Verfassungen und Parlamente im Südwesten - Baden-Württemberg

Verfassungen und Parlamente im Südwesten - Baden-Württemberg
Verfassungen und Parlamente im Südwesten - Baden-Württemberg
Einleitung
Die Geschichte von Baden-Württemberg ist eng mit der Entwicklung von Verfassungen, Parlamenten, Liberalismus und Demokratie verbunden. Schon im frühen 19. Jahrhundert entstanden in Baden und Württemberg Verfassungen, die im damaligen Deutschen Bund als vergleichsweise fortschrittlich galten. Sie begrenzten die monarchische Herrschaft, schufen Volksvertretungen und eröffneten zumindest einem Teil der Bevölkerung politische Mitwirkungsmöglichkeiten.
Dabei ist wichtig: Die frühen Parlamente waren noch keine Demokratien im heutigen Sinn. Frauen waren von Wahlen ausgeschlossen, und auch viele Männer konnten wegen Besitz-, Bürgerrechts- oder anderen Voraussetzungen nicht wählen. Trotzdem entstanden Räume für politische Debatten, öffentliche Kritik und liberale Forderungen. Aus diesen Erfahrungen entwickelten sich wichtige Traditionen des südwestdeutschen Parlamentarismus.

Die Karte zeigt die drei Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern, aus denen 1952 Baden-Württemberg entstand. Ihre politische Geschichte reicht aber weit über die Landesgründung hinaus zurück.
In diesem aiMOOC untersuchst Du, wie sich politische Beteiligung im Südwesten schrittweise entwickelte: von ständischen Mitspracherechten über die liberalen Verfassungen von 1818 und 1819, die Revolution von 1848/49, die demokratischen Verfassungen von 1919 und den Neubeginn nach 1945 bis zum heutigen Landtag von Baden-Württemberg.
Was bedeutet politische Beteiligung?
Politische Beteiligung kann sehr unterschiedlich aussehen. Menschen können wählen, sich in Vereinen organisieren, Petitionen verfassen, an Demonstrationen teilnehmen, Zeitungen herausgeben oder für politische Ämter kandidieren. Parlamente ermöglichen eine besondere Form der Beteiligung: Gewählte oder auf andere Weise bestimmte Vertreter beraten öffentlich über Gesetze, Steuern, Haushalte und politische Konflikte.
Im Südwesten gab es bereits vor dem 19. Jahrhundert ständische Vertretungen. Im alten Württemberg wurde beispielsweise der Tübinger Vertrag von 1514 später als Teil einer langen württembergischen Verfassungstradition erinnert. Solche Einrichtungen vertraten jedoch keine gleichberechtigten Bürgerinnen und Bürger, sondern bestimmte Stände und privilegierte Gruppen. Sie waren deshalb Vorläufer parlamentarischer Mitwirkung, aber keine modernen demokratischen Parlamente.
Baden 1818: Eine frühe liberale Verfassung
Am 22. August 1818 unterzeichnete Großherzog Karl die Badische Verfassung. Sie machte das Großherzogtum Baden zu einer konstitutionellen Monarchie. Der Monarch blieb mächtig, war aber nun an eine geschriebene Verfassung gebunden.

Die Verfassung schuf eine Ständeversammlung mit zwei Kammern. Die Erste Kammer war vor allem von privilegierten Gruppen geprägt. Die Zweite Kammer bestand aus Abgeordneten der Städte und Ämter und wurde indirekt gewählt. Das Wahlrecht galt nur für Männer und war an weitere Voraussetzungen gebunden. Im Vergleich zu vielen anderen deutschen Staaten war die Beteiligung dennoch relativ weit entwickelt.
Bedeutsam waren auch garantierte staatsbürgerliche Rechte und die Beteiligung der Kammern an der Gesetzgebung und Steuerbewilligung. Dadurch konnte der Staat nicht mehr ausschließlich durch den Willen des Monarchen handeln.

1822 erhielt die badische Volksvertretung mit dem Ständehaus in Karlsruhe ein eigenes Parlamentsgebäude. Es gilt als eines der frühesten eigens für parlamentarische Arbeit errichteten Gebäude Deutschlands. Die Debatten der Zweiten Kammer wurden zu einem wichtigen Bestandteil der politischen Öffentlichkeit.
Liberale Politiker wie Karl von Rotteck und Karl Theodor Welcker forderten Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit, Bürgerrechte und eine stärkere Begrenzung staatlicher Macht. Die Zweite Kammer entwickelte sich dadurch im Vormärz zu einem bedeutenden Forum des deutschen Liberalismus.

Das Karlsruher Verfassungsdenkmal erinnert daran, dass die Verfassung von 1818 schon im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Symbol badischer politischer Identität wurde.
Württemberg 1819: Verfassung als ausgehandelter Vertrag
Auch im Königreich Württemberg wurde heftig um eine Verfassung gerungen. Nach mehreren Jahren des Konflikts einigten sich König Wilhelm I. und Vertreter der Stände. Am 25. September 1819 wurde die Verfassung des Königreichs Württemberg angenommen.
Anders als die badische Verfassung wurde die württembergische Ordnung nicht nur vom Monarchen vorgegeben. Sie entstand als ausgehandelter Verfassungsvertrag zwischen König und Ständen. Dadurch knüpfte Württemberg an ältere landständische Traditionen an.

Auch der württembergische Landtag bestand aus zwei Kammern. Die Erste Kammer umfasste vor allem Angehörige des Hochadels und vom König berufene Mitglieder. In der Zweiten Kammer saßen gewählte Vertreter, daneben aber zunächst auch Mitglieder aufgrund ihres Amtes oder ihrer gesellschaftlichen Stellung. Von einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht konnte deshalb noch keine Rede sein.
Trotz dieser Grenzen war die Verfassung ein wichtiger Schritt: Staatliche Herrschaft wurde rechtlich gebunden, das Parlament erhielt Mitwirkungsrechte und politische Konflikte konnten innerhalb verfassungsmäßiger Verfahren ausgetragen werden.
Das Video zur württembergischen Verfassung von 1819 eignet sich dazu, Baden und Württemberg miteinander zu vergleichen: Welche Rechte erhielt das Parlament? Welche Macht behielt der Monarch? Und wer durfte überhaupt politisch mitentscheiden?
Liberalismus und Demokratie: ähnlich, aber nicht dasselbe
Der Liberalismus des 19. Jahrhunderts trat für individuelle Freiheitsrechte, Rechtsstaatlichkeit, Verfassungen, Eigentumsschutz, Pressefreiheit und eine Begrenzung staatlicher Willkür ein. Viele Liberale wollten außerdem gewählte Volksvertretungen und öffentliche politische Debatten.
Liberalismus und Demokratie waren jedoch nicht identisch. Zahlreiche frühe Liberale misstrauten einem uneingeschränkten allgemeinen Wahlrecht. Politische Beteiligung sollte ihrer Ansicht nach häufig an Bildung, Besitz oder gesellschaftliche Selbstständigkeit gebunden sein. Demokraten gingen weiter und forderten eine umfassendere Volkssouveränität, größere politische Gleichheit und teilweise die Republik.
Gerade diese Unterschiede wurden im Südwesten immer deutlicher. Liberale und Demokraten konnten gemeinsam gegen Zensur und obrigkeitliche Bevormundung kämpfen, stritten aber über Wahlrecht, soziale Gleichheit und Staatsform.
Offenburg 1847: Forderungen nach Freiheit und Demokratie
Am 12. September 1847 versammelten sich in Offenburg politische Aktivisten und verabschiedeten die sogenannten Forderungen des Volkes. Dazu gehörten unter anderem Forderungen nach Pressefreiheit, Gewissensfreiheit, persönlicher Freiheit, einer gerechten politischen Ordnung und einer stärkeren Vertretung des Volkes.

Der Versammlungsort Salmen in Offenburg wurde damit zu einem wichtigen Erinnerungsort der deutschen Demokratiegeschichte.

Die Offenburger Forderungen zeigen, wie sich politische Beteiligung ausweitete: Politik fand nicht mehr nur in Fürstenhöfen und Parlamenten statt. Bürger organisierten Versammlungen, formulierten Programme und versuchten, öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Die Revolution von 1848/49 im Südwesten
1848 erreichte die europäische Revolutionsbewegung auch Baden und Württemberg. In Baden entwickelte sich eine besonders starke demokratische und republikanische Bewegung. Zu ihren bekannten Vertretern gehörten Friedrich Hecker und Gustav Struve.
Viele Revolutionäre verlangten Grundrechte, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, ein gesamtdeutsches Parlament und eine nationale Verfassung. Im Mai 1848 trat in der Frankfurter Paulskirche die Frankfurter Nationalversammlung zusammen. Sie war das erste gesamtdeutsche Parlament, das auf einer breiten Wahl beruhte, auch wenn Frauen weiterhin ausgeschlossen waren.
1849 verabschiedete die Nationalversammlung die Paulskirchenverfassung. Württemberg erkannte sie unter starkem politischen Druck an. Nachdem die Nationalversammlung in Frankfurt immer mehr Mitglieder verloren hatte, zog ihr verbliebener Rest nach Stuttgart. Dieses sogenannte Rumpfparlament wurde am 18. Juni 1849 von württembergischem Militär auseinandergetrieben.

In Baden radikalisierte sich die Revolution 1849 weiter. Teile des Militärs schlossen sich der Bewegung an, eine provisorische Regierung entstand und am 3. Juni 1849 fanden Wahlen statt, an denen alle volljährigen Männer ab 21 Jahren teilnehmen konnten. Preußische Truppen schlugen den Aufstand schließlich nieder. Mit der Kapitulation der Festung Rastatt im Juli 1849 war die Revolution militärisch besiegt.
Das Scheitern der Revolution bedeutete nicht, dass ihre Ideen verschwanden. Forderungen nach Grundrechten, Parlamentarismus und politischer Gleichheit wirkten langfristig weiter.
Vom begrenzten Wahlrecht zur Massendemokratie
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Parlamente weiterentwickelt. In Baden wurde das Wahlrecht schrittweise reformiert; 1904 wurde die Wahl zur Zweiten Kammer direkt. In Württemberg wurde die Zweite Kammer durch die Reform von 1906 zu einer vollständig gewählten Volkskammer.
Gleichzeitig entstanden moderne Parteien, politische Vereine, Gewerkschaften und eine breitere Presse. Immer mehr Menschen nahmen dadurch an Politik teil. Trotzdem blieb ein grundlegender Ausschluss bestehen: Frauen besaßen bis 1918 kein allgemeines aktives und passives Wahlrecht.
1918/19: Der Übergang zur Republik
Mit der Novemberrevolution von 1918 endeten die Monarchien in Baden und Württemberg. Beide Länder wurden Republiken und erhielten demokratische Verfassungen.
In Baden wurde am 5. Januar 1919 eine verfassunggebende Landesversammlung gewählt. Frauen durften dabei erstmals auf Landesebene wählen und gewählt werden. Die neue badische Landesverfassung wurde am 21. März 1919 verabschiedet.
Auch in Württemberg fand am 12. Januar 1919 die Wahl zu einer verfassunggebenden Landesversammlung nach allgemeinem, gleichem, geheimem und direktem Verhältniswahlrecht statt. Frauen waren nun ebenfalls wahlberechtigt. Die württembergische Verfassung wurde im Mai 1919 verkündet und trat am 25. September 1919 in Kraft. Württemberg bezeichnete sich fortan als freier Volksstaat.
Damit veränderte sich die politische Grundlage entscheidend: Nicht mehr Monarchen und Stände, sondern das Volk sollte die staatliche Herrschaft legitimieren. Parlamente wurden zu demokratisch gewählten Gesetzgebungsorganen, und Regierungen waren politisch von parlamentarischen Mehrheiten abhängig.
1933: Zerstörung der parlamentarischen Demokratie
Die demokratische Entwicklung wurde 1933 durch die nationalsozialistische Diktatur gewaltsam beendet. Die Länderparlamente wurden gleichgeschaltet, politische Gegner verfolgt, Parteien ausgeschaltet und die verfassungsmäßige Gewaltenteilung beseitigt.
Damit zeigt die Geschichte des Südwestens auch einen grundlegenden Punkt: Verfassungen und Parlamente schützen Demokratie nicht automatisch. Sie brauchen politische Kräfte, Institutionen und Bürgerinnen und Bürger, die rechtsstaatliche Regeln verteidigen.
Neubeginn nach 1945
Nach der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands wurde der Südwesten von den Besatzungsmächten neu gegliedert. Es entstanden drei Länder: das amerikanisch besetzte Württemberg-Baden sowie die französisch besetzten Länder Baden und Württemberg-Hohenzollern.
Alle drei Länder erhielten 1946 beziehungsweise 1947 neue demokratische Verfassungen und Parlamente. Damit begann der politische Wiederaufbau nach der Diktatur.

Die Nachkriegsverfassungen sollten aus dem Scheitern der Weimarer Demokratie und den Erfahrungen der nationalsozialistischen Herrschaft lernen. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, parlamentarische Kontrolle und der Schutz politischer Freiheit erhielten deshalb besonderes Gewicht.
1952/53: Entstehung Baden-Württembergs
Nach intensiven politischen Auseinandersetzungen fand am 9. Dezember 1951 eine Volksabstimmung über die Neuordnung des Südwestens statt. Die Abstimmung führte zum Zusammenschluss der drei Länder. Am 25. April 1952 entstand das neue Land Baden-Württemberg.
Eine gewählte Verfassunggebende Landesversammlung arbeitete anschließend die neue Landesverfassung aus. Die Verfassung des Landes Baden-Württemberg wurde am 11. November 1953 ausgefertigt und am 19. November 1953 verkündet.
Die Landesgründung verbindet damit repräsentative und direkte Demokratie: Eine gewählte Versammlung entwickelte die Verfassung, während die staatliche Neuordnung zuvor durch eine Volksabstimmung entschieden worden war.
Der Landtag heute
Der Landtag von Baden-Württemberg ist die gewählte Volksvertretung des Landes. Zu seinen zentralen Aufgaben gehören die Landesgesetzgebung, die Entscheidung über den Landeshaushalt, die Wahl des Ministerpräsidenten oder der Ministerpräsidentin und die Kontrolle der Landesregierung.

Die Landesverfassung formuliert den demokratischen Grundsatz, dass die Staatsgewalt vom Volk ausgeht. Sie wird durch Wahlen und Abstimmungen sowie durch die staatlichen Organe ausgeübt. Neben der parlamentarischen Demokratie kennt Baden-Württemberg deshalb auch Instrumente direkter Beteiligung wie Volksbegehren und Volksabstimmungen.
Der offizielle Landtagsfilm erklärt, wie das Landesparlament arbeitet, wie Gesetze entstehen und wie Abgeordnete die Regierung kontrollieren.
Kontinuität und Wandel
Die Geschichte der Verfassungen und Parlamente im Südwesten verläuft nicht geradlinig. Es gab Fortschritte, Rückschritte und Brüche. Die Verfassungen von 1818 und 1819 waren für ihre Zeit fortschrittlich, aber noch nicht demokratisch im heutigen Sinn. Die Revolution von 1848/49 scheiterte militärisch, verbreitete jedoch Ideen, die später wieder aufgegriffen wurden. 1919 entstand eine parlamentarische Massendemokratie, die 1933 zerstört wurde. Nach 1945 mussten demokratische Institutionen neu aufgebaut werden.
Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf die langfristige Entwicklung. Politische Beteiligung entstand nicht auf einmal. Sie wurde ausgehandelt, erkämpft, erweitert, eingeschränkt und neu begründet. Verfassungen geben dabei Regeln vor, Parlamente schaffen Räume für öffentliche Auseinandersetzung, und Bürgerinnen und Bürger entscheiden mit darüber, wie lebendig Demokratie tatsächlich ist.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnete die Badische Verfassung von 1818? (Sie begrenzte die Monarchie durch eine geschriebene Verfassung und ein Zweikammerparlament) (!Sie führte sofort das allgemeine Frauenwahlrecht ein) (!Sie schaffte den Großherzog vollständig ab) (!Sie machte Baden zu einem Teil Preußens)
Wie entstand die württembergische Verfassung von 1819? (Sie wurde zwischen König und Ständevertretern ausgehandelt) (!Sie wurde von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossen) (!Sie entstand durch eine Volksabstimmung aller Erwachsenen) (!Sie wurde von der französischen Besatzungsmacht eingeführt)
Warum war die Zweite Kammer in Baden politisch besonders wichtig? (Sie wurde zu einem wichtigen Forum liberaler Debatten) (!Sie bestand ausschließlich aus Mitgliedern des Hochadels) (!Sie durfte keine politischen Fragen beraten) (!Sie war ein Gericht und kein Parlament)
Welche Forderung gehört zum Liberalismus des 19. Jahrhunderts? (Rechtsstaatliche Begrenzung staatlicher Macht) (!Unbeschränkte Herrschaft des Monarchen) (!Abschaffung aller Verfassungen) (!Verbot öffentlicher Debatten)
Welche Bedeutung hatte Offenburg 1847? (Dort wurden weitreichende politische Freiheits- und Beteiligungsforderungen formuliert) (!Dort wurde Baden-Württemberg gegründet) (!Dort trat der erste Landtag Baden-Württembergs zusammen) (!Dort wurde die Monarchie 1818 wieder eingeführt)
Was geschah mit dem Rumpfparlament 1849 in Stuttgart? (Es wurde von württembergischem Militär auseinandergetrieben) (!Es verabschiedete die Landesverfassung von 1953) (!Es wählte den ersten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs) (!Es führte die Monarchie in Baden wieder ein)
Welche wichtige Erweiterung politischer Beteiligung erfolgte 1919? (Frauen konnten nun an den Landeswahlen teilnehmen und gewählt werden) (!Nur Adelige erhielten ein Wahlrecht) (!Das Wahlrecht wurde vollständig abgeschafft) (!Parlamente wurden durch Fürstenräte ersetzt)
Was geschah 1933 mit der parlamentarischen Demokratie im Südwesten? (Sie wurde durch die nationalsozialistische Gleichschaltung zerstört) (!Sie wurde durch ein allgemeines europäisches Parlament ersetzt) (!Sie erhielt erstmals ein Zweikammerparlament) (!Sie wurde durch die Verfassung von 1818 wiederhergestellt)
Was entstand am 25. April 1952? (Das Land Baden-Württemberg) (!Der Deutsche Bund) (!Das Großherzogtum Baden) (!Der freie Volksstaat Württemberg)
Welche Aufgabe hat der Landtag von Baden-Württemberg heute? (Er beschließt Landesgesetze und kontrolliert die Landesregierung) (!Er ernennt alle Bürgermeister des Landes) (!Er entscheidet allein über Bundesgesetze) (!Er ersetzt die Gerichte des Landes)
Memory
| Badische Verfassung 1818 | Zweikammerparlament und frühe Grundrechte |
| Württembergische Verfassung 1819 | ausgehandelter Verfassungsvertrag |
| Ständehaus Karlsruhe | früher parlamentarischer Versammlungsort |
| Offenburg 1847 | Forderungen des Volkes |
| Rumpfparlament Stuttgart | letzter Rest der Nationalversammlung 1849 |
| Novemberrevolution | Übergang von Monarchie zu Republik |
| Südweststaat | Zusammenschluss dreier Länder 1952 |
| Landtag Baden-Württemberg | Gesetzgebung Haushalt und Kontrolle |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Konstitutionelle Monarchie | Monarchische Herrschaft wird durch eine Verfassung begrenzt |
| Liberalismus | Freiheitsrechte und rechtsstaatliche Begrenzung staatlicher Macht |
| Demokratie | Politische Herrschaft beruht auf der Volkssouveränität |
| Parlament | Repräsentative Beratung und Gesetzgebung |
| Volksabstimmung | Direkte politische Entscheidung durch Stimmberechtigte |
...
Kreuzworträtsel
| Nebenius | Welcher Nachname gehört zum maßgeblichen Verfasser der Badischen Verfassung von 1818? |
| Offenburg | In welcher Stadt wurden 1847 die Forderungen des Volkes beschlossen? |
| Liberalismus | Welche politische Strömung verlangte im 19. Jahrhundert unter anderem Freiheitsrechte und Verfassungen? |
| Ständehaus | Wie hieß das historische Parlamentsgebäude in Karlsruhe? |
| Volksstaat | Wie bezeichnete sich Württemberg nach dem Übergang zur Republik? |
| Landtag | Wie heißt das Landesparlament Baden-Württembergs? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitstrahl: Gestalte einen Zeitstrahl von 1818 bis 1953 und markiere mindestens acht wichtige Schritte der Verfassungs- und Parlamentsgeschichte.
- Bildanalyse: Untersuche ein Bild des Karlsruher Ständehauses oder des württembergischen Halbmondsaals. Beschreibe, was die Architektur über die Bedeutung parlamentarischer Politik aussagen könnte.
- Liberalismus: Erstelle ein Begriffsnetz mit den Begriffen Freiheit, Rechtsstaat, Verfassung, Parlament, Pressefreiheit und Wahlrecht.
- Verfassungsvergleich: Vergleiche Baden 1818 und Württemberg 1819 in einer selbst gestalteten Tabelle mit den Kategorien Entstehung, Parlament, Wahlrecht und Stellung des Monarchen.
Standard
- Offenburger Programm: Analysiere ausgewählte Forderungen von 1847 und ordne sie heutigen Grundrechten oder demokratischen Prinzipien zu.
- Parlamentsrede: Schreibe und halte eine kurze Rede aus der Sicht einer liberalen oder demokratischen Abgeordnetenfigur des Jahres 1848.
- Podcast: Produziere einen fünfminütigen Podcast mit der Leitfrage: Warum war der deutsche Südwesten im 19. Jahrhundert ein wichtiger Raum politischer Beteiligung?
- Demokratiegeschichte: Führe ein Interview mit einer Person aus Deiner Umgebung darüber, welche Bedeutung Landtage und Landesverfassungen heute haben, und vergleiche die Antworten mit der Situation von 1818 oder 1819.
Schwer
- Kontinuität und Wandel: Verfasse einen argumentativen Text zur Frage, ob zwischen den Verfassungen von 1818/1819 und der Landesverfassung von 1953 eine demokratische Traditionslinie besteht oder ob die Brüche überwiegen.
- Frauenwahlrecht: Recherchiere die politische Beteiligung von Frauen 1848/49 und 1918/19 und erkläre, warum zwischen gesellschaftlichem Engagement und rechtlicher Gleichberechtigung unterschieden werden muss.
- Exkursion: Plane eine historische Exkursion zu einem Erinnerungsort wie dem Salmen in Offenburg, dem Ständehaus in Karlsruhe, Bebenhausen oder dem Landtag in Stuttgart. Entwickle dazu mindestens sechs Forschungsfragen.
- Verfassungswerkstatt: Entwirf für eine fiktive Schulgemeinschaft eine kurze Verfassung mit Grundrechten, Wahlregeln, einem Parlament und Kontrollmechanismen. Begründe anschließend, welche historischen Erfahrungen aus dem Südwesten Du berücksichtigt hast.


Lernkontrolle
- Liberalismus und Demokratie: Erkläre anhand der Verfassungen von 1818 und 1819, warum eine liberale Verfassung noch keine vollständige Demokratie sein muss.
- Politische Öffentlichkeit: Zeige, wie Parlamente, Zeitungen und Volksversammlungen im Vormärz zusammenwirkten und dadurch politische Beteiligung erweiterten.
- Revolution 1848/49: Beurteile die Aussage: „Die Revolution scheiterte 1849, aber ihre politischen Ideen waren langfristig erfolgreich.“ Belege Dein Urteil mit mindestens drei Beispielen.
- Wahlrecht: Vergleiche die politische Teilhabe eines männlichen Bürgers 1819 mit der einer Bürgerin 1919. Erkläre, was sich verändert hatte und welche Ursachen dafür wichtig waren.
- Demokratie und Diktatur: Untersuche, warum die Existenz einer Verfassung und eines Parlaments allein nicht genügt, um Demokratie dauerhaft zu sichern. Beziehe 1933 in Deine Argumentation ein.
- Föderalismus: Erkläre, warum die Gründung Baden-Württembergs 1952 sowohl eine Frage regionaler Identität als auch demokratischer Entscheidungsverfahren war.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Daten kennst, sondern historische Entwicklungen erklären und beurteilen kannst.
- Verfassung: Du kannst erklären, wie eine Verfassung staatliche Macht ordnet und begrenzt.
- Parlamentarismus: Du kannst die Entwicklung von ständischen Vertretungen zu demokratisch gewählten Parlamenten beschreiben.
- Liberalismus: Du kannst liberale Forderungen des 19. Jahrhunderts erklären und von weitergehenden demokratischen Forderungen unterscheiden.
- Revolution 1848/49: Du kannst die besondere Bedeutung Badens und Württembergs für die Revolution erläutern.
- Wahlrecht: Du kannst zeigen, wie sich politische Beteiligung vom begrenzten Männerwahlrecht zum allgemeinen Wahlrecht entwickelte.
- Baden-Württemberg: Du kannst die demokratische Neuordnung nach 1945 sowie die Landesgründung 1952 und die Landesverfassung von 1953 einordnen.
- Historisches Urteil: Du kannst Kontinuitäten und Brüche zwischen den verschiedenen Verfassungsordnungen begründet bewerten.
Quellen und Vertiefung
- Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Geschichte der Demokratie
- Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Revolution 1848/49 im Südwesten
- LEO-BW: Baden zu Beginn der Weimarer Republik
- LEO-BW: Württemberg zu Beginn der Weimarer Republik
- Landtag von Baden-Württemberg: Funktionen des Landtags
- Landesrecht Baden-Württemberg: Verfassung des Landes Baden-Württemberg
- Wikimedia Commons: Medien zur Badischen Ständeversammlung
- Wikimedia Commons: Medien zum Landtag Baden-Württemberg
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