D6 E - Argumentieren und moderieren

D6 E - Argumentieren und moderieren
D6 E - Argumentieren und moderieren

Zielgruppe: Klasse 6, E-Niveau
In diesem aiMOOC trainierst Du, Deine eigene Position klar auszudrücken, passende Argumente zu entwickeln, Beispiele einzusetzen, Gegenpositionen fair aufzugreifen und Gespräche zu moderieren. Du lernst außerdem, wie eine Diskussion so gesteuert werden kann, dass nicht nur die Lautesten zu Wort kommen. Vorschläge einer KI werden dabei als Material zum Prüfen behandelt. Sie sind keine Autorität und ersetzen weder Dein eigenes Denken noch verlässliche Quellen.
Einleitung
Argumentieren bedeutet mehr als zu sagen: „Ich finde das gut.“ Wer überzeugend argumentiert, nennt eine Position und erklärt nachvollziehbar, warum diese Position sinnvoll ist. Ein gutes Beispiel macht das Argument anschaulich. In einer Diskussion kommen jedoch meist verschiedene Sichtweisen zusammen. Deshalb brauchst Du zusätzlich die Fähigkeit, anderen zuzuhören, eine Gegenposition korrekt wiederzugeben und auf sie einzugehen.
Beim Moderieren verändert sich Deine Aufgabe. Du sollst dann nicht möglichst oft Deine eigene Meinung sagen, sondern das Gespräch organisieren. Du achtest darauf, dass die Streitfrage klar bleibt, Beiträge zusammenpassen, unterschiedliche Stimmen vorkommen und am Ende wichtige Ergebnisse zusammengefasst werden.
Dieser aiMOOC verbindet deshalb drei Bereiche: argumentieren, zuhören und reagieren sowie Gespräche fair steuern.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du eine eigene Position verständlich formulieren, ein Argument mit Begründung und Beispiel ausbauen, zwischen Argument und bloßer Behauptung unterscheiden, eine Gegenposition fair wiedergeben, passende Nachfragen stellen, Gesprächsbeiträge aufeinander beziehen, eine kurze Diskussion moderieren, Zwischenergebnisse zusammenfassen und darauf achten, dass möglichst viele Beteiligte fair zu Wort kommen.
Auf dem E-Niveau gehst Du einen Schritt weiter: Du prüfst die Stärke von Argumenten, vergleichst unterschiedliche Begründungen, reagierst auf Gegenargumente, steuerst Gesprächsphasen selbstständig und kontrollierst auch KI-Vorschläge auf Fehler, Übertreibungen, fehlende Belege und einseitige Darstellungen.
Was bedeutet argumentieren?
Eine Meinung ist zunächst eine persönliche Einschätzung. Ein Argument macht daraus eine begründete Position.
Beispiel zur Streitfrage: „Soll unsere Klasse jede Woche eine zusätzliche Lesezeit bekommen?“
| Baustein | Beispiel | Funktion |
|---|---|---|
| Position | Ich bin dafür, dass unsere Klasse jede Woche eine zusätzliche Lesezeit bekommt. | Du sagst klar, wofür oder wogegen Du bist. |
| Argument | Eine feste Lesezeit ist sinnvoll, weil dann alle regelmäßig zum Lesen kommen. | Du nennst einen nachvollziehbaren Grund. |
| Beispiel | Wer zu Hause selten zum Lesen kommt, hätte dann trotzdem jede Woche eine feste Gelegenheit dazu. | Du machst den Grund konkret und anschaulich. |
Merke Dir als einfachen Bauplan:
Position → Argument → Beispiel
Ein starkes Argument passt wirklich zur Streitfrage. Es erklärt einen Zusammenhang und ist genauer als eine bloße Behauptung wie „Das ist einfach besser“.
Beobachtungsauftrag zum Video: Achte darauf, wie aus einer Behauptung durch Begründung und Beleg ein stärkeres Argument wird. Vergleiche den Aufbau im Video anschließend mit dem vereinfachten Modell Position – Argument – Beispiel dieses aiMOOCs.
Positionen klar formulieren
Eine Position beantwortet die Streitfrage eindeutig. Bei einer Entscheidungsfrage kannst Du Dich zunächst für Ja, Nein oder eine genau formulierte Zwischenlösung entscheiden.
Unklar wäre: „Also irgendwie wäre das vielleicht ganz gut.“
Klarer wäre: „Ich bin dafür, dass wir einmal pro Woche eine längere Lesezeit haben.“
Besonders stark wird Deine Position, wenn Du auch die Bedingungen nennst. Zum Beispiel: „Ich bin dafür, dass wir einmal pro Woche zwanzig Minuten Lesezeit haben, wenn jede Person selbst ein geeignetes Buch auswählen darf.“
So zeigst Du, dass Du nicht nur spontan reagierst, sondern genauer über die Umsetzung nachdenkst.
Der Bauplan eines starken Arguments
Ein Argument beantwortet die Frage: Warum soll jemand meine Position nachvollziehen können?
Ein hilfreicher Satzbau ist:
Ich bin dafür / dagegen, dass ..., weil ... . Zum Beispiel ... .
Für das E-Niveau kannst Du Dein Argument zusätzlich prüfen:
| Prüffrage | Woran erkennst Du ein starkes Argument? |
|---|---|
| Passt es? | Der Grund bezieht sich direkt auf die Streitfrage. |
| Ist es verständlich? | Andere können den Gedankengang nachvollziehen. |
| Ist es konkret? | Ein Beispiel oder eine Beobachtung macht den Grund anschaulich. |
| Ist es prüfbar? | Tatsachenbehauptungen könnten mit verlässlichen Informationen kontrolliert werden. |
| Ist es fair? | Andere Personen oder Positionen werden nicht lächerlich gemacht oder beleidigt. |
Ein Beispiel kann ein Argument veranschaulichen, aber ein einzelnes Beispiel beweist nicht automatisch, dass etwas immer gilt. Wenn jemand sagt: „Einmal war die Gruppenarbeit chaotisch, also sind Gruppenarbeiten immer schlecht“, ist das eine zu große Verallgemeinerung.
Behauptung, Begründung und Beispiel unterscheiden
Lies die drei Aussagen:
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| „Handys in der Pause sind schlecht.“ | Das ist zunächst eine Behauptung. |
| „Ich bin gegen Handys in der Pause, weil gemeinsame Spiele und Gespräche sonst leichter unterbrochen werden.“ | Hier wird ein Grund genannt. |
| „Zum Beispiel kann es passieren, dass vier Kinder nebeneinander sitzen, aber jede Person nur auf den eigenen Bildschirm schaut.“ | Das Beispiel macht den möglichen Zusammenhang anschaulich. |
Ein Beispiel darf nicht einfach erfunden und anschließend als Tatsache ausgegeben werden. Du kannst ein erfundenes Beispiel als Gedankenbeispiel kennzeichnen: „Stell Dir vor ...“. Sobald Du konkrete Zahlen, Studien oder angebliche Umfragen nennst, solltest Du eine verlässliche Quelle haben.
Gegenpositionen verstehen und fair aufnehmen

In einer guten Diskussion geht es nicht darum, die andere Seite möglichst schnell „zu besiegen“. Zuerst solltest Du verstehen, was die andere Person meint und warum.
Eine faire Reaktion kann so aufgebaut sein:
| Schritt | Satzstarter |
|---|---|
| Gegenposition wiedergeben | „Du meinst also, dass ...“ |
| Grund anerkennen | „Ich verstehe Deinen Punkt, dass ...“ |
| Unterschied benennen | „Ich gewichte aber ... stärker, weil ...“ |
| Eigenes Gegenargument formulieren | „Dagegen spricht aus meiner Sicht ...“ |
| Nachfragen | „Wie würdest Du mit dem Fall umgehen, dass ...?“ |
Wichtig ist, die Gegenposition nicht absichtlich schwächer zu machen. Wenn jemand sagt: „Handys sollten in der Pause nur in einer bestimmten Zone erlaubt sein“, wäre es unfair zu antworten: „Du willst also, dass alle den ganzen Tag nur am Handy hängen.“
Auf dem E-Niveau kannst Du versuchen, die Gegenposition sogar so klar wiederzugeben, dass die andere Person sagt: „Ja, genau das meine ich.“
Zuhören ist ein Teil des Argumentierens
Gutes Argumentieren braucht aktives Zuhören. Wer nur auf die eigene nächste Antwort wartet, übersieht leicht wichtige Gründe der anderen Seite.
Du kannst zeigen, dass Du zugehört hast, indem Du einen Gedanken in eigenen Worten zusammenfasst, eine passende Rückfrage stellst oder direkt auf das vorherige Argument Bezug nimmst.
Beispiel:
A: „Ich bin für mehr Sitzplätze auf dem Schulhof, weil nicht alle in den Pausen rennen oder spielen möchten.“
B: „Du möchtest also auch ruhige Pausen ermöglichen. Ich finde das nachvollziehbar. Ich frage mich aber, wo die Sitzplätze stehen könnten, ohne Spielflächen zu verkleinern.“
B widerspricht nicht sofort, sondern nimmt erst den Gedanken von A auf und führt die Diskussion weiter.
Gesprächsregeln für eine faire Diskussion

Eine gute Diskussion braucht Regeln, damit Beiträge gehört und geprüft werden können.
| Regel | Warum sie hilft |
|---|---|
| Wir lassen einander ausreden. | Gedanken können vollständig erklärt werden. |
| Wir greifen Argumente an, nicht Personen. | Die Diskussion bleibt sachlich. |
| Wir nennen Gründe statt nur „Ja“ oder „Nein“. | Positionen werden nachvollziehbar. |
| Wir fragen nach, wenn etwas unklar ist. | Missverständnisse werden sichtbar. |
| Wir beziehen uns auf vorherige Beiträge. | Es entsteht ein echtes Gespräch statt vieler Einzelreden. |
| Wir akzeptieren, dass jemand seine Meinung ändern darf. | Lernen und Abwägen werden möglich. |
| Wir achten auf faire Redeanteile. | Leisere Stimmen erhalten ebenfalls Raum. |
Faire Diskussion bedeutet nicht, dass alle gleich denken müssen. Fairness zeigt sich darin, wie unterschiedliche Meinungen behandelt werden.
Was bedeutet moderieren?

Eine Moderatorin oder ein Moderator steuert vor allem den Ablauf eines Gesprächs. Die Moderation entscheidet nicht, welche Meinung gewinnen soll.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:
| Phase | Aufgabe der Moderation | Beispiel |
|---|---|---|
| Einstieg | Thema und Streitfrage klären. | „Wir diskutieren heute die Frage: Soll unsere Klasse einmal pro Woche eine Lernzeit ohne Hausaufgaben bekommen?“ |
| Regeln | Gesprächsregeln kurz erinnern. | „Bitte lasst einander ausreden und nennt zu jeder Position mindestens einen Grund.“ |
| Wortverteilung | Redebeiträge fair verteilen. | „Mila war noch nicht dran. Danach kommt Jonas.“ |
| Vertiefung | Nachfragen stellen. | „Kannst Du erklären, warum dieses Beispiel Dein Argument stützt?“ |
| Gesprächssteuerung | Abschweifungen stoppen und zum Thema zurückführen. | „Das ist interessant, führt aber gerade von unserer Streitfrage weg.“ |
| Zwischenfazit | Wichtige Punkte bündeln. | „Bisher wurden Zeitgewinn und Übung als wichtigste Punkte genannt.“ |
| Abschluss | Ergebnisse und offene Fragen zusammenfassen. | „Wir haben zwei starke Gründe dafür und zwei Bedenken gesammelt. Offen bleibt die Frage der Umsetzung.“ |
Moderation ist also keine bloße Ansage von Namen. Eine gute Moderation hört genau zu und erkennt, wann ein Gedanke vertieft, geklärt, gebremst oder zusammengefasst werden sollte.
Eine Debatte beobachten
Das Video von „Jugend debattiert“ zeigt einen klar geregelten Ablauf mit Eröffnungsrunde, freier Aussprache und Schlussrunde. Für Klasse 6 musst Du dieses Wettbewerbsformat nicht vollständig übernehmen. Nutze das Video als Beobachtungsmaterial.
Beobachtungsfragen: Wie wird eine Position zu Beginn deutlich? Wie beziehen sich die Teilnehmenden aufeinander? Woran erkennst Du, dass die freie Aussprache mehr ist als eine Reihe vorbereiteter Reden? Welche Formulierungen wirken sachlich und fair?
Fair beteiligen statt nur schnell melden
In vielen Gruppen sprechen einige Personen sehr häufig, andere fast gar nicht. Eine faire Moderation achtet deshalb nicht nur auf die Reihenfolge der Meldungen, sondern auch auf Beteiligungsmöglichkeiten.
Geeignete Methoden sind eine kurze Denkzeit vor der Diskussion, eine erste Runde mit einem Beitrag pro Person, eine Redeliste, freiwillige Pass-Möglichkeiten, Partneraustausch vor dem Sprechen im Plenum und gezielte offene Einladungen wie: „Wer hat noch eine andere Sichtweise?“
Eine faire Einladung ist kein Zwang. „Du hast noch gar nichts gesagt, jetzt musst Du!“ kann eine Person unter Druck setzen. Besser ist: „Wenn Du möchtest, kannst Du Deinen Gedanken noch ergänzen.“
Auf dem E-Niveau beobachtest Du zusätzlich, ob einzelne Beiträge sehr lang werden, ob immer dieselben Personen direkt aufeinander reagieren und ob Argumente von ruhigeren Personen später noch aufgegriffen werden.
Rollen- und Moderationskarten
Die folgenden Karten kannst Du für Übungsdiskussionen ausdrucken oder abschreiben.
| Rollenkarte: Position A | Inhalt |
|---|---|
| Auftrag | Vertrete die erste Position zur Streitfrage. Formuliere mindestens zwei unterschiedliche Argumente. |
| Pflichtbaustein | Nutze mindestens ein passendes Beispiel. |
| Gesprächsauftrag | Greife mindestens einmal ein Argument der Gegenposition fair auf. |
| Satzstarter | „Ich bin dafür, weil ...“ / „Ein Beispiel dafür ist ...“ / „Ich verstehe Deinen Punkt, aber ...“ |
| Rollenkarte: Position B | Inhalt |
|---|---|
| Auftrag | Vertrete die Gegenposition. Suche andere Gründe als Position A. |
| Pflichtbaustein | Stelle mindestens eine prüfende Rückfrage. |
| Gesprächsauftrag | Fasse vor einem Widerspruch einen Gedanken der anderen Seite korrekt zusammen. |
| Satzstarter | „Ich sehe das anders, weil ...“ / „Meinst Du damit, dass ...?“ / „Dagegen spricht ...“ |
| Rollenkarte: Moderation | Inhalt |
|---|---|
| Auftrag | Steuere das Gespräch, ohne eine Seite zu bevorzugen. |
| Pflichtbaustein | Sorge dafür, dass verschiedene Personen zu Wort kommen. |
| Gesprächsauftrag | Formuliere mindestens ein Zwischenfazit und ein Abschlussfazit. |
| Satzstarter | „Wir haben bisher ...“ / „Wer möchte darauf reagieren?“ / „Können wir zur Streitfrage zurückkehren?“ |
| Rollenkarte: Beobachtung | Inhalt |
|---|---|
| Auftrag | Höre genau zu und notiere starke Gesprächsstellen. |
| Pflichtbaustein | Finde je ein Beispiel für Position, Argument, Beispiel und Gegenposition. |
| Gesprächsauftrag | Beobachte, ob die Beteiligung fair war. |
| Rückmeldung | Nenne zuerst etwas Gelungenes und danach einen konkreten Verbesserungsvorschlag. |
| Rollenkarte: Zeitwache | Inhalt |
|---|---|
| Auftrag | Achte auf vereinbarte Gesprächsphasen und Redezeiten. |
| Pflichtbaustein | Gib neutrale Zeithinweise. |
| Gesprächsauftrag | Unterbrich nicht mitten im Satz, wenn wenige Sekunden mehr einen Gedanken sinnvoll abschließen. |
| Satzstarter | „Noch eine Minute für diese Runde.“ / „Bitte kommt zum letzten Gedanken.“ |
| Rollenkarte: Zusammenfassung | Inhalt |
|---|---|
| Auftrag | Höre auf Gemeinsamkeiten, Unterschiede und offene Fragen. |
| Pflichtbaustein | Nenne nicht nur die letzte Äußerung, sondern mehrere wichtige Beiträge. |
| Gesprächsauftrag | Formuliere neutral und ohne Bewertung. |
| Satzstarter | „Einigkeit besteht bei ...“ / „Unterschiedlich bewertet wurde ...“ / „Offen geblieben ist ...“ |
Moderationskarten für schwierige Gesprächsmomente
| Situation | Moderationskarte |
|---|---|
| Zwei Personen sprechen gleichzeitig. | „Stopp, ich möchte beide Gedanken hören. Zuerst beendet Lina ihren Satz, danach kommt Emir.“ |
| Ein Beitrag wird sehr lang. | „Kannst Du Deinen wichtigsten Grund bitte in einem Satz zusammenfassen?“ |
| Die Diskussion schweift ab. | „Wie hängt dieser Punkt mit unserer Streitfrage zusammen?“ |
| Eine Behauptung bleibt unbegründet. | „Was ist Dein Grund dafür?“ |
| Ein Beispiel wird genannt. | „Was zeigt dieses Beispiel für Deine Position?“ |
| Eine Person wurde missverstanden. | „Kannst Du noch einmal mit eigenen Worten sagen, was Du verstanden hast?“ |
| Immer dieselben Personen sprechen. | „Ich sammle zuerst Stimmen von Personen, die in dieser Runde noch nicht gesprochen haben.“ |
| Die Stimmung wird persönlich. | „Bitte bezieht Euch auf das Argument und nicht auf die Person.“ |
| Zwei Seiten wiederholen sich. | „Ich fasse kurz zusammen, wo Ihr Euch unterscheidet.“ |
| Die Zeit ist fast vorbei. | „Wir gehen jetzt in die Schlussrunde. Jede Seite nennt ihren wichtigsten Gedanken.“ |
Streitfragen für Klasse 6
Eine gute Streitfrage ist verständlich, betrifft eine echte Entscheidung und lässt mehrere begründbare Positionen zu. Niemand in der Klasse sollte durch die Frage bloßgestellt werden.
| Streitfrage | Mögliche Denkbereiche |
|---|---|
| Soll unsere Klasse jede Woche eine feste freie Lesezeit bekommen? | Lernzeit, Auswahl, Ruhe, andere Fächer |
| Soll der Unterricht gelegentlich draußen stattfinden? | Konzentration, Wetter, Bewegung, Organisation |
| Soll es auf dem Schulhof mehr ruhige Sitzbereiche geben? | Erholung, Platz, Spielbereiche, Kosten |
| Soll der Klassenrat jede Woche stattfinden? | Mitbestimmung, Zeit, Konfliktlösung, Unterrichtszeit |
| Soll es einen hausaufgabenfreien Wochentag geben? | Erholung, Übung, Planung, Freizeit |
| Soll die Klasse bei Projekten häufiger selbst Gruppen bilden dürfen? | Freundschaften, Zusammenarbeit, Fairness, neue Kontakte |
| Soll in Gruppenarbeiten immer eine feste Rollenverteilung verwendet werden? | Verantwortung, Flexibilität, Zeit, Beteiligung |
| Soll in den Pausen eine abgegrenzte Handyzone erlaubt sein? | Kommunikation, Ablenkung, Regeln, gemeinsame Aktivitäten |
| Soll die Schule mehr Möglichkeiten zur Mülltrennung anbieten? | Umwelt, Aufwand, Gewohnheiten, Organisation |
| Soll es einmal im Monat einen Projektnachmittag geben? | Vertiefung, Fachunterricht, Zusammenarbeit, Vorbereitung |
| Soll die Klasse häufiger Lernspiele im Unterricht einsetzen? | Motivation, Lernziel, Zeit, Wettbewerb |
| Soll bei manchen Aufgaben zwischen mehreren Abgabeformen gewählt werden dürfen? | Kreativität, Vergleichbarkeit, Technik, unterschiedliche Stärken |
E-Niveau-Auftrag: Verändere eine dieser Fragen so, dass sie genauer wird. Lege zum Beispiel fest, wie oft etwas stattfinden soll, wer betroffen ist oder welche Bedingungen gelten.
Streitfragen prüfen
Bevor Ihr diskutiert, prüft die Streitfrage:
| Prüfkriterium | Leitfrage |
|---|---|
| Verständlichkeit | Wissen alle, worüber genau entschieden werden soll? |
| Offenheit | Gibt es mindestens zwei ernsthaft begründbare Positionen? |
| Fairness | Wird keine einzelne Person bloßgestellt? |
| Nähe | Können Lernende der Klasse eigene Erfahrungen oder Beobachtungen einbringen? |
| Prüfbarkeit | Lassen sich wichtige Tatsachenfragen mit geeigneten Quellen klären? |
Eine gute Moderation darf die Streitfrage vor Beginn präzisieren. Das ist besser, als während der Diskussion über verschiedene Fragen zu sprechen.
Diskussionsformat für das Klassenzimmer
Ein einfaches Übungsformat dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten.
| Phase | Aufgabe |
|---|---|
| Denkzeit | Jede Person notiert Position, Argument und Beispiel. |
| Eröffnungsrunde | Jede Seite nennt kurz ihre Position und einen Grund. |
| Freies Gespräch | Argumente werden verglichen, Rückfragen gestellt und Gegenpositionen aufgegriffen. |
| Zwischenfazit | Die Moderation bündelt die wichtigsten Punkte. |
| Schlussrunde | Jede Seite nennt den stärksten eigenen Gedanken oder sagt, ob sich die eigene Einschätzung verändert hat. |
| Auswertung | Beobachtende geben Rückmeldung zu Argumentation, Gesprächsführung und Fairness. |
Medienauftrag: Achte beim Video nicht nur darauf, was die Jugendlichen sagen, sondern darauf, welche Fähigkeiten sie durch Debattieren trainieren. Überlege anschließend, welche dieser Fähigkeiten schon in einer kurzen Diskussion in Klasse 6 geübt werden können.
Das Diskussionslabor
Im Diskussionslabor wiederholt Ihr kurze Gesprächsrunden mit wechselnden Rollen. Dadurch trainierst Du nicht immer nur das Sprechen, sondern auch Moderation, Beobachtung und Zusammenfassung.
Eine mögliche Runde funktioniert so: Zwei Minuten Vorbereitung, sechs Minuten Diskussion, eine Minute Zusammenfassung und zwei Minuten Rückmeldung. Danach werden die Rollen gewechselt und eine neue Streitfrage beginnt.
Beim ersten Durchgang konzentriert Ihr Euch auf Position – Argument – Beispiel. Beim zweiten Durchgang kommt die Gegenposition hinzu. Beim dritten Durchgang liegt der Schwerpunkt auf Gesprächssteuerung und fairer Beteiligung. Beim vierten Durchgang überprüft Ihr, ob die Zusammenfassung wirklich beide Seiten abbildet.
Zusammenfassen ohne zu bewerten
Eine Zusammenfassung ist nicht dasselbe wie ein Urteil.
Eine bewertende Aussage wäre: „Die Pro-Seite hatte eindeutig die besseren Argumente.“
Eine neutrale Zusammenfassung wäre: „Die Pro-Seite betonte vor allem mehr Erholung. Die Contra-Seite hob hervor, dass Übungszeit verloren gehen könnte. Beide Seiten waren sich einig, dass die Menge der Hausaufgaben eine Rolle spielt.“
Eine gute Zusammenfassung nennt wichtige Punkte, Unterschiede, Gemeinsamkeiten und gegebenenfalls offene Fragen. Sie erfindet keine neuen Argumente.
KI-Vorschläge als Material prüfen

Eine KI kann schnell Vorschläge für Pro- und Contra-Argumente formulieren. Das kann beim Sammeln von Ideen nützlich sein. Trotzdem gilt: Ein KI-Vorschlag ist zunächst nur ein Vorschlag. Du musst prüfen, ob er verständlich, passend, sachlich richtig und fair ist.
KI-Systeme können Aussagen überzeugend formulieren, obwohl Informationen fehlen, ungenau sind oder nicht belegt wurden. Deshalb darf ein KI-Text nicht allein deshalb als richtig gelten, weil er flüssig klingt.
KI-Prüfkarte
| Prüfschritt | Frage |
|---|---|
| Streitfrage | Antwortet der Vorschlag wirklich auf unsere Frage? |
| Argument | Wird ein nachvollziehbarer Grund genannt? |
| Beispiel | Passt das Beispiel zum Grund? |
| Tatsache oder Meinung | Welche Aussagen könnte oder müsste man überprüfen? |
| Quelle | Gibt es eine verlässliche Quelle für konkrete Tatsachenbehauptungen? |
| Gegenposition | Wird eine andere Sichtweise fair dargestellt? |
| Sprache | Gibt es Übertreibungen wie „immer“, „alle“ oder „niemand“? |
| Eigenes Urteil | Würde ich dieses Argument nach der Prüfung selbst vertreten? |
KI-Materialstation: Prüfen statt übernehmen
Streitfrage: „Soll es einen hausaufgabenfreien Wochentag geben?“
Die folgenden Sätze sind beispielhafte KI-Vorschläge. Sie sollen nicht einfach übernommen werden.
| KI-Vorschlag | Dein Prüfauftrag |
|---|---|
| „Ein hausaufgabenfreier Tag kann Familien mehr planbare gemeinsame Zeit geben.“ | Ist das ein Argument? Welche Bedingungen könnten eine Rolle spielen? |
| „Ohne Hausaufgaben lernen Schülerinnen und Schüler grundsätzlich besser.“ | Woran erkennst Du die starke Verallgemeinerung? Welche Belege wären nötig? |
| „Ein Gegenargument ist, dass an diesem Tag weniger geübt werden könnte.“ | Ist die Formulierung vorsichtig genug? Welche Beispiele könnten den Gedanken verdeutlichen? |
| „Alle Kinder wünschen sich einen hausaufgabenfreien Tag.“ | Warum darfst Du diese Aussage ohne passende Daten nicht als Tatsache übernehmen? |
| „Eine mögliche Zwischenlösung wäre, an einem festgelegten Tag keine neuen Hausaufgaben aufzugeben, langfristige Aufgaben aber weiterlaufen zu lassen.“ | Ist das noch Pro oder Contra, oder eine Kompromissidee? |
E-Niveau-Auftrag: Überarbeite zwei Vorschläge so, dass sie genauer und fairer werden. Kennzeichne danach, welche Aussagen Du mit einer Quelle prüfen würdest.
Sinnvolle KI-Aufträge formulieren
Wenn KI im Unterricht erlaubt ist, kannst Du sie so einsetzen, dass sie Dein Denken unterstützt statt ersetzt.
Ein sinnvoller Prüfauftrag wäre zum Beispiel: „Nenne drei unterschiedliche Pro- und drei unterschiedliche Contra-Ideen zu dieser Streitfrage. Kennzeichne, welche Aussagen Tatsachenbehauptungen enthalten. Erfinde keine Quellen. Nenne außerdem zwei mögliche Gegenfragen.“
Danach beginnt erst Deine eigentliche Arbeit: Du sortierst, verwirfst, ergänzt, überprüfst und formulierst in eigenen Worten.
Eine ungünstige Aufgabe wäre: „Sag mir, welche Seite recht hat.“ Bei vielen Streitfragen gibt es keine einfache Autorität, die die Entscheidung für Dich treffen kann. Argumentieren bedeutet gerade, Gründe abzuwägen und selbst zu einem begründeten Urteil zu kommen.
Quellen prüfen
Wenn in einer Diskussion konkrete Tatsachen wichtig werden, kannst Du Quellen nutzen. Prüfe, wer die Information veröffentlicht hat, wie aktuell sie ist, ob nachvollziehbar wird, woher Zahlen stammen und ob andere verlässliche Quellen Ähnliches berichten.
Für Klasse 6 reicht oft eine einfache Regel: Je genauer und überraschender eine Tatsachenbehauptung ist, desto wichtiger ist die Frage: Woher wissen wir das?
Eine Aussage wie „Viele Menschen mögen Bewegung“ ist allgemein. Eine Aussage wie „Genau 83 Prozent aller Kinder lernen nach zehn Minuten Sport besser“ wäre sehr konkret und müsste mit einer belastbaren Quelle überprüft werden.
Beobachtungsbogen für eine Diskussion
| Kriterium | Noch unsicher | Teilweise sicher | Sicher |
|---|---|---|---|
| Position | Die Haltung bleibt unklar. | Die Haltung wird erkennbar. | Die Position wird klar und passend formuliert. |
| Argument | Es werden vor allem Behauptungen genannt. | Manche Gründe sind nachvollziehbar. | Gründe sind klar, passend und unterschiedlich. |
| Beispiel | Beispiele fehlen oder passen kaum. | Ein Beispiel passt teilweise. | Beispiele verdeutlichen die Argumente. |
| Gegenposition | Andere Beiträge werden kaum aufgegriffen. | Einzelne Gegenargumente werden erwähnt. | Gegenpositionen werden fair wiedergegeben und beantwortet. |
| Zuhören | Beiträge stehen meist nebeneinander. | Teilweise wird Bezug genommen. | Beiträge reagieren deutlich aufeinander. |
| Moderation | Ablauf und Frage gehen verloren. | Das Gespräch wird teilweise gesteuert. | Frage, Redeanteile und Übergänge werden sicher gesteuert. |
| Zusammenfassung | Nur einzelne Aussagen werden genannt. | Mehrere Punkte werden wiedergegeben. | Unterschiede, Gemeinsamkeiten und offene Fragen werden neutral gebündelt. |
| Faire Beteiligung | Wenige Personen dominieren. | Mehrere Personen kommen zu Wort. | Die Beteiligung wird bewusst und respektvoll ausgeglichen. |
Beispiel einer kurzen moderierten Diskussion
Streitfrage: „Soll der Unterricht gelegentlich draußen stattfinden?“
| Rolle | Beitrag |
|---|---|
| Moderation | „Wir sammeln zuerst je einen Grund dafür und dagegen. Danach könnt Ihr aufeinander reagieren.“ |
| Position A | „Ich bin dafür, weil manche Lerninhalte draußen direkt beobachtet werden können. Bei Pflanzen wäre das zum Beispiel im Schulgarten möglich.“ |
| Position B | „Ich bin dagegen, wenn draußen viele Ablenkungen entstehen. Auf einem lauten Schulhof könnte es schwerer sein, einer Erklärung zu folgen.“ |
| Moderation | „Wir haben also bisher Anschaulichkeit und mögliche Ablenkung. Wer möchte direkt auf einen dieser beiden Punkte reagieren?“ |
| Position A | „Ich verstehe den Punkt mit der Ablenkung. Deshalb würde ich nicht jeden Unterricht nach draußen verlegen, sondern nur passende Stunden.“ |
| Position B | „Dann wäre meine Gegenfrage: Wer entscheidet, wann eine Stunde wirklich passend ist?“ |
| Moderation | „Das ist eine Umsetzungsfrage. Wir halten fest: Beide Seiten unterscheiden zwischen gelegentlichem und ständigem Unterricht draußen.“ |
An diesem Beispiel kannst Du erkennen: Gute Gesprächsführung verbindet Beiträge. Die Moderation fasst zusammen, statt selbst ein neues Argument einzuführen.
Medien- und Rechtecheck
Für Unterrichtsmaterialien eignen sich besonders Medien, deren Herkunft und Nutzungsbedingungen nachvollziehbar sind. Bei Bildern aus Wikimedia Commons solltest Du die jeweilige Dateibeschreibungsseite und die dort genannte Lizenz beachten. Bei eingebetteten Videos sollte die Quelle klar erkennbar sein. Für diesen aiMOOC werden Commons-Medien sowie Videos offizieller Bildungs- oder Debattenangebote verwendet.
Auch bei frei nutzbaren Medien gilt: Gib Urheber und Lizenz dort an, wo dies verlangt wird, und verändere Medien nur im Rahmen der jeweiligen Lizenzbedingungen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was gehört zu einem vollständigen einfachen Argumentationsbaustein? (Position, Argument und Beispiel) (!Lautstärke, Tempo und Handschrift) (!Frage, Überschrift und Schlusszeichen) (!Name, Datum und Seitenzahl)
Was ist eine Position? (Eine klar formulierte Haltung zu einer Streitfrage) (!Eine zufällige Bemerkung ohne Bezug zum Thema) (!Eine Liste aller Personen in der Diskussion) (!Eine besonders lange Erklärung)
Wozu dient ein Beispiel in einer Argumentation? (Es macht einen Grund konkret und anschaulich) (!Es ersetzt immer jede Begründung) (!Es beendet automatisch die Diskussion) (!Es beweist jede Behauptung ohne weitere Prüfung)
Wie gehst Du fair mit einer Gegenposition um? (Du gibst sie korrekt wieder und reagierst auf ihren Grund) (!Du übertreibst sie, damit sie schwächer wirkt) (!Du wechselst sofort zu einem anderen Thema) (!Du greifst die Person statt des Arguments an)
Was ist eine wichtige Aufgabe der Moderation? (Den Gesprächsablauf fair zu steuern) (!Die eigene Position möglichst oft zu wiederholen) (!Eine Seite zum Sieg zu führen) (!Alle Gegenargumente zu verbieten)
Welche Formulierung zeigt aktives Zuhören? (Du meinst also, dass mehr Sitzplätze auch ruhige Pausen ermöglichen sollen) (!Das ist falsch, weil ich anderer Meinung bin) (!Ich habe nicht zugehört, aber ich antworte trotzdem) (!Wir reden jetzt über etwas ganz anderes)
Was sollte eine gute Zusammenfassung enthalten? (Wichtige Unterschiede, Gemeinsamkeiten und offene Fragen) (!Nur die Meinung der Moderation) (!Nur den allerletzten Satz) (!Neue Argumente, die vorher niemand genannt hat)
Wie kann faire Beteiligung unterstützt werden? (Durch bewusste Wortverteilung und offene Einladungen) (!Indem immer die schnellste Meldung gewinnt) (!Indem nur besonders laute Personen sprechen) (!Indem stille Personen öffentlich unter Druck gesetzt werden)
Wie solltest Du mit einem KI-Vorschlag umgehen? (Du prüfst Inhalt, Tatsachenbehauptungen und mögliche Einseitigkeit) (!Du übernimmst ihn automatisch als richtige Antwort) (!Du behandelst ihn wie eine unfehlbare Quelle) (!Du entfernst alle Gegenargumente daraus)
Welche Aussage beschreibt ein starkes Argument am besten? (Es passt zur Streitfrage und nennt einen nachvollziehbaren Grund) (!Es ist besonders laut vorgetragen) (!Es enthält möglichst viele Fremdwörter) (!Es stimmt immer mit der Mehrheitsmeinung überein)
Memory
| Position | klare Haltung |
| Argument | nachvollziehbarer Grund |
| Beispiel | konkrete Veranschaulichung |
| Gegenposition | andere begründete Sichtweise |
| Moderation | Gesprächssteuerung |
| Zwischenfazit | vorläufige Zusammenfassung |
| Rückfrage | Klärung eines Gedankens |
| Fairness | respektvolle Beteiligung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Position | eigene Haltung zur Streitfrage |
| Argument | nachvollziehbarer Grund für eine Position |
| Beispiel | konkrete Veranschaulichung eines Arguments |
| Gegenposition | begründete andere Sichtweise |
| Moderation | Steuerung des Gesprächsablaufs |
| Zusammenfassung | neutrales Bündeln wichtiger Gesprächsergebnisse |
Kreuzworträtsel
| Position | Wie heißt eine klare Haltung zu einer Streitfrage? |
| Argument | Wie heißt ein nachvollziehbarer Grund für eine Position? |
| Beispiel | Was macht einen Grund konkret und anschaulich? |
| Moderation | Wie heißt die faire Steuerung eines Gesprächs? |
| Zuhören | Welche Fähigkeit brauchst Du, um auf andere Beiträge einzugehen? |
| Fairness | Wie nennt man einen respektvollen und ausgewogenen Umgang miteinander? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Position formulieren: Wähle eine Streitfrage aus dem aiMOOC und schreibe drei unterschiedlich genaue Positionen dazu. Markiere anschließend die klarste Formulierung.
- Argument-Dreieck: Formuliere zu einer selbst gewählten Position ein Argument und ein passendes Beispiel. Tausche Dich mit einer Partnerperson darüber aus, ob alle drei Teile zusammenpassen.
- Moderationskarte gestalten: Gestalte eine eigene Moderationskarte für die Situation „Zwei Personen sprechen gleichzeitig“. Verwende eine höfliche und klare Formulierung.
- Zuhör-Protokoll: Höre einer kurzen Partnererklärung zu und fasse sie danach in zwei eigenen Sätzen zusammen, ohne sie zu bewerten.
Standard
- Mini-Diskussion: Führt zu dritt eine fünfminütige Diskussion durch. Eine Person moderiert, zwei vertreten unterschiedliche Positionen. Wechselt danach die Rollen.
- Streitfrage verbessern: Nimm eine sehr allgemeine Frage wie „Sind Handys gut?“ und entwickle daraus drei präzise, diskutierbare Streitfragen für Klasse 6.
- Rollenwechsel: Vertrete zuerst Deine eigene Position und danach bewusst die Gegenposition. Notiere, welches Argument der anderen Seite Du jetzt besser verstehst.
- KI-Argumente prüfen: Lass Dir, wenn KI im Unterricht erlaubt ist, mehrere Argumentvorschläge zu einer Streitfrage geben. Prüfe jeden Vorschlag mit der KI-Prüfkarte und dokumentiere mindestens zwei Korrekturen oder Ablehnungen.
Schwer
- Diskussion filmen und auswerten: Nehmt eine kurze Übungsdiskussion auf, wenn alle Beteiligten und die Schule dies erlauben. Wertet anschließend nur Gesprächsführung, Argumentation und faire Beteiligung aus.
- Moderationsanalyse: Beobachte eine Diskussion aus Unterricht, Video oder Klassenrat. Untersuche, wie Themenwechsel, Redeanteile, Nachfragen und Zusammenfassungen gesteuert werden.
- Argumente gewichten: Sammle zu einer Streitfrage je drei Pro- und Contra-Argumente. Lege eigene Kriterien für starke Argumente fest und begründe anschließend eine Rangfolge.
- Diskussionswerkstatt: Plane mit Deiner Gruppe eine vollständige zehnminütige Klassendiskussion mit Streitfrage, Rollen, Regeln, Moderationskarten, Beobachtungsbogen, Schlusszusammenfassung und kurzer Reflexion zur Fairness.


Lernkontrolle
- Argumente vergleichen: Zwei Personen vertreten dieselbe Position, nennen aber unterschiedliche Gründe. Entscheide, welches Argument stärker ist, und begründe Deine Entscheidung anhand von Passung, Verständlichkeit, Konkretheit und Prüfbarkeit.
- Gegenposition weiterdenken: Du bist eigentlich für eine längere Pause. Entwickle trotzdem das stärkste Gegenargument, das Du finden kannst. Erkläre danach, wie Deine ursprüngliche Position darauf reagieren müsste.
- Moderationsproblem lösen: In einer Diskussion sprechen zwei Personen sehr viel, drei kaum und eine Person wird mehrfach unterbrochen. Entwirf einen konkreten Moderationsplan für die nächsten drei Minuten.
- Zusammenfassung prüfen: Eine Moderation fasst nur die Argumente der Pro-Seite zusammen. Erkläre, warum das problematisch ist, und formuliere ein neutrales Abschlussfazit, das beide Seiten berücksichtigt.
- KI-Aussage bewerten: Eine KI behauptet zu einer Streitfrage: „Alle Schülerinnen und Schüler lernen mit digitalen Geräten besser.“ Untersuche sprachliche Warnsignale, notwendige Belege und mögliche Gegenbeispiele.
- Streitfrage präzisieren: Aus „Soll Schule moderner werden?“ soll eine gut diskutierbare Frage entstehen. Formuliere eine präzise Streitfrage und erkläre, warum sie bessere Argumente ermöglicht.
- Fairness und Ergebnis: Eine Gruppe kommt zu einer guten Lösung, aber nur zwei Personen haben gesprochen. Beurteile, ob die Diskussion trotzdem erfolgreich war, und begründe Deine Antwort mit mehreren Kriterien.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern sie in echten Gesprächssituationen anwenden kannst.
- Position: Du formulierst eine klare und zur Streitfrage passende Haltung.
- Argument: Du nennst nachvollziehbare und unterschiedliche Gründe.
- Beispiel: Du setzt Beispiele so ein, dass sie ein Argument verdeutlichen.
- Gegenposition: Du gibst andere Sichtweisen fair wieder und reagierst darauf.
- Aktives Zuhören: Du stellst passende Rückfragen und beziehst Dich auf vorherige Beiträge.
- Moderation: Du steuerst Einstieg, Wortverteilung, Vertiefung, Themenbezug und Abschluss.
- Zusammenfassung: Du bündelst mehrere wichtige Gedanken neutral.
- Faire Beteiligung: Du sorgst mit geeigneten Methoden dafür, dass verschiedene Stimmen Raum erhalten.
- Quellenkritik: Du erkennst Tatsachenbehauptungen, die überprüft werden müssen.
- Künstliche Intelligenz: Du behandelst KI-Vorschläge als prüfbares Material und begründest, was Du übernimmst, veränderst oder verwirfst.
OERs zum Thema
Zusätzlich kannst Du in Wikimedia Commons nach frei lizenzierten Symbolen und Abbildungen zu Gespräch, Diskussion und Moderation suchen. Für weiterführendes Üben bieten sich außerdem Materialien zu Argumentation, Diskussion, Gesprächsregeln, Rhetorik, Aktives Zuhören und Medienkompetenz an.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen