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Widerstand gegen den Nationalsozialismus - Baden-Württemberg

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Widerstand gegen den Nationalsozialismus - Baden-Württemberg




Widerstand gegen den Nationalsozialismus - Baden-Württemberg


Einleitung

Widerstand gegen den Nationalsozialismus hatte viele Formen. Manche Menschen verteilten Flugblätter oder organisierten politische Gruppen. Andere halfen Verfolgten, versteckten Menschen, beschafften Fluchtmöglichkeiten, verweigerten öffentlich ihre Zustimmung oder planten den Sturz der Diktatur. Einzelne versuchten sogar, Adolf Hitler zu töten. Gemeinsam war diesen Handlungen, dass sie sich gegen eine Diktatur richteten, die politische Gegner verfolgte, Grundrechte beseitigte und schließlich einen rassistischen Vernichtungs- und Eroberungskrieg führte.

In diesem aiMOOC untersuchst Du Beispiele aus dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg. Diese Formulierung ist wichtig: Das Bundesland Baden-Württemberg entstand erst 1952. Während der NS-Zeit bestanden unter anderem die historischen Länder Baden und Württemberg; außerdem gehörten die Hohenzollerischen Lande zu Preußen. Wenn hier von „Baden-Württemberg“ gesprochen wird, ist deshalb der heutige geografische Raum gemeint.

Der Schwerpunkt liegt auf drei Fragen: Wer leistete Widerstand? Welche Motive hatten diese Menschen? Welche Handlungsspielräume hatten sie in einer Diktatur? Dabei wirst Du sehen, dass es nicht den einen Widerstand gab. Menschen handelten aus sozialistischen, kommunistischen, christlichen, liberalen, konservativen, pazifistischen oder humanitären Überzeugungen. Manche wollten Demokratie und Rechtsstaat verteidigen, andere Verfolgten helfen, Krieg verhindern oder einen politischen Umsturz vorbereiten.

Der folgende Film führt in die vielfältige Gedenkstättenlandschaft Baden-Württembergs ein und zeigt, wie historische Orte heute für Erinnerung und Lernen genutzt werden.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du unterschiedliche Formen von Widerstand unterscheiden, regionale Beispiele historisch einordnen und erklären, warum Menschen trotz großer Risiken handelten. Außerdem kannst Du beurteilen, warum Handlungsspielräume in einer Diktatur ungleich verteilt und zugleich niemals völlig verschwunden waren.


Historischer und räumlicher Rahmen

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurde die parlamentarische Demokratie in sehr kurzer Zeit zerstört. Kommunistische und sozialdemokratische Organisationen wurden verfolgt, Gewerkschaften zerschlagen, Parteien verboten oder zur Selbstauflösung gezwungen. Mit dem Ermächtigungsgesetz konnte die Regierung Gesetze ohne parlamentarische Zustimmung erlassen. Polizei, Gestapo, Justiz, Konzentrationslager und ein dichtes Netz aus Überwachung und Denunziationen machten offene Opposition immer gefährlicher.

Auch im deutschen Südwesten wurden Gegner des Regimes früh verhaftet. Gleichzeitig entstanden sehr verschiedene Formen des Widerstehens. Die besondere Lage an den Grenzen zu Frankreich und zur Schweiz eröffnete manchen Menschen Möglichkeiten für Flucht, Kurierdienste oder Kontakte ins Ausland. Diese Grenzen waren aber zugleich stark kontrollierte Gefahrenräume.

Für die historische Einordnung ist wichtig: Widerstand war eine Minderheitenposition. Viele Menschen passten sich an, unterstützten das Regime, profitierten von ihm oder schwiegen. Andere lehnten einzelne Maßnahmen ab, ohne die Diktatur grundsätzlich bekämpfen zu wollen. Zwischen Zustimmung, Anpassung, Distanz, Verweigerung und aktivem Widerstand gab es zahlreiche Übergänge.


Was bedeutet „Widerstand“?

Historikerinnen und Historiker verwenden den Begriff Widerstand nicht für jede Form von Unzufriedenheit. Oft wird zwischen verschiedenen Stufen unterschieden. Nonkonformität kann bedeuten, sich nicht vollständig an erwartete Verhaltensweisen anzupassen. Verweigerung richtet sich gegen konkrete Anforderungen des Regimes. Hilfe für Verfolgte kann von Lebensmittelhilfe bis zur Fluchthilfe reichen. Organisierter Widerstand versucht, Strukturen des Regimes gezielt zu schwächen oder seine Herrschaft zu beenden.

Die Grenzen zwischen diesen Formen sind nicht immer eindeutig. Gerade deshalb ist es sinnvoll, einzelne Fälle genau anzusehen. Eine Person konnte in einem Bereich mutig handeln und in einem anderen lange angepasst bleiben. Nicht jeder Gegner des Nationalsozialismus war automatisch Demokrat. Umgekehrt konnten Menschen ohne Mitgliedschaft in einer Widerstandsgruppe durch konkrete Hilfe Leben retten.

Für Dich bedeutet das: Frage bei jeder Biografie nicht nur „War diese Person im Widerstand?“, sondern auch: Wogegen richtete sich ihr Handeln? Was wollte sie erreichen? Welche Mittel nutzte sie? Welche Risiken ging sie ein?


Menschen, Motive und Handlungsspielräume


Der Mössinger Generalstreik: Widerstand der Arbeiterbewegung

Am 31. Januar 1933, nur einen Tag nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler, kam es in Mössingen zu einer außergewöhnlichen Protestaktion. Die KPD hatte reichsweit zum Generalstreik aufgerufen. Dieser Aufruf blieb fast überall ohne größere Wirkung. In Mössingen dagegen schlossen sich mehr als 800 Menschen einem Streikzug an.

Die Beteiligten zogen zu örtlichen Betrieben und versuchten, die Arbeit stillzulegen. Polizei aus Reutlingen löste den Protest schließlich auf. Viele Beteiligte wurden später verfolgt, verhaftet oder vor Gericht gestellt. Der Mössinger Generalstreik zeigt, dass organisierte Gegenwehr bereits unmittelbar nach der Machtübertragung möglich war. Er zeigt aber auch, wie schnell sich die Repressionsmöglichkeiten des neuen Regimes ausweiteten.

Das Motiv vieler Beteiligter war politisch und sozial geprägt. Sie kamen aus einer starken örtlichen Arbeiterbewegung und sahen in Hitler eine Bedrohung für Arbeiterorganisationen, soziale Rechte und politische Freiheit.

Der folgende Vortrag der Universität Tübingen ordnet den Mössinger Generalstreik und seine spätere Erinnerung ein.


Ludwig Marum: Recht, Republik und frühe Verfolgung

Ludwig Marum war Jurist, Sozialdemokrat und einer der prägenden Politiker der Republik Baden. Er setzte sich für den demokratischen Rechtsstaat und soziale Reformen ein. Als jüdischer Politiker und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus war er besonders früh Ziel antisemitischer und politischer Angriffe.

Nach der Reichstagswahl im März 1933 wurde Marum verhaftet. Im Mai 1933 inszenierten die Nationalsozialisten seine Überführung in das Konzentrationslager Kislau als öffentliche Demütigung. Am 29. März 1934 wurde Marum dort ermordet.

Seine Biografie zeigt einen frühen Typ politischer Gegnerschaft: die Verteidigung von Demokratie, Parlamentarismus und Rechtsstaat. Zugleich macht sie deutlich, wie schnell rechtsstaatliche Sicherheiten unter einer Diktatur bedeutungslos werden können.


Lilo Herrmann: Kommunistischer Widerstand und Informationsbeschaffung

Lilo Herrmann gehörte zum kommunistischen Widerstand. Sie hatte in Stuttgart Chemie studiert und beteiligte sich nach 1933 an illegaler politischer Arbeit. Sie beschaffte Informationen über die deutsche Aufrüstung und leitete Material an Widerstandsstrukturen weiter.

1935 wurde sie von der Gestapo verhaftet. Der nationalsozialistische „Volksgerichtshof“ verurteilte sie 1937 zum Tod. Am 20. Juni 1938 wurde sie in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Ihr Handlungsspielraum entstand unter anderem aus politischen Netzwerken, beruflichen Kontakten und der Möglichkeit, Informationen weiterzugeben. Gleichzeitig zeigt ihr Schicksal, wie gefährlich bereits das Sammeln und Übermitteln von Informationen sein konnte.


Georg Elser: Ein Einzelner versucht, den Krieg zu stoppen

Georg Elser wurde 1903 in Hermaringen geboren und wuchs in Königsbronn auf. Der gelernte Schreiner lehnte den Nationalsozialismus früh ab. Er war überzeugt, dass Hitlers Politik in einen großen Krieg führen würde. Deshalb entschloss er sich zu einem Attentat.

Über Monate bereitete Elser allein einen Sprengsatz vor, den er im Münchner Bürgerbräukeller versteckte. Dort hielt Hitler jedes Jahr am 8. November eine Rede. Am 8. November 1939 explodierte die Bombe wie geplant. Hitler hatte den Saal jedoch wenige Minuten zuvor verlassen. Acht Menschen starben, weitere wurden verletzt.

Elser wurde noch vor der Explosion bei dem Versuch festgenommen, bei Konstanz in die Schweiz zu gelangen. Nach jahrelanger Haft wurde er am 9. April 1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet.

Elsers Motiv war vor allem die Überzeugung, durch die Beseitigung der NS-Führung einen größeren Krieg und weiteres Blutvergießen verhindern zu können. Seine Biografie zeigt einen ungewöhnlich großen individuellen Handlungsspielraum: Er plante ohne große Organisation, nutzte handwerkliche Kenntnisse und handelte selbstständig. Gleichzeitig war sein Plan mit tödlichen Risiken verbunden.

Das folgende Video der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand behandelt Elser, sein Attentat und seine Motive.


Hans und Sophie Scholl: Jugend, Gewissen und Flugblattwiderstand

Hans Scholl und Sophie Scholl wuchsen einen wichtigen Teil ihrer Jugend in Ulm auf. Ihr späterer Widerstand gehörte zur Weißen Rose, deren Zentrum in München lag. Gemeinsam mit weiteren Studierenden und dem Professor Kurt Huber verfasste und verbreitete die Gruppe Flugblätter gegen die NS-Diktatur.

Die Texte riefen dazu auf, sich nicht länger an Unrecht und Verbrechen zu beteiligen. Dabei verbanden sich christliche, humanistische, philosophische und politische Motive. Erfahrungen mit Krieg und Gewalt verstärkten bei mehreren Mitgliedern die Ablehnung des Regimes.

Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl beim Verteilen von Flugblättern an der Universität München entdeckt und festgenommen. Vier Tage später wurden sie nach einem Prozess vor dem „Volksgerichtshof“ hingerichtet.

Für den regionalen Blick ist wichtig: Der zentrale Aktionsort der Weißen Rose war München, doch die Biografien der Geschwister Scholl und Verbindungen in den Ulmer Freundeskreis machen den deutschen Südwesten zu einem wichtigen Erinnerungsraum.

Das SWR-Audioporträt erklärt, wie sich Sophie Scholls Haltung veränderte und weshalb der Flugblattwiderstand der Weißen Rose bis heute bekannt ist.


Gertrud Luckner: Hilfe für Verfolgte in Freiburg

Gertrud Luckner arbeitete in Freiburg beim Deutschen Caritasverband. Sie war überzeugte Pazifistin und half bereits seit 1933 politisch Verfolgten. Später organisierte sie Hilfsnetze für Menschen, die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden verfolgt wurden.

Luckner nutzte berufliche und kirchliche Kontakte, reiste, übermittelte Nachrichten, beschaffte Geld, Lebensmittel und Kleidung und half bei Fluchtmöglichkeiten. Ein solcher Handlungsspielraum beruhte auf Vertrauen, Kontakten und einer institutionellen Stellung. Gerade dadurch wurde ihre Tätigkeit für die Gestapo verdächtig.

1943 wurde sie festgenommen und in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert. Sie überlebte die Haft.

Ihr Beispiel zeigt besonders deutlich, dass Widerstand nicht nur aus Attentaten oder politischen Umsturzplänen bestand. Hilfe für Verfolgte konnte ebenso eine bewusste Handlung gegen zentrale Ziele der NS-Verfolgungspolitik sein.


Hermann Maas: Christliche Verantwortung und Fluchthilfe

Der evangelische Pfarrer Hermann Maas wirkte an der Heiliggeistkirche in Heidelberg. Er fühlte sich dem Judentum eng verbunden, besuchte auch nach 1933 demonstrativ Synagogen und half Menschen, die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden verfolgt wurden.

Maas nutzte internationale kirchliche Kontakte, um Auswanderung und Flucht zu ermöglichen. Er beteiligte sich an kirchlichen Hilfsstrukturen und unterstützte Verfolgte unabhängig davon, ob sie christlich oder jüdisch waren. 1943 wurde er aus seinem Amt gedrängt, 1944 zur Zwangsarbeit nach Frankreich gebracht. Er überlebte den Krieg.

Sein Beispiel zeigt einen Handlungsspielraum, der aus einem kirchlichen Amt und internationalen Netzwerken entstand. Es zeigt aber auch, dass kirchliche Institutionen nicht automatisch Schutz boten. Individuelles Handeln konnte weiter gehen als die Haltung der jeweiligen Institution.


Joannes Baptista Sproll: Öffentliche Verweigerung

Der Rottenburger Bischof Joannes Baptista Sproll geriet mit dem NS-Regime in Konflikt. 1938 verweigerte er die Teilnahme an der Reichstagswahl und Volksabstimmung, die mit dem „Anschluss“ Österreichs verbunden war. Nationalsozialistische Gruppen organisierten daraufhin massive Angriffe gegen ihn. Sproll wurde aus seiner Diözese vertrieben und konnte erst 1945 dauerhaft zurückkehren.

Sprolls Verhalten ist ein Beispiel für kirchlich motivierte Verweigerung und öffentlich sichtbare Distanz zum Regime. Es unterscheidet sich von der unmittelbaren Rettung Verfolgter oder von Umsturzplänen. Gerade dieser Vergleich hilft Dir, unterschiedliche Handlungsebenen nicht vorschnell gleichzusetzen.


Eugen Bolz: Vom politischen Irrtum zum Umsturzplan

Eugen Bolz war Zentrumspolitiker und von 1928 bis 1933 württembergischer Staatspräsident. 1933 verlor er durch die nationalsozialistische Machtübernahme sein Amt. Seine Biografie ist besonders geeignet, um einfache Heldengeschichten zu hinterfragen.

Bolz hatte im März 1933 als Reichstagsabgeordneter zusammen mit seiner Zentrumsfraktion dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt, obwohl er innerhalb der Fraktion Bedenken geäußert hatte. Später hielt er Kontakt zu ehemaligen politischen Weggefährten und schloss sich dem Widerstand um Carl Friedrich Goerdeler an. Für den Fall eines erfolgreichen Umsturzes sollte Bolz politische Verantwortung übernehmen.

Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet. Der „Volksgerichtshof“ verurteilte ihn zum Tod. Am 23. Januar 1945 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Bolz zeigt, dass Widerstandsbiografien Entwicklungen enthalten können. Menschen konnten politische Fehler machen, Kompromisse eingehen und später zu Gegnern der Diktatur werden. Für historisches Lernen ist diese Ambivalenz wichtig.


Reinhold Frank: Rechtsanwalt und Netzwerk des 20. Juli

Reinhold Frank war Rechtsanwalt in Karlsruhe. Über Eugen Bolz kam er mit dem Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler in Kontakt. Für den Fall eines erfolgreichen Staatsstreichs sollte Frank eine politische Funktion im Wehrkreis V mit Zentrum in Stuttgart übernehmen.

Über den konkreten Zeitpunkt des Attentats vom 20. Juli 1944 war er nicht informiert. Dennoch wurde er unmittelbar nach dessen Scheitern verhaftet. Am 23. Januar 1945 wurde auch Reinhold Frank in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Sein Beispiel verdeutlicht die Bedeutung von Netzwerken. Ein einzelner Mensch musste nicht selbst eine Bombe legen, um Teil eines Umsturzplans zu sein. Politische Planung, Kontakte, juristisches Wissen und die Bereitschaft, nach einem Sturz des Regimes Verantwortung zu übernehmen, konnten ebenfalls Formen des Widerstands sein.


Die Brüder Stauffenberg und der 20. Juli 1944

Claus Schenk Graf von Stauffenberg und sein Bruder Berthold Schenk Graf von Stauffenberg hatten enge familiäre Verbindungen nach Württemberg. Sie wuchsen zeitweise im Alten Schloss in Stuttgart auf; die Familie war außerdem mit Lautlingen, heute ein Stadtteil von Albstadt, verbunden.

Claus von Stauffenberg wurde zu einer Schlüsselfigur des Attentats vom 20. Juli 1944 und des anschließenden Umsturzversuchs. Er brachte eine Bombe in Hitlers Hauptquartier „Wolfsschanze“. Hitler überlebte. Der Umsturz in Berlin scheiterte, und zahlreiche Beteiligte wurden in den folgenden Wochen und Monaten ermordet.

Bei der Bewertung Stauffenbergs ist Differenzierung nötig. Er war kein Demokrat im heutigen Sinn und stand dem Nationalsozialismus nicht von Anfang an grundsätzlich ablehnend gegenüber. Seine Haltung veränderte sich. Kriegsverbrechen, die militärische Lage und die Einsicht in den verbrecherischen Charakter der Herrschaft spielten dabei eine wichtige Rolle.

Ein schulgeeignetes Video von MrWissen2go Geschichte erläutert den 20. Juli 1944, sein Scheitern und seine Folgen.


Der Freiburger Kreis: Denken über eine Ordnung nach Hitler

Unter dem Begriff Freiburger Kreis werden mehrere miteinander verbundene Gruppen von Professoren, Geistlichen und weiteren Intellektuellen in Freiburg zusammengefasst. Zu ihnen gehörten unter anderem Walter Eucken, Constantin von Dietze, Adolf Lampe und Gerhard Ritter.

Sie diskutierten wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Vorstellungen für eine Zeit nach dem Nationalsozialismus. Solche Überlegungen zeigen eine weitere Form des Widerstands: das gedankliche Vorbereiten einer anderen Ordnung. Dabei ging es nicht um spektakuläre Aktionen im öffentlichen Raum, sondern um vertrauliche Gespräche, Denkschriften und Netzwerke.

Der Handlungsspielraum dieser Personen ergab sich aus wissenschaftlichen und kirchlichen Beziehungen. Gleichzeitig konnte bereits die Mitarbeit an oppositionellen Denkschriften gefährlich werden.


Motive des Widerstands

Die Beispiele zeigen, dass Menschen aus sehr verschiedenen Gründen handelten. Diese Motive konnten sich überschneiden und im Laufe der Zeit verändern.

Person oder Gruppe Zentrales Motiv Typische Handlung Regionaler Bezug
Georg Elser Krieg verhindern, Freiheit bewahren Attentat auf Hitler Hermaringen, Königsbronn, Konstanz
Mössinger Streikende Arbeiterrechte, Antifaschismus, politische Gegenwehr Generalstreik und Demonstration Mössingen
Hans und Sophie Scholl Gewissen, Freiheit, Verantwortung Flugblätter Ulm und München
Gertrud Luckner Pazifismus, christliche Verantwortung, Solidarität Hilfe und Fluchthilfe Freiburg
Hermann Maas christlich-jüdische Verbundenheit, Menschenwürde Auswanderungs- und Fluchthilfe Heidelberg
Eugen Bolz und Reinhold Frank Rechtsordnung, politische Neuordnung, Ablehnung der Diktatur Beteiligung an Umsturzplanung Stuttgart, Rottenburg, Karlsruhe
Lilo Herrmann kommunistischer Antifaschismus, Kampf gegen Aufrüstung Informationsbeschaffung Stuttgart

Keines dieser Motive erklärt den gesamten deutschen Widerstand. Vor allem solltest Du vermeiden, alle Beteiligten nachträglich zu einer einheitlichen Bewegung zu machen. Kommunistische, sozialdemokratische, christliche, liberale und konservative Gegner des Regimes hatten teilweise sehr unterschiedliche Vorstellungen von Gesellschaft und Staat.


Handlungsspielräume in der Diktatur

Der Begriff Handlungsspielraum beschreibt, welche Möglichkeiten eine Person in einer bestimmten Situation tatsächlich hatte. Diese Möglichkeiten waren nicht für alle gleich.

Eine Pfarrperson verfügte über andere Kontakte als ein Industriearbeiter. Eine Mitarbeiterin der Caritas konnte andere Wege nutzen als ein Student. Ein Rechtsanwalt hatte Zugang zu Mandanten und politischen Netzwerken. Ein Soldat oder Offizier verfügte über militärische Informationen und teilweise Zugang zu Führungsebenen. Menschen in Grenzregionen konnten leichter Kontakte ins Ausland aufnehmen, waren dort aber auch besonderer Kontrolle ausgesetzt.

Handlungsspielraum bedeutet deshalb nicht, dass „jeder alles hätte tun können“. Verfolgte Menschen, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma oder politische Gefangene lebten unter ganz anderen Bedingungen als Menschen, die noch über Beruf, Wohnung, Geld, Reisemöglichkeiten oder institutionelle Kontakte verfügten.

Trotzdem gab es auch in einer Diktatur Entscheidungen. Menschen konnten helfen oder wegsehen, Informationen weitergeben oder schweigen, Befehle ausführen oder sich entziehen, Verfolgte unterstützen oder denunzieren. Für historische Urteile ist es wichtig, sowohl die Gewalt des Systems als auch die verbleibende Verantwortung einzelner Menschen zu berücksichtigen.


Was begrenzte den Handlungsspielraum?

Die Gestapo, politische Polizei, Sondergerichte und der „Volksgerichtshof“ bedrohten Widerständige mit Haft, Folter, Konzentrationslager und Tod. Dazu kamen Berufsverbote, Ausschluss aus Hochschulen, Überwachung, Hausdurchsuchungen und Repressionen gegen Familien.

Viele Widerstandsgruppen arbeiteten deshalb in kleinen Zellen. Informationen wurden nur teilweise weitergegeben. Decknamen, Kuriere, geheime Treffpunkte und persönliche Vertrauensbeziehungen sollten das Risiko verringern. Gerade diese Geheimhaltung erschwerte aber oft die Zusammenarbeit zwischen Gruppen.


Was erweiterte den Handlungsspielraum?

Hilfreich waren vertrauenswürdige Netzwerke, berufliche Kenntnisse, Zugang zu Informationen, kirchliche oder soziale Organisationen, Verbindungen ins Ausland und die geografische Nähe zu Grenzen. Auch persönliche Fähigkeiten spielten eine Rolle: Elsers handwerkliches Wissen war für sein Attentat entscheidend; Luckners Kontakte halfen bei Unterstützungsaktionen; Juristen wie Frank konnten politische Netzwerke verbinden.

Doch jeder zusätzliche Kontakt war zugleich ein Risiko. Ein Netzwerk konnte helfen, aber auch durch Verhaftungen oder Verrat auffliegen.


Erinnerungskultur in Baden-Württemberg

Nach 1945 wurden Widerstand und Verfolgung nicht sofort überall offen aufgearbeitet. Manche Widerstandskämpfer wurden lange unterschätzt oder politisch umstritten erinnert. Georg Elser wurde beispielsweise erst nach und nach breiter als eigenständig handelnder Widerstandskämpfer anerkannt. Auch der Mössinger Generalstreik rückte erst durch lokale Forschung und Erinnerungsarbeit stärker in das öffentliche Bewusstsein.

Heute gibt es in Baden-Württemberg zahlreiche Gedenkstätten, Museen, Stolpersteine, Denkmäler und lokale Initiativen. Dazu gehören unter anderem die Georg-Elser-Gedenkstätte in Königsbronn, die Ulmer DenkStätte Weiße Rose, Erinnerungsorte in Mössingen, das Hotel Silber in Stuttgart, die Stauffenberg-Erinnerungsstätte im Alten Schloss und Einrichtungen zur Geschichte von Verfolgung und Widerstand in Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe.

Erinnerungskultur ist selbst ein historisches Thema. Frage deshalb bei einem Denkmal oder einer Gedenktafel immer: Wann wurde sie geschaffen? Wer hat sie initiiert? Welche Person oder Handlung wird hervorgehoben? Was bleibt möglicherweise unsichtbar?


Quellenkritik

Widerstandsgeschichte wird aus sehr unterschiedlichen Quellen rekonstruiert: Gestapo-Akten, Gerichtsakten, Briefe, Tagebücher, Flugblätter, Fotografien, Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie spätere Interviews.

Dabei musst Du beachten, dass eine Gestapo-Akte nicht neutral ist. Sie entstand aus Sicht einer Verfolgungsbehörde. Auch spätere Erinnerungen können Lücken, nachträgliche Deutungen oder Irrtümer enthalten. Besonders zuverlässig wird historische Arbeit, wenn mehrere unabhängige Quellen miteinander verglichen werden.

Bilder von Gedenkstätten zeigen außerdem nicht direkt „den Widerstand“, sondern wie spätere Generationen an ihn erinnern. Ein Foto eines Denkmals ist deshalb zugleich eine Quelle zur Erinnerungskultur.


Quellen und Vertiefung

  1. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Dossiers und Materialien zum Nationalsozialismus
  2. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Georg Elser und sein Attentat vom 8. November 1939
  3. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Orte des Widerstehens – Aktionsräume gegen den Nationalsozialismus im Südwesten 1933–1945
  4. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Mut bewiesen – Widerstandsbiographien aus dem Südwesten
  5. Gedenkstätten in Baden-Württemberg: Erinnerungs- und Lernorte im Land
  6. Virtueller Geschichtsort Mössinger Generalstreik: Materialien des Museums und Stadtarchivs Mössingen
  7. Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Biografien und Themen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus
  8. LEO-BW: Landeskundliches Informationssystem für Baden-Württemberg


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum wird im aiMOOC vom Gebiet des heutigen Baden-Württemberg gesprochen? (Weil das Bundesland Baden-Württemberg erst 1952 gegründet wurde) (!Weil Baden-Württemberg während der NS-Zeit zu Frankreich gehörte) (!Weil Württemberg erst nach 1945 entstand) (!Weil Baden im Jahr 1933 kein deutsches Land war)




Welche Aktion fand am 31. Januar 1933 in Mössingen statt? (Ein Generalstreik gegen die Machtübernahme Hitlers) (!Ein Aufstand der Wehrmacht) (!Eine Versammlung der Weißen Rose) (!Ein Attentat auf Hitler)




Welches Ziel verfolgte Georg Elser mit seinem Attentat von 1939? (Er wollte die NS-Führung treffen und einen größeren Krieg verhindern) (!Er wollte eine neue politische Partei gründen) (!Er wollte aus dem Militär desertieren) (!Er wollte die Universität München schließen)




Welche Form des Widerstands ist besonders mit Hans und Sophie Scholl verbunden? (Flugblattwiderstand) (!Militärischer Grenzschutz) (!Sabotage in einer Rüstungsfabrik) (!Generalstreik in Mössingen)




Wofür ist Gertrud Luckner besonders bekannt? (Für Hilfe für Verfolgte und den Aufbau von Hilfsnetzwerken) (!Für die Leitung der Gestapo in Freiburg) (!Für ein Attentat im Bürgerbräukeller) (!Für die Gründung der NSDAP in Baden)




Welche Tätigkeit übte Hermann Maas aus? (Er war evangelischer Pfarrer in Heidelberg) (!Er war Offizier der Luftwaffe) (!Er war Bürgermeister von Mössingen) (!Er war Richter am Volksgerichtshof)




Wie war Reinhold Frank mit dem Widerstand des 20. Juli verbunden? (Er war für eine politische Funktion nach einem erfolgreichen Umsturz vorgesehen) (!Er bewachte Hitlers Hauptquartier) (!Er leitete die Weiße Rose) (!Er plante den Mössinger Generalstreik)




Welche Aussage zu Eugen Bolz trifft zu? (Seine Biografie zeigt politische Entwicklung und widersprüchliche Entscheidungen) (!Er lehnte jede politische Mitarbeit schon vor 1933 ab) (!Er war Mitglied der Weißen Rose) (!Er wurde bereits 1933 im KZ Dachau ermordet)




Was beschreibt der Begriff Handlungsspielraum? (Die Möglichkeiten, die eine Person in einer konkreten Situation tatsächlich hatte) (!Die Zahl der Mitglieder einer Widerstandsgruppe) (!Die Dauer eines Gerichtsverfahrens) (!Die Größe eines Bundeslandes)




Warum müssen Gestapo-Akten quellenkritisch gelesen werden? (Weil sie aus der Perspektive einer nationalsozialistischen Verfolgungsbehörde entstanden) (!Weil sie grundsätzlich erst nach 1945 geschrieben wurden) (!Weil sie nur aus Fotografien bestehen) (!Weil sie keine Namen von Personen enthalten)





Memory

Georg Elser Attentat im Bürgerbräukeller
Mössinger Generalstreik Arbeiterprotest im Januar 1933
Gertrud Luckner Hilfe für jüdisch Verfolgte
Weiße Rose Flugblattwiderstand
Eugen Bolz Umsturzplanung im Umfeld des 20. Juli
Hermann Maas Heidelberger Pfarrer und Fluchthilfe
Lilo Herrmann Kommunistische Informationsbeschaffung
Reinhold Frank Karlsruher Anwalt im Widerstandsnetz





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Form des Handelns
Georg Elser Attentat
Gertrud Luckner Hilfe für Verfolgte
Hans und Sophie Scholl Flugblattwiderstand
Mössinger Streikende Arbeitsniederlegung und Demonstration
Eugen Bolz Politische Umsturzplanung
Hermann Maas Flucht- und Auswanderungshilfe






Kreuzworträtsel

Königsbronn In welchem Ort verbrachte Georg Elser einen wichtigen Teil seiner Jugend?
Freiburg In welcher Stadt arbeitete Gertrud Luckner beim Deutschen Caritasverband?
Mössingen In welchem Ort kam es am 31. Januar 1933 zu einem Generalstreik gegen Hitler?
Flugblatt Welches Medium nutzte die Weiße Rose für ihren Widerstand?
Ravensbrück In welches Frauenkonzentrationslager wurde Gertrud Luckner deportiert?
Plötzensee An welchem Berliner Hinrichtungsort wurden mehrere Widerstandskämpfer ermordet?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Das heutige Bundesland Baden-Württemberg wurde erst

gegründet.
Der Mössinger Generalstreik fand am

statt.
Georg Elser wollte mit seinem Attentat einen größeren

verhindern.
Hans und Sophie Scholl gehörten zur Widerstandsgruppe

.
Gertrud Luckner organisierte in Freiburg Hilfe für

.
Hermann Maas wirkte als evangelischer Pfarrer in

.
Lilo Herrmann sammelte Informationen über die deutsche

.
Eugen Bolz beteiligte sich später an politischen Planungen für einen

.
Reinhold Frank war als Rechtsanwalt in

tätig.
Der Begriff Handlungsspielraum beschreibt die konkreten

einer Person in einer bestimmten Situation.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Widerstandskarte: Suche fünf Orte aus dem aiMOOC auf einer Karte und notiere jeweils eine dort handelnde Person oder Gruppe.
  2. Kurzbiografie: Gestalte ein einseitiges Porträt zu Georg Elser, Gertrud Luckner, Lilo Herrmann oder Reinhold Frank.
  3. Bildanalyse: Wähle ein Wikimedia-Commons-Bild aus dem aiMOOC und beschreibe, was darauf sichtbar ist und was Du daraus nicht direkt über den historischen Widerstand erfahren kannst.
  4. Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte mit Widerstand, Verweigerung, Hilfe, Nonkonformität und Handlungsspielraum.


Standard

  1. Motivvergleich: Vergleiche die Motive von Georg Elser und Gertrud Luckner. Arbeite mindestens zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede heraus.
  2. Mini-Podcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Audiobeitrag über eine Person aus dem Südwesten und erkläre deren Handlungsspielraum.
  3. Erinnerungsort untersuchen: Recherchiere einen Stolperstein, eine Gedenktafel oder eine Gedenkstätte in Deiner Region und dokumentiere, an wen oder woran erinnert wird.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche eine Gestapo-Akte oder einen Gerichtsakt mit einer späteren biografischen Darstellung. Untersuche Unterschiede in Sprache und Perspektive.


Schwer

  1. Fallanalyse: Entwickle für drei Personen ein Schema aus Möglichkeiten, Grenzen, Risiken und Ressourcen. Beurteile anschließend, wer welche Handlungsmöglichkeiten hatte und warum.
  2. Historisches Urteil: Untersuche Eugen Bolz' Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz und sein späteres Engagement im Widerstand. Formuliere ein differenziertes historisches Urteil ohne ihn nur als „Held“ oder „Mitläufer“ einzuordnen.
  3. Exkursion: Plane eine Exkursion zu einem Erinnerungsort in Baden-Württemberg. Entwickle Leitfragen, Aufgaben vor Ort und eine Form der Nachbereitung.
  4. Digitale Ausstellung: Erstelle eine kleine digitale Ausstellung mit mindestens fünf Stationen zum Thema „Menschen, Motive und Handlungsspielräume im Widerstand“. Nutze nur Quellen mit geklärter Herkunft und kennzeichne Deine Belege.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Vergleich: Erkläre an zwei selbst gewählten Beispielen, warum ein Attentat und Hilfe für Verfolgte beide als Widerstand verstanden werden können, obwohl die Handlungen sehr verschieden sind.
  2. Transfer: Eine Person hat Zugang zu einem kirchlichen Netzwerk, eine andere arbeitet in einer Fabrik und eine dritte ist Offizier. Entwickle für jede Person denkbare Handlungsspielräume und Risiken in einer Diktatur.
  3. Urteil: Beurteile die Aussage „Wer nicht offen gegen Hitler demonstrierte, leistete keinen Widerstand“. Nutze mindestens drei Beispiele aus dem aiMOOC.
  4. Erinnerung: Analysiere, warum Georg Elser oder der Mössinger Generalstreik nach 1945 unterschiedlich erinnert wurden. Beziehe dabei politische und gesellschaftliche Veränderungen ein.
  5. Quellenbewertung: Du findest einen Gestapo-Bericht, einen privaten Brief und ein Interview aus den 1980er-Jahren zur selben Person. Entwickle Kriterien, mit denen Du die drei Quellen vergleichst.
  6. Motivkonflikt: Zeige an zwei Personen, dass Menschen aus unterschiedlichen politischen oder religiösen Motiven gegen dasselbe Regime handeln konnten.
  7. Gegenwartsbezug: Erkläre, was das Konzept des Handlungsspielraums für die Beurteilung individuellen Verhaltens in autoritären Systemen allgemein leisten kann und wo seine Grenzen liegen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du nicht nur Namen und Daten kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären und beurteilen kannst.

  1. Historischer Kontext: Du kannst erklären, wie die nationalsozialistische Diktatur politische Handlungsmöglichkeiten seit 1933 einschränkte.
  2. Regionale Einordnung: Du weißt, warum der Begriff „Baden-Württemberg“ für die Jahre 1933 bis 1945 geografisch, aber nicht als damaliger Landesname verwendet wird.
  3. Widerstandsformen: Du kannst politische Gegenwehr, Verweigerung, Hilfe für Verfolgte, Flugblattwiderstand, Informationsbeschaffung, Attentat und Umsturzplanung unterscheiden.
  4. Biografien: Du kannst mehrere Personen aus dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg mit Motiven und Handlungen einordnen.
  5. Handlungsspielräume: Du kannst erklären, wie Beruf, Netzwerke, Wissen, soziale Stellung, Grenzen und Repression Handlungsmöglichkeiten beeinflussten.
  6. Differenziertes Urteil: Du kannst Widersprüche in Biografien erkennen und einfache Einteilungen in „Helden“ und „Mitläufer“ vermeiden.
  7. Quellenkritik: Du kannst Entstehung, Perspektive und Aussagegrenzen historischer Quellen berücksichtigen.
  8. Erinnerungskultur: Du kannst untersuchen, wie und warum Widerstand nach 1945 erinnert wurde.




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