IM5 - Bilder mit KI bearbeiten

IM5 - Bilder mit KI bearbeiten
IM5 - Bilder mit KI bearbeiten
Einleitung
Mit Künstlicher Intelligenz kannst Du Bilder nicht nur neu erzeugen, sondern vorhandene Bilder gezielt verändern. In diesem aiMOOC für die Klasse 5 lernst Du vier Grundtechniken: Hintergrund ändern, störende Elemente entfernen, Bildausschnitt erweitern und Varianten entwickeln. Du übst an klar lizenzierten oder selbst aufgenommenen Ausgangsbildern und vergleichst möglichst immer Vorher und Nachher.
Das Ziel ist nicht, jedes Ergebnis der KI einfach zu übernehmen. Du sollst lernen, gute Arbeitsaufträge zu formulieren, Ergebnisse zu prüfen, Fehler zu erkennen und verantwortungsvoll mit Bildern umzugehen. Besonders wichtig sind dabei Medienkompetenz, Urheberrecht, das Recht am eigenen Bild und eine verständliche Kennzeichnung, wenn ein Bild deutlich mit KI verändert wurde.

Das Bild oben ist ein besonders einfaches Übungsbild: ein einzelnes Objekt vor hellem Hintergrund. Die Datei steht auf Wikimedia Commons unter CC0 und eignet sich deshalb gut zum Verändern. Für diesen Kurs gilt trotzdem: Prüfe bei jedem Bild die jeweilige Dateiseite und die dort genannte Lizenz.
Was Du am Ende kannst
- Hintergrund ändern: Du kannst ein Motiv freistellen oder seinen Hintergrund durch eine neue Umgebung ersetzen.
- Störende Elemente entfernen: Du kannst einen markierten Bereich so neu füllen lassen, dass ein unerwünschtes Objekt verschwindet.
- Bildausschnitt erweitern: Du kannst den Rand eines Bildes vergrößern und passende Bildinhalte ergänzen lassen.
- Varianten entwickeln: Du kannst mehrere Versionen eines Entwurfs erzeugen und nach verständlichen Kriterien vergleichen.
- Verantwortungsvoll veröffentlichen: Du kannst erklären, warum Kennzeichnung, Bildrechte und Einwilligung wichtig sind.
Bildbearbeitung mit KI verstehen
Was bedeutet Bildbearbeitung mit KI?
Bei klassischer Bildbearbeitung veränderst Du ein Bild zum Beispiel durch Zuschneiden, Helligkeit oder Farbe. Bei KI-gestützter Bildbearbeitung kann ein System zusätzlich neue Bildbereiche erzeugen, Gegenstände entfernen, Hintergründe ergänzen oder mehrere Varianten vorschlagen. Die KI berechnet, was an einer Stelle plausibel aussehen könnte. Das Ergebnis ist aber nicht automatisch wahr.
Darum ist eine wichtige Grundregel: Ein überzeugendes Bild ist nicht automatisch ein richtiges Bild. KI kann Details erfinden, Formen verändern, Text falsch schreiben oder Dinge ergänzen, die nie vorhanden waren. Bei Lernmaterialien musst Du deshalb besonders sorgfältig prüfen.

Dieses gemeinfreie Beispiel zeigt das Prinzip eines Vorher-Nachher-Vergleichs bei klassischer Bildbearbeitung: links unverändert, rechts bearbeitet. Bei KI-Bearbeitung solltest Du genauso vergleichen: Was hat sich geändert? Was sollte gleich bleiben? Ist etwas Unerwünschtes hinzugekommen?
Vier Grundtechniken
| Technik | Einfache Erklärung | Typischer Auftrag | Prüffrage |
|---|---|---|---|
| Hintergrund ändern | Das Hauptmotiv bleibt, die Umgebung wird ersetzt oder neu erzeugt. | „Setze den Apfel vor einen hellen Strand. Der Apfel bleibt unverändert.“ | Passt Licht, Schatten und Blickrichtung zusammen? |
| Element entfernen | Ein ausgewählter Gegenstand verschwindet, die KI ergänzt den freien Bereich. | „Entferne nur die Schere. Ergänze die Tischfläche natürlich.“ | Sind Kanten, Muster und Schatten sauber ergänzt? |
| Bildausschnitt erweitern | Das Bild wird an einer oder mehreren Seiten größer. | „Erweitere links und rechts. Setze die Holzoberfläche fort.“ | Wirkt die Erweiterung wie ein Teil des ursprünglichen Bildes? |
| Varianten entwickeln | Die KI erstellt mehrere Versionen mit gezielten Unterschieden. | „Erzeuge vier Farbvarianten derselben Trinkflasche.“ | Welche Variante erfüllt den Zweck am besten? |
Inpainting und Outpainting
Inpainting bedeutet, einen Bereich innerhalb eines Bildes zu verändern oder neu füllen zu lassen. Das eignet sich zum Entfernen oder Ersetzen von Gegenständen. Outpainting bedeutet, das Bild über seinen bisherigen Rand hinaus zu erweitern.

Dieses auf Wikimedia Commons als gemeinfrei gekennzeichnete KI-Bild veranschaulicht das Prinzip des Outpaintings: Eine vorhandene Szene wird über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus ergänzt.
Das Video zeigt am Beispiel von Adobe Photoshop, wie generatives Füllen funktioniert. Für den Unterricht brauchst Du kein bestimmtes Programm. Entscheidend sind die übertragbaren Schritte: Bereich wählen – Auftrag formulieren – Varianten prüfen – Ergebnis kennzeichnen.
Sicherer Start: eigene und freie Ausgangsbilder
Mini-Fotostudio für eigene Bilder
Am sichersten arbeitest Du mit Bildern, die Du selbst für die Übung aufnimmst und auf denen keine anderen Personen, privaten Informationen oder geschützten Inhalte zu sehen sind. Ein weißes oder einfarbiges Blatt Papier kann als einfacher Hintergrund dienen.
Für einen eigenen Klassen-Pool kannst Du zum Beispiel einen Bleistift, eine Trinkflasche ohne sichtbares Markenlogo, einen Stein, ein Blatt, einen Radiergummi oder ein selbst gebautes Modell fotografieren. Achte darauf, dass keine Namen auf Heften, keine Adressen, keine Gesichter und keine Bildschirminhalte mit persönlichen Daten im Foto auftauchen.
Eindeutig nutzbarer Übungspool
Die folgenden Dateien sind auf Wikimedia Commons als CC0 oder gemeinfrei gekennzeichnet. Dadurch eignen sie sich besonders gut als Ausgangsmaterial für Bearbeitungsübungen. Prüfe trotzdem vor einer Veröffentlichung immer noch einmal die jeweilige Dateiseite.
Die Fünf-Punkte-Prüfung vor dem Hochladen
- Darf ich das Bild benutzen? Nutze eigene Bilder oder Bilder mit klarer Lizenz.
- Sind Personen zu sehen? Wenn ja, bearbeite das Bild in diesem Kurs nicht ohne geklärte Einwilligung.
- Sind private Daten sichtbar? Namen, Adressen, Ausweise, Chatverläufe und ähnliche Daten gehören nicht in ein KI-Werkzeug.
- Ist das Werkzeug für den Unterricht freigegeben? Nutze nur von Schule oder Lehrkraft erlaubte Dienste und beachte Alters- und Datenschutzregeln.
- Brauche ich dieses Bild wirklich online? Viele Übungen lassen sich mit sicheren Objektbildern durchführen.
Gute Prompts für Bildbearbeitung
Eine einfache Prompt-Formel
Ein guter Bearbeitungsauftrag kann aus fünf Teilen bestehen:
Was bleibt? + Was ändert sich? + Wie soll es aussehen? + Welcher Bildausschnitt? + Was darf nicht passieren?
Beispiel für den Apfel:
„Der rote Apfel bleibt unverändert. Ersetze nur den weißen Hintergrund durch einen sonnigen Sandstrand am Meer. Natürliches Tageslicht, realistisch, quadratisches Bild. Keine Menschen, keine Schrift, keine zusätzlichen Gegenstände.“
Je genauer Du sagst, was gleich bleiben soll, desto leichter kannst Du das Ergebnis prüfen.
Prompt verbessern statt sofort neu anfangen
Wenn das Ergebnis nicht passt, ändere nur einen Teil des Auftrags. Statt „Mach es besser“ ist zum Beispiel „Der Apfel ist zu dunkel. Passe nur die Beleuchtung des Apfels an den hellen Strand an“ viel genauer. So lernst Du, Ursache und Wirkung im Prompt zu verstehen.
Training 1: Hintergrund ändern
Übung: Apfel an drei Orten
Verwende als Ausgangsbild:

Als mögliche Hintergrundvorlagen kannst Du diese Bilder betrachten:
| Strand | Wald |
|---|---|
Erzeuge drei Varianten: Apfel am Strand, Apfel auf einem Waldweg und Apfel vor einem einfachen einfarbigen Plakathintergrund. Der Apfel selbst soll in Größe, Form und Farbe möglichst gleich bleiben.
Prüfauftrag: Vergleiche die Varianten. Achte besonders auf Schatten, Lichtrichtung, Kanten und Größenverhältnisse. Wenn die KI den Apfel verändert hat, verbessere den Prompt so, dass nur der Hintergrund geändert wird.
Vorher-Nachher-Protokoll
| Frage | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Was ist das Hauptmotiv? | roter Apfel | roter Apfel |
| Was soll sich ändern? | weißer Hintergrund | neuer Hintergrund |
| Was soll gleich bleiben? | Form, Farbe, Perspektive | kontrollieren |
| Gibt es neue Fehler? | noch nicht | notieren |
| Kennzeichnung nötig? | Original | „Hintergrund mit KI verändert“ |
Das kurze Video zeigt das Entfernen eines Hintergrunds in Adobe Express. Auch hier gilt: Das Werkzeug kann wechseln, die Denkweise bleibt.
Training 2: Störende Elemente entfernen
Übung: Lernmaterial aufräumen
Verwende ein Bild mit mehreren Gegenständen:

Wähle einen Gegenstand aus, der für die Lernaufgabe nicht nötig ist, zum Beispiel eine Schere oder einen Klebestift. Markiere nur den Bereich, der verschwinden soll, und formuliere einen Auftrag wie:
„Entferne nur die Schere. Ergänze die Fläche darunter passend zum vorhandenen Untergrund. Alle anderen Schulsachen bleiben unverändert.“
Kontrolliere danach, ob die KI aus Versehen weitere Gegenstände verändert hat. Wenn ja, verkleinere den markierten Bereich oder ergänze im Prompt, was erhalten bleiben muss.
Zweite Übung: Kleine Fehler finden

Entferne einen einzelnen Gegenstand und suche danach drei mögliche Bearbeitungsfehler: wiederholte Muster, verschwommene Kanten, unpassende Schatten oder plötzlich hinzugefügte Formen. Beschreibe jeden Fehler in einem Satz.
Das deutschsprachige Tutorial zeigt an einem professionellen Werkzeug mehrere Beispiele für Inpainting, Outpainting, Entfernen und Hintergrundwechsel. Beobachte vor allem die Arbeitsweise: Bereich auswählen, Auftrag formulieren, Ergebnis prüfen. Du musst die gezeigte Software nicht selbst verwenden.
Training 3: Bildausschnitt erweitern
Übung: Mehr Platz für eine Überschrift
Für ein Plakat oder Lernblatt braucht man oft freien Platz neben einem Motiv. Nutze:

Erweitere das Bild auf einer Seite. Der neue Bereich soll zur vorhandenen Oberfläche passen und möglichst ruhig bleiben, damit dort später eine Überschrift stehen kann. Ein geeigneter Auftrag lautet:
„Erweitere das Bild rechts um etwa ein Drittel. Setze die vorhandene Tischoberfläche natürlich fort. Keine neuen Gegenstände, keine Schrift, keine Menschen.“
Achte darauf, dass das eigentliche Foto nicht gestreckt wird. Die KI soll den Rand ergänzen, nicht das Original verzerren.
Vorher und nachher beim Outpainting
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| Ausgangsbild eines KI-Beispiels | erweiterte und weiter bearbeitete Fassung |
Die beiden Commons-Dateien stammen aus derselben Demonstrationsreihe und stehen unter CC BY-SA 4.0. Sie zeigen, wie stark sich ein Bild durch Outpainting und Inpainting verändern kann. Nutze solche Beispiele zum Beobachten; für Deine eigenen Übungen sind die CC0-Objektbilder des Übungspools einfacher.
Training 4: Varianten entwickeln
Übung: Produktentwurf Trinkflasche

Stell Dir vor, Du entwirfst eine wiederverwendbare Trinkflasche für eine Schul-AG. Erzeuge vier deutlich unterscheidbare Varianten, ohne Markenlogos oder geschützte Figuren zu verwenden.
Ein möglicher Prompt:
„Erzeuge vier Designvarianten derselben Trinkflasche. Form und Perspektive bleiben gleich. Variante A blau mit Wellenmuster, Variante B grün mit Blättermuster, Variante C gelb mit geometrischen Formen, Variante D schlicht weiß mit zwei farbigen Streifen. Keine Schrift, keine Logos.“
Bewerte die Varianten mit den Kriterien gut erkennbar, passend zur Zielgruppe, nicht überladen und leicht als Produktfamilie erkennbar.
Übung: Rucksack als Produktidee

Erzeuge Varianten eines Rucksacks, bei denen Du nur Farben und ausgewählte Formdetails änderst. Lass die grundsätzliche Perspektive gleich. Vermeide die Nachahmung bekannter Marken. Dein Ziel ist nicht, ein echtes Produkt zu kopieren, sondern eine eigene Designidee zu entwickeln.
Vier konkrete Use-Cases
Use-Case 1: Lernmaterial verbessern
Ein Lernblatt soll übersichtlich sein. KI kann helfen, störende Dinge zu entfernen, einen ruhigen Hintergrund zu schaffen oder zusätzlichen Platz für Beschriftungen zu ergänzen.

Auftrag: Erstelle aus dem Bild ein ruhigeres Lernmaterial zum Thema „Schulsachen“. Entferne höchstens zwei Gegenstände, erweitere den Rand für eine Überschrift und verändere die verbleibenden Gegenstände nicht. Schreibe anschließend auf, welche Veränderungen Du vorgenommen hast.
Use-Case 2: Produktentwurf
Beim Produktentwurf geht es darum, Ideen sichtbar zu machen. KI-Varianten können helfen, Farben, Muster oder Formen schnell zu vergleichen. Sie ersetzen aber nicht die Prüfung, ob ein Produkt wirklich gebaut werden kann.

Auftrag: Entwickle vier Varianten für eine Schultrinkflasche. Wähle anschließend eine Variante aus und begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei Kriterien.
Use-Case 3: Plakat
Ein gutes Plakat braucht ein klares Hauptmotiv und genügend ruhigen Platz für Text. KI kann einen Hintergrund vereinfachen oder einen Bildrand erweitern.

Auftrag: Gestalte eine Bildgrundlage für ein Plakat „Kreativ-Tag“. Erweitere das Bild oben, damit dort später eine Überschrift Platz hat. Verändere die Farbstifte nur, wenn dies ausdrücklich Teil Deines Entwurfs ist. Füge den endgültigen Text lieber mit einem normalen Layout- oder Präsentationsprogramm hinzu, damit die Schrift korrekt bleibt.
Use-Case 4: Kursillustration
Eine Kursillustration soll einen Inhalt schnell verständlich machen. Dafür ist ein einzelnes, deutliches Motiv oft besser als eine überfüllte Szene.

Auftrag: Erstelle drei Illustrationsvarianten für einen Kurs über Schreiben: realistisch, einfache Papiercollage und flache digitale Illustration. Das Motiv bleibt ein Bleistift. Vergleiche, welche Variante für Fünftklässler am klarsten ist.
Vorher-Nachher-Beispiele lesen
Beispiel 1: klassische Bearbeitung

Hier wurde der Kontrast verändert. Das Beispiel ist nicht KI-generiert, eignet sich aber sehr gut, um die Methode des Vergleichens zu lernen: Suche gezielt nach dem Unterschied und prüfe, ob der Inhalt selbst gleich geblieben ist.
Beispiel 2: mit KI verändertes Foto

Diese auf Wikimedia Commons als CC0 gekennzeichnete Datei zeigt ein Vorher-Nachher-Beispiel einer KI-Bearbeitung. Sie eignet sich besonders für eine kritische Analyse: Welche sichtbaren Änderungen betreffen Umgebung, Kleidung oder neu hinzugefügte Elemente? Welche Änderungen könnten die Aussage eines Bildes verändern?
Wichtig: Dass ein Beispiel auf Commons nutzbar ist, bedeutet nicht, dass Du beliebige Fotos von Mitschülerinnen, Mitschülern oder anderen Personen verändern und veröffentlichen darfst. Bei erkennbaren echten Personen gelten zusätzliche Persönlichkeits- und Bildrechte.
Beispiel 3: Outpainting und Inpainting
| Schritt | Bild | Beobachtung |
|---|---|---|
| Ausgang | Szene hat einen festen Bildrand. | |
| weiter bearbeitet | Bild wurde erweitert und innerhalb der Szene verändert. |
Frage Dich bei jedem Vorher-Nachher-Vergleich: Was ist beabsichtigt? Was hat die KI zusätzlich verändert? Könnte jemand das Nachher-Bild mit einer echten Aufnahme verwechseln?
Qualität prüfen statt nur staunen
Die Lupe-Methode
Prüfe ein KI-bearbeitetes Bild in fünf Bereichen: Motiv, Kanten, Licht, Hintergrund und Details. Zoome hinein. Suche nach Doppelungen, schiefen Linien, falschen Schatten, unlesbarer Schrift oder unlogischen Formen.
Bei Lernmaterialien kommt noch eine sechste Frage dazu: Ist die dargestellte Sache fachlich korrekt? Eine schön aussehende Karte, ein Tier, ein Experiment oder ein historisches Objekt kann trotzdem falsch dargestellt sein.
Varianten fair vergleichen
Wenn Du vier Varianten erzeugst, ändere möglichst nur eine Sache auf einmal, zum Beispiel die Farbe. Dann kannst Du besser beurteilen, welche Änderung welchen Effekt hatte. Wenn gleichzeitig Farbe, Hintergrund, Perspektive und Form wechseln, weißt Du nicht mehr, warum Dir eine Variante besser gefällt.
Kennzeichnung, Rechte und Verantwortung
Kennzeichnung von KI-Bearbeitungen
Im Unterricht verwenden wir eine einfache und klare Regel: Wenn KI den sichtbaren Bildinhalt deutlich verändert oder neu ergänzt hat, kennzeichnest Du das Ergebnis. Eine kurze Kennzeichnung kann zum Beispiel lauten: „Bild mit KI bearbeitet: Hintergrund ersetzt“ oder „KI-gestützte Erweiterung des Bildrandes“.
Seit dem 2. August 2026 gelten in der Europäischen Union Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung für bestimmte KI-Systeme und bestimmte Veröffentlichungsfälle, darunter Regeln zu KI-generierten oder manipulierten Inhalten und zu Deepfakes. Welche rechtliche Pflicht genau gilt, hängt vom konkreten Fall ab. Für schulische Arbeit ist eine verständliche Kennzeichnung zusätzlich eine gute Medienpraxis.
Quelle zur Vertiefung: Europäische Kommission: Transparenzpflichten nach Artikel 50.
Recht am eigenen Bild
In Deutschland schützt das Recht am eigenen Bild grundsätzlich die Entscheidung darüber, ob und in welchem Zusammenhang ein erkennbares Bild einer Person verbreitet oder öffentlich gezeigt wird. § 22 KunstUrhG nennt als Grundregel die Einwilligung der abgebildeten Person. Es gibt gesetzliche Ausnahmen, aber sie sind für eine Klassenübung kein Grund, ungefragt Porträts zu bearbeiten oder zu veröffentlichen.
Quelle: § 22 KunstUrhG.
Für diesen Kurs gilt deshalb: Keine erkennbaren Mitschülerinnen oder Mitschüler, Lehrkräfte, Familienmitglieder oder fremden Personen in ein KI-Bildwerkzeug hochladen, wenn die nötige Einwilligung und schulische Freigabe nicht geklärt sind. Bei Minderjährigen ist besondere Vorsicht nötig. Nutze für die Übungen lieber Gegenstände, Landschaften oder ausdrücklich freigegebene Bilder.
Urheberrecht und Lizenzen
Auch wenn Du ein Bild technisch bearbeiten kannst, darfst Du es nicht automatisch verwenden oder veröffentlichen. Prüfe die Lizenz. Bei CC0 hat die Rechteinhaberin oder der Rechteinhaber auf urheberrechtliche Rechte soweit möglich verzichtet. Bei CC BY musst Du in der Regel die Urheberschaft nennen. Bei CC BY-SA kommt zusätzlich die Weitergabe unter gleichen Bedingungen hinzu.
Bei Wikimedia Commons findest Du die Lizenz auf der jeweiligen Dateiseite. Für Schulprojekte ist es besonders einfach, eigene Fotos ohne Personen oder klar als CC0 beziehungsweise gemeinfrei gekennzeichnete Medien zu verwenden.
Keine Täuschung
Bearbeite Bilder nicht so, dass echte Personen scheinbar etwas tun, sagen oder erleben, was nie passiert ist. Erfinde keine Beweise, keine peinlichen Situationen und keine falschen Nachrichten. Wenn ein Bild zur Illustration dient, muss dies erkennbar sein. Bei Unsicherheit fragst Du die Lehrkraft.
Arbeitsablauf für jede Bearbeitungsaufgabe
Sechs Schritte
- Ziel nennen: Was soll das Bild am Ende leisten?
- Rechte prüfen: Darfst Du das Ausgangsbild verwenden und bearbeiten?
- Änderung begrenzen: Was soll sich ändern, was muss gleich bleiben?
- Prompt schreiben: Beschreibe die Änderung klar und kurz.
- Varianten vergleichen: Wähle nicht automatisch die erste Ausgabe.
- Prüfen und kennzeichnen: Kontrolliere Fehler und schreibe dazu, dass KI verwendet wurde.
Arbeitsblatt: Mein Bearbeitungsprotokoll
| Feld | Meine Notiz |
|---|---|
| Zweck des Bildes | |
| Quelle und Lizenz | |
| Was bleibt unverändert? | |
| Was wird verändert? | |
| Mein Prompt | |
| Gefundene Fehler | |
| Gewählte Variante und Begründung | |
| Kennzeichnung |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt Outpainting am besten? (Der Bildausschnitt wird über den bisherigen Rand hinaus erweitert) (!Ein Bild wird nur dunkler gemacht) (!Alle Farben werden entfernt) (!Ein Text wird vorgelesen)
Was solltest Du beim Ändern eines Hintergrunds im Prompt ausdrücklich nennen? (Was am Hauptmotiv unverändert bleiben soll) (!Das Passwort Deines Kontos) (!Den vollständigen Namen einer anderen Person) (!Möglichst viele zufällige Gegenstände)
Was ist eine sinnvolle Aufgabe für Inpainting? (Einen störenden Gegenstand gezielt entfernen) (!Eine Musikdatei lauter machen) (!Eine Internetseite übersetzen) (!Eine Tabellenformel berechnen)
Warum ist ein Vorher-Nachher-Vergleich wichtig? (Du erkennst beabsichtigte und unbeabsichtigte Veränderungen) (!Das Nachher-Bild wird dadurch automatisch wahr) (!Die Bildrechte verschwinden dadurch) (!Die KI macht dann keine Fehler mehr)
Welches Ausgangsbild ist für eine Klassenübung besonders sicher? (Ein eigenes Foto eines Gegenstands ohne Personen und private Daten) (!Ein heimlich aufgenommenes Porträt) (!Ein Screenshot mit Namen und Chatnachrichten) (!Ein fremdes Foto mit unbekannter Lizenz)
Was ist bei Varianten sinnvoll? (Möglichst nur wenige Merkmale gezielt verändern und vergleichen) (!Jede Variante völlig zufällig machen) (!Die erste Ausgabe immer sofort übernehmen) (!Keine Kriterien für die Auswahl verwenden)
Was bedeutet eine Kennzeichnung wie Bild mit KI bearbeitet? (Sie macht die Bearbeitung für andere transparent) (!Sie beweist, dass das Bild historisch echt ist) (!Sie ersetzt jede Lizenzprüfung) (!Sie erlaubt automatisch Personenfotos zu veröffentlichen)
Was ist die Grundregel des Rechts am eigenen Bild für das Veröffentlichen erkennbarer Personen? (Grundsätzlich ist eine Einwilligung erforderlich) (!Jedes Foto aus der Schule ist automatisch frei) (!KI hebt Persönlichkeitsrechte auf) (!Nur Erwachsene haben Bildrechte)
Welche Kontrolle passt zu einem KI-erweiterten Bildrand? (Prüfen ob Linien Licht und Muster natürlich weitergeführt wurden) (!Nur die Dateigröße anschauen) (!Nur den Dateinamen ändern) (!Das Original sofort löschen)
Was solltest Du tun wenn die KI beim Entfernen einer Schere auch einen Bleistift verändert? (Den Bereich oder Prompt genauer begrenzen und erneut prüfen) (!Das Ergebnis ungeprüft veröffentlichen) (!Noch mehr Gegenstände entfernen lassen) (!Die Veränderung verschweigen)
Memory
| Inpainting | Bereich innerhalb eines Bildes neu füllen |
| Outpainting | Bild über den bisherigen Rand hinaus erweitern |
| Prompt | Arbeitsauftrag an das KI-System |
| CC0 | besonders frei nutzbare Lizenzfreigabe |
| Einwilligung | Zustimmung einer abgebildeten Person |
| Variante | alternative Fassung eines Entwurfs |
| Kennzeichnung | Hinweis auf eine KI-Bearbeitung |
| Hintergrund | Umgebung hinter dem Hauptmotiv |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Hintergrund ändern | Umgebung eines Motivs ersetzen |
| Element entfernen | störenden Gegenstand verschwinden lassen |
| Bildausschnitt erweitern | neuen Bildraum am Rand ergänzen |
| Varianten entwickeln | mehrere Entwürfe gezielt vergleichen |
| Kennzeichnen | KI-Bearbeitung sichtbar machen |
| Rechte prüfen | Nutzung und Veröffentlichung vorab klären |
...
Kreuzworträtsel
| Hintergrund | Was wird beim Freistellen oder Ersetzen der Umgebung verändert? |
| Inpainting | Wie heißt das KI-Verfahren zum Verändern eines Bereichs innerhalb des Bildes? |
| Outpainting | Wie heißt das Erweitern eines Bildes über seinen bisherigen Rand? |
| Einwilligung | Welche Zustimmung ist bei erkennbaren Personen für eine Veröffentlichung grundsätzlich wichtig? |
| Kennzeichnung | Wie heißt der Hinweis darauf dass ein Bild mit KI verändert wurde? |
| Varianten | Wie nennt man mehrere unterschiedliche Fassungen desselben Entwurfs? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Eigenes Ausgangsbild: Fotografiere einen einfachen Gegenstand vor neutralem Hintergrund. Achte darauf, dass keine Personen, Namen oder privaten Informationen zu sehen sind. Notiere, warum Dein Bild für eine KI-Übung geeignet ist.
- Hintergrundwechsel: Ändere bei einem sicheren Objektbild nur den Hintergrund. Erstelle zwei Versionen und markiere in einem Vorher-Nachher-Vergleich, was gleich geblieben ist.
- Fehlersuche: Untersuche ein KI-bearbeitetes Bild mit der Lupe-Methode. Finde mindestens drei Stellen, die Du besonders genau geprüft hast.
- Kennzeichnung: Formuliere drei kurze und verständliche Kennzeichnungen für verschiedene Bearbeitungen, zum Beispiel Hintergrundtausch, Objektentfernung und Bildranderweiterung.
Standard
- Lernmaterial verbessern: Bearbeite ein Bild mit Schulsachen so, dass es übersichtlicher wird. Entferne höchstens zwei Elemente und dokumentiere jeden Schritt.
- Plakatgrundlage: Erweitere ein Bild so, dass oben oder seitlich Platz für eine Überschrift entsteht. Begründe, warum die neue Fläche für ein Plakat geeignet ist.
- Produktvarianten: Entwickle vier Varianten einer neutralen Trinkflasche. Lege vorher drei Bewertungskriterien fest und wähle danach eine Variante begründet aus.
- Prompt-Werkstatt: Schreibe zuerst einen ungenauen und danach einen verbesserten Prompt für dieselbe Aufgabe. Vergleiche die Ergebnisse und erkläre, welche Formulierung geholfen hat.
Schwer
- Kursillustration: Erstelle aus demselben Ausgangsbild drei Stilvarianten für einen Lernkurs. Entscheide, welche Variante fachlich und gestalterisch am besten passt.
- Rechte-Check: Entwickle eine Checkliste für Deine Klasse, mit der vor einer Bildbearbeitung Quelle, Lizenz, Personenbezug, private Daten und Kennzeichnung geprüft werden.
- Mini-Ausstellung: Gestalte eine kleine Ausstellung aus vier Vorher-Nachher-Paaren. Zu jedem Paar gehören Ziel, Prompt, Prüfung, gewählte Variante und Kennzeichnung.
- Medienkritik: Erfinde ein Beispiel, bei dem eine harmlose KI-Bildbearbeitung die Aussage eines Fotos unbeabsichtigt verändert. Zeige, wie man den Fehler erkennt und wie man das Bild verantwortungsvoll korrigiert oder verwirft.


Lernkontrolle
- Transfer Hintergrund: Du erhältst ein Bild eines Gegenstands auf einem unruhigen Schreibtisch. Entscheide, ob Hintergrundwechsel, Elemententfernung oder Outpainting die beste Methode für ein Lernplakat ist. Begründe Deine Wahl und beschreibe Deinen Prompt.
- Fehlerdiagnose: Ein KI-bearbeitetes Bild sieht zunächst gut aus, aber ein Schatten läuft in die falsche Richtung und am Rand taucht ein zweiter Gegenstand auf. Erkläre, welche Fehler vorliegen und wie Du sie systematisch verbessern würdest.
- Rechte und Verantwortung: Eine Gruppe möchte das Foto eines erkennbaren Mitschülers als Ausgangsbild für ein lustiges KI-Plakat verwenden. Erkläre, welche Fragen vor dem Hochladen und Veröffentlichen geklärt werden müssen und schlage eine sichere Alternative vor.
- Variantenentscheidung: Vier Produktvarianten sind vorhanden. Entwickle drei nachvollziehbare Bewertungskriterien, wende sie auf die Varianten an und begründe eine Auswahl.
- Kennzeichnung: Formuliere für ein deutlich KI-erweitertes Bild eine passende Kennzeichnung und erkläre, warum sie für Betrachterinnen und Betrachter hilfreich ist.
- Lernmaterial prüfen: Eine KI hat eine naturkundliche Illustration verschönert, dabei aber ein wichtiges Merkmal eines Tieres verändert. Erkläre, warum gestalterische Qualität allein nicht genügt und wie Du die fachliche Richtigkeit absichern würdest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu IM5 - Bilder mit KI bearbeiten zeigst Du nicht nur ein schönes Endbild, sondern Deinen Arbeitsprozess. Wichtig sind:
- Ausgangsbild: ein eigenes oder rechtlich klar nutzbares Bild ohne ungeklärte Personenrechte.
- Ziel: eine kurze Erklärung, wofür das bearbeitete Bild gebraucht wird.
- Prompt: ein nachvollziehbarer Arbeitsauftrag, der Änderung und unveränderte Teile nennt.
- Vorher-Nachher: mindestens ein dokumentierter Vergleich pro Grundtechnik.
- Varianten: mindestens zwei Ergebnisse, die anhand von Kriterien verglichen werden.
- Qualitätsprüfung: gefundene Fehler und Deine Verbesserungen.
- Rechte-Check: Quelle, Lizenz, Personenbezug und private Daten werden geprüft.
- Kennzeichnung: die KI-Bearbeitung wird verständlich beschrieben.
Als Lernnachweis eignet sich ein Portfolio mit vier Mini-Projekten: Hintergrund ändern, Element entfernen, Bildausschnitt erweitern und Varianten entwickeln. Der Lernnachweis selbst enthält keine externen Medien oder eingebetteten Dienste.
OERs zum Thema
Zur Vertiefung kannst Du den Wikipedia-Artikel zur Bildbearbeitung nutzen. Die freien Übungsbilder dieses aiMOOCs stammen überwiegend aus Wikimedia Commons und sind jeweils mit einem Lizenzhinweis versehen.
Medien und Quellen zur Vertiefung
- Wikimedia Commons: Suche dort gezielt nach CC0- oder gemeinfreien Objektbildern und prüfe die Dateiseite.
- Creative Commons: Informiere Dich über freie Lizenzen und die Bedeutung von Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
- Recht am eigenen Bild: Lies altersgerecht nach, warum Menschen grundsätzlich mitentscheiden dürfen, wie Bilder von ihnen veröffentlicht werden.
- Künstliche Intelligenz: Vertiefe, warum generative Systeme plausible Inhalte erzeugen können, die trotzdem falsch sein können.
Verknüpfte Lernbereiche
Zusammenfassung
KI kann Bilder sehr schnell verändern. Gute Ergebnisse entstehen aber nicht nur durch Technik, sondern durch klare Ziele, sichere Ausgangsbilder, genaue Prompts, kritische Prüfung und verantwortungsvolle Veröffentlichung. Wenn Du Hintergrund, Inpainting, Outpainting und Varianten beherrschst, kannst Du Lernmaterial, Produktideen, Plakate und Kursillustrationen gezielt gestalten. Gleichzeitig musst Du immer unterscheiden können zwischen einem kreativ bearbeiteten Bild und einer verlässlichen Darstellung der Wirklichkeit.
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