D5 M - Prompts planen und verbessern

D5 M - Prompts planen und verbessern
Einleitung
Stell Dir vor, Du gibst einer KI den Auftrag: „Erklär mir Vulkane.“ Die Antwort ist lang, enthält schwere Wörter und hilft Dir kaum. War die KI „schlecht“? Nicht unbedingt. Vielleicht war der Auftrag einfach zu ungenau. Genau hier beginnt das Planen und Verbessern von Prompts.
Ein Prompt ist eine Eingabe oder Arbeitsanweisung an ein KI-System. Ein guter Prompt hilft der KI zu verstehen, was Du erreichen möchtest, welcher Hintergrund wichtig ist, was genau zu tun ist, welche Regeln gelten und wie die Antwort aussehen soll. Trotzdem gilt immer: Eine KI kann Fehler machen. Darum bleibt Dein eigenes Denken wichtig.

Leitidee dieses aiMOOCs: Du denkst zuerst selbst. Dann nutzt Du KI gezielt. Danach prüfst Du die Ausgabe, vergleichst sie mit einem Text, einer Regel oder einer Quelle, verbesserst sie und machst sichtbar, wobei Dir KI geholfen hat.
Motivation: Die KI ist ein Werkzeug, kein Autopilot
Eine KI kann Dir beim Lernen helfen, aber sie soll Dir das Denken nicht abnehmen. Besonders in Klasse 5 arbeitest Du deshalb häufig mit simulierten KI-Antworten oder mit einem von der Lehrkraft freigegebenen KI-Zugang. Du brauchst für diesen aiMOOC keinen privaten KI-Account.
| Situation | Wenig hilfreicher Weg | Lernwirksamer Weg |
|---|---|---|
| Du verstehst ein Thema nicht. | „Mach meine Aufgabe.“ | „Stelle mir zuerst eine einfache Frage. Gib mir bei Fehlern einen Hinweis, aber noch nicht die Lösung.“ |
| Du brauchst Informationen. | „Sag mir einfach, was stimmt.“ | „Nenne Deine Aussage und markiere, was ich an einer Quelle prüfen sollte.“ |
| Du willst einen Text verbessern. | „Schreib alles neu.“ | „Zeige mir zwei Stellen, die ich selbst verbessern kann, und erkläre warum.“ |
Merke: KI ist besonders nützlich, wenn sie Dich beim Denken unterstützt, statt das Denken zu ersetzen.
Hörimpuls: Das Geräusch erinnert an das Tippen eines Prompts. Stoppe nach wenigen Sekunden und überlege: Was würdest Du tippen, wenn Du eine Erklärung wirklich verstehen möchtest?
Vorwissen aktivieren
Beantworte die Fragen zuerst ohne KI. Notiere Stichwörter in Dein Heft oder Lernjournal.
| Denkfrage | Dein erster Gedanke |
|---|---|
| Was könnte ein Prompt sein? | ........................................................ |
| Warum kann eine sehr kurze Frage zu einer unpassenden Antwort führen? | ........................................................ |
| Woran erkennst Du, ob eine KI-Antwort wahrscheinlich stimmt? | ........................................................ |
| Welche Informationen über Dich gehören nicht in einen Prompt? | ........................................................ |
| Wie könntest Du zeigen, dass Du KI-Hilfe genutzt hast? | ........................................................ |
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Prompts als Arbeitsanweisungen an eine KI erklären.
- die fünf Bausteine Ziel, Kontext, Aufgabe, Bedingungen und Ausgabeform unterscheiden und sinnvoll einsetzen.
- einen unklaren Prompt in mehreren nachvollziehbaren Schritten verbessern.
- begründen, warum eine Änderung einen Prompt hilfreicher macht.
- KI-Antworten nicht ungeprüft übernehmen, sondern mit Text, Regel oder Quelle vergleichen.
- Fehler oder Unsicherheiten in einer KI-Ausgabe erkennen und gezielt verbessern.
- ohne personenbezogene Daten und nach den Regeln Deiner Schule arbeiten.
- transparent angeben, wann und wofür Du KI-Hilfe genutzt hast.
Grundlagen: Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist eine Eingabe, mit der Du einem KI-System mitteilst, was es tun soll. Ein Prompt kann zum Beispiel als Text formuliert werden. Manche Systeme können auch Bilder oder Audio als Eingabe verarbeiten. Für das Lernen in Klasse 5 konzentrieren wir uns auf klare, kurze Text-Prompts.

Ein guter Prompt ist wie ein guter Arbeitsauftrag. Wenn jemand nur sagt „Mach mal!“, weißt Du kaum, was erwartet wird. Wenn jemand dagegen Ziel, Hintergrund, Aufgabe, Regeln und gewünschte Form nennt, kannst Du gezielter arbeiten. Ähnlich ist es bei einer KI.
Wichtig: Ein guter Prompt garantiert keine richtige Antwort. Er kann die Antwort passender machen, aber Prüfen bleibt notwendig.
Die fünf Bausteine eines guten Lern-Prompts
| Bild | Baustein | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Ziel | Was möchte ich am Ende können oder verstanden haben? | „Ich möchte erklären können, warum es Tag und Nacht gibt.“ | |
| Kontext | Was muss die KI über meine Situation wissen? | „Ich bin in Klasse 5 und kenne die Begriffe Erde, Sonne und Drehung.“ | |
| Aufgabe | Was soll die KI konkret tun? | „Erkläre mir den Zusammenhang Schritt für Schritt.“ | |
| Bedingungen | Welche Regeln soll die KI beachten? | „Nutze kurze Sätze. Gib mir nach jedem Schritt eine Frage. Verrate die Lösung erst nach meinem Versuch.“ | |
| Ausgabeform | Wie soll die Antwort aussehen? | „Gib zuerst eine Erklärung in vier Sätzen und danach drei Übungsfragen.“ |
Merksatz: Ziel – Kontext – Aufgabe – Bedingungen – Ausgabeform. Du kannst Dir dafür die Reihenfolge Z-K-A-B-A merken.
Promptkarte zum Ausfüllen
Nutze diese Karte, wenn Du einen eigenen Prompt planst.
| Prompt-Baustein | Mein Eintrag |
|---|---|
| Ziel | Ich möchte am Ende ... |
| Kontext | Wichtig zu wissen ist ... |
| Aufgabe | Die KI soll ... |
| Bedingungen | Dabei soll sie ... |
| Ausgabeform | Die Antwort soll aussehen wie ... |
Sicherheitszeile für Klasse 5: „Nutze keine personenbezogenen Daten. Wenn Dir Informationen fehlen, sage das deutlich, statt etwas zu erfinden.“
Prompts schrittweise verbessern
Ein guter Prompt entsteht oft nicht sofort. Du kannst ihn wie einen Entwurf verbessern. Die folgenden Schritte zeigen eine nachvollziehbare Entwicklung.
Ausgangsprompt: „Erklär Tag und Nacht.“
Simulierte KI-Antwort: „Tag und Nacht entstehen durch die Erdrotation. Die Erde dreht sich um ihre Achse. Dadurch werden verschiedene Bereiche der Erde nacheinander von der Sonne beleuchtet.“
Die Antwort ist nicht unbedingt falsch, aber vielleicht noch zu kurz, zu schwierig oder nicht auf Dein Lernziel zugeschnitten.
Schritt 1: Ziel ergänzen
Verbesserung: „Ich möchte nachher mit eigenen Worten erklären können, warum es Tag und Nacht gibt.“
Warum hilft das? Jetzt ist klar, dass Du das Thema nicht nur lesen, sondern selbst erklären können möchtest.
Schritt 2: Kontext ergänzen
Verbesserung: „Ich bin in Klasse 5. Ich kenne die Wörter Erde, Sonne und Drehung, aber den Begriff Erdrotation verstehe ich noch nicht sicher.“
Warum hilft das? Die KI kann die Erklärung besser an Dein Vorwissen anpassen.
Schritt 3: Aufgabe genauer machen
Verbesserung: „Erkläre mir zuerst mit einem Alltagsvergleich, wie die Drehung der Erde zu Tag und Nacht führt.“
Warum hilft das? „Erkläre“ wird genauer: Du wünschst Dir einen bestimmten Erklärweg.
Schritt 4: Bedingungen festlegen
Verbesserung: „Nutze kurze Sätze und höchstens einen neuen Fachbegriff. Stelle mir danach eine Frage. Gib mir bei einem Fehler zuerst nur einen Hinweis.“
Warum hilft das? Die Antwort wird lernfreundlicher und lässt Dir eigene Denkarbeit.
Schritt 5: Ausgabeform bestimmen
Verbesserung: „Gib die Erklärung in vier kurzen Sätzen. Danach folgt genau eine Frage. Warte dann auf meine Antwort.“
Warum hilft das? Du bestimmst, wie die Ausgabe aufgebaut sein soll.
Der vollständige verbesserte Prompt
| Ziel: Ich möchte nachher mit eigenen Worten erklären können, warum es Tag und Nacht gibt. Kontext: Ich bin in Klasse 5. Ich kenne die Wörter Erde, Sonne und Drehung, aber den Begriff Erdrotation verstehe ich noch nicht sicher. Aufgabe: Erkläre mir zuerst mit einem Alltagsvergleich, wie die Drehung der Erde zu Tag und Nacht führt. Bedingungen: Nutze kurze Sätze und höchstens einen neuen Fachbegriff. Stelle mir danach eine Frage. Gib mir bei einem Fehler zuerst nur einen Hinweis. Ausgabeform: Gib die Erklärung in vier kurzen Sätzen. Danach folgt genau eine Frage. Warte dann auf meine Antwort. |
Begründungscheck: Nenne mindestens zwei Veränderungen gegenüber „Erklär Tag und Nacht“ und erkläre, warum sie das Lernen unterstützen.
Chatverlauf: vom schnellen Wunsch zur Lernhilfe
Die folgenden Chatzeilen sind eigens erstellte Lernbeispiele und kein echter Chat einer Person.
| Person | Nachricht |
|---|---|
| Lernender | „Sag mir die Lösung für 84 : 7.“ |
| Simulierte KI | „84 : 7 = 12.“ |
| Lernender | „Das Ergebnis habe ich jetzt, aber ich habe kaum geübt.“ |
| Lernender mit verbessertem Prompt | „Ich möchte Division besser verstehen. Zeige mir nicht sofort das Ergebnis. Frage mich zuerst, welche passende Einmaleins-Aufgabe mir helfen könnte. Gib bei Fehlern einen Hinweis.“ |
| Simulierte KI | „Welche Zahl mal 7 ergibt 84? Wenn Du nicht sicher bist, beginne mit 7 · 10.“ |
Auswertung: Im zweiten Verlauf bleibt die Denkarbeit beim Lernenden. Genau das ist das Ziel einer lernwirksamen KI-Nutzung.
Hilfestufen beim Prompten
Wenn Du nicht weiterkommst, nutze die Hilfen nacheinander. Beginne immer mit der kleinsten Hilfe.
| Hilfestufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 | Ergänze nur einen fehlenden Baustein: Ziel, Kontext, Aufgabe, Bedingungen oder Ausgabeform. |
| Hilfe 2 | Nutze Satzanfänge: „Ich möchte ...“, „Ich weiß schon ...“, „Deine Aufgabe ist ...“, „Achte darauf ...“, „Antworte als ...“. |
| Hilfe 3 | Nutze die vollständige Promptkarte und prüfe jeden der fünf Bausteine einzeln. |
Wiederholungsregel: Wenn eine KI-Antwort nicht passt, schreibe nicht nur „Mach es besser“. Benenne möglichst genau, was verbessert werden soll.
Selbst denken, KI gezielt nutzen, prüfen
Für diesen aiMOOC gilt das Grundmuster:
Selbst denken → KI gezielt nutzen → Ausgabe prüfen → mit Text, Regel oder Quelle vergleichen → verbessern → KI-Hilfe transparent machen
Das Prüfen ist kein Zusatz, sondern ein fester Teil der Arbeit. Eine KI kann überzeugend klingen und trotzdem Fehler enthalten. Darum fragst Du nicht nur: „Klingt das gut?“, sondern auch: „Woran kann ich erkennen, ob es stimmt?“
Videoimpuls: Achte darauf, welche Rolle eigenes Denken beim Lernen mit KI spielt. Notiere danach einen Satz: „KI hilft mir beim Lernen, wenn ...“
Videoimpuls: Das WDR-Video zeigt Chancen und Grenzen von ChatGPT in der Schule. Halte zwei Punkte fest, die Du beim Prüfen einer KI-Antwort beachten möchtest.
Spiralprinzip der KI-Kompetenz von Klasse 5 bis 10
Du startest in Klasse 5 mit einfachen, klaren Routinen. In späteren Klassen werden Aufgaben, Quellen und Begründungen anspruchsvoller. Das Grundmuster bleibt aber erhalten.
| Klassenstufe | Schwerpunkt | Typische Kompetenz |
|---|---|---|
| Klasse 5 | Grundlagen | Du formulierst klare Lern-Prompts, prüfst einfache Aussagen an einer vorgegebenen Quelle und kennzeichnest KI-Hilfe. |
| Klasse 6 | Vergleichen | Du vergleichst mehrere Promptvarianten und erklärst, warum Ausgaben unterschiedlich ausfallen. |
| Klasse 7 | Quellenkritik | Du prüfst Aussagen mit mehreren Quellen und achtest stärker auf Perspektiven und mögliche Verzerrungen. |
| Klasse 8 | Arbeitsprozesse | Du zerlegst größere Aufgaben in sinnvolle Teilschritte und nutzt KI gezielt für einzelne Schritte. |
| Klasse 9 | Begründetes Entscheiden | Du vergleichst Lösungswege, Gegenargumente und Quellenqualität und dokumentierst Deine Entscheidungen. |
| Klasse 10 | Selbstständige KI-Kompetenz | Du planst, nutzt, prüfst und verbesserst KI-Unterstützung weitgehend selbstständig und reflektierst Grenzen, Ethik und Transparenz. |
Datenschutz, Altersangemessenheit und Transparenz
In Klasse 5 gilt: Nutze KI nur so, wie es Deine Schule und Deine Lehrkraft erlauben. Viele Dienste haben eigene Alters- und Kontoregeln. Deshalb sind in diesem aiMOOC alle Aufgaben auch ohne privaten KI-Zugang lösbar.
Gib keine personenbezogenen Daten in einen Prompt ein. Dazu gehören zum Beispiel vollständige Namen, Adressen, Telefonnummern, private Fotos, Passwörter, Zugangsdaten oder vertrauliche Informationen über Dich oder andere.
Transparenzsatz: Wenn Du KI genutzt hast, kannst Du zum Beispiel schreiben: „Ich habe KI genutzt, um meinen Prompt zu verbessern. Die fachliche Prüfung und die Endfassung habe ich selbst durchgeführt.“

KI-Kompetenzaufgabe: Eine KI-Ausgabe gezielt prüfen
Diese Aufgabe folgt genau dem Grundmuster: selbst denken → KI nutzen → prüfen → vergleichen → verbessern → transparent machen.
Ausgangslage: Fledermäuse
Dein erster Gedanke ohne KI: Sind Fledermäuse Vögel oder Säugetiere? Begründe Deine Vermutung mit einem Merkmal.
Simulierte KI-Ausgabe:
| „Fledermäuse sind Vögel, weil sie fliegen können. Sie besitzen Flügel und legen wie andere Vögel Eier.“ |
Die Antwort klingt zunächst einfach und sicher. Aber stimmt sie?
Quellenkarte A: kurzer Sachtext
Der folgende Sachtext wurde für diesen aiMOOC neu formuliert:
Fledermäuse gehören zu den Säugetieren. Sie besitzen Fell. Weibliche Fledermäuse bringen lebende Junge zur Welt und säugen sie mit Milch. Dass Fledermäuse fliegen können, macht sie nicht zu Vögeln.
Quellenkarte B: Nachschlagen
Nutze zusätzlich eine geeignete Quelle, zum Beispiel den Wikipedia-Artikel über Fledertiere oder ein Schulbuch. Suche dort nach Merkmalen, die für die Einordnung als Säugetier sprechen.
Prüfauftrag mit unmittelbarer Rückmeldung
- Fehler finden: Markiere in der simulierten KI-Ausgabe mindestens zwei Aussagen, die nicht zu Quellenkarte A passen.
- Beleg nennen: Schreibe zu jedem Fehler den passenden Beleg aus der Quellenkarte in eigenen Worten.
- Urteil begründen: Erkläre, warum „kann fliegen“ allein kein ausreichendes Merkmal für die Tierklasse ist.
- Ausgabe verbessern: Formuliere eine fachlich bessere Antwort in höchstens drei Sätzen.
- Prompt verbessern: Ergänze den ursprünglichen Prompt so, dass die KI die bereitgestellte Quellenkarte verwenden, Unsicherheiten kennzeichnen und keine Informationen erfinden soll.
- Transparenz: Notiere einen Satz, der zeigt, welche KI-Hilfe Du genutzt hast.
Sofort-Feedback: Wenn Du als zentrale Korrektur erkannt hast, dass Fledermäuse Säugetiere sind und keine Eier legenden Vögel, bist Du auf dem richtigen Weg. Für eine vollständige Lösung brauchst Du zusätzlich mindestens einen Beleg aus der Quellenkarte und eine nachvollziehbare Begründung.
Quellenvergleich
| Aussage | Simulierte KI-Ausgabe | Quellenkarte A | Dein Urteil |
|---|---|---|---|
| Tiergruppe | Vogel | Säugetier | ................................ |
| Fortpflanzung | legt Eier | bringt lebende Junge zur Welt und säugt sie | ................................ |
| Begründung | fliegt, also Vogel | Flugfähigkeit allein bestimmt die Tiergruppe nicht | ................................ |
Muster für einen verbesserten Prüf-Prompt: „Prüfe meine Antwort ausschließlich mit der bereitgestellten Quellenkarte. Nenne zuerst die Aussage, dann den passenden Beleg. Wenn die Quelle etwas nicht erklärt, schreibe: ‚Dazu liefert die Quelle keine Information.‘ Formuliere danach eine verbesserte Antwort in drei kurzen Sätzen.“
Faktencheck-Karte zum Wiederverwenden
| Schritt | Leitfrage |
|---|---|
| Behauptung | Was behauptet die KI genau? |
| Prüffrage | Welche Aussage muss ich überprüfen? |
| Quelle | Welche geeignete Quelle oder Regel kann ich nutzen? |
| Beleg | Welche Stelle oder Information stützt oder widerlegt die Behauptung? |
| Urteil | Stimmt die Aussage, ist sie teilweise richtig oder falsch? |
| Verbesserung | Wie formuliere ich die Aussage genauer? |
Medienwerkstatt: Bild, Audio, Animation und kurzes Video
Medien helfen Dir, einen Prompt nicht nur zu schreiben, sondern auch zu beobachten, zu beschreiben und zu prüfen. Nutze dabei nur Materialien, die Deine Schule freigibt, und lade keine privaten Bilder oder Sprachaufnahmen anderer Personen in KI-Dienste hoch.
Bildimpuls: Erst selbst beschreiben, dann Prompt planen

Schreibe zuerst ohne KI drei Beobachtungen zum Bild. Plane danach einen Prompt, der eine kindgerechte Bildbeschreibung in genau drei Sätzen erzeugen soll. Vergleiche anschließend Deine Beschreibung mit der KI-Ausgabe. Welche Information hat die KI ergänzt? War diese Ergänzung im Bild wirklich zu sehen?
Audioimpuls: Was ist sicher hörbar?
Höre einen kurzen Ausschnitt. Notiere nur, was Du tatsächlich hörst. Formuliere danach einen Prompt, der zwischen Beobachtung und Vermutung unterscheiden soll. Beispiel: „Nenne zuerst nur hörbare Merkmale. Trenne Vermutungen in einem zweiten Abschnitt und kennzeichne sie ausdrücklich.“
Kurze Video-Beobachtung
Stoppe das Video nach wenigen Sekunden. Schreibe einen Prompt für eine sachliche Beschreibung. Bedingung: keine Vermutung über Name, Alter, Ort oder Absicht einer Person. Ausgabeform: zwei Beobachtungen und eine offene Frage.
Animation: KI verarbeitet Informationen in vielen Verbindungen

Die Animation ist nur eine vereinfachte Darstellung eines künstlichen neuronalen Netzes. Sie zeigt nicht, dass eine KI „denkt“ wie ein Mensch. Formuliere einen Prompt, der die Darstellung für Klasse 5 erklärt und dabei ausdrücklich sagt, dass es sich um ein vereinfachtes Modell handelt.
Transferfrage: Warum ist die Bedingung „sage, dass es ein vereinfachtes Modell ist“ nützlich?
Prompt-Labor: interaktive Entscheidungssituationen
Arbeite zuerst selbst. Die fett markierten Begriffe sind die passenden Entscheidungen für die jeweilige Situation und können im interaktiven Format zugeordnet werden.
| Ordne die richtige Entscheidung zu. | Situation |
|---|---|
| Zuerst eigenes Vorwissen notieren | Du willst ein Thema lernen, weißt aber noch nicht, was Du selbst schon kannst. |
| Hinweise statt Lösung verlangen | Du möchtest eine Rechenaufgabe üben, ohne dass die KI Dir sofort das Ergebnis gibt. |
| Quelle zum Prüfen nutzen | Eine KI nennt eine überraschende Tierart als „größtes Säugetier“ und Du bist unsicher. |
| Personenbezogene Daten weglassen | Ein Prompt würde sonst den vollständigen Namen und die Adresse einer Mitschülerin enthalten. |
| Ausgabeform festlegen | Du brauchst genau drei kurze Übungsfragen und keine lange Erklärung. |
| KI-Hilfe transparent machen | Du hast Deinen Prompt mit KI überarbeitet und gibst die Aufgabe ab. |
Feedbackregel: Kannst Du jede Entscheidung mit mindestens einem der fünf Prompt-Bausteine oder mit der Prüfregel begründen, hast Du die Aufgabe vollständig bearbeitet.
Wiederholung: Der 60-Sekunden-Promptcheck
Prüfe vor dem Absenden eines Lern-Prompts:
- Ist mein Ziel klar?
- Habe ich wichtigen Kontext genannt?
- Ist die Aufgabe eindeutig?
- Habe ich sinnvolle Bedingungen gesetzt?
- Ist die gewünschte Ausgabeform klar?
- Bleibt eigene Denkarbeit übrig?
- Weiß ich, wie ich die Antwort prüfen werde?
- Enthält der Prompt keine personenbezogenen Daten?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Baustein beschreibt, was Du am Ende können oder verstanden haben möchtest? (Ziel) (!Kontext) (!Bedingung) (!Ausgabeform)
Welcher Prompt unterstützt eigene Denkarbeit am besten? (Stelle mir zuerst eine Frage und gib bei Fehlern einen Hinweis) (!Löse sofort alle Aufgaben vollständig) (!Schreibe meine Hausaufgabe ohne Rückfragen) (!Gib nur das Endergebnis aus)
Was gehört zum Kontext eines Prompts? (Informationen über Vorwissen und Lernsituation) (!Die heimliche Weitergabe eines Passworts) (!Das Kopieren einer fertigen Lösung) (!Nur ein Ausrufezeichen)
Welche Angabe ist eine sinnvolle Bedingung? (Nutze kurze Sätze und erkläre neue Fachwörter) (!Errate fehlende Fakten) (!Ignoriere die Quelle) (!Verwende meine privaten Daten)
Was beschreibt die Ausgabeform? (Wie die Antwort aufgebaut sein soll) (!Warum ein Computer Strom braucht) (!Wer den Prompt geschrieben hat) (!Welche Farbe die Tastatur hat)
Was solltest Du nach einer KI-Antwort mit wichtigen Fakten tun? (Die Aussagen mit Text Regel oder Quelle prüfen) (!Alles sofort übernehmen) (!Nur auf sichere Formulierungen achten) (!Die Quelle absichtlich weglassen)
Welche Information gehört nicht in einen normalen Lern-Prompt? (Private Zugangsdaten) (!Das eigene Lernziel) (!Das gewünschte Antwortformat) (!Das Unterrichtsthema)
Warum wird ein Prompt oft in mehreren Schritten verbessert? (Weil man die Ausgabe prüft und gezielt nachschärft) (!Weil ein Prompt immer mindestens hundert Wörter haben muss) (!Weil kurze Sätze verboten sind) (!Weil eine KI niemals Rückfragen verstehen kann)
Was bedeutet Transparenz bei KI-Hilfe? (Angeben wofür KI beim Arbeiten genutzt wurde) (!KI-Nutzung grundsätzlich verschweigen) (!Jede KI-Antwort als eigene Idee ausgeben) (!Alle Quellen entfernen)
Welche Reihenfolge passt zum Grundmuster dieses aiMOOCs? (Selbst denken dann KI gezielt nutzen dann prüfen vergleichen verbessern und Hilfe transparent machen) (!KI fragen dann alles kopieren dann abgeben) (!Quelle weglassen dann Ergebnis merken dann löschen) (!Private Daten eingeben dann Ausgabe ungeprüft teilen)
Memory
| Ziel | Was möchte ich am Ende können |
| Kontext | Was muss die KI über die Lernsituation wissen |
| Aufgabe | Was soll die KI konkret tun |
| Bedingungen | Welche Regeln soll die KI beachten |
| Ausgabeform | Wie soll die Antwort aufgebaut sein |
| Quellencheck | Aussage mit einem Beleg vergleichen |
| Überarbeitung | Prompt gezielt nachschärfen |
| Transparenz | KI-Hilfe sichtbar machen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ziel | Ich möchte das Thema am Ende selbst erklären können |
| Kontext | Ich bin in Klasse 5 und kenne die Grundbegriffe schon |
| Aufgabe | Erkläre den Zusammenhang Schritt für Schritt |
| Bedingungen | Gib bei Fehlern zuerst einen Hinweis und keine fertige Lösung |
| Ausgabeform | Antworte in vier kurzen Sätzen und stelle danach eine Frage |
Feedback: Wenn alle fünf Bausteine richtig zugeordnet sind, lies den Prompt einmal von oben nach unten. Prüfe, ob die Teile zusammenpassen.
Kreuzworträtsel
| Prompt | Wie heißt eine Eingabe oder Arbeitsanweisung an eine KI? |
| Kontext | Welcher Baustein beschreibt wichtiges Vorwissen und die Situation? |
| Aufgabe | Welcher Baustein sagt was die KI konkret tun soll? |
| Quelle | Womit solltest Du wichtige Behauptungen vergleichen? |
| Pruefen | Welcher Arbeitsschritt folgt nach einer KI-Ausgabe bevor Du sie übernimmst? |
| Datenschutz | Welches Thema ist wichtig wenn private Informationen geschützt werden sollen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prompt-Bausteine markieren: Nimm einen vorgegebenen Lern-Prompt und kennzeichne Ziel, Kontext, Aufgabe, Bedingungen und Ausgabeform in fünf unterschiedlichen Randnotizen. Begründe zwei Zuordnungen.
- Vom Kurzprompt zum Lernprompt: Verbessere „Erklär mir den Wasserkreislauf“ in drei Schritten. Ergänze zuerst ein Ziel, dann eine Bedingung und zuletzt eine Ausgabeform.
- Faktencheck-Karte: Wähle eine einfache Aussage aus Deinem Schulbuch. Erstelle dazu eine Faktencheck-Karte mit Behauptung, Prüffrage, Quelle, Beleg, Urteil und Verbesserung.
- Bildbeschreibung: Beschreibe ein frei lizenziertes Bild zuerst selbst. Formuliere danach einen Prompt für eine sachliche Bildbeschreibung ohne Vermutungen über Personen.
Standard
- Zwei Promptvarianten vergleichen: Schreibe zu einem Thema zwei Prompts, die dasselbe Ziel haben, aber unterschiedliche Bedingungen. Begründe, welche Variante für das Lernen besser geeignet ist.
- Fehlerdetektiv: Lass Dir von der Lehrkraft eine simulierte KI-Antwort geben. Prüfe mindestens drei Aussagen mit Schulbuch, Regel oder geeigneter Quelle und überarbeite die Antwort.
- KI als Lerncoach planen: Entwirf einen Prompt, der Dir nur Fragen und Hinweise gibt. Teste ihn in einer erlaubten Umgebung oder spiele die KI-Rolle mit einem Partner nach.
- KI-Nutzungsprotokoll: Dokumentiere bei einer Übung, was Du selbst gedacht hast, wofür Du KI-Hilfe genutzt hast, was Du geprüft hast und was Du anschließend verändert hast.
Schwer
- Vierstufige Prompt-Iteration: Entwickle einen Prompt über vier Versionen. Notiere nach jeder Version, welches Problem Du entdeckt und wie Du es gezielt verbessert hast.
- Quellenvergleich mit Begründung: Prüfe eine KI-Antwort mit zwei geeigneten Quellen. Wenn Quellen sich unterscheiden, beschreibe den Unterschied und begründe, welcher Aussage Du warum eher vertraust.
- Prompt für ein neues Fach: Übertrage die fünf Bausteine auf ein anderes Fach, zum Beispiel Mathematik, Deutsch, Biologie oder Geschichte. Der Prompt soll eigene Denkleistung sichern und eine Prüfmöglichkeit enthalten.
- Mini-Erklärvideo: Produziere ein kurzes eigenes Erklärvideo oder eine Stop-Motion-Sequenz zum Grundmuster „selbst denken → KI nutzen → prüfen → vergleichen → verbessern → transparent machen“. Verwende nur eigene oder frei lizenzierte Medien und nenne die Quellen.


Lernkontrolle
- Prompt analysieren: Du erhältst einen unklaren Prompt. Erkläre, welche Bausteine fehlen, und verbessere ihn. Begründe jede Ergänzung mit ihrer Wirkung auf das Lernen.
- Ausgaben vergleichen: Zwei KI-Antworten stammen aus unterschiedlichen Promptvarianten. Entscheide, welche Antwort besser zum Lernziel passt, und belege Deine Entscheidung mit mindestens drei Kriterien.
- Behauptung prüfen: Prüfe eine fachliche Behauptung aus einer simulierten KI-Antwort mit einer bereitgestellten Quelle. Erkläre nicht nur das Ergebnis, sondern auch Deinen Prüfweg.
- Sicherer Prompt: Überarbeite einen Prompt, der unnötige personenbezogene Daten enthält. Erkläre, welche Angaben Du entfernt oder verallgemeinert hast und warum.
- KI als Lernhilfe statt Lösungsmaschine: Entwirf einen Prompt, der Dir bei einer schwierigen Aufgabe Hinweise gibt, aber keine fertige Lösung. Begründe, wie dadurch eigene Denkleistung erhalten bleibt.
- Neuer Kontext: Übertrage das Z-K-A-B-A-Modell auf eine Alltagssituation außerhalb der Schule, zum Beispiel die Planung eines Trainingsplans, einer Einkaufsliste oder eines Bastelprojekts. Lege zusätzlich fest, wie Du die KI-Ausgabe prüfen würdest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du kannst die fünf Prompt-Bausteine sicher benennen und in einem eigenen Prompt verwenden.
- Du kannst mindestens einen schwachen Prompt in mehreren dokumentierten Schritten verbessern.
- Du kannst die Wirkung Deiner Änderungen nachvollziehbar begründen.
- Du kannst eine KI-Ausgabe mit einem Text, einer Regel oder einer geeigneten Quelle vergleichen.
- Du kannst einen erkannten Fehler fachlich verbessern und den Prüfweg erklären.
- Du beachtest Datenschutz und verwendest keine unnötigen personenbezogenen Daten.
- Du kannst offen angeben, wann und wofür Du KI-Hilfe genutzt hast.
- Du zeigst durch eigene Formulierungen, Begründungen und Entscheidungen, dass KI Deine Denkleistung unterstützt und nicht ersetzt.
OERs zum Thema
Weitere geeignete Informationsangebote:
- Wikipedia: Prompt-Engineering – Überblick zum Begriff.
- Wikipedia: Generatives KI-Modell – Grundlagen zu generativer KI.
- UNESCO: Guidance for generative AI in education and research – Hinweise zu altersangemessener, menschenzentrierter und datenschutzbewusster Nutzung.
- WDR: Mit diesen Prompts kann KI in der Schule helfen – Beispiele für lernorientierte KI-Nutzung.
- OpenAI: Best Practices für Prompt Engineering – Hinweise zu klaren, konkreten Prompts und Ausgabeformaten.
Mediennachweise und freie Materialien
Die eingebetteten Commons-Dateien sind über ihre Dateiseiten mit Lizenz- und Urheberangaben dokumentiert. Für Unterrichtsmaterialien solltest Du die jeweilige Dateiseite und Lizenzangabe mitführen, besonders wenn Du Medien außerhalb von Wikimedia weiterverwendest.
- Wikimedia Commons: Robot, icon.svg – CC0.
- Wikimedia Commons: Speech bubble icon.svg – CC0.
- Wikimedia Commons: Information-icon.svg – CC0.
- Wikimedia Commons: Checklist.svg – CC0.
- Wikimedia Commons: Magnifying glass CC0.svg – CC0.
- Wikimedia Commons: Document file.svg – CC0.
- Wikimedia Commons: Keyboard noise.ogg – gemeinfrei.
- Wikimedia Commons: Typing example.ogv – frei lizenziertes Medienbeispiel.
- Wikimedia Commons: Artificial Neural Network.gif – CC BY-SA 4.0.
- Universität Wien: KI in der Schule – Was Kinder lernen sollen – kurzes Video.
- WDR neuneinhalb: ChatGPT und Schule – kind- und jugendgerechter Beitrag.
Verknüpfte Lernbereiche
Kompetenzcheck, Selbstreflexion und individuelle Empfehlung
Kreuze für Dich gedanklich an: sicher, teilweise oder noch üben.
| Ich kann ... | Sicher | Teilweise | Noch üben |
|---|---|---|---|
| Ziel, Kontext, Aufgabe, Bedingungen und Ausgabeform unterscheiden. | □ | □ | □ |
| einen unklaren Prompt Schritt für Schritt verbessern. | □ | □ | □ |
| erklären, warum meine Verbesserung sinnvoll ist. | □ | □ | □ |
| eine KI-Aussage mit Text, Regel oder Quelle prüfen. | □ | □ | □ |
| personenbezogene Daten aus Lern-Prompts heraushalten. | □ | □ | □ |
| transparent sagen, wofür ich KI-Hilfe genutzt habe. | □ | □ | □ |
Kurze Selbstreflexion: Ergänze drei Sätze in Deinem Lernjournal: „Am sichersten bin ich bei ...“ – „Noch üben möchte ich ...“ – „Beim nächsten KI-Einsatz prüfe ich besonders ...“
Deine Empfehlung:
- Wenn Du bei 0 bis 2 Aussagen sicher bist, wiederhole die fünf Prompt-Bausteine, nutze die Promptkarte und bearbeite Quiz sowie Drag-and-Drop erneut.
- Wenn Du bei 3 bis 4 Aussagen sicher bist, wiederhole besonders den Faktencheck und verbessere zwei schwache Prompts mit einer Begründung.
- Wenn Du bei 5 bis 6 Aussagen sicher bist, wähle eine schwere offene Aufgabe und übertrage das Verfahren selbstständig auf ein neues Fach oder Thema.
Abschluss-Merksatz: Gute KI-Kompetenz heißt nicht, möglichst viel von einer KI erledigen zu lassen. Gute KI-Kompetenz heißt, selbst zu denken, gezielt zu fragen, kritisch zu prüfen, begründet zu verbessern und KI-Hilfe transparent zu machen.
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