Zum Inhalt springen

NWT9 - Energieversorgungssysteme

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 13. September 2026, 22:07 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel

NWT9 - Energieversorgungssysteme



NWT9 - Energieversorgungssysteme

Energieversorgungssysteme gehören zu den wichtigsten technischen Systemen moderner Gesellschaften. Sie sorgen dafür, dass Energie zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in einer geeigneten Form und mit ausreichender Leistung verfügbar ist. Dabei reicht die technische Kette von der Energiequelle über die Energieumwandlung, die Speicherung und den Transport bis zur Nutzung.

In diesem aiMOOC untersuchst Du Energieversorgung nicht als Sammlung einzelner Kraftwerke, sondern als zusammenhängendes technisches System. Du analysierst, wie verschiedene Technologien miteinander gekoppelt werden, warum Stromnetze ständig im Gleichgewicht gehalten werden müssen, welche Rolle Energiespeicher spielen und nach welchen technischen, ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kriterien Energieversorgungssysteme bewertet werden können.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Niveau Klasse 9 Gymnasium / E-Vertiefung. Du arbeitest mit Modellen, Wirkungsgraden, Energieflussdiagrammen, Stromnetzen, Speichertechnologien und technischen Bewertungsverfahren.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du ein Energieversorgungssystem als Kette aus Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, Transport und Nutzung beschreiben. Du kannst technische Komponenten wie Generator, Transformator, Photovoltaikmodul, Wechselrichter, Energiespeicher und Stromnetz erklären und miteinander in Beziehung setzen.

Du kannst außerdem Energieflüsse mit Sankey-Diagrammen darstellen, Wirkungsgrade berechnen, Verluste begründen und Versorgungssysteme anhand verschiedener Kriterien vergleichen. Besonders wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass es nicht nur um einen möglichst hohen Wirkungsgrad geht. Eine reale Energieversorgung muss zugleich zuverlässig, bezahlbar, technisch beherrschbar, ressourcenschonend und gesellschaftlich akzeptabel sein.


Energieversorgung als technisches System

Ein technisches Energieversorgungssystem besitzt mehrere miteinander verbundene Teilsysteme. Vereinfacht lässt sich die Kette so beschreiben:

Energiequelle → Umwandlung → Transport → Speicherung oder direkte Nutzung → Energiedienstleistung

Am Anfang steht beispielsweise Wind, Sonnenstrahlung, Wasser in einem Speichersee, Kohle, Erdgas, Biomasse oder Kernbrennstoff. Am Ende steht nicht einfach „Energie“, sondern eine konkrete Energiedienstleistung: ein beleuchteter Raum, ein fahrendes Fahrzeug, ein warmer Klassenraum, ein laufender Computer oder eine Maschine.

Wichtig ist dabei der Energieerhaltungssatz. Energie verschwindet bei einer Umwandlung nicht. Allerdings wird nicht jede Energieform vollständig in die gewünschte Nutzenergie umgewandelt. Ein Teil wird häufig als Wärme an die Umgebung abgegeben. Deshalb unterscheiden wir zwischen zugeführter Energie, Nutzenergie und Verlustenergie.


Energie und Leistung unterscheiden

Die physikalische Größe Energie beschreibt die Fähigkeit eines Systems, Veränderungen zu bewirken. Die SI-Einheit ist das Joule. In der Energietechnik wird häufig auch die Kilowattstunde verwendet.

Die Leistung beschreibt dagegen, wie schnell Energie umgesetzt wird:

P = E / t

Eine Anlage mit hoher Leistung kann in kurzer Zeit viel Energie umsetzen. Ein Speicher kann dagegen eine große Energiemenge besitzen, ohne diese besonders schnell abgeben zu können. Genau deshalb müssen bei Speichertechnologien Energiekapazität und Leistung getrennt betrachtet werden.

Beispiel: Ein Speicher mit 10 kWh Energieinhalt und einer maximalen Abgabeleistung von 2 kW könnte theoretisch fünf Stunden lang 2 kW liefern, wenn Verluste und technische Grenzen vernachlässigt werden.


Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der zugeführten Energie als gewünschte Nutzenergie zur Verfügung steht:

η = E_nutz / E_zu

Ein Wirkungsgrad von 0,80 entspricht 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent treten in anderen Energieformen auf, häufig als Wärme.

Bei einer Kette aus mehreren Umwandlungsschritten multiplizieren sich die Teilwirkungsgrade. Hat beispielsweise jeder von drei aufeinanderfolgenden Schritten einen Wirkungsgrad kleiner als 100 Prozent, sinkt der Gesamtwirkungsgrad stärker, als man auf den ersten Blick erwarten könnte. Deshalb ist es technisch oft sinnvoll, unnötige Umwandlungen zu vermeiden.

Ein Sankey-Diagramm zeigt Energieflüsse durch unterschiedlich breite Pfeile. Die Pfeilbreite steht proportional für die Energiemenge oder Leistung. Dadurch werden Verluste sichtbar. Ein Sankey-Diagramm ist besonders geeignet, um Kraftwerke, Speicherketten oder Antriebssysteme miteinander zu vergleichen.


Energieträger und Energiequellen

Energieträger können Energie speichern oder transportieren. In der Schule wird häufig zwischen fossilen, nuklearen und regenerativen beziehungsweise erneuerbaren Energiequellen unterschieden.

Fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas entstanden über sehr lange geologische Zeiträume. Ihre Verbrennung setzt Energie frei, verursacht aber unter anderem Kohlendioxid-Emissionen. Erneuerbare Energien wie Sonnenstrahlung, Windenergie und Wasserkraft werden durch natürliche Prozesse laufend erneuert. Ihre Nutzung ist dennoch nicht völlig frei von Umweltwirkungen, weil Anlagen hergestellt, Rohstoffe gewonnen, Flächen genutzt und Infrastrukturen gebaut werden müssen.

Technische Bewertungen sollten deshalb möglichst den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen: Rohstoffgewinnung, Produktion, Bau, Betrieb, Wartung, Rückbau und Recycling.


Grundlast, Mittellast und Spitzenlast

Der Energiebedarf schwankt im Tages- und Jahresverlauf. Traditionell wurde bei Kraftwerken häufig zwischen Grundlast, Mittellast und Spitzenlast unterschieden. Grundlast bezeichnete einen über längere Zeit relativ gleichmäßigen Mindestbedarf, während Spitzenlast besonders hohe kurzfristige Nachfrage bezeichnet.

In einem Energiesystem mit hohem Anteil wetterabhängiger Wind- und Solarenergie verschiebt sich die Betrachtung. Entscheidend ist zunehmend die Residuallast: der Strombedarf, der nach Abzug der aktuell verfügbaren Einspeisung aus bestimmten erneuerbaren Quellen noch durch andere Erzeuger, Speicher, Importe oder Lastverschiebung gedeckt werden muss.

Damit wird deutlich: Ein modernes Stromsystem wird nicht nur durch Kraftwerke stabilisiert. Auch Speicher, flexible Verbraucher, Stromnetze, regelbare Erzeuger und digitale Steuerung spielen eine Rolle.


Energieerzeugung und Energieumwandlung


Thermische Kraftwerke

In einem thermischen Kraftwerk wird zunächst Wärme bereitgestellt. Diese Wärme kann beispielsweise durch Verbrennung fossiler Energieträger oder Biomasse, durch Kernspaltung oder durch konzentrierte Solarstrahlung entstehen. Häufig wird damit Wasser erhitzt. Der entstehende Dampf treibt eine Turbine an. Die Turbine treibt wiederum einen Generator, der mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt.

Die typische Kette lautet:

chemische oder nukleare Energie → thermische Energie → mechanische Energie → elektrische Energie

In jedem Umwandlungsschritt entstehen Verluste. Besonders bedeutsam ist bei Wärmekraftmaschinen die thermodynamische Begrenzung. Eine Wärmekraftmaschine kann Wärme nicht vollständig in mechanische Arbeit umwandeln.

Für eine idealisierte Wärmekraftmaschine gibt der Carnot-Wirkungsgrad eine theoretische Obergrenze an:

η_Carnot = 1 - T_kalt / T_heiß

Die Temperaturen müssen dabei in Kelvin eingesetzt werden. Reale Kraftwerke erreichen diesen idealen Grenzwert nicht, weil zusätzliche Verluste auftreten.

Eine Möglichkeit zur besseren Ausnutzung der eingesetzten Energie ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei wird neben elektrischer Energie auch nutzbare Wärme bereitgestellt, beispielsweise für Gebäude oder industrielle Prozesse.


Generator und elektromagnetische Induktion

In vielen Kraftwerken ist der Generator das zentrale Bauteil zur Stromerzeugung. Er nutzt elektromagnetische Induktion. Wird der magnetische Fluss durch eine Leiterschleife oder Spule verändert, kann eine elektrische Spannung induziert werden.

Bei Windkraftwerken, Wasserkraftwerken und thermischen Kraftwerken unterscheiden sich die primären Energiequellen stark. Gemeinsam ist ihnen jedoch häufig, dass am Ende eine rotierende Welle einen Generator antreibt.


Simulation: Generator und Transformator

Mit der PhET-Simulation kannst Du den Zusammenhang zwischen Bewegung, Magnetfeld, Spule, Generator und Transformator untersuchen.

iFrame blockiert

Diese externe Quelle ist für aiMOOC-iFrames nicht freigegeben.

Beobachte insbesondere, wie sich eine Veränderung der Bewegung auf die induzierte Spannung auswirkt. Untersuche anschließend den Transformator und überlege, warum ein Stromnetz mit Wechselspannung besonders gut transformiert werden kann.


Windenergie

Eine Windkraftanlage entzieht der bewegten Luft einen Teil ihrer kinetischen Energie. Die Rotorblätter setzen den Rotor in Drehung. Über eine Welle und je nach Bauart über ein Getriebe wird ein Generator angetrieben. Leistungselektronik passt die erzeugte elektrische Energie an die Anforderungen des Stromnetzes an.

Eine Windkraftanlage kann nicht die gesamte Bewegungsenergie des Windes entnehmen. Würde die Luft hinter dem Rotor vollständig zum Stillstand kommen, könnte keine weitere Luft nachströmen. Das Betzsches Gesetz beschreibt für einen idealisierten Rotor eine theoretische maximale Leistungsentnahme von 16/27, also rund 59,3 Prozent der im ungestörten Wind durch die Rotorfläche transportierten Leistung.

Das bedeutet nicht, dass eine reale Windkraftanlage einen Gesamtwirkungsgrad von 59,3 Prozent besitzt. Die Betz-Grenze bezieht sich auf die aerodynamisch maximal entnehmbare Leistung aus dem Wind. Danach folgen weitere technische Umwandlungen und Verluste.

Die elektrische Leistung einer Windkraftanlage hängt stark von der Windgeschwindigkeit ab. Deshalb können Windkraftanlagen nicht jederzeit die gleiche Leistung liefern. Die Schwankungen müssen im Gesamtsystem durch räumliche Verteilung, Netzaustausch, flexible Erzeuger, Speicher oder flexible Verbraucher ausgeglichen werden.


Photovoltaik

Bei der Photovoltaik wird Strahlungsenergie der Sonne direkt in elektrische Energie umgewandelt. Eine Solarzelle benötigt dazu keine Turbine und keinen Generator. In einem Halbleiter werden durch Licht Ladungsträger angeregt. Durch den Aufbau der Solarzelle entsteht eine gerichtete elektrische Spannung.

Mehrere Solarzellen werden zu Modulen zusammengeschaltet. Mehrere Module bilden eine Anlage. Da Solarmodule Gleichstrom erzeugen, wird bei netzgekoppelten Anlagen meist ein Wechselrichter benötigt.

Die Leistung einer Photovoltaikanlage hängt unter anderem von Einstrahlung, Temperatur, Ausrichtung, Verschattung, Modulfläche und Wirkungsgrad ab. Photovoltaik liefert tagsüber besonders viel Energie, während der Strombedarf auch abends und nachts vorhanden ist. Dadurch entsteht ein Bedarf an Netzausgleich, Speicherung oder Verbrauchsverschiebung.


Solarthermie

Bei der Solarthermie wird Sonnenstrahlung zunächst in Wärme umgewandelt. Bei Anlagen für Gebäude erwärmt ein Kollektor eine Wärmeträgerflüssigkeit. Die Wärme kann für Warmwasser oder Heizung genutzt und in einem Wärmespeicher zwischengespeichert werden.

In solarthermischen Kraftwerken wird Sonnenstrahlung mit Spiegeln konzentriert. Die erzeugte Wärme kann einen thermischen Kraftwerksprozess antreiben. Wärmespeicher ermöglichen dabei, einen Teil der Sonnenenergie zeitversetzt zu nutzen.

Der Vergleich von Photovoltaik und Solarthermie zeigt einen wichtigen Systemgedanken: Dieselbe Primärquelle – Sonnenstrahlung – kann durch völlig unterschiedliche technische Systeme nutzbar gemacht werden.


Wasserkraft

Bei Wasserkraft wird potenzielle oder kinetische Energie von Wasser genutzt. Wasser strömt durch eine Turbine und versetzt sie in Rotation. Die Turbine treibt einen Generator an.

Wasserkraftwerke können je nach Bauart relativ gut regelbar sein. Speicherwasserkraftwerke können Wasser in einem Reservoir zurückhalten und bei Bedarf verstärkt Strom erzeugen. Gleichzeitig können Staudämme und veränderte Flussläufe deutliche ökologische Auswirkungen besitzen, beispielsweise auf Lebensräume, Sedimenttransport und Fischwanderung.


Vom Kraftwerk zum Verbraucher: Stromnetze

Elektrische Energie lässt sich schnell über große Entfernungen übertragen. Dafür wird ein hierarchisch aufgebautes Stromnetz verwendet. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern gibt es mehrere Spannungsebenen.

Vereinfacht kann man unterscheiden:

  1. Höchstspannungsnetz: typischerweise 380 kV oder 220 kV für weiträumige Übertragung
  2. Hochspannungsnetz: häufig 110 kV für regionale Verteilung
  3. Mittelspannungsnetz: typischerweise etwa 10 kV bis 35 kV für lokale Verteilung und größere Verbraucher
  4. Niederspannungsnetz: 230/400 V für Haushalte und kleinere Verbraucher

Zwischen den Spannungsebenen befinden sich Umspannwerke und Transformatoren. Dadurch kann die Spannung für die Übertragung erhöht und vor der Nutzung wieder reduziert werden.


Warum Hochspannung?

Für die elektrische Leistung gilt vereinfacht:

P = U · I

Wenn dieselbe Leistung mit höherer Spannung übertragen wird, kann die Stromstärke kleiner sein. Die Verlustleistung einer Leitung hängt unter anderem vom elektrischen Widerstand und von der Stromstärke ab:

P_Verlust = I² · R

Eine kleinere Stromstärke reduziert deshalb die ohmschen Leitungsverluste deutlich. Genau das ist ein Hauptgrund für den Einsatz hoher Übertragungsspannungen.

Ein Transformator kann Wechselspannungen effizient verändern. Er besteht vereinfacht aus zwei Spulen auf einem gemeinsamen magnetischen Kern. Das Verhältnis der Windungszahlen beeinflusst das Verhältnis der Spannungen.


Umspannwerke als Knotenpunkte

Umspannwerke verbinden unterschiedliche Netzebenen. Neben Transformatoren enthalten sie Schalter, Messgeräte, Schutztechnik und Sammelschienen. Sie können Leitungen verbinden, trennen und im Fehlerfall schützen.

Ein Stromnetz ist also kein einfaches Kabel vom Kraftwerk zum Haus. Es ist ein komplexes, vermaschtes System mit vielen Einspeisern, Verbrauchern und Schaltmöglichkeiten.


Gleichgewicht im Stromnetz

In einem Wechselstromnetz müssen Erzeugung und Verbrauch zu jedem Zeitpunkt sehr eng aufeinander abgestimmt werden. Im europäischen Verbundnetz beträgt die Nennfrequenz 50 Hz.

Steigt die Erzeugung gegenüber der Last zu stark an, verändert sich die Frequenz in eine Richtung. Ist die Last größer als die Erzeugung, verändert sie sich in die andere Richtung. Netzbetreiber halten das System deshalb mit Regelung, Reserven, Speichern, steuerbaren Anlagen, Netzaustausch und weiteren Maßnahmen stabil.


Smart Grids

Ein Smart Grid verbindet elektrische Infrastruktur mit Mess-, Informations- und Kommunikationstechnik. Ziel ist nicht, „das Netz automatisch intelligent“ zu machen, sondern Messwerte schneller verfügbar zu machen und Anlagen gezielter zu steuern.

In einem zukünftigen oder weiterentwickelten Stromsystem können viele dezentrale Anlagen miteinander interagieren: Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, industrielle Verbraucher und konventionelle Kraftwerke.

Ein Smart Grid kann helfen, Verbrauch und Erzeugung zeitlich besser aufeinander abzustimmen. Es stellt aber auch Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit, Standards und zuverlässige Kommunikation.


Energiespeicherung

Energiespeicher nehmen Energie auf und geben sie später wieder ab. Sie können unterschiedliche Aufgaben erfüllen: sehr schnelle Stabilisierung des Netzes, Verschiebung von Energie über Stunden, Überbrückung längerer Zeiträume oder Bereitstellung von Notstrom.

Eine Speichertechnologie sollte deshalb nie nur nach einem einzigen Kennwert beurteilt werden. Wichtige Größen sind:

  1. Speicherkapazität: Wie viel Energie kann gespeichert werden?
  2. Leistung: Wie schnell kann Energie aufgenommen oder abgegeben werden?
  3. Wirkungsgrad: Welcher Anteil der eingespeicherten Energie kommt wieder nutzbar zurück?
  4. Reaktionszeit: Wie schnell reagiert der Speicher?
  5. Speicherdauer: Für welchen Zeitraum eignet sich die Technologie?
  6. Lebensdauer: Wie viele Betriebsjahre oder Zyklen sind möglich?
  7. Standortabhängigkeit: Welche geographischen oder technischen Bedingungen werden benötigt?


Pumpspeicherkraftwerke

Ein Pumpspeicherkraftwerk speichert Energie als potenzielle Lageenergie von Wasser. Bei Stromüberschuss wird Wasser von einem tieferen in ein höher gelegenes Becken gepumpt. Wird elektrische Energie benötigt, strömt das Wasser wieder nach unten und treibt dabei Turbine und Generator an.

Die gespeicherte potenzielle Energie lässt sich vereinfacht mit

E_pot = m · g · h

beschreiben. Je größer Wassermasse und Höhendifferenz sind, desto mehr Energie kann gespeichert werden.

Pumpspeicherkraftwerke können hohe Leistungen bereitstellen und sind gut regelbar. Sie benötigen jedoch geeignete Standorte und große bauliche Anlagen. Ökologische Eingriffe in Landschaft und Gewässer müssen berücksichtigt werden.


Lithium-Ionen-Akkumulatoren

Lithium-Ionen-Akkumulatoren speichern Energie elektrochemisch. Beim Laden und Entladen bewegen sich Lithium-Ionen zwischen Elektroden durch einen Elektrolyten. Elektronen fließen im äußeren Stromkreis.

Batteriespeicher können sehr schnell reagieren und modular aufgebaut werden. Sie werden vom kleinen mobilen Gerät bis zum stationären Großspeicher eingesetzt. Ihre Bewertung muss unter anderem Rohstoffgewinnung, Herstellung, Sicherheit, Alterung, Recycling, Kosten und Einsatzdauer berücksichtigen.


Wasserstoff als chemischer Energiespeicher

Mit elektrischer Energie kann durch Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden. Der Wasserstoff kann gespeichert, transportiert oder weiterverarbeitet werden. Später kann seine chemische Energie beispielsweise in einer Brennstoffzelle oder durch Verbrennung genutzt werden.

Die Kette kann vereinfacht so aussehen:

elektrische Energie → Elektrolyse → Wasserstoff → Speicherung → Rückverstromung oder stoffliche Nutzung

Jeder Umwandlungsschritt besitzt Verluste. Für kurzfristige Stromspeicherung ist daher häufig eine direkte Batteriespeicherung energetisch günstiger. Wasserstoff kann jedoch Vorteile besitzen, wenn große Energiemengen länger gespeichert, weit transportiert oder in Bereichen genutzt werden sollen, die sich schwer direkt elektrifizieren lassen.


Druckluftspeicher

Bei einem Druckluftspeicherkraftwerk wird elektrische Energie genutzt, um Luft zu komprimieren. Die Druckluft wird gespeichert und später zur Energiegewinnung entspannt. Technisch entscheidend ist der Umgang mit der Wärme, die bei der Kompression entsteht.

Ein reales Beispiel für die Verbindung von Druckluftspeicherung und Gasturbinenprozess ist das Kraftwerk Huntorf.

Druckluftspeicher zeigen besonders gut, dass Speichertechnologien aus mehreren gekoppelten Teilsystemen bestehen: Verdichter, Wärmemanagement, Speicherraum, Turbine und Generator müssen gemeinsam betrachtet werden.


Schwungradspeicher

Ein Schwungradspeicher speichert Energie als Rotationsenergie. Ein Rotor wird mit einem Elektromotor beschleunigt. Zur Rückgewinnung arbeitet die elektrische Maschine als Generator.

Schwungräder reagieren sehr schnell und können viele Lade- und Entladevorgänge bewältigen. Sie eignen sich besonders für Anwendungen mit kurzer Speicherdauer und hoher Leistung. Für sehr lange Speicherzeiten sind sie wegen laufender Verluste weniger geeignet.


Speichertechnologien vergleichen

Speicher Energieform Typische Stärke Typische Herausforderung
Pumpspeicher Potenzielle Energie von Wasser Große Leistung und bewährte Technik Stark standortabhängig und großer Flächenbedarf
Lithium-Ionen-Akku Chemische Energie Schnelle Reaktion und modularer Aufbau Rohstoffe, Alterung, Brandschutz und Recycling
Wasserstoff Chemische Energie Lange Speicherung und vielseitige Nutzung Mehrere Umwandlungsschritte und dadurch hohe Verluste
Druckluftspeicher Druckenergie und thermische Energie Speicherung großer Energiemengen möglich Geeignete Speicherorte und Wärmemanagement
Schwungrad Rotationsenergie Sehr schnelle Leistungsbereitstellung Selbstentladung und begrenzte Langzeitspeicherung

Die Tabelle liefert keine allgemeingültige Rangfolge. Eine Technologie ist nur dann „gut“, wenn sie zur konkreten Aufgabe passt. Ein Speicher für Millisekunden bis Minuten benötigt andere Eigenschaften als ein saisonaler Speicher.


Energie nutzen und Verluste vermeiden

Ein Energieversorgungssystem endet nicht am Stromzähler. Entscheidend ist die Energiedienstleistung. Ein Motor soll eine Maschine antreiben, eine Lampe soll Licht liefern und eine Heizung soll einen Raum auf einer gewünschten Temperatur halten.

Daraus folgt ein wichtiger technischer Grundsatz: Nicht nur die Erzeugung, sondern die gesamte Umwandlungskette muss betrachtet werden.

Bei einem Elektromotor wird elektrische Energie in mechanische Energie umgewandelt. Bei einer Glühlampe entsteht ein großer Anteil Wärme, obwohl eigentlich Licht gewünscht wird. Bei einer Wärmepumpe wird elektrische Energie eingesetzt, um zusätzliche Umweltwärme auf ein nutzbares Temperaturniveau zu übertragen.

Die effizienteste Lösung ist daher nicht immer diejenige mit dem effizientesten Einzelbauteil. Entscheidend ist das Zusammenspiel des gesamten Systems.


Lastmanagement und flexible Nutzung

Nicht jeder Stromverbrauch muss exakt zu einem unveränderlichen Zeitpunkt stattfinden. Manche Verbraucher können zeitlich verschoben werden. Beispiele sind bestimmte industrielle Prozesse, das Laden von Fahrzeugen oder das Erwärmen eines Wärmespeichers.

Lastmanagement kann helfen, Lastspitzen zu reduzieren oder Strom dann zu nutzen, wenn besonders viel erneuerbare Energie verfügbar ist.

Dabei müssen technische Anforderungen, Komfort, Datenschutz, Kosten und die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigt werden. Flexibilität ist keine grenzenlose Ressource.


Sankey-Diagramme als Werkzeug

Sankey-Diagramme helfen Dir, Energieumwandlungen systematisch zu analysieren. Die Breite eines Pfeils steht für die Größe des Energieflusses. Verluste zweigen als eigene Pfeile ab.

Ein gutes Sankey-Diagramm beantwortet mindestens drei Fragen:

  1. Welche Energie tritt in das System ein?
  2. Welche Nutzenergie verlässt das System?
  3. Wo und in welcher Form treten Verluste auf?

Besonders interessant ist der Vergleich verschiedener Versorgungsketten. Jede zusätzliche Umwandlung kann den Gesamtwirkungsgrad reduzieren.

Beim Interpretieren eines solchen Diagramms musst Du immer prüfen, welche Systemgrenzen gewählt wurden. Ein Vergleich kann zu anderen Ergebnissen führen, wenn beispielsweise Herstellung, Transport, Speicherverluste oder Infrastruktur zusätzlich berücksichtigt werden.


Systemgrenzen und Lebenszyklus

Technische Bewertungen hängen stark von der gewählten Systemgrenze ab. Betrachtet man nur den Betrieb einer Windkraftanlage, fallen dort keine Brennstoffemissionen an. Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus, müssen zusätzlich Herstellung, Transport, Fundament, Netzanbindung, Wartung, Rückbau und Recycling berücksichtigt werden.

Das gilt für alle Technologien. Auch Photovoltaik, Batteriespeicher und Stromnetze benötigen Rohstoffe und Produktionsenergie. Fossile Kraftwerke benötigen zusätzlich dauerhaft Brennstoffe. Wasserkraft verändert je nach Standort Gewässer. Kernenergie benötigt Brennstoffkreisläufe, Sicherheitsstrukturen und langfristige Lösungen für radioaktive Abfälle.

Eine faire technische Bewertung sollte daher gleiche Systemgrenzen verwenden.


Technische Bewertungskriterien

Für technische Systeme sind besonders folgende Kriterien wichtig:

  1. Wirkungsgrad: Wie groß ist der Anteil der nutzbaren Energie?
  2. Leistung: Welche maximale Leistung kann bereitgestellt werden?
  3. Regelbarkeit: Wie schnell kann die Leistung verändert werden?
  4. Verfügbarkeit: Wie zuverlässig steht die Anlage zur Verfügung?
  5. Speicherfähigkeit: Kann Energie zeitlich verschoben werden?
  6. Netzdienlichkeit: Kann die Technik zur Stabilisierung des Stromsystems beitragen?
  7. Lebensdauer: Wie lange kann die Anlage technisch sinnvoll betrieben werden?
  8. Sicherheit: Welche technischen Risiken bestehen und wie werden sie beherrscht?
  9. Skalierbarkeit: Lässt sich die Technik von kleinen zu großen Anwendungen übertragen?

Bei wetterabhängigen Energien ist außerdem die zeitliche Verfügbarkeit wichtig. Bei Speichern müssen Energiekapazität und Leistung getrennt betrachtet werden.


Ökologische Bewertungskriterien

Ökologische Bewertungen dürfen nicht auf eine einzelne Kennzahl reduziert werden. Wichtig sind unter anderem Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus, Rohstoffbedarf, Flächenverbrauch, Eingriffe in Ökosysteme, Wasserverbrauch, Schadstoffe, Abfallmengen sowie Möglichkeiten zur Wiederverwendung und zum Recycling.

Ein Beispiel: Eine Windkraftanlage erzeugt im Betrieb Strom ohne Verbrennung fossiler Brennstoffe. Trotzdem benötigt sie Materialien, Fundamente, Transport und Netzanbindung. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass ein fossiles Kraftwerk während des Betriebs fortlaufend Brennstoff benötigt und Emissionen verursacht.

Die Bewertung muss daher technologieübergreifend und mit vergleichbaren Maßstäben erfolgen.


Wirtschaftliche Bewertungskriterien

Zur Wirtschaftlichkeit gehören mehr als die Baukosten eines Kraftwerks. Zu berücksichtigen sind Investitionskosten, Brennstoffkosten, Wartung, Betriebsdauer, Finanzierung, Rückbau, Netzausbau, Speicher, Reserveleistung und gegebenenfalls Kosten für Umweltfolgen.

Ein Energieversorgungssystem kann aus Sicht eines einzelnen Anlagenbetreibers anders bewertet werden als aus Sicht der gesamten Volkswirtschaft. Deshalb ist es wichtig, die Perspektive der Bewertung ausdrücklich zu nennen.


Gesellschaftliche Bewertungskriterien

Technik wirkt auf Gesellschaften und wird von gesellschaftlichen Entscheidungen beeinflusst. Wichtige Kriterien sind Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Akzeptanz, Verteilung von Kosten und Nutzen, Beteiligungsmöglichkeiten, Landschaftsbild, Gesundheitsschutz, regionale Wertschöpfung, geopolitische Abhängigkeiten und Generationengerechtigkeit.

Ein Konflikt entsteht beispielsweise, wenn eine technisch sinnvolle Stromleitung überregional benötigt wird, vor Ort aber Landschaft und Eigentumsinteressen betroffen sind. Solche Zielkonflikte lassen sich nicht allein durch Physik lösen. Sie erfordern transparente Kriterien, Abwägungen und gesellschaftliche Entscheidungen.


Versorgungssicherheit und Resilienz

Ein Energieversorgungssystem muss auch bei Störungen funktionieren. Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit eines Systems, Störungen zu verkraften, sich anzupassen und wichtige Funktionen aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

Technische Maßnahmen sind beispielsweise redundante Leitungen, Reserven, Schutztechnik, dezentrale Erzeugung, Speicher und Notstromsysteme. Gleichzeitig können zusätzliche Vernetzung und Digitalisierung neue Abhängigkeiten schaffen, etwa von Kommunikationstechnik und IT-Sicherheit.

Eine resiliente Energieversorgung benötigt deshalb sowohl physische als auch digitale Sicherheitskonzepte.


Modell eines zukünftigen Energieversorgungssystems

Ein zukünftiges Energieversorgungssystem kann aus vielen miteinander gekoppelten Elementen bestehen. Große Windparks speisen in Hoch- oder Höchstspannungsnetze ein. Photovoltaikanlagen speisen dezentral auf verschiedenen Netzebenen ein. Batteriespeicher reagieren auf kurzfristige Schwankungen. Pumpspeicher verschieben größere Energiemengen. Elektrolyseure können bei geeigneten Bedingungen Wasserstoff herstellen. Flexible Verbraucher passen einen Teil ihres Verbrauchs an. Stromleitungen verbinden Regionen miteinander.

Keines dieser Elemente löst allein alle Probleme. Die technische Aufgabe besteht darin, ein Gesamtsystem zu entwickeln, dessen Komponenten sich ergänzen.


Vertiefung: Das Energieversorgungsdreieck

Für eine erste Systembewertung kann ein Dreieck aus drei übergeordneten Zielen betrachtet werden:

Versorgungssicherheit – Umweltverträglichkeit – Wirtschaftlichkeit

Für eine moderne Bewertung reicht dieses Dreieck allein jedoch oft nicht aus. Gesellschaftliche Akzeptanz, Ressourcengerechtigkeit, Resilienz, Flächenkonflikte und langfristige Folgen sollten zusätzlich betrachtet werden.

Die Schwierigkeit liegt darin, dass Ziele miteinander konkurrieren können. Eine besonders sichere Lösung kann teurer sein. Eine kostengünstige Lösung kann ökologische Nachteile besitzen. Eine emissionsarme Technologie kann hohe Anforderungen an Netze, Speicher oder Rohstoffe stellen.

Ingenieurwissenschaftliches Denken bedeutet deshalb nicht, nach einer perfekten Lösung zu suchen, sondern Zielkonflikte sichtbar zu machen und begründete Entscheidungen zu treffen.


Simulationen und digitale Experimente


Simulation: Energieformen und Energieumwandlung

iFrame blockiert

Diese externe Quelle ist für aiMOOC-iFrames nicht freigegeben.

Untersuche, wie Energie zwischen verschiedenen Formen übertragen wird. Achte darauf, an welchen Stellen Wärme an die Umgebung abgegeben wird. Formuliere anschließend eine Energiekette und übertrage sie auf ein reales Kraftwerk.


Simulation: Stromkreise und Leistung

iFrame blockiert

Diese externe Quelle ist für aiMOOC-iFrames nicht freigegeben.

Baue einen Stromkreis mit Spannungsquelle, Widerstand, Strommessgerät und Spannungsmessgerät. Verändere die Spannung und beobachte Stromstärke und Leistung. Überlege anschließend, warum hohe Ströme in Stromleitungen zu größeren Wärmeverlusten führen.


Praktische Modellideen

Ein Energieversorgungssystem lässt sich auch im Unterricht als Modell untersuchen. Ein kleines Windrad kann einen Generator antreiben. Ein Solarmodul kann einen Verbraucher oder Speicher versorgen. Ein Elektromotor kann im Generatorbetrieb untersucht werden. Mit Wasserbehältern auf unterschiedlichen Höhen kann die Grundidee eines Pumpspeichers modelliert werden.

Besonders geeignet ist ein Systemmodell, das mindestens drei Komponenten koppelt: Erzeuger, Speicher und Verbraucher. Mit Messgeräten kannst Du Spannung, Stromstärke, Leistung und Energie erfassen. So wird sichtbar, dass ein Speicher nicht nur Energie „aufbewahrt“, sondern Ladeleistung, Entladeleistung und Verluste besitzt.


Bewertungsmatrix für technische Entscheidungen

Eine Bewertungsmatrix hilft, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Lege zunächst Kriterien fest, bevor Du Technologien vergleichst.

Kriterium Leitfrage Mögliche Mess- oder Bewertungsgröße
Wirkungsgrad Wie viel der eingesetzten Energie wird nutzbar? Prozent
Regelbarkeit Wie schnell kann die Leistung verändert werden? Sekunden, Minuten oder qualitative Stufe
Speicherdauer Wie lange kann Energie sinnvoll gespeichert werden? Sekunden bis Monate
Klimawirkung Welche Treibhausgasemissionen entstehen über den Lebenszyklus? CO₂-Äquivalente je Energieeinheit
Flächenwirkung Welche Fläche oder Landschaft wird beansprucht? Fläche je Anlage oder je Energieertrag
Rohstoffe Welche Materialien werden benötigt? Art, Menge, Recyclingfähigkeit
Kosten Welche Investitions- und Betriebskosten entstehen? Geldbetrag je Leistung oder Energie
Akzeptanz Welche Interessen und Konflikte treten auf? Begründete qualitative Bewertung
Versorgungssicherheit Wie gut trägt die Technik zu einer verlässlichen Versorgung bei? Verfügbarkeit, Regelbarkeit und Systembeitrag

Eine Punktzahl allein ersetzt keine Begründung. Wenn Du Kriterien unterschiedlich gewichtest, musst Du erklären, warum Du eine Gewichtung gewählt hast.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage beschreibt den Wirkungsgrad richtig? (Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von Nutzenergie zu zugeführter Energie) (!Der Wirkungsgrad ist immer größer als eins) (!Der Wirkungsgrad gibt nur die elektrische Spannung an) (!Der Wirkungsgrad beschreibt ausschließlich die Speicherdauer)




Warum wird elektrische Energie über große Entfernungen mit hoher Spannung übertragen? (Weil dadurch bei gleicher Leistung die Stromstärke und damit Leitungsverluste reduziert werden können) (!Weil hohe Spannung die elektrische Energie vermehrt) (!Weil Transformatoren nur mit sehr kleinen Spannungen arbeiten) (!Weil bei hoher Spannung kein elektrischer Widerstand mehr vorhanden ist)




Welche Energieform speichert ein Pumpspeicherkraftwerk hauptsächlich? (Potenzielle Lageenergie von Wasser) (!Chemische Energie in Lithium) (!Kernenergie) (!Magnetische Energie eines Dauermagneten)




Welche Komponente wandelt in vielen Kraftwerken mechanische Energie in elektrische Energie um? (Generator) (!Kondensator) (!Elektrolyseur) (!Heizwiderstand)




Welche Aussage zur Photovoltaik ist richtig? (Solarzellen wandeln Strahlungsenergie direkt in elektrische Energie um) (!Photovoltaikanlagen benötigen immer eine Dampfturbine) (!Photovoltaik erzeugt ausschließlich Wärme) (!Photovoltaikanlagen können nur nachts betrieben werden)




Was beschreibt die Betz-Grenze? (Die theoretisch maximal entnehmbare Leistung eines idealisierten Windrotors aus dem Wind) (!Die maximale Speicherkapazität eines Lithium-Ionen-Akkus) (!Die minimale Spannung eines Stromnetzes) (!Die maximal zulässige Temperatur eines Transformators)




Welche Aussage zu einem Lithium-Ionen-Akkumulator ist richtig? (Er speichert Energie elektrochemisch) (!Er speichert Energie ausschließlich als Lageenergie) (!Er benötigt einen oberen und unteren Stausee) (!Er kann elektrische Energie ohne Verluste speichern)




Warum ist Wasserstoff eine Speicheroption für Energieversorgungssysteme? (Weil elektrische Energie über Elektrolyse in chemisch gebundene Energie umgewandelt werden kann) (!Weil Wasserstoff elektrische Energie ohne Umwandlung enthält) (!Weil Elektrolyse keine Energie benötigt) (!Weil Wasserstoff nur als Feststoff gespeichert werden kann)




Was ist die Aufgabe eines Transformators im Wechselstromnetz? (Er verändert die Spannungsebene) (!Er erzeugt chemische Energie) (!Er speichert elektrische Energie saisonal) (!Er wandelt Sonnenlicht direkt in Strom um)




Welche Vorgehensweise ist für eine faire technische Bewertung besonders wichtig? (Mehrere Kriterien und vergleichbare Systemgrenzen zu verwenden) (!Nur die Anschaffungskosten zu betrachten) (!Nur den maximalen Wirkungsgrad zu betrachten) (!Umweltwirkungen außerhalb des Betriebs grundsätzlich zu ignorieren)





Memory

Generator Mechanische Energie wird in elektrische Energie umgewandelt
Transformator Verändert die Spannungsebene bei Wechselspannung
Pumpspeicher Speichert Energie als Lageenergie von Wasser
Photovoltaik Wandelt Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie um
Elektrolyse Erzeugt unter Energiezufuhr unter anderem Wasserstoff aus Wasser
Sankey-Diagramm Stellt Energieflüsse durch unterschiedlich breite Pfeile dar
Wechselrichter Wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um
Schwungrad Speichert Energie als Rotationsenergie





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Photovoltaik Direkte Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie
Windkraft Nutzung der Bewegungsenergie strömender Luft
Pumpspeicher Speicherung durch Anheben von Wasser
Transformator Anpassung einer Wechselspannung an eine andere Spannungsebene
Elektrolyse Umwandlung elektrischer Energie in chemisch gebundenen Wasserstoff
Sankey-Diagramm Visualisierung von Nutzenergie und Verlusten durch Energieflussbreiten
Smart Grid Verbindung von Stromnetz und digitaler Mess- und Steuerungstechnik





Kreuzworträtsel

Transformator Welches Bauteil verändert die Spannungsebene in einem Wechselstromnetz?
Generator Welches Bauteil wandelt mechanische Energie in elektrische Energie um?
Pumpspeicher Welcher Speicher nutzt die Lageenergie von Wasser?
Wirkungsgrad Welche Größe setzt Nutzenergie und zugeführte Energie ins Verhältnis?
Elektrolyse Welcher Prozess kann mit elektrischer Energie Wasserstoff erzeugen?
Photovoltaik Welche Technik wandelt Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie um?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Energieversorgungssystem verbindet Energiequelle, Umwandlung, Transport, Speicherung und

.
Die physikalische Größe für pro Zeit umgesetzte Energie heißt

.
Das Verhältnis von Nutzenergie zur zugeführten Energie heißt

.
Ein Diagramm mit unterschiedlich breiten Energiefluss-Pfeilen heißt

.
In vielen Kraftwerken wandelt ein

mechanische Energie in elektrische Energie um.
Eine Solarzelle wandelt Strahlungsenergie direkt in

Energie um.
Die theoretische Leistungsentnahme eines idealisierten Windrotors wird durch die

begrenzt.
Zur Verringerung von Leitungsverlusten wird elektrische Energie über große Entfernungen mit hoher

übertragen.
Ein

verbindet unterschiedliche Spannungsebenen in einem Wechselstromnetz.
Ein Pumpspeicherkraftwerk speichert Energie als potenzielle

von Wasser.
Bei der Elektrolyse kann elektrische Energie in chemisch gebundenen

überführt werden.
Ein Stromnetz muss Erzeugung und

fortlaufend aufeinander abstimmen.
Bei einer Bewertung sollten technische, ökologische, wirtschaftliche und

Kriterien berücksichtigt werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Energiekette: Wähle ein technisches Gerät aus Deinem Alltag und zeichne eine Energiekette von der Energiequelle bis zur gewünschten Energiedienstleistung. Markiere mindestens zwei Stellen, an denen Verluste auftreten.
  2. Sankey-Diagramm: Erstelle ein eigenes Sankey-Diagramm für ein Gerät oder ein vereinfachtes Kraftwerk. Begründe, warum die Verlustpfeile an den von Dir gewählten Stellen auftreten.
  3. Stromnetz: Zeichne den Weg elektrischer Energie von einem Windpark bis zu einem Haushalt. Verwende die Begriffe Generator, Transformator, Höchstspannung, Mittelspannung und Niederspannung.
  4. Energiespeicher: Erstelle Steckbriefe zu Pumpspeicher, Lithium-Ionen-Akku und Wasserstoffspeicher. Vergleiche Energieform, typische Stärke und typische technische Herausforderung.


Standard

  1. Photovoltaik: Untersuche mit einem kleinen Solarmodul oder mit Messdaten, wie sich Beleuchtungsstärke, Winkel oder Verschattung auf Spannung und Leistung auswirken. Dokumentiere Messmethode, Daten und Schlussfolgerung.
  2. Windenergie: Baue ein einfaches Windradmodell. Verändere systematisch eine Größe wie Blattzahl, Blattwinkel oder Rotordurchmesser und untersuche, wie sich die elektrische Leistung verändert.
  3. Speichervergleich: Entwickle eine Bewertungsmatrix für einen Speicher, der eine Schule mehrere Stunden lang unterstützen soll. Gewichte mindestens fünf Kriterien und begründe Deine Gewichtung.
  4. Smart Grid: Entwirf einen Tagesplan für eine Modellstadt mit Photovoltaik, Windenergie, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen. Zeige, wann Erzeugung, Speicherung und flexible Nutzung stattfinden.


Schwer

  1. Energieversorgungssystem: Entwirf ein möglichst klimaverträgliches Energieversorgungssystem für eine fiktive Gemeinde. Lege Erzeuger, Netze, Speicher und flexible Verbraucher fest und begründe, wie Du Dunkelflauten und Lastspitzen bewältigst.
  2. Lebenszyklusanalyse: Vergleiche zwei Stromerzeugungstechnologien über Herstellung, Bau, Betrieb, Wartung, Rohstoffbedarf, Rückbau und Recycling. Erkläre, wie sich das Ergebnis verändert, wenn Du die Systemgrenze verschiebst.
  3. Versorgungssicherheit: Entwickle ein Störungsszenario, bei dem eine wichtige Leitung oder ein Kraftwerk ausfällt. Plane technische Maßnahmen, mit denen das System trotzdem funktionsfähig bleibt, und bewerte Kosten sowie gesellschaftliche Folgen.
  4. Technikfolgenabschätzung: Führe eine strukturierte Debatte über ein geplantes Energieprojekt durch. Übernimm eine Rolle aus Technik, Naturschutz, Kommune, Netzbetrieb, Industrie oder Anwohnerschaft und entwickle am Ende einen begründeten Kompromissvorschlag.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Systemanalyse: Eine Region erzeugt mittags deutlich mehr Solarstrom als sie verbraucht, benötigt aber abends viel Energie. Entwickle mindestens drei technische Möglichkeiten, um die zeitliche Differenz auszugleichen, und vergleiche ihre Vor- und Nachteile.
  2. Wirkungsgradkette: Zwei Versorgungsketten liefern am Ende dieselbe Energiedienstleistung. Kette A besitzt wenige direkte Umwandlungsschritte, Kette B mehrere Speicher- und Rückumwandlungsschritte. Erkläre qualitativ, warum sich die Gesamtwirkungsgrade unterscheiden und unter welchen Bedingungen Kette B trotzdem sinnvoll sein kann.
  3. Netzplanung: Begründe, warum eine dezentrale Stromerzeugung nicht automatisch bedeutet, dass keine Übertragungsnetze mehr benötigt werden. Berücksichtige räumliche Unterschiede von Erzeugung, Verbrauch und Wetter.
  4. Speicherauswahl: Für drei Aufgaben werden Speicher gesucht: Frequenzstabilisierung für Sekunden, Verschiebung von Solarstrom vom Mittag in den Abend und Speicherung großer Energiemengen über lange Zeit. Ordne geeignete Speicherprinzipien zu und begründe Deine Entscheidungen.
  5. Bewertungskonflikt: Ein Windpark liefert emissionsarmen Strom, verändert aber Landschaft und lokale Ökosysteme. Entwickle ein transparentes Bewertungsverfahren, das technische, ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Kriterien berücksichtigt.
  6. Resilienz: Vergleiche ein stark zentralisiertes und ein stärker dezentral aufgebautes Versorgungssystem im Hinblick auf Ausfallsicherheit. Zeige, dass beide Strukturen sowohl Vorteile als auch Risiken besitzen können.


Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du Energieversorgungssysteme nicht nur beschreibst, sondern als zusammenhängende technische Systeme analysierst.

  1. Du kannst Energie, Leistung und Wirkungsgrad unterscheiden und einfache Zusammenhänge anwenden.
  2. Du kannst Energieumwandlungsketten für Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft und thermische Kraftwerke erklären.
  3. Du kannst die Funktion von Generator, Transformator, Wechselrichter und Energiespeicher im Gesamtsystem beschreiben.
  4. Du kannst erklären, warum Hochspannung die Übertragung elektrischer Energie unterstützt und welche Rolle verschiedene Netzebenen besitzen.
  5. Du kannst mindestens drei Speichertechnologien nach Leistung, Kapazität, Wirkungsgrad, Reaktionszeit, Speicherdauer und Standortbedingungen vergleichen.
  6. Du kannst Sankey-Diagramme lesen und selbst zur Darstellung von Energieflüssen und Verlusten einsetzen.
  7. Du kannst Versorgungssysteme anhand technischer, ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Kriterien bewerten.
  8. Du kannst Zielkonflikte erkennen und eine technische Entscheidung nachvollziehbar begründen.
  9. Du kannst Systemgrenzen und Lebenszyklusbetrachtungen bei Vergleichen berücksichtigen.
  10. Du kannst erklären, warum ein nachhaltiges Energieversorgungssystem aus dem Zusammenspiel vieler Technologien entsteht.




OERs zum Thema

Der folgende Wikipedia-Artikel bietet eine weiterführende Übersicht zum Thema Energieversorgung:

Zusätzlich eignen sich die Artikel zu Stromnetz, Energiespeicher, Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft, Pumpspeicherkraftwerk, Wasserstofftechnologie, Wirkungsgrad und Sankey-Diagramm zur Vertiefung.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...