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D6 E - Eine Recherche dokumentieren

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D6 E - Eine Recherche dokumentieren




D6 E - Eine Recherche dokumentieren


Einleitung

Eine gute Recherche besteht nicht nur darin, Informationen zu finden. Genauso wichtig ist, dass Du später nachvollziehen kannst, wie Du gesucht hast, welche Begriffe Du verwendet hast, welche Quellen Du ausgewählt hast, welche Informationen Du übernommen hast und was noch unsicher ist. Diese Dokumentation macht Deine Arbeit überprüfbar, verbessert Deine Ergebnisse und hilft Dir, Fehler zu erkennen.

In diesem aiMOOC für Klasse 6 auf E-Niveau lernst Du, einen Rechercheweg Schritt für Schritt festzuhalten. Du arbeitest mit einem Suchprotokoll, einer Quellenkarte, eigenen Notizen, einer Liste offener Fragen und – falls Du ein KI-Werkzeug benutzt – mit einem KI-Protokoll. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel aufzuschreiben. Entscheidend ist, die Informationen festzuhalten, die eine andere Person braucht, um Deinen Weg zu verstehen.

Ein Rechercheprotokoll beantwortet am Ende fünf Kernfragen: Wo habe ich gesucht? Mit welchen Suchbegriffen? Welche Quellen habe ich ausgewählt? Welche Informationen waren wichtig? Was ist noch unklar? Wenn Du KI benutzt hast, kommt eine sechste Frage hinzu: Wie genau hat die KI geholfen und was habe ich selbst überprüft?

Das Video der Sendung mit der Maus erklärt kindgerecht, wie eine Suchmaschine arbeitet. Beobachte beim Ansehen besonders, warum ein Treffer in einer Ergebnisliste noch nicht automatisch eine gute Quelle ist.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du eine Recherchefrage eingrenzen, passende Suchbegriffe entwickeln und Deinen Suchweg so dokumentieren, dass er später nachvollziehbar bleibt. Du kannst Quellen begründet auswählen, wichtige Informationen in eigenen Worten notieren, Widersprüche und Unsicherheiten sichtbar machen und eine mögliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz transparent angeben. Außerdem kannst Du zwischen Fundstelle, Quelle, Information und eigener Schlussfolgerung unterscheiden.


Was bedeutet „eine Recherche dokumentieren“?

Dokumentieren bedeutet, einen Arbeitsweg so festzuhalten, dass er später überprüft und erklärt werden kann. Bei einer Recherche ist nicht nur das Ergebnis wichtig. Auch der Weg dorthin zählt. Wenn Du nur am Ende einen fertigen Text abgibst, kann niemand erkennen, ob Du viele Quellen geprüft, einen Suchbegriff verbessert oder eine unsichere Aussage entdeckt hast.

Eine nachvollziehbare Dokumentation zeigt deshalb Entscheidungen. Du hältst zum Beispiel fest, dass ein erster Suchbegriff zu ungenau war, dass Du einen zweiten Begriff ausprobiert hast oder dass zwei Quellen unterschiedliche Angaben machen. Gerade solche Stellen zeigen, dass Du aufmerksam recherchiert hast.


Die sechs Bausteine einer guten Recherchedokumentation

Baustein Was Du festhältst Warum das wichtig ist
1. Recherchefrage Die genaue Frage und mögliche Teilfragen Du weißt, wonach Du wirklich suchst.
2. Suchweg Suchort, Suchmaschine, Bibliothekskatalog, Webseite oder anderes Werkzeug Dein Weg kann später nachvollzogen werden.
3. Suchbegriffe Wörter, Wortgruppen, Synonyme und verbesserte Suchanfragen Man erkennt, wie Du Deine Suche gesteuert hast.
4. Ausgewählte Quellen Titel, Urheber oder Institution, Link oder Buchangabe, Datum und Abrufdatum Deine Informationen bleiben überprüfbar.
5. Informationen und Unsicherheiten Kernaussagen, Belegstellen, Widersprüche und offene Fragen Du trennst Gesichertes von Ungeklärtem.
6. KI-Nutzung Werkzeug, Eingabe, Ergebnisnutzung, Prüfweg und eigene Änderungen Deine eigene Leistung bleibt sichtbar.


Von der Frage zum Suchweg

Am Anfang steht eine möglichst klare Fragestellung. „Regenbogen“ ist nur ein Thema. „Wie entsteht ein Regenbogen?“ ist eine Recherchefrage. Für eine anspruchsvollere Recherche kannst Du Teilfragen bilden, zum Beispiel: „Welche Rolle spielen Regentropfen?“ oder „Warum sieht man mehrere Farben?“

Eine gute Recherchefrage ist nicht so weit, dass Du unendlich viel suchen müsstest, und nicht so eng, dass es kaum Informationen dazu gibt. Formuliere die Frage zuerst in einem Satz. Danach sammelst Du zentrale Begriffe.


Suchbegriffe entwickeln

Suchmaschinen verstehen nicht automatisch Dein Unterrichtsziel. Deshalb zerlegst Du Deine Frage in wichtige Wörter. Zu einem Hauptbegriff kannst Du Synonyme, Oberbegriffe, Unterbegriffe oder genauere Ergänzungen sammeln.

Recherchefrage Erster Suchbegriff Verbesserte Suchbegriffe Warum verbessert?
Wie entsteht ein Regenbogen? Regenbogen Regenbogen Entstehung Licht Regentropfen Der Suchbegriff nennt Vorgang und wichtige Teilaspekte.
Warum brauchen Pflanzen Licht? Pflanzen Pflanzen Licht Fotosynthese einfach erklärt Die Suche wird auf den Zusammenhang zwischen Pflanze und Licht eingegrenzt.
Wie orientieren sich Zugvögel? Zugvögel Zugvögel Orientierung Sonne Sterne Magnetfeld Mehrere mögliche Orientierungshilfen werden gezielt gesucht.

Ein einzelnes Suchwort liefert oft sehr viele Treffer. Mehrere passende Begriffe können die Suche genauer machen. Wenn Du keine brauchbaren Treffer findest, ändere nicht sofort das Thema, sondern verändere zuerst Deine Suchbegriffe.


Suchbegriffe systematisch verbessern

Problem Veränderung Beispiel
Zu viele unpassende Treffer Einen genaueren Begriff ergänzen Vulkan → Vulkan Ausbruch Magma
Zu wenige Treffer Einen sehr engen Begriff weglassen Zugvogel Navigation Erdmagnetfeld Europa → Zugvogel Orientierung
Fachwort unbekannt Erst einen einfachen Begriff suchen und das gefundene Fachwort notieren Blattgrün → Chlorophyll
Nur eine Sichtweise gefunden Nach einem Gegenbegriff oder Vergleich suchen Windenergie Vorteile → Windenergie Nachteile


Das Suchprotokoll

Ein Protokoll hält fest, was Du getan hast. Dein Suchprotokoll muss nicht jede Mausbewegung enthalten. Es soll aber zeigen, wann, wo und mit welchen Begriffen Du gesucht hast und was daraus geworden ist.


Vorlage für ein Suchprotokoll

Datum Suchort oder Werkzeug Suchbegriff Was habe ich gefunden? Nächster Schritt

Merksatz: Ein gutes Suchprotokoll zeigt nicht nur erfolgreiche Suchen. Auch eine erfolglose Suche kann wichtig sein, wenn Du daraus einen besseren Suchbegriff entwickelst.


Beispiel für einen nachvollziehbaren Suchweg

Schritt Suchort Suchbegriff Beobachtung Entscheidung
Start Suchmaschine Regenbogen Sehr viele unterschiedliche Treffer Suche genauer formulieren
Eingrenzung Suchmaschine Regenbogen Entstehung Licht Regentropfen Mehr erklärende Treffer Zwei geeignete Quellen öffnen
Fachbegriff ausgewählte Quelle Brechung Ein neuer Begriff taucht auf Fachbegriff in zweiter Quelle gegenprüfen
Gegencheck zweite Quelle Regenbogen Brechung Reflexion Erklärung stimmt im Kern überein Kernaussage mit Quellenangabe notieren

An diesem Beispiel erkennst Du: Recherche ist ein Prozess. Suchbegriffe verändern sich, weil Du während der Suche Neues lernst.


Quellen auswählen und mit Quellenkarten festhalten

Nicht jeder Treffer ist gleich gut geeignet. Prüfe deshalb, wer hinter einer Information steht, wann sie veröffentlicht oder aktualisiert wurde und ob sie zur Recherchefrage passt. Bei schulischen Recherchen sind zum Beispiel fachlich betreute Bildungsangebote, Museen, Bibliotheken, wissenschaftliche Einrichtungen, Behörden oder gut belegte Nachschlagewerke häufig hilfreiche Ausgangspunkte. Entscheidend bleibt aber immer die konkrete Quelle.

Recherche findet nicht nur mit einer allgemeinen Suchmaschine statt. Auch Bibliotheken, Bücher, Lexika, Datenbanken, Museen, Archive und seriöse Bildungsangebote können wichtige Quellen liefern.


Treffer, Quelle, Information und Schlussfolgerung unterscheiden

Diese vier Dinge werden beim Recherchieren leicht verwechselt. Ein Treffer ist zunächst nur ein Hinweis in einer Ergebnisliste. Die Quelle ist der eigentliche Inhalt, den Du öffnest und prüfst. Eine Information ist eine konkrete Aussage aus dieser Quelle. Eine Schlussfolgerung ist das, was Du selbst nach dem Vergleichen mehrerer Informationen daraus ableitest.

Begriff Beispiel Was Du dokumentierst
Treffer Ein Suchergebnis mit Überschrift und kurzem Textausschnitt Suchbegriff und Entscheidung, ob Du den Treffer öffnest
Quelle Eine geöffnete Fachseite, ein Buch oder ein Video Titel, Urheber oder Institution, Datum und Fundstelle
Information Eine für Deine Frage wichtige Aussage Kernaussage in eigenen Worten und Belegstelle
Schlussfolgerung Deine aus mehreren Informationen entwickelte Antwort Kennzeichnen, dass es Deine eigene Auswertung ist


Quellenkarte: Steckbrief für eine ausgewählte Quelle

Für jede wichtige Quelle legst Du eine Quellenkarte an. Sie hilft Dir, später noch zu wissen, woher eine Information stammt.

Feld Eintrag
Titel der Quelle
Urheber oder Institution
Art der Quelle Webseite, Buch, Video, Lexikonartikel, Interview oder andere Form
Link oder genaue Buchangabe
Datum oder Stand
Abrufdatum
Wichtige Information
Belegstelle Seite, Abschnitt, Absatz oder Zeitstelle im Video
Warum ist die Quelle geeignet?
Was bleibt unklar?


Der Fünf-Fragen-Quellencheck

Prüfe eine Quelle mit fünf einfachen Fragen:

Frage Darauf achtest Du
Wer? Wer hat den Inhalt erstellt? Ist eine Person oder Institution erkennbar?
Was? Passt der Inhalt wirklich zu Deiner Recherchefrage?
Wann? Gibt es ein Datum oder einen erkennbaren Stand? Ist Aktualität für das Thema wichtig?
Womit? Werden Belege, Quellen, Daten, Beispiele oder nachvollziehbare Erklärungen genannt?
Vergleich? Bestätigt eine zweite geeignete Quelle die wichtige Aussage?

Das SRF-Kids-Video zeigt, warum Informationen geprüft werden sollten. Übertrage die Idee auf Deine Recherche: Eine überzeugend klingende Aussage wird erst dann verlässlich nutzbar, wenn Du Herkunft, Belege und Vergleichsmöglichkeiten prüfst.


Wichtige Informationen notieren

Beim Recherchieren solltest Du nicht ganze Webseiten abschreiben. Notiere nur das, was Deine Frage beantwortet. Schreibe möglichst in eigenen Worten. Wenn Du einen Satz wörtlich übernehmen musst, kennzeichne ihn als Zitat und notiere die genaue Fundstelle.

Eine Notiz sollte immer mit der Quelle verbunden bleiben. Sonst weißt Du später vielleicht noch die Information, aber nicht mehr, woher sie stammt.


Notizkarte

Feld Deine Notiz
Teilfrage
Kernaussage in eigenen Worten
Quelle
Belegstelle
Passt zu einer zweiten Quelle? ja / teilweise / noch nicht geprüft
Eigene Erklärung oder Schlussfolgerung

Wichtig: Eine Quelle sagt etwas. Du kannst daraus eine eigene Schlussfolgerung ziehen. Beides darf nicht vermischt werden. Schreibe deshalb deutlich, was aus der Quelle stammt und was Du selbst daraus folgerst.


Offene Unsicherheiten sichtbar machen

Eine gute Recherche muss nicht so tun, als wäre alles geklärt. Manchmal findest Du widersprüchliche Angaben, eine Zahl ohne Beleg, eine Quelle ohne Datum oder einen Begriff, den Du noch nicht verstehst. Solche Punkte gehören in eine Unsicherheitenliste.

Offene Unsicherheit Warum ist das unklar? Wie kann ich weiterprüfen? Ergebnis
Zwei Quellen nennen unterschiedliche Werte Unterschiedlicher Zeitraum oder unterschiedliche Messmethode möglich Originalquelle oder dritte fachlich geeignete Quelle suchen
Eine Webseite nennt keinen Urheber Verantwortlichkeit ist schwer einzuschätzen Impressum prüfen oder andere Quelle wählen
Ein Fachbegriff ist unverständlich Bedeutung noch nicht sicher Lexikon oder Schulbuch nutzen

Eine Unsicherheit aufzuschreiben ist kein Zeichen für eine schlechte Recherche. Im Gegenteil: Du zeigst damit, dass Du zwischen sicher, wahrscheinlich und noch offen unterscheiden kannst.


Screenshots sinnvoll und rechtssicher dokumentieren

Ein Screenshot kann zeigen, wie eine Suche oder ein Arbeitsschritt zu einem bestimmten Zeitpunkt aussah. Für eine öffentliche Lernseite solltest Du aber besonders vorsichtig sein: Screenshots können urheberrechtlich geschützte Inhalte, Logos, Namen, Profilbilder, Suchverläufe oder andere persönliche Daten enthalten. Nutze deshalb für veröffentlichte Arbeiten bevorzugt frei lizenzierte Screenshots von Wikimedia Commons oder ersetze den Screenshot durch eine eigene Tabelle oder Skizze.

Wenn Deine Lehrkraft im geschützten Unterrichtsraum einen Screenshot verlangt, achte trotzdem darauf, keine privaten Konten, E-Mail-Adressen, Klarnamen, Chatverläufe oder andere personenbezogene Daten sichtbar zu lassen. Schneide nur den Bereich aus, der für Deinen Rechercheweg nötig ist.

Die Abbildung ist ein frei lizenziertes Beispiel für einen dokumentierten Ausschnitt einer Benutzeroberfläche aus Wikimedia Commons. Für Deine eigene Dokumentation gilt trotzdem: Prüfe immer, was auf Deinem Screenshot sichtbar ist und ob Du es veröffentlichen darfst.


Screenshot-Protokoll

Feld Eintrag
Screenshot-Nummer
Datum
Was zeigt der Screenshot?
Warum ist er für den Rechercheweg wichtig?
Sind persönliche Daten entfernt? ja / nein
Darf die Abbildung veröffentlicht werden? Lizenz oder Freigabe prüfen
Alternativtext Kurze Beschreibung für Menschen, die das Bild nicht sehen können

Sichere Alternative: Statt einen fremden Suchtreffer als Bild zu veröffentlichen, kannst Du den Suchbegriff, den Suchort und Deine Entscheidung im Suchprotokoll festhalten. So dokumentierst Du den Weg, ohne fremde Inhalte unnötig zu vervielfältigen.


KI-Nutzung transparent dokumentieren

Künstliche Intelligenz kann beim Sammeln von Suchbegriffen, beim Formulieren von Teilfragen oder beim Strukturieren von Notizen helfen. Generative KI kann aber auch sachlich falsche, ungenaue oder erfundene Angaben erzeugen. Deshalb ersetzt eine KI-Antwort keine überprüfbare Quelle.

Wenn Du KI nutzt, muss sichtbar bleiben, was die KI getan hat und was Du selbst getan hast. Besonders wichtig ist, dass Du zentrale Aussagen mit geeigneten, unabhängig überprüfbaren Quellen kontrollierst.

Das SRF-Kids-Video erklärt Grundlagen Künstlicher Intelligenz. Für Deine Recherchedokumentation ist vor allem wichtig: Eine KI-Ausgabe ist ein Arbeitsmittel. Sie muss geprüft werden, bevor Du Inhalte übernimmst.


KI-Protokoll

Feld Beispiel oder Eintrag
KI-Werkzeug Name und, falls angezeigt, verwendete Version des Werkzeugs
Datum Tag der Nutzung
Zweck zum Beispiel Suchbegriffe sammeln oder Gliederung prüfen
Eingabe oder Prompt Deine genaue Frage an die KI
Was habe ich aus der Antwort genutzt? zum Beispiel zwei Suchbegriffe oder einen Gliederungsvorschlag
Was habe ich nicht übernommen? unklare oder unpassende Vorschläge
Wie habe ich geprüft? Vergleich mit Schulbuch, Fachseite oder anderer geeigneter Quelle
Von der KI genannte Quellen Nur eintragen, wenn Du sie selbst geöffnet, geprüft und wirklich verwendet hast
Welche Fehler oder Unsicherheiten gab es?
Was habe ich selbst verändert?


Beispiel für transparente KI-Nutzung

Arbeitsschritt Transparente Dokumentation
Recherchefrage „Wie entsteht ein Regenbogen?“
KI-Auftrag „Nenne mir fünf Suchbegriffe, mit denen ich die Entstehung eines Regenbogens recherchieren kann.“
Genutzte Vorschläge Lichtbrechung, Regentropfen, Farbspektrum
Nicht ungeprüft übernommen Erklärsätze der KI
Prüfung Fachbegriffe in zwei geeigneten Quellen nachgeschlagen
Eigene Leistung Quellen ausgewählt, Informationen verglichen, Notizen formuliert und Unsicherheiten dokumentiert

Datenschutzregel: Gib in ein KI-Werkzeug keine privaten Daten von Dir oder anderen Personen ein, die für die Aufgabe nicht notwendig sind. Dazu gehören zum Beispiel vollständige Namen, Adressen, Telefonnummern, Zugangsdaten oder private Chattexte.


Ein vollständiges Recherchedossier

Am Ende kannst Du alle Teile in einem Dossier bündeln. Ein gutes Dossier ist nicht besonders lang, sondern besonders klar. Die Reihenfolge kann so aussehen:

  1. Recherchefrage: Formuliere die Hauptfrage und höchstens einige sinnvolle Teilfragen.
  2. Suchweg: Halte Suchorte, Suchbegriffe, Treffer und Entscheidungen fest.
  3. Quellenkarten: Dokumentiere die Quellen, die Du wirklich verwendet hast.
  4. Notizkarten: Halte Kernaussagen in eigenen Worten mit Belegstelle fest.
  5. Quellenvergleich: Zeige, welche wichtige Aussage Du gegengeprüft hast.
  6. Offene Unsicherheiten: Notiere Widersprüche, Lücken und ungeklärte Fragen.
  7. KI-Protokoll: Falls KI benutzt wurde, dokumentiere Zweck, Eingabe, Nutzung und Prüfung.
  8. Abschlussreflexion: Erkläre kurz, was gut funktioniert hat und was Du beim nächsten Mal anders machen würdest.


Kompakte Dokumentationskarte

Frage Meine Dokumentation
Was wollte ich herausfinden?
Wo habe ich gesucht?
Welche Suchbegriffe habe ich verändert?
Welche Quellen habe ich ausgewählt und warum?
Welche drei Informationen sind besonders wichtig?
Welche Aussage habe ich gegengeprüft?
Was ist noch unsicher?
Habe ich KI genutzt? Wenn ja, wie?


Medien, Urheberrecht und Quellenangaben

Für öffentlich zugängliche Lernprodukte sind frei lizenzierte Medien besonders praktisch. Auf Wikimedia Commons findest Du viele Bilder, Grafiken und Audiodateien mit Angaben zu Urheber und Lizenz. Die Lizenzbedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite. Prüfe sie, bevor Du ein Medium außerhalb der Wiki-Umgebung weiterverwendest.

Für Deine eigene Recherche gilt: Eine Quellenangabe macht fremde Inhalte nicht automatisch frei verwendbar. Sie zeigt, woher eine Information stammt. Bei Bildern, längeren Textauszügen und anderen Medien musst Du zusätzlich prüfen, ob und unter welchen Bedingungen Du sie verwenden darfst. Wenn Du unsicher bist, verwende lieber eigene Darstellungen, frei lizenzierte Medien oder frage Deine Lehrkraft.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was gehört unbedingt in ein Suchprotokoll? (Der verwendete Suchbegriff und der Suchweg) (!Eine Bewertung der eigenen Handschrift) (!Die Lieblingswebseite der Klasse) (!Die Anzahl aller geöffneten Tabs)




Warum werden veränderte Suchbegriffe dokumentiert? (Damit der Weg zur besseren Suche nachvollziehbar wird) (!Damit jede Suche gleich lang ist) (!Damit keine Quelle mehr geprüft werden muss) (!Damit nur ein Treffer benutzt werden darf)




Was gehört auf eine Quellenkarte? (Titel Urheber Fundstelle und wichtige Information) (!Nur die Farbe der Webseite) (!Nur der erste Satz der Quelle) (!Nur die Zahl der Bilder)




Wie solltest Du eine wichtige Information meistens notieren? (In eigenen Worten mit Quellenbezug) (!Ohne Quelle aus dem Gedächtnis) (!Als vollständige Kopie der Webseite) (!Nur als einzelnes Stichwort ohne Zusammenhang)




Was ist eine offene Unsicherheit? (Eine noch nicht geklärte Frage oder ein Widerspruch) (!Eine bereits sicher belegte Aussage) (!Ein besonders langer Suchbegriff) (!Ein gespeichertes Bild ohne Bezug zur Recherche)




Warum ist ein Gegencheck mit einer zweiten geeigneten Quelle sinnvoll? (Weil wichtige Aussagen dadurch besser überprüft werden können) (!Weil die zweite Quelle automatisch immer richtig ist) (!Weil dann keine Notizen mehr nötig sind) (!Weil Suchmaschinen nur zwei Quellen erlauben)




Wofür kann ein Screenshot in einer Recherchedokumentation dienen? (Er kann einen wichtigen Arbeitsschritt sichtbar festhalten) (!Er ersetzt immer jede Quellenangabe) (!Er darf immer ohne Prüfung veröffentlicht werden) (!Er beweist automatisch dass eine Information wahr ist)




Was sollte bei einer KI-Nutzung dokumentiert werden? (Zweck Eingabe Nutzung und Prüfung) (!Nur der Name der KI) (!Nur die Länge der Antwort) (!Nur ob die Antwort freundlich klang)




Welche Aussage über eine KI-Antwort ist richtig? (Sie muss bei wichtigen Sachinformationen überprüft werden) (!Sie ist automatisch eine wissenschaftliche Quelle) (!Sie ist immer aktueller als jede Fachquelle) (!Sie enthält niemals erfundene Angaben)




Was solltest Du tun wenn zwei geeignete Quellen einander widersprechen? (Den Widerspruch dokumentieren und weiterprüfen) (!Nur die kürzere Aussage übernehmen) (!Beide Quellen sofort löschen) (!Die Unsicherheit verschweigen)





Memory

Suchprotokoll dokumentiert Suchweg und Suchbegriffe
Quellenkarte sammelt Angaben zu einer ausgewählten Quelle
Notizkarte verbindet Kernaussage und Belegstelle
Unsicherheitenliste hält offene Fragen und Widersprüche fest
Gegencheck vergleicht eine wichtige Aussage mit einer weiteren Quelle
Abrufdatum zeigt wann eine Onlinequelle angesehen wurde
KI-Protokoll macht eine KI-Nutzung nachvollziehbar
Alternativtext beschreibt ein Bild für Menschen die es nicht sehen können





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Suchbegriff Suchprotokoll
Urheber Quellenkarte
Kernaussage Notizkarte
Offene Frage Unsicherheitenliste
Prompt KI-Protokoll






Kreuzworträtsel

Suchbegriff Welches Wort oder welche Wortgruppe gibst Du in eine Suche ein?
Quellenkarte Wie heißt der Steckbrief zu einer ausgewählten Informationsquelle?
Notiz Wie heißt eine kurze selbst formulierte Aufzeichnung einer wichtigen Information?
Unsicherheit Wie heißt ein Punkt der noch nicht sicher geklärt ist?
Abrufdatum Wie heißt der Tag an dem Du eine Onlinequelle angesehen hast?
Gegencheck Wie heißt die Prüfung einer wichtigen Aussage mit einer weiteren Quelle?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Am Anfang einer Recherche steht eine klare

.
Im

hältst Du fest, wo und mit welchen Begriffen Du gesucht hast.
Eine ausgewählte Quelle erhält eine

.
Eine wichtige Information formulierst Du möglichst in

.
Zu jeder wichtigen Information gehört eine passende

.
Ungeklärte Fragen sammelst Du als

.
Eine wichtige Aussage kannst Du mit einem

überprüfen.
Bei Onlinequellen notierst Du zusätzlich das

.
Wenn Du KI benutzt, dokumentierst Du unter anderem den

.
Eine KI-Antwort ersetzt keine überprüfbare

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Mini-Suchprotokoll: Recherchiere zu einer einfachen Sachfrage und dokumentiere drei verschiedene Suchanfragen. Markiere, welcher Suchbegriff am besten funktioniert hat und begründe Deine Wahl.
  2. Quellenkarte gestalten: Wähle eine geeignete Webseite oder ein Buch und fülle eine vollständige Quellenkarte mit Titel, Urheber, Datum, Fundstelle und einer wichtigen Information aus.
  3. Notiztraining: Nimm einen kurzen Sachtext und formuliere drei wichtige Informationen in eigenen Worten. Schreibe zu jeder Notiz die genaue Fundstelle.
  4. Sichere Dokumentation: Erstelle zu einem selbst gewählten Suchschritt entweder einen datenschutzfreundlichen Screenshot oder eine eigene Skizze. Erkläre, warum Deine Darstellung veröffentlicht werden darf.


Standard

  1. Suchweg vergleichen: Löse dieselbe Recherchefrage mit zwei unterschiedlichen Suchwegen, zum Beispiel Suchmaschine und Bibliotheksangebot. Vergleiche Treffer, Aufwand und Nachvollziehbarkeit.
  2. Quellen-Duell: Vergleiche zwei Quellen zur gleichen Frage mit dem Fünf-Fragen-Quellencheck und entscheide begründet, welche Quelle Du stärker gewichten würdest.
  3. Recherche-Interview: Befrage eine Person aus Bibliothek, Schule oder Familie dazu, wie sie Informationen prüft. Dokumentiere Fragen, Antworten und Deine wichtigsten Erkenntnisse.
  4. KI transparent nutzen: Bitte ein KI-Werkzeug um Suchbegriffe für eine Recherchefrage. Dokumentiere Prompt, Vorschläge, ausgewählte Begriffe und die anschließende Prüfung mit geeigneten Quellen.


Schwer

  1. Widerspruch untersuchen: Finde zwei Quellen, die einen Sachverhalt unterschiedlich darstellen. Dokumentiere mögliche Gründe für die Abweichung und entwickle einen Prüfplan.
  2. Digitales Recherchedossier: Erstelle eine vollständige interaktive Dokumentation mit Suchprotokoll, Quellenkarten, Notizen, Unsicherheiten, Mediennachweisen und Abschlussreflexion.
  3. Erklärvideo produzieren: Drehe ein kurzes Video darüber, wie man einen Rechercheweg nachvollziehbar dokumentiert. Verwende nur selbst erstellte oder frei lizenzierte Medien und nenne die Lizenzen.
  4. Recherche-Exkursion: Besuche mit Erlaubnis eine Schul- oder Stadtbibliothek, teste mindestens zwei Recherchewege und vergleiche sie anschließend mit einer Internetsuche in einem dokumentierten Bericht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Rekonstruktion: Du erhältst ungeordnete Notizen aus einer Recherche. Bringe sie in eine sinnvolle Reihenfolge und erkläre, welche Angaben fehlen, damit der Suchweg nachvollziehbar wird.
  2. Entscheidung begründen: Zwei Quellen liefern ähnliche Informationen, aber nur eine nennt Urheber, Datum und Belege. Erkläre, wie Du beide Quellen prüfen und in Deinem Dossier unterschiedlich gewichten würdest.
  3. Mit Widersprüchen umgehen: Zwei geeignete Quellen nennen unterschiedliche Werte. Entwickle einen Prüfplan und zeige, wie Du die Unsicherheit dokumentieren würdest, bevor Du eine Aussage formulierst.
  4. KI-Ausgabe prüfen: Eine KI liefert eine überzeugend klingende Antwort ohne überprüfbare Belege. Beschreibe mindestens drei Schritte, mit denen Du die zentralen Aussagen kontrollierst und Deine KI-Nutzung transparent machst.
  5. Screenshot überarbeiten: Ein Screenshot zeigt Suchbegriffe, einen privaten Kontonamen und fremde Bilder. Entscheide, was Du entfernen oder ersetzen würdest, und begründe Deine Entscheidung.
  6. Qualität beurteilen: Vergleiche zwei fiktive Recherchedossiers. Entwickle Kriterien für Nachvollziehbarkeit und erkläre, welches Dossier eine andere Person besser überprüfen könnte.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass nicht nur Dein Endergebnis sichtbar ist, sondern auch Dein Weg. Ein überzeugender Lernnachweis zeigt:

Kriterium Das sollte erkennbar sein
Recherchefrage Die Frage ist verständlich und sinnvoll eingegrenzt.
Suchweg Suchorte, Suchbegriffe und wichtige Änderungen sind dokumentiert.
Quellenauswahl Quellenkarten sind vollständig und die Auswahl ist begründet.
Informationsverarbeitung Kernaussagen stehen in eigenen Worten und bleiben mit Belegstellen verbunden.
Überprüfung Mindestens eine wichtige Aussage wurde mit einer weiteren geeigneten Quelle gegengeprüft.
Unsicherheiten Widersprüche, Lücken oder ungeklärte Punkte werden nicht verschwiegen.
KI-Transparenz Eine mögliche KI-Nutzung ist mit Zweck, Eingabe, Nutzung und Prüfweg dokumentiert.
Medien und Datenschutz Verwendete Medien sind rechtlich und datenschutzbezogen bewusst ausgewählt.
Reflexion Du erklärst, was am Rechercheweg gelungen ist und was Du verbessern würdest.




OERs zum Thema

Weitere sinnvolle Lernbereiche sind Informationskompetenz, Quellenkritik, Medienkompetenz, Suchmaschine, Bibliothek, Urheberrecht und Künstliche Intelligenz.


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