IM5 - Gemeinsam an einem Dokument arbeiten

IM5 - Gemeinsam an einem Dokument arbeiten
Einleitung
IM5 - Gemeinsam an einem Dokument arbeiten zeigt Dir, wie Du mit anderen Kindern einen Text planst, schreibst, verbesserst und fertigstellst, ohne dass dabei Chaos entsteht. Solche Arbeitsweisen nennt man kollaboratives Schreiben. Dabei arbeiten mehrere Personen an einem gemeinsamen Text. Je nach Werkzeug können sie gleichzeitig oder nacheinander schreiben. Wichtig ist, dass alle wissen, wer welche Aufgabe übernimmt, wie Änderungen besprochen werden und wie frühere Bearbeitungsstände wiedergefunden werden können.

Ein gemeinsames Dokument ist mehr als eine Datei, in die viele Menschen hineinschreiben. Gute Zusammenarbeit braucht Rollen, Kommentare, Absprachen, Zugriffsrechte und einen verständlichen Versionsverlauf. In diesem aiMOOC übst Du diese Fähigkeiten mit vier typischen Beispielen aus dem Schulalltag: Gruppenreferat, Klassenzeitung, Projektprotokoll und gemeinsamer Lernkurs.
Die gezeigten Funktionen können je nach Programm etwas anders heißen. Viele Online-Textverarbeitungen bieten aber ähnliche Möglichkeiten zum Teilen, Bearbeiten, Kommentieren und Nachverfolgen von Änderungen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du die wichtigsten Arbeitsschritte in einem gemeinsamen Dokument erklären und praktisch anwenden.
| Bereich | Das kannst Du danach |
|---|---|
| Rollen | Du kannst Aufgaben im Team sinnvoll verteilen und Deine eigene Rolle zuverlässig erfüllen. |
| Kommentare | Du kannst freundliche, konkrete und hilfreiche Kommentare schreiben. |
| Bearbeitung | Du kannst gemeinsam mit anderen Text verändern, ohne fremde Arbeit unnötig zu überschreiben. |
| Versionen | Du kannst erklären, warum ein Versionsverlauf wichtig ist und wie ältere Bearbeitungsstände bei Fehlern helfen. |
| Konflikte | Du kannst typische Bearbeitungskonflikte erkennen und mit Absprachen lösen. |
| Schulprojekte | Du kannst ein Gruppenreferat, eine Klassenzeitung, ein Projektprotokoll oder einen Lernkurs gemeinsam organisieren. |
Gemeinsam schreiben: Was bedeutet das?
Beim kollaborativen Schreiben arbeiten mehrere Personen an demselben Text. Eine Person kann zum Beispiel Fakten suchen, eine zweite schreibt einen Abschnitt, eine dritte prüft die Sprache und eine vierte achtet darauf, dass alle Teile zusammenpassen. Gute Zusammenarbeit bedeutet deshalb nicht, dass alle gleichzeitig dasselbe tun. Sie bedeutet, dass die Beiträge aufeinander abgestimmt werden.

Ein gemeinsames Dokument kann in Echtzeit bearbeitet werden. Dann sind mehrere Personen gleichzeitig im Dokument aktiv. Es kann aber auch nacheinander bearbeitet werden. In beiden Fällen sollte klar sein, welche Änderung gerade vorgenommen wird und warum.
Drei wichtige Arbeitsweisen
| Arbeitsweise | Was passiert? | Beispiel |
|---|---|---|
| Bearbeiten | Der Text wird direkt verändert. | Eine Überschrift wird verbessert oder ein Satz ergänzt. |
| Kommentieren | Der Text bleibt zunächst unverändert, aber eine Rückmeldung wird angeheftet. | „Hier fehlt noch eine Quelle. Kannst Du sie ergänzen?“ |
| Vorschlagen | Eine Änderung wird vorbereitet, kann aber später angenommen oder abgelehnt werden. | Ein langer Satz wird kürzer formuliert, ohne die alte Fassung sofort zu entfernen. |

Rollen im gemeinsamen Dokument
Rollen helfen dabei, dass nicht alle gleichzeitig dieselbe Aufgabe erledigen. Rollen sind keine Rangordnung. Die koordinierende Person ist zum Beispiel nicht „Chef“ der Gruppe, sondern sorgt dafür, dass Absprachen sichtbar bleiben.
| Rolle | Aufgabe | Typischer Satz |
|---|---|---|
| Koordination | Achtet auf Aufgaben, Reihenfolge und Termine. | „Wer übernimmt den Abschnitt über Lebensräume?“ |
| Recherche | Sucht verlässliche Informationen und notiert Quellen. | „Ich habe eine passende Quelle gefunden.“ |
| Text | Formuliert aus Stichpunkten verständliche Absätze. | „Ich schreibe den ersten Entwurf.“ |
| Redaktion | Prüft Aufbau, Sprache und Verständlichkeit. | „Dieser Absatz passt besser unter die zweite Überschrift.“ |
| Medien | Sucht passende Bilder und prüft die Nutzungsmöglichkeiten. | „Dieses Bild ist für unseren Beitrag geeignet.“ |
| Qualitätscheck | Prüft am Ende, ob Aufgaben erfüllt und Kommentare geklärt sind. | „Alle offenen Kommentare sind bearbeitet.“ |
Für eine Vierergruppe können zwei Aufgaben zusammengelegt werden. Wichtig ist, dass jede Person weiß, wofür sie verantwortlich ist.
Simulation: Rollenkarte für ein Gruppenreferat
Thema des simulierten Referats: Bienen und ihre Bedeutung.
| Rolle | Arbeitsbereich im gemeinsamen Dokument | Ergebnis |
|---|---|---|
| Koordination | Überschriften und Aufgabenübersicht | Gliederung steht und Zuständigkeiten sind eingetragen. |
| Recherche | Abschnitt „Warum Bienen wichtig sind“ | Drei überprüfbare Informationen mit Quellenhinweisen |
| Text | Einleitung und Übergänge | Verständliche Sätze für Klasse 5 |
| Redaktion | Gesamter Text | Doppelte Informationen entfernt und unklare Stellen markiert |
Trainingsidee: Tauscht nach zehn Minuten die Rollen. So erlebst Du, dass ein gemeinsames Dokument aus verschiedenen Aufgaben besteht.
Teilen und Zugriffsrechte
Nicht jede Person braucht dieselben Rechte. Ein wichtiges Mittel gegen versehentliche Änderungen ist deshalb die passende Berechtigung.
| Recht | Was ist möglich? | Sinnvoll, wenn ... |
|---|---|---|
| Ansehen | Das Dokument kann gelesen, aber nicht verändert werden. | jemand nur das Endergebnis sehen soll. |
| Kommentieren | Rückmeldungen sind möglich, der eigentliche Text bleibt geschützt. | jemand Feedback geben soll. |
| Bearbeiten | Text und Aufbau können verändert werden. | jemand aktiv am Dokument mitarbeitet. |
Teile ein Schuldokument nur mit den Personen, die es wirklich brauchen. Ein frei zugänglicher Link ist für viele Schulaufgaben unnötig. Beachte immer die Regeln Deiner Schule und die Hinweise Deiner Lehrkraft.
Kommentare: Sprechen, ohne den Text zu zerstören
Ein Kommentar ist eine Nachricht am Text. Gute Kommentare helfen der Gruppe weiter, ohne jemanden anzugreifen. Sie beziehen sich auf eine konkrete Stelle und enthalten möglichst eine Frage, einen Grund oder einen Verbesserungsvorschlag.

Die Drei-Schritt-Formel für gute Kommentare
| Schritt | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Beobachten | Was fällt Dir an der Stelle auf? | „Im zweiten Absatz wird das Wort Bestäubung verwendet.“ |
| Erklären | Warum könnte die Stelle schwierig sein? | „Wir haben den Begriff vorher noch nicht erklärt.“ |
| Vorschlagen | Was könnte verbessert werden? | „Können wir einen kurzen Erklärungssatz ergänzen?“ |
Simulation: Kommentarverlauf
Ausgangssatz im gemeinsamen Dokument: „Bienen sind für viele Pflanzen wichtig.“
| Person oder Rolle | Kommentar | Wirkung |
|---|---|---|
| Recherche | „Können wir genauer erklären, warum Bienen für Pflanzen wichtig sind?“ | Die Aussage soll verständlicher werden. |
| Text | „Ich ergänze einen Satz zur Bestäubung.“ | Eine konkrete Aufgabe wird übernommen. |
| Redaktion | „Bitte erkläre auch das Wort Bestäubung in einfacher Sprache.“ | Der Text wird für die Zielgruppe verständlicher. |
| Qualitätscheck | „Erklärung ist ergänzt. Ich markiere den Kommentar als erledigt.“ | Die Gruppe sieht, dass die Frage geklärt ist. |

Ein wenig hilfreicher Kommentar wäre: „Das ist schlecht.“ Er erklärt weder die Schwierigkeit noch einen möglichen nächsten Schritt. Besser ist: „Der Satz ist für mich noch unklar. Kannst Du ein Beispiel ergänzen?“
Simulation: Kommentar oder direkte Änderung?
| Situation | Gute Entscheidung | Warum? |
|---|---|---|
| Ein Tippfehler steht in Deinem eigenen Abschnitt. | Direkt bearbeiten | Die Änderung ist klein und eindeutig. |
| Ein ganzer Absatz eines anderen Gruppenmitglieds soll gelöscht werden. | Zuerst kommentieren | Die Änderung ist groß und betrifft fremde Arbeit. |
| Eine Überschrift ist unverständlich. | Vorschlag oder Kommentar | Die Gruppe kann über die bessere Formulierung entscheiden. |
| Eine falsche Jahreszahl wurde sicher erkannt. | Korrigieren und bei Bedarf Quelle nennen | Die sachliche Korrektur ist nachvollziehbar. |
| Zwei Personen wollen verschiedene Beispiele verwenden. | Kommentieren und gemeinsam entscheiden | Es gibt mehrere mögliche Lösungen. |
Gemeinsam bearbeiten, ohne sich gegenseitig zu stören
Wenn mehrere Personen gleichzeitig schreiben, kann es passieren, dass zwei Personen dieselbe Stelle verändern. Besonders bei kurzen Textabschnitten ist es deshalb hilfreich, Arbeitsbereiche zu verteilen.
Simulation: Ein Dokument mit Arbeitszonen
Gemeinsames Dokument: Bienen und ihre Bedeutung
| Abschnitt | Zuständige Rolle | Status | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Einleitung | Text | in Arbeit | Noch nicht umformulieren |
| Lebensraum | Recherche | Material gesammelt | Quellen prüfen |
| Bedeutung für Pflanzen | Text | Entwurf fertig | Redaktion darf kommentieren |
| Gefahren für Bienen | Recherche | in Arbeit | Noch zwei Fakten fehlen |
| Schluss | Redaktion | wartet | Erst nach den anderen Abschnitten schreiben |
Die Statusangabe verhindert, dass mehrere Personen zufällig denselben Abschnitt neu schreiben. Sie macht sichtbar, woran gerade gearbeitet wird.
Simulation: Zwei Personen ändern denselben Satz
Ausgangstext: „Unsere Klasse möchte beim Schulfest Müll vermeiden.“
| Schritt | Bearbeitung |
|---|---|
| Vorschlag A | „Unsere Klasse möchte beim Schulfest möglichst wenig Müll erzeugen.“ |
| Vorschlag B | „Beim Schulfest will unsere Klasse Abfall vermeiden und Mehrweg benutzen.“ |
| Konflikt | Beide Formulierungen enthalten sinnvolle Informationen, aber sie passen nicht gleichzeitig als Ersatz für denselben Satz. |
| Lösung | Die Gruppe übernimmt den klareren Grundsatz aus A und die konkrete Idee aus B. |
| Gemeinsame Fassung | „Unsere Klasse möchte beim Schulfest möglichst wenig Müll erzeugen und deshalb Mehrweg benutzen.“ |
Ein Bearbeitungskonflikt ist nicht automatisch ein Streit. Er bedeutet zuerst nur, dass verschiedene Änderungen zusammenpassen müssen.
Versionsverlauf und Versionsmodelle
Eine Versionsverwaltung zeichnet Änderungen an Dokumenten oder Dateien auf. Dadurch können frühere Bearbeitungsstände nachvollzogen und je nach System wiederhergestellt werden. Für ein Schulprojekt ist das besonders nützlich, wenn versehentlich Text gelöscht wurde oder die Gruppe wissen möchte, wann eine wichtige Änderung entstanden ist.

Drei einfache Versionsmodelle
| Modell | Darstellung | Wofür ist es nützlich? |
|---|---|---|
| Versionskette | V1 → V2 → V3 → V4 | Die Gruppe sieht eine zeitliche Reihenfolge von Bearbeitungsständen. |
| Meilenstein-Modell | Entwurf → Feedbackfassung → Überarbeitung → Endfassung | Wichtige Zwischenstände werden bewusst benannt. |
| Verzweigungs-Modell | Ein Stand wird parallel unterschiedlich weiterbearbeitet und später zusammengeführt. | Das Modell erklärt, warum parallele Änderungen manchmal abgestimmt werden müssen. |
Bei vielen Online-Dokumenten wird im Alltag vor allem ein fortlaufender Versionsverlauf angezeigt. Das Verzweigungs-Modell ist hier vor allem ein Denkmodell für parallele Bearbeitungen.
Simulation: Versionsverlauf eines Gruppenreferats
| Version | Bearbeitungsstand | Veränderung | Warum bleibt die Version wichtig? |
|---|---|---|---|
| V1 | Gliederung | Fünf Überschriften angelegt | Zeigt den ursprünglichen Plan. |
| V2 | Rohtext | Erste Absätze ergänzt | Zeigt, welche Inhalte zuerst vorhanden waren. |
| V3 | Feedbackfassung | Kommentare der Redaktion eingearbeitet | Macht Verbesserungen sichtbar. |
| V4 | Medienfassung | Bilder und Bildunterschriften ergänzt | Zeigt den Stand vor der Schlusskontrolle. |
| V5 | Endfassung | Letzte Fehler korrigiert | Diese Fassung wird präsentiert. |
Simulation: Eine versehentliche Löschung
Stell Dir vor, ein Abschnitt mit drei Absätzen wurde aus Versehen gelöscht.
| Handlung | Gute Vorgehensweise |
|---|---|
| Sofort | Nicht hektisch alles neu schreiben. |
| Prüfen | Versionsverlauf öffnen und den Stand vor der Löschung suchen. |
| Vergleichen | Prüfen, ob seitdem andere sinnvolle Änderungen hinzugekommen sind. |
| Wiederherstellen | Den fehlenden Inhalt passend zurückholen. |
| Informieren | Der Gruppe kurz mitteilen, was passiert ist. |
So wird der Versionsverlauf zu einem Sicherheitsnetz für die gemeinsame Arbeit.
Konflikte vermeiden und lösen
Konflikte entstehen oft nicht aus böser Absicht, sondern aus unklaren Zuständigkeiten, gleichzeitiger Bearbeitung oder missverständlichen Kommentaren. Deshalb ist eine gemeinsame Arbeitsregel wichtiger als möglichst schnelles Schreiben.

Teamregeln für Klasse 5
| Regel | So sieht sie in der Praxis aus |
|---|---|
| Erst lesen, dann ändern | Prüfe, ob eine andere Person gerade an derselben Stelle arbeitet. |
| Große Änderungen ankündigen | Nutze einen Kommentar, bevor Du einen ganzen Absatz löschst oder verschiebst. |
| Sachlich kommentieren | Schreibe über den Text, nicht über die Person. |
| Rollen beachten | Arbeite zuerst in Deinem vereinbarten Bereich. |
| Quellen sichtbar machen | Notiere, woher wichtige Informationen stammen. |
| Zwischenstände nutzen | Benenne wichtige Fassungen oder nutze den Versionsverlauf. |
| Kommentare abschließen | Markiere Rückfragen erst als erledigt, wenn sie wirklich geklärt sind. |
Simulation: Aus einem Streit wird eine Entscheidung
Situation: Zwei Redaktionsmitglieder wollen unterschiedliche Überschriften für die Klassenzeitung.
| Ungünstig | Besser |
|---|---|
| „Meine Überschrift ist viel besser.“ | „Welche Überschrift versteht unsere Zielgruppe schneller?“ |
| Die andere Fassung sofort löschen | Beide Vorschläge sichtbar lassen |
| Mehrfach gegenseitig zurückändern | Kriterien vereinbaren |
| Persönlich werden | Über Verständlichkeit, Länge und Thema sprechen |
Entscheidungskriterien können zum Beispiel Verständlichkeit, Richtigkeit, Länge und Passung zum Thema sein. So wird aus „Wer gewinnt?“ die Frage „Welche Lösung hilft unserem gemeinsamen Text?“.
Simulation 1: Gruppenreferat
Ein Gruppenreferat eignet sich gut für ein gemeinsames Dokument, weil Recherche, Text, Präsentationsplanung und Quellenübersicht zusammengeführt werden können.

Beispiel: Referat über Bienen
| Dokumentbereich | Rolle | Aufgabe | Kommentarbeispiel |
|---|---|---|---|
| Gliederung | Koordination | Reihenfolge der Themen festlegen | „Fehlt zwischen Lebensraum und Gefahren noch ein Übergang?“ |
| Fakten | Recherche | Informationen sammeln und Quellen notieren | „Diese Zahl stammt aus unserer Quelle. Sollen wir sie erklären?“ |
| Sprechtext | Text | Kurze, verständliche Absätze formulieren | „Ist dieser Satz zu lang zum Vorlesen?“ |
| Endkontrolle | Redaktion | Wiederholungen und unklare Begriffe prüfen | „Bestäubung wird zweimal erklärt. Eine Erklärung reicht.“ |
Versionsmodell: Gliederung → Rohtext → Feedbackfassung → Vortragsfassung.
Simulation 2: Klassenzeitung
Bei einer Klassenzeitung schreiben oft verschiedene Teams unterschiedliche Artikel. Ein gemeinsames Dokument oder ein gemeinsamer Ordner hilft der Redaktion, den Überblick zu behalten.
Beispiel: Ausgabe zum Schulfest
| Artikel | Status | Zuständig | Offener Kommentar |
|---|---|---|---|
| Bericht über das Schulfest | Entwurf | Reporterteam | „Bitte ergänzt, wann das Fest begonnen hat.“ |
| Interview mit der Schulband | Feedback | Interviewteam | „Dürfen wir dieses Zitat veröffentlichen? Bitte Freigabe klären.“ |
| Fotoseite | Medienprüfung | Bildteam | „Für zwei Bilder fehlt noch die Bildquelle.“ |
| Rätselseite | Fertig | Kreativteam | „Geprüft, keine offenen Kommentare.“ |
Redaktionsablauf als Versionsmodell
| Bearbeitungsstand | Bedeutung |
|---|---|
| Idee | Thema und Zuständigkeit stehen fest. |
| Entwurf | Der erste vollständige Artikel ist geschrieben. |
| Redaktion | Sprache, Aufbau und Fakten werden geprüft. |
| Freigabe | Bilder, Zitate und sensible Angaben sind geklärt. |
| Veröffentlichung | Die endgültige Fassung wird für die Zeitung verwendet. |
Simulation 3: Projektprotokoll
Ein Protokoll hält fest, was in einem Projekt besprochen und entschieden wurde. Es hilft besonders dann, wenn die Gruppe später wissen möchte, wer welche Aufgabe übernommen hat.
Beispiel: Projekt „Weniger Müll in der Schule“
| Eintrag | Inhalt | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Ziel | Beim Schulfest weniger Einwegverpackungen verwenden. | Alle arbeiten auf dasselbe Ziel hin. |
| Entscheidung | Getränke sollen möglichst in Mehrwegbechern ausgegeben werden. | Später ist klar, was beschlossen wurde. |
| Aufgabe | Informationen zu Mehrwegbechern sammeln. | Zuständigkeit wird sichtbar. |
| Termin | Ergebnisse werden beim nächsten Treffen vorgestellt. | Die Gruppe weiß, wann etwas fertig sein soll. |
| Offene Frage | Wo können die Becher gespült werden? | Noch ungelöste Punkte gehen nicht verloren. |
Simulation: Kommentar im Projektprotokoll
Protokolle sollten Entscheidungen nicht heimlich verändern. Wenn jemand mit einer Formulierung nicht einverstanden ist, kann zuerst ein Kommentar gesetzt werden.
| Ausgangseintrag | Kommentar | Überarbeitete Fassung |
|---|---|---|
| „Wir kaufen neue Becher.“ | „Haben wir das wirklich schon beschlossen oder wollen wir erst Preise vergleichen?“ | „Wir vergleichen zuerst Preise für Mehrwegbecher und entscheiden anschließend.“ |
So verhindert die Gruppe, dass aus einer Idee versehentlich eine angebliche Entscheidung wird.
Simulation 4: Gemeinsamer Lernkurs
Auch ein Lernkurs kann gemeinsam entstehen. Eine Klasse kann zum Beispiel Erklärtexte, Beispiele, Merksätze und Quizfragen zu einem Unterrichtsthema zusammentragen.
Beispiel: Lernkurs „Brüche“
| Kursbaustein | Rolle | Aufgabe | Qualitätsfrage |
|---|---|---|---|
| Erklärung | Text | Begriff Bruch einfach erklären | Versteht man die Erklärung ohne Vorwissen? |
| Beispiel | Recherche | Alltagsbeispiel mit Pizza oder Schokolade entwickeln | Passt das Beispiel wirklich zur Rechnung? |
| Bild | Medien | Passende Darstellung suchen oder selbst erstellen | Ist die Nutzung des Bildes erlaubt? |
| Übung | Redaktion | Eine Aufgabe mit eindeutiger Lösung formulieren | Ist die Aufgabe für Klasse 5 lösbar? |
| Kontrolle | Qualitätscheck | Lösung und Erklärung prüfen | Stimmen Ergebnis und Lösungsweg überein? |
Versionsmodell für den Lernkurs
| Version | Inhalt |
|---|---|
| Lernkurs A | Nur Erklärtexte und Beispiele |
| Lernkurs B | Übungen und Bilder ergänzt |
| Lernkurs C | Rückmeldungen der Testgruppe eingearbeitet |
| Lernkurs D | Geprüfte Endfassung |
Ein guter Lernkurs entsteht nicht dadurch, dass möglichst viel Text gesammelt wird. Er wird besser, wenn die Gruppe Rückmeldungen prüft, Unklarheiten verbessert und Aufgaben testet.
Datenschutz, Sicherheit und Fairness
Bei gemeinsamen Schuldokumenten solltest Du nur die Informationen teilen, die für die Aufgabe nötig sind. Persönliche Daten, Passwörter oder private Nachrichten gehören nicht in Kommentare oder frei zugängliche Dokumente. Nutze die von der Schule vorgesehenen Werkzeuge und Freigaben.
Bei Bildern und fremden Texten gelten außerdem Urheberrecht und freie Lizenzen. Kopiere nicht einfach Material aus dem Internet in die Klassenzeitung oder das Referat. Notiere Quellen und prüfe, ob das Material verwendet werden darf.
Sicherheitscheck vor der Freigabe
| Prüffrage | Gute Antwort |
|---|---|
| Wer braucht Zugriff? | Nur die beteiligten Personen und gegebenenfalls die Lehrkraft. |
| Brauchen alle Bearbeitungsrechte? | Nein, manchmal reicht Ansehen oder Kommentieren. |
| Enthält das Dokument private Daten? | Nur notwendige Angaben verwenden. |
| Sind Bilder und Quellen geklärt? | Quellen und Nutzungsrechte wurden geprüft. |
| Sind offene Kommentare sichtbar? | Vor der Endfassung werden sie bearbeitet oder bewusst geklärt. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum ist ein gemeinsames Dokument für eine Gruppe hilfreich? (Alle können an derselben aktuellen Fassung arbeiten) (!Jede Person braucht zwingend eine eigene endgültige Datei) (!Kommentare werden dadurch unmöglich) (!Frühere Bearbeitungsstände werden grundsätzlich gelöscht)
Wie sieht ein hilfreicher Kommentar aus? (Er ist konkret freundlich und bezieht sich auf den Text) (!Er bewertet die Person statt des Textes) (!Er besteht nur aus Das ist schlecht) (!Er löscht den kritisierten Abschnitt sofort)
Welche Rolle prüft besonders Sprache Aufbau und Verständlichkeit? (Redaktion) (!Zuschauer) (!Drucker) (!Gast)
Was solltest Du vor einer großen Änderung an einem fremden Abschnitt tun? (Einen Kommentar oder Vorschlag verwenden und die Änderung abstimmen) (!Den ganzen Abschnitt ohne Hinweis löschen) (!Eine neue Datei mit demselben Namen anlegen) (!Alle Kommentare schließen)
Wozu dient ein Versionsverlauf? (Er macht frühere Bearbeitungsstände nachvollziehbar) (!Er verhindert jede Zusammenarbeit) (!Er ersetzt alle Rollen im Team) (!Er veröffentlicht das Dokument automatisch)
Was bedeutet das Zugriffsrecht Ansehen? (Das Dokument kann gelesen aber nicht bearbeitet werden) (!Der Text kann vollständig verändert werden) (!Alle Dateien werden automatisch gelöscht) (!Kommentare müssen angenommen werden)
Was ist bei zwei unterschiedlichen sinnvollen Formulierungen eine gute Konfliktlösung? (Beide Vorschläge vergleichen und nach gemeinsamen Kriterien entscheiden) (!Die andere Fassung sofort löschen) (!So lange zurückändern bis jemand aufgibt) (!Das Dokument öffentlich machen)
Was sollte ein gutes Projektprotokoll festhalten? (Entscheidungen Aufgaben und offene Fragen) (!Nur die Namen aller Computer) (!Nur die Schriftgröße) (!Nur das Titelbild)
Warum sind Rollen in einer Klassenzeitung hilfreich? (Sie verteilen Aufgaben und machen Zuständigkeiten sichtbar) (!Sie verhindern jede Rückmeldung) (!Sie erlauben nur einer Person zu schreiben) (!Sie ersetzen alle Quellen)
Welche Freigabe ist für ein Schuldokument meist sinnvoll? (Nur die Personen erhalten Zugriff die ihn für die Aufgabe brauchen) (!Der Link wird grundsätzlich öffentlich veröffentlicht) (!Alle Menschen im Internet erhalten Bearbeitungsrechte) (!Passwörter werden im Dokument notiert)
Memory
| Kommentar | Rückmeldung am Text |
| Version | gespeicherter Bearbeitungsstand |
| Redaktion | prüft Sprache und Aufbau |
| Freigabe | legt Zugriffsrechte fest |
| Versionsverlauf | zeigt frühere Bearbeitungsstände |
| Koordination | behält Aufgaben und Absprachen im Blick |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Kommentar | Rückfrage oder Hinweis am Text |
| Bearbeiten | Text direkt verändern |
| Ansehen | Dokument nur lesen |
| Versionsverlauf | ältere Bearbeitungsstände prüfen |
| Rollenplan | Aufgaben im Team verteilen |
Kreuzworträtsel
| Kommentar | Wie heißt eine Rückmeldung, die an einer Textstelle hinterlassen wird? |
| Version | Wie nennt man einen bestimmten Bearbeitungsstand eines Dokuments? |
| Redaktion | Welche Rolle prüft besonders Sprache und Aufbau? |
| Freigabe | Wie heißt die Regelung, wer ein Dokument ansehen oder bearbeiten darf? |
| Rollenkarte | Wie kann ein Plan heißen, der Aufgaben im Team sichtbar verteilt? |
| Teamarbeit | Wie nennt man gemeinsames Arbeiten mehrerer Personen an einem Ziel? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kommentartraining: Schreibe zu einem kurzen Beispieltext drei freundliche Kommentare nach der Drei-Schritt-Formel Beobachten Erklären Vorschlagen.
- Rollenkarte: Entwirf für eine Vierergruppe eine Rollenkarte für ein gemeinsames Referat und begründe die Aufgabenverteilung.
- Versionskette: Zeichne für ein Fantasieprojekt eine Versionskette mit den Stationen Planung Entwurf Feedback und Endfassung.
- Freigaberegeln: Erstelle ein kleines Plakat mit den drei Rechten Ansehen Kommentieren und Bearbeiten und finde jeweils ein Schulbeispiel.
Standard
- Gruppenreferat: Simuliert zu viert ein gemeinsames Referat und dokumentiert mindestens vier unterschiedliche Bearbeitungsschritte.
- Klassenzeitung: Plant eine Zeitungsseite mit Artikel Bild und Überschrift und nutzt Kommentare für alle größeren Änderungsvorschläge.
- Projektprotokoll: Führt bei einem kleinen Klassenprojekt ein gemeinsames Protokoll mit Ziel Entscheidungen Aufgaben Terminen und offenen Fragen.
- Konfliktlösung: Entwickelt drei typische Bearbeitungskonflikte und zeigt jeweils eine ungünstige und eine konstruktive Lösung.
Schwer
- Lernkurs: Erstellt in einer Gruppe einen kleinen Lernkurs mit Erklärung Beispiel Übung Lösung und Qualitätscheck.
- Versionsanalyse: Vergleicht mehrere Fassungen desselben Textes und erklärt welche Änderungen den Text wirklich verbessert haben.
- Redaktionskonferenz: Führt eine simulierte Redaktionssitzung durch in der zwei widersprüchliche Vorschläge nach vorher vereinbarten Kriterien entschieden werden.
- Teamleitfaden: Entwickelt einen einseitigen Leitfaden für konfliktarmes gemeinsames Arbeiten an Schuldokumenten und testet ihn mit einer anderen Gruppe.


Lernkontrolle
- Bearbeitungskonflikt analysieren: Zwei Personen haben denselben Absatz gleichzeitig unterschiedlich verändert. Beschreibe, wie die Gruppe beide Beiträge sichern, vergleichen und zu einer gemeinsamen Fassung verbinden kann.
- Rollen sinnvoll verteilen: Eine Vierergruppe soll eine Klassenzeitungsseite erstellen. Verteile Koordination Recherche Text Redaktion und Medien sinnvoll und begründe, welche Rollen kombiniert werden können.
- Kommentar verbessern: Überarbeite den Satz „Das ist schlecht“ zu einem hilfreichen Kommentar, der eine Beobachtung, einen Grund und einen konkreten Vorschlag enthält.
- Versionsentscheidung: In Version 4 wurde ein wichtiger Absatz verbessert, aber ein Bild versehentlich gelöscht. Erkläre, warum einfaches Zurücksetzen auf Version 3 nicht immer die beste Lösung ist.
- Freigabeproblem lösen: Ein Dokument wurde versehentlich so geteilt, dass viele Personen es bearbeiten können. Entwickle eine sichere neue Freigabestrategie und begründe sie.
- Transferaufgabe Zusammenarbeit: Übertrage die Regeln dieses aiMOOCs auf ein gemeinsames digitales Plakat oder eine Präsentation und erkläre, welche Regeln gleich bleiben und welche sich verändern.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Zusammenarbeit praktisch zeigen kannst.
- Du kannst eine sinnvolle Rollenverteilung für ein gemeinsames Dokument erstellen und begründen.
- Du kannst mehrere konkrete, respektvolle und hilfreiche Kommentare formulieren.
- Du kannst ein gemeinsames Dokument strukturiert bearbeiten, ohne fremde Arbeit unnötig zu überschreiben.
- Du kannst einen Versionsverlauf erklären und bei einem Fehler einen passenden früheren Stand finden.
- Du kannst einen Bearbeitungskonflikt anhand gemeinsamer Kriterien lösen.
- Du kannst bei einem Gruppenreferat, einer Klassenzeitung, einem Projektprotokoll oder einem Lernkurs einen vollständigen Arbeitsablauf planen.
- Du beachtest Freigaben, Datenschutz, Quellen und faire Zusammenarbeit.
OERs zum Thema
Als Vertiefung eignen sich außerdem die Themen Versionsverwaltung, Online-Textverarbeitung, Netiquette, Medienkompetenz, Projektarbeit und Urheberrecht.
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