Zum Inhalt springen

KI-Nutzung während eines Projekts überwachen

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 12. September 2026, 21:43 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
aiMOOC-Siegel

KI-Nutzung während eines Projekts überwachen




KI-Nutzung während eines Projekts überwachen


Einleitung

Wenn Du in einem Schulprojekt KI nutzt, reicht es nicht, am Ende nur auf das Ergebnis zu schauen. Gute Projektarbeit bedeutet, während des gesamten Prozesses zu beobachten, ob ein Werkzeug wirklich hilft, ob seine Ergebnisse stimmen und ob Du selbst die Kontrolle über Ziel, Begründung und Entscheidung behältst. In diesem Kurs lernst Du deshalb nicht, möglichst viel KI einzusetzen. Du lernst, bewusst zu entscheiden: Wann ist KI nützlich? Wann ist ein anderes Werkzeug besser? Wann solltest Du KI wechseln, stoppen oder ganz weglassen?

Der Kurs richtet sich besonders an Klasse 8 und ist für etwa 1–2 Unterrichtsstunden geplant. Er verbindet Informatik, Deutsch, Mathematik, Technik, Geschichte, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Wirtschaft. Im Mittelpunkt stehen Problemlösen, Projektmanagement, Quellenkritik, Medienkompetenz, Datenschutz, Fairness und die transparente Dokumentation einer Mensch-KI-Arbeitsteilung.

Leitidee: KI ist ein Werkzeug unter mehreren. Du bleibst verantwortlich für Problemdefinition, Auswahl der Werkzeuge, Prüfung, Überarbeitung und Schlussentscheidung.

Das Video von Terra X Lesch & Co kann zur Vertiefung genutzt werden. Für den Kurs ist vor allem wichtig: Sprachmodelle können nützliche Texte erzeugen, aber plausible Formulierungen sind nicht automatisch richtige oder belegte Aussagen.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du

  1. ein Problem so eingrenzen, dass Ziel, Randbedingungen und Qualitätskriterien klar sind.
  2. für Teilaufgaben begründet Werkzeuge auswählen, zum Beispiel eigene Überlegung, Suchmaschine, Bibliothek, Taschenrechner, Tabellenkalkulation, Interview oder KI.
  3. Aufgaben sinnvoll zwischen Mensch und KI aufteilen und die menschliche Verantwortung sichtbar halten.
  4. Kontrollpunkte festlegen, an denen Ergebnisse geprüft, verworfen, verbessert oder mit einem anderen Werkzeug weiterbearbeitet werden.
  5. KI-Ausgaben als Vorschläge statt als Belege behandeln und wichtige Fakten mit geeigneten Quellen prüfen.
  6. personenbezogene oder sensible Daten schützen, Fairness beachten und die KI-Nutzung transparent dokumentieren.
  7. begründen, wann KI eingesetzt, gewechselt oder bewusst nicht verwendet wird.


Ablauf für 1–2 Unterrichtsstunden

Für eine Doppelstunde von etwa 90 Minuten eignet sich dieser Lernpfad. Bei nur 45 Minuten kannst Du nach dem ersten Kontrollpunkt stoppen und in einer zweiten Stunde fortsetzen.

Zeit Phase Deine Aufgabe Sichtbares Zwischenergebnis
0–8 Min. Aktivierung und Diagnose Entscheide bei vier Mini-Situationen spontan: KI, anderes Werkzeug oder zuerst selbst denken? Begründe jeweils in einem Satz. Erste Werkzeugentscheidungen
8–20 Min. Einführung Lerne Projektkompass, Mensch-KI-Arbeitsteilung und Kontrollpunkte kennen. Persönliche Merkhilfe
20–35 Min. PISA-nahe Anwendung Analysiere den Schulhof-Fall, zerlege das Problem und wähle Werkzeuge. Arbeitsplan
35–45 Min. Kontrollpunkt 1 Prüfe Faktenbedarf, Risiken, Daten und erste KI-Ideen. Stop-Go-Wechsel-Entscheidung
45–65 Min. Produktphase Erstelle eine begründete Lösung oder ein Entscheidungsposter. Produktentwurf
65–75 Min. Kontrollpunkt 2 Nutze Qualitätskriterien und Peer-Check. Verbesserungsplan
75–85 Min. Fertigstellung Überarbeite das Produkt und ergänze das Mensch-KI-Protokoll. Endprodukt plus Prozessnachweis
85–90 Min. Reflexion und Transfer Formuliere eine Regel, die Du in einem anderen Fach anwenden würdest. Transfer-Satz


Aktivierung und Diagnose


Vier schnelle Entscheidungen

Notiere zu jeder Situation KI, anderes Werkzeug oder zuerst selbst und begründe Deine Wahl. Es gibt nicht immer nur eine mögliche Lösung; entscheidend ist Deine Begründung.

  1. Ideenfindung: Eure Gruppe braucht zehn mögliche Überschriften für ein Plakat.
  2. Mathematik: Ihr müsst 37,5 Prozent von 240 exakt berechnen.
  3. Quellenkritik: Eine KI behauptet, eine Studie beweise etwas, nennt aber keine überprüfbare Fundstelle.
  4. Datenschutz: Du möchtest eine Liste mit Namen, Noten und persönlichen Rückmeldungen der Klasse in ein öffentliches KI-System eingeben.

Diagnose-Frage: Bei welcher Situation war Deine Entscheidung am leichtesten, bei welcher am schwersten? Genau dort beginnt gute Werkzeugwahl.


Verständliche Einführung


Problem zuerst, Werkzeug danach

Ein häufiger Fehler ist, ein Werkzeug zu öffnen, bevor klar ist, was eigentlich gelöst werden soll. Beginne deshalb mit vier Fragen:

  1. Ziel: Was soll am Ende sichtbar, entschieden oder verbessert sein?
  2. Randbedingung: Welche Zeit, Kosten, Regeln, Quellen oder Sicherheitsgrenzen gibt es?
  3. Adressat: Für wen ist das Ergebnis gedacht?
  4. Qualitätskriterium: Woran erkennst Du, dass die Lösung gut genug ist?

Erst danach wählst Du Werkzeuge. Ein guter Merksatz lautet: Nutze das einfachste Werkzeug, das eine Teilaufgabe zuverlässig löst. Für exakte Rechnungen ist oft ein Taschenrechner oder eine Tabellenkalkulation geeigneter als ein Sprachmodell. Für lokale Informationen kann ein Interview oder eine offizielle Schulquelle besser sein. Für Ideenvarianten kann KI hilfreich sein.


Mensch und KI teilen die Arbeit

Die Arbeitsteilung soll nicht dazu führen, dass Du Denken abgibst. Sie soll Deine Handlungsmöglichkeiten erweitern. Menschen sind besonders wichtig bei Zielen, Kontextwissen, Werturteilen, Verantwortung und Schlussentscheidungen. KI kann je nach Aufgabe zum Beispiel Varianten vorschlagen, Texte strukturieren, Formulierungen verbessern oder Gegenargumente erzeugen.

Teilaufgabe Mensch übernimmt KI kann unterstützen Kontrolle
Problem verstehen Kontext, Ziel, Randbedingungen und Betroffene klären Rückfragen oder mögliche Teilprobleme vorschlagen Passt die Zerlegung wirklich zur Aufgabe?
Ideen entwickeln Kriterien setzen und ungewöhnliche eigene Ideen einbringen zusätzliche Varianten oder Gegenideen erzeugen Sind die Ideen relevant, sicher und fair?
Fakten recherchieren geeignete Quellen auswählen und Belege lesen Suchbegriffe, Prüffragen oder Zusammenfassungen vorschlagen Stimmen Behauptung und Quelle überein?
Rechnen Rechenweg verstehen und Ergebnis plausibilisieren Rechenschritte erklären mit Taschenrechner oder Tabellenkalkulation nachprüfen
Text gestalten Aussage, Haltung und Endfassung verantworten Gliederung, sprachliche Varianten oder Feedback liefern Ist der Text fachlich richtig und wirklich Dein Produkt?
Entscheiden Kriterien gewichten und Entscheidung begründen Vor- und Nachteile strukturieren Kannst Du die Entscheidung ohne KI erklären?


Überwachen heißt: Kontrollpunkte einbauen

Ein Projekt braucht nicht dauernd Kontrolle, sondern gezielte Kontrollpunkte. An diesen Stellen stoppst Du kurz, vergleichst Ziel und Zwischenstand und entscheidest über das weitere Vorgehen.

Ein nützlicher Ablauf ist:

  1. K0 – Klären: Problem, Ziel und Kriterien ohne fertige KI-Lösung formulieren.
  2. K1 – Wählen: Für jede Teilaufgabe das Werkzeug begründen.
  3. K2 – Prüfen: KI-Ausgaben, Daten, Rechnungen und Quellen kontrollieren.
  4. K3 – Verbessern: Fehler korrigieren, Werkzeug wechseln oder bewusst ohne KI weiterarbeiten.
  5. K4 – Belegen: Endprodukt, Quellen, Eigenleistung und KI-Anteile transparent dokumentieren.

Das ähnelt einem Qualitätskreislauf: planen, handeln, prüfen und verbessern.


Stop, Go oder Wechsel?

An jedem Kontrollpunkt triffst Du eine Entscheidung. Nutze diese drei Möglichkeiten:

Entscheidung Wann sinnvoll? Beispiel
Go Die Ausgabe ist nützlich, prüfbar und passt zu Ziel und Kriterien. Eine KI schlägt fünf Überschriften vor; zwei davon passen und werden von Dir weiterentwickelt.
Wechsel Das Werkzeug ist für die Teilaufgabe ungenau, langsam oder schwer prüfbar. Für eine Prozentrechnung wechselst Du vom Sprachmodell zum Taschenrechner.
Stop Datenschutz, Sicherheit, fehlende Quellen, wiederholte Fehler oder fehlender Lerngewinn sprechen gegen weitere KI-Nutzung. Du gibst keine Namen und Noten in ein öffentliches KI-System ein.

Eine wichtige Regel: Wenn Du eine zentrale Aussage nicht erklären oder prüfen kannst, darf sie nicht einfach ins Endprodukt übernommen werden.


Qualität messen statt nur zufrieden sein

Nutze für ein Zwischen- oder Endprodukt eine einfache 0–2-Prüfung. 0 bedeutet „nicht erfüllt“, 1 „teilweise“, 2 „gut erfüllt“.

Qualitätskriterium Leitfrage
Richtigkeit Sind Fakten und Rechnungen geprüft?
Relevanz Beantwortet das Ergebnis wirklich die Aufgabe?
Belegbarkeit Sind wichtige Aussagen durch überprüfbare Quellen oder Daten gestützt?
Verständlichkeit Kann die Zielgruppe die Lösung nachvollziehen?
Fairness Werden Betroffene und unterschiedliche Perspektiven angemessen berücksichtigt?
Eigenleistung Sind Deine eigenen Überlegungen, Entscheidungen und Verbesserungen erkennbar?
Transparenz Ist nachvollziehbar, wo und wozu KI genutzt wurde?
Sicherheit und Datenschutz Wurden sensible Daten und Risiken angemessen geschützt?

Bei acht Kriterien sind höchstens 16 Punkte möglich. Die Punktzahl allein entscheidet aber nicht. Ein Datenschutzproblem kann zum Beispiel trotz hoher Gesamtpunktzahl ein klares Stop auslösen.


Quellenkritik: Eine KI-Antwort ist kein Beleg

Generative KI kann überzeugend formulieren und trotzdem falsche, veraltete oder erfundene Angaben liefern. Trenne deshalb Behauptung und Beleg.

  1. Formuliere die konkrete Behauptung.
  2. Frage: Welche Art von Quelle könnte das belegen?
  3. Suche eine geeignete Originalquelle oder verlässliche Sekundärquelle.
  4. Vergleiche Aussage, Datum, Kontext und Zahlen.
  5. Dokumentiere, was sicher, unsicher oder widersprüchlich bleibt.

Für gesellschaftliche oder historische Themen ist zusätzlich wichtig, Perspektiven, Interessen und Auslassungen zu prüfen.


Fairness und Bias prüfen

Ein System kann Muster aus Daten übernehmen, die bestimmte Gruppen benachteiligen oder einseitig darstellen. Deshalb reicht die Frage „Ist die Antwort flüssig formuliert?“ nicht. Frage auch: Wer kommt vor? Wer fehlt? Welche Annahmen werden gemacht? Könnte eine andere Perspektive zu einer anderen Entscheidung führen?

Das Bild zeigt statistische Verzerrung und Streuung als Zielscheiben-Metapher. Im Projektalltag hilft die Idee dahinter: Ein Ergebnis kann systematisch in eine falsche Richtung gehen, selbst wenn es auf den ersten Blick ordentlich aussieht.


Der Projektkompass für die KI-Nutzung


Sechs Fragen vor jedem KI-Einsatz

Beantworte diese Fragen kurz, bevor Du KI in einer Teilaufgabe nutzt:

  1. Problem: Welche Teilaufgabe soll gelöst werden?
  2. Nutzen: Was kann KI hier besser oder schneller machen?
  3. Alternative: Welches andere Werkzeug käme ebenfalls infrage?
  4. Risiko: Könnten Fehler, Datenschutz, Bias oder fehlende Quellen problematisch sein?
  5. Kontrolle: Wie prüfst Du die Ausgabe?
  6. Entscheidung: Woran erkennst Du, ob Du weitermachst, wechselst oder stoppst?


Werkzeugmatrix

Aufgabe Sinnvoller Start KI-Nutzung Besser wechseln zu
Exakte Rechnung Taschenrechner oder Tabellenkalkulation Erklärung des Rechenwegs möglich Rechenwerkzeug, sobald Genauigkeit zählt
Kreative Varianten eigene Ideenskizze, dann optional KI viele Varianten, Gegenideen, Perspektivwechsel Gruppenbrainstorming, wenn Originalität oder persönlicher Ausdruck wichtiger ist
Aktuelle lokale Information offizielle Website, Aushang, Interview Suchbegriffe oder Fragen formulieren Primärquelle, sobald Verlässlichkeit entscheidend ist
Textüberarbeitung eigener Entwurf Feedback zu Struktur, Verständlichkeit oder Stil Peer-Feedback, wenn persönliche Wirkung wichtig ist
Kontroverse Entscheidung Kriterien und Perspektiven selbst sammeln Pro- und Contra-Argumente strukturieren Diskussion mit Menschen, weil Werte nicht an KI delegiert werden sollen
Persönliche oder sensible Daten datensparsame, erlaubte Arbeitsweise nur wenn schulisch freigegeben und datenschutzkonform ohne öffentliches KI-System arbeiten


PISA-nahe Anwendungssituation


Schulhof im Sommer: Welche Maßnahme soll die Klasse empfehlen?

Die Schülervertretung möchte einen kleinen Bereich des Schulhofs im Sommer besser beschatten. Für eine erste Maßnahme stehen in dieser Übung 600 Euro zur Verfügung. Die folgenden Zahlen sind simulierte Übungsdaten und keine realen Angebote.

Option Kosten Sofort nutzbare Schattenfläche Weitere Hinweise
Sonnensegel 540 € 24 m² feste Montage, Genehmigung und sichere Befestigung nötig
Drei mobile Schirme 450 € 18 m² flexibel, müssen bei starkem Wind gesichert oder weggeräumt werden
Drei junge Bäume 390 € 6 m² im ersten Jahr langfristiger Nutzen, Pflege und Zeit bis zu größerem Schatten nötig

Eure Aufgabe ist nicht, „die richtige Option“ zu erraten. Ihr sollt eine begründete Empfehlung entwickeln. Das entspricht einer PISA-nahen Anwendungssituation: Informationen verstehen, relevante Kriterien auswählen, verschiedene Lösungen vergleichen, Ideen verbessern und eine Entscheidung nachvollziehbar begründen.


Arbeitsauftrag A: Problemdefinition

Formuliere mit Deiner Gruppe zuerst ohne KI:

  1. Wer ist von der Entscheidung betroffen?
  2. Welche Ziele sind wichtig?
  3. Welche Informationen fehlen noch?
  4. Welche Kriterien sollten mindestens verglichen werden?
  5. Welche Kriterien sind messbar, welche beruhen auf Werturteilen?

Mögliche Kriterien sind zum Beispiel Kosten, sofortiger Nutzen, langfristiger Nutzen, Sicherheit, Pflegeaufwand, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und faire Nutzung durch verschiedene Gruppen. Übernehmt diese Liste nicht automatisch; entscheidet selbst, was für Eure Empfehlung wirklich zählt.


Arbeitsauftrag B: Werkzeugwahl

Legt für mindestens vier Teilaufgaben das Werkzeug fest. Nutzt dazu das folgende Raster.

Teilaufgabe Werkzeug Warum dieses Werkzeug? Kontrollmethode
Kriterien sammeln
Kosten vergleichen
Sicherheitsfrage klären
Argumentation formulieren

Beispiel für einen begründeten Wechsel: Eine KI kann Ideen für Kriterien vorschlagen. Für den exakten Vergleich „Kosten pro sofort nutzbarem Quadratmeter Schatten“ ist ein Taschenrechner übersichtlicher. Für Sicherheitsfragen braucht Ihr eine verlässliche Regel, eine zuständige Person oder eine seriöse Quelle.


Arbeitsauftrag C: Mensch-KI-Protokoll

Wenn Ihr KI verwendet, dokumentiert nicht jede einzelne Taste, sondern die entscheidenden Schritte.

Projektschritt Ziel Werkzeug Warum gewählt? Beitrag Mensch Beitrag KI Prüfung Entscheidung
Beispiel: Kriterien Vergleich vorbereiten KI plus Gruppenarbeit zusätzliche Perspektiven finden Gruppe setzt Prioritäten KI schlägt Kriterien vor doppelte und unpassende Kriterien entfernen Go mit Änderungen


Arbeitsauftrag D: Kontrollpunkt 1

Stoppt nach der Planung und beantwortet:

  1. Haben wir das Problem verstanden, bevor wir KI genutzt haben?
  2. Gibt es eine Aufgabe, für die KI gerade das falsche Werkzeug ist?
  3. Welche Aussage muss zwingend mit einer Quelle, Rechnung oder Person geprüft werden?
  4. Welche Daten dürfen wir nicht in ein öffentliches KI-System eingeben?
  5. Welche Entscheidung bleibt ausdrücklich bei uns Menschen?

Trefft danach für jeden KI-Einsatz eine Go-, Wechsel- oder Stop-Entscheidung.


Arbeitsauftrag E: Produkt

Erstellt ein einseitiges Entscheidungsposter oder eine kurze begründete Lösung mit diesen Bestandteilen:

  1. klare Empfehlung
  2. mindestens drei Kriterien
  3. nachvollziehbarer Vergleich der Optionen
  4. mindestens eine selbst geprüfte Rechnung oder Datenauswertung
  5. Hinweis auf Unsicherheiten oder fehlende Informationen
  6. Kennzeichnung, wofür KI genutzt wurde
  7. ein kurzer Satz: „Wir haben KI an dieser Stelle nicht genutzt, weil …“


Arbeitsauftrag F: Kontrollpunkt 2 und Peer-Audit

Tauscht Eure Produkte mit einer anderen Gruppe. Die andere Gruppe darf nicht fragen „Gefällt es uns?“, sondern prüft:

  1. Ist die Empfehlung aus den Kriterien ableitbar?
  2. Ist mindestens eine Rechnung unabhängig kontrolliert?
  3. Sind Fakten und Quellen voneinander getrennt?
  4. Ist der KI-Anteil transparent?
  5. Gibt es einen erkennbaren menschlichen Eigenbeitrag?
  6. Wurde eine Stelle sinnvoll ohne KI bearbeitet?
  7. Ist die Lösung fair gegenüber unterschiedlichen Nutzergruppen?

Markiert anschließend eine Sache, die bleibt, eine Sache, die verbessert wird und eine Sache, bei der Ihr das Werkzeug wechselt oder stoppt.


Fächerübergreifende Bezüge


Informatik

Du untersuchst Mensch-Computer-Interaktion, algorithmische Systeme, Eingaben und Ausgaben, Fehlerquellen, Daten, Kontrollschleifen und die Frage, wie technische Systeme in einen von Menschen verantworteten Prozess eingebettet werden.


Deutsch

Du formulierst Problemstellungen, schreibst Begründungen, prüfst Sprache auf Verständlichkeit, vergleichst menschliche und KI-generierte Texte und übst Argumentation, Quellenkritik und transparente Kennzeichnung.


Mathematik

Du nutzt Kennzahlen, Prozentrechnung, Kostenvergleiche und Plausibilitätsprüfungen. Wichtig ist die Trennung zwischen einem sprachlich überzeugenden Ergebnis und einer nachgerechneten Lösung.


Technik

Du vergleichst technische Lösungen nach Funktion, Sicherheit, Material, Wartung und Einsatzbedingungen. KI kann Varianten liefern, ersetzt aber keine Sicherheitsprüfung.


Geschichte

Du kannst untersuchen, wie sich Werkzeuge des Schreibens, Rechnens, Recherchierens und Entscheidens verändert haben. Die historische Quellenkritik liefert ein starkes Modell dafür, auch KI-Aussagen nach Herkunft, Kontext und Perspektive zu prüfen.


Kunst

Du gestaltest Entscheidungsposter, Infografiken oder visuelle Varianten. Dabei reflektierst Du Urheberschaft, Kennzeichnung, Bildwirkung und die Frage, welche Gestaltung bewusst von Menschen stammt.


Ethik

Du prüfst Verantwortung, Fairness, Autonomie, Datenschutz und mögliche Benachteiligungen. Zentral ist die Frage, welche Entscheidungen Menschen nicht an ein System abgeben sollten.


Gemeinschaftskunde

Du berücksichtigst verschiedene Interessen, Beteiligung, Transparenz und nachvollziehbare Begründungen. In einer demokratischen Entscheidung zählt nicht nur Effizienz, sondern auch, ob Betroffene gehört werden.


Wirtschaft

Du vergleichst Kosten, Nutzen, Zeitaufwand und Folgekosten. Gleichzeitig lernst Du, dass eine billige oder schnelle Lösung nicht automatisch die beste ist, wenn Qualität, Sicherheit oder Fairness leiden.


Sicherheits- und Fairnessregeln


Was Du nicht ungeprüft an KI geben solltest

Gib in öffentlich zugängliche KI-Systeme keine vertraulichen oder sensiblen Daten ein, zum Beispiel vollständige Namen zusammen mit Noten, Gesundheitsinformationen, privaten Konflikten, Zugangsdaten oder nicht freigegebenen Fotos. Halte Dich an die Regeln Deiner Schule und nutze nur freigegebene Werkzeuge.


Faire Zusammenarbeit in der Klasse

Nicht alle Lernenden haben dieselben Geräte, Zugänge oder Erfahrungen mit KI. Eine faire Projektarbeit braucht deshalb Rollen und Alternativen. Eine Gruppe kann zum Beispiel eine KI-Variante und eine No-KI-Variante vergleichen. Bewertung sollte sichtbar machen, wie entschieden, geprüft und verbessert wurde, nicht nur, wie glatt das Endprodukt aussieht.


Reflexion und Transfer


Drei Sätze zum Abschluss

Vervollständige schriftlich:

  1. „KI war in unserem Projekt besonders hilfreich, als …“
  2. „Wir haben das Werkzeug gewechselt oder gestoppt, weil …“
  3. „Die wichtigste menschliche Entscheidung war …“


Transferfrage

Stell Dir vor, Du arbeitest morgen in einem anderen Fach. Was ändert sich?

  1. In Geschichte könnte die Quellenlage wichtiger sein.
  2. In Mathematik könnte exaktes Nachrechnen im Vordergrund stehen.
  3. In Kunst könnten Originalität, Wirkung und Kennzeichnung stärker zählen.
  4. In Gemeinschaftskunde könnten Perspektiven, Fairness und demokratische Begründung wichtiger werden.
  5. In Technik könnten Sicherheit und Funktionsprüfung entscheidend sein.

Formuliere eine Regel, die in allen Fächern gilt. Eine mögliche Form lautet: „Je wichtiger eine Aussage oder Entscheidung ist, desto stärker muss ich Quelle, Rechenweg, Risiko und eigene Verantwortung prüfen.“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was sollte bei einem KI-gestützten Projekt zuerst geklärt werden? (Problem, Ziel und Qualitätskriterien) (!Welcher Chatbot am schnellsten antwortet) (!Welche Antwort am längsten ist) (!Wie viele KI-Werkzeuge gleichzeitig geöffnet werden)




Wann ist ein Werkzeugwechsel besonders sinnvoll? (Wenn ein anderes Werkzeug die Teilaufgabe zuverlässiger löst) (!Wenn die erste Antwort besonders lang ist) (!Wenn die KI viele Fachwörter verwendet) (!Wenn niemand die Aufgabe verstanden hat)




Welche Verantwortung bleibt bei den Lernenden? (Die Schlussentscheidung begründen und prüfen) (!Jede Formulierung ungeprüft übernehmen) (!Quellen durch KI-Antworten ersetzen) (!Sensible Daten automatisch teilen)




Was ist ein sinnvoller Kontrollpunkt? (Ein geplanter Stopp zum Prüfen und Entscheiden) (!Ein Zeitpunkt, an dem nur die Schriftart geändert wird) (!Ein Schritt, bei dem jede Quelle gelöscht wird) (!Eine Pause ohne Bezug zum Projekt)




Wie sollte eine zentrale Tatsachenbehauptung aus einer KI-Antwort behandelt werden? (Mit geeigneten Quellen überprüft werden) (!Als Beleg für sich selbst gelten) (!Nur nach Rechtschreibung geprüft werden) (!Automatisch in das Endprodukt kopiert werden)




Wann sollte KI bewusst nicht genutzt werden? (Wenn Datenschutz oder Lernziel klar dagegen sprechen) (!Wenn eine eigene Idee vorhanden ist) (!Wenn ein Taschenrechner verfügbar ist) (!Wenn das Projekt mehrere Fächer verbindet)




Was zeigt gute Mensch-KI-Arbeitsteilung? (Menschen setzen Ziele und prüfen, KI unterstützt passende Teilaufgaben) (!KI trifft alle Wertentscheidungen) (!Menschen übernehmen jede KI-Ausgabe unverändert) (!Nur KI darf Gegenargumente formulieren)




Welche Aussage zu Qualität ist richtig? (Eine hohe Gesamtpunktzahl ersetzt keinen Datenschutzcheck) (!Flüssige Sprache beweist sachliche Richtigkeit) (!Viele Wörter bedeuten automatisch hohe Qualität) (!Ein schönes Layout macht Quellen unnötig)




Warum ist ein Mensch-KI-Protokoll nützlich? (Es macht Werkzeugwahl, Prüfung und Entscheidungen nachvollziehbar) (!Es versteckt den Einsatz von KI) (!Es ersetzt das Endprodukt) (!Es macht Quellen überflüssig)




Welche Frage passt zu einem Fairness-Check? (Wer könnte durch die Lösung benachteiligt oder übersehen werden) (!Wie kann die Antwort möglichst kompliziert klingen) (!Wie kann jede Aufgabe an KI abgegeben werden) (!Wie kann man alle Gegenargumente vermeiden)





Memory

Problemdefinition Ziel und Randbedingungen klären
Werkzeugwahl passendes Mittel für eine Teilaufgabe bestimmen
Kontrollpunkt Zwischenstand gezielt prüfen
Quellenkritik Behauptungen mit Belegen vergleichen
Mensch-KI-Arbeitsteilung Verantwortung und Unterstützung sinnvoll verteilen
Transparenz KI-Einsatz nachvollziehbar kennzeichnen
Datenschutz sensible Informationen schützen
Fairnesscheck mögliche Benachteiligungen untersuchen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Projektentscheidung
Problem klären Vor der Werkzeugwahl
Quelle prüfen Nach einer wichtigen Tatsachenbehauptung
Werkzeug wechseln Bei unzuverlässiger oder ungeeigneter Methode
KI stoppen Bei Datenschutz- oder Sicherheitsproblemen
Prozess dokumentieren Vor der Abgabe des Endprodukts






Kreuzworträtsel

Werkzeugwahl Wie heißt die begründete Entscheidung für ein passendes Arbeitsmittel?
Quellenkritik Wie heißt das Prüfen von Herkunft, Kontext und Belegen?
Transparenz Wie heißt die Nachvollziehbarkeit des KI-Einsatzes?
Datenschutz Welcher Begriff bezeichnet den Schutz personenbezogener Informationen?
Kontrollpunkt Wie heißt ein geplanter Stopp zum Prüfen eines Zwischenstands?
Verantwortung Welcher Begriff beschreibt, dass Menschen für Entscheidungen einstehen müssen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor dem Einsatz eines Werkzeugs sollte zuerst das

klar beschrieben werden. Eine KI-Ausgabe ist ein Vorschlag und noch kein

. Für exakte Rechnungen kann ein

geeigneter sein als ein Sprachmodell. Ein geplanter Stopp zum Prüfen heißt

. Wenn ein Werkzeug wiederholt unzuverlässig ist, kann ein

sinnvoll sein. Bei sensiblen persönlichen Informationen hat der

Vorrang. Menschen sollten Ziele, Werturteile und die abschließende

verantworten. Ein gutes Projekt macht die Mensch-KI-Arbeitsteilung durch

nachvollziehbar. Zur Qualitätsprüfung gehört auch die Frage nach möglicher

. Am Ende soll nicht nur das Produkt, sondern auch der

begründet werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. KI-Ampel: Erstelle drei eigene Beispielsituationen für Go, Wechsel und Stop und begründe jede Entscheidung.
  2. Werkzeugvergleich: Löse dieselbe kleine Aufgabe einmal ohne KI und einmal mit KI-Unterstützung. Vergleiche Zeit, Qualität und Prüfaufwand.
  3. Kontrollkarten: Gestalte fünf Karten für die Kontrollpunkte K0 bis K4 und ergänze je eine Prüffrage.
  4. Transparenzhinweis: Formuliere einen kurzen, verständlichen Hinweis, mit dem eine Klasse die KI-Nutzung in einem Projektprodukt kennzeichnen könnte.


Standard

  1. Projektprotokoll: Dokumentiere bei einem eigenen Schulprojekt mindestens drei Werkzeugentscheidungen und einen begründeten Werkzeugwechsel.
  2. Faktencheck: Nimm drei konkrete Behauptungen aus einer KI-Ausgabe, suche geeignete Quellen und bewerte, welche Behauptung bestätigt, eingeschränkt oder verworfen werden muss.
  3. Entscheidungsposter: Erstelle zum Schulhof-Fall ein visuelles Poster mit Kriterien, Rechnung, Empfehlung, Unsicherheit und transparentem KI-Anteil.
  4. Peer-Audit: Entwickle mit einer Partnergruppe eine Prüfliste und testet gegenseitig, ob Eure Entscheidungen nachvollziehbar und fair sind.


Schwer

  1. Mensch-KI-Experiment: Bearbeite eine komplexe Teilaufgabe in zwei Varianten, einmal mit starker KI-Unterstützung und einmal mit bewusst begrenzter KI-Nutzung. Vergleiche Lerngewinn, Fehler, Zeit und Eigenleistung.
  2. Fairnessanalyse: Untersuche eine KI-generierte Empfehlung aus Sicht von mindestens drei betroffenen Gruppen und überarbeite sie so, dass Benachteiligungen sichtbar reduziert werden.
  3. Projektregelwerk: Entwirf für Deine Klasse fünf Regeln zur KI-Nutzung in Projekten. Begründe jede Regel mit Nutzen, Risiko und Kontrollmethode.
  4. Mini-Dokumentation: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo oder eine Bildergeschichte, die zeigt, wie eine Gruppe an einem Kontrollpunkt bemerkt, dass sie das Werkzeug wechseln sollte.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferfall Mathematik: Eine KI liefert für eine Kostenrechnung ein Ergebnis, aber keinen nachvollziehbaren Rechenweg. Entscheide, wie Du weiterarbeitest, und begründe die Reihenfolge Deiner Prüfungen.
  2. Transferfall Geschichte: Eine KI fasst ein historisches Ereignis ohne Quellen und nur aus einer Perspektive zusammen. Entwickle einen Prüfplan, der Quellenkritik und Perspektivenvielfalt verbindet.
  3. Transferfall Kunst: Eine Gruppe möchte ein KI-generiertes Bild unverändert als eigenes Plakatmotiv abgeben. Entwickle eine Lösung, die Gestaltung, Eigenleistung, Kennzeichnung und mögliche Rechtefragen berücksichtigt.
  4. Transferfall Gemeinschaftskunde: Eine KI empfiehlt eine Schulregel, die für die Mehrheit praktisch ist, aber eine kleine Gruppe benachteiligt. Zeige, wie ein Fairness-Check die Entscheidung verändern könnte.
  5. Transferfall Technik: Eine KI schlägt eine technische Konstruktion vor, deren Sicherheit nicht belegt ist. Lege fest, welche Informationen zuerst von Menschen oder verlässlichen Quellen geprüft werden müssen.
  6. Transferfall Wirtschaft: Zwei Lösungen unterscheiden sich in Anschaffungskosten, Folgekosten und Nutzen. Entwickle Kriterien und erkläre, warum die billigste Lösung nicht automatisch die beste sein muss.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du kannst ein Projektproblem mit Ziel, Randbedingungen und Qualitätskriterien beschreiben.
  2. Du kannst für Teilaufgaben zwischen KI und anderen Werkzeugen begründet wählen.
  3. Du kannst mindestens einen Kontrollpunkt planen und eine Go-, Wechsel- oder Stop-Entscheidung begründen.
  4. Du kannst zentrale KI-Aussagen durch Quellen, Daten, Rechnungen oder fachkundige Personen prüfen.
  5. Du kannst die Mensch-KI-Arbeitsteilung transparent dokumentieren.
  6. Du kannst Datenschutz, Sicherheit und Fairness in Deine Entscheidung einbeziehen.
  7. Du kannst ein sichtbares Produkt oder eine begründete Lösung vorlegen, in der Deine eigene Denkleistung erkennbar ist.
  8. Du kannst erklären, was Du durch den Prozess gelernt hast und welche Regel Du auf ein anderes Fach überträgst.




OERs zum Thema

Zusätzliche frei zugängliche Grundlagen:

  1. UNESCO: AI competency framework for students
  2. OECD: PISA 2022 Creative Thinking
  3. Europäische Kommission: AI Literacy Framework für Schule
  4. Künstliche Intelligenz
  5. Projektmanagement
  6. Quellenkritik
  7. Medienkompetenz
  8. Datenschutz
  9. Ethik der Künstlichen Intelligenz



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...