IM6 - 3D-Modelle mit KI erzeugen

IM6 - 3D-Modelle mit KI erzeugen
IM6 - 3D-Modelle mit KI erzeugen
Einleitung
Stell Dir vor, Du beschreibst einem Computer einen Gegenstand und erhältst kurze Zeit später einen räumlichen Entwurf, den Du drehen und aus verschiedenen Richtungen betrachten kannst. Ein solcher Entwurf kann ein Spielobjekt, ein Lernmodell, ein Prototyp oder ein Accessoire für einen Avatar sein. Genau darum geht es bei der KI-gestützten 3D-Erzeugung.
Ein 3D-Modell ist eine digitale räumliche Darstellung. Es besitzt Höhe, Breite und Tiefe. Viele 3D-Modelle bestehen an ihrer Oberfläche aus zahlreichen kleinen Flächen. Zusammen bilden diese Flächen ein Polygonnetz, oft auch Mesh genannt. KI-Systeme können aus Texten oder anderen Eingaben erste 3D-Entwürfe erzeugen. Trotzdem bleibt der Mensch wichtig: Du formulierst den Auftrag, vergleichst Varianten, erkennst Fehler und prüfst, ob das Modell für seinen Zweck geeignet und rechtlich nutzbar ist.
KI-gestützte 3D-Erzeugung ist deshalb ein Zukunftswerkzeug: Sie kann Ideen schnell sichtbar machen und Varianten erzeugen, ersetzt aber nicht Deine Prüfung und Entscheidung.

Das Drahtgitter zeigt ein Grundprinzip vieler 3D-Modelle: Punkte, Kanten und Flächen bilden gemeinsam eine räumliche Form.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie aus einem Textauftrag ein KI-gestützter 3D-Entwurf entsteht. Du kannst eigene Aufträge formulieren, mehrere Modellvarianten vergleichen und Ergebnisse nach Form, Funktion und Nutzungsrechten prüfen. Diese drei Bereiche bilden Deinen 3F-Check.
Was ist ein 3D-Modell?
Ein flaches Bild zeigt nur eine Ansicht. Ein 3D-Modell beschreibt dagegen einen räumlichen Körper. Du kannst es am Bildschirm drehen, vergrößern und aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Je nach Zweck kann ein Modell sehr einfach oder sehr detailreich sein.
In Computerspielen werden häufig Modelle mit vergleichsweise wenigen Polygonen verwendet. Solche Low-Poly-Modelle können gut erkennbar sein und benötigen oft weniger Rechenleistung. Für ein Lernmodell sind dagegen fachliche Richtigkeit und klare Formen besonders wichtig. Für einen 3D-Druck muss zusätzlich geprüft werden, ob das Modell überhaupt sinnvoll hergestellt werden kann.

Die Darstellung des Stanford Bunny zeigt, dass eine ähnliche Grundform mit unterschiedlich vielen Flächen beschrieben werden kann. Mehr Flächen bedeuten nicht automatisch ein besseres Modell. Entscheidend ist immer der Zweck.
Wichtige Begriffe
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| 3D-Modell | Digitale räumliche Darstellung eines Gegenstands |
| Mesh | Netz aus Punkten, Kanten und Flächen |
| Polygon | Einzelne Fläche eines Meshs |
| Low-Poly | Modell mit vergleichsweise wenigen Polygonen |
| Textur | Bild oder Muster auf der Oberfläche eines 3D-Modells |
| Prompt | Textauftrag an ein KI-System |
| Variante | Alternative Ausführung derselben Grundidee |
| Prototyp | Testversion einer Idee oder eines Produkts |
| Lizenz | Regeln für Nutzung, Veränderung und Weitergabe eines Werks |
Wie KI aus Text einen 3D-Entwurf erzeugen kann
Bei generativer KI erzeugt ein System neue Ausgaben aus Eingaben. Für 3D-Aufgaben kann die Eingabe ein Text sein. Dieser Text beschreibt, was entstehen soll, wofür das Modell gebraucht wird und welche Eigenschaften wichtig sind.
Ein KI-System versteht den Auftrag nicht wie ein Mensch. Es berechnet eine passende Ausgabe aus gelernten Mustern. Deshalb kann ein Ergebnis gut aussehen und trotzdem Fehler besitzen. Ein Griff kann zu dünn sein, ein Lernmodell kann einen wichtigen Bestandteil falsch darstellen oder ein Avataraccessoire kann durch den Körper des Avatars ragen.
Das Video zeigt ein Forschungsbeispiel für Text-zu-3D-Erzeugung. Für den Unterricht ist wichtig: Ein automatisch erzeugtes Modell ist zunächst ein Entwurf. Es muss geprüft und gegebenenfalls verbessert werden.
Der Weg vom Auftrag zum Modell
| Schritt | Tätigkeit | Prüffrage |
|---|---|---|
| Auftrag klären | Zweck und Objekt festlegen | Was soll das Modell später können? |
| Prompt schreiben | Form, Stil, Details und Grenzen beschreiben | Ist der Auftrag eindeutig? |
| Varianten erzeugen | Mehrere Entwürfe anfordern | Welche Variante passt am besten? |
| Form prüfen | Geometrie und sichtbare Fehler untersuchen | Stimmen Proportionen und Verbindungen? |
| Funktion prüfen | Einsatz des Modells testen | Erfüllt es seinen Zweck? |
| Rechte prüfen | Quellen, Lizenzen und Bedingungen kontrollieren | Darfst Du das Ergebnis verwenden? |
| Verbessern | Prompt oder Modell gezielt verändern | Welche Änderung löst das wichtigste Problem? |
Gute textbasierte 3D-Aufträge
Ein guter 3D-Auftrag nennt mehr als nur einen Gegenstand. Eine einfache Formel lautet:
Objekt + Zweck + Grundform + wichtige Details + Stil + technische Grenze + Rechtehinweis
Beispiel: „Erzeuge einen kleinen futuristischen Energieschlüssel für ein selbst erfundenes Computerspiel. Kurzer Griff, sechseckiger Kopf, klare Silhouette, Low-Poly-Stil, keine Schrift, keine Logos und keine Ähnlichkeit zu bekannten Film- oder Spielfiguren.“
Dieser Auftrag ist besser als „Mach einen coolen Schlüssel“, weil die spätere Qualitätsprüfung dadurch möglich wird.
Fiktive Auftragswerkstatt
| Nr. | Fiktiver 3D-Auftrag | Wichtigste Prüfung |
|---|---|---|
| A | Erzeuge einen leuchtenden Kristall als sammelbares Spielobjekt. Sechs grobe Flächen, breite Standfläche, Low-Poly-Stil, keine Schrift und keine Markenformen. | Ist die Silhouette schnell erkennbar? |
| B | Erzeuge eine kleine Schatzkiste für ein selbst erfundenes Abenteuerspiel. Großer Deckelgriff, vereinfachte Beschläge, keine realen Logos. | Ist das Objekt auch in kleiner Darstellung verständlich? |
| C | Erzeuge ein vereinfachtes Lernmodell einer Pflanzenzelle. Zellwand, Zellkern und große Vakuole sollen klar getrennt sein. | Sind die wichtigen Bereiche fachlich sinnvoll dargestellt? |
| D | Erzeuge ein zerlegbares Lernmodell eines Zahns mit Krone, Wurzel und Innenraum. | Unterstützt die Form das Lernen? |
| E | Erzeuge einen Prototyp für einen Stiftehalter mit breitem Fuß, drei Fächern und abgerundeten Außenkanten. | Wirkt der Halter standsicher und praktisch? |
| F | Erzeuge einen Namensschildständer mit breitem Fuß und einer Führung für eine rechteckige Karte. | Kann die Karte eingesetzt werden und bleibt der Ständer stabil? |
| G | Erzeuge ein Avataraccessoire als kleinen Fantasierucksack mit zwei Seitentaschen, ohne Marken und ohne bekannte Figuren. | Passt der Rucksack an einen Avatar, ohne in den Körper zu ragen? |
| H | Erzeuge eine futuristische Avatarbrille mit geometrischem Rahmen, ohne Schrift und Logos. | Ist die Gestaltung eigenständig und passend? |
| I | Erzeuge ein magisches Spielwerkzeug mit kurzem Griff und sternförmigem Kopf. Runde alle Spitzen deutlich ab. | Ist die Form freundlich und klar erkennbar? |
| J | Erzeuge ein Lernmodell eines Vulkans im Querschnitt mit Krater, Förderschlot und Magmakammer. | Sind die Lernbereiche deutlich unterscheidbar? |
| K | Erzeuge einen Prototyp für einen Kabelhalter mit breitem Sockel und offener U-förmiger Führung. | Passt ein Kabel hinein und bleibt der Halter stabil? |
| L | Erzeuge eine Avatar-Schultertasche mit geometrischer Klappe, breitem Gurt und neutralem Muster. | Sind Gurt und Tasche als zusammenhängende Form plausibel? |
Modellvarianten vergleichen
Eine Stärke KI-gestützter Gestaltung ist die schnelle Erzeugung mehrerer Varianten. Diese Varianten sind nur dann hilfreich, wenn Du sie nach klaren Kriterien vergleichst.
| Auftrag | Variante A | Variante B | Variante C | Begründete Wahl |
|---|---|---|---|---|
| Spielkristall | Viele kleine Spitzen | Sechs große Flächen | Fast kugelförmig | B: klare Silhouette und passender Stil |
| Pflanzenzelle | Viele winzige Details | Große klar getrennte Bereiche | Zellkern fehlt | B: für Klasse 6 am verständlichsten |
| Stiftehalter | Schmaler Fuß | Breiter Fuß und drei erreichbare Fächer | Sehr hoher Rand | B: Funktion am besten erfüllt |
| Avatarbrille | Zu breit | Mittlere Breite und klare Form | Sehr dünne Bügel | B: beste Kombination aus Form und Funktion |
Der 3F-Check: Form, Funktion und Freigabe
Der 3F-Check hilft Dir, KI-gestützte 3D-Modelle systematisch zu prüfen.
Form prüfen
Betrachte das Modell von vorne, hinten, oben, unten und von den Seiten. Ein Modell kann in einer Ansicht gut aussehen und auf der Rückseite Fehler besitzen.
| Prüffrage | Gute Lösung | Warnzeichen |
|---|---|---|
| Ist die Grundform erkennbar? | Der Gegenstand ist sofort verständlich. | Der Umriss wirkt unklar. |
| Stimmen die Proportionen? | Teile passen sinnvoll zusammen. | Einzelne Teile sind auffällig zu groß oder zu klein. |
| Sind alle Teile verbunden? | Keine schwebenden Flächen oder Löcher. | Teile schweben oder schneiden sich ungewollt. |
| Passt die Silhouette? | Der Umriss unterstützt den Zweck. | Der Umriss wirkt zufällig oder verwirrend. |

Funktion prüfen
Ein schönes Modell kann trotzdem unbrauchbar sein. Deshalb prüfst Du immer den geplanten Einsatz.
| Use-Case | Typische Funktionsfragen |
|---|---|
| Spielobjekt | Ist es schnell erkennbar? Ist die Detailmenge passend? Ist die Größe im Spiel sinnvoll? |
| Lernmodell | Sind die wichtigen Strukturen richtig und deutlich? Unterstützt die Vereinfachung das Lernen? |
| Prototyp | Steht das Objekt stabil? Passen Öffnungen, Halterungen und Größenverhältnisse? |
| Avataraccessoire | Sitzt es an der richtigen Stelle? Schneidet es in den Körper? Bleibt die Form bei Bewegung verständlich? |

Ein Prototyp ist eine Testversion. Fehler sind dabei nützlich, weil sie zeigen, was verbessert werden muss.
Freigabe und Nutzungsrechte prüfen
Auch bei KI-Modellen gilt: Nur weil ein Modell erzeugt werden kann, darf es nicht automatisch beliebig genutzt werden. Die Regeln hängen unter anderem vom Ausgangsmaterial, vom verwendeten Dienst und vom Verwendungszweck ab.
| Prüffrage | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Wurden fremde Bilder oder 3D-Dateien als Vorlage verwendet? | Dann können deren Lizenzen und Rechte wichtig sein. |
| Zeigt das Modell eine bekannte Figur, Marke oder ein Logo? | Solche Elemente können geschützt sein. |
| Welche Nutzungsbedingungen hat das KI-Werkzeug? | Dienste können unterschiedliche Regeln für Verwendung und Veröffentlichung haben. |
| Ist eine Lizenz angegeben? | Sie kann festlegen, wie ein Werk genutzt, verändert oder weitergegeben werden darf. |
| Wurden reale Personen oder private Bilder verwendet? | Persönliche Bilder sollen nicht ohne passende Erlaubnis hochgeladen oder weiterverarbeitet werden. |
| Sind Quelle und Entscheidung dokumentiert? | Dokumentation macht die Nutzung nachvollziehbar. |
Bei Creative-Commons-Lizenzen musst Du die konkrete Lizenz lesen. CC BY verlangt zum Beispiel Namensnennung. CC BY-SA verlangt zusätzlich eine Weitergabe unter derselben oder einer kompatiblen Lizenz.
Vier konkrete Use-Cases
Spielobjekt
Fiktiver Hauptauftrag: „Erzeuge einen Low-Poly-Energieschlüssel für ein selbst erfundenes Weltraumspiel. Kurzer Griff, sechseckiger Kopf, zwei große Kerben, keine Schrift, kein Logo, klare Silhouette.“
| Variante | Änderung | Erwartete Wirkung |
|---|---|---|
| S1 | Kopf deutlich größer als Griff | Bessere Sichtbarkeit |
| S2 | Weniger kleine Details | Ruhigere Low-Poly-Form |
| S3 | Griff dicker und kürzer | Kräftigere Silhouette |
| S4 | Eine asymmetrische Kerbe | Vorder- und Rückseite leichter unterscheidbar |
Qualitätsprüfung: Vergleiche S1 bis S4 aus mindestens drei Blickwinkeln. Wähle eine Variante und begründe mit Form, Funktion und Nutzungsrechten.
Lernmodell
Fiktiver Hauptauftrag: „Erzeuge ein vereinfachtes 3D-Lernmodell einer Pflanzenzelle für Klasse 6. Zellwand, Zellkern und große Vakuole sollen klar getrennt sichtbar sein.“
| Variante | Änderung | Prüffrage |
|---|---|---|
| L1 | Zellkern deutlich vergrößert | Wird das Lernen erleichtert oder die Vorstellung verfälscht? |
| L2 | Vakuole als herausnehmbares Teil | Hilft die Zerlegung beim Lernen? |
| L3 | Außenform stärker eckig | Passt die Vereinfachung zum Lernziel? |
| L4 | Nur drei Hauptbereiche | Wird das Modell übersichtlicher, ohne Wesentliches zu verlieren? |
Qualitätsprüfung: Vergleiche jede Variante mit einem zuverlässigen Unterrichtsmaterial. Ein schönes Modell ist nicht automatisch fachlich richtig.
Prototyp
Fiktiver Hauptauftrag: „Erzeuge einen Prototyp für einen Stiftehalter mit breitem Sockel, drei Fächern und abgerundeten Außenkanten.“
| Variante | Beobachtung | Verbesserung |
|---|---|---|
| P1 | Sockel zu schmal | Sockel verbreitern |
| P2 | Fächer zu eng | Innenräume vergrößern |
| P3 | Rand zu hoch | Randhöhe reduzieren |
| P4 | Breiter Fuß und erreichbare Fächer | Stand- und Nutzungstest durchführen |
Wenn ein Prototyp später 3D-gedruckt wird, gelten zusätzliche Sicherheitsregeln. Ein 3D-Drucker besitzt bewegliche und teilweise heiße Teile. Nutze ihn in der Schule nur nach den dort geltenden Sicherheitsregeln und unter Anleitung.
Avataraccessoire
Fiktiver Hauptauftrag: „Erzeuge eine futuristische Avatarbrille mit breitem geometrischem Rahmen, zwei großen Gläsern, ohne Schrift, Logos oder Ähnlichkeit zu bekannten Figuren.“
| Variante | Veränderung | Prüffrage |
|---|---|---|
| A1 | Sehr breiter Rahmen | Schneidet die Brille in den Kopf? |
| A2 | Dünne Bügel | Sind die Bügel sichtbar und plausibel? |
| A3 | Größere Gläser | Bleibt die Brille als Accessoire verständlich? |
| A4 | Eigene asymmetrische Form | Wirkt die Gestaltung eigenständig und funktional? |
Zukunftswerkzeug statt Zauberknopf
KI-gestützte 3D-Erzeugung kann künftig viele Gestaltungsprozesse verändern. Ideen lassen sich schneller ausprobieren, Varianten können einfacher verglichen werden und erste Entwürfe werden auch ohne jahrelange 3D-Erfahrung zugänglich. In Computerspielen, Produktdesign, Unterricht, 3D-Druck und virtuellen Welten entstehen dadurch neue Möglichkeiten.
Trotzdem bleibt der Mensch verantwortlich. Eine KI weiß nicht automatisch, ob ein Lernmodell fachlich richtig, ein Prototyp stabil, ein Spielobjekt gut lesbar oder eine Nutzung erlaubt ist. Darum werden Aufträge formulieren, Varianten vergleichen, Fehler erkennen und Rechte prüfen zu wichtigen Zukunftskompetenzen.
Qualitätslabor: Finde den Fehler
| Auftrag | Ergebnisbeschreibung | Diagnose |
|---|---|---|
| Spielobjekt | Auf der Rückseite schweben drei Flächen. | Formfehler: Flächen verbinden oder entfernen. |
| Lernmodell | Bei der Pflanzenzelle fehlt der Zellkern. | Funktionsfehler: Lernziel wird nicht erfüllt. |
| Prototyp | Der Stiftehalter kippt beim Antippen. | Funktionsfehler: Sockel verbreitern oder Schwerpunkt verändern. |
| Avataraccessoire | Die Brille zeigt ein bekanntes Markenlogo. | Rechteproblem: eigenständige Gestaltung ohne fremdes Logo wählen. |
| Spielobjekt | Aus normaler Spielansicht ist das Objekt kaum erkennbar. | Funktionsproblem: Silhouette vereinfachen. |
| Prototyp | Eine Öffnung ist kleiner als das einzusetzende Teil. | Funktionsproblem: Maße und Toleranzen anpassen. |
| Lernmodell | Dekoration verdeckt wichtige Strukturen. | Form und Funktion verbessern: Details reduzieren. |
| Avataraccessoire | Die Tasche ragt in den Oberkörper. | Funktionsfehler: Größe, Position oder Aufhängung ändern. |
Prompt verbessern: Vorher und Nachher
| Schwacher Auftrag | Verbesserter Auftrag |
|---|---|
| „Mach einen coolen Schlüssel.“ | „Erzeuge einen Low-Poly-Energieschlüssel mit kurzem Griff, großem sechseckigem Kopf, klarer Silhouette, ohne Schrift und Logos.“ |
| „Mach eine Pflanzenzelle.“ | „Erzeuge ein vereinfachtes 3D-Lernmodell einer Pflanzenzelle für Klasse 6 mit klar getrennten Bereichen für Zellwand, Zellkern und Vakuole.“ |
| „Mach einen Stiftehalter.“ | „Erzeuge einen standsicheren Stiftehalter mit breitem Sockel, drei erreichbaren Fächern und abgerundeten Außenkanten.“ |
| „Mach eine coole Brille.“ | „Erzeuge eine eigenständige futuristische Avatarbrille mit geometrischem Rahmen, ohne Logos und ohne Ähnlichkeit zu bekannten Figuren.“ |
Mini-Projekt: Die 3D-Designakte
Eine eigene 3D-Designakte enthält Deinen Auftrag, mindestens drei Varianten, eine begründete Entscheidung und den 3F-Check.
| Teil | Inhalt |
|---|---|
| Auftrag | Was soll entstehen und wofür? |
| Prompt | Wie beschreibst Du Form, Stil, Details und Grenzen? |
| Varianten | Welche drei unterschiedlichen Versionen vergleichst Du? |
| Formprüfung | Welche sichtbaren Stärken und Fehler findest Du? |
| Funktionsprüfung | Erfüllt das Modell seinen Zweck? |
| Rechteprüfung | Welche Quellen, Lizenzen oder Bedingungen musst Du beachten? |
| Entscheidung | Welche Variante wählst Du und warum? |
| Verbesserung | Was änderst Du in der nächsten Version? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein 3D-Modell? (Eine digitale räumliche Darstellung eines Gegenstands) (!Ein reiner Ton ohne Bild) (!Eine Liste mit Passwörtern) (!Ein ausgedruckter Stundenplan)
Wozu dient ein Prompt bei der KI-gestützten 3D-Erzeugung? (Er beschreibt den Auftrag für das KI-System) (!Er misst die Raumtemperatur) (!Er repariert automatisch einen 3D-Drucker) (!Er ersetzt jede Qualitätsprüfung)
Was wird bei der Formprüfung besonders untersucht? (Proportionen, Verbindungen und sichtbare Modellfehler) (!Nur die Lautstärke des Computers) (!Nur die Farbe des Schreibtischs) (!Nur die Länge des Dateinamens)
Was ist bei einem Prototyp besonders wichtig? (Die geplante Funktion praktisch zu prüfen) (!Dass er niemals verändert wird) (!Dass er möglichst viele Logos trägt) (!Dass er nur von vorne betrachtet wird)
Warum sind mehrere Modellvarianten nützlich? (Weil man unterschiedliche Lösungen vergleichen kann) (!Weil dann keine Prüfung mehr nötig ist) (!Weil jede Variante automatisch richtig ist) (!Weil Nutzungsrechte dadurch verschwinden)
Was bedeutet Low-Poly bei einem 3D-Modell? (Das Modell verwendet vergleichsweise wenige Polygone) (!Das Modell besteht nur aus Text) (!Das Modell darf nicht gedreht werden) (!Das Modell hat immer eine Metalloberfläche)
Was gehört zur Funktionsprüfung eines Avataraccessoires? (Prüfen, ob es sinnvoll am Avatar sitzt) (!Prüfen, ob der Bildschirm sauber ist) (!Prüfen, ob das Schulbuch geschlossen ist) (!Prüfen, ob ein Drucker Papier enthält)
Warum sollte ein Lernmodell mit einer zuverlässigen Quelle verglichen werden? (Damit fachliche Fehler erkannt werden können) (!Damit es möglichst kompliziert aussieht) (!Damit keine Varianten entstehen) (!Damit jede Oberfläche glänzt)
Was gehört zur Rechteprüfung? (Lizenz, Quellen und Nutzungsbedingungen kontrollieren) (!Nur die Anzahl der Polygone zählen) (!Nur die Hintergrundfarbe auswählen) (!Nur den Dateinamen verkürzen)
Welche Aussage beschreibt KI-gestützte 3D-Erzeugung am besten? (KI kann Entwürfe erzeugen, die der Mensch prüfen und verbessern muss) (!KI erzeugt immer fehlerfreie Endprodukte) (!KI macht Nutzungsrechte überflüssig) (!KI ersetzt automatisch jede menschliche Entscheidung)
Memory
| Prompt | Textauftrag an ein KI-System |
| Mesh | Netz aus Flächen eines 3D-Modells |
| Low-Poly | Modell mit vergleichsweise wenigen Polygonen |
| Prototyp | Testversion einer Idee |
| Textur | Oberflächenbild eines 3D-Modells |
| Lizenz | Regeln für die Nutzung eines Werks |
| Silhouette | Sichtbarer Umriss einer Form |
| Variante | Alternative Ausführung einer Grundidee |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Prompt | Textauftrag für die Erzeugung eines Modells |
| Formprüfung | Sichtbare Geometrie und Proportionen untersuchen |
| Funktionsprüfung | Eignung für den geplanten Zweck testen |
| Rechteprüfung | Lizenzen und Nutzungsbedingungen kontrollieren |
| Iteration | Nach einer Prüfung gezielt eine neue Version entwickeln |
...
Kreuzworträtsel
| Polygon | Wie heißt eine einzelne Fläche in einem 3D-Mesh? |
| Textur | Wie heißt ein Bild oder Muster auf einer 3D-Oberfläche? |
| Prototyp | Wie heißt eine Testversion eines geplanten Produkts? |
| Lizenz | Welches Wort bezeichnet Regeln für die Nutzung eines Werks? |
| Avatar | Wie heißt eine digitale Figur, die durch Accessoires ergänzt werden kann? |
| Rendering | Wie heißt das Berechnen eines sichtbaren Bildes aus einer 3D-Szene? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- 3D-Auftrag formulieren: Schreibe einen eigenen Textauftrag für ein ungefährliches, selbst erfundenes Spielobjekt. Nenne Zweck, Grundform, zwei wichtige Details und mindestens eine Grenze.
- Silhouetten-Test: Zeichne drei Umrisse für mögliche 3D-Spielobjekte und prüfe mit einer anderen Person, welcher am schnellsten erkannt wird.
- Varianten vergleichen: Wähle einen fiktiven Auftrag und beschreibe drei mögliche Varianten mit jeweils einer sichtbaren Änderung.
- Rechte-Ampel: Erfinde je ein Beispiel für eine grüne, gelbe und rote Nutzungssituation und begründe die Einteilung.
Standard
- Lernmodell planen: Entwickle einen Prompt für ein 3D-Lernmodell aus Biologie, Geografie oder Mathematik und schreibe drei fachliche Prüffragen dazu.
- Prototyp testen: Entwirf auf Papier einen einfachen Halter oder Ständer und markiere Stellen, an denen Stabilität, Größe oder Passform geprüft werden müssen.
- Avataraccessoire entwickeln: Plane ein eigenständiges Avataraccessoire ohne Logos oder bekannte Figuren. Zeichne Vorder-, Seiten- und Rückansicht.
- 3F-Prüfprotokoll: Bewerte einen fiktiven 3D-Entwurf nach Form, Funktion und Freigabe und formuliere zwei Verbesserungen.
Schwer
- Prompt-Iteration: Schreibe einen Ausgangsprompt und drei verbesserte Versionen. Jede Version soll ein zuvor gefundenes Problem lösen.
- Modelljury: Entwickle ein Punktesystem für Form, Funktion und Rechte. Bewerte damit drei fiktive Modellvarianten und begründe Deine Entscheidung.
- 3D-Zukunftswerkstatt: Entwirf ein Szenario für das Jahr 2035, in dem KI-gestützte 3D-Erzeugung in Schule, Beruf oder Freizeit genutzt wird. Beschreibe Chancen und Grenzen.
- OER-3D-Projekt: Suche ein frei lizenziertes 3D-Modell, dokumentiere Quelle und Lizenz, plane eine erlaubte Veränderung und erkläre die nötige Namensnennung.


Lernkontrolle
- Transfer Spielobjekt: Ein KI-System erzeugt einen Schlüssel mit vielen feinen Zacken. Im Spiel ist er sehr klein sichtbar. Erkläre das Problem und verbessere den Prompt.
- Transfer Lernmodell: Ein Modell einer Pflanzenzelle sieht beeindruckend aus, enthält aber einen falsch platzierten Zellkern. Begründe, warum gutes Aussehen nicht genügt, und beschreibe einen Prüfweg.
- Transfer Prototyp: Ein digitaler Stiftehalter hat einen schmalen Fuß und sehr hohe Seitenwände. Entwickle zwei Änderungen und begründe sie.
- Transfer Avataraccessoire: Eine KI erzeugt eine Brille, die stark an eine bekannte Filmfigur erinnert. Beschreibe eine technische und eine rechtliche beziehungsweise gestalterische Reaktion.
- Qualitätsentscheidung: Variante A sieht am besten aus, Variante B funktioniert am besten und Variante C hat die klarste dokumentierte Nutzungslage. Entwickle Kriterien für eine begründete Auswahl.
- Zukunftsbewertung: Erkläre, warum KI-gestützte 3D-Erzeugung gleichzeitig Arbeit beschleunigen und neue Prüfaufgaben erzeugen kann. Nutze zwei Use-Cases als Beispiele.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du einen verständlichen 3D-Auftrag formulierst, mehrere Varianten vergleichst und eine begründete Entscheidung triffst.
- 3D-Designakte: Vollständiger Auftrag mit Zweck, Zielgruppe und Prompt
- Variantenvergleich: Mindestens drei Varianten mit nachvollziehbaren Unterschieden
- Formprüfung: Prüfung aus mehreren Blickwinkeln
- Funktionsprüfung: Tests passend zu Spielobjekt, Lernmodell, Prototyp oder Avataraccessoire
- Rechteprüfung: Quellen, Lizenzangaben, mögliche Markenbezüge und Werkzeugbedingungen dokumentieren
- Verbesserungsschleife: Mindestens eine konkrete Änderung des Prompts aufgrund eines gefundenen Problems
- Reflexion: Erklären, was die KI unterstützt hat und welche Entscheidungen der Mensch übernehmen musste
OERs zum Thema
Weitere sinnvolle Einstiege sind 3D-Grafiksoftware, Polygonnetz, CAD, 3D-Druck, Generative künstliche Intelligenz und Creative Commons.
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