Jérôme Boateng beim FC Bayern

Jérôme Boateng beim FC Bayern
Einleitung
Jérôme Boateng prägte beim FC Bayern München einen Abschnitt, in dem sich die Anforderungen an einen Innenverteidiger stark veränderten. Zwischen seinem Wechsel nach München im Jahr 2011 und dem Ende der 2010er-Jahre war er nicht nur dafür zuständig, Zweikämpfe zu gewinnen, Flanken zu verteidigen und den Raum vor dem eigenen Tor zu sichern. Er wurde zugleich zu einem wichtigen Spieler im Spielaufbau: Mit präzisen Pässen über kurze und mittlere Distanzen, vor allem aber mit langen Diagonal- und Vertikalbällen, konnte er gegnerische Pressinglinien überspielen und Angriffe direkt aus der Abwehr einleiten.
Dieser aiMOOC konzentriert sich auf Boatengs Rolle als moderner Innenverteidiger beim FC Bayern und auf die großen Erfolge der 2010er-Jahre. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung vom klassischen Abwehrspieler zum aufbauenden Verteidiger, die Bedeutung seiner Schnelligkeit für eine hoch stehende Mannschaft sowie seine Rolle in den Systemen von Jupp Heynckes und Pep Guardiola. Außerdem untersuchst Du, wie individuelle Fähigkeiten und Mannschaftstaktik zusammenwirken.
Vom Neuzugang zum Stammspieler
Boateng kam im Sommer 2011 von Manchester City zum FC Bayern. Er konnte sowohl als Außenverteidiger als auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden, entwickelte sich in München jedoch vor allem im Zentrum der Abwehr zu einem Leistungsträger. Diese Entwicklung passte zu einer allgemeinen Veränderung im Spitzenfußball: Innenverteidiger sollten nicht mehr nur Angriffe stoppen, sondern selbst den ersten kontrollierten Angriffspass spielen.
In seiner ersten Münchner Saison 2011/12 erlebte Boateng mit Bayern drei zweite Plätze: in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der UEFA Champions League. Besonders die Niederlage im Champions-League-Finale 2012 in der eigenen Allianz Arena prägte die Mannschaft. Ein Jahr später folgte unter Jupp Heynckes die sportliche Antwort mit dem historischen Triple 2013.
Warum ein moderner Innenverteidiger mehr können muss
Bei einer ballbesitzorientierten Spitzenmannschaft beginnt der Angriff häufig schon bei Torhüter und Innenverteidigern. Gegner versuchen deshalb, den Spielaufbau durch Pressing zu stören. Für einen Innenverteidiger entstehen mehrere Aufgaben gleichzeitig: Er muss freie Mitspieler erkennen, Passwege vorbereiten, unter Druck technisch sauber bleiben und zugleich darauf achten, dass die Mannschaft bei einem Ballverlust nicht ungeschützt ist.
Boateng brachte für diese Aufgaben eine besondere Kombination mit. Seine Schnelligkeit half ihm, große Räume hinter einer hoch stehenden Abwehrlinie zu verteidigen. Seine körperliche Stärke war in direkten Duellen und bei hohen Bällen wichtig. Seine Passqualität ermöglichte es, einen Angriff nicht nur über den nächstgelegenen Mittelfeldspieler aufzubauen, sondern mit einem langen Ball sofort eine weiter entfernte Zone zu erreichen.
Boateng als moderner Innenverteidiger
Spielaufbau aus der letzten Linie
Unter Pep Guardiola wurde Boatengs Rolle im Aufbau besonders sichtbar. Guardiolas Bayern wollten den Ball kontrollieren, Gegner durch Positionswechsel bewegen und freie Räume gezielt bespielen. Wenn ein Gegner das Zentrum verdichtete, konnte Boateng mit einem langen Diagonalball auf einen Flügelspieler oder mit einem Ball hinter die letzte gegnerische Linie reagieren.
Ein prägnantes Beispiel war das Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund im Oktober 2015, das Bayern 5:1 gewann. Boateng bereitete zwei Treffer mit langen Pässen hinter die Dortmunder Abwehr vor. Solche Zuspiele machten deutlich, warum er gelegentlich mit einem Quarterback im American Football verglichen wurde: Er stand tief, überblickte das Feld und konnte mit einem einzigen Pass mehrere gegnerische Spieler überspielen.
Dabei war der lange Ball nicht einfach ein unkontrollierter Befreiungsschlag. Entscheidend waren Blickverhalten, Timing, Flugkurve, Passschärfe und die Abstimmung mit den Laufwegen der Angreifer. Besonders Spieler wie Thomas Müller und Robert Lewandowski konnten von Pässen in die Tiefe profitieren.
Diagonalpass und Vertikalpass
Ein Diagonalpass verändert gleichzeitig die Spielrichtung und häufig auch die Spielfeldseite. Er kann einen eng verschobenen Gegner zwingen, schnell umzuschalten. Ein Vertikalpass soll Raum in Richtung gegnerisches Tor gewinnen und möglichst eine Pressinglinie durchbrechen. Boateng beherrschte beide Varianten und machte sie zu einem wichtigen Teil des Münchner Aufbauspiels.
Das war taktisch wertvoll, weil Bayern nicht ausschließlich über viele kurze Pässe durch das Zentrum spielen musste. Gegen kompakte Gegner entstand eine Alternative: Der Ball konnte aus der Innenverteidigung direkt in den Rücken einer hoch stehenden oder seitlich verschobenen Abwehr gespielt werden.
Verteidigen mit viel Raum im Rücken
Eine dominante Mannschaft steht oft weit vom eigenen Tor entfernt. Dadurch wird das Spielfeld für den Gegner bei einem Ballgewinn groß. Innenverteidiger müssen dann in offenen Situationen verteidigen, Laufduelle aufnehmen und erkennen, wann sie herausrücken oder absichern sollen. Boatengs Tempo war deshalb nicht nur eine individuelle Stärke, sondern ein taktischer Baustein.
Seine Aufgabe bestand häufig darin, gegnerische Konter früh zu unterbrechen oder genügend Zeit zu gewinnen, bis Mitspieler wieder hinter den Ball kamen. In Verbindung mit Manuel Neuer, der als weit mitspielender Torhüter Räume hinter der Abwehr sichern konnte, entstand eine für den modernen Spitzenfußball typische Arbeitsteilung.
Restverteidigung und Gegenpressing
Wenn viele Spieler angreifen, bleiben nur wenige Akteure zur Absicherung zurück. Diese Struktur wird oft als Restverteidigung bezeichnet. Für Boateng bedeutete das, ständig die Position des Balls, mögliche Anspielstationen des Gegners und die Abstände zu seinen Mitspielern zu beobachten.
Nach einem Ballverlust versuchte Bayern häufig, den Ball schnell zurückzugewinnen. Dieses Gegenpressing funktionierte nur, wenn die hinteren Spieler mutig nachschoben und gleichzeitig gefährliche Tiefenläufe kontrollierten. Boateng musste also aggressives Vorwärtsverteidigen mit vorsichtiger Raumkontrolle verbinden.
Flexibilität in Vierer- und Dreierkette
Guardiola veränderte die Grundordnung häufig während eines Spiels. Boateng konnte in einer Viererkette, als zentraler oder seitlicher Innenverteidiger einer Dreierkette und zeitweise auch als Rechtsverteidiger eingesetzt werden. Besonders als zentraler Spieler einer Dreierkette erhielt er gute Winkel, um beide Seiten des Feldes anzuspielen.
Diese Flexibilität zeigt einen Kern moderner Verteidigung: Die Position wird nicht nur darüber definiert, wo ein Spieler auf dem Mannschaftsbogen steht, sondern darüber, welche Räume er mit und ohne Ball kontrolliert.
Das Triple 2013
Die Saison 2012/13 wurde zum Wendepunkt. Bayern gewann die Bundesliga mit damals außergewöhnlichen 91 Punkten, setzte sich im Champions-League-Finale in Wembley mit 2:1 gegen Borussia Dortmund durch und gewann anschließend das DFB-Pokal-Finale gegen den VfB Stuttgart mit 3:2. Damit gelang dem FC Bayern als erstem deutschen Männerteam das Triple aus Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal.
Boateng gehörte zu dieser Mannschaft und stand im Champions-League-Finale in der Startelf. Beim entscheidenden 2:1 leitete er die Szene mit einem langen Ball ein, bevor Franck Ribéry und Arjen Robben den Angriff fortsetzten. Das Beispiel verbindet den sportlichen Erfolg direkt mit Boatengs Profil: Schon 2013 konnte ein Pass aus der letzten Linie einen entscheidenden Angriff vorbereiten.

Die Allianz Arena als Zentrum der Bayern-Ära
Die Allianz Arena war in den 2010er-Jahren der zentrale Spielort einer Mannschaft, die die Bundesliga über Jahre dominierte. Der Heimvorteil bestand dabei nicht nur aus Unterstützung durch das Publikum. Für eine Mannschaft mit viel Ballbesitz waren ein vertrauter Platz, eingespielte Abläufe und klare Abstände zwischen den Mannschaftsteilen besonders wichtig.
Die Guardiola-Jahre: Aufbau als Waffe
Pep Guardiola trainierte Bayern von 2013 bis 2016. In dieser Phase wurde die Rolle der Innenverteidiger im Ballbesitz besonders anspruchsvoll. Sie sollten nicht nur sichere Pässe spielen, sondern die gegnerische Ordnung aktiv verändern. Boatengs lange Zuspiele ergänzten Guardiolas Kurzpass- und Positionsspiel um eine direkte Komponente.
Im 5:1 gegen Dortmund 2015 wurde diese Idee besonders deutlich. Dortmund versuchte, das Zentrum zu kontrollieren. Bayern nutzte daraufhin wiederholt lange Bälle aus der letzten Linie. Boateng konnte dadurch den Druck überspielen, ohne dass Bayern auf kontrollierten Spielaufbau verzichten musste. Der direkte Pass wurde Teil des Positionsspiels und nicht dessen Gegenteil.
Was machte seine Pässe so schwer zu verteidigen?
Der Wert eines langen Passes hängt nicht nur von der Distanz ab. Ein guter langer Ball erreicht den Mitspieler so, dass dieser die Aktion möglichst ohne Tempverlust fortsetzen kann. Dafür muss der Pass zur Laufrichtung, zur Stellung des Gegners und zur Geschwindigkeit des Empfängers passen.
Boateng nutzte häufig relativ flache, scharf gespielte Bälle mit einer Flugkurve, die Angreifern eine direkte Weiterverarbeitung ermöglichte. Für Verteidiger waren solche Zuspiele unangenehm, weil sie sich gleichzeitig zum Ball orientieren und einen in die Tiefe startenden Gegenspieler verfolgen mussten.
Erfolge der 2010er-Jahre mit dem FC Bayern
Zwischen 2012/13 und 2018/19 wurde Boateng mit Bayern siebenmal in Folge Deutscher Meister. In diesem Zeitraum gewann er außerdem viermal den DFB-Pokal: 2013, 2014, 2016 und 2019. Der internationale Höhepunkt des Jahrzehnts war der Champions-League-Sieg 2013. Im selben Kalenderjahr gewann Bayern zusätzlich den UEFA Super Cup und die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.
| Wettbewerb | Boatengs Bayern-Erfolge in den 2010er-Jahren | Bedeutung |
|---|---|---|
| Bundesliga | Meister 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 | Ausdruck einer außergewöhnlichen nationalen Dominanz |
| DFB-Pokal | Sieger 2013, 2014, 2016 und 2019 | Mehrfacher Gewinn des wichtigsten deutschen Pokalwettbewerbs |
| UEFA Champions League | Sieger 2013 | Europäischer Höhepunkt des Jahrzehnts |
| UEFA Super Cup | Sieger 2013 | Duell des Champions-League-Siegers mit dem Europa-League-Sieger |
| FIFA-Klub-Weltmeisterschaft | Sieger 2013 | Internationaler Abschluss des historischen Jahres 2013 |
| DFL-Supercup | Sieger 2012, 2016, 2017 und 2018 | Zusätzliche nationale Titel im Jahrzehnt |
Die Saison 2018/19 endete mit dem Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Boateng war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in jeder Phase unumstrittener Stammspieler, gehörte aber weiterhin zum Kader einer Mannschaft, die das Jahrzehnt national dominierte. Der spätere zweite Champions-League- und Triple-Gewinn 2020 liegt bereits außerhalb der 2010er-Jahre und wird deshalb in diesem aiMOOC nur als Ausblick verstanden.
Weltmeister 2014: Rückwirkung auf seine Rolle in München
Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann Boateng 2014 die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Im Finale gegen Argentinien spielte er in der Innenverteidigung und zeigte viele Eigenschaften, die auch seine Bayern-Rolle prägten: körperliche Präsenz, Tempo, Zweikampfstärke, Aufmerksamkeit in der Raumverteidigung und die Fähigkeit, auch unter höchstem Druck kontrolliert zu bleiben.
Der Weltmeistertitel war kein Vereinserfolg des FC Bayern. Er ist für die Einordnung seiner Münchner Jahre dennoch wichtig, weil Boateng als Stammspieler einer erfolgreichen Nationalmannschaft in die folgende Bayern-Saison zurückkehrte und in der Mitte des Jahrzehnts den Höhepunkt seiner individuellen Wahrnehmung erreichte.
Individuelle Anerkennung 2016
2016 wurde Boateng zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. Dass ein Innenverteidiger diese Auszeichnung erhielt, unterstreicht, wie stark seine Leistungen damals wahrgenommen wurden. Seine Bedeutung ging über spektakuläre Rettungsaktionen hinaus: Er verband klassische Defensivarbeit mit Spieleröffnung, Übersicht und taktischer Vielseitigkeit.
Die Auszeichnung passt deshalb zum Begriff des modernen Innenverteidigers. Ein Verteidiger kann das Spiel einer dominanten Mannschaft aktiv gestalten, ohne seine primäre Verantwortung gegen den Ball zu verlieren.
Entwicklung im Verlauf des Jahrzehnts
Boatengs Münchner Zeit verlief nicht ohne Unterbrechungen. Verletzungen beeinflussten mehrere Phasen seiner Karriere, und die Konkurrenz in der Innenverteidigung änderte sich. Mit Spielern wie Dante, Javi Martínez, Holger Badstuber, Mats Hummels und später Niklas Süle hatte Bayern unterschiedliche Partner und Alternativen im Abwehrzentrum.
Gerade deshalb eignet sich Boatengs Karriere zur Analyse von Leistung im Teamsport. Ein Spieler kann über Jahre eine prägende Rolle haben und trotzdem Phasen mit weniger Einsätzen erleben. Taktische Passung, körperliche Verfügbarkeit, Konkurrenz und Trainerentscheidungen wirken zusammen.
Was bleibt von Boatengs Rolle?
Boateng steht beispielhaft für die Entwicklung des Innenverteidigers im europäischen Spitzenfußball der 2010er-Jahre. Seine Position verlangte eine Verbindung mehrerer Fähigkeiten: verteidigen, antizipieren, sprinten, Räume absichern, unter Druck passen und mit einem einzigen Zuspiel eine gegnerische Formation überspielen.
Für die taktische Analyse ist besonders wichtig, dass diese Fähigkeiten nicht getrennt betrachtet werden. Seine Schnelligkeit erlaubte Bayern ein höheres Verteidigen. Das hohe Verteidigen hielt die Mannschaft näher am gegnerischen Tor. Dadurch konnte Bayern nach Ballverlusten schneller gegenpressen. Seine Passqualität wiederum half, Gegner zu bestrafen, die zu aggressiv ins Pressing vorrückten. Individuelle Qualität und Mannschaftstaktik verstärkten sich gegenseitig.
Quellen und Vertiefung
- DFB-Datencenter: Jérôme Boateng – Titel, Nationalmannschaft und Vereinsstatistik.
- UEFA: How will Bayern cope without injured Boateng? – Einordnung von Tempo, langen Pässen und Bedeutung für Bayerns Spiel 2016.
- FC Bayern: The historic treble – Vereinsdarstellung der Saison 2012/13.
- FC Bayern: Dominance and trophies – Entwicklung und Titel der späteren 2010er-Jahre.
- Bundesliga: Jerome Boateng – one of the Bundesliga's best – Video-Rückblick auf seine Entwicklung.
- Wikimedia Commons: Jérôme Boateng – frei lizenzierte Bildmedien.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchem Jahr wechselte Jérôme Boateng zum FC Bayern? (2011) (!2009) (!2013) (!2016)
Auf welcher Position prägte Boateng seine Bayern-Zeit vor allem? (Innenverteidiger) (!Mittelstürmer) (!Torhüter) (!Linksaußen)
Welche Fähigkeit machte Boateng im Münchner Spielaufbau besonders wertvoll? (Lange präzise Pässe aus der Abwehr) (!Nur kurze Rückpässe zum Torhüter) (!Ausschließlich Dribblings an der Seitenlinie) (!Vor allem Flanken aus dem Strafraum)
Welche drei Wettbewerbe gewann Bayern beim Triple 2013? (Bundesliga Champions League und DFB Pokal) (!Bundesliga Europa League und DFB Pokal) (!Champions League Klub WM und Supercup) (!Bundesliga Klub WM und Europa League)
Wer war Bayerns Trainer beim Triple 2013? (Jupp Heynckes) (!Pep Guardiola) (!Carlo Ancelotti) (!Niko Kovač)
Unter welchem Trainer wurde Boatengs Rolle als aufbauender Innenverteidiger besonders sichtbar? (Pep Guardiola) (!Felix Magath) (!Louis van Gaal) (!Ottmar Hitzfeld)
Gegen welchen Gegner gewann Bayern das Champions League Finale 2013? (Borussia Dortmund) (!Real Madrid) (!FC Barcelona) (!Manchester United)
Welche individuelle Auszeichnung erhielt Boateng 2016? (Deutschlands Fußballer des Jahres) (!Europas Torschützenkönig) (!Welttorhüter des Jahres) (!Bester Bundesliga Schiedsrichter)
Warum war Boatengs Schnelligkeit für eine hoch stehende Abwehr besonders wichtig? (Er konnte große Räume hinter der Abwehr verteidigen) (!Er musste deshalb nie Zweikämpfe führen) (!Er durfte dauerhaft im gegnerischen Strafraum bleiben) (!Er ersetzte damit den Torhüter)
Was kann ein guter Diagonalpass aus der Innenverteidigung bewirken? (Er kann Pressinglinien überspielen und die Spielseite wechseln) (!Er beendet automatisch jeden Angriff) (!Er zählt unabhängig vom Ziel als Torschuss) (!Er verhindert grundsätzlich jeden Ballverlust)
Memory
| Boateng | moderner Innenverteidiger |
| Diagonalpass | schneller Seitenwechsel |
| Restverteidigung | Absicherung hoher Angriffe |
| Guardiola | variables Positionsspiel |
| Wembley | Champions-League-Finale |
| Fußballer des Jahres | Auszeichnung 2016 |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Spieleröffnung | erster kontrollierter Aufbau aus der Abwehr |
| Diagonalball | Pass in eine entfernte seitliche Zone |
| Tiefensicherung | Kontrolle des Raums hinter der Abwehr |
| Gegenpressing | sofortiger Druck nach eigenem Ballverlust |
| Dreierkette | flexible Staffelung mit drei zentralen Verteidigern |
Kreuzworträtsel
| Boateng | Welcher Nachname gehört zum langjährigen Bayern-Verteidiger Jérôme? |
| Innenverteidiger | Welche zentrale Abwehrposition prägte seine Bayern-Zeit? |
| Spielaufbau | Welcher taktische Bereich beginnt bei modernen Teams häufig schon in der Abwehr? |
| Guardiola | Welcher Trainer entwickelte Bayerns variablen Aufbau zwischen 2013 und 2016 weiter? |
| Wembley | In welchem Stadion gewann Bayern 2013 das Champions-League-Finale? |
| Diagonalpass | Wie heißt ein Zuspiel, das Distanz und Spielseite gleichzeitig verändern kann? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Positionsprofil: Erstelle eine Mindmap mit mindestens sechs Aufgaben eines modernen Innenverteidigers und markiere, welche davon bei Boateng besonders sichtbar waren.
- Passwege: Zeichne auf einem Fußballfeld drei mögliche Diagonalpässe aus der Innenverteidigung und erkläre jeweils, welche gegnerische Linie überspielt werden soll.
- Titelchronik: Gestalte eine Zeitleiste von 2011 bis 2019 und trage Boatengs wichtigste Bayern-Titel des Jahrzehnts ein.
- Stadionperspektive: Beschreibe in einem kurzen Text, wie eine hoch stehende Mannschaft aus Sicht eines Innenverteidigers organisiert werden muss.
Standard
- Videoanalyse: Suche eine frei zugängliche Spielszene mit Boateng und untersuche, wie er sich vor einem langen Pass orientiert. Halte Blickrichtung, Körperstellung und Zielraum fest.
- Trainervergleich: Vergleiche Boatengs Rolle unter Jupp Heynckes und Pep Guardiola. Formuliere mindestens drei Gemeinsamkeiten und drei Unterschiede.
- Taktiktafel: Entwickle eine eigene Restverteidigung für eine angreifende 4-3-3-Formation und begründe, welche Aufgaben ein schneller Innenverteidiger übernimmt.
- Wembley 2013: Rekonstruiere die Entstehung des 2:1 im Champions-League-Finale 2013 als Bildfolge oder Storyboard und kennzeichne Boatengs Anteil am Beginn des Angriffs.
Schwer
- Taktikanalyse: Erkläre auf zwei Seiten, warum ein langer Pass kein Gegensatz zu kontrolliertem Positionsspiel sein muss. Verwende Boatengs Rolle als Fallbeispiel.
- Trainingsform: Entwickle eine Trainingsübung, in der Innenverteidiger nach eigenem Ballverlust zwischen Vorwärtsverteidigen und Tiefensicherung entscheiden müssen.
- Datenprojekt: Sammle Passdaten aus mindestens zwei verfügbaren Spielen oder Datensätzen und entwirf Kriterien, mit denen sich der Einfluss eines Innenverteidigers auf den Spielaufbau messen lässt.
- Erklärvideo: Produziere ein drei- bis fünfminütiges Erklärvideo zur Frage, warum Boateng als Beispiel eines modernen Innenverteidigers der 2010er-Jahre gelten kann. Trenne Beobachtung, Taktikbegriff und Bewertung klar voneinander.


Lernkontrolle
- Taktische Entscheidung: Ein Gegner presst mit zwei Stürmern und schließt das Zentrum. Entwickle zwei Lösungen für den ballführenden Innenverteidiger und begründe, wann ein langer Diagonalpass sinnvoller ist als ein Kurzpass.
- Risikoabwägung: Bayern greift mit sieben Spielern an. Erkläre, welche Positionen die verbleibenden Spieler einnehmen sollten, damit ein Ballverlust nicht sofort zu einer Großchance führt.
- Ursache und Wirkung: Zeige an einer selbst gezeichneten Spielsituation, wie ein präziser Pass aus der Innenverteidigung das gegnerische Pressing in einen Nachteil verwandeln kann.
- Spielertypen vergleichen: Vergleiche einen klassischen, primär absichernden Innenverteidiger mit einem aufbauenden Innenverteidiger. Beurteile, welche Fähigkeiten in einer dominanten Ballbesitzmannschaft stärker gewichtet werden.
- Transfer: Übertrage Boatengs Stärken auf eine Schul- oder Amateurmannschaft. Welche Prinzipien sind auch ohne Profischnelligkeit und Profitechnik trainierbar?
- Zusammenhang: Erkläre, warum individuelle Passqualität allein nicht genügt. Beziehe Laufwege, Breite, Tiefe, Gegenpressing und Kommunikation in Deine Antwort ein.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Titel aufzählen kannst, sondern taktische Zusammenhänge erklärst und auf neue Spielsituationen überträgst.
- Du kannst Boatengs Entwicklung beim FC Bayern zeitlich in die 2010er-Jahre einordnen.
- Du kannst erklären, wodurch sich ein moderner Innenverteidiger von einem ausschließlich absichernden Verteidiger unterscheidet.
- Du kannst die Funktionen von Diagonalpass, Vertikalpass, Restverteidigung, Pressing und Gegenpressing erläutern.
- Du kannst Boatengs Schnelligkeit und Passqualität mit Bayerns hoher Positionierung auf dem Feld in Beziehung setzen.
- Du kannst das Triple 2013 und die wichtigsten weiteren Bayern-Erfolge des Jahrzehnts korrekt einordnen.
- Du kannst zwischen Vereinserfolgen des FC Bayern und Boatengs Weltmeistertitel mit Deutschland unterscheiden.
- Du kannst eine Spielsituation analysieren und begründen, welche Entscheidung ein Innenverteidiger treffen sollte.
- Du kannst Quellen, Statistiken und Videobeobachtungen kritisch nutzen, ohne Einzelwerte mit einer vollständigen Leistungsbewertung gleichzusetzen.
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