Jugendbeteiligung - Deutschland (Schule, Gemeinde und Politik mitgestalten; Schule 5–13; Gemeinschaftskunde; viele Medie

Jugendbeteiligung - Deutschland (Schule, Gemeinde und Politik mitgestalten; Schule 5–13; Gemeinschaftskunde; viele Medie
Einleitung
Jugendbeteiligung bedeutet, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei Fragen mitreden, mitplanen und – je nach Beteiligungsform – auch mitentscheiden können. Das betrifft viele Bereiche Deines Alltags: die Schule, den Stadtteil, die Gemeinde, Vereine, öffentliche Räume und politische Entscheidungen.
Du musst nicht erst erwachsen sein, um Dich einzubringen. In Deutschland gibt es unterschiedliche Wege der politischen und gesellschaftlichen Beteiligung. Manche sind gesetzlich geregelt, andere entstehen durch Projekte, Jugendgruppen oder Initiativen. Wichtig ist immer die Frage: Wer entscheidet über das Thema, wie kannst Du Einfluss nehmen und was geschieht anschließend mit Deinem Vorschlag?
Dieser aiMOOC beginnt mit leicht verständlichen Beispielen und führt schrittweise zu anspruchsvolleren Fragen. So kannst Du ihn von Klasse 5 bis zur Oberstufe nutzen.

Warum Jugendbeteiligung wichtig ist
Junge Menschen kennen ihren Alltag aus eigener Erfahrung. Sie wissen zum Beispiel, wo ein Schulhof unpraktisch ist, welche Busverbindung fehlt, was in einem Jugendzentrum gebraucht wird oder welche Themen im Unterricht stärker vorkommen sollten. Wenn Entscheidungen junge Menschen betreffen, können ihre Perspektiven deshalb wichtige Informationen liefern.
Beteiligung ist außerdem ein Teil demokratischen Lernens. Du übst dabei, eine eigene Meinung zu entwickeln, Argumente auszutauschen, anderen zuzuhören, Interessen abzuwägen, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren und Minderheiten zu respektieren. Oft gehört auch ein Kompromiss dazu.
Beteiligung ist aber nicht automatisch gut, nur weil Jugendliche eingeladen werden. Wirksam wird sie vor allem dann, wenn verständlich erklärt wird, worum es geht, wenn möglichst viele mitmachen können, wenn es echte Einflussmöglichkeiten gibt und wenn anschließend transparent erklärt wird, was mit den Vorschlägen passiert.
Rechte und Rahmen in Deutschland
Jugendbeteiligung hat mehrere rechtliche und politische Grundlagen. Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention stärkt das Recht von Kindern, ihre Meinung in Angelegenheiten zu äußern, die sie betreffen, und verlangt, dass diese Meinung angemessen berücksichtigt wird. In Deutschland bestimmt außerdem § 8 des SGB VIII, dass Kinder und Jugendliche entsprechend ihrem Entwicklungsstand an Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen sind, die sie betreffen.
Für Schulen gilt: Bildung ist in Deutschland vor allem Sache der Bundesländer. Deshalb unterscheiden sich Rechte, Bezeichnungen und Gremien von Land zu Land. Fast überall gibt es jedoch Formen der Schülervertretung, häufig Klassen- oder Kurssprecherinnen und -sprecher, einen Schülerrat oder eine SV beziehungsweise SMV sowie Mitwirkung in schulischen Gremien.
Auch das Wahlalter hängt von der politischen Ebene ab. Stand August 2026 gilt für die Bundestagswahl ein aktives Wahlalter von 18 Jahren. Bei der Europawahl können Wahlberechtigte in Deutschland ab 16 Jahren wählen. Für Landtags- und Kommunalwahlen gibt es unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern. Deshalb solltest Du für eine konkrete Wahl immer die aktuelle Regelung Deines Bundeslandes prüfen.

Schule mitgestalten
In der Schule beginnt Beteiligung oft direkt in Deiner Klasse. Ein Klassenrat kann Probleme, Ideen und gemeinsame Regeln besprechen. Gewählte Klassen- oder Kurssprecherinnen und -sprecher vertreten Anliegen ihrer Lerngruppe. In der Schülervertretung werden Themen aus mehreren Klassen zusammengeführt.
Typische Anliegen sind zum Beispiel die Gestaltung von Pausenräumen, Projekttage, Regeln für Handynutzung, Schulveranstaltungen, Nachhaltigkeit, Sportangebote, Maßnahmen gegen Diskriminierung oder die Verbesserung des Schulklimas. Nicht jede Entscheidung liegt allein bei Schülerinnen und Schülern. Manche Fragen entscheidet die Schulleitung, manche ein schulisches Gremium und manche werden durch Schulgesetz, Prüfungsordnung oder andere Vorschriften vorgegeben.

Das folgende Video der Berliner Landeszentrale für politische Bildung zeigt am Beispiel Berlins, wie Schülerinnen und Schüler innerhalb einer Schule mitwirken können. Die genauen Regeln in Deinem Bundesland können davon abweichen.
Von der Klasse bis zur Landesebene
Schülerinteressen können auf mehreren Ebenen vertreten werden. Ein Anliegen kann in einer Klasse beginnen, von der Schülervertretung der Schule aufgegriffen werden und – abhängig vom Bundesland – über Kreis-, Bezirks- oder Landesschülervertretungen weitergetragen werden. Dadurch können aus einem lokalen Problem auch bildungspolitische Forderungen entstehen.
Das nächste Video zeigt wiederum am Beispiel Berlins, wie schulische Mitwirkung über die einzelne Schule hinausreichen kann.
Ein sinnvoller Beteiligungsweg in der Schule könnte so aussehen: Du beschreibst ein Problem möglichst konkret, sprichst mit anderen Betroffenen, sammelst Vorschläge, klärst die zuständige Stelle, bringst das Anliegen in Klassenrat oder SV ein und fragst nach einer verbindlichen Rückmeldung. So wird aus einem spontanen Wunsch ein nachvollziehbarer Beteiligungsprozess.
Gemeinde und Stadt mitgestalten
Viele Entscheidungen, die Deinen Alltag unmittelbar betreffen, werden in der Kommunalpolitik getroffen. Dazu können je nach Zuständigkeit zum Beispiel Spiel- und Sportflächen, Jugendtreffs, Bibliotheken, Radwege, Teile des öffentlichen Nahverkehrs, Kulturangebote oder die Gestaltung öffentlicher Plätze gehören.
Der Gemeinderat beziehungsweise Stadtrat ist eine gewählte Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. Daneben gibt es in vielen Kommunen besondere Formen für junge Menschen: Kinder- und Jugendparlamente, Jugendgemeinderäte, Jugendbeiräte, Jugendforen, Projektgruppen, Beteiligungswerkstätten oder digitale Beteiligungsplattformen. Namen, Rechte und Einfluss unterscheiden sich von Ort zu Ort.


Das folgende Video stellt Erfahrungen aus kommunalen Jugendräten und Kinder- und Jugendparlamenten in Nordrhein-Westfalen vor. Die Beispiele zeigen, dass Beteiligung nicht nur aus einer Abstimmung besteht, sondern auch aus Vorbereitung, Gesprächen, Anträgen und Ausdauer.
So wird aus einer Idee ein kommunales Projekt
Angenommen, Jugendliche wünschen sich eine bessere Busverbindung zum Jugendzentrum. Zuerst sollte geklärt werden, wer betroffen ist und welche konkrete Verbindung fehlt. Danach kann geprüft werden, welche Behörde, Kommune oder Verkehrsgesellschaft zuständig ist. Ein Jugendrat, eine Initiative oder eine Gruppe aus Schule und Jugendzentrum könnte Daten sammeln, Betroffene befragen und einen begründeten Vorschlag formulieren.
Wichtig ist, zwischen Wunsch, Forderung und Entscheidung zu unterscheiden. Beteiligung bedeutet nicht, dass jeder Vorschlag automatisch umgesetzt wird. Es bedeutet aber, dass Anliegen ernsthaft geprüft, nachvollziehbar behandelt und Entscheidungen begründet werden sollten.
Politik mitgestalten
Politische Beteiligung ist mehr als Wählen. Auch wenn Du bei einer bestimmten Wahl noch nicht wahlberechtigt bist, kannst Du Dich informieren, diskutieren, an Jugendwahlen wie der U18-Wahl teilnehmen, eine Petition unterstützen oder verfassen, Abgeordnete anschreiben, Dich in einem Verband oder einer Initiative engagieren, an Jugenddialogen teilnehmen oder friedlich demonstrieren.

Wahlen sind eine besonders verbindliche Form demokratischer Mitbestimmung. Bei Bundestagswahlen gelten die Wahlrechtsgrundsätze: allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim. Jugendliche unterhalb des gesetzlichen Wahlalters können offizielle Wahlen nicht ersetzen, aber Formate wie U18- oder Juniorwahlen können politische Bildung und Auseinandersetzung mit Parteien, Programmen und Wahlverfahren fördern.
Auch Protest gehört zu einer Demokratie. Eine Demonstration macht ein Anliegen öffentlich sichtbar. Sie kann Aufmerksamkeit erzeugen, ersetzt aber nicht automatisch die Entscheidung in Parlamenten oder Verwaltungen. Besonders wirksam kann Beteiligung sein, wenn Öffentlichkeit, Gespräche mit Verantwortlichen, gut begründete Vorschläge und langfristiges Engagement zusammenkommen.

Die JugendPolitikTage sind ein Beispiel für ein Format, bei dem junge Menschen politische Themen diskutieren und Forderungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft besprechen.
Beteiligung ist mehr als wählen
Beteiligungsformen lassen sich unterschiedlich ordnen. Formelle Beteiligung nutzt festgelegte Strukturen wie Schülervertretungen, Jugendparlamente, Wahlen oder Petitionsverfahren. Informelle Beteiligung kann zum Beispiel in einer selbst organisierten Initiative, einer Kampagne oder einer öffentlichen Aktion entstehen.
Außerdem gibt es direkte und repräsentative Formen. Direkt bedeutet, dass Du selbst Deine Meinung einbringst. Repräsentativ bedeutet, dass gewählte Personen Interessen einer größeren Gruppe vertreten. Beide Formen haben Vorteile: Direkte Beteiligung kann viele Stimmen hörbar machen, während gewählte Vertretungen kontinuierlich arbeiten und Verhandlungen führen können.
Digitale Beteiligung kann den Zugang erleichtern, bringt aber neue Aufgaben mit sich. Prüfe Quellen, trenne Fakten von Meinungen, respektiere andere Menschen und veröffentliche persönliche Daten nur mit Bedacht. Medienkompetenz gehört heute deshalb auch zur demokratischen Beteiligung.
Gute Jugendbeteiligung erkennen
| Merkmal | Woran Du es erkennst |
|---|---|
| Frühzeitig | Junge Menschen werden beteiligt, bevor die wichtigste Entscheidung bereits gefallen ist. |
| Verständlich | Informationen, Regeln und Zuständigkeiten werden in einer passenden Sprache erklärt. |
| Zugänglich | Unterschiedliche Jugendliche können teilnehmen, auch wenn sie wenig Erfahrung, wenig Zeit oder Unterstützungsbedarf haben. |
| Einflussreich | Es ist klar, worüber tatsächlich mitentschieden oder beraten werden kann. |
| Transparent | Die Verantwortlichen erklären, wie Vorschläge geprüft und Entscheidungen getroffen werden. |
| Mit Rückmeldung | Jugendliche erfahren, was umgesetzt, verändert oder abgelehnt wurde und warum. |
Sogenannte Scheinbeteiligung entsteht, wenn junge Menschen zwar gefragt werden, ihre Beiträge aber keinen erkennbaren Einfluss haben und es keine ehrliche Rückmeldung gibt. Gute Beteiligung verspricht deshalb nicht mehr Einfluss, als tatsächlich möglich ist.
Konflikte, Interessen und Kompromisse
Demokratische Beteiligung führt nicht immer zu Einigkeit. Schülerinnen und Schüler können andere Wünsche haben als Lehrkräfte, Anwohnende andere Interessen als Jugendliche und eine Kommune kann durch Gesetze oder einen begrenzten Haushalt eingeschränkt sein.
Ein fairer Beteiligungsprozess macht solche Konflikte sichtbar. Argumente sollten geprüft, Betroffene angehört und Alternativen verglichen werden. Ein Kompromiss kann sinnvoll sein, wenn mehrere Seiten auf einen Teil ihrer ursprünglichen Forderungen verzichten und trotzdem ein gemeinsames Ergebnis erreichen.
Mehrheiten sind wichtig, aber Demokratie besteht nicht nur aus Mehrheitsentscheidungen. Auch Minderheitenrechte, Grundrechte, Schutz vor Diskriminierung und rechtsstaatliche Regeln setzen Grenzen.
Mini-Werkzeugkasten: Dein Beteiligungsplan
| Leitfrage | Beispiel |
|---|---|
| Was soll sich ändern? | Der Pausenhof braucht mehr schattige Sitzplätze. |
| Wer ist betroffen? | Schülerinnen und Schüler, Aufsichtspersonen und Schulleitung. |
| Wer darf entscheiden? | Zum Beispiel Schulleitung, Schulträger oder ein schulisches Gremium. |
| Welche Informationen fehlen? | Kosten, geeignete Flächen und Wünsche der Schülerschaft. |
| Welche Beteiligungsform passt? | Umfrage, Klassenrat, SV-Antrag oder Projektgruppe. |
| Wie wird das Ergebnis überprüft? | Ein Termin für Rückmeldung und eine öffentliche Dokumentation der nächsten Schritte. |
Wer die zuständige Entscheidungsebene findet, hat meist bessere Chancen, gehört zu werden. Ein Anliegen an die falsche Stelle kann trotzdem sinnvoll starten – wichtig ist dann, nach der richtigen Zuständigkeit zu fragen.
Quellen und Vertiefung
- § 8 SGB VIII – Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
- Grundgesetz – insbesondere Artikel 38 zu Bundestagswahlen
- Bundesjugendministerium – Kinder- und Jugendbeteiligung
- Bundeszentrale für politische Bildung – Wahlalter
- Berliner Landeszentrale für politische Bildung – Schülervertretung als Länderbeispiel
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt Jugendbeteiligung am besten? (Junge Menschen wirken an Entscheidungen und Planungen mit) (!Jugendliche dürfen nur bei Wahlen politisch aktiv sein) (!Jugendbeteiligung findet ausschließlich in Schulen statt) (!Jugendbeteiligung bedeutet dass Erwachsene für Jugendliche entscheiden)
Welche Einrichtung vertritt typischerweise Interessen von Schülerinnen und Schülern in einer Schule? (Schülervertretung) (!Bundesrat) (!Gemeinderat) (!Europäische Kommission)
Warum unterscheiden sich schulische Mitwirkungsrechte zwischen den Bundesländern? (Weil Bildung in Deutschland überwiegend von den Bundesländern geregelt wird) (!Weil jede Klasse ein eigenes Grundgesetz beschließt) (!Weil nur Gemeinden über Schulen entscheiden) (!Weil es in Deutschland keine Schulgesetze gibt)
Welche Beteiligungsform ist besonders auf kommunaler Ebene für junge Menschen verbreitet? (Jugendparlament) (!Bundesverfassungsgericht) (!Bundesversammlung) (!Europäischer Rat)
Ab welchem Alter kann man in Deutschland bei der Europawahl wählen? (16 Jahren) (!14 Jahren) (!18 Jahren) (!21 Jahren)
Ab welchem Alter kann man nach der geltenden Regelung an einer Bundestagswahl teilnehmen? (18 Jahren) (!16 Jahren) (!15 Jahren) (!21 Jahren)
Was ist ein wichtiges Merkmal guter Jugendbeteiligung? (Es gibt eine nachvollziehbare Rückmeldung zu den Vorschlägen) (!Die Entscheidung steht schon vor der Beteiligung endgültig fest) (!Nur besonders erfahrene Jugendliche dürfen teilnehmen) (!Ergebnisse werden geheim gehalten)
Was ist eine Petition? (Ein schriftlich formuliertes Anliegen an eine zuständige Stelle) (!Eine geheime Schulnote) (!Eine automatisch verbindliche Volksabstimmung) (!Eine Sitzung des Bundeskabinetts)
Warum ist es wichtig die zuständige Entscheidungsebene zu kennen? (Weil ein Anliegen dann gezielt an die verantwortliche Stelle gerichtet werden kann) (!Weil nur der Bundestag über alle Alltagsfragen entscheidet) (!Weil eine Gemeinde Bundesgesetze ändern kann) (!Weil Schulen über Europawahlen entscheiden)
Was bedeutet ein politischer Kompromiss? (Mehrere Seiten einigen sich trotz unterschiedlicher Interessen auf eine gemeinsame Lösung) (!Eine Seite setzt immer alle Forderungen durch) (!Alle Beteiligten müssen ursprünglich derselben Meinung sein) (!Eine Abstimmung wird grundsätzlich verhindert)
Memory
| Schülervertretung | Interessen der Schülerschaft |
| Jugendparlament | Dauerhaftes kommunales Jugendgremium |
| Petition | Schriftlich begründetes Anliegen |
| Demonstration | Öffentliche Versammlung für ein Anliegen |
| Kompromiss | Einigung mit gegenseitigen Zugeständnissen |
| Rückmeldung | Erklärung zum Umgang mit Vorschlägen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schülervertretung | Schule |
| Jugendforum | Gemeinde |
| Europawahl | Europäische Politik |
| Petition | Anliegen an eine zuständige Stelle |
| Demonstration | Öffentlicher Protest |
Kreuzworträtsel
| Partizipation | Wie heißt die aktive Teilhabe an gesellschaftlichen und politischen Prozessen mit einem Fachbegriff? |
| Jugendparlament | Wie heißt ein häufiges kommunales Gremium in dem junge Menschen ihre Interessen vertreten? |
| Petition | Wie heißt ein schriftliches Anliegen an eine zuständige politische oder öffentliche Stelle? |
| Demonstration | Wie heißt eine öffentliche Versammlung bei der Menschen gemeinsam auf ein Anliegen aufmerksam machen? |
| Schülervertretung | Wie heißt die organisierte Interessenvertretung der Lernenden an einer Schule? |
| Kompromiss | Wie heißt eine Einigung bei der verschiedene Seiten Zugeständnisse machen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Beteiligungsorte: Zeichne einen Plan Deiner Schule und markiere mindestens fünf Orte oder Situationen, an denen Schülerinnen und Schüler bereits mitgestalten oder stärker beteiligt werden könnten.
- Schülervertretung: Führe ein kurzes Interview mit einer Person aus der SV oder SMV und frage nach einem erfolgreichen Projekt, einem aktuellen Problem und einem Wunsch für die Zukunft.
- Kommunalpolitik: Suche auf der Internetseite Deiner Gemeinde oder Stadt nach einem Angebot für Kinder- und Jugendbeteiligung und erkläre in eigenen Worten, wie man dort mitmachen kann.
- Demokratie-Plakat: Gestalte ein Plakat mit dem Titel „So kann ich mitbestimmen“ und zeige je eine Möglichkeit für Schule, Gemeinde und Politik.
Standard
- Umfrage: Entwickle eine kurze anonyme Umfrage zu einem veränderbaren Thema an Deiner Schule, werte die Antworten aus und formuliere daraus zwei konkrete Vorschläge.
- Petition: Schreibe eine sachliche Musterpetition zu einem Anliegen aus Deiner Schule oder Gemeinde. Benenne Problem, Ziel, zuständige Stelle und Begründung.
- Gemeinderat: Beobachte eine öffentliche Sitzung eines Gemeinderats oder Stadtrats vor Ort oder über einen offiziellen Stream und beschreibe, wie Interessen, Argumente und Entscheidungen zusammenhängen.
- Wahlalter: Bereite eine Pro-und-Contra-Debatte zur Frage vor, ob das Wahlalter bei Bundestagswahlen abgesenkt werden sollte. Nutze überprüfbare Quellen und trenne Fakten von Werturteilen.
Schwer
- Beteiligungsprojekt: Plane ein reales Jugendbeteiligungsprojekt für Schule oder Gemeinde mit Ziel, Zielgruppe, Zuständigkeit, Zeitplan, Beteiligungsmethode, Budgetidee und Rückmeldeverfahren.
- Föderalismus: Vergleiche die schulischen Mitwirkungsrechte oder das Wahlalter in zwei Bundesländern und erkläre, welche Folgen unterschiedliche Regelungen für Jugendliche haben können.
- Planspiel Kommunalpolitik: Simuliere einen Konflikt um einen neuen Jugendtreff. Verteile Rollen wie Jugendvertretung, Gemeinderat, Anwohnende, Verwaltung und Sportverein und entwickelt anschließend einen begründeten Kompromiss.
- Medienkampagne: Entwickle eine sachliche digitale Kampagne für ein Jugendanliegen. Erstelle Beiträge, prüfe alle Fakten, beachte Persönlichkeitsrechte und erkläre, wie Du auf Kritik oder Falschinformationen reagieren würdest.


Lernkontrolle
- Fallanalyse Schule: Eine Schule plant den Umbau des Pausenhofs und fragt Schülerinnen und Schüler erst nach Abschluss der Planung nach ihrer Lieblingsfarbe für Sitzbänke. Beurteile die Qualität dieser Beteiligung und entwickle eine bessere Vorgehensweise.
- Fallanalyse Gemeinde: Jugendliche wünschen sich längere Öffnungszeiten eines Jugendzentrums. Erkläre, welche Informationen sie sammeln sollten, welche Stellen zuständig sein könnten und welche Beteiligungsform sinnvoll wäre.
- Wahlalter und Beteiligung: Eine 16-jährige Person darf bei der Europawahl wählen, aber nicht bei der Bundestagswahl. Erkläre, warum solche Unterschiede möglich sind und welche politischen Argumente sich daraus ergeben können.
- Interessenabwägung: Eine Gemeinde hat Geld entweder für einen Skatepark oder für die Sanierung eines Spielplatzes. Entwickle ein Beteiligungsverfahren, das unterschiedliche Altersgruppen fair einbezieht.
- Scheinbeteiligung: Erfinde ein Beispiel für scheinbare Jugendbeteiligung und verändere es so, dass daraus ein transparenter und wirksamer Beteiligungsprozess wird.
- Digitale Partizipation: Eine Jugendinitiative verbreitet eine zugespitzte Behauptung in sozialen Medien, deren Quelle unklar ist. Erkläre, wie die Gruppe vor einer Veröffentlichung vorgehen sollte und warum Medienkompetenz für demokratische Beteiligung wichtig ist.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Begriffe kennst, sondern Beteiligungswege erklären und auf neue Situationen übertragen kannst.
- Jugendbeteiligung: Du kannst erklären, was Jugendbeteiligung bedeutet und warum sie für Demokratie und Alltag wichtig ist.
- Beteiligungsebenen: Du kannst Schule, Gemeinde, Land, Bund und Europa als unterschiedliche Entscheidungsebenen unterscheiden.
- Beteiligungsformen: Du kannst formelle und informelle sowie direkte und repräsentative Beteiligung an Beispielen erläutern.
- Rechte: Du kennst zentrale Grundlagen wie Kinderrechte, § 8 SGB VIII und den Unterschied zwischen Wahlrechten auf verschiedenen politischen Ebenen.
- Projektplanung: Du kannst aus einem Anliegen einen realistischen Beteiligungsweg mit Zuständigkeit, Ziel, Beteiligten und Rückmeldung entwickeln.
- Qualitätskriterien: Du kannst beurteilen, ob eine Beteiligung frühzeitig, verständlich, zugänglich, transparent und tatsächlich einflussreich ist.
- Demokratische Konfliktlösung: Du kannst Interessen vergleichen, Argumente prüfen und begründete Kompromisse entwickeln.
- Medienkompetenz: Du kannst politische Informationen auf Quellen, Nachvollziehbarkeit und mögliche Falschinformationen prüfen.
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