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Jugendgemeinderäte - Baden-Württemberg

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Jugendgemeinderäte - Baden-Württemberg




Jugendgemeinderäte - Baden-Württemberg


Einleitung

Was hat ein neuer Skatepark mit Politik zu tun? Warum entscheidet die Stadt darüber, wo ein Jugendtreff entsteht? Und wie kannst Du als Jugendliche oder Jugendlicher mitreden, wenn Busverbindungen, Sportflächen, Schulwege oder Freizeitangebote geplant werden?

Genau hier beginnt Kommunalpolitik. Sie betrifft viele Dinge, die Du jeden Tag direkt erlebst. In Baden-Württemberg gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie junge Menschen ihre Gemeinde oder Stadt mitgestalten können. Eine besonders bekannte Form ist der Jugendgemeinderat. Er ist eine gewählte Vertretung junger Menschen auf kommunaler Ebene.

Die Karte zeigt: Baden-Württemberg besteht aus sehr vielen Städten und Gemeinden. Jugendbeteiligung findet deshalb nicht irgendwo weit entfernt statt, sondern direkt vor Ort.

Das Video der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg führt in die Kinder- und Jugendbeteiligung ein.

In diesem aiMOOC lernst Du, was Jugendgemeinderäte sind, welche Rechte sie haben, wie Jugendliche gewählt werden können und wie aus einer Idee ein kommunalpolitisches Projekt werden kann. Dabei geht es nicht nur um Fakten. Du sollst nachvollziehen, wie Beteiligung praktisch funktioniert und wie Du selbst in Deiner Kommune aktiv werden kannst.


Was ist ein Jugendgemeinderat?

Ein Jugendgemeinderat ist eine politische Vertretung von Jugendlichen in einer Stadt oder Gemeinde. Meist wird er von Jugendlichen gewählt. Seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und vertreten die Interessen junger Menschen gegenüber Gemeinderat, Bürgermeisteramt und Verwaltung.

Jugendgemeinderäte sind überparteilich. Das bedeutet: Sie sind nicht die Jugendorganisation einer bestimmten Partei. Jugendliche können dort gemeinsam an konkreten Themen ihrer Stadt arbeiten, auch wenn sie unterschiedliche politische Meinungen haben.

Typische Themen sind zum Beispiel bessere Busverbindungen, sichere Radwege, Treffpunkte für Jugendliche, Sportanlagen, Veranstaltungen, Umweltschutz, Digitalisierung oder die Gestaltung öffentlicher Plätze.

Das Bild zeigt ein Kinder- und Jugendparlament. Solche Gremien können unterschiedlich heißen, verfolgen aber ein ähnliches Ziel: Junge Menschen sollen ihre Interessen selbst vertreten können.


Warum ist Jugendbeteiligung wichtig?

Demokratie bedeutet mehr als wählen zu gehen. Sie lebt davon, dass Menschen ihre Interessen äußern, miteinander diskutieren, Kompromisse suchen und Entscheidungen nachvollziehen können.

Jugendliche sind von vielen kommunalen Entscheidungen unmittelbar betroffen. Wenn beispielsweise ein Schulweg umgebaut, ein Jugendhaus geschlossen, ein öffentlicher Platz neu gestaltet oder ein Nahverkehrsangebot verändert wird, betrifft das ihren Alltag.

Jugendbeteiligung kann deshalb mehrere Funktionen erfüllen:

  1. Interessenvertretung: Jugendliche bringen ihre eigenen Erfahrungen und Bedürfnisse in politische Entscheidungen ein.
  2. Demokratiebildung: Jugendliche lernen, wie politische Entscheidungen tatsächlich zustande kommen.
  3. Selbstwirksamkeit: Wer erlebt, dass aus einer eigenen Idee ein Projekt wird, erfährt, dass Engagement etwas verändern kann.
  4. Verantwortung: Beteiligung bedeutet auch, Argumente abzuwägen, mit anderen zusammenzuarbeiten und begrenzte Mittel sinnvoll einzusetzen.

Das Video zeigt, was aus einem Jugendgemeinderat entstehen kann. Beobachte beim Ansehen besonders, welche Schritte zwischen einer Idee und ihrer Umsetzung liegen.


Die rechtliche Grundlage in Baden-Württemberg

Für Baden-Württemberg ist vor allem § 41a der Gemeindeordnung wichtig. Dort ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geregelt.

Vereinfacht gesagt gilt: Eine Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben angemessen beteiligen, wenn ihre Interessen berührt werden. Die Kommune muss dafür geeignete Beteiligungsformen entwickeln.

Ein Jugendgemeinderat ist eine mögliche Form. Andere Möglichkeiten sind beispielsweise Jugendforen, Jugendhearings, Projektgruppen oder offene Beteiligungsveranstaltungen.

Für Jugendvertretungen sieht die Gemeindeordnung außerdem wichtige Beteiligungsmöglichkeiten vor. In Angelegenheiten, die Jugendliche betreffen, sollen insbesondere Rederecht, Anhörungsrecht und Antragsrecht geregelt werden. Außerdem sollen der Jugendvertretung angemessene finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Wichtig ist: Ein Jugendgemeinderat ist nicht dasselbe wie der Gemeinderat. Der Gemeinderat ist das zentrale politische Vertretungsorgan der Gemeinde und trifft verbindliche kommunale Entscheidungen. Ein Jugendgemeinderat bringt dagegen die Perspektive Jugendlicher ein und kann politische Prozesse beeinflussen, entscheidet aber nicht automatisch selbst über alle kommunalen Angelegenheiten.


Baden-Württemberg als wichtiges Land der Jugendgemeinderäte

Baden-Württemberg spielt bei Jugendgemeinderäten eine besondere Rolle. Der erste deutsche Jugendgemeinderat wurde 1985 in Weingarten in Württemberg gegründet. Seitdem haben zahlreiche Städte und Gemeinden eigene Jugendgemeinderäte oder andere Jugendvertretungen eingerichtet.

Das Rathaus von Weingarten erinnert daran, dass kommunale Beteiligung immer an konkrete Orte gebunden ist. Im Rathaus treffen politische Ideen auf Verwaltung, Haushaltsfragen und Beschlüsse.

Nach Angaben der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg gab es bei ihrer jüngsten veröffentlichten Erhebung über 100 klassische, gewählte Jugendgemeinderäte im Land. Zusätzlich bestehen weitere Jugendgremien, die ohne Wahl gebildet werden. Die genaue Ausgestaltung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich.

Das heißt: Es gibt nicht den einen Jugendgemeinderat. Alter der Wahlberechtigten, Zahl der Sitze, Wahlverfahren, Amtszeit, Budget und konkrete Rechte können sich unterscheiden. Deshalb lohnt sich immer der Blick in die Satzung oder Geschäftsordnung der eigenen Kommune.

Gerlingen gehört zu den Kommunen mit langer Jugendgemeinderats-Erfahrung. Das Video macht sichtbar, dass Jugendvertretungen über viele Jahre Teil einer kommunalen Beteiligungskultur werden können.


Wie kommt man in einen Jugendgemeinderat?

In vielen Kommunen werden die Mitglieder von Jugendlichen gewählt. Wer wählen darf und wer kandidieren darf, wird örtlich geregelt. Häufig spielt das Alter eine Rolle; teilweise ist auch entscheidend, ob Du in der Kommune wohnst oder dort eine Schule besuchst.

Ein möglicher Ablauf sieht so aus:

  1. Kandidatur: Jugendliche erklären, dass sie für den Jugendgemeinderat kandidieren möchten.
  2. Wahlkampf: Sie stellen ihre Ideen vor, etwa in Schulen, sozialen Medien oder bei Veranstaltungen.
  3. Wahl: Wahlberechtigte Jugendliche geben ihre Stimmen ab.
  4. Konstituierende Sitzung: Der neu gewählte Jugendgemeinderat nimmt seine Arbeit auf.
  5. Arbeitsphase: Mitglieder beraten Themen, bilden Arbeitsgruppen, sprechen mit Verwaltung und Gemeinderat und setzen Projekte um.

Nicht jede Kommune organisiert die Wahl gleich. Manche nutzen Urnen in Schulen oder im Rathaus, andere Online-Wahlen oder Mischformen.


Wie arbeitet ein Jugendgemeinderat praktisch?

Stell Dir vor, Jugendliche wünschen sich einen neuen überdachten Treffpunkt. Eine Idee allein reicht meistens noch nicht aus. Damit daraus ein kommunales Projekt werden kann, sind mehrere Schritte nötig.

1. Problem erkennen: Wo fehlt ein Treffpunkt? Wer ist davon betroffen?

2. Informationen sammeln: Wem gehört die Fläche? Gibt es bereits Pläne? Wie hoch könnten Kosten sein? Gibt es Beschwerden oder Sicherheitsfragen?

3. Jugendliche befragen: Ein Jugendgemeinderat sollte nicht nur die eigenen Wünsche vertreten. Eine Umfrage, ein Jugendforum oder Gespräche an Schulen können zeigen, was viele Jugendliche denken.

4. Vorschlag entwickeln: Aus einer allgemeinen Forderung wird ein konkreter Antrag oder Projektvorschlag.

5. Mit Verwaltung und Politik sprechen: Fachämter prüfen zum Beispiel Baurecht, Kosten, Sicherheit oder Zuständigkeiten. Der Gemeinderat entscheidet gegebenenfalls über Haushaltsmittel.

6. Öffentlichkeit herstellen: Ein Projekt braucht häufig Unterstützung. Präsentationen, Pressearbeit oder soziale Medien können helfen, das Anliegen sichtbar zu machen.

7. Ergebnis prüfen: Wurde der Vorschlag umgesetzt? Wenn nicht: Was waren die Gründe? Welche Alternative ist möglich?

Dieser Ablauf zeigt: Politische Beteiligung besteht aus Ideen, Recherche, Diskussion, Kompromiss und Ausdauer.


Beispiel: Vom Wunsch zum Antrag

Eine Gruppe Jugendlicher sagt: „Wir brauchen mehr Sitzmöglichkeiten im Park.“

Ein Jugendgemeinderat könnte daraus eine politisch bearbeitbare Frage machen: An welchen Stellen fehlen Sitzmöglichkeiten, wer nutzt den Park, was kostet eine Bank, welche Flächen gehören der Stadt und welche Anforderungen gelten für Pflege oder Barrierefreiheit?

Danach kann ein konkreter Vorschlag entstehen. Vielleicht lautet er: „Der Jugendgemeinderat beantragt, an drei gemeinsam mit Jugendlichen ausgewählten Stellen wetterfeste Sitzmöglichkeiten zu prüfen und die Kosten dafür zu ermitteln.“

So wird aus einem Wunsch ein nachvollziehbarer politischer Arbeitsauftrag.


Welche Rechte bedeuten was?

Rederecht bedeutet, dass Mitglieder einer Jugendvertretung in bestimmten Sitzungen zu Jugendangelegenheiten sprechen können.

Anhörungsrecht bedeutet, dass die Sicht der Jugendvertretung angehört werden soll, bevor oder während ein politisches Thema beraten wird.

Antragsrecht bedeutet, dass die Jugendvertretung eigene Anliegen formell in den politischen Prozess einbringen kann.

Diese Rechte sind wichtig, weil Beteiligung mehr sein soll als eine unverbindliche Meinungsabfrage. Gleichzeitig bedeutet ein Antragsrecht nicht automatisch, dass ein Antrag angenommen wird. In einer Demokratie müssen unterschiedliche Interessen, rechtliche Vorgaben und finanzielle Möglichkeiten miteinander abgewogen werden.

Ein Ratssaal ist ein Ort, an dem kommunalpolitische Entscheidungen beraten werden. Jugendvertretungen können dort bei jugendrelevanten Fragen ihre Perspektive einbringen.


Jugendgemeinderat und Gemeinderat im Vergleich

Der Gemeinderat wird bei Kommunalwahlen gewählt und entscheidet über zentrale Angelegenheiten der Gemeinde. Dazu gehören beispielsweise der Haushalt, größere Bauprojekte oder kommunale Satzungen.

Der Jugendgemeinderat vertritt dagegen speziell die Interessen junger Menschen. Er kann Themen anstoßen, Anträge formulieren, Jugendliche beteiligen und seine Position gegenüber Politik und Verwaltung vertreten.

Beide Gremien können zusammenarbeiten. Ein guter Jugendgemeinderat braucht deshalb nicht nur kreative Ideen, sondern auch Wissen darüber, wie Gemeinderat und Stadtverwaltung funktionieren.


Chancen und Herausforderungen

Jugendgemeinderäte können Jugendliche früh an demokratische Prozesse heranführen. Sie schaffen Kontakte zwischen jungen Menschen, Verwaltung und gewählten Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern.

Es gibt aber auch Herausforderungen. Nicht alle Jugendlichen haben gleich viel Zeit, Interesse oder Zugang zu politischen Angeboten. Manche kennen das Gremium nicht. Andere haben vielleicht das Gefühl, dass politische Sprache zu kompliziert ist oder ihre Meinung ohnehin nichts verändert.

Deshalb ist entscheidend, dass Jugendbeteiligung sichtbar, zugänglich und ernst gemeint ist. Ein Jugendgemeinderat sollte unterschiedliche Schulen, Stadtteile, Lebenslagen und Interessen berücksichtigen. Gute Beteiligung fragt nicht nur die ohnehin politisch Aktiven.

Achte beim Video darauf, welche Bedingungen dafür genannt werden, dass ein Jugendgemeinderat langfristig erfolgreich arbeiten kann.


Dein Blick auf Deine Kommune

Ob Deine Stadt oder Gemeinde einen Jugendgemeinderat hat, kannst Du auf der kommunalen Website, beim Rathaus, bei der Jugendvertretung oder bei der örtlichen Jugendarbeit herausfinden.

Wenn es keinen Jugendgemeinderat gibt, bedeutet das nicht automatisch, dass es keine Jugendbeteiligung gibt. Möglich sind auch Jugendforen, projektbezogene Gruppen, Jugenddelegationen oder andere Formen.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht nur: „Gibt es einen Jugendgemeinderat?“ Sondern auch: „Wie können Jugendliche hier tatsächlich Einfluss nehmen?“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein Jugendgemeinderat? (Eine kommunale Vertretung von Jugendlichen) (!Eine Jugendorganisation einer Partei) (!Eine Schulkonferenz) (!Ein Ausschuss des Bundestags)




Welche Aussage beschreibt die Rechtslage in Baden-Württemberg vereinfacht richtig? (Jugendliche müssen bei sie betreffenden kommunalen Vorhaben angemessen beteiligt werden) (!Jugendliche dürfen erst ab 18 Jahren beteiligt werden) (!Nur Schülerinnen und Schüler dürfen kommunal mitreden) (!Jugendbeteiligung ist Gemeinden grundsätzlich verboten)




Welches Recht ermöglicht einer Jugendvertretung, eigene Anliegen formell einzubringen? (Antragsrecht) (!Hausrecht) (!Vetorecht) (!Begnadigungsrecht)




Was ist ein typisches Thema kommunaler Jugendbeteiligung? (Gestaltung eines Jugendtreffs) (!Außenpolitik der Europäischen Union) (!Leitzins der Europäischen Zentralbank) (!Verteidigungspolitik des Bundes)




Was bedeutet ehrenamtliche Tätigkeit im Jugendgemeinderat? (Die Tätigkeit wird freiwillig für die Gemeinschaft übernommen) (!Die Mitglieder sind Berufspolitiker) (!Die Mitglieder arbeiten für eine Partei) (!Die Mitglieder sind Angestellte des Bundestags)




Was sollte vor einem Antrag für einen neuen Treffpunkt geschehen? (Bedarf und Rahmenbedingungen prüfen) (!Sofort mit dem Bau beginnen) (!Nur eine Person entscheiden lassen) (!Die Stadtverwaltung vollständig umgehen)




Was unterscheidet einen Jugendgemeinderat vom Gemeinderat? (Er vertritt besonders die Interessen junger Menschen) (!Er beschließt Bundesgesetze) (!Er wird vom Landtag eingesetzt) (!Er ist eine Abteilung der Schule)




Wo wurde 1985 der erste deutsche Jugendgemeinderat gegründet? (Weingarten in Württemberg) (!Berlin) (!Hamburg) (!München)




Warum ist eine Umfrage unter Jugendlichen für einen Jugendgemeinderat sinnvoll? (Sie hilft unterschiedliche Interessen sichtbar zu machen) (!Sie ersetzt jede politische Entscheidung) (!Sie macht Diskussionen überflüssig) (!Sie bestimmt automatisch den Stadthaushalt)




Was gehört zu guter Jugendbeteiligung? (Jugendliche werden ernsthaft in Entscheidungen einbezogen) (!Nur Erwachsene dürfen Vorschläge machen) (!Ergebnisse werden grundsätzlich geheim gehalten) (!Alle Vorschläge müssen automatisch umgesetzt werden)





Memory

Jugendgemeinderat Vertretung junger Menschen in einer Kommune
Antragsrecht Eigenes Anliegen formell einbringen
Anhörungsrecht Sichtweise vor einer Entscheidung einbringen
Ehrenamt Freiwilliges Engagement für die Gemeinschaft
Gemeinderat Gewählte politische Vertretung der Gemeinde
Jugendforum Offene Form kommunaler Jugendbeteiligung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Problem erkennen Ausgangspunkt eines Beteiligungsprojekts
Informationen sammeln Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen klären
Jugendliche befragen Unterschiedliche Interessen erfassen
Vorschlag formulieren Aus einer Idee einen konkreten politischen Auftrag machen
Politisch beraten Vorschlag mit Verwaltung und Gemeinderat besprechen






Kreuzworträtsel

Kommune Wie nennt man eine Stadt oder Gemeinde als politische Ebene?
Antrag Wie heißt ein formeller Vorschlag an ein politisches Gremium?
Ehrenamt Wie heißt freiwilliges Engagement für die Gemeinschaft?
Rathaus Wo arbeiten Bürgermeisteramt und Teile der Gemeindeverwaltung?
Beteiligung Wie nennt man das Mitwirken an politischen Entscheidungen?
Gemeinderat Wie heißt die gewählte Vertretung einer Gemeinde?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein Jugendgemeinderat vertritt die Interessen von

auf kommunaler Ebene.
In Baden-Württemberg ist die Beteiligung junger Menschen besonders in Paragraf

der Gemeindeordnung geregelt.
Mit dem

kann eine Jugendvertretung eigene Anliegen formell einbringen.
Die Mitglieder eines Jugendgemeinderats arbeiten in der Regel

.
Bevor ein politischer Vorschlag formuliert wird, sollten Informationen und unterschiedliche

gesammelt werden.
Der erste deutsche Jugendgemeinderat entstand 1985 in

.
Neben Jugendgemeinderäten gibt es auch offene Formen wie ein

.
Ein Jugendgemeinderat arbeitet häufig mit Verwaltung und

zusammen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Jugendthemen vor Ort: Fotografiere oder beschreibe drei Orte in Deiner Kommune, an denen Jugendliche etwas verändern möchten. Begründe jeweils kurz, warum.
  2. Rathaus-Recherche: Finde heraus, ob Deine Kommune einen Jugendgemeinderat, Jugendrat, Jugendbeirat oder eine andere Jugendvertretung hat.
  3. Ideensammlung: Sammle fünf Themen, die Jugendliche in Deiner Stadt oder Gemeinde direkt betreffen.
  4. Politik im Alltag: Erstelle eine kleine Mindmap mit Entscheidungen der Kommune, die Deinen Alltag beeinflussen.


Standard

  1. Mini-Umfrage Jugendbeteiligung: Befrage mindestens zehn Jugendliche dazu, welches kommunale Thema ihnen besonders wichtig ist. Werte die Antworten aus.
  2. Antrag formulieren: Entwickle zu einem Jugendthema einen konkreten Antrag mit Problem, Ziel, Begründung und gewünschter Maßnahme.
  3. Interview Jugendvertretung: Interviewe ein Mitglied eines Jugendgemeinderats oder eine Person aus der kommunalen Jugendarbeit. Frage nach Erfolgen und Schwierigkeiten.
  4. Ratssitzung beobachten: Besuche, wenn möglich, eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats oder schaue einen kommunalen Livestream. Notiere, wie diskutiert und entschieden wird.


Schwer

  1. Beteiligungscheck Kommune: Untersuche, wie leicht Jugendliche in Deiner Kommune politische Informationen finden und eigene Anliegen einbringen können. Entwickle Verbesserungsvorschläge.
  2. Planspiel Jugendgemeinderat: Organisiere in Deiner Klasse eine Sitzung mit Rollen für Jugendgemeinderat, Gemeinderat, Verwaltung, Presse und Jugendliche.
  3. Projektplan Jugendtreff: Entwickle einen realistischen Projektplan für einen Jugendtreff oder eine andere kommunale Idee mit Beteiligten, Kostenfragen, Zeitplan und möglichen Konflikten.
  4. Vergleich Jugendbeteiligung: Vergleiche zwei Kommunen in Baden-Württemberg hinsichtlich Wahlverfahren, Rechten und Projekten ihrer Jugendvertretungen und bewerte die Unterschiede.




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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Skatepark: Eine Kommune plant einen neuen Skatepark, ohne Jugendliche zu befragen. Erkläre, welche Beteiligungsschritte sinnvoll wären und begründe Deine Auswahl.
  2. Interessenkonflikt Stadtpark: Jugendliche wünschen sich einen Treffpunkt im Park, Anwohnende befürchten Lärm. Entwickle einen Kompromiss und zeige, welche Akteure beteiligt werden sollten.
  3. Antrag prüfen: Beurteile den Satz „Wir wollen mehr Freizeitangebote“ als politischen Antrag. Formuliere daraus einen konkreteren, überprüfbaren Vorschlag.
  4. Jugendgemeinderat oder Jugendforum: Entscheide für eine fiktive kleine Gemeinde, welche Beteiligungsform geeigneter sein könnte. Begründe Deine Entscheidung anhand von mindestens drei Kriterien.
  5. Wirksamkeit von Beteiligung: Erkläre, warum ein Jugendgemeinderat auch dann politische Wirkung haben kann, wenn er nicht selbst über den gesamten kommunalen Haushalt entscheidet.
  6. Demokratie und Kompromiss: Zeige an einem eigenen Beispiel, warum gute Beteiligung nicht bedeutet, dass jeder Wunsch automatisch umgesetzt wird.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. den Begriff Jugendgemeinderat verständlich erklären kannst,
  2. die Bedeutung kommunaler Jugendbeteiligung beschreiben kannst,
  3. die Grundidee von § 41a der Gemeindeordnung Baden-Württemberg kennst,
  4. Rede-, Anhörungs- und Antragsrecht unterscheiden kannst,
  5. Jugendgemeinderat und Gemeinderat voneinander abgrenzen kannst,
  6. einen Weg von einer Jugendidee bis zu einem politischen Vorschlag nachvollziehen kannst,
  7. unterschiedliche Interessen in einem kommunalen Konflikt erkennen kannst,
  8. einen begründeten eigenen Vorschlag für Jugendbeteiligung entwickeln kannst.




OERs zum Thema


Weitere freie und öffentliche Informationsangebote

  1. LpB Baden-Württemberg: Informationen zur kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung und zu Jugendgemeinderäten.
  2. § 41a Gemeindeordnung Baden-Württemberg: Rechtliche Grundlage für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
  3. Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg: Vernetzung und Interessenvertretung von Jugendgemeinderäten im Land.
  4. Kommunalpolitik: Hintergrundwissen zu Aufgaben und Entscheidungswegen in Städten und Gemeinden.


Verknüpfte Lernbereiche


Quellen und Medienhinweise

  1. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung, https://www.landeskunde-baden-wuerttemberg.de/kinder-jugendbeteiligung
  2. Landesrecht Baden-Württemberg: § 41a Gemeindeordnung, https://www.landesrecht-bw.de/bsbw/document/jlr-GemOBWV7P41a
  3. Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg, https://jugendgemeinderat.de/
  4. Wikimedia Commons: Kategorie Kinder- und Jugendparlamente Deutschland, https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kinder-_und_Jugendparlamente_Deutschland
  5. Wikimedia Commons: Karte der Gemeinden Baden-Württembergs, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Municipalities_in_Baden-Württemberg.svg
  6. Wikimedia Commons: Rathaus Weingarten, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Weingarten_Rathaus.jpg
  7. Wikimedia Commons: historischer Ratssaal Stuttgart, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stuttgart-_Besichtigung_des_neuen_Rathauses_Stuttgart,_Ratssaal_-_LABW_-_Staatsarchiv_Freiburg_W_134_Nr._046310.jpeg


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