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Titina – Ein tierisches Abenteuer am Nordpol

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Titina – Ein tierisches Abenteuer am Nordpol



Einleitung

Titina – Ein tierisches Abenteuer am Nordpol ist ein Animationsfilm der norwegischen Regisseurin Kajsa Næss. Der Film erschien 2022, dauert etwa 92 Minuten und ist in Deutschland ab 6 Jahren freigegeben. Im Mittelpunkt steht die kleine Hündin Titina. Gemeinsam mit dem italienischen Luftschiffingenieur Umberto Nobile und dem norwegischen Polarforscher Roald Amundsen erlebt sie ein großes Abenteuer in der Arktis.

Das Besondere: Hinter dem Film steckt eine wirkliche Expedition. Im Jahr 1926 flogen Amundsen, Nobile, der amerikanische Forscher und Geldgeber Lincoln Ellsworth und weitere Besatzungsmitglieder mit dem Luftschiff Norge von Ny-Ålesund auf Spitzbergen über den Nordpol bis nach Alaska. Auch die echte Titina war dabei.

Der Film erzählt diese Geschichte aber nicht wie ein Schulbuch. Er zeigt Träume, Gefühle, lustige Szenen und Gespräche, die für die Filmerzählung gestaltet wurden. Deshalb lernst Du in diesem aiMOOC nicht nur etwas über den Nordpol und Luftschiffe, sondern auch eine wichtige Frage:

Was ist historisch belegt – und was gehört zur Filmerzählung?

Der Trailer zeigt Dir die gezeichnete Filmwelt. Achte darauf, wie Titina, Nobile, Amundsen, das Luftschiff und die Arktis dargestellt werden.

Datei:Umberto Nobile NYWTS.jpg

Auf diesem historischen Foto von 1926 siehst Du den echten Umberto Nobile mit seiner Hündin Titina. Solche Fotos sind wichtige Quellen, denn sie zeigen, dass Titina wirklich existierte und Nobile begleitete.


Das lernst Du

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wer Titina, Umberto Nobile und Roald Amundsen waren. Du kennst die wichtigsten Stationen der historischen Norge-Expedition von 1926. Du weißt, wie ein Luftschiff grundsätzlich fliegt und was mit Navigation gemeint ist. Du kannst den geografischen Nordpol auf einer Karte einordnen und beschreiben, warum die Arktis für Forschende interessant ist. Außerdem kannst Du bei einem Film zwischen nachprüfbaren historischen Informationen und erfundenen oder ausgeschmückten Filmszenen unterscheiden.


Der Film und seine Figuren


Titina – die kleine Hündin im Mittelpunkt

Titina war nicht nur eine erfundene Filmfigur. Sie war eine echte kleine Terrierhündin und gehörte Umberto Nobile. Historische Fotografien zeigen sie an seiner Seite. 1926 nahm Nobile sie sogar mit an Bord der Norge.

Im Film erleben wir vieles aus Titinas Nähe. Dadurch wirkt die große Geschichte wie ein Abenteuer, das auch ein kleines Tier beobachten kann. Natürlich wissen wir nicht, was die echte Titina gedacht, geträumt oder gefühlt hat. Wenn der Film uns Titinas Gedanken oder Träume zeigt, ist das deshalb Filmerzählung.

Datei:Aviator Umberto Nobile with his dog Titiana, Seattle, June 27, 1926 (MOHAI 60).jpg

Dieses Foto entstand nach der Expedition in Seattle. Es zeigt Nobile mit seinem Hund. In der Bildbeschreibung wird der Hund teilweise „Titiana“ genannt; gemeint ist Titina.


Umberto Nobile – Ingenieur und Luftschiffpilot

Umberto Nobile wurde in Italien geboren. Er war Ingenieur und beschäftigte sich mit Luftschiffen. Für die Expedition war sein technisches Wissen entscheidend. Die Norge war ein von ihm entwickeltes halbstarres Luftschiff. Nobile führte das Luftschiff auf dem Polarflug.

Ein Ingenieur plant, berechnet, baut und verbessert technische Dinge. Für ein Luftschiff mussten viele Fragen gelöst werden: Wie bleibt es in der Luft? Wie lässt es sich steuern? Wie hält die Hülle Kälte und Wind aus? Wie kommen Motoren, Treibstoff, Besatzung, Funkgeräte und Vorräte mit?


Roald Amundsen – erfahrener Polarforscher

Datei:RoaldAmundsen.JPG

Roald Amundsen war ein norwegischer Polarforscher. Schon vor der Norge-Expedition hatte er große Reisen in Polarregionen unternommen. Bei der Expedition von 1926 brachte er seine Erfahrung mit Planung, Navigation und Reisen in extremer Kälte ein.

Im Film wird Amundsen als starke Persönlichkeit gezeigt. Filme stellen Menschen oft besonders deutlich dar, damit wir ihre Wünsche, Konflikte und Gefühle schnell verstehen. Historische Personen waren aber immer komplizierter als eine Filmfigur.


Lincoln Ellsworth und das Team

Die Expedition war keine Reise von nur zwei berühmten Männern. Auch Lincoln Ellsworth aus den USA war ein wichtiger Teil des Unternehmens. Insgesamt flogen Amundsen, Ellsworth und Nobile mit dreizehn weiteren Besatzungsmitgliedern über die Arktis. Zur Mannschaft gehörten unter anderem Navigatoren, Funker, Mechaniker und ein Meteorologe.

Das zeigt Dir etwas Wichtiges über Forschung: Große Entdeckungs- und Forschungsreisen sind fast immer Teamarbeit. Eine Person kann nicht gleichzeitig steuern, Motoren reparieren, Wetter beobachten, funken, rechnen und Karten lesen.

Datei:Amundsen and the crew of the "Norge," June 27, 1926 (MOHAI 5532).jpg

Auf diesem historischen Gruppenfoto siehst Du Teilnehmer der Norge-Expedition. Titina war zwar die kleinste Reisende, aber später eine der bekanntesten.


Die historische Norge-Expedition von 1926

Die Norge-Expedition war eine große Reise durch die Luft über das Nordpolargebiet. Ihr Ziel war nicht nur Ruhm. Die Beteiligten wollten eine schwer zugängliche Region überqueren, beobachten und ihre Route nachprüfbar festhalten.

Datei:Norge airship on ground 1926.jpg

Auf historischen Bildern wirkt die Norge riesig. Menschen am Boden helfen Dir, ihre Größe einzuschätzen.


Die wichtigsten Stationen

  1. Italien: Die Norge wurde in Italien gebaut und für die Reise in den hohen Norden vorbereitet.
  2. Ny-Ålesund: Von diesem Ort auf Spitzbergen startete am 11. Mai 1926 der entscheidende Flug über das Polargebiet.
  3. Nordpol: Am 12. Mai 1926 flog die Norge über den geografischen Nordpol.
  4. Arktischer Ozean: Danach ging die Reise weiter über das Packeis und den Ozean in Richtung Nordamerika.
  5. Teller: Nach der Überquerung erreichte die Norge Alaska und landete bei Teller.
Datei:AmundsenEllsworthNobileDirgibleLaunchTower.jpg

In Ny-Ålesund erinnert bis heute ein Luftschiffmast an die Expedition. Solche historischen Orte helfen uns, Geschichte mit realen Spuren zu verbinden.


Warum war der Flug so bedeutend?

Am 12. Mai 1926 überquerte die Norge den Nordpol. Der Flug gilt als die erste bestätigte Überquerung des Nordpols mit einem Luftfahrzeug. Frühere Behauptungen, den Nordpol erreicht oder überflogen zu haben, konnten nicht in gleicher Weise sicher belegt werden.

Außerdem überquerte die Expedition den Arktischen Ozean auf einer Route von Europa in Richtung Alaska. Die Besatzung musste dabei mit Kälte, Eis, Wind, Wolken, technischen Problemen und schwieriger Navigation umgehen.

Datei:Norge airship in flight 1926.jpg

Dieses historische Filmmaterial zeigt die Norge-Expedition. Vergleiche die echten Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit den gezeichneten Bildern des Animationsfilms. Welche Formen, Kleidungsstücke oder technischen Details erkennst Du wieder?


Die Landung in Alaska

Datei:Airship NORGE landing in Teller, Alaska, 1926 (AL+CA 2538).jpg

Nach der langen Reise landete die Norge bei Teller in Alaska. Dort endete der große Polarflug. Das Luftschiff wurde anschließend nicht einfach für den Rückflug genutzt, sondern zerlegt.

Für die Besatzung bedeutete die Ankunft: Sie hatten den Arktischen Ozean auf einer außergewöhnlichen Flugroute überquert. Für Historikerinnen und Historiker blieben Fotos, Berichte, Karten, technische Gegenstände und Filme als Quellen zurück.


Was ist ein Luftschiff?

Ein Luftschiff ist ein Luftfahrzeug, das leichter als die von ihm verdrängte Luft sein kann. Es besitzt eine sehr große Hülle mit einem leichten Gas. Dadurch entsteht Auftrieb. Motoren und Propeller helfen dabei, vorwärtszufliegen und die Richtung zu ändern.

Die Norge war ein halbstarres Luftschiff. Unter ihrer großen Gashülle befand sich eine tragende Kielkonstruktion. In der Hülle befand sich Wasserstoffgas, das den nötigen Auftrieb erzeugte.

Wichtig: Wasserstoff ist brennbar. Deshalb darfst Du niemals selbst mit Wasserstoff oder anderen brennbaren Gasen experimentieren.


Luftschiff, Ballon und Flugzeug – was ist der Unterschied?

Ein Ballon besitzt normalerweise keinen Motor, der ihn gezielt in eine bestimmte Richtung antreibt. Er bewegt sich stark mit dem Wind. Ein Flugzeug erzeugt seinen Auftrieb vor allem durch seine Tragflächen, während es sich schnell durch die Luft bewegt. Ein Luftschiff nutzt dagegen ein leichtes Gas für den Auftrieb und Motoren für die Fahrt.

Die Norge hatte eine langgestreckte Hülle, eine Steuerkabine, Motoren, Propeller und Leitwerke. Ihre Besatzung konnte also nicht nur schweben, sondern die Fahrt steuern.

Das Video erklärt auf Englisch die Grundidee von Luftschiffen. Auch wenn Du nicht jedes Wort verstehst, kannst Du auf Hülle, Gondel, Propeller und Steuerflächen achten.


Kleine Forscherfrage: Warum schwebt ein Luftschiff?

Stell Dir einen sehr großen Behälter vor, der mit einem Gas gefüllt ist, das leichter als die umgebende Luft ist. Die Luft außen drückt den Behälter nach oben. Ist der gesamte Auftrieb groß genug, kann die Masse des Luftschiffs getragen werden.

Bei einem echten Luftschiff müssen Ingenieurinnen und Ingenieure genau rechnen: Die Hülle, Motoren, Menschen, Vorräte und Geräte wiegen viel. Deshalb braucht das Luftschiff eine sehr große Gasmenge.


Navigation – wie findet man den Weg?

Navigation bedeutet, die eigene Position und die richtige Richtung zu bestimmen. Heute hilft uns oft GPS. 1926 gab es noch keine Navigationssatelliten. Die Expedition musste andere Methoden und Instrumente nutzen.

Die vier wichtigsten Himmelsrichtungen heißen Norden, Osten, Süden und Westen. Auf vielen Karten liegt Norden oben. Eine Windrose oder Kompassrose hilft, die Richtungen zu erkennen.


Der Kompass

Ein Kompass besitzt eine magnetische Nadel. Sie richtet sich am Magnetfeld der Erde aus. Das ist nützlich, aber in Polarregionen wird die Sache schwieriger: Der geografische Nordpol und der magnetische Nordpol sind nicht dasselbe.

Darum reicht es für eine genaue Polarreise nicht, nur auf eine Kompassnadel zu schauen. Navigatoren kombinieren mehrere Beobachtungen und Messungen.

Das Video zeigt kindgerecht, wie man Himmelsrichtungen auch mithilfe des Sonnenlaufs kennenlernen kann.


Der Sextant

Datei:Sextant.svg

Ein Sextant ist ein Messinstrument. Damit lässt sich der Winkel zwischen einem Himmelskörper, zum Beispiel der Sonne, und dem Horizont bestimmen. Zusammen mit genauer Zeit, Tabellen und Berechnungen kann das bei der Positionsbestimmung helfen.

Auch bei Polarflügen war die Beobachtung der Sonne wichtig. Für Kinder reicht zunächst diese Grundidee:

Wer weiß, wo Sonne, Horizont, Zeit und eigene Bewegungsrichtung zusammenpassen, kann seine Position besser überprüfen.


Eine verrückte Richtungsfrage am Nordpol

Der geografische Nordpol ist der nördlichste Punkt der Erde. Wenn Du genau dort stehst und einen Schritt in irgendeine Richtung gehst, gehst Du zunächst nach Süden. Weiter nach Norden geht es nicht.

Das ist ein tolles Gedankenexperiment: Stelle einen Globus vor Dich, suche den obersten Punkt und fahre mit dem Finger von dort weg. Egal zu welcher Seite Du fährst – Du bewegst Dich vom Nordpol nach Süden.


Die Arktis und der Nordpol

Datei:Nordpole.png

Die Arktis ist die Region rund um den Nordpol. Im Zentrum liegt der Arktische Ozean. Der geografische Nordpol liegt also nicht auf einem großen Kontinent, sondern mitten im Ozean.

Ein Teil der Meeresoberfläche ist von Meereis bedeckt. Dieses Eis kann auf dem Wasser treiben und sich bewegen. Deshalb ist der Nordpol kein fester Eispunkt, auf dem für immer dasselbe Stück Eis liegt.

Datei:North Pole, Arctic Ocean, sea ice 01.jpg

Auf diesem Foto siehst Du Meereis im Gebiet des Nordpols.


Tiere der Arktis

In der Arktis leben Tiere, die an Kälte und besondere Lichtverhältnisse angepasst sind. Dazu gehören zum Beispiel Eisbären, Robben, Walrosse, Wale, Polarfüchse und viele Vogelarten.

Datei:1991 polar-bear02 hg.jpg

Ein Eisbär auf Meereis nördlich von Spitzbergen.

Ein häufiger Irrtum lautet: „Am Nordpol leben Pinguine.“ Das stimmt nicht. Wilde Pinguine leben auf der Südhalbkugel, vor allem in und um die Antarktis. Eisbären dagegen leben in der Arktis.


Was erforschen Menschen in der Arktis?

Arktisforschung kann viele Fragen haben. Forschende beobachten das Wetter, messen Temperaturen und Wind, untersuchen Meereis, Wasser und Meeresströmungen, erforschen Tiere und Pflanzen oder beobachten die Atmosphäre. Heute helfen ihnen dabei Forschungsschiffe, Flugzeuge, Satelliten, Messbojen, Computer und GPS.

1926 waren die technischen Möglichkeiten viel kleiner. Trotzdem konnten Expeditionen beobachten, fotografieren, funken, Wetterdaten sammeln und Karten sowie Navigationsdaten verbessern.

Forschung bedeutet dabei nicht nur, irgendwo als Erste anzukommen. Wissenschaftlich wichtig ist vor allem, genau zu beobachten, zu messen, zu dokumentieren und Ergebnisse überprüfbar zu machen.


Entdeckungsreisen – eine wichtige Frage

In alten Berichten ist oft von „Entdeckern“ und „unentdeckten Gebieten“ die Rede. Dabei musst Du genau hinschauen.

Die Arktis war nicht menschenleer. In vielen arktischen Regionen leben seit sehr langer Zeit indigene Gemeinschaften mit umfangreichem Wissen über Landschaft, Tiere, Wetter und Wege. Wenn historische europäische Quellen von „Entdeckung“ sprechen, lohnt deshalb die Frage:

Für wen war etwas neu – und wer kannte die Region schon lange?

Der geografische Nordpol selbst liegt weit draußen im Arktischen Ozean. Die Regionen rund um die Arktis waren und sind jedoch Lebensräume von Menschen.

So wird aus einer Entdeckergeschichte auch eine Geschichte darüber, wie wir Wörter benutzen und wessen Wissen wir beachten.


Geschichte und Filmerzählung unterscheiden

Ein Spielfilm darf Geschichte gestalten. Er muss nicht jede Minute genauso zeigen, wie sie wirklich passiert ist. Damit eine Geschichte spannend, lustig oder berührend wird, erfinden Filmschaffende Dialoge, verkürzen Ereignisse oder zeigen Träume und Gedanken.

Das bedeutet nicht, dass der Film „falsch“ ist. Es bedeutet: Film und historische Quelle haben unterschiedliche Aufgaben.

Thema Historisch gut belegt Filmische Gestaltung möglich
Titina Die Hündin existierte wirklich und begleitete Nobile. Gedanken, Träume und genaue Gefühle Titinas sind erzählerisch gestaltet.
Umberto Nobile Er war Luftschiffingenieur und führte die Norge. Private Gespräche und einzelne Reaktionen können erfunden oder zugespitzt sein.
Roald Amundsen Er war Polarforscher und an der Expedition beteiligt. Persönlichkeit, Streit und Humor werden für den Film verdichtet.
Norge Das Luftschiff existierte und flog 1926 über den Nordpol nach Alaska. Bildgestaltung, Geräusche und einzelne Abläufe können vereinfacht sein.
Nordpolflug Die Überquerung des Nordpols am 12. Mai 1926 ist historisch dokumentiert. Die genaue Reihenfolge kleiner Szenen kann für die Filmhandlung verändert sein.
Archivbilder Historische Fotos und Filmaufnahmen stammen aus der Zeit der Expedition. Welche Bilder ein moderner Film auswählt und wie er sie schneidet, ist eine heutige Entscheidung.


Drei Fragen für Filmforscherinnen und Filmforscher

  1. Quelle: Gibt es ein historisches Foto, einen Bericht, ein Tagebuch, einen Gegenstand oder andere Belege?
  2. Vergleich: Zeigt der Film dasselbe wie die Quelle oder verändert er etwas?
  3. Erzählung: Könnte die Szene erfunden, verkürzt oder dramatisiert worden sein, damit die Geschichte besser funktioniert?

Mit diesen drei Fragen kannst Du fast jede historische Filmszene untersuchen.


Wie arbeitet eine Geschichtsdetektivin oder ein Geschichtsdetektiv?

Du kannst Geschichte wie ein Detektiv untersuchen. Zuerst stellst Du eine klare Frage, zum Beispiel: „War Titina wirklich an Bord?“ Dann suchst Du verschiedene Quellen. Ein Foto kann zeigen, dass Titina bei Nobile war. Ein Expeditionsbericht kann nennen, wer an Bord war. Ein Museum kann technische Teile der Norge aufbewahren. Stimmen mehrere unabhängige Quellen überein, wird eine Aussage stärker.

Aber auch Quellen müssen geprüft werden. Ein Foto zeigt nur einen Moment. Ein Tagebuch zeigt die Sicht einer Person. Ein späterer Film erzählt die Vergangenheit mit den Ideen seiner Zeit.

Gute Geschichtsforschung fragt deshalb nicht nur: Was sehe ich? Sondern auch: Wer zeigt es, wann entstand es und warum?


Begriffe zum Merken

Begriff Einfach erklärt
Arktis Region rund um den Nordpol
Nordpol nördlichster Punkt der Erde
Luftschiff steuerbares Luftfahrzeug mit großer Gasfüllung
Norge Luftschiff der Expedition von 1926
Navigation Bestimmen von Position und Richtung
Kompass Instrument zur Orientierung am Erdmagnetfeld
Sextant Instrument zum Messen von Winkeln zu Himmelskörpern
Expedition sorgfältig geplante Forschungs- oder Erkundungsreise
Quelle etwas, das Informationen über die Vergangenheit liefert
Animationsfilm Film, dessen Bilder gezeichnet oder anders künstlich erzeugt werden


Quellen und Medienhinweise

  1. Grandfilm: Informationen zum Film, Laufzeit, Regie und FSK.
  2. VISION KINO: Filmpädagogische Hinweise und Unterrichtsmaterial.
  3. Fram Museum: Informationen zur Norge-Expedition von 1926.
  4. Smithsonian National Air and Space Museum: Historische Einordnung des Polarflugs.
  5. Wikimedia Commons: Freie historische Bilder zur Expedition.

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien besitzen jeweils eigene Lizenzangaben auf ihrer Dateiseite. Wenn Du Bilder für ein eigenes Projekt weiterverwendest, prüfe dort die genaue Lizenz und die verlangte Namensnennung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer ist Titina? (Eine Hündin) (!Ein Luftschiff) (!Eine Forscherin) (!Eine Insel)




Wie heißt das Luftschiff der Expedition von 1926? (Norge) (!Fram) (!Titanic) (!Orion)




In welchem Jahr flog die Norge über den Nordpol? (1926) (!1492) (!1969) (!2022)




Welche Aufgabe hatte Umberto Nobile bei der Expedition? (Er war Luftschiffingenieur und führte die Norge) (!Er war Koch in einem Hotel) (!Er war Kapitän eines U-Bootes) (!Er war Tierarzt im Zoo)




Wer war Roald Amundsen? (Ein Polarforscher) (!Ein Filmzeichner) (!Ein Zirkusdirektor) (!Ein Fußballspieler)




Wo liegt der geografische Nordpol? (Im Arktischen Ozean) (!Auf dem Kontinent Afrika) (!Auf dem Mond) (!In der Antarktis)




Was bedeutet Navigation? (Position und Richtung bestimmen) (!Einen Film ausmalen) (!Ein Tier füttern) (!Ein Lied erfinden)




Wozu dient ein Sextant? (Zum Messen von Winkeln für die Navigation) (!Zum Erwärmen von Schnee) (!Zum Reparieren eines Motors) (!Zum Füttern eines Hundes)




Was kann in einem historischen Spielfilm erfunden sein? (Genaue Dialoge und Gedanken) (!Die Existenz jeder historischen Quelle) (!Die Himmelsrichtung Norden) (!Die Form der Erde)




In welche Richtung gehst Du vom exakten geografischen Nordpol zuerst? (Nach Süden) (!Nach Norden) (!Nur nach Osten) (!Nur nach Westen)





Memory

Titina Hündin
Norge Luftschiff
Roald Amundsen Polarforscher
Umberto Nobile Luftschiffingenieur
Arktis Region um den Nordpol
Kompass Himmelsrichtungen
Sextant Winkelmessung
Teller Ort in Alaska





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Titina Hündin
Norge Luftschiff
Umberto Nobile Ingenieur
Roald Amundsen Polarforscher
Ny-Ålesund Startort
Teller Zielort






Kreuzworträtsel

Titina Wie heißt die Hündin, die Nobile auf die Expedition begleitete?
Norge Wie hieß das Luftschiff der Expedition?
Arktis Wie heißt die Region rund um den Nordpol?
Kompass Welches Instrument zeigt Himmelsrichtungen?
Sextant Welches Instrument misst Winkel zu Himmelskörpern?
Teller Wie heißt der Ort in Alaska, bei dem die Norge landete?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Film erzählt die Geschichte aus der Nähe der Hündin

.
Die historische Polarreise fand im Jahr

statt.
Das Luftschiff der Expedition hieß

.
Umberto Nobile war ein italienischer

.
Roald Amundsen war ein erfahrener

.
Der geografische Nordpol liegt im

.
Navigation bedeutet, Position und

zu bestimmen.
Ein

hilft beim Messen von Winkeln zu Himmelskörpern.
Historische Fotos können wichtige

sein.
Ein Spielfilm darf genaue

erfinden.
Vom exakten geografischen Nordpol führt jeder erste Weg nach

.
Forschende untersuchen in der

zum Beispiel Wetter, Eis und Tiere.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Titinas Reisetagebuch: Zeichne drei Bilder aus Sicht von Titina: Start, Nordpol und Ankunft. Schreibe oder diktiere zu jedem Bild einen Satz.
  2. Luftschiff zeichnen: Zeichne ein eigenes Luftschiff und beschrifte Hülle, Gondel, Motor und Propeller.
  3. Himmelsrichtungen im Klassenraum: Bestimme gemeinsam mit einer erwachsenen Person Norden, Osten, Süden und Westen und befestige vier Richtungsschilder.
  4. Geschichte oder Film: Erstelle zwei Kartenstapel. Auf einen Stapel kommen belegte Fakten, auf den anderen erfundene Filmideen. Erkläre bei jeder Karte Deine Entscheidung.


Standard

  1. Expeditionskarte: Suche Ny-Ålesund, den Nordpol und Alaska auf einem Globus oder einer Karte und zeichne die ungefähre Route der Norge ein.
  2. Foto-Detektiv: Wähle zwei historische Commons-Fotos aus diesem aiMOOC. Beschreibe genau, was Du wirklich sehen kannst, und was Du nur vermutest.
  3. Sicheres Flugexperiment: Vergleiche einen Papierflieger, einen aufgeblasenen Luftballon und ein Bild eines Luftschiffs. Erkläre, wodurch sie sich bewegen und warum sie nicht auf dieselbe Weise fliegen.
  4. Interview zur Forschung: Befrage eine Lehrkraft, eine Person aus einem Museum oder jemanden aus Deiner Familie: „Warum erforschen Menschen schwer erreichbare Orte?“ Halte drei Antworten fest.


Schwer

  1. Film-Quellen-Vergleich: Wähle eine Szene aus dem Film und suche eine historische Quelle zum gleichen Thema. Notiere Gemeinsamkeiten, Unterschiede und offene Fragen.
  2. Mini-Dokumentarfilm: Produziere mit einer Gruppe ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo über die Norge-Expedition. Kennzeichne darin deutlich, welche Aussagen historisch belegt sind.
  3. Arktis-Museum: Gestalte eine kleine Ausstellung mit fünf Stationen zu Luftschiff, Navigation, Titina, Nordpol und Quellenkritik. Jede Station braucht ein Bild, einen erklärenden Satz und eine Frage.
  4. Forschungsreise heute: Plane eine moderne Arktisexpedition. Entscheide, welche Geräte Du für Navigation, Wetter, Eisbeobachtung, Kommunikation und Sicherheit mitnehmen würdest, und begründe Deine Auswahl.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Film und Quelle vergleichen: Du siehst eine gezeichnete Filmszene und ein historisches Foto derselben Person. Erkläre, welche Informationen das Foto belegen kann und welche Aussagen über Gedanken oder Gefühle offenbleiben.
  2. Route erklären: Beschreibe mit einer Karte, warum Ny-Ålesund ein sinnvoller Startpunkt für eine Reise über den Nordpol nach Alaska sein konnte.
  3. Luftschiff beurteilen: Nenne zwei Vorteile und zwei Schwierigkeiten eines Luftschiffs bei einer Polarreise. Begründe Deine Überlegungen mit Wetter, Kälte, Wind, Reichweite oder Technik.
  4. Navigationsproblem lösen: Stell Dir vor, GPS fällt aus. Welche anderen Hinweise oder Instrumente könnten helfen, die Richtung und Position zu bestimmen? Erkläre, warum mehrere Methoden sicherer sind als nur eine.
  5. Geschichte prüfen: Eine Person sagt: „Alles, was im Film passiert, ist genau so geschehen.“ Formuliere eine kindgerechte Antwort und nenne mindestens zwei Gründe, warum man historische Filme mit Quellen vergleichen sollte.
  6. Forschung im Team: Plane ein kleines Forschungsteam für die Arktis. Vergib mindestens vier unterschiedliche Aufgaben und erkläre, warum die Teammitglieder zusammenarbeiten müssen.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du die wichtigsten historischen Personen und die Hündin Titina benennen kannst. Du solltest die Norge als Luftschiff erkennen und die Route von Ny-Ålesund über den Nordpol nach Alaska grob erklären können. Du solltest wissen, dass der Nordpol im Arktischen Ozean liegt und was Navigation bedeutet. Außerdem sollst Du erklären können, warum historische Fotos, Berichte und Museumsobjekte Quellen sind und warum ein Animationsfilm trotz wahrer Grundlage erfundene Dialoge, Träume oder zugespitzte Szenen enthalten kann.

Ein besonders guter Lernnachweis zeigt nicht nur Faktenwissen. Er zeigt auch, dass Du vergleichst, begründest und Fragen stellst.




OERs zum Thema

Weitere passende Lernwege sind Norge (Luftschiff), Roald Amundsen, Umberto Nobile, Nordpol, Arktis, Luftschiff, Navigation, Kompass, Sextant, Animationsfilm und Quellenkritik.



Verknüpfte Lernbereiche


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