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Quellen systematisch überprüfen

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Quellen systematisch überprüfen




Quellen systematisch überprüfen


Einleitung

Im Internet, in Büchern, in Videos, in Chats und auch in Antworten von KI-Systemen begegnen Dir täglich Behauptungen. Manche sind gut belegt, manche unvollständig, manche veraltet und manche falsch. Deshalb reicht es nicht, nur zu fragen: „Klingt das glaubwürdig?“ Du brauchst eine Prüfroutine, mit der Du nachvollziehbar herausfindest, wie gut eine Aussage belegt ist.

In diesem Lernkurs trainierst Du für die Klasse 6 einen einfachen, aber systematischen Quellencheck. Du lernst, eine Behauptung genau zu benennen, die Herkunft einer Information zu untersuchen, Belege zu prüfen, eine zweite unabhängige Quelle zu suchen, Perspektiven zu vergleichen und am Ende ein begründetes Urteil zu formulieren. Wichtig ist: Unsicherheit darf benannt werden. Ein gutes Urteil muss nicht immer „wahr“ oder „falsch“ lauten. Manchmal ist „noch nicht ausreichend belegt“ die beste Antwort.

Besonders wichtig beim Einsatz von KI: Eine KI-Antwort kann Dir beim Formulieren von Suchbegriffen, beim Sammeln von Prüffragen oder beim Vergleichen bereits vorliegender Texte helfen. Eine KI darf aber nie alleiniger Beleg für ihre eigene Aussage sein. Wenn eine KI etwas behauptet, brauchst Du überprüfbare, möglichst unabhängige Quellen außerhalb der KI-Antwort.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du eine überprüfbare Behauptung aus einem Text oder Post herauslösen, zwischen Quelle, Beleg und Meinung unterscheiden und einfache Kriterien für Quellenqualität anwenden. Du kannst Primär- und Sekundärquellen situationsbezogen unterscheiden, eine unabhängige Gegenprüfung durchführen, unterschiedliche Perspektiven vergleichen und ein Urteil mit Belegen begründen. Außerdem erkennst Du typische Warnsignale für Manipulation, ohne vorschnell jede auffällige Darstellung für falsch zu halten.


Zeitplan für 1–2 Unterrichtsstunden

Phase Kurzvariante etwa 45 Minuten Vertiefung bis etwa 90 Minuten
Aktivierung und Diagnose 5 Minuten 10 Minuten mit Begründungen im Tandem
Einführung in Behauptung, Quelle und Beleg 8 Minuten 15 Minuten mit Beispielen aus mehreren Fächern
6-Schritte-Quellencheck 10 Minuten 20 Minuten mit Gegenprüfung im Web oder Materialpaket
Anwendungssituation 12 Minuten 25 Minuten mit Perspektivenvergleich
Selbstkontrolle und Reflexion 10 Minuten 20 Minuten einschließlich Transferaufgabe


Aktivierung und Diagnose: Würdest Du das weiterleiten?

Stell Dir vor, in einem Klassenchat erscheint die Nachricht: „Morgen beginnt die Schule erst um 10 Uhr. Die Heizung ist kaputt. Bitte weitersagen!“ Dazu gibt es nur einen zugeschnittenen Screenshot ohne Link, Namen oder Datum.

Entscheide zunächst allein: Würdest Du die Nachricht sofort weiterleiten, erst prüfen oder ignorieren? Notiere danach zwei Gründe für Deine Entscheidung. Vergleicht Eure Begründungen zu zweit. Achtet darauf, ob Ihr eher über den Inhalt der Behauptung oder über die Qualität der Quelle gesprochen habt.

Ein erster Merksatz lautet: Je wichtiger die mögliche Folge einer Information ist, desto sorgfältiger solltest Du prüfen.


Grundlagen: Was genau wird geprüft?


Behauptung, Quelle und Beleg

Eine Behauptung ist eine Aussage, die überprüfbar sein kann, zum Beispiel: „Die Bücherei schließt heute um 16 Uhr.“ Eine Quelle ist der Ort oder die Person, von der eine Information stammt. Ein Beleg ist das konkrete Material, das eine Behauptung stützt, zum Beispiel eine offizielle Öffnungszeit, ein Messwert, ein Originaldokument oder ein nachvollziehbares Zitat.

Wichtig ist der Unterschied: Eine Quelle ist nicht automatisch ein guter Beleg. Ein Blog kann eine echte Studie verlinken und korrekt wiedergeben. Eine bekannte Website kann eine Zahl aber auch ohne Herkunft nennen. Deshalb fragst Du nicht nur „Wo steht das?“, sondern auch „Worauf stützt sich die Aussage?“

Element Prüffrage Beispiel
Behauptung Was wird genau behauptet? „Der Unterricht beginnt morgen später.“
Quelle Wer veröffentlicht oder verbreitet die Information? Klassenchat, Schulhomepage, Lokalzeitung
Beleg Welche konkrete Grundlage wird genannt? Mitteilung der Schule, Gespräch mit Verantwortlichen, Dokument
Urteil Wie gut ist die Behauptung nach der Prüfung gestützt? gut belegt, teilweise belegt, unklar oder widerlegt


Primärquelle und Sekundärquelle

Eine Primärquelle steht im jeweiligen Zusammenhang besonders nah am untersuchten Gegenstand. Das kann zum Beispiel ein Originalbrief, ein Messprotokoll, eine amtliche Bekanntmachung, ein Interview mit einer beteiligten Person oder ein selbst erhobener Datensatz sein. Eine Sekundärquelle verarbeitet, erklärt oder ordnet Informationen aus anderen Quellen ein, etwa ein Sachbuch, ein Bericht oder ein Lexikonartikel.

Aber: Primär bedeutet nicht automatisch besser. Eine beteiligte Person kann sich irren, nur einen Ausschnitt gesehen haben oder ein eigenes Interesse verfolgen. Eine gute Sekundärquelle kann mehrere Primärquellen vergleichen und Zusammenhänge erklären. Entscheidend ist immer die Frage: Welche Quelle eignet sich für meine konkrete Behauptung?

Beispiel aus Geschichte: Ein Tagebucheintrag aus einer bestimmten Zeit kann zeigen, was eine Person damals erlebt oder gedacht hat. Ein späterer wissenschaftlicher Überblick kann verschiedene Tagebücher, Akten und Forschungsergebnisse zusammenführen. Beide Quellen beantworten unterschiedliche Fragen.


Quellenqualität: sechs nachvollziehbare Kriterien

Nutze für Klasse 6 diese sechs Kriterien. Kein einzelnes Kriterium entscheidet allein.

Kriterium Leitfrage Warnsignal
Herkunft Wer steckt hinter der Information? Urheber bleibt unklar
Kompetenz Kann die Person oder Institution das wissen? Fachkenntnis wird nur behauptet
Belege Werden überprüfbare Nachweise genannt? Keine Daten, Dokumente oder nachvollziehbaren Verweise
Aktualität Passt das Datum zur Behauptung? Alter Inhalt wird als neu ausgegeben
Unabhängigkeit Bestätigt eine zweite Quelle die Aussage eigenständig? Mehrere Seiten kopieren denselben Ursprungstext
Zweck und Kontext Soll informiert, überzeugt, verkauft oder provoziert werden? Starke Wirkung, aber fehlender Zusammenhang

Merke: Ein professionelles Aussehen, viele Likes, ein Logo oder ein hoher Platz in einer Suchmaschine beweisen keine Zuverlässigkeit.


Die 6-Schritte-Prüfroutine


Schritt 1: Stopp – Behauptung isolieren

Bevor Du reagierst oder teilst, halte kurz an. Schreibe die wichtigste überprüfbare Aussage in einem Satz auf. Trenne Faktenbehauptungen von Bewertungen und Gefühlen.

Beispiel: Aus „Unglaublicher Skandal! Unsere Mensa wird immer unbezahlbarer!“ kannst Du die überprüfbare Behauptung herauslösen: „Der Preis für ein bestimmtes Mensaessen wurde erhöht.“ Ob die Erhöhung „unglaublich“ ist, ist eine Bewertung.


Schritt 2: Ursprung – Wer sagt das zuerst?

Suche den ursprünglichen Absender oder die ursprüngliche Veröffentlichung. Ein Screenshot kann eine echte Aussage zeigen, aber wichtige Angaben wie Datum, Autor oder vorherige Sätze abschneiden. Prüfe deshalb, ob Du zum vollständigen Original gelangst.

Bei Webseiten hilft laterales Lesen: Bleib nicht nur auf der Seite, die Du beurteilen willst. Öffne neue Suchwege und schau nach, was andere verlässliche Quellen über den Urheber sagen.


Schritt 3: Beleg – Worauf stützt sich die Aussage?

Suche nach dem konkreten Beleg. Das kann eine Messung, ein Dokument, eine Statistik, ein Foto im Originalkontext, eine direkte Aussage oder eine Untersuchung sein. Frage: Stützt der Beleg wirklich genau diese Behauptung?

Ein Beispiel zeigt den Unterschied: Die Aussage „Vier von fünf befragten Kindern mögen Produkt X“ bedeutet nicht, dass 80 Prozent aller Kinder Produkt X mögen. In Mathematik musst Du zusätzlich prüfen, wie viele Personen befragt wurden, wie sie ausgewählt wurden und ob die Darstellung den Grundwert verständlich macht.


Schritt 4: Gegencheck – Was sagen unabhängige Quellen?

Suche mindestens eine weitere geeignete Quelle. Sie sollte nicht nur denselben Text abschreiben. Zwei Webseiten, die dieselbe Pressemitteilung kopieren, sind keine zwei unabhängigen Bestätigungen.

Eine Gegenprüfung kann so aussehen: Eine Meldung über eine neue Schulregel wird auf der Schulhomepage geprüft. Zusätzlich schaust Du nach einer Mitteilung des Schulträgers oder nach einem journalistischen Bericht, der eigene Nachfragen dokumentiert.


Schritt 5: Kontext – Fehlt etwas Wichtiges?

Prüfe Datum, Ort, vollständiges Zitat, Bildausschnitt und Anlass. Ein echtes Foto kann irreführend werden, wenn es mit einem falschen Datum oder einem anderen Ort verbunden wird. Ein korrektes Zitat kann täuschen, wenn entscheidende Sätze davor oder danach fehlen.

Bei Bildern kannst Du nach der ursprünglichen Veröffentlichung suchen und prüfen, ob dasselbe Bild schon früher in einem anderen Zusammenhang auftauchte. Bei Diagrammen prüfst Du Achsen, Einheiten, Größenverhältnisse und die Quelle der Daten.


Schritt 6: Urteil – Mit Belegen und Unsicherheit formulieren

Formuliere am Ende ein Urteil, das zu Deinen Belegen passt. Gute Formulierungen sind zum Beispiel: „gut belegt“, „plausibel, aber noch nicht ausreichend bestätigt“, „unklar“ oder „durch bessere Belege widerlegt“.

Nenne immer kurz, worauf Dein Urteil beruht. Das macht Dein Denken nachvollziehbar und ermöglicht anderen, Deine Prüfung zu kontrollieren.


Perspektiven vergleichen statt nur Quellen zählen

Zwei Quellen können über dasselbe Ereignis berichten und trotzdem unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Das ist nicht automatisch ein Zeichen für Täuschung. Eine Schülervertretung kann andere Fragen wichtig finden als die Schulleitung. Eine Umweltgruppe kann andere Folgen betonen als ein Verkehrsunternehmen.

Vergleiche deshalb drei Ebenen:

Ebene Frage Beispiel
Gemeinsamer Faktenkern Welche Angaben stimmen überein? Datum und Ort einer Veranstaltung
Unterschiedliche Auswahl Welche Fakten werden hervorgehoben oder weggelassen? Kosten, Umweltwirkung oder Zeitgewinn
Bewertung und Sprache Welche Wörter lenken die Wirkung? „notwendige Änderung“ gegenüber „unnötige Belastung“

Das Ziel ist nicht, zwanghaft eine „Mitte“ zwischen zwei Positionen zu bilden. Entscheidend ist, welche Aussagen durch gute Belege gestützt werden.


Prebunking: Manipulation erkennen, bevor sie wirkt

Prebunking bedeutet, typische Manipulationstechniken kennenzulernen, bevor Dir eine konkrete irreführende Nachricht begegnet. Dadurch kannst Du bei bestimmten Mustern schneller in den Prüfmodus wechseln.

Typische Warnsignale sind künstlicher Zeitdruck, starke Empörung ohne Beleg, angebliche Fachleute ohne Namen, ein extremes Entweder-oder, ein aus dem Zusammenhang gelöstes Bild oder die Behauptung „Alle wissen das“. Ein Warnsignal beweist noch nicht, dass eine Aussage falsch ist. Es sagt nur: Jetzt besonders sorgfältig prüfen.

Eine faire Prüfkultur richtet sich gegen schlechte Belege, nicht gegen Menschen. Korrigiere sachlich, erkläre Deine Quellen und vermeide Beschämung. So verbindest Du Medienbildung mit Ethik und verantwortlicher Kommunikation.


KI verantwortungsvoll als Werkzeug nutzen

KI kann beim Quellencheck nützlich sein, wenn Du die Kontrolle behältst. Du kannst eine KI bitten, aus einem langen Text die zentrale Behauptung zu markieren, neutrale Suchbegriffe vorzuschlagen, mögliche Gegenfragen zu sammeln oder zwei bereits vorliegende Quellen nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu strukturieren.

KI kann aber Fehler machen, Informationen veralten lassen oder Quellen ungenau wiedergeben. Deshalb gilt die feste Regel:

KI-Antwort ≠ Beleg.

Wenn eine KI eine Quelle nennt, öffne und prüfe die Quelle selbst. Achte darauf, ob sie wirklich existiert, ob sie die Aussage tatsächlich enthält und ob sie für die Frage geeignet ist. Gib außerdem keine privaten Daten, Zugangsdaten oder unnötig persönliche Informationen in ein KI-System ein.

Sinnvoller KI-Einsatz Nicht ausreichend
Suchbegriffe sammeln „Die KI sagt es, also stimmt es.“
Prüffragen formulieren Eine KI-Antwort als einzige Quelle zitieren
Zwei bereitgestellte Texte vergleichen Ungeprüfte Quellenangaben übernehmen
Unsicherheiten markieren lassen Persönliche oder sensible Daten hochladen

Die endgültige Entscheidung über Quellenqualität bleibt bei Dir. Das ist menschliche Handlungshoheit: Technik unterstützt Dein Denken, ersetzt es aber nicht.


Fächerübergreifende Bezüge

Fach Quellenkritische Leitfrage Mini-Beispiel
Informatik Wie funktionieren Suche, Sortierung, Metadaten und Verlinkung? Prüfe, ob der erste Suchtreffer wirklich die beste Quelle ist.
Deutsch Welche Behauptung wird mit welchem Argument und welchem Beleg gestützt? Trenne sachliche Aussage von wertender Sprache.
Mathematik Sind Prozentzahlen, Grundwerte und Diagramme verständlich? 80 Prozent von fünf Befragten sind nur vier Personen.
Naturwissenschaften Wie wurde beobachtet oder gemessen? Ein Pflanzenversuch mit nur einem Topf erlaubt kaum eine allgemeine Aussage.
Kunst Wie verändern Ausschnitt, Perspektive und Bearbeitung die Bildwirkung? Vergleiche einen Bildausschnitt mit dem vollständigen Original.
Ethik Welche Folgen hat unkritisches Teilen für andere? Prüfe vor dem Weiterleiten einer beschuldigenden Nachricht besonders streng.
Gemeinschaftskunde Welche Quellen helfen bei einer begründeten öffentlichen Meinung? Vergleiche amtliche Angaben, journalistische Recherche und Interessenpositionen.
Medienbildung Wie teile ich Informationen transparent und verantwortlich? Verlinke den Ursprung und benenne verbleibende Unsicherheit.


Realistische Anwendungssituation: Der Klassenchat-Faktencheck

Die folgende Situation ist frei erfunden. Sie soll zeigen, wie Du mit widersprüchlichen Informationen umgehst.

Im Klassenchat steht um 17:20 Uhr: „Morgen beginnt die Schule erst um 10 Uhr, weil die Heizung ausfällt.“

Du erhältst fünf Materialkarten:

Quelle Inhalt Was fällt auf?
A Screenshot der Chatnachricht Kein sichtbarer Urheber, kein Link, keine Belege
B Schulhomepage, Mitteilung von 17:00 Uhr „Die Wartung findet statt. Der Unterricht beginnt morgen regulär.“
C Lokaler Nachrichtenbericht von 15:00 Uhr „Eine Verzögerung ist möglich; eine Entscheidung steht noch aus.“
D KI-Antwort ohne verlinkte Nachweise „Wahrscheinlich beginnt die Schule später.“
E Öffentliche Mitteilung des zuständigen Gebäudemanagements von 17:10 Uhr „Die Arbeiten sind beendet. Der Schulbetrieb ist nicht eingeschränkt.“

Deine Aufgabe: Formuliere zuerst die genaue Behauptung. Ordne dann jede Quelle nach Herkunft, Belegen, Aktualität und Nähe zum Ereignis ein. Prüfe, welche Quellen voneinander unabhängig sind und welche Information zeitlich überholt sein könnte. Formuliere abschließend ein Urteil in zwei bis vier Sätzen und nenne mindestens zwei Belege. Erkläre auch, warum Quelle D allein kein Beleg ist.

Für die Selbstkontrolle gilt: Dein Ergebnis ist dann stark, wenn Du nicht nur auf die „richtige“ Information kommst, sondern Deinen Weg dorthin nachvollziehbar machst.


Sicherheit, Fairness und verantwortliches Prüfen

Quellenkritik soll Menschen schützen und nicht gefährden. Veröffentliche keine privaten Kontaktdaten, Fotos oder Chatnachrichten anderer ohne guten Grund und Erlaubnis. Suche bei gesundheitsbezogenen, rechtlichen oder sicherheitsrelevanten Fragen nach besonders geeigneten Fach- oder Behördenquellen und hole bei Unsicherheit Unterstützung durch eine erwachsene Vertrauensperson oder Fachperson.

Wenn Du eine Falschinformation entdeckst, verbreite sie nicht unnötig weiter. Zeige lieber die überprüfte Behauptung, den besseren Beleg und den Weg zur Korrektur. So bleibt der Fokus auf Lernen statt Bloßstellung.


Selbstkontrolle und Reflexion

Prüfe Deinen eigenen Quellencheck mit dieser Matrix:

Prüfschritt Noch offen Erfüllt
Behauptung Ich habe nur das Thema genannt. Ich habe einen konkreten prüfbaren Satz formuliert.
Ursprung Ich kenne nur einen Screenshot oder eine Weiterleitung. Ich habe den ursprünglichen Urheber oder die Herkunft gesucht.
Beleg Ich habe nur eine Behauptung gefunden. Ich kann zeigen, welcher Beleg die Aussage stützt.
Gegencheck Meine zweite Quelle übernimmt denselben Ursprung. Ich habe eine möglichst unabhängige Bestätigung oder begründete Gegenposition geprüft.
Kontext Datum, Ort oder vollständiger Zusammenhang fehlen. Ich habe wichtige Kontextangaben kontrolliert.
Urteil Ich schreibe nur „stimmt“ oder „stimmt nicht“. Ich begründe mein Urteil und benenne verbleibende Unsicherheit.

Reflexionsfrage: Welcher Prüfschritt fällt Dir leicht, welcher kostet Dich am meisten Aufmerksamkeit und wie könntest Du ihn beim nächsten Mal verbessern?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was solltest Du zuerst tun, wenn Dich eine überraschende Nachricht zum sofortigen Weiterleiten auffordert? (Die konkrete Behauptung festhalten und zunächst prüfen) (!Die Nachricht sofort an möglichst viele Personen schicken) (!Nur auf die Anzahl der Likes achten) (!Die Überschrift als ausreichenden Beleg ansehen)




Was ist ein Beleg? (Eine konkrete überprüfbare Grundlage für eine Behauptung) (!Ein besonders auffälliges Seitenlogo) (!Eine Meinung mit vielen Ausrufezeichen) (!Ein beliebiger Suchtreffer ohne Bezug zur Aussage)




Welche Aussage über Primärquellen ist richtig? (Sie können nah am Ereignis sein und müssen trotzdem kritisch geprüft werden) (!Sie sind immer vollständig objektiv) (!Sie sind grundsätzlich wertvoller als jede andere Quelle) (!Sie dürfen nie mit Sekundärquellen verglichen werden)




Was bedeutet unabhängige Gegenprüfung? (Eine weitere geeignete Quelle prüft die Aussage eigenständig) (!Mehrere Webseiten kopieren denselben Ursprungstext) (!Man liest denselben Post mehrmals) (!Man fragt nur die Person, die die Behauptung zuerst verbreitet hat)




Was ist beim lateralen Lesen typisch? (Man verlässt die zu prüfende Seite und untersucht den Urheber auch über andere Quellen) (!Man liest nur die Überschrift derselben Seite) (!Man scrollt möglichst schnell bis zum Ende) (!Man bewertet eine Seite nur nach ihrem Design)




Warum ist ein altes Foto nicht automatisch ein guter Beleg für ein aktuelles Ereignis? (Der ursprüngliche Zeitpunkt und Kontext können ein anderer sein) (!Alte Fotos sind grundsätzlich gefälscht) (!Fotos können nie Informationen liefern) (!Nur neue Fotos dürfen im Unterricht verwendet werden)




Welche Formulierung zeigt ein angemessenes Quellenurteil? (Die Behauptung ist gut belegt, weil zwei geeignete unabhängige Quellen übereinstimmen) (!Die Behauptung stimmt, weil sie oft geteilt wurde) (!Die Behauptung stimmt, weil sie aufregend klingt) (!Die Behauptung ist falsch, weil ich anderer Meinung bin)




Wie sollte eine KI-Antwort beim Quellencheck behandelt werden? (Als Hilfsmittel, dessen Aussagen mit externen Quellen geprüft werden müssen) (!Als Beweis für jede eigene Aussage der KI) (!Als Ersatz für alle Primärquellen) (!Als automatisch unabhängige Gegenquelle)




Was ist ein sinnvoller Zweck von Prebunking? (Typische Manipulationsmuster früh erkennen und dadurch genauer prüfen) (!Jede emotionale Aussage automatisch als falsch markieren) (!Nur noch einer einzigen Quelle vertrauen) (!Alle widersprechenden Perspektiven ausblenden)




Was ist bei einer Prozentangabe besonders wichtig? (Den Grundwert und die Datengrundlage zu prüfen) (!Nur die größte Zahl zu betrachten) (!Jede Prozentzahl als objektiv anzusehen) (!Das Datum der Daten zu ignorieren)





Memory

Behauptung überprüfbare Aussage
Primärquelle unmittelbare Quelle im untersuchten Zusammenhang
Sekundärquelle einordnende oder weiterverarbeitende Darstellung
Gegencheck unabhängige Überprüfung
Kontext Zusammenhang von Zeit Ort und Anlass
Beleg nachvollziehbare Grundlage
Prebunking Vorwissen über Manipulationstechniken





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ursprung Wer hat die Information zuerst veröffentlicht?
Aktualität Passt das Datum zur Behauptung?
Beleg Welche konkrete Grundlage stützt die Aussage?
Unabhängigkeit Wurde die Information eigenständig gegengeprüft?
Perspektive Welche Auswahl und Bewertung prägen die Darstellung?
Urteil Wie gut ist die Behauptung nach der Prüfung gestützt?






Kreuzworträtsel

Beleg Wie heißt eine konkrete Grundlage, die eine Behauptung stützt?
Kontext Wie heißt der Zusammenhang aus Zeit Ort Anlass und Umgebung einer Aussage?
Urheber Wie nennt man die Person oder Stelle, von der ein Inhalt stammt?
Vergleich Wie heißt das Gegenüberstellen mehrerer Quellen?
Herkunft Welches Wort beschreibt, woher eine Information stammt?
Perspektive Wie heißt der Blickwinkel, aus dem ein Thema dargestellt wird?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bevor Du eine überraschende Meldung weiterleitest, formulierst Du zuerst die genaue

. Eine Quelle wird stärker, wenn sie einen nachvollziehbaren

nennt. Beim lateralen Lesen untersuchst Du den Urheber auch über

. Eine zweite Seite ist nur dann ein guter Gegencheck, wenn sie möglichst

prüft. Bei Bildern kontrollierst Du besonders Datum Ort und

. Primärquellen sind nah am untersuchten Gegenstand, aber nicht automatisch

. Eine KI-Antwort darf beim Quellencheck nie der einzige

für ihre eigene Aussage sein. Am Ende formulierst Du ein begründetes

und benennst verbleibende Unsicherheit.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Behauptungsdetektiv: Nimm drei kurze Aussagen aus einem Schulbuch, einer Nachrichtenseite oder einem Aushang und formuliere jeweils die überprüfbare Kernbehauptung.
  2. Quellensteckbrief: Erstelle für eine ausgewählte Quelle einen Steckbrief mit Urheber, Datum, Zweck, genannten Belegen und einer offenen Frage.
  3. Bildkontext: Wähle ein frei lizenziertes Bild auf Wikimedia Commons und notiere, welche Angaben auf der Dateiseite helfen, Herkunft und Kontext zu prüfen.
  4. KI-Prüffragen: Lass Dir von einer KI fünf Prüffragen zu einer harmlosen Sachbehauptung vorschlagen. Überarbeite die Fragen selbst und markiere, welche davon wirklich zur Quellenprüfung beitragen.


Standard

  1. Zwei-Quellen-Vergleich: Untersuche zwei unterschiedliche Darstellungen desselben schulischen oder lokalen Themas. Markiere gemeinsamen Faktenkern, Unterschiede und Belege.
  2. Datencheck: Suche ein einfaches Diagramm und prüfe Titel, Achsen, Einheit, Grundwert, Zeitraum und Datenquelle. Erkläre, wie eine unklare Darstellung zu einem falschen Eindruck führen könnte.
  3. Primär-und-Sekundärquelle: Finde zu einem historischen oder naturwissenschaftlichen Thema eine Primärquelle und eine erklärende Sekundärquelle. Beschreibe, welche Frage jede Quelle besser beantworten kann.
  4. Prebunking-Plakat: Gestalte ein eigenes Poster mit vier Manipulations-Warnsignalen und jeweils einer passenden Prüffrage. Formuliere ausdrücklich, dass ein Warnsignal noch kein Beweis für Falschheit ist.


Schwer

  1. Unabhängiger Gegencheck: Verfolge eine aktuelle, nicht sensible Behauptung zu ihrem Ursprung zurück und prüfe, ob zwei weitere Berichte wirklich unabhängig sind oder denselben Ursprung verwenden.
  2. Perspektivenanalyse: Vergleiche drei Quellen mit unterschiedlichen Interessen zu einem Thema. Trenne Fakten, Auswahl, Bewertung und offene Fragen.
  3. Mini-Faktencheck: Erstelle einen kurzen Faktencheck mit Behauptung, Quellenweg, Belegen, Gegenprüfung, Kontext und begründetem Urteil. Dokumentiere auch, was Du nicht klären konntest.
  4. Transferprojekt Quellenpass: Entwickle für Eure Klasse einen einseitigen Quellenpass, der in Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Gemeinschaftskunde verwendet werden kann. Testet ihn an einem Beispiel und verbessert ihn nach Rückmeldung.




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Lernkontrolle

  1. Begründetes Urteil: Du erhältst eine neue Behauptung und vier unterschiedliche Quellen. Begründe, welche Quellen für die konkrete Frage besonders geeignet sind und welche nicht.
  2. Abhängige Quellen erkennen: Drei Artikel berichten dasselbe, zwei davon übernehmen jedoch dieselbe Pressemitteilung. Erkläre, wie sich das auf die Stärke der Gegenprüfung auswirkt.
  3. Kontext rekonstruieren: Ein Foto wird mit zwei verschiedenen Bildunterschriften gezeigt. Entwickle einen Prüfplan, mit dem Du den ursprünglichen Zusammenhang herausfinden würdest.
  4. Daten und Sprache: Ein Diagramm und ein emotional formulierter Begleittext führen zu einer starken Behauptung. Prüfe getrennt die Datengrundlage und die sprachliche Wirkung.
  5. KI und Belege: Eine KI nennt eine plausible Erklärung und zwei angebliche Quellen. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du kontrollierst, ob die Quellen existieren, passen und die Aussage tatsächlich stützen.
  6. Fair korrigieren: Eine Mitschülerin teilt versehentlich eine falsche Meldung. Formuliere eine sachliche Korrektur, die Belege nennt, Unsicherheit transparent macht und die Person nicht beschämt.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe nennen kannst, sondern Deinen Prüfweg sichtbar machst.

  1. Du formulierst eine klare überprüfbare Behauptung.
  2. Du dokumentierst Herkunft, Datum und Zweck wichtiger Quellen.
  3. Du unterscheidest zwischen Quelle und konkretem Beleg.
  4. Du nutzt Primär- und Sekundärquellen passend zur Fragestellung.
  5. Du führst mindestens eine möglichst unabhängige Gegenprüfung durch.
  6. Du berücksichtigst Perspektive, Aktualität und Kontext.
  7. Du behandelst KI-Antworten als Hilfsmittel und nicht als alleinigen Beleg.
  8. Du formulierst ein begründetes Urteil und benennst verbleibende Unsicherheit.
  9. Du arbeitest fair, transparent und sicher mit fremden Inhalten und personenbezogenen Informationen.




OERs zum Thema

Für weitere Vertiefung eignen sich frei zugängliche oder offene Materialien und Hintergrundseiten:

Ressource Nutzen für den Unterricht
Wikipedia: Quellenkritik Grundidee methodischer Quellenprüfung
Wikipedia: Primärquelle und Sekundärquelle Fachliche Vertiefung der Quellenarten
bpb: Der Newstest Selbsttest zur Nachrichten- und Informationskompetenz mit Junior-Angebot
Landesanstalt für Medien NRW: Recherchiere richtig Unterrichtsmaterial zum Erkennen verlässlicher Quellen und zur Recherche
Civic Online Reasoning Forschungsbasierte Leitfragen: Wer steckt dahinter, was ist der Beleg, was sagen andere Quellen?
SIFT – The Four Moves Hintergrund zu Stoppen, Quelle untersuchen, bessere Abdeckung finden und zum Ursprung zurückverfolgen

Die im Kurs eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons und sind dort mit ihren jeweiligen freien Lizenzen und Urheberangaben dokumentiert. Prüfe bei einer Weiterverwendung immer die konkrete Dateiseite und die dort genannten Lizenzbedingungen.


Verknüpfte Lernbereiche

Der Quellencheck verbindet Informationssuche, Sprache, Datenverständnis, naturwissenschaftliches Prüfen, Bildanalyse und verantwortliches Handeln. Zentral ist die Verbindung aus Behauptung – Beleg – Gegenprüfung – Kontext – Urteil.


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