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IM5 - Präsentationen gestalten

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IM5 - Präsentationen gestalten




Einleitung

IM5 - Präsentationen gestalten zeigt Dir, wie Du aus einer Idee eine verständliche, gut lesbare und überzeugende Präsentation machst. Du lernst nicht nur, wie Folien aussehen können, sondern vor allem, warum manche Folien funktionieren und andere nicht. Der aiMOOC richtet sich an die Klasse 5 und trainiert vier Kernbereiche: Struktur, Lesbarkeit, Visualisierung und Quellen.

Eine gute Präsentation ist kein vorgelesener Aufsatz. Sie unterstützt Deinen Vortrag. Die Folien helfen dem Publikum dabei, den roten Faden zu erkennen, wichtige Informationen schnell zu erfassen und Bilder, Diagramme oder Beispiele zu verstehen. Du selbst bleibst die wichtigste Person beim Präsentieren.

Beispiel für eine Präsentationssituation. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Du wirst das Gelernte an fünf konkreten Situationen anwenden:

  1. Referat: Du erklärst ein Sachthema aus dem Unterricht.
  2. Projektpitch: Du stellst eine Projektidee kurz und überzeugend vor.
  3. Schülerfirma: Du präsentierst eine Geschäftsidee, ein Angebot oder einen Zwischenstand.
  4. Produktidee: Du zeigst ein Problem und Deine Lösung dafür.
  5. Ausbildungsberuf: Du stellst einen Beruf, typische Aufgaben und Voraussetzungen vor.

Das Video behandelt die Vorbereitung eines Referats mit Struktur und Recherche. Schaue besonders darauf, wie aus vielen Informationen eine sinnvolle Reihenfolge entsteht.


Was ist eine Präsentation?

Eine Präsentation verbindet gesprochenen Vortrag mit sichtbaren Informationen. Häufig wird dafür ein Präsentationsprogramm verwendet. Solche Programme erlauben es, einzelne Folien mit Text, Bildern, Formen, Diagrammen und anderen Medien zu gestalten.

Beispiel für eine Präsentationssoftware. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Wichtig ist: Das Programm macht noch keine gute Präsentation. Entscheidend sind Deine Entscheidungen. Welche Information ist wichtig? Welche kann weg? Welches Bild erklärt etwas? Welche Überschrift hilft beim Verstehen? Ist die Schrift auch hinten im Raum lesbar? Sind Bild und Text wirklich erlaubt und mit einer Quelle versehen?


Die vier Grundregeln


Struktur: Der rote Faden

Eine Präsentation braucht eine erkennbare Reihenfolge. Für viele Themen in Klasse 5 funktioniert diese Grundstruktur gut:

  1. Start: Titel, Thema und eine interessante Leitfrage.
  2. Orientierung: Was erfährt das Publikum?
  3. Hauptteil: Wenige wichtige Punkte in sinnvoller Reihenfolge.
  4. Schluss: Das Wichtigste zusammenfassen oder die Leitfrage beantworten.
  5. Quellen: Zeigen, woher Informationen und Medien stammen.

Eine gute Gliederung verhindert, dass Du beim Vortrag springst oder Dinge doppelt erklärst. Jede Folie sollte eine erkennbare Aufgabe haben.

Merksatz: Eine Folie beantwortet am besten eine Hauptfrage oder vermittelt eine zentrale Botschaft.


Lesbarkeit: Schnell erfassbar statt vollgeschrieben

Das Publikum sieht eine Folie nur für kurze Zeit. Deshalb muss sie schnell erfassbar sein. Verwende große, gut erkennbare Schrift und einen deutlichen Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Vermeide lange Textblöcke. Nutze kurze Stichworte, spreche die Erklärungen aber selbst.

Achte außerdem auf eine ruhige Gestaltung. Gleiche Überschriften sollten gleich aussehen. Elemente sollten sauber ausgerichtet sein. Zu viele Schriftarten, Farben, Animationen und Dekorationen lenken von der Aussage ab.

Prüftrick: Stelle die Folie auf dem Bildschirm klein dar oder gehe einige Schritte zurück. Wenn Du sie dann kaum lesen kannst, ist sie wahrscheinlich auch im Klassenraum zu klein.


Visualisierung: Zeigen, was Worte schwer erklären

Ein gutes Bild kann einen Ort, Gegenstand oder Ablauf zeigen. Ein Diagramm kann Zahlen vergleichbar machen. Eine einfache Skizze kann einen Prozess erklären. Eine Karte kann zeigen, wo etwas liegt. Visualisierung bedeutet nicht, möglichst viele Bilder einzubauen. Ein Medium ist dann gut, wenn es beim Verstehen hilft.

Ein einfaches Säulendiagramm. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Frage Dich bei jedem Bild oder Diagramm:

  1. Was soll das Publikum hier erkennen?
  2. Brauche ich dieses Medium wirklich?
  3. Ist es groß genug?
  4. Muss ich etwas markieren, beschriften oder hervorheben?
  5. Habe ich die Quelle und Nutzungsrechte geprüft?


Quellen: Zeigen, woher etwas kommt

Texte, Bilder und Grafiken aus dem Internet gehören nicht automatisch Dir. Eine Suchmaschine ist außerdem keine Bildquelle, sondern nur ein Werkzeug zum Finden von Webseiten. Verwende nach Möglichkeit eigene Medien oder frei nutzbare Inhalte, zum Beispiel aus Wikimedia Commons.

Auf Wikimedia Commons haben Dateien jeweils eine eigene Beschreibungsseite. Dort findest Du unter anderem Urheber, Quelle und Lizenz. Bei Creative Commons gibt es verschiedene Lizenzen. Bei einer Lizenz wie CC BY-SA müssen unter anderem die Urheberangabe und die Lizenz beachtet werden; bei Bearbeitungen kann zusätzlich die Weitergabe unter gleichen Bedingungen vorgeschrieben sein. Prüfe immer die konkrete Dateiseite.

Symbol für CC BY-SA. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Für Klasse 5 hilft die Quellenformel Wer – Was – Wo – Lizenz:

  1. Wer? Wer hat das Bild, den Text oder die Grafik erstellt?
  2. Was? Wie heißt das Werk?
  3. Wo? Auf welcher Seite hast Du es gefunden?
  4. Lizenz? Unter welchen Bedingungen darfst Du es verwenden?

Ein Beispiel kann so aussehen: Masur – Simple bar chart – Wikimedia Commons – Public Domain. Bei Webseiten ohne freie Lizenz darfst Du nicht einfach davon ausgehen, dass jedes Bild kopiert werden darf.


Folienlabor: Gute und schlechte Folien vergleichen

Die folgenden Beispiele sind absichtlich deutlich gestaltet. Die schlechten Folien zeigen typische Fehler. Deine Aufgabe ist immer dieselbe: Erkenne, welche Entscheidung die gute Folie verständlicher macht.


Folienpaar 1: Titel und Leitfrage beim Referat

Gute Folie Schlechte Folie

Warum schlafen Igel im Winter?

Leitfrage: Wie spart ein Igel Energie?

REFERAT ÜBER DEN IGEL UND WINTERSCHLAF UND LEBENSRAUM UND FUTTER UND FEINDE UND NOCH MEHR
Der Igel ist ein Tier und lebt in verschiedenen Gegenden und hält Winterschlaf und frisst verschiedene Sachen und ich werde jetzt alles erzählen was ich gefunden habe und außerdem gibt es viele Arten und...

Warum ist links besser? Das Thema ist sofort klar und die Leitfrage gibt dem Vortrag eine Richtung. Rechts werden zu viele Themen gleichzeitig angekündigt.


Folienpaar 2: Gliederung statt Themenchaos

Gute Folie Schlechte Folie

Unser Weg durch das Thema

1. Wo lebt der Igel?
2. Was passiert vor dem Winter?
3. Wie funktioniert der Winterschlaf?
4. Was können Menschen beachten?

Inhalt

Nahrung – Körpertemperatur – Feinde – Winter – Garten – Junge – Gewicht – Schlaf – Europa – Stacheln – Straßenverkehr – Insekten – Schutz – Nest – Nacht – Lebensraum

Warum ist links besser? Vier Stationen ergeben eine nachvollziehbare Geschichte. Rechts ist nicht erkennbar, was zuerst und was später wichtig wird.


Folienpaar 3: Große Schrift statt Textwand

Gute Folie Schlechte Folie

Winterschlaf spart Energie

Vorher: Fettreserven anfressen
Im Winter: Körperfunktionen stark herunterfahren
Im Frühling: wieder aktiv werden

Der Winterschlaf ist eine besondere Phase, in der der Igel über eine längere Zeit hinweg seine Aktivität stark verringert. Dafür bereitet er sich vorher vor, frisst Nahrung und legt Reserven an. Während des Winterschlafs laufen viele Vorgänge im Körper langsamer ab. Wenn es wieder wärmer wird, endet die Winterruhe und das Tier wird erneut aktiv. Dies ist eine Anpassung an die Bedingungen des Winters und an das knappe Nahrungsangebot.

Warum ist links besser? Die Folie zeigt nur Kernbegriffe. Die ausführliche Erklärung gehört in Deinen Vortrag.


Folienpaar 4: Diagramm statt Zahlenliste

Gute Folie Schlechte Folie

Welche Variante wurde am häufigsten gewählt?

Aussage: Die Balkenhöhe macht Unterschiede schnell sichtbar.

Ergebnis

A 12, B 18, C 9, D 21, E 7, F 16, G 14, H 20, I 8, J 11, K 19, L 10

Frage: Was ist hier eigentlich die wichtigste Zahl?

Warum ist links besser? Ein passendes Diagramm unterstützt einen Vergleich. Eine Zahlenreihe ist deutlich schwerer zu überblicken.


Folienpaar 5: Bild mit Funktion statt Dekoration

Gute Folie Schlechte Folie

So wirkt eine Präsentation im Klassenraum

Beobachtung: Die Folie muss auch aus einiger Entfernung erkennbar sein.
Quelle: Wikimedia Commons, Dateiseite prüfen.

Meine Präsentation

😀 🎉 🚀 ⭐ 🐱 ⚽ 🍕 🎮 🌈 💥

Viele lustige Bilder, aber keines erklärt das Thema.

Warum ist links besser? Das Bild hat eine Lernfunktion. Rechts lenkt Dekoration vom Inhalt ab.


Folienpaar 6: Produktidee überzeugend zeigen

Gute Folie Schlechte Folie

Problem: Trinkflaschen werden oft verwechselt

Idee: austauschbare Namensclips
Nutzen: schnell erkennbar, mehrfach verwendbar
Nächster Schritt: Prototyp testen

UNSER PRODUKT IST SUPER!!!

Es ist cool, praktisch, schön, toll, modern, günstig, nachhaltig, einzigartig und jeder will es bestimmt kaufen!!!

Warum ist links besser? Ein Pitch zeigt Problem, Lösung, Nutzen und nächsten Schritt. Rechts gibt es nur Behauptungen.


Folienpaar 7: Schülerfirma mit klarer Botschaft

Gute Folie Schlechte Folie

Unsere Schülerfirma: PausenKarte

Angebot: selbst gestaltete Grußkarten
Zielgruppe: Schülerinnen, Schüler und Familien
Besonderheit: Motive aus unserer Schule
Heute entscheiden wir: Welches Set produzieren wir zuerst?

Schülerfirma

Wir haben viele Ideen. Vielleicht Karten. Vielleicht Sticker. Vielleicht Armbänder. Vielleicht machen wir noch etwas anderes. Wir müssen noch schauen. Wir haben auch über Preise geredet und über Werbung und über einen Stand und über...

Warum ist links besser? Die Zuhörenden wissen, was angeboten wird und welche Entscheidung am Ende getroffen werden soll.


Folienpaar 8: Ausbildungsberuf anschaulich vorstellen

Gute Folie Schlechte Folie

Beispielberuf: Tischler oder Tischlerin

Typische Aufgaben: planen, messen, bearbeiten, montieren
Arbeitsorte: Werkstatt und Baustelle
Wichtig: Genauigkeit, handwerkliches Geschick, Teamarbeit

Frage an die Klasse: Welche Aufgabe würdest Du gern ausprobieren?

Tischler

Ausbildungsdauer, Voraussetzungen, Werkzeuge, Gehalt, Betriebe, Holzarten, Maschinen, Arbeitszeiten, Berichtsheft, Prüfungen, Berufsschule, Weiterbildung, Meister, Studium, Geschichte des Berufs, berühmte Möbel...

Warum ist links besser? Die Auswahl passt zur Zielgruppe und bleibt überschaubar. Weitere Details können auf Folgenden Folien kommen.


Gestaltung Schritt für Schritt


Schritt 1: Ziel und Publikum klären

Bevor Du Folien baust, beantwortest Du zwei Fragen: Was soll mein Publikum am Ende verstanden haben? und Was weiß es schon? Ein Vortrag für Deine Klasse braucht andere Erklärungen als ein Pitch für Erwachsene oder eine Vorstellung bei einem Schulfest.

Schreibe Dein Ziel zunächst in einen Satz. Beispiel: Am Ende soll meine Klasse erklären können, warum Igel Winterschlaf halten.


Schritt 2: Inhalte sammeln und auswählen

Sammle Informationen zunächst außerhalb der Folien. Nutze Unterrichtsmaterialien, Bücher und geeignete Webseiten. Prüfe wichtige Aussagen. Danach sortierst Du:

  1. Muss hinein: ohne diese Information versteht man das Thema nicht.
  2. Kann hinein: interessant, wenn noch Zeit ist.
  3. Kann weg: lenkt vom Ziel ab.

Eine Präsentation wird nicht besser, wenn sie möglichst viele Informationen enthält. Sie wird besser, wenn die richtigen Informationen verständlich geordnet sind.


Schritt 3: Storyboard bauen

Ein Storyboard ist eine Skizze Deiner Folien. Du kannst für jede Folie ein kleines Rechteck auf Papier zeichnen. Schreibe nur Überschrift, Hauptaussage und geplantes Medium hinein. So erkennst Du früh, ob die Reihenfolge logisch ist.

Ein mögliches Storyboard für sechs Folien:

  1. Titelfolie mit Leitfrage
  2. Überblick oder Ausgangsproblem
  3. Hauptpunkt 1
  4. Hauptpunkt 2
  5. Beispiel, Bild oder Diagramm
  6. Fazit und Quellenhinweis


Schritt 4: Ein klares Folienraster nutzen

Lege ein ruhiges Muster fest: Überschrift an ähnlicher Stelle, gleiche Schriftart für gleiche Funktionen, wiederkehrende Abstände und einheitliche Bildausrichtung. Dadurch muss das Publikum nicht auf jeder Folie neu herausfinden, wo wichtige Dinge stehen.

Beispiel einer Folie in LibreOffice Impress. Bildquelle: Wikimedia Commons.


Schritt 5: Folien kürzen

Lies jede Folie und frage: Was kann ich sagen, statt es hinzuschreiben? Lange Sätze lassen sich oft auf Schlüsselwörter reduzieren. Nutze aber nicht so wenige Wörter, dass die Aussage unklar wird.


Schritt 6: Bilder und Diagramme prüfen

Ein Bild sollte ausreichend groß sein und zum Inhalt passen. Verzerrte Bilder, winzige Screenshots oder unscharfe Grafiken helfen nicht. Beschneide Bilder nur so, dass wichtige Inhalte erhalten bleiben.

Diagramme brauchen eine klare Frage. Zeige nur die Daten, die diese Frage beantworten. Beschrifte Achsen oder Kategorien verständlich.


Schritt 7: Quellen direkt notieren

Warte mit den Quellen nicht bis zum Schluss. Sobald Du ein Bild oder eine Information verwendest, notiere die Herkunft. So vermeidest Du später die Suche nach der ursprünglichen Seite.


Schritt 8: Testen und überarbeiten

Zeige die Präsentation probeweise einer anderen Person. Stelle dabei konkrete Fragen:

  1. Kannst Du die Überschrift sofort lesen?
  2. Weißt Du, worum es auf der Folie geht?
  3. Gibt es etwas, das ablenkt?
  4. Ist das Bild verständlich?
  5. Fehlt eine Quelle?
  6. Passt die Folie zu dem, was ich sage?

Achte im Video besonders auf den Unterschied zwischen Inhalt und Gestaltung: Eine Folie sollte Deinen Vortrag unterstützen, nicht ersetzen.


Fünf konkrete Use-Cases


Referat

Ein Referat erklärt ein Thema. Für Klasse 5 ist eine klare Leitfrage besonders hilfreich.

Beispielstruktur: Titel und Leitfrage → drei Hauptpunkte → Beispiel oder Bild → Antwort auf die Leitfrage → Quellen.

Beispiel: Wie entsteht ein Regenbogen? Statt zehn Folien mit vielen Fachbegriffen könntest Du zeigen: Licht, Regentropfen, Aufspaltung des Lichts und eine einfache Skizze.


Projektpitch

Ein Projektpitch soll Menschen in kurzer Zeit verstehen lassen, was Ihr vorhabt und warum es sinnvoll ist.

Beispielstruktur: Problem → Idee → Nutzen → Umsetzung → gewünschte Entscheidung.

Beispiel: Ihr möchtet einen Büchertauschschrank für die Schule. Zeigt nicht zuerst zwanzig Details. Zeigt zuerst, welches Problem Ihr lösen wollt und wie Eure Idee funktioniert.

Illustration einer Präsentationssituation. Bildquelle: Wikimedia Commons.


Schülerfirma

Bei einer Schülerfirma kann eine Präsentation unterschiedliche Ziele haben: eine Idee vorstellen, Kundinnen und Kunden überzeugen, Ergebnisse zeigen oder eine Entscheidung vorbereiten.

Eine gute Folie nennt möglichst konkret, worum es geht. Statt Unsere Werbung ist Mit welchem Plakat erreichen wir die meisten Schülerinnen und Schüler? eine stärkere Überschrift, weil sie die Aufgabe deutlich macht.


Produktidee

Eine Produktidee wird verständlich, wenn Du ein Problem sichtbar machst. Danach zeigst Du die Lösung. Eine einfache Skizze oder ein Foto eines Prototyps kann stärker sein als viele erklärende Sätze.

Beispielstruktur: Problem → Zielgruppe → Idee → So funktioniert es → Vorteil → Test oder nächster Schritt.


Vorstellung eines Ausbildungsberufs

Bei einem Ausbildungsberuf soll das Publikum verstehen, was Menschen in diesem Beruf wirklich tun. Nutze konkrete Tätigkeiten statt nur allgemeiner Begriffe.

Beispielstruktur: Beruf → typische Aufgaben → Arbeitsorte → wichtige Fähigkeiten → Ausbildung → ein überraschendes Beispiel → Quellen.

Du kannst eine kleine Alltagssituation einbauen: Stell Dir vor, in einem Haus fällt morgens die Heizung aus. Wer könnte daran arbeiten und welche Fähigkeiten braucht die Person?


Präsentieren: Die Folie ist nicht der Vortrag

Gute Folien helfen, aber Du präsentierst mit Stimme, Blickkontakt und Erklärungen. Drehe Dich nicht dauerhaft zur Leinwand. Lies nicht einfach alles ab. Nutze Stichworte als Erinnerung.

Vortragen vor einem kleinen Publikum. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Ein hilfreicher Ablauf beim Üben:

  1. Sprich die Präsentation einmal laut durch.
  2. Stoppe ungefähr die Zeit.
  3. Markiere Stellen, an denen Du hängen bleibst.
  4. Kürze oder vereinfache schwierige Folien.
  5. Übe Einleitung und Schluss besonders sicher.
  6. Prüfe am Ende, ob alle Quellen vorhanden sind.


Barrierearme und faire Gestaltung

Nicht alle Menschen sehen, hören oder lesen gleich. Schon einfache Entscheidungen helfen:

  1. Nutze ausreichenden Kontrast.
  2. Schreibe nicht nur über Farbe: Der rote Balken ist schwieriger als Der Balken für Montag.
  3. Verwende klare Beschriftungen.
  4. Vermeide flackernde oder unnötig schnelle Animationen.
  5. Erkläre wichtige Bilder auch mit Worten.
  6. Achte auf verständliche Sprache.

Eine Präsentation ist dann besonders gut, wenn möglichst viele Menschen der Aussage folgen können.


Quellenwerkstatt

Bei einer Quellenfolie kann eine einfache Form genügen, solange klar wird, woher die verwendeten Inhalte stammen.

Beispiel für ein Bild:
Masur – Simple bar chart – Wikimedia Commons – Public Domain

Beispiel für eine CC-Datei:
Creative Commons – CC BY-SA icon – Wikimedia Commons – Lizenzhinweis auf der Dateiseite

Wichtig: Nicht alle Dateien auf Webseiten haben dieselbe Lizenz. Prüfe immer das einzelne Werk. Bei Wikimedia Commons zeigt die jeweilige Dateiseite die Angaben zur Nutzung.


Checkliste vor der Abgabe

  1. Struktur: Gibt es einen klaren Anfang, Hauptteil und Schluss?
  2. Leitfrage: Weiß das Publikum, worauf die Präsentation hinausläuft?
  3. Lesbarkeit: Kann man die Folien auch aus einigen Metern Entfernung lesen?
  4. Textmenge: Spreche ich Erklärungen selbst, statt sie vollständig auf die Folie zu schreiben?
  5. Visualisierung: Helfen Bilder und Diagramme beim Verstehen?
  6. Einheitlichkeit: Sehen gleiche Elemente auch gleich aus?
  7. Quellen: Sind Informationen und fremde Medien nachvollziehbar belegt?
  8. Vortrag: Habe ich laut geübt?
  9. Technik: Funktionieren Datei, Bilder und Videos?
  10. Zeit: Passt mein Vortrag in die vorgegebene Zeit?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu dient eine klare Gliederung in einer Präsentation? (Sie macht den roten Faden erkennbar) (!Sie ersetzt das Üben) (!Sie macht jede Folie bunter) (!Sie erlaubt beliebig viel Text)




Welche Folie ist meistens besser lesbar? (Eine Folie mit großer Schrift und wenigen klaren Aussagen) (!Eine Folie mit einem langen Fließtext) (!Eine Folie mit vielen verschiedenen Schriftarten) (!Eine Folie mit sehr schwachem Kontrast)




Wann ist ein Bild besonders sinnvoll? (Wenn es eine wichtige Information erklärt oder zeigt) (!Wenn noch irgendwo Platz frei ist) (!Wenn es nur lustig aussieht) (!Wenn seine Herkunft unbekannt ist)




Was gehört zu einer guten Quellenangabe für ein fremdes Bild? (Urheber Quelle und Lizenz) (!Nur der Name der Suchmaschine) (!Nur das Wort Internet) (!Nur das Datum der Präsentation)




Was ist für einen Projektpitch besonders wichtig? (Problem Idee Nutzen und nächster Schritt werden klar) (!Jede Einzelheit wird sofort erklärt) (!Die Präsentation enthält möglichst viele Animationen) (!Alle Folien bestehen aus ganzen Absätzen)




Was sollte eine Folienüberschrift möglichst leisten? (Sie macht die Hauptaussage der Folie verständlich) (!Sie besteht immer nur aus einem Wort) (!Sie ist kleiner als der übrige Text) (!Sie wird auf jeder Folie anders gestaltet)




Wie gehst Du mit einer langen Textwand auf einer Folie am besten um? (Du kürzt sie auf wichtige Stichworte und erklärst mündlich) (!Du verkleinerst die Schrift) (!Du lässt den Text unverändert) (!Du fügst mehr Dekoration hinzu)




Warum kann ein Diagramm nützlich sein? (Es kann Unterschiede oder Entwicklungen schnell sichtbar machen) (!Es macht Quellen überflüssig) (!Es ist immer besser als ein Bild) (!Es muss nie beschriftet werden)




Was ist bei Creative Commons wichtig? (Die Bedingungen der konkreten Lizenz müssen beachtet werden) (!Jedes CC Werk darf ohne Namensnennung benutzt werden) (!Creative Commons bedeutet immer völlig rechtefrei) (!Die Lizenz muss man nie prüfen)




Welche Rolle hat die Präsentationsfolie beim Vortrag? (Sie unterstützt die Erklärung der präsentierenden Person) (!Sie ersetzt die präsentierende Person) (!Sie muss jedes gesprochene Wort enthalten) (!Sie soll möglichst viele Effekte zeigen)





Memory

Gliederung roter Faden
Kontrast gut unterscheidbare Schrift und Hintergrund
Diagramm Zahlen sichtbar vergleichen
Leitfrage Richtung für das Referat
Quellenangabe Herkunft eines Inhalts
Pitch kurze überzeugende Vorstellung einer Idee
Storyboard Skizze der geplanten Folien
Lizenz Regeln für die Nutzung eines Werkes





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Roter Faden Struktur
Große Schrift Lesbarkeit
Säulendiagramm Visualisierung
Urheber nennen Quellen
Problem und Lösung Produktpitch
Typische Tätigkeiten Ausbildungsberuf
Zielgruppe und Angebot Schülerfirma
Leitfrage und Fazit Referat






Kreuzworträtsel

Gliederung Wie heißt die geordnete Struktur eines Vortrags?
Kontrast Wie nennt man einen deutlichen Unterschied zwischen Schrift und Hintergrund?
Diagramm Wie heißt eine Darstellung mit der Zahlen sichtbar verglichen werden können?
Quellen Was musst Du für fremde Informationen und Medien angeben?
Lizenz Welcher Begriff beschreibt Bedingungen für die Nutzung eines Werkes?
Storyboard Wie heißt eine Skizze der geplanten Folienfolge?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine gute Präsentation braucht einen erkennbaren

. Eine Folie sollte möglichst eine zentrale

vermitteln. Lange Absätze werden besser durch kurze

ersetzt, während die Erklärung mündlich erfolgt. Zwischen Schrift und Hintergrund braucht man genügend

. Zahlen lassen sich häufig mit einem passenden

leichter vergleichen. Ein Bild ist besonders sinnvoll, wenn es beim

hilft. Vor der Gestaltung sollte das Ziel und das

geklärt werden. Eine Skizze der geplanten Folienfolge nennt man

. Fremde Bilder benötigen eine nachvollziehbare

. Bei frei lizenzierten Medien muss die jeweilige

beachtet werden. Für einen Pitch sollte zuerst das

deutlich werden. Am Ende eines Referats sollte die Leitfrage möglichst

werden.




Interaktive Gestaltungswerkstatt


Folien-Detektiv

Suche Dir drei Folien aus dem Folienlabor aus. Decke die Erklärung unter dem Folienpaar zunächst ab und entscheide selbst:

  1. Welche Folie verstehst Du schneller?
  2. Welches Element lenkt auf der schlechten Folie ab?
  3. Was würdest Du zuerst verändern?
  4. Welche Regel aus Struktur, Lesbarkeit, Visualisierung oder Quellen passt dazu?


30-Sekunden-Redesign

Eine Person zeigt Dir für 30 Sekunden eine absichtlich schlechte Folie. Danach wird sie ausgeblendet. Du skizzierst aus dem Gedächtnis nur das, was wirklich wichtig war. Vergleicht anschließend: Welche Inhalte sind im Gedächtnis geblieben? Diese Aufgabe zeigt, wie stark klare Auswahl und visuelle Ordnung das Verstehen beeinflussen.


Quellen-Check

Öffne die Dateiseite eines frei nutzbaren Bildes auf Wikimedia Commons. Finde dort Urheber, Lizenz und Dateititel. Formuliere daraus eine Quellenangabe nach dem Muster Wer – Was – Wo – Lizenz.


Mini-Pitch mit drei Folien

Erstelle für eine erfundene Produktidee genau drei Folien:

  1. Problem
  2. Lösung
  3. Nutzen und nächster Schritt

Danach erklärt eine Partnerin oder ein Partner in einem Satz, worum es bei Deiner Idee geht. Wenn das schwerfällt, überarbeite die Folien.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Folienvergleich: Wähle zwei Folienpaare aus dem Folienlabor und notiere jeweils drei Unterschiede zwischen guter und schlechter Gestaltung.
  2. Lesbarkeitstest: Gestalte dieselbe Folie einmal mit zu viel Text und einmal mit deutlich weniger Text. Teste beide Varianten aus einigen Metern Entfernung.
  3. Bildfunktion: Suche zu einem Schulthema drei mögliche Bilder und begründe, welches Bild am meisten beim Verstehen hilft.
  4. Quellenkarte: Erstelle eine kleine Vorlage mit den vier Feldern Wer, Was, Wo und Lizenz, die Du künftig beim Sammeln von Medien ausfüllen kannst.


Standard

  1. Referat planen: Entwickle ein Storyboard mit sechs Folien zu einem Thema aus Naturwissenschaften, Geschichte oder Geografie.
  2. Projektpitch: Plane einen dreiminütigen Pitch für eine Verbesserung an Deiner Schule und gestalte höchstens fünf Folien.
  3. Schülerfirma: Erfinde eine kleine Schülerfirma und entwickle eine Präsentation mit Angebot, Zielgruppe, Besonderheit und nächster Entscheidung.
  4. Beruf vorstellen: Recherchiere einen Ausbildungsberuf und gestalte eine Präsentation, die typische Tätigkeiten mit mindestens einer passenden Visualisierung erklärt.


Schwer

  1. Produktidee testen: Entwickle einen einfachen Prototyp oder eine Skizze einer Produktidee, präsentiere sie in fünf Folien und sammle Rückmeldungen von mindestens drei Personen.
  2. Folien-Redesign: Nimm eine alte eigene Präsentation und überarbeite mindestens vier Folien nach den Regeln Struktur, Lesbarkeit, Visualisierung und Quellen. Dokumentiere Vorher und Nachher.
  3. Interview und Präsentation: Befrage eine Person zu ihrem Beruf. Erstelle anschließend eine kurze Präsentation, in der Du Aussagen aus dem Interview sinnvoll mit recherchierten Informationen verbindest.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video mit dem Titel Drei Regeln für bessere Folien. Zeige darin mindestens ein gutes und ein schlechtes Folienbeispiel und nenne verwendete Medienquellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Redesign begründen: Du erhältst eine Folie mit sehr kleinem Text, vier Bildern, drei Schriftarten und fehlender Quelle. Beschreibe eine sinnvolle Reihenfolge der Verbesserungen und begründe sie.
  2. Passende Visualisierung wählen: Für eine Präsentation liegen eine Tabelle mit Umfragewerten, ein Foto des Produkts und ein langer erklärender Text vor. Entscheide, welche Darstellung Du auf welcher Folie einsetzen würdest und warum.
  3. Pitch übertragen: Eine Gruppe möchte einen neuen Pausenspiel-Verleih gründen. Entwickle eine Folienstruktur, die von Problem über Lösung bis zur gewünschten Entscheidung führt.
  4. Quellenproblem lösen: Du findest ein perfektes Bild in einer Suchmaschine, aber keine Angaben zu Urheber oder Lizenz. Erkläre, wie Du weiter vorgehst, bevor Du das Bild in Deine Präsentation einbaust.
  5. Zielgruppenwechsel: Erkläre, wie sich dieselbe Präsentation über einen Ausbildungsberuf ändern müsste, wenn sie einmal für eine fünfte Klasse und einmal für Eltern gedacht ist.
  6. Diagramm beurteilen: Ein Diagramm enthält viele Kategorien, winzige Beschriftungen und keinen erkennbaren Titel. Entwickle drei Änderungen, die die Aussage verständlicher machen.
  7. Vortrag und Folie verbinden: Formuliere zu einer Folie mit drei Stichworten einen kurzen mündlichen Erklärungstext. Zeige damit, dass Folie und Vortrag unterschiedliche Aufgaben haben.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu IM5 - Präsentationen gestalten solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Regeln kennst, sondern sie anwenden kannst. Wichtig sind:

  1. Eine Präsentation mit klarer Struktur und erkennbarem roten Faden.
  2. Gut lesbare Folien mit sinnvoller Textmenge und ruhiger Gestaltung.
  3. Mindestens eine Visualisierung, die tatsächlich beim Verstehen hilft.
  4. Nachvollziehbare Quellenangaben für fremde Informationen und Medien.
  5. Eine kurze Begründung für wichtige Gestaltungsentscheidungen.
  6. Ein Vorher-Nachher-Beispiel einer überarbeiteten Folie.
  7. Eine kurze mündliche Präsentation, bei der Du die Folien nicht nur vorliest.
  8. Eine Selbstreflexion: Was funktioniert bereits gut und was würdest Du beim nächsten Mal verbessern?




OERs zum Thema



Weiterführende Medien

Projektionssituation im Unterricht. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Publikum bei einer Präsentation. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Die drei eingebetteten Videos bilden zusammen einen Lernweg: Vorbereitung und Recherche, Gestaltung der Präsentation sowie Vortrag und Umgang mit Aufregung.


Verknüpfte Lernbereiche


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