dem eines anderen Lernenden. Es gibt nicht nur eine richtige Übersetzung.

Kandinsky interessierte sich stark für Beziehungen zwischen Malerei und Musik. Nach einem Konzert mit Musik Schönbergs im Jahr 1911 kam es zu einem Austausch zwischen beiden Künstlern. Für den Kunstunterricht ist dabei besonders spannend: Ein Bild kann wie Musik über Rhythmus, Spannung und Wiederholung wirken, ohne etwas naturgetreu abzubilden.


Interaktive Formexperimente


Experiment 1: Eine Form – fünf Wirkungen

Zeichne fünf gleich große Kreise. Verändere in jedem Feld nur die Umgebung des Kreises.

  1. Lass den Kreis allein in der Mitte wirken.
  2. Dränge ihn an einen Bildrand.
  3. Umgib ihn mit vielen kleinen Formen.
  4. Überschneide ihn mit einer zweiten Form.
  5. Setze ihn in starken Hell-Dunkel-Kontrast.

G: Beschreibe jede Wirkung mit einem Adjektiv.

M: Begründe, welche Anordnung am ruhigsten und welche am spannungsreichsten wirkt.

E: Verändere nur Abstand und Größe so, dass eine klare Blickrichtung entsteht.


Experiment 2: Farbe trifft Form

Am Bauhaus wurden Beziehungen zwischen Grundformen und Farben untersucht. Kandinsky verband in seinen Überlegungen unter anderem Gelb mit dem Dreieck, Rot mit dem Quadrat und Blau mit dem Kreis. Diese Zuordnungen sind keine Naturgesetze, sondern historische Gestaltungsannahmen.

Lege aus farbigem Papier drei Formen. Teste mehrere Farbkombinationen. Entscheide anschließend selbst, welche Farbe für Dich am besten zu Kreis, Quadrat und Dreieck passt, und begründe Deine Entscheidung mit Wirkung statt mit „richtig“ oder „falsch“.


Experiment 3: Farbstudien

Erstelle drei kleine Farbfelder mit demselben Grundaufbau, aber unterschiedlicher Farbwirkung: ruhig, laut und geheimnisvoll. Verändere dazu Helligkeit, Sättigung und Kontrast.


Experiment 4: Gegenstand wird abstrakt

Wähle einen Gegenstand mit klarer Silhouette, zum Beispiel Schere, Blatt, Tasse oder Schuh. Gestalte vier kleine Bilder nebeneinander:

  1. möglichst genau beobachtet,
  2. vereinfacht,
  3. aus geometrischen Grundformen,
  4. frei abstrahiert ohne erkennbare Kontur.

Lege die vier Bilder anschließend in eine Reihenfolge vom stärksten Gegenstandsbezug bis zur größten Abstraktion.


Eigene abstrakte Komposition gestalten

Dein Hauptprojekt verbindet Beobachten, Planen, Experimentieren und Gestalten. Du entscheidest Dich für geometrische oder freie Abstraktion. Als Ausgangspunkt kannst Du einen Gegenstand, ein Naturmotiv, eine Bewegung oder ein Musikstück wählen.


Schritt 1: Ausgangsidee

Wähle ein Motiv oder eine Wirkung. Beispiele sind „Stadt“, „Sturm“, „Ruhe“, „Tempo“, „Wachstum“, „Maschine“, „Schweben“ oder ein selbst gewählter Gegenstand. Deine endgültige Arbeit muss das Ausgangsmotiv nicht mehr erkennbar zeigen.


Schritt 2: Drei Skizzen

Erstelle drei Mini-Kompositionen. Verändere jeweils:

  1. die Größe der Formen,
  2. die Lage des Schwerpunkts,
  3. die Dichte von Formen und Leerraum,
  4. die Richtung der Linien,
  5. die Farbkontraste.


Schritt 3: Entscheiden und ausarbeiten

Wähle die stärkste Skizze. Arbeite sie auf größerem Papier aus. Nutze zum Beispiel Deckfarben, Buntstifte, Filzstifte, Collagepapier, Karton oder eine Mischtechnik.

G: Verwende mindestens drei verschiedene Formen, zwei deutlich unterscheidbare Farben und eine erkennbare Wiederholung.

M: Entwickle zusätzlich einen Schwerpunkt, zwei verschiedene Größenverhältnisse und einen bewussten Farbkontrast.

E: Entwickle eine eigenständige Bildordnung mit Schwerpunkt, Rhythmus, Spannung zwischen dichter und leerer Fläche sowie mindestens einer gezielten Brechung Deiner eigenen Regel.


Schritt 4: Prüfen und überarbeiten

Betrachte Dein Bild aus zwei Metern Entfernung. Drehe es probeweise um 90 Grad. Frage Dich: Wo schaue ich zuerst hin? Wandert mein Blick? Gibt es eine Stelle, an der zu viel oder zu wenig passiert? Unterstützen die Farben meine Idee?

Überarbeite mindestens eine Stelle bewusst. Eine gute Komposition entsteht oft nicht im ersten Versuch.


Schritt 5: Künstlerisches Statement

Schreibe drei bis sechs Sätze zu Deinem Werk. Erkläre:

  1. welchen Ausgangspunkt Du gewählt hast,
  2. ob Deine Arbeit geometrisch oder frei abstrahiert ist,
  3. welche Formen, Farben und Kontraste besonders wichtig sind,
  4. welche Wirkung Du erreichen wolltest,
  5. was Du während der Überarbeitung verändert hast.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Abstraktion in der Kunst am treffendsten? (Die Wirklichkeit wird vereinfacht, verändert oder ganz verlassen) (!Ein Bild wird immer möglichst fotografisch genau) (!Es dürfen nur schwarze und weiße Farben benutzt werden) (!Jedes abstrakte Bild entsteht ohne Planung)




Welche Formensprache ist für geometrische Abstraktion besonders typisch? (Kreise, Rechtecke, Dreiecke und klare Linien) (!Nur naturgetreue Tierkörper) (!Ausschließlich Schriftzeichen) (!Nur weiche Schatten ohne Konturen)




Was lässt sich an Mondrians Baum-Bildern besonders gut untersuchen? (Der schrittweise Weg vom Naturmotiv zur abstrakten Ordnung) (!Der Bau eines Stuhls aus Stahlrohr) (!Die Herstellung einer Bronzeskulptur) (!Die Entwicklung eines Musikstücks)




Was ist ein wichtiges Gestaltungsmittel in Mondrians späteren Kompositionen? (Horizontale und vertikale Linien) (!Naturalistische Fellstruktur) (!Zentralperspektive mit Fluchtpunkt) (!Schattierung wie in einem Foto)




Was unterscheidet freie Abstraktion häufig von geometrischer Abstraktion? (Freie Abstraktion kann unregelmäßige und gestische Formen nutzen) (!Freie Abstraktion muss immer einen Baum darstellen) (!Freie Abstraktion darf keine Farbe enthalten) (!Freie Abstraktion besteht nur aus Quadraten)




Welche Schule verband Kunst, Handwerk, Gestaltung und Architektur besonders eng? (Bauhaus) (!Barockakademie) (!Romantische Schule) (!Gotische Bauhütte)




Wozu eignet sich ein Hörzeichnen besonders gut? (Klänge in Linien, Punkte, Flächen und Rhythmen zu übersetzen) (!Noten fehlerfrei auswendig zu lernen) (!Musik durch Wörter vollständig zu ersetzen) (!Ein realistisches Porträt zu zeichnen)




Was kann in einer abstrakten Komposition einen Schwerpunkt erzeugen? (Ein deutlicher Kontrast in Größe, Farbe oder Lage) (!Nur der Titel des Bildes) (!Nur der Bilderrahmen) (!Nur die Unterschrift)




Was untersuchst Du bei einer abstrakten Skulptur besonders? (Volumen, Zwischenraum, Material und Blickrichtung) (!Nur Rechtschreibung) (!Nur Jahreszahlen) (!Nur den Preis des Materials)




Warum ist Überarbeiten ein wichtiger Teil des Gestaltungsprozesses? (Weil Bildwirkung geprüft und gezielt verbessert werden kann) (!Weil jede erste Idee grundsätzlich falsch ist) (!Weil abstrakte Bilder immer symmetrisch sein müssen) (!Weil nur radieren als Kunsttechnik gilt)





Memory

Gegenständlichkeit Erkennbares Motiv
Geometrische Abstraktion Grundformen und klare Ordnung
Freie Abstraktion Unregelmäßige und gestische Formen
Komposition Anordnung der Bildelemente
Kontrast Deutlicher Unterschied
Bauhaus Schule für Kunst und Gestaltung
Skulptur Dreidimensionales Kunstwerk
Rhythmus Wiederholung mit Veränderung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Erkennbares Naturmotiv Gegenständlichkeit
Vereinfachte Struktur Abstrahieren
Kreis Quadrat Dreieck Geometrische Abstraktion
Gestische unregelmäßige Formen Freie Abstraktion
Geplante Anordnung im Bild Komposition




...


Kreuzworträtsel

Gegenstand Was bleibt bei einer gegenständlichen Darstellung als Motiv erkennbar?
Geometrie Welcher Bereich liefert Kreis, Quadrat und Dreieck als Grundformen?
Bauhaus Welche moderne Schule verband Kunst, Gestaltung und Handwerk?
Komposition Wie heißt die bewusste Anordnung von Formen und Farben im Bild?
Skulptur Wie heißt ein dreidimensionales Kunstwerk?
Kontrast Wie nennt man einen starken Unterschied zwischen Gestaltungselementen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Wenn ein Motiv vereinfacht oder verändert wird, spricht man von

. Bei Piet Mondrian kann der Weg vom Baum zur immer strengeren

verfolgt werden. Geometrische Abstraktion arbeitet häufig mit klaren

. Freie Abstraktion kann stärker mit unregelmäßigen Linien und

arbeiten. Am Bauhaus wurden Kunst, Handwerk und

miteinander verbunden. In einer Komposition sorgt ein deutlicher Unterschied häufig für

. Auch Musik kann durch Wiederholung und Veränderung einen wahrnehmbaren

erzeugen. Bei einer eigenen abstrakten Arbeit hilft eine bewusste

, die Bildwirkung zu verbessern.




Offene Aufgaben


Leicht – G

  1. Formensuche: Fotografiere oder zeichne in Deiner Umgebung fünf Beispiele für Kreis, Quadrat, Rechteck oder Dreieck und ordne sie zu einer kleinen Formensammlung.
  2. Abstraktionsreihe: Zeichne einen einfachen Gegenstand in drei Stufen: genau, vereinfacht und geometrisch.
  3. Farbwirkung: Gestalte drei kleine Felder mit denselben Formen, aber den Wirkungen ruhig, laut und freundlich.
  4. Bildbeschreibung: Wähle eines der Medien dieses aiMOOCs und beschreibe nur das, was Du wirklich sehen kannst, ohne sofort zu deuten.


Standard – M

  1. Mondrian-Vergleich: Vergleiche den Roten Baum, den Grauen Baum und den Blühenden Apfelbaum. Erkläre, welche Details verschwinden und welche Strukturen wichtiger werden.
  2. Form und Musik: Höre einen kurzen Ausschnitt aus Schönbergs Klavierstücken und entwickle daraus eine abstrakte Zeichnung mit mindestens drei verschiedenen Linientypen.
  3. Bauhaus-Fotografie: Suche in Schule oder Wohnort nach einer Fassade oder einem Gegenstand mit klaren geometrischen Formen und fotografiere ihn als abstrakten Ausschnitt.
  4. Papierskulptur: Baue aus höchstens zehn Papierstreifen eine Skulptur zum Thema Bewegung und dokumentiere sie aus drei Blickrichtungen.


Schwer – E

  1. Geometrisch oder frei: Gestalte dasselbe Thema zweimal, einmal geometrisch und einmal frei abstrahiert, und vergleiche anschließend die Wirkung.
  2. Regel und Regelbruch: Erfinde für Deine Komposition eine klare Regel und brich sie an genau einer wichtigen Stelle, um einen Schwerpunkt zu erzeugen.
  3. Kuratorisches Mini-Projekt: Stelle aus fünf Werken oder Medien dieses aiMOOCs eine kleine virtuelle Ausstellung zusammen und begründe ihre Reihenfolge.
  4. Eigene abstrakte Komposition: Entwickle aus drei Skizzen eine ausgereifte Arbeit, dokumentiere eine Überarbeitung und verfasse ein Künstlerisches Statement mit Fachbegriffen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Abstraktionsweg analysieren: Du erhältst vier Darstellungen desselben Gegenstands mit unterschiedlichem Abstraktionsgrad. Ordne sie und begründe Deine Reihenfolge anhand von Linie, Form, Farbe und Erkennbarkeit.
  2. Bildwirkung übertragen: Wähle eine ruhige geometrische Komposition und verändere sie so, dass sie dynamisch wirkt. Begründe mindestens drei gestalterische Änderungen.
  3. Malerei und Musik vergleichen: Erkläre an einem selbst gewählten Bild und einem kurzen Musikbeispiel, wie Rhythmus, Kontrast und Wiederholung in beiden Künsten funktionieren können.
  4. Architektur abstrahieren: Übertrage die Fassade eines Gebäudes in eine zweidimensionale Flächenkomposition und entscheide, welche Baumerkmale Du beibehältst oder entfernst.
  5. Skulptur beurteilen: Vergleiche eine stehende Alltagsfigur mit Boccionis bewegter Skulptur und erkläre, wie Formveränderungen Bewegung sichtbar machen können.
  6. Gestaltungsentscheidung begründen: Zeige Deine eigene abstrakte Komposition und erläutere, wie Schwerpunkt, Leerraum, Farbkontrast und Wiederholung die Wirkung beeinflussen.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu BK6 - Abstraktion und Moderne ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Zusammenhänge sichtbar machen und begründen kannst.

  1. Du kannst den Weg von Gegenständlichkeit über Vereinfachung bis zur Abstraktion an Beispielen erklären.
  2. Du kannst geometrische und freie Abstraktion unterscheiden und Gemeinsamkeiten benennen.
  3. Du verwendest Fachbegriffe wie Form, Linie, Fläche, Farbe, Kontrast, Rhythmus, Schwerpunkt und Komposition passend.
  4. Du kannst mindestens ein Beispiel aus Malerei, Bauhaus-Gestaltung, Architektur, Skulptur und Musik in den Zusammenhang der Moderne einordnen.
  5. Du entwickelst mehrere Skizzen, statt nur eine erste Idee auszuführen.
  6. Du triffst bewusste Entscheidungen zu Form, Farbe, Größenverhältnissen und Leerraum.
  7. Du überarbeitest Deine Arbeit sichtbar und kannst erklären, warum.
  8. Du präsentierst Deine eigene abstrakte Komposition und reflektierst ihre Wirkung.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...