D9 G - Texte planen, schreiben und überarbeiten

D9 G - Texte planen, schreiben und überarbeiten
Einleitung
Gute Texte entstehen selten in einem einzigen Versuch. Schreiben ist ein Schreibprozess: Du klärst zuerst die Aufgabe, sammelst Ideen, ordnest sie, schreibst eine Rohfassung und verbesserst diese anschließend. Dabei kannst Du jederzeit einen Schritt zurückgehen. Wenn Du beim Schreiben merkst, dass ein wichtiger Gedanke fehlt, ergänzt Du Deinen Schreibplan. Wenn ein Absatz unklar ist, formulierst Du ihn neu. Wenn ein Satz zwar richtig, aber schwer verständlich ist, vereinfachst Du ihn.
Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende der Klasse 9 auf G-Niveau. Du arbeitest kleinschrittig mit klaren Modellen, Beispielen und Checklisten. Ziel ist nicht, beim ersten Versuch einen perfekten Text zu schreiben. Ziel ist, einen Text planvoll zu entwickeln und gezielt zu verbessern.
Du lernst besonders:
- Schreibauftrag: Aufgaben genau verstehen und wichtige Anforderungen markieren.
- Textplanung: Ideen sammeln, auswählen und in einen Schreibplan bringen.
- Gliederung: Einleitung, Hauptteil, Schluss und Absätze sinnvoll ordnen.
- Rohfassung: Einen ersten vollständigen Text schreiben, ohne an jedem Satz hängen zu bleiben.
- Textüberarbeitung: Inhalt, Aufbau, Sprache und Verständlichkeit nacheinander prüfen.
- Rechtschreibung: Fehler systematisch suchen und nicht nur auf automatische Korrekturen vertrauen.
- Feedback: Rückmeldungen so geben, dass sie konkret, respektvoll und nutzbar sind.

Ein hilfreicher Überblick über das Planen und Schreiben eines Aufsatzes:
Lernziele
Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du einen Schreibauftrag in eigenen Worten wiedergeben, einen übersichtlichen Schreibplan erstellen, einen Text mit erkennbarem roten Faden schreiben und Deine Rohfassung in mehreren Durchgängen überarbeiten. Du kannst typische sprachliche Schwächen erkennen, Rechtschreibfehler gezielt suchen und einer anderen Person verständliches Feedback geben.
| Bereich | Das kannst Du am Ende |
|---|---|
| Aufgabe verstehen | Du erkennst Thema, Textsorte, Schreibziel, Adressaten und wichtige Vorgaben. |
| Planen | Du sammelst Ideen und ordnest sie zu einer sinnvollen Reihenfolge. |
| Gliedern | Du baust einen Text mit Einleitung, Hauptteil, Schluss und passenden Absätzen auf. |
| Schreiben | Du formulierst eine zusammenhängende Rohfassung. |
| Überarbeiten | Du prüfst Inhalt, Aufbau, Satzbau, Wortwahl und Verständlichkeit getrennt. |
| Kontrollieren | Du nutzt mehrere Strategien zur Rechtschreib- und Zeichensetzungskontrolle. |
| Feedback | Du beschreibst genau, was gelungen oder unklar ist, und machst umsetzbare Vorschläge. |
Der Schreibprozess: vom Auftrag zur Endfassung
Der Schreibprozess wird häufig in die großen Bereiche Planen, Formulieren und Überarbeiten gegliedert. In der Praxis läuft dieser Prozess nicht streng wie eine Einbahnstraße. Du kannst zwischen den Phasen wechseln. Das nennt man einen rekursiven Schreibprozess: Ein späterer Schritt kann Dich wieder zu einem früheren Schritt führen.
Ein einfaches Modell für diesen Kurs ist:
| Phase | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Auftrag klären | Was soll ich genau tun? | Klarer Arbeitsauftrag |
| 2. Ideen sammeln | Was weiß ich und was brauche ich? | Stoffsammlung |
| 3. Ordnen und planen | In welcher Reihenfolge schreibe ich? | Schreibplan |
| 4. Rohfassung schreiben | Wie formuliere ich meine Gedanken? | Erster vollständiger Text |
| 5. Inhalt und Aufbau überarbeiten | Ist alles logisch und vollständig? | Verbesserte Struktur |
| 6. Sprache überarbeiten | Ist der Text klar und passend formuliert? | Verständlichere Fassung |
| 7. Rechtschreibung kontrollieren | Sind Wörter, Satzzeichen und Formen korrekt? | Korrigierte Endfassung |
| 8. Feedback nutzen | Welche Rückmeldung hilft mir wirklich weiter? | Überarbeitete Endfassung |

Merksatz: Erst den Inhalt sichern, dann die Sprache glätten, zuletzt sorgfältig korrigieren. Wer alles gleichzeitig prüfen will, übersieht leicht Fehler.
Schritt 1: Den Schreibauftrag klären
Bevor Du schreibst, musst Du wissen, was von Dir verlangt wird. Viele Schreibprobleme entstehen nicht erst beim Formulieren, sondern schon beim falschen Lesen der Aufgabe.
Markiere im Arbeitsauftrag wichtige Wörter. Achte besonders auf:
- die Textsorte, zum Beispiel Bericht, Stellungnahme, Erörterung, Inhaltsangabe oder Beschreibung,
- das Thema,
- das Schreibziel, zum Beispiel informieren, erklären, begründen oder überzeugen,
- die möglichen Leserinnen und Leser,
- vorgegebenes Material,
- Umfang, Zeit und besondere Anforderungen.
Eine Aufgabe wie „Schreibe für die Schülerzeitung einen begründeten Beitrag darüber, ob Handys in den Pausen erlaubt sein sollten“ enthält mehrere Informationen. Du sollst einen Beitrag schreiben, Dich an Jugendliche richten und eine begründete Position entwickeln. Ein reines Aufzählen von Vor- und Nachteilen reicht deshalb nicht.
Das Schreibdreieck
Das Schreibdreieck hilft Dir, drei Punkte gleichzeitig im Blick zu behalten:
| Ecke des Schreibdreiecks | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Thema | Worüber schreibe ich? | Handynutzung in der Pause |
| Ziel | Was soll mein Text bewirken? | Eine Position verständlich begründen |
| Adressaten | Wer soll den Text lesen? | Mitschülerinnen und Mitschüler |
Wenn Du weißt, worüber, wozu und für wen Du schreibst, kannst Du Wortwahl, Beispiele und Erklärungen besser auswählen.
Der Fünf-Fragen-Auftragscheck
Als einfache Merkhilfe kannst Du vor dem Schreiben fünf Fragen beantworten:
| Frage | Bedeutung |
|---|---|
| Was? | Welches Thema und welche Textsorte? |
| Wozu? | Informieren, erklären, untersuchen, begründen oder überzeugen? |
| Für wen? | Wer liest den Text? |
| Wie? | Welche Form, welcher Umfang, welche Sprache? |
| Womit? | Welche Materialien, Informationen oder Beispiele darf oder soll ich nutzen? |
Diese fünf Fragen sind eine Unterrichtshilfe. Sie ersetzen nicht das genaue Lesen der Aufgabe.
Ideen finden und Material sammeln
Nach dem Auftragscheck folgt die Stoffsammlung. In dieser Phase ist es erlaubt, noch ungeordnet zu denken. Wichtig ist zuerst, genügend brauchbare Gedanken zu finden.

Modell 1: Brainstorming
Beim Brainstorming schreibst Du zunächst alle passenden Einfälle auf. Du bewertest sie noch nicht sofort. Erst danach streichst Du Unpassendes und markierst besonders wichtige Ideen.
Beispiel zum Thema „Soll es einen späteren Schulbeginn geben?“:
| Erste Idee | Spätere Entscheidung |
|---|---|
| Jugendliche sind morgens oft müde. | wichtig |
| Busfahrpläne müssten angepasst werden. | wichtig |
| Der Unterricht wäre dann immer leichter. | zu pauschal, genauer prüfen |
| Nachmittagsunterricht könnte später enden. | wichtig |
| Alle Jugendlichen schlafen gleich lange. | unzutreffend, streichen |
Modell 2: Mindmap
Eine Mindmap ordnet Einfälle bereits während des Sammelns. In die Mitte kommt das Thema. Von dort gehen Hauptäste ab, zum Beispiel Vorteile, Nachteile, Beispiele, Folgen und eigene Position.

Eine Mindmap ist besonders hilfreich, wenn Du viele Ideen hast, aber noch keinen roten Faden erkennst.
Modell 3: W-Fragen
W-Fragen eignen sich besonders für Berichte, Sachtexte und Erklärungen. Du kannst mit ihnen prüfen, ob wesentliche Informationen fehlen:
| W-Frage | Möglicher Nutzen |
|---|---|
| Wer? | Beteiligte Personen oder Gruppen klären |
| Was? | Ereignis, Problem oder Thema bestimmen |
| Wann? | Zeitpunkt oder Reihenfolge klären |
| Wo? | Ort oder Zusammenhang nennen |
| Wie? | Ablauf oder Vorgehensweise erklären |
| Warum? | Ursachen oder Gründe nennen |
| Welche Folgen? | Auswirkungen erklären |
Nicht jede Textsorte braucht jede W-Frage. Nutze nur die Fragen, die zu Deinem Schreibauftrag passen.
Modell 4: Cluster
Ein Cluster ist lockerer als eine Mindmap. Du schreibst einen Begriff in die Mitte und notierst darum herum spontan Wörter oder kurze Gedanken. Verbindungen entstehen durch Linien. Ein Cluster ist gut, wenn Du zuerst frei denken möchtest und eine feste Gliederung Dich noch bremst.
Aus Ideen wird ein Schreibplan
Ein Schreibplan ist die Brücke zwischen Stoffsammlung und Rohfassung. Du entscheidest jetzt, welche Gedanken in den Text kommen und in welcher Reihenfolge.
Ein Schreibplan ist kein fertiger Text. Er besteht aus Stichwörtern oder kurzen Notizen. Er soll Dich entlasten, damit Du beim Schreiben nicht gleichzeitig Inhalt erfinden, ordnen und perfekt formulieren musst.
Modell 5: Der Tabellen-Schreibplan
| Abschnitt | Kerngedanke | Beispiel oder Beleg | Verknüpfung |
|---|---|---|---|
| Einleitung | Thema und Anlass nennen | Pausenregelung an der Schule | Einstieg zur Frage |
| Hauptteil Absatz 1 | Handys können Absprachen erleichtern | Treffpunkt nach Unterricht klären | zunächst |
| Hauptteil Absatz 2 | Dauernde Nutzung kann echte Gespräche verdrängen | Gruppe sitzt zusammen, alle schauen aufs Display | allerdings |
| Hauptteil Absatz 3 | Klare Regeln sind besser als ein Totalverbot | handyfreie Zonen oder Zeiten | deshalb |
| Schluss | Eigene Position zusammenfassen | begrenzte Nutzung erlauben | insgesamt |
Ein guter Schreibplan ist übersichtlich, knapp und veränderbar. Wenn Du beim Schreiben eine bessere Idee hast, darfst Du den Plan anpassen.
Viele Schreibmodelle als Werkzeugkasten
Es gibt nicht das eine Modell, das für jeden Text perfekt ist. Modelle sind Werkzeuge. Du wählst das Werkzeug passend zur Aufgabe.
| Schreibmodell | Wofür es hilft | Leitgedanke |
|---|---|---|
| Schreibdreieck | Auftrag klären | Thema – Ziel – Adressaten |
| W-Fragen-Modell | Informationen sammeln | Wer, was, wann, wo, wie, warum, Folgen |
| Brainstorming | schnell viele Ideen finden | erst sammeln, später bewerten |
| Mindmap | Ideen sichtbar ordnen | Hauptäste und Unterpunkte bilden |
| Cluster | frei assoziieren | spontane Verbindungen zulassen |
| Drei-Teile-Modell | Grundstruktur eines Textes | Einleitung – Hauptteil – Schluss |
| Absatz-Baukasten | einzelne Absätze verständlich entwickeln | Kerngedanke – Erklärung – Beispiel – Rückbezug |
| BBB-Modell | Argumente ausbauen | Behauptung – Begründung – Beispiel oder Beleg |
| Vier-Durchgänge-Modell | Überarbeitung entlasten | Inhalt – Aufbau – Sprache – Richtigkeit |
| Textlupe | gezielt auf einen Bereich schauen | pro Lesedurchgang nur wenige Kriterien |
| Schreibkonferenz | Außenperspektive nutzen | lesen – rückmelden – entscheiden – überarbeiten |
| Fehlerprotokoll | aus eigenen Fehlern lernen | Fehlerart erkennen und persönliche Schwerpunkte bilden |
Wichtig: Manche Bezeichnungen sind allgemeine Unterrichtsmodelle oder Merkhilfen. Entscheidend ist nicht der Name, sondern dass Du das Werkzeug sinnvoll einsetzt.
Gliederung: den roten Faden sichtbar machen
Eine Gliederung zeigt, wie die Gedanken zusammengehören. Für viele schulische Texte ist die Grundstruktur Einleitung – Hauptteil – Schluss hilfreich. Die genaue Gestaltung hängt jedoch von der Textsorte ab.
Modell 6: Einleitung – Hauptteil – Schluss
| Teil | Aufgabe | Typische Frage |
|---|---|---|
| Einleitung | Thema eröffnen und Orientierung geben | Worum geht es und warum ist das Thema wichtig? |
| Hauptteil | Informationen, Erklärungen oder Argumente geordnet entwickeln | Was muss der Leser verstehen? |
| Schluss | Ergebnis, Position, Ausblick oder Folgerung formulieren | Was ist das wichtigste Ergebnis? |
Eine Einleitung soll nicht alles vorwegnehmen. Ein Schluss soll nicht plötzlich völlig neue Hauptgedanken einführen.
Absätze als Denkpakete
Ein neuer Absatz zeigt: Jetzt beginnt ein neuer Teilgedanke. Sehr lange Textblöcke sind schwer zu lesen. Zu viele Mini-Absätze wirken dagegen zerhackt.
Für viele Sach- und Argumentationstexte hilft der folgende Absatz-Baukasten:
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| Kerngedanke | Ein späterer Schulbeginn könnte die Konzentration verbessern. |
| Erklärung | Wer ausgeschlafener ist, kann dem Unterricht eher aufmerksam folgen. |
| Beispiel oder Beleg | Besonders in den ersten Stunden berichten viele Jugendliche von Müdigkeit. |
| Rückbezug | Deshalb sollte bei der Diskussion nicht nur der Stundenplan, sondern auch die Lernfähigkeit betrachtet werden. |
Nicht jeder Absatz muss exakt vier Sätze haben. Das Modell hilft Dir nur dabei, unvollständige Gedankensprünge zu vermeiden.
Modell 7: BBB für Argumente
Beim Argumentieren reicht eine Meinung allein nicht aus. Das BBB-Modell hilft:
Behauptung – Begründung – Beispiel oder Beleg
Beispiel:
| Baustein | Formulierung |
|---|---|
| Behauptung | Handys sollten in Pausen nicht vollständig verboten werden. |
| Begründung | Sie können für wichtige Absprachen nach dem Unterricht nötig sein. |
| Beispiel oder Beleg | Wer kurzfristig abgeholt wird, kann seinen Treffpunkt mit der Familie klären. |
Ein starkes Argument erklärt den Zusammenhang. Ein Beispiel allein beweist noch nicht automatisch, dass eine Aussage immer gilt.
Die Rohfassung schreiben
Die Rohfassung ist Deine erste vollständige Textfassung. Sie muss noch nicht perfekt sein. Ihr Zweck ist, die geplanten Gedanken in zusammenhängende Sätze und Absätze zu bringen.

Beim Schreiben der Rohfassung helfen diese Regeln:
- Folge zunächst Deinem Schreibplan.
- Formuliere Abschnitt für Abschnitt.
- Markiere schwierige Stellen, statt Dich minutenlang an einem Wort festzubeißen.
- Nutze Absätze für neue Teilgedanken.
- Lies nach einem Abschnitt kurz, ob der Gedanke vollständig ist.
- Überarbeite noch nicht jedes einzelne Wort sofort.
Wenn Dir ein genauer Ausdruck fehlt, kannst Du in der Rohfassung vorübergehend eine Markierung setzen, zum Beispiel „passendes Beispiel ergänzen“. Wichtig ist, dass Du später wirklich zu dieser Stelle zurückkehrst.
Schreibfluss und Kontrolle trennen
Viele Lernende versuchen, schon beim ersten Satz gleichzeitig auf Inhalt, Stil, Kommas, Rechtschreibung und perfekte Wortwahl zu achten. Das belastet stark. Besser ist: erst eine brauchbare Rohfassung, dann gezielte Überarbeitung.
Das bedeutet nicht, dass Dir Fehler egal sein sollen. Es bedeutet, dass Du verschiedene Aufgaben zu verschiedenen Zeiten erledigst.
Texte überarbeiten: vier Durchgänge
Textüberarbeitung wird leichter, wenn Du nicht alles auf einmal kontrollierst. Nutze vier Durchgänge.
| Durchgang | Schwerpunkt | Leitfragen |
|---|---|---|
| 1 | Inhalt | Habe ich die Aufgabe beantwortet? Fehlt etwas Wichtiges? Sind Aussagen richtig und nachvollziehbar? |
| 2 | Aufbau | Ist die Reihenfolge logisch? Passen Absätze zusammen? Gibt es einen roten Faden? |
| 3 | Sprache | Sind Sätze verständlich? Sind Wörter genau? Gibt es unnötige Wiederholungen? |
| 4 | Richtigkeit | Stimmen Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung? |
Ein Erklärvideo aus einem universitären Projekt zeigt vier grundlegende Möglichkeiten der Textüberarbeitung: Streichen, Hinzufügen, Ersetzen und Verschieben.
Modell 8: Streichen – Hinzufügen – Ersetzen – Verschieben
Diese vier Handlungen kannst Du fast bei jeder Überarbeitung nutzen:
| Handlung | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Streichen | Was ist doppelt oder unnötig? | „Ich persönlich finde meiner Meinung nach“ wird gekürzt. |
| Hinzufügen | Was fehlt zum Verständnis? | Eine Begründung oder ein Beispiel wird ergänzt. |
| Ersetzen | Welches Wort oder welcher Satz kann genauer werden? | „machen“ wird durch „organisieren“ ersetzt. |
| Verschieben | Steht ein Gedanke an der richtigen Stelle? | Ein Beispiel wird direkt hinter die passende Begründung gesetzt. |
Inhaltlich überarbeiten
Beim ersten Überarbeitungsdurchgang schaust Du noch nicht hauptsächlich auf Kommas. Du prüfst die Aussage des Textes.
Frage Dich:
- Beantworte ich wirklich den Schreibauftrag?
- Ist mein wichtigster Gedanke erkennbar?
- Habe ich Behauptungen erklärt oder begründet?
- Sind Beispiele passend?
- Gibt es Widersprüche?
- Fehlen Informationen, die Lesende zum Verständnis brauchen?
- Habe ich Unwichtiges zu ausführlich erklärt?
Ein Text kann fehlerfrei geschrieben und trotzdem inhaltlich schwach sein. Deshalb kommt die inhaltliche Prüfung vor der Rechtschreibkontrolle.
Aufbau und Zusammenhang überarbeiten
Nun untersuchst Du die Reihenfolge. Ein guter Text führt Lesende Schritt für Schritt.
Hilfreiche Verknüpfungswörter sind:
| Funktion | Wörter und Wendungen |
|---|---|
| Reihenfolge | zunächst, danach, anschließend, schließlich |
| Ergänzung | außerdem, zusätzlich, ebenso |
| Gegensatz | aber, jedoch, dagegen, allerdings |
| Ursache | weil, da, denn |
| Folge | deshalb, daher, dadurch, folglich |
| Beispiel | zum Beispiel, beispielsweise |
| Ergebnis | insgesamt, zusammenfassend, daraus folgt |
Verknüpfungswörter helfen nur, wenn der gedankliche Zusammenhang wirklich stimmt. Ein „deshalb“ macht aus zwei unverbundenen Aussagen noch keine logische Folgerung.
Sprachliche Überarbeitung
Bei der sprachlichen Überarbeitung prüfst Du, ob Dein Text klar, genau und passend klingt. Gutes Schreiben bedeutet nicht, möglichst komplizierte Wörter zu verwenden. Ein verständlicher Satz ist meist besser als ein künstlich schwieriger Satz.
Satzbau verbessern
Achte besonders auf:
- sehr lange Sätze mit vielen Nebengedanken,
- häufige Satzanfänge mit demselben Wort,
- unvollständige Sätze,
- endlose Verbindungen mit „und“,
- unklare Pronomen wie „das“, „dies“ oder „sie“, bei denen man nicht weiß, worauf sie sich beziehen.
Beispiel:
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| Viele Jugendliche benutzen ihr Handy in der Pause und sie reden dann weniger miteinander und das kann ein Problem sein und deswegen sollte man Regeln machen. | Viele Jugendliche benutzen ihr Handy in der Pause. Dadurch sprechen einige weniger direkt miteinander. Klare Regeln können helfen, gemeinsame Gesprächszeiten zu schützen. |
Die überarbeitete Fassung verteilt mehrere Gedanken auf mehrere Sätze und macht den Zusammenhang genauer.
Wortwahl verbessern
Unklare Wörter wie „Ding“, „Sache“, „machen“ oder „gut“ sind manchmal verständlich, aber oft zu ungenau.
| Ungenau | Genauer |
|---|---|
| etwas machen | etwas planen, herstellen, erklären, verändern oder organisieren |
| ein gutes Argument | ein nachvollziehbares oder überzeugendes Argument |
| eine Sache | eine Regel, ein Problem, ein Beispiel oder eine Maßnahme |
| viele Leute | viele Jugendliche, Lernende, Eltern oder Besucher |
Wähle das genaue Wort, das wirklich zu Deiner Aussage passt.
Wiederholungen prüfen
Wiederholungen können stören, aber nicht jede Wiederholung ist falsch. Ein wichtiger Fachbegriff darf mehrfach vorkommen. Unnötig wirkt es, wenn unmittelbar hintereinander immer dieselbe Formulierung steht.
Beispiel:
Vorher: Die Regel ist sinnvoll. Die Regel hilft allen. Die Regel ist leicht zu verstehen.
Überarbeitet: Die Regel ist sinnvoll, weil sie allen hilft und leicht zu verstehen ist.
Leserperspektive einnehmen
Du kennst Deinen eigenen Gedanken bereits. Deine Leserinnen und Leser kennen ihn noch nicht. Deshalb musst Du prüfen, ob Du genug erklärt hast.
Ein hilfreicher Test ist: Lies Deinen Text so, als würdest Du das Thema zum ersten Mal sehen.
Markiere Stellen, an denen eine dieser Fragen auftaucht:
- Was genau ist gemeint?
- Warum folgt das daraus?
- Wer oder was ist mit diesem Pronomen gemeint?
- Fehlt ein Beispiel?
- Ist ein Fachwort erklärt?
- Springt der Text plötzlich zu einem neuen Gedanken?
Rechtschreibung und Zeichensetzung kontrollieren
Rechtschreibung und Zeichensetzung prüfst Du am besten in einem eigenen Durchgang. Beim Korrekturlesen suchst Du gezielt nach Fehlern und verbesserst sie.

Die Abbildung zeigt Korrekturmarkierungen an einem englischen Beispiel. Auch ohne die englischen Wörter zu übernehmen, wird sichtbar: Korrekturlesen bedeutet, Textstellen genau zu markieren und Änderungen nachvollziehbar zu machen.
Modell 9: Der Rechtschreib-Check in mehreren Runden
| Runde | Schwerpunkt | Strategie |
|---|---|---|
| 1 | Groß- und Kleinschreibung | Nomen und Satzanfänge markieren |
| 2 | häufige persönliche Fehler | eigene Fehlerliste nutzen |
| 3 | das oder dass | prüfen, ob „das“ durch dieses, jenes oder welches ersetzt werden kann |
| 4 | Kommas | Satzgrenzen, Aufzählungen und Nebensätze prüfen |
| 5 | schwierige Wörter | Wörterbuch oder verlässliche Rechtschreibhilfe nutzen |

Korrekturstrategien
Langsam lesen: Lies bewusst Wort für Wort. Schnelles Lesen ergänzt fehlende Buchstaben manchmal automatisch im Kopf.
Laut lesen: Beim Vorlesen hörst Du eher, wenn ein Satz holpert, ein Wort fehlt oder eine Formulierung unverständlich ist.
Rückwärts Wort für Wort lesen: Beginne beim letzten Wort und gehe Wort für Wort nach vorn. Das hilft besonders bei der Schreibweise einzelner Wörter, weil der Sinn des ganzen Satzes weniger ablenkt. Für Grammatik und Satzzeichen eignet sich diese Methode dagegen nicht.
Unsichere Wörter markieren: Rate nicht. Markiere das Wort und schlage es gezielt nach.
Fehlerschwerpunkte kennen: Wenn Du häufig denselben Fehlertyp machst, kontrollierst Du genau diesen Typ besonders sorgfältig.
Digitale Rechtschreibprüfung: Hilfe, aber keine Entscheidung
Programme können mögliche Fehler markieren. Trotzdem musst Du selbst prüfen, ob der Vorschlag in Deinem Satz wirklich passt. Eine Rechtschreibprüfung kennt nicht immer Deine Absicht und übersieht Wörter, die zwar richtig geschrieben, aber im Zusammenhang falsch verwendet sind.
Beispiel: „Seit“ und „seid“ sind beide korrekt geschriebene Wörter. Ein Programm kann nicht in jeder Situation zuverlässig verhindern, dass Du das falsche wählst.
Merksatz: Die Software findet Verdachtsstellen. Du entscheidest im Kontext.
Das persönliche Fehlerprotokoll
Ein Fehlerprotokoll sammelt nicht einfach alle Fehler. Es zeigt, welche Fehlerarten bei Dir wiederholt vorkommen. Daraus entsteht Deine persönliche Korrekturstrategie.
| Fehlerstelle | Fehlerart | Korrektur | Meine Regel oder Strategie |
|---|---|---|---|
| seid zwei Tagen | seit oder seid | seit zwei Tagen | Bei Zeitangaben steht „seit“. |
| das ich komme | das oder dass | dass ich komme | Wenn kein Artikel oder Pronomen gemeint ist, „dass“ prüfen. |
| die Schüler lernen | Großschreibung | die Schüler lernen | Nomen großschreiben. |
Ein Fehlerprotokoll ist besonders nützlich, wenn Du es über mehrere Texte hinweg weiterführst.
Verständliches Feedback geben
Feedback bedeutet Rückmeldung. Beim Schreiben hilft Feedback, weil eine andere Person Deinen Text mit frischem Blick liest. Sie weiß nicht automatisch, was Du gemeint hast. Genau deshalb kann sie Stellen entdecken, die für Dich selbst klar wirken, für andere aber unverständlich sind.

Gutes Feedback bewertet nicht die Person. Es beschreibt den Text.
Ungünstig: „Du kannst keine Einleitungen.“
Hilfreicher: „Nach dem ersten Satz weiß ich noch nicht, welche Frage Dein Text beantworten will. Nenne das Thema genauer.“
Modell 10: Beobachtung – Wirkung – Vorschlag
Ein einfacher Feedback-Dreischritt ist:
| Schritt | Beispiel |
|---|---|
| Beobachtung | In Absatz 2 nennst Du zwei Gründe, aber kein konkretes Beispiel. |
| Wirkung | Deshalb kann ich den zweiten Grund noch nicht gut nachvollziehen. |
| Vorschlag oder Frage | Ergänze ein Beispiel aus dem Schulalltag oder erkläre den Grund genauer. |
Dieser Dreischritt macht Rückmeldungen konkreter als Aussagen wie „komisch“, „schlecht“ oder „mach besser“.
Modell 11: Zwei Stärken und ein nächster Schritt
Eine weitere einfache Feedbackform lautet:
- Nenne zwei konkrete Stellen, die bereits funktionieren.
- Nenne einen nächsten Schritt, der den Text deutlich verbessern kann.
Beispiel: „Dein Einstieg nennt das Thema klar. Außerdem ist Dein Beispiel im zweiten Absatz leicht verständlich. Als nächsten Schritt könntest Du im dritten Absatz erklären, warum aus dem Beispiel Deine Forderung folgt.“
Der Verbesserungsvorschlag soll machbar sein. „Schreib schöner“ hilft kaum. „Ersetze im zweiten Absatz zwei ungenaue Wörter und erkläre den Übergang zum nächsten Argument“ ist umsetzbar.
Modell 12: Schreibkonferenz
Eine Schreibkonferenz ist eine gemeinsame Textüberarbeitung. Eine kleine Gruppe liest einen Entwurf und gibt Rückmeldung nach vereinbarten Kriterien.
Ein möglicher Ablauf:
- Die schreibende Person nennt Textsorte und Ziel.
- Eine andere Person liest den Text.
- Die Gruppe nennt zuerst verständliche und gelungene Stellen.
- Danach prüft die Gruppe einen Schwerpunkt, zum Beispiel roten Faden oder Sprache.
- Rückmeldungen werden konkret notiert.
- Die schreibende Person entscheidet, welche Vorschläge sie übernimmt.
- Der Text wird überarbeitet.
Wichtig ist: Feedback ist ein Angebot zur Verbesserung. Die Autorin oder der Autor bleibt für den eigenen Text verantwortlich.
Feedback annehmen und nutzen
Feedback anzunehmen bedeutet nicht, jeden Vorschlag sofort umzusetzen. Prüfe:
- Habe ich die Rückmeldung verstanden?
- Bezieht sie sich auf eine konkrete Textstelle?
- Passt sie zum Schreibauftrag?
- Würde die Änderung meinen Text klarer machen?
- Widersprechen sich zwei Rückmeldungen?
- Welche Änderung hat den größten Nutzen?
Wenn Du eine Rückmeldung nicht verstehst, frage nach einem Beispiel. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Teil eines guten Überarbeitungsprozesses.
Ein vollständiges Beispiel: vom Plan zur Überarbeitung
Schreibauftrag: „Verfasse für Eure Klassenhomepage einen kurzen begründeten Beitrag zu der Frage, ob Hausaufgaben vollständig abgeschafft werden sollten.“
Planung
| Planungsschritt | Notiz |
|---|---|
| Thema | Hausaufgaben |
| Ziel | begründete Position |
| Adressaten | Klasse, Lehrkräfte, Eltern |
| Position | nicht vollständig abschaffen, aber Umfang begrenzen |
| Grund 1 | Übung kann helfen, Inhalte zu festigen |
| Grund 2 | zu viele Aufgaben belasten den Nachmittag |
| Vorschlag | klare Zeitgrenzen und abgestimmte Aufgaben |
Rohfassung
„Ich finde Hausaufgaben eigentlich gut und schlecht. Man lernt damit Sachen, aber manchmal sind es sehr viele und dann hat man keine Zeit und das ist nicht gut. Deshalb sollte man Hausaufgaben nicht abschaffen, aber die Lehrer sollen weniger machen.“
Die Rohfassung enthält bereits eine erkennbare Position. Sie ist aber noch ungenau. „Sachen“, „nicht gut“ und „weniger machen“ sagen wenig. Außerdem besteht der Mittelteil fast nur aus einer langen Satzkette.
Überarbeitete Fassung
„Hausaufgaben sollten nicht vollständig abgeschafft werden. Kurze Übungen können helfen, Unterrichtsstoff zu festigen. Problematisch wird es jedoch, wenn mehrere Fächer gleichzeitig viele Aufgaben geben und kaum freie Zeit bleibt. Deshalb sollten Lehrkräfte den Umfang besser abstimmen und klare Zeitgrenzen beachten. So bleibt Übung möglich, ohne den gesamten Nachmittag zu belasten.“
Was wurde verbessert?
| Bereich | Veränderung |
|---|---|
| Position | gleich am Anfang klar formuliert |
| Wortwahl | ungenaue Wörter ersetzt |
| Satzbau | lange Satzkette aufgeteilt |
| Zusammenhang | Gegensatz und Folgerung mit „jedoch“ und „deshalb“ verdeutlicht |
| Lösung | konkrete Alternative zum vollständigen Abschaffen genannt |
Deine Endkontrolle vor der Abgabe
Nutze zum Schluss eine kurze Kontrolltabelle:
| Prüffrage | Ja | Noch verbessern |
|---|---|---|
| Habe ich die Aufgabe vollständig beantwortet? | □ | □ |
| Ist meine Gliederung erkennbar? | □ | □ |
| Hat jeder Absatz einen klaren Teilgedanken? | □ | □ |
| Habe ich wichtige Aussagen erklärt oder begründet? | □ | □ |
| Sind Beispiele passend? | □ | □ |
| Sind meine Sätze verständlich? | □ | □ |
| Nutze ich passende Verknüpfungswörter? | □ | □ |
| Habe ich ungenaue Wörter verbessert? | □ | □ |
| Habe ich meine persönlichen Fehlerschwerpunkte geprüft? | □ | □ |
| Habe ich Rechtschreibung und Zeichensetzung kontrolliert? | □ | □ |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein sinnvoller erster Schritt bei einem Schreibauftrag? (Die Aufgabe genau lesen und Anforderungen markieren) (!Sofort die Einleitung vollständig ausformulieren) (!Nur auf die Rechtschreibung achten) (!Ohne Planung möglichst schnell losschreiben)
Wozu dient ein Schreibplan vor allem? (Er ordnet wichtige Gedanken vor dem Ausformulieren) (!Er ersetzt die gesamte Rohfassung) (!Er enthält nur Rechtschreibregeln) (!Er darf nach Beginn des Schreibens nie verändert werden)
Welche Reihenfolge entlastet die Textüberarbeitung? (Zuerst Inhalt und Aufbau, dann Sprache und Richtigkeit) (!Zuerst jedes Komma, dann erst das Thema) (!Nur Rechtschreibung prüfen) (!Alles gleichzeitig in einem schnellen Durchgang prüfen)
Was gehört zum BBB-Modell eines Arguments? (Behauptung Begründung Beispiel) (!Einleitung Überschrift Seitenzahl) (!Frage Antwort Rechtschreibung) (!Titel Reim Pointe)
Welche Aussage beschreibt eine Rohfassung am besten? (Sie ist eine erste vollständige Fassung, die noch überarbeitet wird) (!Sie muss bereits vollkommen fehlerfrei sein) (!Sie besteht nur aus einzelnen Stichwörtern) (!Sie darf keine Absätze enthalten)
Welche Änderung ist eine sprachliche Überarbeitung? (Ein ungenaues Verb durch ein passenderes Verb ersetzen) (!Nur den Namen auf das Blatt schreiben) (!Die Aufgabe nicht mehr lesen) (!Einen Absatz ohne Grund löschen)
Wofür eignet sich das rückwärtige Wort-für-Wort-Lesen besonders? (Für die Kontrolle der Schreibweise einzelner Wörter) (!Für das Entwickeln neuer Hauptargumente) (!Für das Prüfen des gesamten logischen Aufbaus) (!Für das Planen der Adressaten)
Was macht verständliches Feedback besonders hilfreich? (Es nennt eine konkrete Stelle und einen umsetzbaren Vorschlag) (!Es bewertet die Person möglichst streng) (!Es bleibt möglichst allgemein) (!Es besteht nur aus dem Wort schlecht)
Welche Funktion hat ein Absatz in einem Sachtext? (Er bündelt einen zusammengehörigen Teilgedanken) (!Er ersetzt die Überschrift) (!Er zeigt automatisch einen Rechtschreibfehler) (!Er darf nur aus einem Wort bestehen)
Wie solltest Du mit einer digitalen Rechtschreibprüfung umgehen? (Vorschläge prüfen und im Satzkontext selbst entscheiden) (!Jeden Vorschlag automatisch übernehmen) (!Nur die Software lesen lassen) (!Alle markierten Wörter ungeprüft löschen)
Memory
| Schreibplan | geordnete Vorbereitung eines Textes |
| Rohfassung | erste vollständige Textversion |
| Gliederung | Ordnung der Textteile |
| Brainstorming | freies Sammeln vieler Ideen |
| Mindmap | verzweigte Darstellung von Gedanken |
| Absatz | Einheit eines zusammengehörigen Teilgedankens |
| Korrekturlesen | gezielte Suche nach Fehlern |
| Schreibkonferenz | gemeinsame Besprechung eines Textentwurfs |
| Feedback | Rückmeldung zu einer Leistung oder einem Text |
| Fehlerprotokoll | Sammlung persönlicher Fehlerschwerpunkte |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Auftrag klären | Anforderungen, Ziel und Adressaten bestimmen |
| Ideen sammeln | Einfälle notieren und Material sichten |
| Schreibplan erstellen | Gedanken auswählen und sinnvoll ordnen |
| Rohfassung formulieren | Aus Stichpunkten zusammenhängende Absätze schreiben |
| Text überarbeiten | Inhalt, Aufbau, Sprache und Richtigkeit verbessern |
Kreuzworträtsel
| Rohfassung | Wie heißt die erste vollständige Version eines Textes? |
| Gliederung | Wie nennt man die geordnete Struktur eines Textes? |
| Feedback | Wie heißt eine Rückmeldung zu einem Text? |
| Mindmap | Welche verzweigte Darstellung hilft beim Ordnen von Ideen? |
| Absatz | Wie heißt ein Textabschnitt mit einem zusammengehörigen Teilgedanken? |
| Schreibplan | Wie heißt die geordnete Vorbereitung vor der Rohfassung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Schreibauftrag markieren: Nimm einen Schreibauftrag aus Deinem Deutschbuch. Markiere Textsorte, Thema, Ziel, Adressaten und besondere Vorgaben in unterschiedlichen Zeichen oder Farben. Formuliere danach in zwei Sätzen, was Du tun sollst.
- Mindmap erstellen: Erstelle eine Mindmap zum Thema „Ein guter Schultag“. Verwende mindestens vier Hauptäste und ordne jedem Ast passende Unterpunkte zu.
- Absatz verbessern: Schreibe einen kurzen Absatz mit Kerngedanke, Erklärung, Beispiel und Rückbezug zum Thema „Pausen sind wichtig“.
- Fehlerdetektiv: Nimm einen älteren eigenen Text und finde drei verschiedene Fehlerarten. Lege daraus den Anfang eines persönlichen Fehlerprotokolls an.
Standard
- Schreibplan entwickeln: Erstelle zu der Frage „Sollten Schulveranstaltungen häufiger außerhalb des Schulgebäudes stattfinden?“ einen Tabellen-Schreibplan mit Einleitung, drei Hauptteilabsätzen und Schluss.
- Rohfassung schreiben: Schreibe auf Grundlage Deines Schreibplans eine Rohfassung von etwa 250 bis 350 Wörtern. Markiere Stellen, an denen Du beim Schreiben noch unsicher bist.
- Vierfach überarbeiten: Überarbeite Deine Rohfassung in vier getrennten Durchgängen: Inhalt, Aufbau, Sprache und Richtigkeit. Dokumentiere pro Durchgang mindestens zwei Änderungen.
- Feedback geben: Tausche Deinen Text mit einer anderen Person. Formuliere zwei konkrete Stärken und einen nächsten sinnvollen Verbesserungsschritt. Begründe jede Rückmeldung mit einer Textstelle.
Schwer
- Schreibstrategien vergleichen: Bearbeite denselben kurzen Schreibauftrag zweimal. Plane die erste Fassung mit einer Mindmap, die zweite mit einem Tabellen-Schreibplan. Vergleiche anschließend, welche Methode Dir mehr geholfen hat und warum.
- Schreibkonferenz organisieren: Plant in einer Dreier- oder Vierergruppe eine Schreibkonferenz. Verteilt die Schwerpunkte Inhalt, Aufbau, Sprache und Richtigkeit und dokumentiert, welche Rückmeldungen in die Endfassung übernommen wurden.
- Überarbeitung erklären: Erstelle ein kurzes Erklärvideo oder Audio, in dem Du an einem eigenen Vorher-Nachher-Beispiel die vier Überarbeitungshandlungen Streichen, Hinzufügen, Ersetzen und Verschieben erklärst.
- Transferprojekt Schülerzeitung: Verfasse einen veröffentlichungsreifen Beitrag zu einem schulischen Thema. Lege Schreibauftrag, Stoffsammlung, Schreibplan, Rohfassung, erhaltenes Feedback, Fehlerprotokoll und Endfassung als kleines Schreibportfolio vor.


Lernkontrolle
- Schreibprozess begründen: Erkläre an einem konkreten Beispiel, warum eine gute Rechtschreibung allein noch keinen guten Text ergibt. Zeige, welche Rolle Inhalt, Aufbau und Sprache zusätzlich spielen.
- Schreibplan beurteilen: Du erhältst einen Schreibplan mit fünf guten Ideen, aber ohne erkennbare Reihenfolge. Ordne die Ideen neu und begründe Deine Entscheidung mit dem erwarteten roten Faden.
- Rohfassung überarbeiten: Überarbeite einen vorgegebenen Absatz in mindestens drei Bereichen. Kennzeichne jede Änderung und erkläre, welches Problem sie löst.
- Feedback bewerten: Vergleiche die Rückmeldungen „Der Text ist schlecht“ und „Im zweiten Absatz fehlt mir eine Begründung für Deine Forderung“. Erkläre, warum eine Rückmeldung besser nutzbar ist, und verbessere die schwächere.
- Korrekturstrategie entwickeln: Stelle für eine Person, die häufig Fehler bei Großschreibung, Kommas und dass oder das macht, einen sinnvollen Kontrollplan zusammen. Begründe die Reihenfolge.
- Leserperspektive anwenden: Wähle einen eigenen Textabschnitt und markiere eine Stelle, die für Dich klar ist, aber für Außenstehende unklar sein könnte. Ergänze genau die Information, die zum Verständnis fehlt.
- Modelle auswählen: Entscheide für drei verschiedene Schreibaufgaben, ob Brainstorming, Mindmap, W-Fragen oder Tabellen-Schreibplan besonders hilfreich wäre. Begründe jede Auswahl.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln aufsagen kannst, sondern Deinen eigenen Schreibprozess sichtbar machst.
- Aufgabenverständnis: Du kannst den Schreibauftrag korrekt erfassen und in eigenen Worten wiedergeben.
- Planungskompetenz: Du kannst Ideen sammeln, auswählen und in einen sinnvollen Schreibplan überführen.
- Textaufbau: Deine Endfassung besitzt eine erkennbare Gliederung und einen nachvollziehbaren roten Faden.
- Absatzgestaltung: Teilgedanken werden in passenden Absätzen entwickelt und miteinander verbunden.
- Rohfassung und Revision: Du kannst zeigen, wie sich Dein Text von der Rohfassung zur verbesserten Fassung verändert hat.
- Sprachkompetenz: Du verbesserst unklare Sätze, ungenaue Wörter und störende Wiederholungen.
- Rechtschreibkontrolle: Du nutzt geeignete Kontrollstrategien und kennst persönliche Fehlerschwerpunkte.
- Feedbackkompetenz: Du gibst konkrete, respektvolle und umsetzbare Rückmeldungen.
- Reflexion: Du kannst erklären, welche Schreibstrategie Dir geholfen hat und was Du beim nächsten Text anders machen möchtest.
Als besonders aussagekräftiger Lernnachweis eignet sich ein Schreibportfolio aus Schreibauftrag, Planung, Rohfassung, Feedback, dokumentierten Überarbeitungsschritten, Fehlerprotokoll und Endfassung.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zum Schreibprozess bietet eine fachliche Vertiefung zu Planen, Formulieren und Überarbeiten:
Weitere passende freie oder schulische Lernangebote sind über die Themen Schreibkompetenz, Korrekturlesen, Rechtschreibprüfung und Feedback erreichbar.
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