IM5 - Ein Thema als Lernkurs erklären

IM5 - Ein Thema als Lernkurs erklären
IM5 - Ein Thema als Lernkurs erklären
Zielgruppe: Klasse 5
Leitidee: Du lernst in diesem aiMOOC nicht nur ein Thema. Du lernst, wie Du aus einem Thema einen verständlichen Lernkurs machst. Dabei gehst Du vom eigenen Verstehen zum Erklären für andere. Am Ende kannst Du einen Mitschüler unterstützen, einen Wiederholungskurs bauen und einen Lernkurs für jüngere Schülerinnen und Schüler planen.
Einleitung
Stell Dir vor, Du hast im Unterricht ein Thema verstanden. Vielleicht geht es um Bruchrechnung, Wasserkreislauf, Römer, Wortarten oder Medienkompetenz. Nun fragt Dich jemand: „Kannst Du mir das erklären?“ Genau hier beginnt eine neue Lernstufe. Du musst auswählen, was wichtig ist, Zusammenhänge ordnen, passende Wörter finden, ein Beispiel wählen, eine Übung planen und prüfen, ob die andere Person wirklich folgen konnte.
Ein Lernkurs ist deshalb mehr als ein Infotext. Er führt Lernende Schritt für Schritt zu einem Ziel. Gute Lernkurse verbinden kurze Erklärungen mit Beispielen, Bildern, Fragen, Übungen, Rückmeldungen und Gelegenheiten zum eigenen Anwenden. Du kannst dabei unterschiedliche Lernkursmodelle kombinieren. Nicht jedes Modell passt zu jedem Thema und zu jeder Zielgruppe.

Das Bild zeigt eine Präsentationssituation. Für einen Lernkurs reicht Vortragen allein jedoch nicht: Gute Erklärende achten darauf, was die Lernenden bereits wissen, stellen Fragen, geben Denkzeit und bauen kleine Übungen ein.
Das Video zum Erstellen von Erklärvideos für Klasse 5–6 kann Dir Ideen dafür geben, wie Du aus einer Erklärung ein eigenes Lernmedium entwickelst.
Das kannst Du am Ende
| Kompetenz | Woran Du sie erkennst |
|---|---|
| Verstehen | Du kannst die Kernidee eines Themas in eigenen Worten wiedergeben und offene Fragen benennen. |
| Strukturieren | Du kannst Wichtiges von Zusatzwissen unterscheiden und eine sinnvolle Reihenfolge planen. |
| Erklären | Du kannst Fachbegriffe klären, passende Beispiele nutzen und schwierige Stellen vereinfachen, ohne den Inhalt zu verfälschen. |
| Lernziele planen | Du kannst sagen, was Lernende nach Deinem Kurs wissen, erklären oder anwenden können sollen. |
| Übungen gestalten | Du kannst Aufgaben einbauen, bei denen Lernende selbst denken, ordnen, erklären oder anwenden. |
| Feedback | Du kannst Rückmeldungen nutzen, um Deinen Lernkurs verständlicher zu machen. |
| Medienkompetenz | Du kannst Bild, Ton, Video oder Präsentation gezielt einsetzen und dabei Rechte und Privatsphäre beachten. |
Vom eigenen Verstehen zum verständlichen Erklären
Ein Thema erklären zu können ist ein guter Verständnistest, aber es ist kein Zaubertrick. Man kann sich auch beim Erklären irren. Deshalb gehört zum guten Erklären immer das Prüfen: Stimmen die Fakten? Sind wichtige Schritte ausgelassen? Passt das Beispiel wirklich? Kann die Zielgruppe folgen?
Der Weg vom Lernen zum Lernkurs lässt sich als Kreislauf verstehen:
| Schritt | Leitfrage | Sichtbares Ergebnis |
|---|---|---|
| Verstehen | Was ist die Kernidee? | Eine Erklärung in eigenen Worten |
| Ordnen | Was muss zuerst kommen und was später? | Eine Gliederung oder Mindmap |
| Erklären | Welche Wörter, Bilder und Beispiele helfen? | Ein verständlicher Input |
| Erproben | Was sollen Lernende selbst tun? | Eine Übung oder Aufgabe |
| Prüfen | Woran sehe ich, ob das Ziel erreicht wurde? | Ein Selbstcheck, Quiz oder Transfer |
| Verbessern | Was war unklar oder zu schwer? | Eine überarbeitete Version |

Eine Mindmap kann beim Ordnen helfen. In die Mitte kommt das Thema. Von dort führen Äste zu Hauptideen, Beispielen, Fachbegriffen, Fragen und Übungen. Für einen Lernkurs brauchst Du anschließend noch eine Reihenfolge: Eine Mindmap zeigt Zusammenhänge, ein Kurs führt durch einen Lernweg.
Modell 1: Erklären in eigenen Worten und Wissenslücken finden
Eine bekannte Lernidee wird heute oft Feynman-Technik genannt. Der Name bezieht sich auf den Physiker Richard Feynman und seine besondere Art, schwierige Dinge anschaulich zu erklären. Als Lernstrategie wird das Verfahren meist in vier Schritten genutzt: Du erklärst ein Thema möglichst einfach, bemerkst dabei Lücken, schlägst die unsicheren Stellen nach und erklärst es danach noch einmal klarer.
Für Klasse 5 kannst Du daraus einen kurzen Erklär-Loop machen:
| Phase | Deine Aktion | Prüffrage |
|---|---|---|
| Erster Versuch | Erkläre das Thema ohne abzulesen. | Wo stocke ich? |
| Lücken markieren | Schreibe Begriffe oder Schritte auf, die Dir fehlen. | Was verstehe ich noch nicht sicher? |
| Nacharbeiten | Prüfe Schulbuch, verlässliche Quellen oder frage eine Lehrkraft. | Kann ich die Lücke jetzt schließen? |
| Neu erklären | Erkläre kürzer, genauer und mit einem Beispiel. | Versteht eine andere Person den Zusammenhang? |
Wichtig ist: Einfach bedeutet nicht ungenau. Ein Fachbegriff darf stehen bleiben, wenn er wichtig ist. Dann erklärst Du ihn.
Modell 2: Lernen durch Lehren
Beim Lernen durch Lehren übernehmen Lernende selbst Teile der Vermittlung. Im deutschsprachigen Raum ist die Methode besonders mit Jean-Pol Martin verbunden. Entscheidend ist nicht nur ein Referat. Lernende bereiten Inhalte didaktisch auf, beziehen andere ein, stellen Fragen, lassen üben und prüfen, ob etwas angekommen ist.

Für Deinen Lernkurs heißt das: Plane nicht nur Was sage ich?, sondern auch Was tun die anderen? und Wie merke ich, ob sie verstanden haben?
Das Video zeigt ein historisches Unterrichtsbeispiel zu Lernen durch Lehren. Die gezeigte Lerngruppe ist älter als Klasse 5; für Dich ist vor allem die Grundidee interessant: Lernende übernehmen Verantwortung für das Erklären und Aktivieren anderer.
Modell 3: Die Bloom-Lernleiter
Die überarbeitete Bloom-Taxonomie unterscheidet verschiedene Arten des Denkens. Für Deinen Lernkurs ist sie hilfreich, weil ein Kurs nicht beim Erinnern stehen bleiben muss. Lernende können verstehen, anwenden, untersuchen, beurteilen und selbst etwas erstellen.

| Denkhandlung | Beispiel für einen Lernkurs |
|---|---|
| Erinnern | Nenne drei Schlüsselbegriffe. |
| Verstehen | Erkläre die Kernidee mit eigenen Worten. |
| Anwenden | Löse eine neue Aufgabe mit der gelernten Regel. |
| Analysieren | Vergleiche zwei Beispiele und finde Unterschiede. |
| Bewerten | Prüfe eine Erklärung und begründe, was verbessert werden sollte. |
| Erschaffen | Entwickle selbst einen Mini-Lernkurs oder ein Erklärvideo. |
Die Stufen sind kein starres Treppenhaus, das immer vollständig in derselben Reihenfolge durchlaufen werden muss. Sie helfen Dir vor allem, abwechslungsreiche Aufgaben zu planen.
Modell 4: Der 5E-Lernweg
Das 5E-Modell ist ein Lernzyklus mit fünf Phasen. Die englischen Namen lauten Engage, Explore, Explain, Elaborate und Evaluate. Für Deinen Kurs kannst Du sie so übersetzen:
| 5E-Phase | Bedeutung für Klasse 5 | Beispiel |
|---|---|---|
| Einstimmen | Interesse wecken und Vorwissen aktivieren | Ein Rätsel oder Alltagsproblem |
| Erkunden | Beobachten, ausprobieren, sammeln | Ein kleines Experiment oder Materialvergleich |
| Erklären | Beobachtungen ordnen und Begriffe klären | Kurzer Input mit Skizze |
| Erweitern | Wissen auf eine neue Situation übertragen | Neue Aufgabe mit verändertem Beispiel |
| Evaluieren | Lernen prüfen und reflektieren | Selbstcheck und Rückmeldung |
Dieses Modell eignet sich besonders, wenn Lernende etwas entdecken sollen, bevor eine fertige Erklärung kommt.
Modell 5: Vormachen – gemeinsam – selbstständig
Für schwierige Aufgaben ist ein einfaches Gerüst hilfreich: Erst siehst Du ein gelungenes Beispiel, dann löst Du etwas gemeinsam mit anderen, danach arbeitest Du selbstständig. Dieses Muster verhindert, dass eine Aufgabe zu früh ganz ohne Unterstützung gestellt wird.
| Phase | Rolle der erklärenden Person | Rolle der lernenden Person |
|---|---|---|
| Vormachen | Denkt laut vor und zeigt einen Lösungsweg. | Beobachtet und stellt Fragen. |
| Gemeinsam | Gibt Hinweise und fragt nach Zwischenschritten. | Arbeitet mit und erklärt Teilideen. |
| Selbstständig | Beobachtet und gibt bei Bedarf Feedback. | Löst, erklärt oder gestaltet selbst. |
Für einen Lernkurs für jüngere Schülerinnen und Schüler ist dieses Gerüst besonders nützlich.
Modell 6: Wiederholen durch Abrufen und Abstände
Ein Wiederholungskurs sollte nicht nur denselben Text noch einmal zeigen. Stärker wird er, wenn Lernende Inhalte aus dem Gedächtnis abrufen, Rückmeldung bekommen und später erneut darauf zurückkommen. Verteiltes Wiederholen und aktives Abrufen können das Behalten unterstützen.
Ein einfacher Wiederholungs-Loop ist:
| Phase | Aktivität |
|---|---|
| Abruf | Ohne Unterlagen drei Dinge notieren, an die Du Dich erinnerst. |
| Vergleich | Mit Heft oder Kurs prüfen, was stimmt und was fehlt. |
| Korrektur | Fehler verbessern und eine Begründung ergänzen. |
| Anwendung | Eine neue Aufgabe lösen oder ein eigenes Beispiel erfinden. |
| Späterer Rückruf | Nach einer Pause oder an einem späteren Tag noch einmal kurz testen. |
Bausteine eines guten Lernkurses
Ein Lernkurs braucht einen roten Faden. Die folgenden Bausteine kannst Du je nach Thema verkürzen, erweitern oder anders anordnen.
| Baustein | Funktion | Leitfrage |
|---|---|---|
| Titel und Thema | Orientierung | Worum geht es? |
| Zielgruppe | Passung | Für wen ist der Kurs? |
| Lernziel | Richtung | Was sollen Lernende am Ende können? |
| Einstieg | Aktivierung | Was wissen oder vermuten sie schon? |
| Kernidee | Fokus | Was ist wirklich wichtig? |
| Beispiel | Anschaulichkeit | Wo sieht man die Idee konkret? |
| Begriffsklärung | Präzision | Welche Wörter müssen erklärt werden? |
| Übung | Aktivität | Was tun die Lernenden selbst? |
| Rückmeldung | Verbesserung | Wie erfahren sie, was schon klappt? |
| Selbstcheck | Lernkontrolle | Woran erkennen sie ihren Lernstand? |
| Transfer | Anwendung | Können sie das Wissen in einer neuen Situation nutzen? |
| Abschluss | Sicherung | Was ist der wichtigste Gedanke? |

Eine Concept Map verbindet Begriffe mit beschrifteten Beziehungen. Sie eignet sich gut, wenn Dein Thema viele Zusammenhänge hat. Für Klasse 5 kann eine vereinfachte Concept Map mit wenigen Begriffen und klaren Pfeilen reichen.
Ein Lernziel formulieren
Ein Lernziel beschreibt nicht nur ein Thema, sondern eine Fähigkeit. „Wasserkreislauf“ ist ein Thema. „Du kannst die wichtigsten Stationen des Wasserkreislaufs in der richtigen Reihenfolge erklären“ ist ein Lernziel.
Hilfreiche Verben sind zum Beispiel nennen, beschreiben, erklären, ordnen, vergleichen, anwenden, begründen, prüfen und gestalten. Wähle das Verb so, dass Du später erkennen kannst, ob das Ziel erreicht wurde.
Zielgruppe und Vorwissen einschätzen
Die gleiche Sache wird für unterschiedliche Menschen anders erklärt. Ein Mitschüler aus Deiner Klasse kennt vielleicht schon Fachwörter. Ein Kind aus Klasse 2 braucht eher Alltagswörter, kurze Sätze, konkrete Bilder und mehr Beispiele. Zielgruppenplanung bedeutet nicht, jemanden zu unterschätzen. Sie bedeutet, passende Zugänge zu wählen.
Frage vor der Planung:
- Vorwissen: Was weiß die Zielgruppe wahrscheinlich schon?
- Sprache: Welche Begriffe sind bekannt und welche müssen erklärt werden?
- Interesse: Welche Beispiele könnten zur Lebenswelt passen?
- Schwierigkeit: Welche Stelle wird vermutlich am schwersten?
- Unterstützung: Braucht es Bild, Material, Vormachen oder eine Zwischenfrage?
Verständlich erklären: sieben Werkzeuge
| Werkzeug | So nutzt Du es |
|---|---|
| Kernidee zuerst | Sage früh, worum es im Ganzen geht. |
| Kurze Schritte | Teile lange Erklärungen in sinnvolle Abschnitte. |
| Eigene Worte | Formuliere so, dass Du selbst verstehst, was Du sagst. |
| Fachbegriffe klären | Nutze wichtige Fachwörter, erkläre sie aber verständlich. |
| Beispiele | Zeige eine konkrete Situation, in der die Idee vorkommt. |
| Gegenbeispiele | Zeige, wann eine Regel nicht passt oder ein Begriff nicht zutrifft. |
| Rückfragen | Frage nicht nur „Alles verstanden?“, sondern stelle eine kleine Denkfrage. |
Eine gute Kontrollfrage wäre zum Beispiel: „Kannst Du mir mit einem eigenen Beispiel zeigen, wie die Regel funktioniert?“ So erfährst Du mehr als mit einer Ja-Nein-Frage.
Beispiele, Gegenbeispiele und Vergleiche
Ein Beispiel macht eine Idee konkret. Ein Gegenbeispiel zeigt Grenzen. Ein Vergleich verbindet Neues mit Bekanntem. Aber Vergleiche haben Grenzen: Wenn Du sagst „Das Herz ist wie eine Pumpe“, hilft das beim Grundgedanken des Transportierens, aber ein Herz ist natürlich keine technische Pumpe. Sage deshalb, welcher Teil des Vergleichs passt.
Für Klasse 5 ist die Kombination besonders stark:
- Erst die Regel oder Kernidee kurz nennen.
- Dann ein passendes Beispiel zeigen.
- Danach eine kleine Frage stellen.
- Anschließend ein neues Beispiel von den Lernenden erzeugen lassen.
Medien sinnvoll einsetzen
Medien sollen das Lernen unterstützen und nicht nur dekorieren. Ein Bild kann einen Aufbau zeigen, ein kurzes Video einen Vorgang sichtbar machen, eine Tonaufnahme Aussprache demonstrieren und ein Diagramm Zusammenhänge ordnen.

| Medium | Besonders geeignet für | Prüffrage vor dem Einsatz |
|---|---|---|
| Skizze | Aufbau, Weg, Reihenfolge | Wird etwas klarer als nur mit Text? |
| Foto | reale Beispiele, Beobachtung | Ist genau das zu sehen, was erklärt werden soll? |
| Diagramm | Größen, Beziehungen, Entwicklungen | Können Lernende Achsen, Symbole oder Pfeile verstehen? |
| Audio | Sprache, Geräusche, kurze Erklärungen | Ist die Tonqualität ausreichend? |
| Video | Bewegungen, Abläufe, Demonstrationen | Ist das Video kurz genug und fachlich passend? |
| Präsentation | gegliederte Erklärung mit Bildern und Stichworten | Bleibt der Fokus auf dem Inhalt statt auf Effekten? |
Wenn Du digitale Medien erstellst, beachte Urheberrecht, Creative Commons und Datenschutz. Verwende möglichst eigene oder frei lizenzierte Medien und gib Quellen an. Veröffentliche Bilder, Stimmen oder Namen anderer Personen nicht einfach ohne die nötige Erlaubnis.
Vom Konsumieren zum Gestalten
Ein Lernvideo anzuschauen kann hilfreich sein. Noch aktiver wird Lernen, wenn Du selbst auswählen, ordnen, erklären und überarbeiten musst. Deshalb kann ein selbst gestaltetes Lernprodukt – zum Beispiel Erklärvideo, Lernplakat, Audio, Mini-Quiz oder digitale Präsentation – Teil des Lernwegs sein.
Beim Gestalten gilt: Inhalt vor Effekten. Eine ruhige Skizze mit guter Erklärung kann lernwirksamer sein als eine aufwendige Animation ohne klare Struktur.
Drei konkrete Use-Cases
Die folgenden drei Situationen trainieren dieselbe Grundfähigkeit in unterschiedlichen Rollen.
Use-Case 1: Einem Mitschüler ein Thema erklären
Situation: Dein Mitschüler war krank oder hat einen Teil des Unterrichts noch nicht verstanden. Du hast etwa zehn Minuten Zeit.
Ziel: Nach Deiner Erklärung soll er die Kernidee verstehen und eine kleine Aufgabe selbst lösen können.
| Zeit | Phase | Beispielhandlung |
|---|---|---|
| 1 Minute | Startfrage | „Was weißt Du schon über das Thema?“ |
| 2 Minuten | Kernidee | Erkläre den wichtigsten Zusammenhang in eigenen Worten. |
| 2 Minuten | Beispiel | Zeige ein typisches Beispiel Schritt für Schritt. |
| 2 Minuten | Gemeinsam | Löst eine ähnliche Aufgabe zusammen. |
| 2 Minuten | Selbstständig | Der Mitschüler löst oder erklärt selbst. |
| 1 Minute | Feedback | Klärt eine Unsicherheit und fasst die Kernidee zusammen. |
Mini-Regel: Sprich nicht zehn Minuten ohne Pause. Lass die lernende Person denken, fragen und selbst erklären.
Use-Case 2: Einen Wiederholungskurs erstellen
Situation: Vor einer Klassenarbeit sollen wichtige Inhalte wiederholt werden.
Ziel: Der Kurs hilft beim Erinnern, Erkennen von Lücken, Korrigieren und Anwenden.
| Station | Aufgabe | Zweck |
|---|---|---|
| Start-Check | Drei Fragen ohne Unterlagen beantworten | Vorwissen abrufen |
| Kernwissen | Kurze Übersicht mit Schlüsselbegriffen lesen | Lücken gezielt schließen |
| Fehlerdetektiv | Eine falsche Lösung untersuchen | typische Missverständnisse erkennen |
| Anwendung | Neue Aufgabe lösen | Wissen übertragen |
| Erklärminute | Eine Idee laut erklären | Verständnis sichtbar machen |
| End-Check | Zwei alte und eine neue Frage beantworten | Lernstand prüfen |
Ein Wiederholungskurs sollte nicht zu lang sein. Lieber mehrere kurze Abrufrunden mit Rückmeldung als ein einziger großer Textblock.
Use-Case 3: Einen Lernkurs für jüngere Schülerinnen und Schüler planen
Situation: Du erklärst ein Thema für Kinder, die jünger sind als Du.
Ziel: Die Erklärung bleibt fachlich richtig, nutzt aber eine passendere Sprache, mehr konkrete Beispiele und kleinere Schritte.
| Planungsschritt | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Vorwissen | Was kennen die Kinder schon? | Alltagserfahrung statt Fachwort voraussetzen |
| Kernidee | Was ist die eine wichtigste Sache? | Ein Satz als Merksatz |
| Anschaulichkeit | Was können sie sehen oder anfassen? | Bild, Gegenstand oder einfache Skizze |
| Sprache | Welche Wörter müssen erklärt werden? | Fachwort plus kindgerechte Bedeutung |
| Aktivität | Was können sie selbst tun? | Sortieren, zeigen, zuordnen oder nachmachen |
| Check | Wie zeigen sie ihr Verständnis? | eigenes Beispiel oder kurze Erklärung |
Ein Lernkurs für Jüngere ist nicht einfach „leichter“. Er ist anders gebaut: mehr Unterstützung, kürzere Schritte, klarere Beispiele und häufigere Rückmeldungen.
Interaktive Kursplanungen
Diese Planungen kannst Du als Arbeitsvorlage nutzen. Trage Dein eigenes Thema ein und teste den Kurs anschließend mit einer anderen Person.
Kursplaner A: 10-Minuten-Mitschülerkurs
| Feld | Deine Planung |
|---|---|
| Thema | ______________________________ |
| Lernziel | Nach zehn Minuten kann mein Mitschüler ______________________________ |
| Vorwissen-Frage | ______________________________ |
| Kernidee in einem Satz | ______________________________ |
| Beispiel | ______________________________ |
| Gemeinsame Aufgabe | ______________________________ |
| Selbstständige Aufgabe | ______________________________ |
| Kontrollfrage | ______________________________ |
| Mögliche Schwierigkeit | ______________________________ |
Kursplaner B: Wiederholungskurs
| Baustein | Planung |
|---|---|
| Drei Abruffragen | ______________________________ |
| Fünf Schlüsselbegriffe | ______________________________ |
| Typischer Fehler | ______________________________ |
| Korrekturerklärung | ______________________________ |
| Anwendungsaufgabe | ______________________________ |
| Transferfrage | ______________________________ |
| Späterer Wiederholungstermin | ______________________________ |
Kursplaner C: Lernkurs für Jüngere
| Prüffeld | Planung |
|---|---|
| Alter oder Klassenstufe | ______________________________ |
| Was ist schon bekannt? | ______________________________ |
| Ein wichtiger Fachbegriff | ______________________________ |
| Erklärung des Fachbegriffs | ______________________________ |
| Konkretes Beispiel | ______________________________ |
| Bild oder Material | ______________________________ |
| Mitmach-Aufgabe | ______________________________ |
| Abschlussfrage | ______________________________ |
Storyboard für ein Erklärmedium
Ein Storyboard plant, was zu sehen und zu hören ist. Das hilft bei Video, Präsentation, Podcast mit Bildern oder digitaler Lernseite.
| Abschnitt | Bild oder Handlung | Gesprochener oder geschriebener Inhalt | Aktivität der Lernenden |
|---|---|---|---|
| Einstieg | ____________________ | ____________________ | ____________________ |
| Kernidee | ____________________ | ____________________ | ____________________ |
| Beispiel | ____________________ | ____________________ | ____________________ |
| Übung | ____________________ | ____________________ | ____________________ |
| Selbstcheck | ____________________ | ____________________ | ____________________ |
| Abschluss | ____________________ | ____________________ | ____________________ |
Qualitätscheck mit Ampel
Bevor Dein Lernkurs fertig ist, prüfe ihn. Du kannst jede Zeile mit Grün, Gelb oder Rot markieren.
| Prüffrage | Grün | Gelb | Rot |
|---|---|---|---|
| Ist das Lernziel klar? | Ziel ist beobachtbar | Ziel ist teilweise klar | Nur ein Thema ist genannt |
| Passt die Sprache zur Zielgruppe? | verständlich und fachlich richtig | einzelne schwierige Stellen | viele ungeklärte Wörter |
| Gibt es ein gutes Beispiel? | Beispiel zeigt die Kernidee | Beispiel hilft teilweise | Beispiel fehlt oder verwirrt |
| Werden Lernende aktiv? | mehrere Denk- und Übungsphasen | nur eine kurze Aktivität | nur Zuhören oder Lesen |
| Gibt es Rückmeldung? | Fehler können erkannt und verbessert werden | Rückmeldung ist unklar | keine Rückmeldung |
| Gibt es einen Selbstcheck? | Ziel wird passend überprüft | Check prüft nur Einzelwissen | kein Check |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein gutes Ziel beim Erklären eines Themas? (Der andere soll den Zusammenhang verstehen und selbst anwenden können) (!Der andere soll möglichst viele Fachwörter hören) (!Die Erklärung soll möglichst lang sein) (!Die erklärende Person soll ohne Pause sprechen)
Was solltest Du tun, wenn Du beim Erklären an einer Stelle stockst? (Die Wissenslücke markieren und gezielt nacharbeiten) (!Die Stelle überspringen und nie wieder prüfen) (!Ein neues Thema beginnen) (!Nur schneller sprechen)
Warum ist die Zielgruppe für einen Lernkurs wichtig? (Sie bestimmt Vorwissen Sprache Beispiele und Unterstützungsbedarf) (!Sie bestimmt nur die Farbe der Überschrift) (!Sie entscheidet nur über die Länge des Titels) (!Sie ist für die Planung unwichtig)
Welche Formulierung ist ein Lernziel? (Du kannst die drei Stationen eines Vorgangs erklären) (!Der Wasserkreislauf) (!Heute ist Mittwoch) (!Ein schönes Bild)
Welche Aufgabe hat ein gutes Beispiel? (Es macht eine allgemeine Idee an einem konkreten Fall verständlich) (!Es ersetzt jede Erklärung) (!Es soll möglichst kompliziert sein) (!Es muss immer lustig sein)
Was passt gut in einen Wiederholungskurs? (Aktives Abrufen mit Rückmeldung und späterer Wiederholung) (!Nur denselben Text mehrfach lesen) (!Alle Lösungen sofort vorgeben) (!Möglichst keine Fragen stellen)
Was ist beim Erklären für jüngere Schülerinnen und Schüler besonders wichtig? (Kleine Schritte klare Sprache und passende Beispiele) (!Fachbegriffe ohne Erklärung) (!Sehr lange Sätze) (!Möglichst viele Nebenthemen)
Was kennzeichnet Lernen durch Lehren? (Lernende bereiten Inhalte auf und beziehen andere aktiv in das Lernen ein) (!Nur die Lehrkraft spricht) (!Lernende schreiben ausschließlich ab) (!Es gibt keine Übungen)
Welche Aufgabe passt besonders zur Denkhandlung Erschaffen? (Einen eigenen Mini-Lernkurs entwickeln) (!Einen Begriff abschreiben) (!Eine Überschrift markieren) (!Eine fertige Lösung ansehen)
Was macht hilfreiches Feedback aus? (Es ist konkret und zeigt einen nächsten Verbesserungsschritt) (!Es besteht nur aus gut oder schlecht) (!Es bewertet nur die Person) (!Es kommt erst wenn nichts mehr verändert werden kann)
Memory
| Lernziel | Zeigt was am Ende gekonnt werden soll |
| Zielgruppe | Bestimmt Sprache Vorwissen und Beispiele |
| Beispiel | Macht eine Idee konkret |
| Gegenbeispiel | Zeigt die Grenze einer Regel oder Idee |
| Selbstcheck | Prüft das eigene Verständnis |
| Feedback | Hilft beim gezielten Verbessern |
| Storyboard | Plant Bild Handlung und Erklärung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Lernziel | Können am Kursende |
| Einstieg | Vorwissen aktivieren |
| Erklärung | Kernidee verständlich machen |
| Beispiel | Abstraktes konkret zeigen |
| Übung | Selbst anwenden |
| Selbstcheck | Verständnis prüfen |
...
Kreuzworträtsel
| Zielgruppe | Für wen planst Du Sprache Beispiele und Schwierigkeit? |
| Storyboard | Wie heißt der Plan für Bild Handlung und Text eines Erklärmediums? |
| Feedback | Wie heißt eine hilfreiche Rückmeldung zur Verbesserung? |
| Lernziel | Welches Wort bezeichnet das gewünschte Können am Ende? |
| Beispiel | Was macht eine allgemeine Idee an einem konkreten Fall anschaulich? |
| Erklärung | Wie heißt eine verständliche Darstellung eines Zusammenhangs? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Erklären: Wähle ein Schulthema und schreibe eine Erklärung mit höchstens fünf Sätzen. Unterstreiche anschließend die Kernidee und markiere einen Fachbegriff, den Du zusätzlich erklären musst.
- Mindmap: Erstelle eine Mindmap mit dem Thema in der Mitte, vier Hauptästen und mindestens zwei Beispielen. Ordne die Äste danach in eine sinnvolle Kursreihenfolge.
- Beispiel: Suche zu einer Regel oder einem Begriff ein Beispiel und ein Gegenbeispiel. Erkläre in je einem Satz, warum beide zusammen beim Verstehen helfen.
- Präsentation: Nimm eine einminütige Probe-Erklärung auf oder trage sie einer Person vor. Notiere danach zwei Stellen, an denen Du gestockt hast, und verbessere sie.
Standard
- Lernen durch Lehren: Plane einen Zehn-Minuten-Mitschülerkurs mit Startfrage, Kernidee, Beispiel, gemeinsamer Aufgabe, selbstständiger Aufgabe und Abschlusscheck. Führe ihn durch und sammle Feedback.
- Lernstrategien: Erstelle einen Wiederholungskurs für ein aktuelles Unterrichtsthema. Baue mindestens zwei Abruffragen, einen typischen Fehler, eine Anwendung und einen späteren Wiederholungszeitpunkt ein.
- Storyboard: Entwickle ein Storyboard für ein zweiminütiges Erklärvideo. Jede Szene soll entweder erklären, veranschaulichen oder die Lernenden aktivieren. Streiche danach jede Szene ohne klare Lernfunktion.
- Feedback: Tausche Deinen Lernkurs mit einer anderen Person. Gebt Euch Rückmeldung nach drei Kriterien: Verständlichkeit, Aktivität und Zielerreichung. Überarbeite anschließend mindestens zwei Stellen.
Schwer
- Zielgruppe: Plane denselben Lerninhalt einmal für Klasse 5 und einmal für Klasse 2 oder 3. Vergleiche Wortwahl, Beispiele, Schrittgröße und Aufgabenform. Begründe mindestens vier Unterschiede.
- Medienkompetenz: Erstelle einen multimedialen Mini-Lernkurs mit einem selbst erstellten oder frei lizenzierten Bild, einer kurzen Erklärung und einer interaktiven Aufgabe. Dokumentiere die Medienquelle und begründe die Medienwahl.
- Lernziel: Entwirf zu einem Thema Aufgaben aus mindestens vier Denkhandlungen der Bloom-Lernleiter. Prüfe, ob jede Aufgabe wirklich das gewählte Lernziel misst, und überarbeite unpassende Aufgaben.
- Erklärvideo: Teste zwei verschiedene Erklärvarianten zur gleichen schwierigen Stelle, zum Beispiel Skizze gegen Alltagsvergleich. Lass zwei Personen sagen, welche Variante verständlicher war und warum. Entwickle daraus eine verbesserte dritte Version.


Lernkontrolle
- Transfer: Du bekommst eine Erklärung, die fachlich richtig, aber sehr schwer verständlich ist. Überarbeite sie für Klasse 5 und begründe drei Änderungen mit Blick auf Zielgruppe, Sprache und Beispielwahl.
- Fehleranalyse: Ein Wiederholungskurs besteht nur aus zehn Seiten Zusammenfassung. Entwickle drei Änderungen, die aktives Abrufen, Rückmeldung und Anwendung ermöglichen, und erkläre den Nutzen jeder Änderung.
- Didaktik: Vergleiche Lernen durch Lehren, den 5E-Lernweg und Vormachen–gemeinsam–selbstständig für ein selbst gewähltes Thema. Entscheide, welches Modell Du für welchen Abschnitt einsetzen würdest, und begründe Deine Kombination.
- Medienkompetenz: Wähle für einen komplizierten Vorgang zwischen Foto, Skizze, Diagramm und Video. Begründe Deine Wahl anhand dessen, was die Lernenden sehen oder tun müssen.
- Lernziel: Formuliere aus einem bloßen Thema ein überprüfbares Lernziel und entwickle dazu eine passende Transferaufgabe. Erkläre, warum die Aufgabe das Lernziel besser prüft als eine reine Definitionsfrage.
- Feedback: Ein jüngeres Kind versteht Deinen Kurs trotz korrekter Informationen nicht. Plane ein kurzes Diagnosegespräch mit drei Fragen und beschreibe, wie Du den Kurs aufgrund der Antworten verändern würdest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen eigenen Lernkurs planen, durchführen und verbessern kannst.
- Lernziel: Du formulierst ein klares und überprüfbares Lernziel.
- Zielgruppe: Du passt Sprache, Beispiele, Medien und Schwierigkeit an Vorwissen und Alter an.
- Strukturieren: Du ordnest Inhalte in einen nachvollziehbaren Lernweg.
- Erklären: Du erklärst die Kernidee fachlich richtig und in eigenen Worten.
- Übung: Du lässt Lernende aktiv denken, anwenden oder selbst erklären.
- Selbstkontrolle: Du baust einen passenden Check ein, der das Lernziel überprüft.
- Feedback: Du sammelst Rückmeldung und überarbeitest den Lernkurs sichtbar.
- Medienkompetenz: Du nutzt Medien mit klarer Lernfunktion und beachtest Quellen, Rechte und Privatsphäre.
- Reflexion: Du kannst begründen, warum Du ein bestimmtes Lernkursmodell oder eine Kombination gewählt hast.
OERs zum Thema
Zu diesem Thema passen besonders offene Informationen über Lernen durch Lehren, Mindmaps, Erklärvideos und offene Bildungsressourcen.
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