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Die Weißenhofsiedlung - Baden-Württemberg

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Die Weißenhofsiedlung - Baden-Württemberg




Die Weißenhofsiedlung - Baden-Württemberg


Einleitung

Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart gehört zu den wichtigsten gebauten Manifesten der europäischen Moderne. Sie entstand 1927 als Kernstück der vom Deutschen Werkbund organisierten Ausstellung „Die Wohnung“. Unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe arbeiteten international bekannte Architekten an der Frage, wie zeitgemäßes Wohnen in einer modernen Großstadt aussehen könnte.

Die Siedlung ist deshalb weit mehr als eine Ansammlung weißer Häuser mit Flachdächern. Sie ist ein architektonisches Experimentierfeld, auf dem sich neue Vorstellungen von Wohnungsbau, Funktionalismus, Konstruktion, Hygiene, Möblierung und Alltagsleben beobachten lassen. Für Kunst- und Architekturgeschichte ist besonders interessant, dass die beteiligten Architekten keine vollständig einheitliche Formensprache entwickelten. Vielmehr interpretierten sie die gemeinsamen Leitideen des Neuen Bauens unterschiedlich.

Wenn Du die Weißenhofsiedlung untersuchst, kannst Du deshalb mehrere Ebenen miteinander verbinden: die Form eines Gebäudes, seine Konstruktion, seine Grundrissorganisation, die Gestaltung der Innenräume, die gesellschaftlichen Vorstellungen vom Wohnen und die politischen Konflikte um moderne Architektur.


Historischer Kontext


Der Deutsche Werkbund und die Suche nach einer neuen Wohnkultur

Der 1907 gegründete Deutsche Werkbund wollte Kunst, Handwerk, Industrie und Gestaltung miteinander verbinden. In den Jahrzehnten um 1900 veränderten Industrialisierung, Wachstum der Städte und technische Neuerungen den Alltag grundlegend. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie Architektur auf Wohnungsnot, neue Lebensformen und industrielle Produktionsweisen reagieren sollte.

Die Ausstellung „Die Wohnung“ von 1927 behandelte diese Fragen nicht nur theoretisch. Auf dem Stuttgarter Weißenhof entstand eine reale Mustersiedlung, deren Häuser von Besucherinnen und Besuchern besichtigt werden konnten. Die Stadt Stuttgart finanzierte das Projekt; der Deutsche Werkbund organisierte die Ausstellung. Die Weißenhofsiedlung war damit von Anfang an zugleich Architektur, Ausstellung, Experiment und öffentliches Statement.

Der Lageplan zeigt, dass es sich nicht um eine streng symmetrische Anlage handelt. Die Gebäude reagieren auf das Hanggrundstück und bilden unterschiedliche räumliche Situationen. Der städtebauliche Zusammenhang war für Mies van der Rohe ebenso wichtig wie die einzelnen Häuser.


1927: Bauen als Zukunftsentwurf

Die Siedlung wurde in außergewöhnlich kurzer Zeit errichtet. Das Projekt umfasste 21 Gebäude mit insgesamt 63 Wohnungen. Sie entstanden als Teil einer internationalen Präsentation neuen Wohnens. Zu den beteiligten Architekten gehörten unter anderem Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Walter Gropius, Hans Scharoun, Peter Behrens, Bruno Taut, Max Taut, Mart Stam, J. J. P. Oud, Josef Frank, Hans Poelzig und Ludwig Hilberseimer.

Die Auswahl zeigt, dass die Weißenhofsiedlung nicht einfach mit dem Bauhaus gleichgesetzt werden darf. Zwar waren mehrere Beteiligte eng mit dem Bauhaus oder mit verwandten Reformbewegungen verbunden. Die Siedlung war jedoch ein Projekt des Deutschen Werkbunds und versammelte unterschiedliche Positionen der europäischen Moderne.


Formensprache der Moderne


Was wirkt an den Häusern modern?

Viele Bauten der Weißenhofsiedlung weisen Merkmale auf, die für das Neue Bauen charakteristisch wurden: reduzierte Fassaden, geometrische Baukörper, Flachdächer oder Dachterrassen, große Fensterflächen, horizontale Fensterbänder, flexible Grundrisse und der weitgehende Verzicht auf historischen Fassadenschmuck.

Diese Merkmale sollten nicht bloß einen neuen Stil erzeugen. Hinter ihnen stand die Vorstellung, dass Architektur aus Funktion, Konstruktion, Material und zeitgemäßer Lebensweise entwickelt werden sollte. Ein Fensterband verändert beispielsweise nicht nur die Fassadenansicht, sondern auch die Lichtverteilung im Innenraum. Eine Dachterrasse ersetzt nicht einfach ein geneigtes Dach, sondern gewinnt eine zusätzliche nutzbare Fläche. Ein flexibler Grundriss kann auf wechselnde Wohnbedürfnisse reagieren.

Gerade deshalb solltest Du bei einer Architekturanalyse nicht bei Begriffen wie „weiß“, „kubisch“ oder „modern“ stehen bleiben. Frage immer: Welche räumliche oder gesellschaftliche Idee wird durch die Form ermöglicht?


Mies van der Rohe: Ordnung und Flexibilität

Mies van der Rohe war nicht nur künstlerischer Leiter des Gesamtprojekts, sondern entwarf selbst einen langgestreckten Geschosswohnungsbau. Seine Architektur zeigt ein zentrales Thema der Moderne: die Trennung von tragender Struktur und nichttragender Raumaufteilung. Dadurch konnten Innenräume flexibler organisiert werden.

Für die Wohnungsfrage war diese Flexibilität bedeutend. Ein modernes Gebäude sollte nach dieser Vorstellung nicht ausschließlich eine starre Raumfolge vorgeben, sondern unterschiedliche Nutzungen zulassen. Damit verschiebt sich die Rolle der Architektur: Sie definiert nicht mehr jede Lebenshandlung vollständig, sondern schafft ein räumliches System, das angepasst werden kann.


Le Corbusier und Pierre Jeanneret: Wohnen als räumliches System

Besonders prominent sind die von Le Corbusier und Pierre Jeanneret entworfenen Häuser. Sie veranschaulichen wesentliche Prinzipien, die Le Corbusier als „Fünf Punkte einer neuen Architektur“ formulierte. Dazu gehören Stützen statt massiver tragender Außenwände, ein freierer Grundriss, eine freiere Fassadengestaltung, lange Fensterbänder und die Nutzung des Dachs als Terrasse beziehungsweise Gartenfläche.

Die Architektur wird hier zu einem System, in dem Konstruktion und Raumorganisation miteinander zusammenhängen. Weil Lasten über ein Stützensystem abgetragen werden können, gewinnen Fassaden und Grundrisse größere Freiheit. Das ist ein wichtiger Unterschied zu traditionellen Massivbauten, bei denen tragende Wände die Raumaufteilung stärker festlegen.

Untersuche beim Video besonders, wie die fünf Punkte nicht nur als Schlagwörter, sondern als räumliche Entscheidungen sichtbar werden.


Hans Scharoun: Individualität innerhalb der Moderne

Der Entwurf von Hans Scharoun zeigt, dass die Moderne am Weißenhof keineswegs völlig einheitlich war. Sein Haus wirkt plastischer und stärker aus räumlichen Bewegungen entwickelt als manche streng kubischen Nachbarbauten.

Der Vergleich ist kunsthistorisch wichtig: Moderne Architektur lässt sich nicht auf einen einzigen geometrischen Stil reduzieren. Unterschiedliche Architekten verstanden Funktion, Raum, Material und Wohnen verschieden. Ein Vergleich zwischen Mies van der Rohe, Le Corbusier und Scharoun macht diese Spannweite besonders deutlich.


Peter Behrens: Moderne und architektonische Übergänge

Peter Behrens gehörte einer älteren Architektengeneration an und war bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine wichtige Figur der modernen Architektur und des Industriedesigns. Sein Beitrag zur Weißenhofsiedlung verdeutlicht, dass die Entwicklung der Moderne nicht plötzlich einsetzte, sondern aus früheren Reformbewegungen hervorging.

Damit eignet sich die Weißenhofsiedlung auch zur Untersuchung von Kontinuitäten und Brüchen: Was unterscheidet die Architektur der 1920er Jahre vom Historismus? Welche Ideen stammen bereits aus früheren Reformbewegungen? Und wann wird eine technische Innovation zu einer ästhetischen Haltung?


Wohnen als Designaufgabe


Architektur und Alltag

Die Ausstellung „Die Wohnung“ machte deutlich, dass modernes Bauen nicht an der Fassade endete. Auch Möbel, Küchen, Beleuchtung, Bewegungsflächen und die Organisation des Haushalts wurden neu gedacht. Architektur und Design sollten gemeinsam einen zeitgemäßen Alltag ermöglichen.

Damit wurde Wohnen zu einer Gestaltungsaufgabe. Räume sollten funktional organisiert sein, gut belichtet und belüftet werden und mit möglichst zweckmäßigen Möbeln ausgestattet sein. Hinter dieser scheinbar sachlichen Gestaltung stehen jedoch Wertentscheidungen: Welche Tätigkeiten gelten als wichtig? Wie viel Privatsphäre braucht ein Mensch? Welche Aufgaben werden im Haushalt erwartet? Welche Wohnfläche gilt als ausreichend?

Diese Fragen sind auch heute aktuell. Deshalb lässt sich die Weißenhofsiedlung nicht nur historisch, sondern auch als Ausgangspunkt für eine Diskussion über gegenwärtige Wohnformen, Wohnraummangel, flexible Grundrisse und nachhaltiges Bauen nutzen.


Standardisierung und Individualität

Ein Grundproblem der Moderne lautet: Wie können Wohnungen wirtschaftlich und in größerer Zahl hergestellt werden, ohne dass das Wohnen vollständig vereinheitlicht wird?

Standardisierte Bauteile und industrielle Fertigung versprachen geringere Kosten und schnellere Bauprozesse. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass unterschiedliche Lebensweisen durch starre Standards eingeschränkt werden. In der Weißenhofsiedlung begegnen Dir deshalb zwei scheinbar gegensätzliche Ideen: Standardisierung und Flexibilität.

Für eine differenzierte Analyse solltest Du beide Seiten betrachten. Standardisierung kann effizientes Bauen ermöglichen; Flexibilität kann individuelle Nutzungsspielräume eröffnen. Gute Architektur versucht, diese Anforderungen miteinander zu vermitteln.


Die Weißenhofsiedlung als Gesamtkunstwerk?

Der Begriff Gesamtkunstwerk ist für die Siedlung nur eingeschränkt passend. Zwar wurden Architektur, Innenraum, Möbel, Grafik und Ausstellungsgestaltung aufeinander bezogen. Gleichzeitig gab es aber keinen einzigen gestalterischen Autor und keinen vollständig einheitlichen Stil. Gerade die Vielfalt der Entwürfe macht den Reiz der Siedlung aus.

Du kannst die Weißenhofsiedlung deshalb besser als gebautes Diskussionsfeld der Moderne verstehen. Die einzelnen Häuser geben unterschiedliche Antworten auf gemeinsame Fragen: Wie soll ein moderner Mensch wohnen? Welche Rolle spielt Technik? Wie viel Fläche wird benötigt? Wie flexibel soll ein Grundriss sein? Welche Beziehung besteht zwischen Innenraum und Außenraum?


Kritik, Konflikte und politische Vereinnahmung

Die radikale Formensprache der Siedlung wurde 1927 keineswegs allgemein begeistert aufgenommen. Konservative Kritiker lehnten insbesondere Flachdächer, kubische Baukörper und die internationale Ausrichtung ab. Die Auseinandersetzung um den Weißenhof war deshalb auch ein Streit um kulturelle Identität und gesellschaftlichen Wandel.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die moderne Architektur politisch diffamiert. Gegen die Weißenhofsiedlung richteten sich polemische und rassistische Kampagnen. Der Vorgang zeigt, dass Architekturgeschichte nicht von Politik getrennt betrachtet werden kann. Formen wie das Flachdach wurden ideologisch aufgeladen und als Zeichen einer angeblich „undeutschen“ Kultur bekämpft.

Für die Analyse ist deshalb entscheidend: Architektur hat keine politische Bedeutung allein durch ihre Geometrie. Politische Bedeutung entsteht durch gesellschaftliche Programme, Nutzung, öffentliche Debatten, Bilder und Zuschreibungen.


Zerstörung, Veränderung und Denkmalpflege

Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Weißenhofsiedlung zerstört. Weitere Veränderungen folgten in der Nachkriegszeit. Einige Gebäude gingen verloren, andere wurden umgebaut. Dadurch stellt sich die denkmalpflegerische Frage, welcher Zustand bewahrt oder rekonstruiert werden soll.

Bei moderner Architektur ist diese Frage besonders anspruchsvoll. Neue Materialien und experimentelle Konstruktionen können altern oder technisch problematisch sein. Eine Restaurierung muss deshalb historische Substanz, ursprüngliche Gestaltungsidee, heutige Nutzung und technische Anforderungen gegeneinander abwägen.

Die Siedlung ist heute ein bedeutendes Architekturdenkmal. Das Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret beherbergt seit 2006 das Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier. Seit 2016 gehören die beiden Stuttgarter Häuser von Le Corbusier zur transnationalen UNESCO-Welterbestätte „Das architektonische Werk von Le Corbusier – ein herausragender Beitrag zur Moderne“. Wichtig ist die genaue Formulierung: Nicht die gesamte Weißenhofsiedlung wurde 2016 als eigenständige UNESCO-Welterbestätte eingetragen, sondern die Le-Corbusier-Bauten sind Bestandteile dieser seriellen Welterbestätte.


Die Weißenhofsiedlung analysieren

Für eine kunsthistorische Architekturanalyse kannst Du in mehreren Schritten vorgehen. Beginne mit der Beschreibung, bevor Du interpretierst. Untersuche dann Form, Raum, Konstruktion, Funktion und historischen Kontext.

  1. Baukörper: Analysiere Volumen, Proportionen, Dachform und die Beziehung mehrerer Gebäudeteile.
  2. Fassade: Untersuche Fenster, Öffnungen, Wandflächen, Materialwirkung, Farbe und Gliederung.
  3. Grundriss: Frage nach Erschließung, Raumfolgen, Flexibilität, Funktionszonen und Bewegungswegen.
  4. Konstruktion: Kläre, welche Elemente tragen und wie die Bauweise die Gestaltung ermöglicht.
  5. Wohnen: Untersuche, welches Menschen- und Alltagsbild der Entwurf voraussetzt.
  6. Kontext: Ordne das Gebäude in Werkbund, Neues Bauen, Moderne und gesellschaftliche Debatten der 1920er Jahre ein.
  7. Bewertung: Prüfe, welche Ideen heute noch relevant sind und welche historisch problematisch oder überholt erscheinen.


Vergleich: Traditionelles Wohnhaus und Neues Bauen

Ein traditionelles Wohnhaus des frühen 20. Jahrhunderts konnte durch geneigte Dächer, stärker hierarchisierte Fassaden, geschlossene Wandflächen und festgelegte Raumfolgen geprägt sein. Die Weißenhofsiedlung demonstrierte dagegen, dass Wohnen anders organisiert werden konnte.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch nicht einfach in „alt“ gegen „neu“. Moderne Architektur beanspruchte, gesellschaftlichen Wandel räumlich zu beantworten. Deshalb muss eine überzeugende Analyse nach den Ursachen der neuen Formen fragen. Flachdach, Fensterband und offener Grundriss sind nicht nur ästhetische Zeichen, sondern Teil eines umfassenderen Programms.


Gegenwartsbezug: Wie modern ist die Weißenhofsiedlung heute?

Viele Fragen von 1927 sind im 21. Jahrhundert wieder besonders relevant: Wie lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Wie flexibel müssen Wohnungen sein? Welche Flächen können gemeinschaftlich genutzt werden? Wie lassen sich industrielle Vorfertigung und architektonische Qualität verbinden? Welche Rolle spielen Licht, Luft und Außenräume? Und wie können Gebäude ressourcenschonend geplant werden?

Die Antworten von 1927 können nicht einfach übernommen werden. Heutige Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieverbrauch, Barrierefreiheit, soziale Vielfalt und Klimaanpassung sind andere. Dennoch liefert die Weißenhofsiedlung ein wichtiges Denkmodell: Architektur kann Wohnen als gesellschaftliche Aufgabe verstehen und neue Lösungen im Maßstab realer Gebäude erproben.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde die Weißenhofsiedlung für die Werkbundausstellung „Die Wohnung“ errichtet? (1927) (!1919) (!1933) (!1957)




Wer hatte die künstlerische Leitung der Weißenhofsiedlung? (Ludwig Mies van der Rohe) (!Walter Gropius) (!Peter Behrens) (!Hans Scharoun)




Welche Organisation veranstaltete die Ausstellung „Die Wohnung“? (Deutscher Werkbund) (!Deutscher Künstlerbund) (!Bauhaus Dessau) (!Preußische Akademie der Künste)




Welches Merkmal ist typisch für viele Bauten der Weißenhofsiedlung? (Flachdach) (!Zwiebelhaube) (!Fachwerkgiebel) (!Spitzbogenportal)




Welche Aussage beschreibt die Weißenhofsiedlung am treffendsten? (Experimentierfeld des modernen Wohnens) (!Rekonstruktion einer mittelalterlichen Stadt) (!Reine Industrieanlage) (!Barocke Residenzsiedlung)




Welche Architekten entwarfen die heute als Museum genutzten Le-Corbusier-Bauten gemeinsam? (Le Corbusier und Pierre Jeanneret) (!Mies van der Rohe und Walter Gropius) (!Peter Behrens und Bruno Taut) (!Hans Scharoun und Mart Stam)




Was sollte Standardisierung im modernen Wohnungsbau unter anderem ermöglichen? (Effizientere Herstellung von Bauteilen) (!Rückkehr zur mittelalterlichen Bauhütte) (!Verzicht auf technische Planung) (!Ausschließliche Verwendung von Naturstein)




Warum ist ein flexibler Grundriss für die Moderne bedeutsam? (Er kann unterschiedliche Nutzungen erleichtern) (!Er verhindert jede Veränderung) (!Er schreibt historische Raumfolgen fest) (!Er macht Fenster überflüssig)




Welche Aussage zum UNESCO-Welterbe ist korrekt? (Die Le-Corbusier-Bauten sind Teil einer seriellen Welterbestätte) (!Die gesamte Stadt Stuttgart ist wegen der Siedlung Welterbe) (!Alle Werkbundsiedlungen Europas bilden automatisch ein Welterbe) (!Nur der Bau von Hans Scharoun ist UNESCO-Welterbe)




Welche Methode ist bei einer Architekturanalyse besonders sinnvoll? (Form, Funktion, Konstruktion und Kontext zusammen untersuchen) (!Nur den persönlichen Geschmack beschreiben) (!Ausschließlich die Fassadenfarbe nennen) (!Historische Zusammenhänge vollständig ausblenden)





Memory

Ludwig Mies van der Rohe Künstlerische Leitung
Deutscher Werkbund Ausstellung „Die Wohnung“
Le Corbusier Fünf Punkte einer neuen Architektur
Hans Scharoun Individuell geprägte Raumgestaltung
Flachdach Nutzbare Dachfläche
Standardisierung Serielle Herstellung
Grundrissflexibilität Veränderbare Raumnutzung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Werkbund Organisation der Ausstellung
Mies van der Rohe Künstlerische Gesamtleitung
Fensterband Horizontale Fassadenöffnung
Dachterrasse Nutzbarer Außenraum auf dem Gebäude
Standardisierung Rationalisierung der Herstellung




...


Kreuzworträtsel

Werkbund Welche Organisation veranstaltete 1927 die Ausstellung „Die Wohnung“?
Stuttgart In welcher Stadt liegt die Weißenhofsiedlung?
Scharoun Welcher Architekt entwarf ein besonders plastisch wirkendes Wohnhaus der Siedlung?
Flachdach Welche Dachform wurde zu einem bekannten Zeichen des Neuen Bauens?
Grundriss Wie nennt man die horizontale zeichnerische Darstellung einer Raumorganisation?
Moderne Welcher kunst- und architekturgeschichtlichen Epoche wird die Siedlung zugerechnet?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Weißenhofsiedlung wurde

in Stuttgart errichtet. Sie war das Herzstück der Ausstellung

. Die künstlerische Leitung übernahm Ludwig

. Organisiert wurde die Ausstellung vom Deutschen

. Viele Gebäude zeigen Merkmale des

. Ein häufiges Gestaltungselement ist das

. Le Corbusier verband Konstruktion und Gestaltung in seinen fünf Punkten einer neuen

. Flexible Raumaufteilungen sollten unterschiedliche Formen des

ermöglichen. Die Stuttgarter Bauten von Le Corbusier gehören seit 2016 zu einer seriellen UNESCO-

. Die Weißenhofsiedlung ist deshalb bis heute ein bedeutendes Dokument der europäischen

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Architekturfotografie: Fotografiere ein modernes Gebäude in Deiner Umgebung aus drei Blickwinkeln und beschreibe, wie Baukörper, Fenster und Dachform wirken.
  2. Fassadenanalyse: Wähle ein Gebäude der Weißenhofsiedlung aus und markiere auf einer Abbildung mindestens fünf Gestaltungsmerkmale.
  3. Wohnbedürfnisse: Erstelle eine Mindmap dazu, welche Anforderungen Du heute an eine gute Wohnung stellst, und vergleiche sie mit den Zielen des Neuen Bauens.
  4. Designvergleich: Vergleiche ein Möbelstück der 1920er Jahre mit einem aktuellen Serienmöbel hinsichtlich Form, Material, Funktion und Herstellung.


Standard

  1. Architekturanalyse: Verfasse eine strukturierte Analyse eines Hauses der Weißenhofsiedlung mit Beschreibung, Formanalyse, Funktion, Konstruktion und historischer Einordnung.
  2. Grundrissentwurf: Entwirf eine kleine Wohnung mit möglichst flexibler Nutzung und begründe Deine Raumorganisation.
  3. Architekturvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo zur Frage „Warum war die Weißenhofsiedlung 1927 radikal modern?“.
  4. Stadtspaziergang: Untersuche bei einer Exkursion oder digitalen Kartenrecherche moderne Wohnbauten in Deiner Stadt und dokumentiere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Weißenhof.


Schwer

  1. Quellenkritik: Vergleiche zeitgenössische Kritik an der Weißenhofsiedlung mit einer heutigen musealen Darstellung und untersuche, wie sich die Bewertung der Moderne verändert hat.
  2. Denkmalpflege: Entwickle ein Konzept, wie ein Gebäude der klassischen Moderne energetisch verbessert werden könnte, ohne seine denkmalwerte Gestaltung wesentlich zu beeinträchtigen.
  3. Wohnungsbau: Entwirf ein Konzept für eine „Weißenhofsiedlung des 21. Jahrhunderts“, das Bezahlbarkeit, Klimaschutz, soziale Vielfalt und flexible Grundrisse verbindet.
  4. Kuratorisches Projekt: Plane eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Wie wohnen? 1927–heute“. Wähle Gebäude, Möbel, Bilder und aktuelle Wohnfragen aus und begründe Deine Auswahl.




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Lernkontrolle

  1. Architektur und Gesellschaft: Erkläre anhand von zwei Gebäuden der Weißenhofsiedlung, wie architektonische Formen gesellschaftliche Vorstellungen vom modernen Wohnen ausdrücken können.
  2. Vergleichende Architekturanalyse: Vergleiche einen Entwurf von Mies van der Rohe mit einem Entwurf von Hans Scharoun. Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und erkläre deren Bedeutung.
  3. Standardisierung und Freiheit: Beurteile die Aussage: „Standardisierung widerspricht individuellem Wohnen.“ Nutze die Weißenhofsiedlung als historisches Beispiel und entwickle eine begründete Position.
  4. Denkmal und Nutzung: Entwickle Kriterien dafür, wie historische Gebäude der Moderne zwischen Originalzustand, heutiger Nutzung und Nachhaltigkeitsanforderungen vermittelt werden können.
  5. Transfer: Übertrage zentrale Ideen der Weißenhofsiedlung auf heutige Probleme des Wohnungsbaus. Zeige dabei auch, welche Konzepte von 1927 nicht ohne Weiteres übernommen werden können.
  6. Politische Architekturgeschichte: Analysiere, weshalb moderne Architektur in politischen Konflikten zum Symbol gesellschaftlicher Auseinandersetzungen werden kann.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Namen und Jahreszahlen kennst, sondern Architektur methodisch untersuchen und historisch einordnen kannst. Wichtig sind insbesondere die sichere Verwendung von Fachbegriffen, die Analyse von Baukörper, Fassade, Grundriss und Konstruktion, die Verbindung von Form und Wohnfunktion sowie die Einordnung in Werkbund, Neues Bauen und internationale Moderne.

Du solltest außerdem erläutern können, warum die Weißenhofsiedlung ein experimentelles Wohnbauprojekt war, unterschiedliche Positionen beteiligter Architekten vergleichen, die politischen Konflikte um moderne Architektur reflektieren und die UNESCO-Auszeichnung präzise einordnen. Ein anspruchsvoller Lernnachweis enthält darüber hinaus eine Transferleistung, etwa den Vergleich mit gegenwärtigen Fragen zu bezahlbarem, flexiblem oder nachhaltigem Wohnen.




OERs zum Thema


Weitere frei zugängliche Quellen

  1. Weißenhofsiedlung: Der Wikipedia-Artikel bietet einen Überblick über Entstehung, beteiligte Architekten, Baugeschichte und heutige Bedeutung.
  2. Deutscher Werkbund: Der Zusammenhang mit Werkbund und Ausstellung „Die Wohnung“ erschließt die kulturgeschichtliche Dimension.
  3. Le Corbusier: Die Biografie und das architektonische Werk helfen bei der Einordnung seiner Stuttgarter Häuser.
  4. Ludwig Mies van der Rohe: Seine Rolle als künstlerischer Leiter verbindet Städtebau, Wohnungsbau und moderne Konstruktionsideen.
  5. Neues Bauen: Der Begriff ordnet die Weißenhofsiedlung in breitere Reformbewegungen der 1920er Jahre ein.


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