Zum Inhalt springen

IM5 - Ein Thema als Lernkurs erklären

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 12. September 2026, 23:32 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel

IM5 - Ein Thema als Lernkurs erklären



IM5 - Ein Thema als Lernkurs erklären

Zielgruppe: Klasse 5

Leitidee: Du lernst in diesem aiMOOC nicht nur ein Thema. Du lernst, wie Du aus einem Thema einen verständlichen Lernkurs machst. Dabei gehst Du vom eigenen Verstehen zum Erklären für andere. Am Ende kannst Du einen Mitschüler unterstützen, einen Wiederholungskurs bauen und einen Lernkurs für jüngere Schülerinnen und Schüler planen.


Einleitung

Stell Dir vor, Du hast im Unterricht ein Thema verstanden. Vielleicht geht es um Bruchrechnung, Wasserkreislauf, Römer, Wortarten oder Medienkompetenz. Nun fragt Dich jemand: „Kannst Du mir das erklären?“ Genau hier beginnt eine neue Lernstufe. Du musst auswählen, was wichtig ist, Zusammenhänge ordnen, passende Wörter finden, ein Beispiel wählen, eine Übung planen und prüfen, ob die andere Person wirklich folgen konnte.

Ein Lernkurs ist deshalb mehr als ein Infotext. Er führt Lernende Schritt für Schritt zu einem Ziel. Gute Lernkurse verbinden kurze Erklärungen mit Beispielen, Bildern, Fragen, Übungen, Rückmeldungen und Gelegenheiten zum eigenen Anwenden. Du kannst dabei unterschiedliche Lernkursmodelle kombinieren. Nicht jedes Modell passt zu jedem Thema und zu jeder Zielgruppe.

Das Bild zeigt eine Präsentationssituation. Für einen Lernkurs reicht Vortragen allein jedoch nicht: Gute Erklärende achten darauf, was die Lernenden bereits wissen, stellen Fragen, geben Denkzeit und bauen kleine Übungen ein.

Das Video zum Erstellen von Erklärvideos für Klasse 5–6 kann Dir Ideen dafür geben, wie Du aus einer Erklärung ein eigenes Lernmedium entwickelst.


Das kannst Du am Ende

Kompetenz Woran Du sie erkennst
Verstehen Du kannst die Kernidee eines Themas in eigenen Worten wiedergeben und offene Fragen benennen.
Strukturieren Du kannst Wichtiges von Zusatzwissen unterscheiden und eine sinnvolle Reihenfolge planen.
Erklären Du kannst Fachbegriffe klären, passende Beispiele nutzen und schwierige Stellen vereinfachen, ohne den Inhalt zu verfälschen.
Lernziele planen Du kannst sagen, was Lernende nach Deinem Kurs wissen, erklären oder anwenden können sollen.
Übungen gestalten Du kannst Aufgaben einbauen, bei denen Lernende selbst denken, ordnen, erklären oder anwenden.
Feedback Du kannst Rückmeldungen nutzen, um Deinen Lernkurs verständlicher zu machen.
Medienkompetenz Du kannst Bild, Ton, Video oder Präsentation gezielt einsetzen und dabei Rechte und Privatsphäre beachten.


Vom eigenen Verstehen zum verständlichen Erklären

Ein Thema erklären zu können ist ein guter Verständnistest, aber es ist kein Zaubertrick. Man kann sich auch beim Erklären irren. Deshalb gehört zum guten Erklären immer das Prüfen: Stimmen die Fakten? Sind wichtige Schritte ausgelassen? Passt das Beispiel wirklich? Kann die Zielgruppe folgen?

Der Weg vom Lernen zum Lernkurs lässt sich als Kreislauf verstehen:

Schritt Leitfrage Sichtbares Ergebnis
Verstehen Was ist die Kernidee? Eine Erklärung in eigenen Worten
Ordnen Was muss zuerst kommen und was später? Eine Gliederung oder Mindmap
Erklären Welche Wörter, Bilder und Beispiele helfen? Ein verständlicher Input
Erproben Was sollen Lernende selbst tun? Eine Übung oder Aufgabe
Prüfen Woran sehe ich, ob das Ziel erreicht wurde? Ein Selbstcheck, Quiz oder Transfer
Verbessern Was war unklar oder zu schwer? Eine überarbeitete Version

Eine Mindmap kann beim Ordnen helfen. In die Mitte kommt das Thema. Von dort führen Äste zu Hauptideen, Beispielen, Fachbegriffen, Fragen und Übungen. Für einen Lernkurs brauchst Du anschließend noch eine Reihenfolge: Eine Mindmap zeigt Zusammenhänge, ein Kurs führt durch einen Lernweg.


Modell 1: Erklären in eigenen Worten und Wissenslücken finden

Eine bekannte Lernidee wird heute oft Feynman-Technik genannt. Der Name bezieht sich auf den Physiker Richard Feynman und seine besondere Art, schwierige Dinge anschaulich zu erklären. Als Lernstrategie wird das Verfahren meist in vier Schritten genutzt: Du erklärst ein Thema möglichst einfach, bemerkst dabei Lücken, schlägst die unsicheren Stellen nach und erklärst es danach noch einmal klarer.

Für Klasse 5 kannst Du daraus einen kurzen Erklär-Loop machen:

Phase Deine Aktion Prüffrage
Erster Versuch Erkläre das Thema ohne abzulesen. Wo stocke ich?
Lücken markieren Schreibe Begriffe oder Schritte auf, die Dir fehlen. Was verstehe ich noch nicht sicher?
Nacharbeiten Prüfe Schulbuch, verlässliche Quellen oder frage eine Lehrkraft. Kann ich die Lücke jetzt schließen?
Neu erklären Erkläre kürzer, genauer und mit einem Beispiel. Versteht eine andere Person den Zusammenhang?

Wichtig ist: Einfach bedeutet nicht ungenau. Ein Fachbegriff darf stehen bleiben, wenn er wichtig ist. Dann erklärst Du ihn.


Modell 2: Lernen durch Lehren

Beim Lernen durch Lehren übernehmen Lernende selbst Teile der Vermittlung. Im deutschsprachigen Raum ist die Methode besonders mit Jean-Pol Martin verbunden. Entscheidend ist nicht nur ein Referat. Lernende bereiten Inhalte didaktisch auf, beziehen andere ein, stellen Fragen, lassen üben und prüfen, ob etwas angekommen ist.

Für Deinen Lernkurs heißt das: Plane nicht nur Was sage ich?, sondern auch Was tun die anderen? und Wie merke ich, ob sie verstanden haben?

Das Video zeigt ein historisches Unterrichtsbeispiel zu Lernen durch Lehren. Die gezeigte Lerngruppe ist älter als Klasse 5; für Dich ist vor allem die Grundidee interessant: Lernende übernehmen Verantwortung für das Erklären und Aktivieren anderer.


Modell 3: Die Bloom-Lernleiter

Die überarbeitete Bloom-Taxonomie unterscheidet verschiedene Arten des Denkens. Für Deinen Lernkurs ist sie hilfreich, weil ein Kurs nicht beim Erinnern stehen bleiben muss. Lernende können verstehen, anwenden, untersuchen, beurteilen und selbst etwas erstellen.

Denkhandlung Beispiel für einen Lernkurs
Erinnern Nenne drei Schlüsselbegriffe.
Verstehen Erkläre die Kernidee mit eigenen Worten.
Anwenden Löse eine neue Aufgabe mit der gelernten Regel.
Analysieren Vergleiche zwei Beispiele und finde Unterschiede.
Bewerten Prüfe eine Erklärung und begründe, was verbessert werden sollte.
Erschaffen Entwickle selbst einen Mini-Lernkurs oder ein Erklärvideo.

Die Stufen sind kein starres Treppenhaus, das immer vollständig in derselben Reihenfolge durchlaufen werden muss. Sie helfen Dir vor allem, abwechslungsreiche Aufgaben zu planen.


Modell 4: Der 5E-Lernweg

Das 5E-Modell ist ein Lernzyklus mit fünf Phasen. Die englischen Namen lauten Engage, Explore, Explain, Elaborate und Evaluate. Für Deinen Kurs kannst Du sie so übersetzen:

5E-Phase Bedeutung für Klasse 5 Beispiel
Einstimmen Interesse wecken und Vorwissen aktivieren Ein Rätsel oder Alltagsproblem
Erkunden Beobachten, ausprobieren, sammeln Ein kleines Experiment oder Materialvergleich
Erklären Beobachtungen ordnen und Begriffe klären Kurzer Input mit Skizze
Erweitern Wissen auf eine neue Situation übertragen Neue Aufgabe mit verändertem Beispiel
Evaluieren Lernen prüfen und reflektieren Selbstcheck und Rückmeldung

Dieses Modell eignet sich besonders, wenn Lernende etwas entdecken sollen, bevor eine fertige Erklärung kommt.


Modell 5: Vormachen – gemeinsam – selbstständig

Für schwierige Aufgaben ist ein einfaches Gerüst hilfreich: Erst siehst Du ein gelungenes Beispiel, dann löst Du etwas gemeinsam mit anderen, danach arbeitest Du selbstständig. Dieses Muster verhindert, dass eine Aufgabe zu früh ganz ohne Unterstützung gestellt wird.

Phase Rolle der erklärenden Person Rolle der lernenden Person
Vormachen Denkt laut vor und zeigt einen Lösungsweg. Beobachtet und stellt Fragen.
Gemeinsam Gibt Hinweise und fragt nach Zwischenschritten. Arbeitet mit und erklärt Teilideen.
Selbstständig Beobachtet und gibt bei Bedarf Feedback. Löst, erklärt oder gestaltet selbst.

Für einen Lernkurs für jüngere Schülerinnen und Schüler ist dieses Gerüst besonders nützlich.


Modell 6: Wiederholen durch Abrufen und Abstände

Ein Wiederholungskurs sollte nicht nur denselben Text noch einmal zeigen. Stärker wird er, wenn Lernende Inhalte aus dem Gedächtnis abrufen, Rückmeldung bekommen und später erneut darauf zurückkommen. Verteiltes Wiederholen und aktives Abrufen können das Behalten unterstützen.

Ein einfacher Wiederholungs-Loop ist:

Phase Aktivität
Abruf Ohne Unterlagen drei Dinge notieren, an die Du Dich erinnerst.
Vergleich Mit Heft oder Kurs prüfen, was stimmt und was fehlt.
Korrektur Fehler verbessern und eine Begründung ergänzen.
Anwendung Eine neue Aufgabe lösen oder ein eigenes Beispiel erfinden.
Späterer Rückruf Nach einer Pause oder an einem späteren Tag noch einmal kurz testen.


Bausteine eines guten Lernkurses

Ein Lernkurs braucht einen roten Faden. Die folgenden Bausteine kannst Du je nach Thema verkürzen, erweitern oder anders anordnen.

Baustein Funktion Leitfrage
Titel und Thema Orientierung Worum geht es?
Zielgruppe Passung Für wen ist der Kurs?
Lernziel Richtung Was sollen Lernende am Ende können?
Einstieg Aktivierung Was wissen oder vermuten sie schon?
Kernidee Fokus Was ist wirklich wichtig?
Beispiel Anschaulichkeit Wo sieht man die Idee konkret?
Begriffsklärung Präzision Welche Wörter müssen erklärt werden?
Übung Aktivität Was tun die Lernenden selbst?
Rückmeldung Verbesserung Wie erfahren sie, was schon klappt?
Selbstcheck Lernkontrolle Woran erkennen sie ihren Lernstand?
Transfer Anwendung Können sie das Wissen in einer neuen Situation nutzen?
Abschluss Sicherung Was ist der wichtigste Gedanke?

Eine Concept Map verbindet Begriffe mit beschrifteten Beziehungen. Sie eignet sich gut, wenn Dein Thema viele Zusammenhänge hat. Für Klasse 5 kann eine vereinfachte Concept Map mit wenigen Begriffen und klaren Pfeilen reichen.


Ein Lernziel formulieren

Ein Lernziel beschreibt nicht nur ein Thema, sondern eine Fähigkeit. „Wasserkreislauf“ ist ein Thema. „Du kannst die wichtigsten Stationen des Wasserkreislaufs in der richtigen Reihenfolge erklären“ ist ein Lernziel.

Hilfreiche Verben sind zum Beispiel nennen, beschreiben, erklären, ordnen, vergleichen, anwenden, begründen, prüfen und gestalten. Wähle das Verb so, dass Du später erkennen kannst, ob das Ziel erreicht wurde.


Zielgruppe und Vorwissen einschätzen

Die gleiche Sache wird für unterschiedliche Menschen anders erklärt. Ein Mitschüler aus Deiner Klasse kennt vielleicht schon Fachwörter. Ein Kind aus Klasse 2 braucht eher Alltagswörter, kurze Sätze, konkrete Bilder und mehr Beispiele. Zielgruppenplanung bedeutet nicht, jemanden zu unterschätzen. Sie bedeutet, passende Zugänge zu wählen.

Frage vor der Planung:

  1. Vorwissen: Was weiß die Zielgruppe wahrscheinlich schon?
  2. Sprache: Welche Begriffe sind bekannt und welche müssen erklärt werden?
  3. Interesse: Welche Beispiele könnten zur Lebenswelt passen?
  4. Schwierigkeit: Welche Stelle wird vermutlich am schwersten?
  5. Unterstützung: Braucht es Bild, Material, Vormachen oder eine Zwischenfrage?


Verständlich erklären: sieben Werkzeuge

Werkzeug So nutzt Du es
Kernidee zuerst Sage früh, worum es im Ganzen geht.
Kurze Schritte Teile lange Erklärungen in sinnvolle Abschnitte.
Eigene Worte Formuliere so, dass Du selbst verstehst, was Du sagst.
Fachbegriffe klären Nutze wichtige Fachwörter, erkläre sie aber verständlich.
Beispiele Zeige eine konkrete Situation, in der die Idee vorkommt.
Gegenbeispiele Zeige, wann eine Regel nicht passt oder ein Begriff nicht zutrifft.
Rückfragen Frage nicht nur „Alles verstanden?“, sondern stelle eine kleine Denkfrage.

Eine gute Kontrollfrage wäre zum Beispiel: „Kannst Du mir mit einem eigenen Beispiel zeigen, wie die Regel funktioniert?“ So erfährst Du mehr als mit einer Ja-Nein-Frage.


Beispiele, Gegenbeispiele und Vergleiche

Ein Beispiel macht eine Idee konkret. Ein Gegenbeispiel zeigt Grenzen. Ein Vergleich verbindet Neues mit Bekanntem. Aber Vergleiche haben Grenzen: Wenn Du sagst „Das Herz ist wie eine Pumpe“, hilft das beim Grundgedanken des Transportierens, aber ein Herz ist natürlich keine technische Pumpe. Sage deshalb, welcher Teil des Vergleichs passt.

Für Klasse 5 ist die Kombination besonders stark:

  1. Erst die Regel oder Kernidee kurz nennen.
  2. Dann ein passendes Beispiel zeigen.
  3. Danach eine kleine Frage stellen.
  4. Anschließend ein neues Beispiel von den Lernenden erzeugen lassen.


Medien sinnvoll einsetzen

Medien sollen das Lernen unterstützen und nicht nur dekorieren. Ein Bild kann einen Aufbau zeigen, ein kurzes Video einen Vorgang sichtbar machen, eine Tonaufnahme Aussprache demonstrieren und ein Diagramm Zusammenhänge ordnen.

Medium Besonders geeignet für Prüffrage vor dem Einsatz
Skizze Aufbau, Weg, Reihenfolge Wird etwas klarer als nur mit Text?
Foto reale Beispiele, Beobachtung Ist genau das zu sehen, was erklärt werden soll?
Diagramm Größen, Beziehungen, Entwicklungen Können Lernende Achsen, Symbole oder Pfeile verstehen?
Audio Sprache, Geräusche, kurze Erklärungen Ist die Tonqualität ausreichend?
Video Bewegungen, Abläufe, Demonstrationen Ist das Video kurz genug und fachlich passend?
Präsentation gegliederte Erklärung mit Bildern und Stichworten Bleibt der Fokus auf dem Inhalt statt auf Effekten?

Wenn Du digitale Medien erstellst, beachte Urheberrecht, Creative Commons und Datenschutz. Verwende möglichst eigene oder frei lizenzierte Medien und gib Quellen an. Veröffentliche Bilder, Stimmen oder Namen anderer Personen nicht einfach ohne die nötige Erlaubnis.


Vom Konsumieren zum Gestalten

Ein Lernvideo anzuschauen kann hilfreich sein. Noch aktiver wird Lernen, wenn Du selbst auswählen, ordnen, erklären und überarbeiten musst. Deshalb kann ein selbst gestaltetes Lernprodukt – zum Beispiel Erklärvideo, Lernplakat, Audio, Mini-Quiz oder digitale Präsentation – Teil des Lernwegs sein.

Beim Gestalten gilt: Inhalt vor Effekten. Eine ruhige Skizze mit guter Erklärung kann lernwirksamer sein als eine aufwendige Animation ohne klare Struktur.


Drei konkrete Use-Cases

Die folgenden drei Situationen trainieren dieselbe Grundfähigkeit in unterschiedlichen Rollen.


Use-Case 1: Einem Mitschüler ein Thema erklären

Situation: Dein Mitschüler war krank oder hat einen Teil des Unterrichts noch nicht verstanden. Du hast etwa zehn Minuten Zeit.

Ziel: Nach Deiner Erklärung soll er die Kernidee verstehen und eine kleine Aufgabe selbst lösen können.

Zeit Phase Beispielhandlung
1 Minute Startfrage „Was weißt Du schon über das Thema?“
2 Minuten Kernidee Erkläre den wichtigsten Zusammenhang in eigenen Worten.
2 Minuten Beispiel Zeige ein typisches Beispiel Schritt für Schritt.
2 Minuten Gemeinsam Löst eine ähnliche Aufgabe zusammen.
2 Minuten Selbstständig Der Mitschüler löst oder erklärt selbst.
1 Minute Feedback Klärt eine Unsicherheit und fasst die Kernidee zusammen.

Mini-Regel: Sprich nicht zehn Minuten ohne Pause. Lass die lernende Person denken, fragen und selbst erklären.


Use-Case 2: Einen Wiederholungskurs erstellen

Situation: Vor einer Klassenarbeit sollen wichtige Inhalte wiederholt werden.

Ziel: Der Kurs hilft beim Erinnern, Erkennen von Lücken, Korrigieren und Anwenden.

Station Aufgabe Zweck
Start-Check Drei Fragen ohne Unterlagen beantworten Vorwissen abrufen
Kernwissen Kurze Übersicht mit Schlüsselbegriffen lesen Lücken gezielt schließen
Fehlerdetektiv Eine falsche Lösung untersuchen typische Missverständnisse erkennen
Anwendung Neue Aufgabe lösen Wissen übertragen
Erklärminute Eine Idee laut erklären Verständnis sichtbar machen
End-Check Zwei alte und eine neue Frage beantworten Lernstand prüfen

Ein Wiederholungskurs sollte nicht zu lang sein. Lieber mehrere kurze Abrufrunden mit Rückmeldung als ein einziger großer Textblock.


Use-Case 3: Einen Lernkurs für jüngere Schülerinnen und Schüler planen

Situation: Du erklärst ein Thema für Kinder, die jünger sind als Du.

Ziel: Die Erklärung bleibt fachlich richtig, nutzt aber eine passendere Sprache, mehr konkrete Beispiele und kleinere Schritte.

Planungsschritt Leitfrage Beispiel
Vorwissen Was kennen die Kinder schon? Alltagserfahrung statt Fachwort voraussetzen
Kernidee Was ist die eine wichtigste Sache? Ein Satz als Merksatz
Anschaulichkeit Was können sie sehen oder anfassen? Bild, Gegenstand oder einfache Skizze
Sprache Welche Wörter müssen erklärt werden? Fachwort plus kindgerechte Bedeutung
Aktivität Was können sie selbst tun? Sortieren, zeigen, zuordnen oder nachmachen
Check Wie zeigen sie ihr Verständnis? eigenes Beispiel oder kurze Erklärung

Ein Lernkurs für Jüngere ist nicht einfach „leichter“. Er ist anders gebaut: mehr Unterstützung, kürzere Schritte, klarere Beispiele und häufigere Rückmeldungen.


Interaktive Kursplanungen

Diese Planungen kannst Du als Arbeitsvorlage nutzen. Trage Dein eigenes Thema ein und teste den Kurs anschließend mit einer anderen Person.


Kursplaner A: 10-Minuten-Mitschülerkurs

Feld Deine Planung
Thema ______________________________
Lernziel Nach zehn Minuten kann mein Mitschüler ______________________________
Vorwissen-Frage ______________________________
Kernidee in einem Satz ______________________________
Beispiel ______________________________
Gemeinsame Aufgabe ______________________________
Selbstständige Aufgabe ______________________________
Kontrollfrage ______________________________
Mögliche Schwierigkeit ______________________________


Kursplaner B: Wiederholungskurs

Baustein Planung
Drei Abruffragen ______________________________
Fünf Schlüsselbegriffe ______________________________
Typischer Fehler ______________________________
Korrekturerklärung ______________________________
Anwendungsaufgabe ______________________________
Transferfrage ______________________________
Späterer Wiederholungstermin ______________________________


Kursplaner C: Lernkurs für Jüngere

Prüffeld Planung
Alter oder Klassenstufe ______________________________
Was ist schon bekannt? ______________________________
Ein wichtiger Fachbegriff ______________________________
Erklärung des Fachbegriffs ______________________________
Konkretes Beispiel ______________________________
Bild oder Material ______________________________
Mitmach-Aufgabe ______________________________
Abschlussfrage ______________________________


Storyboard für ein Erklärmedium

Ein Storyboard plant, was zu sehen und zu hören ist. Das hilft bei Video, Präsentation, Podcast mit Bildern oder digitaler Lernseite.

Abschnitt Bild oder Handlung Gesprochener oder geschriebener Inhalt Aktivität der Lernenden
Einstieg ____________________ ____________________ ____________________
Kernidee ____________________ ____________________ ____________________
Beispiel ____________________ ____________________ ____________________
Übung ____________________ ____________________ ____________________
Selbstcheck ____________________ ____________________ ____________________
Abschluss ____________________ ____________________ ____________________


Qualitätscheck mit Ampel

Bevor Dein Lernkurs fertig ist, prüfe ihn. Du kannst jede Zeile mit Grün, Gelb oder Rot markieren.

Prüffrage Grün Gelb Rot
Ist das Lernziel klar? Ziel ist beobachtbar Ziel ist teilweise klar Nur ein Thema ist genannt
Passt die Sprache zur Zielgruppe? verständlich und fachlich richtig einzelne schwierige Stellen viele ungeklärte Wörter
Gibt es ein gutes Beispiel? Beispiel zeigt die Kernidee Beispiel hilft teilweise Beispiel fehlt oder verwirrt
Werden Lernende aktiv? mehrere Denk- und Übungsphasen nur eine kurze Aktivität nur Zuhören oder Lesen
Gibt es Rückmeldung? Fehler können erkannt und verbessert werden Rückmeldung ist unklar keine Rückmeldung
Gibt es einen Selbstcheck? Ziel wird passend überprüft Check prüft nur Einzelwissen kein Check


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein gutes Ziel beim Erklären eines Themas? (Der andere soll den Zusammenhang verstehen und selbst anwenden können) (!Der andere soll möglichst viele Fachwörter hören) (!Die Erklärung soll möglichst lang sein) (!Die erklärende Person soll ohne Pause sprechen)




Was solltest Du tun, wenn Du beim Erklären an einer Stelle stockst? (Die Wissenslücke markieren und gezielt nacharbeiten) (!Die Stelle überspringen und nie wieder prüfen) (!Ein neues Thema beginnen) (!Nur schneller sprechen)




Warum ist die Zielgruppe für einen Lernkurs wichtig? (Sie bestimmt Vorwissen Sprache Beispiele und Unterstützungsbedarf) (!Sie bestimmt nur die Farbe der Überschrift) (!Sie entscheidet nur über die Länge des Titels) (!Sie ist für die Planung unwichtig)




Welche Formulierung ist ein Lernziel? (Du kannst die drei Stationen eines Vorgangs erklären) (!Der Wasserkreislauf) (!Heute ist Mittwoch) (!Ein schönes Bild)




Welche Aufgabe hat ein gutes Beispiel? (Es macht eine allgemeine Idee an einem konkreten Fall verständlich) (!Es ersetzt jede Erklärung) (!Es soll möglichst kompliziert sein) (!Es muss immer lustig sein)




Was passt gut in einen Wiederholungskurs? (Aktives Abrufen mit Rückmeldung und späterer Wiederholung) (!Nur denselben Text mehrfach lesen) (!Alle Lösungen sofort vorgeben) (!Möglichst keine Fragen stellen)




Was ist beim Erklären für jüngere Schülerinnen und Schüler besonders wichtig? (Kleine Schritte klare Sprache und passende Beispiele) (!Fachbegriffe ohne Erklärung) (!Sehr lange Sätze) (!Möglichst viele Nebenthemen)




Was kennzeichnet Lernen durch Lehren? (Lernende bereiten Inhalte auf und beziehen andere aktiv in das Lernen ein) (!Nur die Lehrkraft spricht) (!Lernende schreiben ausschließlich ab) (!Es gibt keine Übungen)




Welche Aufgabe passt besonders zur Denkhandlung Erschaffen? (Einen eigenen Mini-Lernkurs entwickeln) (!Einen Begriff abschreiben) (!Eine Überschrift markieren) (!Eine fertige Lösung ansehen)




Was macht hilfreiches Feedback aus? (Es ist konkret und zeigt einen nächsten Verbesserungsschritt) (!Es besteht nur aus gut oder schlecht) (!Es bewertet nur die Person) (!Es kommt erst wenn nichts mehr verändert werden kann)





Memory

Lernziel Zeigt was am Ende gekonnt werden soll
Zielgruppe Bestimmt Sprache Vorwissen und Beispiele
Beispiel Macht eine Idee konkret
Gegenbeispiel Zeigt die Grenze einer Regel oder Idee
Selbstcheck Prüft das eigene Verständnis
Feedback Hilft beim gezielten Verbessern
Storyboard Plant Bild Handlung und Erklärung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Lernziel Können am Kursende
Einstieg Vorwissen aktivieren
Erklärung Kernidee verständlich machen
Beispiel Abstraktes konkret zeigen
Übung Selbst anwenden
Selbstcheck Verständnis prüfen




...


Kreuzworträtsel

Zielgruppe Für wen planst Du Sprache Beispiele und Schwierigkeit?
Storyboard Wie heißt der Plan für Bild Handlung und Text eines Erklärmediums?
Feedback Wie heißt eine hilfreiche Rückmeldung zur Verbesserung?
Lernziel Welches Wort bezeichnet das gewünschte Können am Ende?
Beispiel Was macht eine allgemeine Idee an einem konkreten Fall anschaulich?
Erklärung Wie heißt eine verständliche Darstellung eines Zusammenhangs?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein guter Lernkurs beginnt mit einem klaren

.
Bevor Du erklärst, prüfst Du das mögliche

der Zielgruppe.
Die wichtigste Idee eines Themas nennst Du die

.
Ein konkreter Fall kann als

eine abstrakte Aussage anschaulich machen.
Wenn Du beim Erklären nicht weiterkommst, hast Du möglicherweise eine

entdeckt.
Bei Lernen durch Lehren übernehmen Lernende selbst Teile des

.
Ein Wiederholungskurs sollte Wissen aktiv aus dem Gedächtnis

lassen.
Eine Rückmeldung zur Verbesserung nennt man

.
Für ein Erklärvideo kannst Du Bild und Handlung in einem

planen.
Am Ende zeigt ein

, ob das Lernziel erreicht wurde.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Erklären: Wähle ein Schulthema und schreibe eine Erklärung mit höchstens fünf Sätzen. Unterstreiche anschließend die Kernidee und markiere einen Fachbegriff, den Du zusätzlich erklären musst.
  2. Mindmap: Erstelle eine Mindmap mit dem Thema in der Mitte, vier Hauptästen und mindestens zwei Beispielen. Ordne die Äste danach in eine sinnvolle Kursreihenfolge.
  3. Beispiel: Suche zu einer Regel oder einem Begriff ein Beispiel und ein Gegenbeispiel. Erkläre in je einem Satz, warum beide zusammen beim Verstehen helfen.
  4. Präsentation: Nimm eine einminütige Probe-Erklärung auf oder trage sie einer Person vor. Notiere danach zwei Stellen, an denen Du gestockt hast, und verbessere sie.


Standard

  1. Lernen durch Lehren: Plane einen Zehn-Minuten-Mitschülerkurs mit Startfrage, Kernidee, Beispiel, gemeinsamer Aufgabe, selbstständiger Aufgabe und Abschlusscheck. Führe ihn durch und sammle Feedback.
  2. Lernstrategien: Erstelle einen Wiederholungskurs für ein aktuelles Unterrichtsthema. Baue mindestens zwei Abruffragen, einen typischen Fehler, eine Anwendung und einen späteren Wiederholungszeitpunkt ein.
  3. Storyboard: Entwickle ein Storyboard für ein zweiminütiges Erklärvideo. Jede Szene soll entweder erklären, veranschaulichen oder die Lernenden aktivieren. Streiche danach jede Szene ohne klare Lernfunktion.
  4. Feedback: Tausche Deinen Lernkurs mit einer anderen Person. Gebt Euch Rückmeldung nach drei Kriterien: Verständlichkeit, Aktivität und Zielerreichung. Überarbeite anschließend mindestens zwei Stellen.


Schwer

  1. Zielgruppe: Plane denselben Lerninhalt einmal für Klasse 5 und einmal für Klasse 2 oder 3. Vergleiche Wortwahl, Beispiele, Schrittgröße und Aufgabenform. Begründe mindestens vier Unterschiede.
  2. Medienkompetenz: Erstelle einen multimedialen Mini-Lernkurs mit einem selbst erstellten oder frei lizenzierten Bild, einer kurzen Erklärung und einer interaktiven Aufgabe. Dokumentiere die Medienquelle und begründe die Medienwahl.
  3. Lernziel: Entwirf zu einem Thema Aufgaben aus mindestens vier Denkhandlungen der Bloom-Lernleiter. Prüfe, ob jede Aufgabe wirklich das gewählte Lernziel misst, und überarbeite unpassende Aufgaben.
  4. Erklärvideo: Teste zwei verschiedene Erklärvarianten zur gleichen schwierigen Stelle, zum Beispiel Skizze gegen Alltagsvergleich. Lass zwei Personen sagen, welche Variante verständlicher war und warum. Entwickle daraus eine verbesserte dritte Version.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer: Du bekommst eine Erklärung, die fachlich richtig, aber sehr schwer verständlich ist. Überarbeite sie für Klasse 5 und begründe drei Änderungen mit Blick auf Zielgruppe, Sprache und Beispielwahl.
  2. Fehleranalyse: Ein Wiederholungskurs besteht nur aus zehn Seiten Zusammenfassung. Entwickle drei Änderungen, die aktives Abrufen, Rückmeldung und Anwendung ermöglichen, und erkläre den Nutzen jeder Änderung.
  3. Didaktik: Vergleiche Lernen durch Lehren, den 5E-Lernweg und Vormachen–gemeinsam–selbstständig für ein selbst gewähltes Thema. Entscheide, welches Modell Du für welchen Abschnitt einsetzen würdest, und begründe Deine Kombination.
  4. Medienkompetenz: Wähle für einen komplizierten Vorgang zwischen Foto, Skizze, Diagramm und Video. Begründe Deine Wahl anhand dessen, was die Lernenden sehen oder tun müssen.
  5. Lernziel: Formuliere aus einem bloßen Thema ein überprüfbares Lernziel und entwickle dazu eine passende Transferaufgabe. Erkläre, warum die Aufgabe das Lernziel besser prüft als eine reine Definitionsfrage.
  6. Feedback: Ein jüngeres Kind versteht Deinen Kurs trotz korrekter Informationen nicht. Plane ein kurzes Diagnosegespräch mit drei Fragen und beschreibe, wie Du den Kurs aufgrund der Antworten verändern würdest.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen eigenen Lernkurs planen, durchführen und verbessern kannst.

  1. Lernziel: Du formulierst ein klares und überprüfbares Lernziel.
  2. Zielgruppe: Du passt Sprache, Beispiele, Medien und Schwierigkeit an Vorwissen und Alter an.
  3. Strukturieren: Du ordnest Inhalte in einen nachvollziehbaren Lernweg.
  4. Erklären: Du erklärst die Kernidee fachlich richtig und in eigenen Worten.
  5. Übung: Du lässt Lernende aktiv denken, anwenden oder selbst erklären.
  6. Selbstkontrolle: Du baust einen passenden Check ein, der das Lernziel überprüft.
  7. Feedback: Du sammelst Rückmeldung und überarbeitest den Lernkurs sichtbar.
  8. Medienkompetenz: Du nutzt Medien mit klarer Lernfunktion und beachtest Quellen, Rechte und Privatsphäre.
  9. Reflexion: Du kannst begründen, warum Du ein bestimmtes Lernkursmodell oder eine Kombination gewählt hast.




OERs zum Thema

Zu diesem Thema passen besonders offene Informationen über Lernen durch Lehren, Mindmaps, Erklärvideos und offene Bildungsressourcen.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...