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Der Junge und die Wildgänse

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Der Junge und die Wildgänse



Der Junge und die Wildgänse


Einleitung

Der Junge und die Wildgänse ist ein französisch-norwegischer Abenteuer- und Familienfilm aus dem Jahr 2019. Regie führte Nicolas Vanier. Im Mittelpunkt stehen der 14-jährige Thomas, sein Vater Christian und eine Gruppe junger Zwerggänse. Der Film verbindet eine erfundene Abenteuergeschichte mit einer wirklichen Idee aus dem Artenschutz: Junge Gänse können sich eng an Menschen binden, und der französische Vogelschützer Christian Moullec hat tatsächlich versucht, Zwerggänsen mit einem Ultraleichtflugzeug eine andere Zugroute zu zeigen.

Wichtig: Der Film ist kein Dokumentarfilm. Manche Dinge beruhen auf wirklichen Ereignissen, andere wurden für Spannung und Gefühle erfunden. In diesem aiMOOC lernst Du deshalb immer beides: Was passiert im Film? und Was wissen wir aus der Wissenschaft?

Der Film ist in Deutschland ab 0 Jahren freigegeben. Dieser aiMOOC richtet sich besonders an Kinder ab 6 Jahren. Einige Szenen mit Sturm, Gefahr und Alleinflug können spannend wirken. Wenn Dich etwas beunruhigt, sprich mit einer erwachsenen Person darüber.

Hier siehst Du eine echte Zwerggans. Im Film sind Zwerggänse der Anlass für das große Abenteuer.

Der Trailer zeigt die Filmfiguren und die besondere Bildidee des Films: Ein Ultraleichtflugzeug fliegt gemeinsam mit Gänsen.


Was Du in diesem aiMOOC lernst

  1. Filmhandlung: Du kannst die wichtigsten Stationen der Geschichte in eigenen Worten erzählen.
  2. Realität und Fiktion: Du kannst unterscheiden, was zur Filmhandlung gehört und was durch reale Ereignisse oder Forschung belegt ist.
  3. Vogelzug: Du verstehst, warum viele Vögel zwischen Brutgebiet und Winterquartier wandern.
  4. Prägung: Du kannst erklären, warum junge Gänse einer vertrauten Bezugsperson folgen können.
  5. Orientierung: Du lernst, dass Zugvögel mehrere Hinweise nutzen, zum Beispiel Sonne, Sterne, Landschaften und das Magnetfeld der Erde.
  6. Flugroute: Du verstehst, warum Rastplätze und sichere Wege für Zugvögel wichtig sind.
  7. Artenschutz: Du kannst erklären, wie Menschen Zugvögel und Feuchtgebiete schützen können.


Der Film


Filmsteckbrief

Merkmal Information
Deutscher Titel Der Junge und die Wildgänse
Originaltitel Donne-moi des ailes
Erscheinungsjahr 2019
Regie Nicolas Vanier
Produktionsländer Frankreich und Norwegen
Laufzeit ungefähr 113 Minuten
Altersfreigabe in Deutschland FSK 0
Zentrale Themen Familie, Natur, Vogelzug, Mut, Verantwortung und Artenschutz


Die wichtigsten Figuren

  1. Thomas: Er ist 14 Jahre alt und verbringt seine Ferien zunächst nur widerwillig bei seinem Vater. Im Lauf der Geschichte entwickelt er eine enge Beziehung zu den jungen Gänsen.
  2. Christian: Thomas' Vater arbeitet mit Wildgänsen und möchte eine sichere Zugroute erproben.
  3. Paola: Sie ist Thomas' Mutter. Sie sorgt sich um ihren Sohn und muss im Verlauf der Geschichte schwierige Entscheidungen treffen.
  4. Die jungen Gänse: Sie werden für Thomas zu Gefährten. Durch ihre Nähe zu ihm wird das Thema Prägung für die Filmhandlung wichtig.


Die Filmgeschichte

Achtung: Dieser Abschnitt verrät wichtige Teile der Handlung.

Thomas möchte seine Ferien am liebsten mit Computerspielen verbringen. Stattdessen soll er Zeit bei seinem Vater Christian in der Natur verbringen. Christian beschäftigt sich mit einer bedrohten Wildgansart. Er hat die Idee, jungen Zwerggänsen eine sichere Zugroute zu zeigen. Dabei soll ein Ultraleichtflugzeug als fliegende Leitfigur dienen.

Am Anfang findet Thomas das Leben seines Vaters seltsam. Dann schlüpfen Gänseküken, und die Tiere bauen eine enge Beziehung zu ihm auf. Thomas kümmert sich um sie, spricht mit ihnen und wird für sie zu einer wichtigen Bezugsperson. Aus dem gelangweilten Besucher wird jemand, der Verantwortung übernimmt.

Echte Eier der Zwerggans zeigen: Bevor ein Küken schlüpft, entwickelt es sich geschützt im Ei. Im Film wird das Schlüpfen zu einem wichtigen Moment für die Bindung zwischen Thomas und den Jungvögeln.

Später werden die Gänse in den Norden gebracht. Von dort sollen sie eine neue Route in Richtung Frankreich lernen. Im Film kommt es zu Streit mit Behörden. Thomas startet schließlich selbst mit den Gänsen. Er folgt einer gespeicherten Route, muss landen, Hilfe finden und schwieriges Wetter überstehen. Seine Eltern versuchen, ihn einzuholen.

Die Landschaften des hohen Nordens stehen im Film für das Brutgebiet und den Beginn der langen Reise.

Thomas gelangt schließlich nach Frankreich. Der Film endet hoffnungsvoll: Die Gänse finden später wieder in den Norden zurück. Gleichzeitig hat sich Thomas verändert. Er hat gelernt, dass Naturbeobachtung, Verantwortung und Ausdauer wichtiger sein können als Bequemlichkeit.

Die Camargue im Süden Frankreichs ist eine große Feuchtlandschaft im Rhônedelta. Feuchtgebiete sind für sehr viele Vogelarten wichtige Nahrungs-, Brut- oder Rastgebiete.


Film und Wirklichkeit: Was stimmt wirklich?

Der Film ist von der Arbeit Christian Moullecs inspiriert, erzählt aber keine genaue Lebensgeschichte. Gerade bei einem Spielfilm ist es wichtig, zwischen Fakten und erzählerischen Erfindungen zu unterscheiden.

Im Film In der Wirklichkeit
Thomas wird zur wichtigsten Bezugsperson der jungen Gänse. Junge Gänse können in einer frühen Lebensphase eine starke soziale Bindung an vertraute Bezugspersonen entwickeln. Dieses Verhalten spielt bei der Prägung eine Rolle.
Ein Jugendlicher führt die Gänse auf einem langen gefährlichen Flug. Die reale Expedition, die den Film inspirierte, wurde von den erwachsenen Vogelschützern Christian und Paola Moullec durchgeführt. Der zentrale Alleinflug des Jugendlichen ist eine filmische Zuspitzung.
Die Route führt von Norwegen beziehungsweise Lappland nach Südfrankreich. Bei einem bekannten Versuch im Jahr 1999 wurden junge Zwerggänse von Mittelschweden mit einem Ultraleichtflugzeug bis in den Niederrheinraum in Deutschland geführt. Filmroute und reale Route sind also nicht gleich.
Die Gänse folgen dem Ultraleichtflugzeug. Dieses Grundprinzip beruht auf realen Erfahrungen mit handaufgezogenen und an Menschen gewöhnten Vögeln.
Die Zwerggans ist bedroht. Das stimmt. Die Art Anser erythropus wird weltweit als gefährdet eingestuft. Besonders kleine europäische Teilpopulationen brauchen intensiven Schutz.
Eine neue Route kann die Art im Alleingang retten. In Wirklichkeit braucht Artenschutz viele Maßnahmen gleichzeitig: sichere Rastplätze, Schutz vor illegaler Jagd, intakte Feuchtgebiete, Forschung, internationale Zusammenarbeit und langfristige Beobachtung.
Die Rückkehr der Gänse liefert ein eindeutiges Happy End. In der Natur ist Erfolg nie so einfach. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen über Jahre prüfen, ob Tiere überleben, sich fortpflanzen und sichere Routen dauerhaft nutzen.

Merksatz: Ein Spielfilm darf erfinden. Wissenschaft muss prüfen. Wenn Du beides auseinanderhältst, kannst Du den Film genießen und trotzdem genau denken.


Die Zwerggans

Die Zwerggans trägt den wissenschaftlichen Namen Anser erythropus. Sie ist kleiner als die ähnliche Blässgans. Erwachsene Zwerggänse haben einen auffälligen gelben Augenring und eine weiße Stirnpartie.

Zwerggänse gehören zu den Entenvögeln. Sie leben in Gruppen, fressen vor allem pflanzliche Nahrung und sind auf geeignete Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete angewiesen.

Merkmal Zwerggans
Wissenschaftlicher Name Anser erythropus
Tiergruppe Vögel, Familie Entenvögel
Kennzeichen klein, graubraunes Gefieder, weiße Stirn, gelber Augenring
Lebensräume Tundra, Feuchtwiesen, Seen, Moore und andere Feuchtgebiete
Verhalten sozial, wandernd, oft in Gruppen
Gefährdung weltweit gefährdet

Auf diesem Bild sind Zwerggänse zusammen mit größeren Graugänsen zu sehen. Der Größenvergleich hilft bei der Vogelbestimmung.


Warum ist die Zwerggans gefährdet?

Für Zugvögel reicht es nicht, nur einen Ort zu schützen. Sie brauchen eine ganze Kette geeigneter Lebensräume. Gefahren können sein:

  1. Lebensraumverlust: Feuchtgebiete werden entwässert, bebaut oder stark verändert.
  2. Jagd: Auf Zugwegen können Vögel legal oder illegal geschossen werden. Bei seltenen Arten kann schon der Verlust weniger Tiere schwer wiegen.
  3. Störung: Wenn rastende Vögel immer wieder aufgescheucht werden, verbrauchen sie wichtige Energie.
  4. Kollisionen: Leitungen und andere Bauwerke können auf Flugwegen gefährlich sein.
  5. Klimawandel: Veränderungen von Temperatur, Niederschlag und Lebensräumen können Brut- und Rastbedingungen verschieben.


Vogelzug

Vogelzug bedeutet, dass Vögel regelmäßig zwischen verschiedenen Gebieten wandern. Viele Arten ziehen im Herbst in Gebiete mit günstigeren Bedingungen und kehren im Frühjahr in ihre Brutgebiete zurück. Nicht alle Vögel ziehen, und nicht alle Arten fliegen gleich weit.

Das Video von SRF Kids erklärt kindgerecht, was Zugvögel im Winter machen.

Dieses logo!-Video erklärt, warum viele Zugvögel im Süden überwintern.


Warum ziehen Vögel überhaupt?

Vögel ziehen nicht einfach deshalb los, weil ihnen „kalt“ ist. Entscheidend ist, ob sie genug Nahrung und geeignete Lebensräume finden. Die Tageslänge verändert sich im Jahreslauf und kann den Körper auf die Zugzeit vorbereiten. Auch Wetter, Wind und Nahrungsangebot beeinflussen den Start.

Ein Brutgebiet kann im Sommer sehr günstig sein: lange Tage, viel Nahrung und geeignete Plätze für Junge. Im Winter kann dieselbe Region zu wenig Futter bieten. Dann lohnt sich eine Reise in ein anderes Gebiet.


Flugrouten: Straßen am Himmel

Eine Flugroute oder ein Flyway ist keine sichtbare Straße. Sie besteht aus vielen Gebieten, die Zugvögel nacheinander nutzen. Dazu gehören Brutplätze, Rastplätze und Winterquartiere.

Brutgebiet → Rastplatz → Rastplatz → Winterquartier → Rückweg

Diese vereinfachte Karte zeigt ein Beispiel für Vogelzug zwischen Europa und Afrika. Sie zeigt nicht die genaue Route der Zwerggänse aus dem Film.

Zwerggänse leben in mehreren Populationen mit unterschiedlichen Zugwegen. Bei heutigen Schutzprojekten werden unter anderem Vögel verfolgt, die von Brutgebieten in Norwegen zu Wintergebieten in Griechenland und der Türkei ziehen. Andere Bestände können andere Wege nutzen. Genau deshalb ist es falsch zu sagen: „Alle Zwerggänse fliegen dieselbe Strecke.“

Diese Verbreitungskarte der Zwerggans zeigt Brut-, Zug- und Überwinterungsgebiete nach einer IUCN-Darstellung von 2018. Karten sind Momentaufnahmen und können sich mit neuen Daten ändern.


Rastplätze sind Tankstellen

Ein langer Flug kostet viel Energie. Vögel brauchen Plätze zum Ruhen, Fressen und Trinken. Solche Rastplätze sind wie Tankstellen auf einer langen Reise. Wird eine wichtige „Tankstelle“ zerstört, kann eine ganze Zugroute schwieriger werden.

Denkfrage: Was würde passieren, wenn Du auf einer sehr langen Reise zwar Start und Ziel kennst, aber unterwegs keine Möglichkeit zum Ausruhen oder Essen hättest?


Wie finden Zugvögel den Weg?

Zugvögel besitzen kein einziges geheimes Navigationsgerät. Sie nutzen mehrere Hinweise. Welche Hinweise besonders wichtig sind, unterscheidet sich je nach Art, Alter, Tageszeit und Situation.

  1. Sonnenkompass: Die Stellung der Sonne kann bei der Richtungsorientierung helfen.
  2. Sternenkompass: Manche nachts ziehenden Vögel orientieren sich an Sternmustern und der Drehung des Sternenhimmels.
  3. Erdmagnetfeld: Viele Zugvögel können Informationen aus dem Magnetfeld der Erde nutzen.
  4. Landmarken: Küsten, Flüsse, Berge und andere Landschaftsformen können als Orientierungspunkte dienen.
  5. Lernen: Erfahrung spielt eine Rolle. Bei manchen Arten helfen ältere Tiere oder soziale Gruppen dabei, gute Wege und Rastplätze kennenzulernen.
  6. Geruchssinn: Bei einigen Vogelarten können auch Gerüche zur Orientierung beitragen.

Das Terra-X-plus-Video zeigt am Beispiel von Zugvögeln, wie Menschen bei einem Schutzprojekt eine Route unterstützen. Vergleiche die Idee anschließend mit dem Film: Was ist ähnlich, was anders?

Wichtig: Es wäre zu einfach zu sagen, Zugvögel hätten „einen eingebauten GPS-Chip“. Das ist nur ein Vergleich. Ihr Orientierungssystem besteht aus mehreren biologischen Fähigkeiten und gelernten Informationen.


Prägung: Warum folgen junge Gänse?

Prägung ist eine besondere Form des frühen Lernens. Bei Nestflüchtern wie Gänsen können Jungtiere kurz nach dem Schlüpfen eine starke Bindung an eine vertraute soziale Bezugsperson entwickeln und ihr folgen. Normalerweise ist das die Mutter oder ein anderes Tier der eigenen Gruppe.

In bekannten Verhaltensbeobachtungen und Experimenten folgten junge Gänse auch Menschen, wenn diese in der frühen Lebensphase ihre wichtigsten Bezugspersonen waren. Diese Erkenntnis wurde durch Arbeiten des Verhaltensforschers Konrad Lorenz berühmt. Heute wissen Forschende, dass Prägung komplexer ist als der Satz „Das erste Wesen wird immer die Mutter“. Zeitpunkt, Erfahrung, Art und Situation spielen eine Rolle.

Im Film wird die Prägung stark vereinfacht erzählt: Die Küken bauen vor allem zu Thomas eine Bindung auf und folgen ihm. Das macht die Geschichte verständlich und spannend, ist aber eine filmische Zuspitzung.

In diesem Beitrag von National Geographic ist Christian Moullec tatsächlich mit Vögeln und einem Ultraleichtflugzeug zu sehen. Das ist ein guter Vergleich zur Filmidee.


Warum fliegen Gänse manchmal in V-Formation?

Viele große Zugvögel fliegen zeitweise in einer V-Formation. Dabei kann der Luftstrom der vorausfliegenden Vögel den nachfolgenden Tieren helfen, Energie zu sparen. Die genaue Position im Verband wird immer wieder angepasst.

Das logo!-Video erklärt kindgerecht, warum große Vögel häufig in Formation fliegen.

Beobachtungsauftrag: Wenn Du im Herbst oder Frühjahr einen großen Vogelschwarm siehst, beobachte nur aus der Ferne. Kannst Du eine Linie, ein V oder wechselnde Gruppenformen erkennen?


Artenschutz: Was hilft Zugvögeln wirklich?

Artenschutz bedeutet, Arten und ihre Lebensgrundlagen zu erhalten. Bei Zugvögeln müssen Menschen über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten, weil ein Vogel im Laufe eines Jahres viele Staaten durchqueren kann.

  1. Feuchtgebiet schützen: Seen, Moore, Überschwemmungsflächen und Feuchtwiesen bieten Nahrung und Ruhe.
  2. Rastplatz sichern: Schutzgebiete entlang der Zugroute sind besonders wichtig.
  3. Jagdrecht beachten und illegale Tötung verhindern: Seltene Arten brauchen wirksamen Schutz.
  4. Vogelmonitoring betreiben: Forschende zählen, beringen oder besendern Vögel, um Bestände und Zugwege zu verstehen.
  5. Internationale Zusammenarbeit stärken: Abkommen wie AEWA koordinieren Schutzmaßnahmen für wandernde Wasservögel.
  6. Störungen vermeiden: Menschen und Hunde sollten empfindliche Rast- und Brutbereiche nicht betreten.
  7. Naturbildung fördern: Wer Arten kennt, kann Gefahren erkennen und sich besser für ihren Schutz einsetzen.

Ein Zugvogel verbindet viele Orte miteinander. Deshalb kann Artenschutz nur funktionieren, wenn die wichtigen Stationen der ganzen Reise geschützt werden.


Forschung mit Sendern

Heute können manche Vögel mit kleinen GPS-Sendern ausgestattet werden. Forschende sehen dadurch, welche Wege sie nehmen, wo sie rasten und welche Gebiete besonders wichtig sind. Solche Daten helfen, Schutzgebiete gezielter zu planen.

Bei aktuellen europäischen Projekten werden auch Zwerggänse mit GPS verfolgt. Dabei wurde unter anderem die Verbindung zwischen Brutgebieten in Norwegen und Wintergebieten in Griechenland und der Türkei dokumentiert. Das zeigt: Die reale Zugforschung ist genauer und komplizierter als eine einzelne Linie auf einer Filmkarte.


Die wahre Inspiration des Films

Christian und Paola Moullec arbeiteten in den 1990er-Jahren mit handaufgezogenen Vögeln und Ultraleichtflugzeugen. Ein besonders bekannter Versuch fand 1999 statt. Damals wurden junge Zwerggänse von Mittelschweden in Richtung Niederrhein in Deutschland geführt. Die Idee war, den Tieren einen Weg zu zeigen, der bestimmte Gefahren einer anderen Route vermeiden sollte.

Der Film übernimmt die Grundidee Mensch + geprägte Gänse + Ultraleichtflugzeug + neue Zugroute, verändert aber Personen, Strecke und Abenteuer stark. Besonders die Rolle von Thomas wurde für den Spielfilm ausgebaut. Die reale Reise wurde von Erwachsenen durchgeführt.

Dieses Video zeigt Christian Moullec beim Flug mit Gänsen. Beobachte die Abstände zwischen Fluggerät und Vögeln und vergleiche sie mit den Bildern aus dem Filmtrailer.


Quellen und Faktencheck

  1. Wikipedia: Der Junge und die Wildgänse – Filmdaten, Handlung und Hintergrund.
  2. Capelight Pictures: Der Junge und die Wildgänse – deutsche Filmbeschreibung und Trailer.
  3. BirdLife International: Lesser White-fronted Goose – Gefährdungsstatus und Artinformationen.
  4. Europäische Kommission / CINEA: LIFE-Projekt zur Zwerggans – aktuelle Schutzarbeit und GPS-Tracking.
  5. Übereinkommen AEWA – internationaler Schutz wandernder Wasservögel.
  6. Cornell Lab: Navigation bei Zugvögeln – wissenschaftlich erklärte Orientierungshilfen.
  7. AEWA/BTO: Review of European flyways of the Lesser White-fronted Goose – Hintergrund zur europäischen Zugroute und zum Ultraleichtflug-Versuch von 1999.
  8. Les Grignoux: Pädagogisches Dossier zu Donne-moi des ailes – Vergleich zwischen realer Expedition und Spielfilm.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Gänseart steht im Mittelpunkt des Films? (Zwerggans) (!Kanadagans) (!Nilgans) (!Schneegans)




Was bedeutet Vogelzug? (Regelmäßige Wanderung von Vögeln zwischen verschiedenen Gebieten) (!Jeder kurze Flug von einem Baum zum nächsten) (!Nur das Fliegen in einem Zoo) (!Das Bauen eines Vogelnestes)




Was ist Prägung bei jungen Gänsen? (Eine frühe Form des Lernens und der sozialen Bindung) (!Eine Krankheit der Federn) (!Eine Farbe auf dem Schnabel) (!Ein Schlafplatz im Wasser)




Welcher Teil der Geschichte ist für den Film besonders erfunden und zugespitzt? (Der Jugendliche führt die Gänse allein auf dem gefährlichen Langstreckenflug) (!Zwerggänse sind echte Vögel) (!Vögel können wandern) (!Feuchtgebiete sind wichtige Lebensräume)




Was können Zugvögel zur Orientierung nutzen? (Das Magnetfeld der Erde) (!Straßenschilder für Autos) (!Ampeln an jeder Landesgrenze) (!Nur den Geruch von Benzin)




Warum sind Rastplätze für Zugvögel wichtig? (Dort können sie ruhen und Nahrung aufnehmen) (!Dort müssen sie schwimmen lernen) (!Dort werden alle Vögel Haustiere) (!Dort endet jeder Vogelzug)




Was stimmt über die Filmroute und die reale Expedition von 1999? (Sie sind nicht dieselbe Strecke) (!Sie sind auf den Meter genau gleich) (!Beide führten nur durch Frankreich) (!Beide fanden ohne Erwachsene statt)




Warum fliegen große Zugvögel manchmal in V-Formation? (Die Formation kann beim Energiesparen helfen) (!Damit jeder Vogel allein fliegt) (!Damit die Vögel nicht landen können) (!Damit nur der letzte Vogel Wind spürt)




Was hilft bedrohten Zugvögeln besonders? (Ein Netz aus geschützten Lebensräumen entlang der Zugroute) (!Nur ein einziger geschützter Baum) (!Möglichst viele Störungen am Rastplatz) (!Das Trockenlegen von Feuchtgebieten)




Warum ist der Film keine genaue Dokumentation der Wirklichkeit? (Er verbindet reale Anregungen mit erfundenen Figuren und Abenteuern) (!Weil es keine echten Gänse gibt) (!Weil Vogelzug erfunden ist) (!Weil Frankreich nicht existiert)





Memory

Zwerggans gefährdete Gänseart im Mittelpunkt des Films
Prägung frühe soziale Bindung und Lernform
Vogelzug regelmäßige jahreszeitliche Wanderung
Rastplatz Ort zum Ruhen und Energieauftanken
Erdmagnetfeld möglicher Hinweis für die Orientierung
Feuchtgebiet wichtiger Lebensraum für viele Wasservögel
Artenschutz Schutz von Arten und ihren Lebensräumen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Prägung frühe Bindung
Magnetfeld Orientierung
Rastplatz Erholung
V-Formation energiesparender Gruppenflug
Feuchtgebiet Lebensraum






Kreuzworträtsel

Zwerggans Welche Gänseart steht im Mittelpunkt des Films?
Prägung Wie heißt die frühe Bindung junger Gänse an eine Bezugsperson?
Magnetfeld Welches unsichtbare Feld der Erde kann Vögeln bei der Orientierung helfen?
Camargue Wie heißt die Feuchtlandschaft im Süden Frankreichs?
Rastplatz Wie heißt ein Ort, an dem Zugvögel auf einer Reise pausieren?
Artenschutz Wie nennt man Maßnahmen zum Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Film erzählt von dem Jungen

und jungen Wildgänsen.
Die bedrohte Gänseart im Mittelpunkt heißt

.
Eine frühe soziale Bindung junger Tiere nennt man

.
Die regelmäßige jahreszeitliche Wanderung vieler Vögel heißt

.
Unterwegs brauchen Zugvögel sichere

.
Bei der Orientierung kann das

helfen.
Auch Sonne, Sterne und Landschaften liefern Vögeln wichtige

.
Große Zugvögel fliegen manchmal in einer

.
Der reale Ultraleichtflugversuch von 1999 führte von Schweden nach

.
Der Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume heißt

.
Der Film ist von wahren Ereignissen inspiriert, bleibt aber ein

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Filmplakat: Gestalte ein eigenes Plakat zum Film. Zeige darauf Thomas, Gänse und eine Landschaft, ohne das echte Filmplakat zu kopieren.
  2. Vogelbeobachtung: Beobachte zehn Minuten lang Vögel in Deiner Umgebung. Notiere oder zeichne, ob sie allein, zu zweit oder in einer Gruppe unterwegs sind.
  3. Vogelzug: Zeichne eine einfache Reise mit Start, zwei Rastplätzen und Ziel. Erkläre, warum jeder Rastplatz wichtig ist.
  4. Realität und Fiktion: Nenne zwei Dinge aus dem Film, die real möglich sind, und zwei Dinge, die für die Geschichte besonders dramatisch erzählt werden.


Standard

  1. Zwerggans: Erstelle einen kindgerechten Steckbrief mit Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Zugverhalten und Gefährdung.
  2. Prägung: Erkläre mit einem selbst gezeichneten Bilderstreifen, wie eine junge Gans eine Bezugsperson kennenlernt. Ergänze den Hinweis, dass echte Prägung komplexer ist als im Film.
  3. Orientierung: Baue mit Papier, Taschenlampe und Kompass ein Modell. Zeige, welche verschiedenen Hinweise ein Zugvogel zur Orientierung nutzen könnte.
  4. Feuchtgebiet: Suche ein Feuchtgebiet in Deiner Region. Finde heraus, welche Vögel dort leben oder rasten und welche Regeln Besucherinnen und Besucher beachten sollen.


Schwer

  1. Faktencheck: Wähle drei Filmszenen aus und recherchiere zu jeder Szene, welcher Teil wissenschaftlich belegt und welcher Teil filmisch gestaltet ist. Nenne Deine Quellen.
  2. Flugroute: Entwirf auf einer Europakarte eine möglichst sichere Route für einen Zugvogel. Begründe die Lage Deiner Rastplätze und markiere mögliche Gefahren.
  3. Artenschutzprojekt: Plane in einer Gruppe eine kleine Schulaktion für Zugvögel, zum Beispiel eine Ausstellung, einen Aktionstag oder eine Beobachtungsstation. Formuliert Ziel, Ablauf und Schutzregeln.
  4. Filmgespräch: Führt ein Interview mit einer Person aus Naturschutz, Vogelwarte oder Umweltbildung. Fragt, was der Film gut vermittelt und wo die Wirklichkeit komplizierter ist.




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Lernkontrolle

  1. Film und Wirklichkeit: Erkläre an drei Beispielen, warum „von wahren Ereignissen inspiriert“ nicht dasselbe bedeutet wie „genau so passiert“.
  2. Vogelzug und Lebensraum: Ein wichtiger Rastplatz wird trockengelegt. Beschreibe mindestens drei mögliche Folgen für Zugvögel und überlege eine Schutzmaßnahme.
  3. Orientierung: Ein Vogel kann wegen dichter Wolken die Sonne nicht sehen. Erkläre, warum er trotzdem nicht automatisch orientierungslos sein muss.
  4. Prägung und Verantwortung: Beurteile die Idee, Wildtiere absichtlich stark an Menschen zu gewöhnen. Welche Vorteile kann das in einem Schutzprojekt haben und welche Probleme können entstehen?
  5. Flugroute: Vergleiche eine Filmroute mit einer echten Zugroute. Welche Informationen müsste ein Forschungsteam sammeln, bevor es eine Route als „sicher“ bezeichnet?
  6. Artenschutz: Begründe, warum ein Schutzgebiet nur im Brutgebiet für einen Langstreckenzieher nicht ausreicht.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Filmwissen aufzählst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Filmhandlung: Du kannst Anfang, Wendepunkte und Ende der Geschichte verständlich zusammenfassen.
  2. Realität und Fiktion: Du kannst mindestens vier Unterschiede zwischen Filmhandlung und realem Hintergrund erklären.
  3. Zwerggans: Du kennst wichtige Merkmale, Lebensräume und den Gefährdungsstatus der Art.
  4. Vogelzug: Du kannst erklären, warum Vögel ziehen und warum Rastplätze notwendig sind.
  5. Orientierung: Du kannst mehrere Orientierungshilfen nennen und erklären, dass kein einzelner Hinweis immer ausreicht.
  6. Prägung: Du kannst die Grundidee erklären und die vereinfachte Darstellung im Film einordnen.
  7. Artenschutz: Du kannst mindestens drei Schutzmaßnahmen nennen und begründen.
  8. Quellenkritik: Du kannst angeben, woher eine Information stammt und ob es sich um Filmhandlung, Forschung oder eigene Vermutung handelt.




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