IM5 - Digital Feedback geben

IM5 - Digital Feedback geben
IM5 - Digital Feedback geben
Einleitung
Digitales Feedback bedeutet: Du gibst einer anderen Person eine Rückmeldung zu einem digitalen Produkt oder über ein digitales Werkzeug. Das kann zum Beispiel ein Kommentar unter einer Präsentation, eine markierte Stelle in einem Text, eine kurze Audioaufnahme zu einem Bild, ein Hinweis an einer bestimmten Stelle eines Videos oder eine Rückmeldung zu einem selbst erstellten aiMOOC sein.
In diesem aiMOOC trainierst Du Feedback für die Klasse 5. Dein Ziel ist nicht, andere zu bewerten oder Fehler zu sammeln. Du sollst lernen, Rückmeldungen so zu formulieren, dass die andere Person damit wirklich weiterarbeiten kann.

Ein gutes Feedback beantwortet drei Fragen:
- Konkret: Worauf genau beziehst Du Dich?
- Respektvoll: Wie formulierst Du so, dass die andere Person gern weiterarbeitet?
- Hilfreich: Welche Beobachtung, Frage oder Idee hilft bei der nächsten Verbesserung?
Diese drei Eigenschaften bilden den KRH-Check: konkret – respektvoll – hilfreich.
Digitales Feedback kann schriftlich, mündlich oder mit Markierungen gegeben werden. Häufig findet es zwischen Lernenden statt. Dann spricht man von Peer-Feedback. Es kann aber auch von einer Lehrkraft, einer Gruppe oder einer anderen Person kommen. Wichtig ist: Ein Feedback ist eine Rückmeldung zu einem Produkt oder einer beobachtbaren Wirkung und kein Urteil über den Menschen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Feedback als Rückmeldung erklären und von Beleidigung, Lob ohne Begründung und Benotung unterscheiden.
- konkrete Stellen in Präsentationen, Texten, Bildern, Videos und aiMOOCs für Deine Rückmeldung benennen.
- digitale Kommentarfunktionen sinnvoll verwenden.
- kurzes Audiofeedback planen und aufnehmen.
- mit einem Kriterienraster arbeiten.
- hilfreiche Rückmeldesätze mit Beobachtung, Wirkung und Verbesserungsidee formulieren.
- Feedback respektvoll annehmen, nachfragen und selbst entscheiden, welche Hinweise Du umsetzt.
- bei digitalen Rückmeldungen auf Datenschutz, Netiquette und einen sicheren Umgang mit persönlichen Informationen achten.
Was macht gutes Feedback aus?

Ein Satz wie „Gut gemacht!“ kann freundlich gemeint sein. Er hilft aber nur wenig, weil die andere Person nicht weiß, was gelungen ist. Auch „Das ist schlecht.“ ist kein hilfreiches Feedback. Es bleibt ungenau und kann verletzen.
Hilfreicher ist diese einfache Struktur:
| Schritt | Leitfrage | Beispielsatz |
|---|---|---|
| Beobachtung | Was sehe, lese oder höre ich konkret? | „Auf Folie 3 stehen acht lange Stichpunkte.“ |
| Wirkung | Was passiert bei mir als Betrachterin oder Betrachter? | „Ich konnte beim Zuhören nicht gleichzeitig alles lesen.“ |
| Idee oder Frage | Was könnte beim nächsten Schritt helfen? | „Vielleicht könntest Du drei wichtige Begriffe auswählen und den Rest mündlich erklären.“ |
Diese Struktur kann man als B-W-I merken: Beobachtung – Wirkung – Idee.
Ein Feedback muss nicht immer eine Verbesserung verlangen. Wenn etwas besonders gut funktioniert, ist eine konkrete Rückmeldung ebenfalls hilfreich:
„Die Überschrift auf Folie 2 sagt sofort, worum es geht. Dadurch konnte ich Deinem Vortrag gut folgen.“
Das ist besser als nur:
„Die Folie ist schön.“
Person und Produkt trennen
Feedback soll sich auf ein Produkt, eine Entscheidung oder eine beobachtbare Handlung beziehen.
| Ungünstig | Besser | Warum? |
|---|---|---|
| „Du bist unordentlich.“ | „Im zweiten Absatz fehlen zwei Satzzeichen. Wenn Du sie ergänzt, lässt sich der Text leichter lesen.“ | Die Person wird nicht bewertet. |
| „Du kannst nicht präsentieren.“ | „Auf den letzten beiden Folien hast Du sehr leise gesprochen. Wenn Du etwas lauter sprichst, kann die letzte Reihe Dich besser verstehen.“ | Eine konkrete Beobachtung wird genannt. |
| „Dein Bild ist langweilig.“ | „Mein Blick findet noch keinen Mittelpunkt. Vielleicht könntest Du ein wichtiges Element größer darstellen.“ | Die Rückmeldung zeigt eine mögliche nächste Handlung. |
| „Das Video ist schlecht.“ | „Bei Sekunde 0:18 ist die Stimme schwer zu verstehen, weil gleichzeitig Musik läuft. Vielleicht kannst Du die Musik dort leiser machen.“ | Die genaue Stelle und ein Verbesserungsschritt werden genannt. |
Satzstarter für Klasse 5
Diese Satzanfänge helfen Dir, freundlich und genau zu schreiben oder zu sprechen:
| Ziel | Satzstarter |
|---|---|
| Etwas Gelungenes benennen | „Besonders verständlich finde ich …, weil …“ |
| Eine Stelle nennen | „Bei … ist mir aufgefallen, dass …“ |
| Wirkung beschreiben | „Auf mich wirkt das …, weil …“ |
| Nachfragen | „Ich frage mich, ob …“ |
| Verbesserungsidee geben | „Vielleicht könntest Du …“ |
| Auswahl anbieten | „Du könntest entweder … oder … ausprobieren.“ |
| Audiofeedback beginnen | „Ich beziehe mich auf …“ |
| Feedback abschließen | „Mein wichtigster Tipp für die nächste Version ist …“ |
Digitale Kommentarfunktionen

Viele digitale Lernwerkzeuge besitzen Kommentarfunktionen. Die genaue Oberfläche kann unterschiedlich aussehen. Das Prinzip ist aber oft ähnlich: Du wählst eine Stelle aus und hinterlässt dort eine Rückmeldung.
Fünf nützliche Arten digitaler Kommentare
- Stellenkommentar: Du markierst ein Wort, einen Satz oder einen Bereich und schreibst genau dazu eine Rückmeldung.
- Gesamtkommentar: Du gibst am Ende eine Rückmeldung zum gesamten Produkt.
- Fragekommentar: Du stellst eine Frage, wenn Dir etwas noch nicht klar ist.
- Antwortkommentar: Du reagierst auf eine Rückfrage oder erklärst Deine Rückmeldung genauer.
- Erledigter Kommentar: Nach einer Überarbeitung kann ein Kommentar als bearbeitet oder erledigt markiert werden, wenn das verwendete Werkzeug diese Funktion anbietet.
Beispiel: Ein Kommentar-Dialog
Produkt: Ein Sachtext über Bienen.
Mira kommentiert den Satz „Bienen sind sehr wichtig.“: „Kannst Du hier genauer sagen, wofür Bienen wichtig sind? Ein Beispiel würde mir helfen.“
Sam antwortet: „Meinst Du zum Beispiel die Bestäubung von Pflanzen?“
Mira antwortet: „Ja. Dann weiß ich als Leserin sofort, was Du meinst.“
Sam überarbeitet: „Bienen sind für viele Pflanzen wichtig, weil sie beim Sammeln von Nektar Blüten bestäuben.“
Der Kommentar hat funktioniert, weil er konkret war, eine Frage enthielt und eine Überarbeitung ausgelöst hat.
Kommentar-Regeln
- Schreibe nur, was Du auch im Klassenraum respektvoll sagen würdest.
- Beziehe Dich möglichst auf eine genaue Stelle.
- Formuliere so, dass klar wird, was die andere Person tun kann.
- Schreibe keine persönlichen Beleidigungen, Spitznamen oder Bloßstellungen.
- Teile keine privaten Telefonnummern, Adressen, Passwörter oder andere sensible Daten.
- Nutze für schulische Rückmeldungen die von der Schule oder Lehrkraft vorgesehenen Werkzeuge.
- Wenn Dich ein Kommentar verletzt oder Dir unangenehm ist, antworte nicht im Streit, sondern wende Dich an eine Lehrkraft oder eine andere zuständige erwachsene Person.
Audiofeedback

Beim Audiofeedback sprichst Du Deine Rückmeldung ein. Das kann besonders praktisch sein, wenn Du Tonfall, Betonung oder mehrere zusammenhängende Hinweise verständlich erklären möchtest.
Für Klasse 5 eignet sich oft ein kurzes Audiofeedback von ungefähr 20 bis 40 Sekunden. Es soll nicht möglichst lang, sondern möglichst klar sein.
Die 4-Schritt-Struktur für Audiofeedback
- Bezug: „Ich gebe Dir Feedback zu Deiner Präsentation über Vulkane.“
- Stärke: „Deine Erklärung auf Folie 2 war für mich besonders verständlich, weil Du ein Beispiel benutzt hast.“
- Tipp: „Auf Folie 4 sprichst Du sehr schnell. Vielleicht machst Du nach jedem wichtigen Begriff eine kurze Pause.“
- Abschluss: „Mein wichtigster Tipp ist also: etwas langsamer sprechen und Pausen setzen.“
Audiofeedback vorbereiten
Vor der Aufnahme kannst Du Dir drei Stichwörter notieren:
| Notiz | Beispiel |
|---|---|
| Stelle | Folie 4 |
| Beobachtung | sehr schnelles Sprechen |
| Tipp | nach Fachbegriffen kurze Pause |
Sprich Deinen Text einmal probeweise. Achte darauf, ruhig und freundlich zu sprechen. Nenne keine privaten Informationen. Verwende das Audio nur in dem schulischen Rahmen, der für die Aufgabe vorgesehen ist.
Beispiel für ungünstiges und hilfreiches Audiofeedback
Wenig hilfreich: „Also, keine Ahnung, irgendwie war das ein bisschen komisch. Du musst das halt besser machen.“
Hilfreich: „Ich beziehe mich auf die ersten 15 Sekunden Deines Videos. Die Bilder wechseln dort sehr schnell. Ich konnte den eingeblendeten Text nicht ganz lesen. Vielleicht könntest Du jedes Bild ungefähr zwei Sekunden länger stehen lassen.“
Das hilfreiche Beispiel nennt eine Stelle, eine Wirkung und eine konkrete Idee.
Kriterienraster: Feedback mit Plan

Ein Kriterienraster macht sichtbar, worauf Du achten sollst. So wird Feedback weniger zufällig. Ein Raster hilft auch dabei, dass verschiedene Personen nach ähnlichen Gesichtspunkten schauen.
Ein Raster ist keine Maschine, die automatisch eine Note erzeugt. Es ist vor allem eine Orientierung für Beobachtung und Überarbeitung.
Universelles Feedback-Raster
| Kriterium | Schon stark | Fast da | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|
| Inhalt verständlich | Ich verstehe die Hauptaussage sofort. | Die Hauptaussage ist erkennbar, aber eine Stelle bleibt unklar. | Hauptaussage deutlicher formulieren oder ein Beispiel ergänzen. |
| Aufbau | Die Reihenfolge hilft mir beim Verstehen. | Meist kann ich folgen, an einer Stelle springt das Produkt. | Teile ordnen und Übergänge ergänzen. |
| Gestaltung | Text, Bild und Ton unterstützen den Inhalt. | Ein Element lenkt teilweise ab. | Größe, Menge, Lautstärke oder Anordnung anpassen. |
| Quellen und Rechte | Quellen und verwendete Medien sind nachvollziehbar angegeben. | Eine Angabe fehlt oder ist unklar. | Quelle ergänzen und Nutzungsrecht prüfen. |
| Zielgruppe | Sprache und Gestaltung passen gut zu Klasse 5. | Einzelne Stellen sind zu schwierig oder zu dicht. | Fachbegriffe erklären und Informationen vereinfachen. |
So benutzt Du ein Kriterienraster
- Lies das Produkt zuerst vollständig oder schaue es Dir ganz an.
- Wähle ein oder zwei Kriterien aus, auf die Du besonders achtest.
- Suche eine konkrete Stelle als Beispiel.
- Formuliere mindestens eine Stärke und einen hilfreichen nächsten Schritt.
- Prüfe Deinen Kommentar mit dem KRH-Check.
- Gib das Feedback ab.
- Die Person, die das Feedback erhält, entscheidet anschließend, was sie überarbeitet.
Werkstatt: Feedback zu fünf Beispielprodukten
In den folgenden Beispielen trainierst Du dieselbe Grundidee mit verschiedenen Medien: genau hinsehen – Wirkung beschreiben – nächsten Schritt anbieten.
Use-Case 1: Präsentation

Beispielprodukt: Eine Präsentation mit dem Titel „Warum sind Bienen wichtig?“
Ausschnitt:
| Folie | Inhalt |
|---|---|
| Folie 1 | Titel und großes Bienenfoto |
| Folie 2 | Acht Stichpunkte zur Bestäubung |
| Folie 3 | Zeichnung einer Blüte mit Beschriftungen |
| Folie 4 | Drei Tipps zum Schutz von Wildbienen |
Wenig hilfreicher Kommentar: „Zu viel Text.“
Hilfreicher Kommentar: „Auf Folie 2 stehen acht Stichpunkte. Ich wusste beim Zuhören nicht, welchen Punkt ich zuerst lesen soll. Vielleicht könntest Du drei Kernbegriffe auf der Folie lassen und die Beispiele mündlich erklären.“
Hilfreiches Audiofeedback: „Ich beziehe mich auf Folie 3. Die Zeichnung hilft mir, die Bestäubung zu verstehen. Die Beschriftung rechts ist aber sehr klein. Vielleicht vergrößerst Du die drei Begriffe, damit man sie auch hinten im Raum lesen kann.“
Mini-Kriterienraster Präsentation:
| Kriterium | Frage für Dein Feedback |
|---|---|
| Inhalt | Ist die wichtigste Aussage jeder Folie erkennbar? |
| Lesbarkeit | Kann man Schrift und Bilder auch aus einiger Entfernung erkennen? |
| Vortrag | Sind Lautstärke und Sprechtempo verständlich? |
| Zusammenspiel | Ergänzt der Vortrag die Folien, statt sie nur vorzulesen? |
Use-Case 2: Text

Beispielprodukt: Ein kurzer Sachtext „Unser Schulgarten“.
Ausschnitt: „Unser Schulgarten ist schön. Dort gibt es Pflanzen. Viele Kinder helfen. Der Garten ist wichtig.“
Wenig hilfreicher Kommentar: „Langweilig.“
Hilfreicher Stellenkommentar zu „Dort gibt es Pflanzen“: „Welche Pflanzen meinst Du? Zwei konkrete Beispiele würden mir helfen, mir den Garten vorzustellen.“
Hilfreicher Gesamtkommentar: „Ich verstehe, dass der Schulgarten für Eure Schule wichtig ist. Mir fehlt noch ein Beispiel dafür, was Kinder dort genau machen. Vielleicht kannst Du einen Satz über Säen, Gießen oder Ernten ergänzen.“
Mini-Kriterienraster Text:
| Kriterium | Frage für Dein Feedback |
|---|---|
| Verständlichkeit | Verstehe ich jeden Satz? |
| Genauigkeit | Werden wichtige Aussagen durch Beispiele erklärt? |
| Aufbau | Haben Einleitung, Hauptteil und Schluss eine erkennbare Aufgabe? |
| Sprache | Sind Sätze passend lang und wichtige Fachbegriffe erklärt? |
Use-Case 3: Bild

Beispielprodukt: Ein digitales Plakat mit dem Titel „Müll richtig trennen“.
Auf dem Plakat sind vier Abfallbehälter, mehrere kleine Symbole und fünf Textkästen. Zwei Textkästen stehen sehr nah am Rand.
Wenig hilfreicher Kommentar: „Mach es schöner.“
Hilfreicher Bereichskommentar: „Unten rechts stehen zwei Textkästen sehr dicht nebeneinander. Mein Blick weiß nicht, welchen ich zuerst lesen soll. Vielleicht kannst Du einen Kasten nach oben verschieben oder beide kürzen.“
Hilfreiche Frage: „Soll das Batteriesymbol zur Restmülltonne gehören? Ich bin mir bei der Zuordnung nicht sicher. Könntest Du es deutlicher absetzen oder erklären?“
Mini-Kriterienraster Bild:
| Kriterium | Frage für Dein Feedback |
|---|---|
| Blickführung | Erkenne ich zuerst das Wichtigste? |
| Lesbarkeit | Sind Texte groß genug und gut platziert? |
| Bedeutung | Verstehe ich Symbole und Bildaussagen? |
| Quellen | Ist klar, woher fremde Bilder oder Symbole stammen? |
Use-Case 4: Video

Beispielprodukt: Ein 70 Sekunden langes Erklärvideo „Mein sicherer Schulweg“.
Ablauf:
| Zeitpunkt | Inhalt |
|---|---|
| 0:00–0:15 | Begrüßung und Karte |
| 0:16–0:30 | Gefährliche Kreuzung |
| 0:31–0:50 | Sicherer Übergang |
| 0:51–1:10 | Zusammenfassung |
Wenig hilfreicher Kommentar: „Der Ton ist schlecht.“
Hilfreicher Zeitkommentar: „Bei 0:18 ist die Stimme schwer zu verstehen, weil gleichzeitig die Musik lauter wird. Vielleicht kannst Du die Musik dort leiser machen.“
Hilfreiches Audiofeedback: „Die Karte am Anfang hilft mir bei der Orientierung. Bei 0:33 zeigst Du den sicheren Übergang nur sehr kurz. Ich würde das Bild länger stehen lassen und mit einem Pfeil markieren, wo man gehen soll.“
Mini-Kriterienraster Video:
| Kriterium | Frage für Dein Feedback |
|---|---|
| Bild | Kann ich wichtige Dinge lange genug sehen? |
| Ton | Ist die Sprache gut zu verstehen? |
| Tempo | Habe ich genug Zeit zum Lesen und Nachdenken? |
| Aufbau | Erkenne ich Anfang, Erklärung und Zusammenfassung? |
Use-Case 5: Selbst erstellter aiMOOC

Beispielprodukt: Ein aiMOOC zum Thema „Der Wasserkreislauf“.
Er enthält einen Informationstext, ein Bild, ein Quiz, ein Memory und offene Aufgaben.
Wenig hilfreicher Kommentar: „Das Quiz ist zu leicht.“
Hilfreicher Kommentar: „Bei Quizfrage 3 kann man die richtige Antwort schon an der Länge erkennen. Vielleicht machst Du alle Antwortmöglichkeiten ähnlich kurz, damit wirklich das Wissen geprüft wird.“
Hilfreicher Kommentar zum Lerntext: „Im Abschnitt über Kondensation steht das Wort sofort am Anfang, aber es wird erst später erklärt. Vielleicht setzt Du direkt nach dem Begriff eine kurze Erklärung in einfacher Sprache.“
Hilfreicher Kommentar zu einer offenen Aufgabe: „Die Aufgabe ‚Erkläre alles über Wasser‘ ist sehr groß. Vielleicht kannst Du genauer sagen, ob ein Text, Bild oder Video entstehen soll und welche drei Inhalte vorkommen müssen.“
Mini-Kriterienraster aiMOOC:
| Kriterium | Frage für Dein Feedback |
|---|---|
| Richtigkeit | Sind Aussagen fachlich korrekt und verständlich? |
| Lernweg | Passen Information, Übung und Anwendung zusammen? |
| Interaktivität | Prüfen die Aufgaben wirklich den Inhalt? |
| Medien | Unterstützen Bilder und Videos das Lernen? |
| Aufgaben | Ist klar, was Lernende tun oder erstellen sollen? |
Feedback geben und Feedback annehmen
Feedback ist ein Dialog. Deshalb brauchst Du nicht nur Regeln für das Geben, sondern auch für das Annehmen.
Wenn Du Feedback gibst
- Beobachte zuerst und urteile nicht vorschnell.
- Nenne eine genaue Stelle.
- Beschreibe Deine eigene Wirkung: „Ich konnte …“, „Mir war noch unklar …“
- Gib eine Idee, eine Frage oder eine mögliche nächste Handlung.
- Lass der anderen Person die Entscheidung, ob und wie sie den Hinweis umsetzt.
Wenn Du Feedback bekommst
- Lies oder höre erst vollständig zu.
- Frage nach, wenn Du einen Hinweis nicht verstehst.
- Bedanke Dich für konkrete Hinweise, ohne jedem Vorschlag automatisch zustimmen zu müssen.
- Prüfe, welche Rückmeldung zu Deinem Ziel passt.
- Überarbeite bewusst und notiere bei Bedarf, welche Hinweise Du umgesetzt hast.
Beispiel: Rückfrage statt Streit
Kommentar: „Auf Folie 4 ist mir die Schrift zu klein.“
Ungünstige Antwort: „Stimmt gar nicht!“
Hilfreiche Antwort: „Welche Zeile konntest Du am schlechtesten lesen? Dann weiß ich, was ich zuerst ändern sollte.“
Feedback-Schleife: Von Version 1 zu Version 2
Gutes digitales Feedback endet nicht beim Kommentar. Es führt möglichst zu einem neuen Arbeitsschritt.
| Schritt | Handlung |
|---|---|
| Version 1 | Ein Produkt wird erstellt. |
| Ansehen | Eine Feedback-Person prüft das Produkt. |
| Rückmeldung | Konkretes, respektvolles und hilfreiches Feedback wird gegeben. |
| Auswahl | Die erstellende Person entscheidet, welche Hinweise sie nutzt. |
| Überarbeitung | Das Produkt wird verändert. |
| Version 2 | Die neue Version wird erneut geprüft. |
Das nennt man eine Feedback-Schleife. Sie kann mehrfach wiederholt werden.
Medienimpuls: Peer-Feedback beobachten
Das folgende Video von Edutopia zeigt Strategien für Peer-Feedback bei jüngeren Lernenden. Achte beim Anschauen besonders darauf, wie Rückmeldungen vorbereitet und strukturiert werden.
Beobachtungsauftrag: Notiere nach dem Video einen Satzstarter, eine Regel oder eine Idee, die Du für Deine eigene Feedback-Runde nutzen möchtest.
Feedback-Training: Aus schwach wird hilfreich
Überarbeite die folgenden Rückmeldungen gedanklich nach dem KRH-Check.
| Schwache Rückmeldung | Eine mögliche hilfreiche Version |
|---|---|
| „Cool!“ | „Das Foto auf der Startfolie passt gut zum Thema, weil man sofort erkennt, dass es um Bienen geht.“ |
| „Viel zu lang.“ | „Der zweite Absatz hat zwölf Zeilen ohne Zwischenüberschrift. Eine Zwischenüberschrift würde mir helfen, den Inhalt schneller zu ordnen.“ |
| „Komische Farben.“ | „Die gelbe Schrift auf dem weißen Hintergrund kann ich schwer lesen. Eine deutlich dunklere Schrift würde den Text besser erkennbar machen.“ |
| „Ton nervt.“ | „Bei 0:24 ist die Hintergrundmusik lauter als die Stimme. Wenn Du sie dort leiser machst, kann ich die Erklärung besser verstehen.“ |
| „Schlechtes Quiz.“ | „Bei Frage 2 sind zwei Antworten fast gleich formuliert. Ich bin deshalb unsicher, welche gemeint ist. Vielleicht machst Du die falschen Antworten eindeutiger.“ |
Schnellcheck vor dem Absenden
Bevor Du einen Kommentar oder ein Audiofeedback abschickst, prüfe:
| KRH-Check | Frage |
|---|---|
| Konkret | Habe ich eine genaue Stelle, Beobachtung oder ein Beispiel genannt? |
| Respektvoll | Würde ich diesen Satz der Person auch freundlich ins Gesicht sagen? |
| Hilfreich | Weiß die Person nach meinem Feedback besser, was sie beibehalten, prüfen oder verändern könnte? |
Wenn Du dreimal Ja sagen kannst, ist Dein Feedback wahrscheinlich gut vorbereitet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Rückmeldung ist am konkretesten? (Auf Folie 3 ist die Schrift unter dem Bild sehr klein) (!Alles ist irgendwie unübersichtlich) (!Die Präsentation ist schlecht) (!Mach es besser)
Was gehört zu hilfreichem Feedback? (Eine beobachtbare Stelle und ein möglicher nächster Schritt) (!Eine Beleidigung mit einem Verbesserungsvorschlag) (!Nur ein Lobwort ohne Begründung) (!Eine möglichst strenge Bewertung der Person)
Welche Formulierung trennt Person und Produkt am besten? (Im zweiten Absatz fehlt mir ein Beispiel zur Hauptaussage) (!Du bist ungenau) (!Du kannst keine Texte schreiben) (!Du bist schlecht vorbereitet)
Wofür steht im aiMOOC der KRH-Check? (Konkret respektvoll hilfreich) (!Kurz richtig höflich) (!Kritisch rasch hart) (!Kreativ ruhig hübsch)
Welche Rückmeldung eignet sich am besten für einen Zeitkommentar in einem Video? (Bei Sekunde 18 ist die Musik lauter als die Stimme) (!Das ganze Video ist komisch) (!Ich mag Videos nicht) (!Du solltest alles neu machen)
Was ist vor einem kurzen Audiofeedback besonders sinnvoll? (Drei Stichwörter zu Stelle Beobachtung und Tipp notieren) (!Ohne Nachdenken sofort aufnehmen) (!Möglichst viele Nebenthemen erzählen) (!Private Informationen nennen)
Wozu dient ein Kriterienraster? (Es macht wichtige Beobachtungspunkte für Feedback sichtbar) (!Es ersetzt jede eigene Entscheidung) (!Es bewertet automatisch die Persönlichkeit) (!Es macht Überarbeiten überflüssig)
Welche Antwort auf einen unklaren Kommentar ist hilfreich? (Kannst Du mir zeigen welche Stelle Du genau meinst) (!Du hast sowieso keine Ahnung) (!Ich ändere gar nichts) (!Dann ist Dein Produkt auch schlecht)
Was geschieht in einer Feedback-Schleife nach der Rückmeldung? (Die erstellende Person prüft Hinweise und überarbeitet ihr Produkt) (!Das Produkt wird sofort gelöscht) (!Alle Hinweise müssen unverändert übernommen werden) (!Nur die Feedback-Person darf weiterarbeiten)
Welche Rückmeldung zu einem selbst erstellten aiMOOC ist besonders hilfreich? (Bei Quizfrage 3 verrät die Länge der Antworten zu viel deshalb könntest Du sie angleichen) (!Der aiMOOC ist nicht gut) (!Ich würde ein anderes Thema nehmen) (!Quizze sind langweilig)
Memory
| Konkretes Feedback | nennt eine genaue Stelle |
| Respektvolles Feedback | bewertet nicht die Person |
| Hilfreiches Feedback | zeigt einen möglichen nächsten Schritt |
| Stellenkommentar | bezieht sich direkt auf einen markierten Bereich |
| Audiofeedback | gesprochene Rückmeldung |
| Kriterienraster | ordnet Beobachtungen nach Merkmalen |
| Zeitkommentar | verweist auf einen bestimmten Moment im Video |
| Feedback-Schleife | führt von Rückmeldung zu Überarbeitung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Stellenkommentar | markierter Satz |
| Zeitkommentar | Videomoment |
| Audiofeedback | Sprachaufnahme |
| Kriterienraster | Beobachtungsmerkmale |
| Überarbeitung | neue Produktversion |
...
Kreuzworträtsel
| Kommentar | Wie heißt eine schriftliche digitale Rückmeldung zu einer markierten Stelle? |
| Mikrofon | Welches Gerät oder Symbol nutzt Du für gesprochenes Feedback? |
| Kriterium | Wie heißt ein Merkmal, nach dem Du ein Produkt gezielt untersuchst? |
| Respekt | Was soll Deine Rückmeldung gegenüber der anderen Person zeigen? |
| Wirkung | Was beschreibst Du nach einer Beobachtung aus Deiner eigenen Sicht? |
| Überarbeitung | Wie heißt der Arbeitsschritt, bei dem ein Produkt nach Feedback verbessert wird? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Feedback-Satzstarter: Formuliere aus „Gut gemacht“ drei verschiedene konkrete Rückmeldungen zu einer Präsentation.
- Kommentarwerkstatt: Schreibe zu einem kurzen Text Deiner Wahl einen Stellenkommentar mit einer Frage und einen zweiten Kommentar mit einem Verbesserungsvorschlag.
- Audio-Minute: Plane ein höchstens 40 Sekunden langes Audiofeedback zu einem Bild oder Plakat. Notiere vorher Stelle, Beobachtung und Tipp.
- KRH-Check: Sammle fünf Rückmeldesätze und markiere bei jedem Satz, ob er konkret, respektvoll und hilfreich ist. Verbessere alle Sätze, bei denen ein Merkmal fehlt.
Standard
- Präsentationsfeedback: Tausche mit einer Partnerin oder einem Partner eine kurze Präsentation. Nutzt das Präsentationsraster und gebt Euch jeweils zwei Stärken und einen nächsten Schritt.
- Textrevision: Schreibe einen Sachtext mit etwa 120 Wörtern. Lass zwei Personen digitale Stellenkommentare geben und erstelle anschließend eine überarbeitete Version.
- Bildfeedback: Gestalte ein digitales Lernplakat für Klasse 5. Bitte drei Personen um Feedback zu Blickführung, Lesbarkeit und Verständlichkeit und dokumentiere zwei Änderungen.
- Videofeedback: Erstelle ein kurzes Erklärvideo von höchstens 90 Sekunden. Lass eine Person zwei Zeitkommentare und ein Audiofeedback geben. Überarbeite anschließend Ton, Bild oder Tempo.
Schwer
- Kriterienraster entwickeln: Entwickle für ein selbst gewähltes digitales Produkt ein Raster mit mindestens fünf Kriterien. Teste es mit einem Beispielprodukt und verbessere anschließend die Formulierungen.
- Feedback-Vergleich: Lass dasselbe Produkt einmal schriftlich und einmal als Audiofeedback rückmelden. Vergleiche, welche Form genauer, verständlicher oder angenehmer war, und begründe Dein Ergebnis.
- aiMOOC-Review: Erstelle einen kleinen aiMOOC mit Lerntext, Bild, Quiz und offener Aufgabe. Tausche ihn mit einer anderen Person und führt eine vollständige Feedback-Schleife von Version 1 zu Version 2 durch.
- Feedback-Kodex: Entwickelt in einer Gruppe einen Klassenkodex für digitales Feedback mit höchstens acht Regeln. Begründet jede Regel mit einem konkreten Beispiel aus Präsentation, Text, Bild, Video oder aiMOOC.


Lernkontrolle
- Feedback-Analyse: Du erhältst den Kommentar „Dein Video ist langweilig“. Erkläre, warum er wenig hilfreich ist, und formuliere zwei bessere Varianten, die sich auf unterschiedliche Stellen eines Videos beziehen.
- Medienvergleich: Entscheide, ob schriftlicher Kommentar oder Audiofeedback besser geeignet ist, um einer Person Rückmeldung zu einer unklaren Präsentationsfolie zu geben. Begründe Deine Wahl und nenne eine Situation, in der Du die andere Form bevorzugen würdest.
- Kriterienauswahl: Ein Lernplakat sieht schön aus, enthält aber mehrere unverständliche Fachbegriffe. Wähle drei passende Kriterien aus einem Raster und erkläre, in welcher Reihenfolge Du Feedback geben würdest.
- Transfer auf aiMOOC: Ein aiMOOC enthält einen guten Informationstext, aber das Quiz fragt Inhalte ab, die im Text nicht vorkommen. Formuliere ein konkretes Feedback und schlage eine sinnvolle Überarbeitung vor.
- Feedback-Konflikt: Zwei Personen geben gegensätzliche Rückmeldungen zur gleichen Folie. Eine findet sie übersichtlich, die andere zu leer. Beschreibe, wie die erstellende Person mit beiden Rückmeldungen sinnvoll umgehen kann.
- Feedback-Schleife planen: Plane für ein digitales Produkt Deiner Wahl eine Feedback-Schleife mit Version 1, Rückmeldung, Auswahl, Überarbeitung und Version 2. Begründe, an welcher Stelle ein Kriterienraster besonders nützlich ist.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Feedback-Regeln aufsagen kannst, sondern sie anwendest.
- Du gibst zu mindestens zwei verschiedenen digitalen Produktarten konkretes, respektvolles und hilfreiches Feedback.
- Du belegst mindestens eine Rückmeldung mit einer genauen Stelle, zum Beispiel einer Folie, einem markierten Satz, einem Bildbereich oder einem Videozeitpunkt.
- Du erstellst mindestens ein kurzes Audiofeedback mit Bezug, Stärke, Tipp und Abschluss.
- Du nutzt ein Kriterienraster und kannst erklären, warum die ausgewählten Kriterien zum Produkt passen.
- Du zeigst eine erste und eine überarbeitete Version eines eigenen Produkts.
- Du dokumentierst, welches Feedback Du übernommen, verändert oder bewusst nicht umgesetzt hast, und begründest Deine Entscheidung.
- Du beachtest beim digitalen Feedback respektvolle Kommunikation und schützt persönliche Informationen.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen