Im Reich der Raubkatzen

Im Reich der Raubkatzen
Im Reich der Raubkatzen
Einleitung
Im Reich der Raubkatzen ist ein Naturdokumentarfilm aus dem Jahr 2011. Der Originaltitel lautet African Cats. Die Regisseure Keith Scholey und Alastair Fothergill beobachteten über einen langen Zeitraum wilde Tiere in der Masai Mara in Kenia. In der deutschen Fassung führt die Stimme von Thomas Fritsch durch den Film.
Im Mittelpunkt stehen die junge Löwin Mara, ihre Mutter, die Gepardin Sita mit ihren fünf Jungen und der Löwe Fang. Du siehst echte Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Gleichzeitig wird aus den Beobachtungen mit Namen, Musik, Schnitt und Erzählstimme eine spannende Geschichte gestaltet.
Dieser aiMOOC richtet sich an Kinder ab 6 Jahren. Du lernst, wie Löwen und Geparden leben, wie sie ihre Jungen aufziehen, warum sie jagen, was ein Revier ist, wie eine Nahrungskette funktioniert und welche besonderen Anpassungen Raubkatzen an das Leben in der Savanne besitzen.
Wichtig beim Anschauen: In einem Naturfilm über Raubkatzen gehören auch Jagd, Hunger, Verletzungen und Abschied zum Leben der Tiere. Manche Szenen können spannend, traurig oder aufregend sein. Raubkatzen jagen nicht, weil sie „böse“ sind, sondern weil sie Nahrung brauchen. Wenn Dir eine Szene zu viel wird, kannst Du wegsehen, eine Pause machen oder mit einer erwachsenen Person darüber sprechen.

Der offizielle Trailer gibt einen ersten Eindruck vom Film. Auch im Trailer kann es aufregende Tierbegegnungen geben.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum Löwen und Geparden zwar beide Raubkatzen sind, aber unterschiedlich leben. Du kannst Unterschiede im Familienleben, bei der Jagd und bei der Nutzung eines Reviers beschreiben. Außerdem kannst Du eine einfache Nahrungskette der Savanne erklären und zeigen, wie Fell, Körperbau, Krallen, Augen, Ohren und Verhalten den Tieren beim Leben in ihrer Umwelt helfen.
Der Film und seine Tiergeschichten
Mara und das Löwenrudel
Mara ist zu Beginn des Films eine junge Löwin. Sie lebt mit ihrer Mutter und weiteren Löwinnen in einem Rudel. Ein Löwenrudel ist eine soziale Gruppe. Die Tiere ruhen zusammen, ziehen Junge auf, schützen einander und können bei der Jagd zusammenarbeiten.
Mara muss im Laufe der Geschichte viel lernen. Sie beobachtet die erwachsenen Tiere, spielt, übt Bewegungen und wird nach und nach selbstständiger. Der Film zeigt damit nicht nur ein einzelnes Abenteuer, sondern auch das Erwachsenwerden eines Wildtiers.

Löwenjunge sind zunächst stark auf ihre Mutter und das Rudel angewiesen. Später lernen sie immer mehr Verhaltensweisen, die sie als erwachsene Tiere benötigen.
Sita und ihre Gepardenjungen
Sita ist eine Gepardin und Mutter von fünf Jungen. Gepardenweibchen leben meist allein, außer wenn sie Junge aufziehen. Deshalb muss Sita viele Aufgaben selbst übernehmen: Sie sucht sichere Plätze, beobachtet die Umgebung, sucht Nahrung und führt ihre Jungen durch die Savanne.

Die Jungen lernen durch Beobachten, Spielen und Mitlaufen. Spielen ist bei jungen Raubkatzen nicht nur Zeitvertreib. Beim Rennen, Springen, Anschleichen und Raufen trainieren sie Bewegungen, die später wichtig werden können.
Fang und das Revier
Fang ist im Film ein erwachsener Löwe und Teil des Löwenrudels. Erwachsene Löwen nutzen bestimmte Gebiete, in denen sie Ruheplätze, Wasser und Beutetiere finden. Solche Gebiete können als Revier verteidigt werden.
Wenn fremde Löwen in ein solches Gebiet kommen, kann es zu Drohen, Brüllen, Verfolgen oder Kämpfen kommen. Für Kinder ist wichtig: Solches Verhalten ist keine Filmrolle wie bei einem menschlichen „Bösewicht“. Es gehört zum natürlichen Verhalten der Tiere.
Echte Tiere und erzählte Geschichte
Ein Dokumentarfilm zeigt Aufnahmen aus der wirklichen Welt. Trotzdem entsteht ein Film erst durch Auswahl und Gestaltung. Die Filmemacher entscheiden, welche Aufnahme gezeigt wird, welche Reihenfolge die Bilder bekommen, welche Musik zu hören ist und was die Erzählstimme sagt.
Die Tiere in Im Reich der Raubkatzen sind echt. Ihre Namen und die erzählte Handlung helfen dem Publikum aber, den vielen Beobachtungen zu folgen. Deshalb ist es sinnvoll, beim Anschauen zwei Fragen auseinanderzuhalten:
- Beobachtung: Was kann ich wirklich im Bild sehen oder hören?
- Deutung: Was erzählt die Stimme darüber, was das Tier vielleicht denkt oder fühlt?
Wir können Tierverhalten sehr genau beobachten. Was ein Tier genau denkt, können Menschen jedoch nicht einfach wissen. So lernst Du beim Film nicht nur etwas über Tiere, sondern auch über Medienkompetenz.
Die Savanne als Lebensraum
Die Geschichte spielt in der Masai Mara, einem Schutzgebiet im Südwesten Kenias. Die Landschaft gehört zum großen Ökosystem von Serengeti und Masai Mara. Typisch sind weite Grasflächen, einzelne Bäume und Sträucher sowie Flüsse und andere Wasserstellen.

Eine Savanne ist kein leerer Raum. Zwischen den Gräsern, Büschen und Bäumen leben viele verschiedene Tiere. Pflanzenfresser wie Gazellen, Zebras und Gnus finden dort Nahrung. Raubtiere wiederum finden dort Beutetiere. Vögel, Insekten und viele kleinere Lebewesen gehören ebenfalls zum Lebensraum.
Der Mara-Fluss
Wasser ist in der Savanne besonders wichtig. Der Mara-Fluss führt durch das Gebiet und ist für viele Tiere Trinkplatz, Hindernis und Lebensraum zugleich.

Im Film trennt der Fluss zeitweise auch Gebiete von Löwen. Tiere müssen bei ihren Wanderungen manchmal Wasserläufe überqueren. Dadurch wird deutlich: Ein Lebensraum besteht nicht nur aus Boden und Pflanzen. Wasser, Wetter, Nahrung, Verstecke und andere Tiere wirken zusammen.
Trockenzeit und Regenzeit
In der Savanne wechseln trockenere und feuchtere Zeiten. Wenn Regen fällt, können Gräser kräftig wachsen. Pflanzenfresser finden dann neue Nahrung. Wenn es lange trocken bleibt, wird Futter knapper und Wasserstellen werden wichtiger.
Viele große Pflanzenfresser wandern dorthin, wo sie bessere Weidegründe finden. Diese Wanderungen beeinflussen wiederum die Raubtiere, denn auch Löwen und Geparden müssen dort leben können, wo sie Nahrung finden.

Löwen: Gemeinsam im Rudel
Löwen gehören zu den wenigen Katzenarten, die regelmäßig in sozialen Gruppen leben. Ein Rudel kann aus mehreren verwandten Löwinnen, ihren Jungen und erwachsenen Männchen bestehen.

Familienleben bei Löwen
Löwinnen können ihre Jungen gemeinsam schützen und betreuen. Junge Löwen spielen miteinander und lernen dabei wichtige Bewegungen und soziale Signale. Sie beobachten die älteren Tiere und sammeln mit zunehmendem Alter eigene Erfahrungen.
In einer Gruppe kann Zusammenarbeit Vorteile haben. Mehrere Tiere können gemeinsam aufmerksam sein, Junge verteidigen oder bei einer Jagd zusammenarbeiten. Gleichzeitig gibt es auch Konkurrenz, zum Beispiel um Nahrung oder um die Führung eines Reviers.
So verständigen sich Löwen
Löwen verständigen sich mit Lauten, Körperhaltung und Gerüchen. Ein lautes Brüllen kann über große Entfernung gehört werden. Es kann anderen Löwen zeigen, dass ein Gebiet bereits genutzt wird.
Auch Berühren, Reiben, Blickrichtung, Ohrenstellung und Schwanzbewegungen können Informationen geben. Wer Tiere beobachtet, sollte deshalb nicht nur auf Geräusche achten.
Wie Löwen jagen
Löwen sind kräftige Raubkatzen. Sie versuchen, sich einer Beute möglichst unauffällig zu nähern. In offenen Landschaften können Löwinnen gemeinsam jagen und sich dabei gegenseitig unterstützen.
Löwen sind keine Dauerläufer. Sie sparen viel Energie und ruhen lange. Bei der Jagd kommt es deshalb darauf an, den richtigen Augenblick zu nutzen.
Eine kindgerechte Reportage über das Leben von Löwen:
Geparden: Schnell und wendig
Der Gepard hat einen anderen Körperbau als der Löwe. Er ist leichter, schlanker und langbeiniger. Sein langer Schwanz hilft beim schnellen Laufen und bei Richtungswechseln.

Familienleben bei Geparden
Gepardenweibchen leben meistens allein, solange sie keine Jungen aufziehen. Eine Mutter mit Jungen bildet jedoch für viele Monate eine enge Familie.
Sita muss im Film gleichzeitig Nahrung finden und auf ihre Jungen achten. Die Jungen folgen ihr später durch die Savanne und lernen, wie man Gefahren erkennt, sich versteckt, rennt und schließlich selbst Nahrung findet.
Der Körper eines Geparden
Der Gepard ist besonders gut an kurze, schnelle Läufe angepasst. Sein Körper ist schlank, die Beine sind lang und die Wirbelsäule ist sehr beweglich. Die Krallen können nur teilweise eingezogen werden und geben beim Laufen Halt.
Der lange Schwanz wirkt bei schnellen Richtungswechseln wie eine Hilfe zum Ausbalancieren. Die Augen liegen nach vorn und helfen beim genauen Beobachten der Beute. Die schwarzen Streifen im Gesicht werden oft Tränenstreifen genannt.
Wie Geparden jagen
Geparden sind überwiegend am Tag aktiv. Sie beobachten zunächst ihre Umgebung und nähern sich einer geeigneten Beute. Erst auf relativ kurzer Entfernung beginnen sie einen sehr schnellen Lauf.
Sie können ihre Höchstgeschwindigkeit nur kurz halten. Deshalb sind Anschleichen, der richtige Abstand und schnelle Richtungswechsel wichtig.
Eine kindgerechte Reportage über die Jagdweise des Geparden:
Löwe und Gepard im Vergleich
Obwohl Löwe und Gepard beide zur Familie der Katzen gehören, haben sie unterschiedliche Lösungen für das Leben in der Savanne.
| Merkmal | Löwe | Gepard |
|---|---|---|
| Körperbau | Kräftig und muskulös | Schlank und langbeinig |
| Familienleben | Lebt häufig im Rudel | Weibchen meist allein, außer mit Jungen |
| Jagd | Oft Anschleichen, manchmal Zusammenarbeit mehrerer Löwinnen | Anschleichen und kurzer schneller Sprint |
| Aktive Zeit | Häufig in kühleren Stunden und bei Dunkelheit | Häufig am Tag |
| Stärke | Kraft und Zusammenarbeit | Geschwindigkeit und Wendigkeit |
| Fell | Gelblich-braun und dadurch im Gras oft unauffällig | Gelblich mit dunklen Flecken und dadurch im Gras oft unauffällig |
| Schwanz | Hilft bei Balance und Verständigung | Besonders wichtig für Balance bei schnellen Richtungswechseln |
| Junge | Können im Rudel von mehreren Löwinnen betreut werden | Werden vor allem von ihrer Mutter versorgt |
Gemeinsamkeiten
Beide Raubkatzen besitzen scharfe Zähne, gute Augen, empfindliche Ohren und kräftige Muskeln. Beide brauchen Wasser, Nahrung, sichere Ruheplätze und genügend Raum. Ihre Fellfarben helfen ihnen, in der Savannenlandschaft weniger aufzufallen.
Beide Arten müssen außerdem lernen. Junge Tiere werden nicht mit allen Jagdfähigkeiten fertig geboren. Durch Beobachten, Üben und Spielen verbessern sie ihre Bewegungen.
Revier: Platz zum Leben
Ein Revier ist ein Gebiet, das ein Tier oder eine Tiergruppe regelmäßig nutzt und gegen andere Tiere derselben Art verteidigen kann. Dort befinden sich wichtige Dinge wie Nahrung, Wasser, Ruheplätze oder Partner.
Löwen können Reviergrenzen durch Gerüche, Kratzspuren und Brüllen anzeigen. Geparden markieren ebenfalls Orte mit Geruch. Dabei ist wichtig: Nicht jedes Tier nutzt sein Gebiet auf genau dieselbe Art.
Ein Revier ist nicht mit einem Zaun umgeben. Die Grenzen sind für uns Menschen oft unsichtbar. Für die Tiere können Gerüche, Geräusche und bekannte Wege trotzdem wichtige Hinweise sein.
Warum entstehen Revierkämpfe?
Wenn mehrere Tiere dieselben wichtigen Plätze nutzen wollen, kann Konkurrenz entstehen. Manchmal reicht eine Drohgebärde oder ein Ruf, manchmal weicht ein Tier aus und manchmal kommt es zu einem Kampf.
Im Film werden solche Situationen besonders spannend erzählt. In der Natur geht es dabei aber nicht um „gut“ gegen „böse“, sondern um Platz, Nahrung, Fortpflanzung und Sicherheit.
Jagd behutsam verstehen
Raubkatzen sind Fleischfresser. Sie müssen andere Tiere fangen und fressen, um zu überleben. Pflanzenfresser wiederum versuchen, Gefahren früh zu erkennen und zu fliehen. Beide Seiten besitzen besondere Anpassungen.

Auf diesem Bild siehst Du eine Verfolgung. Solche Bilder können aufregend sein. Für die Gazelle geht es darum zu entkommen, für den Geparden darum, Nahrung zu bekommen.
Merksatz: In einem Ökosystem sind Raubtier und Beutetier keine Feinde wie Figuren in einer Geschichte. Sie gehören zu einem Netz von Beziehungen in der Natur.
Wenn eine Szene traurig macht
Es ist völlig möglich, bei einer Tierdokumentation gleichzeitig zu staunen und traurig zu sein. Du kannst Mitgefühl mit einem Beutetier haben und trotzdem verstehen, warum ein Raubtier jagen muss.
Wenn Du den Film in einer Gruppe anschaust, könnt Ihr vorab ein Zeichen vereinbaren. Wer das Zeichen gibt, braucht eine kurze Pause oder möchte eine Szene überspringen. Danach kann gemeinsam besprochen werden, was passiert ist.
Nahrungsketten in der Savanne
Eine Nahrungskette zeigt vereinfacht, wer wem als Nahrung dient. Sie beginnt häufig bei grünen Pflanzen. Pflanzen können mit Hilfe von Sonnenlicht wachsen. Pflanzenfresser fressen die Pflanzen. Fleischfresser fressen wiederum andere Tiere.
Ein einfaches Beispiel lautet:
Sonnenlicht → Gras → Thomson-Gazelle → Gepard

Ein weiteres vereinfachtes Beispiel lautet:
Sonnenlicht → Gras → Gnu → Löwe
Diese Pfeile bedeuten: Die Nahrung und die darin gespeicherte Energie werden weitergegeben. Der Pfeil zeigt also in Richtung des Tieres, das die Nahrung nutzt.
Warum ein Nahrungsnetz genauer ist
In Wirklichkeit frisst eine Gazelle nicht nur eine einzige Pflanze und ein Löwe nicht nur eine einzige Beutetierart. Deshalb sind viele Nahrungsketten miteinander verbunden. Daraus entsteht ein Nahrungsnetz.
Ein Löwe kann zum Beispiel verschiedene Huftiere erbeuten. Geparden jagen häufig kleinere bis mittelgroße Huftiere wie Gazellen. Hyänen können selbst jagen und auch Aas nutzen. Geier beseitigen Reste. Zersetzer wie Pilze und Bakterien bauen abgestorbenes Material ab und führen Nährstoffe in den Kreislauf zurück.
So hängt vieles miteinander zusammen.
Was passiert, wenn ein Teil fehlt?
Wenn sehr wenig Gras wächst, finden Pflanzenfresser weniger Nahrung. Wenn es deutlich weniger Pflanzenfresser gibt, können auch Raubtiere weniger Nahrung finden. Wenn Raubtiere fehlen, können sich manche Beutetierbestände stark verändern.
Ein Ökosystem ist deshalb kein starres Uhrwerk. Es verändert sich ständig und besteht aus vielen Beziehungen.
Anpassungen von Raubkatzen
Eine Anpassung ist ein Merkmal oder Verhalten, das einer Art in ihrem Lebensraum hilft. Anpassungen entstehen nicht, weil ein einzelnes Tier sie sich wünscht. Sie haben sich über sehr viele Generationen entwickelt.
Tarnung
Das gelblich-braune Fell eines Löwen fällt zwischen trockenem Gras weniger auf. Auch die Flecken eines Geparden können die Körperform im Wechsel von Licht und Schatten weniger deutlich erscheinen lassen.
Tarnung bedeutet nicht, dass ein Tier unsichtbar wird. Es bedeutet, dass es schwerer zu entdecken sein kann.
Augen und Ohren
Raubkatzen können Bewegungen gut erkennen. Nach vorn gerichtete Augen helfen beim räumlichen Sehen und beim Abschätzen von Entfernungen.
Die Ohren können kleine Geräusche wahrnehmen und ihre Richtung bestimmen. Für ein Tier, das sich anschleicht, kann jedes Geräusch wichtig sein.
Pfoten und Krallen
Löwen besitzen kräftige Pfoten und einziehbare Krallen. Gepardenkrallen sind nur bedingt einziehbar. Das hilft ihnen, beim schnellen Laufen guten Halt auf dem Boden zu bekommen.
Muskeln und Wirbelsäule
Löwen sind sehr kräftig gebaut. Geparden besitzen dagegen einen leichten Körper und eine besonders bewegliche Wirbelsäule. Beide Körperformen passen zu ihrer jeweiligen Jagdweise.
Verhalten als Anpassung
Nicht nur Körpermerkmale sind wichtig. Auch Verhalten kann helfen. Löwinnen können gemeinsam jagen. Geparden wählen häufig Tageszeiten, zu denen sie andere große Raubtiere eher vermeiden. Mütter suchen sichere Plätze für ihre Jungen.
Andere Tiere im Reich der Raubkatzen
Löwen und Geparden leben nicht allein. In der Masai Mara begegnen ihnen viele andere Tiere.
- Thomson-Gazelle: Ein Pflanzenfresser und häufiges Beutetier von Geparden.
- Gnu: Ein großer Pflanzenfresser, der in riesigen Herden wandern kann.
- Zebra: Ein Grasfresser, der häufig in Gruppen unterwegs ist.
- Hyäne: Ein Raubtier, das selbst jagt und außerdem Aas nutzen kann.
- Afrikanischer Elefant: Ein großer Pflanzenfresser der afrikanischen Landschaft.
- Giraffe: Ein Pflanzenfresser, der Blätter in großer Höhe erreichen kann.
- Flusspferd: Ein großes Säugetier, das viel Zeit im Wasser verbringt.
- Krokodil: Ein großes Reptil, das an und in Flüssen lebt.
Tierfamilien: ähnlich und doch verschieden
Im Film wird häufig mit menschlichen Wörtern wie „Mutter“, „Familie“ oder „Chef“ gearbeitet. Einige dieser Wörter sind hilfreich, andere können Unterschiede zwischen Menschen und Tieren verdecken.
Eine Löwenmutter versorgt und schützt ihre Jungen. Das ähnelt auf den ersten Blick einer menschlichen Familie. Trotzdem leben Löwen nach ihren eigenen biologischen Regeln. Auch ein Löwenrudel hat keinen „Chef“ im gleichen Sinn wie eine Schulklasse oder ein Verein.
Bei Geparden ist die Familienform wieder anders. Eine Mutter kümmert sich lange um ihre Jungen, doch die jungen Tiere werden später selbstständig und gehen eigene Wege.
Naturfilm als Detektivaufgabe
Beim Anschauen kannst Du zum Filmdetektiv werden. Achte nicht nur darauf, was passiert, sondern auch darauf, wie der Film es zeigt.
- Kamera: Ist die Aufnahme nah oder weit entfernt?
- Ton: Hörst Du Tierlaute, Musik oder die Erzählstimme?
- Schnitt: Werden zwei Tiergeschichten abwechselnd gezeigt?
- Zeit: Wirkt etwas wie ein kurzer Moment, obwohl zwischen Aufnahmen Tage oder Wochen liegen könnten?
- Erzählung: Wird ein Tierverhalten beschrieben oder wird dem Tier eine menschliche Absicht zugeschrieben?
So lernst Du, Naturbeobachtung und Filmerzählen zu unterscheiden.
Schutz von Savanne und Raubkatzen
Raubkatzen brauchen große, zusammenhängende Lebensräume. Dort müssen genügend Beutetiere, Wasserstellen und sichere Rückzugsräume vorhanden sein.
Schutzgebiete wie die Masai Mara können helfen, Lebensräume zu erhalten. Auch außerhalb von Schutzgebieten ist es wichtig, Wege für wandernde Tiere nicht vollständig zu blockieren und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren möglichst zu vermeiden.
Wenn Menschen mehr über Tiere und ihre Lebensräume wissen, können sie besser verstehen, warum Artenschutz und Naturschutz wichtig sind.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wo wurden die Tiergeschichten des Films aufgenommen? (In der Masai Mara in Kenia) (!In der Arktis) (!Im Amazonas-Regenwald) (!In den Alpen)
Welche Raubkatze lebt häufig in einem Rudel? (Der Löwe) (!Der Gepard) (!Der Luchs) (!Der Schneeleopard)
Welche Körperform hilft dem Geparden besonders beim schnellen Rennen? (Ein schlanker Körper mit langen Beinen) (!Ein schwerer Körper mit sehr kurzen Beinen) (!Ein Panzer mit breiten Platten) (!Flügel mit langen Federn)
Wozu kann die Fellfarbe einer Raubkatze in der Savanne beitragen? (Zur Tarnung) (!Zum Fliegen) (!Zum Atmen unter Wasser) (!Zum Bau eines Nestes)
Was ist ein Revier? (Ein Gebiet, das ein Tier oder eine Tiergruppe regelmäßig nutzt) (!Ein besonderer Zahn) (!Ein Jungtier) (!Eine Regenwolke)
Womit beginnt eine einfache Nahrungskette der Savanne häufig? (Mit grünen Pflanzen) (!Mit einem Löwen) (!Mit einem Geparden) (!Mit einem Krokodil)
Was frisst eine Gazelle hauptsächlich? (Pflanzen) (!Steine) (!Löwen) (!Fische)
Warum jagen Löwen und Geparden? (Weil sie Nahrung brauchen) (!Weil sie andere Tiere ärgern wollen) (!Weil sie einen Preis gewinnen möchten) (!Weil sie ein Spiel spielen)
Wie heißt die Gepardenmutter im Film? (Sita) (!Mara) (!Fang) (!Kenia)
Was zeichnet einen Dokumentarfilm aus? (Er zeigt Aufnahmen aus der wirklichen Welt) (!Er besteht nur aus gemalten Fantasiefiguren) (!Er ist immer ein Musikvideo) (!Er zeigt niemals echte Orte)
Memory
| Löwe | Rudel |
| Gepard | Kurzsprint |
| Savanne | Grasland |
| Revier | Lebensgebiet |
| Gazelle | Pflanzenfresser |
| Tarnfell | Unauffälligkeit |
| Sita | Gepardenmutter |
| Mara | Junglöwin |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rudel | Löwe |
| Kurzsprint | Gepard |
| Pflanzenfresser | Gazelle |
| Grasland | Savanne |
| Grenzmarkierung | Revier |
...
Kreuzworträtsel
| Savanne | Wie heißt das Grasland, in dem viele Tiere des Films leben? |
| Gepard | Welche Raubkatze ist besonders an kurze schnelle Läufe angepasst? |
| Rudel | Wie heißt die soziale Gruppe, in der Löwen häufig leben? |
| Revier | Wie heißt ein regelmäßig genutztes und manchmal verteidigtes Gebiet? |
| Gazelle | Welcher Pflanzenfresser gehört zu den typischen Beutetieren von Geparden? |
| Tarnung | Wie nennt man das weniger auffällige Aussehen in der Umgebung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Savannenbild: Male eine Savanne mit Gras, Wasserstelle, einem Löwen, einem Geparden und mindestens zwei Pflanzenfressern. Zeige, wo sich die Tiere gut verstecken könnten.
- Raubkatzenvergleich: Teile ein Blatt in zwei Hälften. Zeichne links einen Löwen und rechts einen Geparden. Markiere je drei Körpermerkmale, die Dir auffallen.
- Tierfamilie: Gestalte ein Bild von Mara im Löwenrudel oder von Sita mit ihren Jungen. Erzähle anschließend, was die Tiere auf Deinem Bild gerade tun.
- Bewegungsspiel: Zeige ohne Worte einmal einen kräftigen Löwen und einmal einen schnellen, wendigen Geparden. Die Gruppe errät, welche Raubkatze Du darstellst.
Standard
- Nahrungskette gestalten: Bastle Karten für Gras, Gazelle, Gnu, Gepard und Löwe. Lege daraus zwei passende Nahrungsketten und erkläre die Richtung der Pfeile.
- Filmbeobachtung: Wähle eine ruhige Szene aus dem Film. Beschreibe zuerst nur, was Du wirklich siehst und hörst. Sage danach, welche Deutung die Erzählstimme hinzufügt.
- Reviermodell: Baue mit Tüchern oder Papier ein kleines Savannenrevier mit Wasser, Ruheplatz und Futtergebiet. Erkläre, warum mehrere Tiere denselben Platz brauchen könnten.
- Raubkatzen-Steckbrief: Erstelle für Löwe oder Gepard einen Steckbrief mit Lebensraum, Familienleben, Nahrung, Jagdweise und zwei besonderen Anpassungen.
Schwer
- Nahrungsnetz erforschen: Ergänze Gazelle, Gnu, Zebra, Löwe, Gepard, Hyäne und Geier zu einem einfachen Nahrungsnetz. Erkläre, warum ein Netz genauer ist als nur eine Kette.
- Tierfilm prüfen: Suche mit einer erwachsenen Person eine Aussage aus einem Naturfilm. Prüfe in einem Tierlexikon, ob sie eine beobachtbare Tatsache oder eher eine menschliche Deutung ist.
- Experteninterview: Bereite fünf Fragen zu Löwen, Geparden oder Savannen vor und stelle sie einer Tierpflegerin, einem Tierpfleger, einer Biologin, einem Biologen oder einer anderen fachkundigen Person.
- Mini-Dokumentarfilm: Filme mit Unterstützung einen kurzen Naturfilm über ein Tier in Deiner Umgebung, zum Beispiel einen Vogel oder ein Insekt. Verwende nur Beobachtungen, die Du wirklich sehen kannst, und füge eine sachliche Erzählstimme hinzu.


Lernkontrolle
- Anpassung erklären: Stell Dir vor, ein Gepard hätte sehr kurze Beine und einen schweren Körper wie ein großes, kräftiges Tier. Erkläre, wie sich das auf seine typische Jagdweise auswirken könnte.
- Savanne im Wandel: Nach einer langen Trockenzeit wächst deutlich weniger Gras. Beschreibe eine mögliche Folge für Gazellen und danach eine mögliche Folge für Raubkatzen.
- Familienleben vergleichen: Erkläre, welchen Vorteil ein Löwenjunges durch das Leben im Rudel haben kann und welche besondere Aufgabe eine Gepardenmutter hat, die ihre Jungen überwiegend allein versorgt.
- Filmsprache untersuchen: Eine Erzählstimme sagt über einen Löwen: „Er will heute unbedingt der Held sein.“ Erkläre, warum dieser Satz eine Deutung ist und welche beobachtbare Beschreibung sachlicher wäre.
- Revier verstehen: Zwei Löwengruppen nutzen denselben Zugang zu einer Wasserstelle. Erkläre, warum daraus Konkurrenz entstehen kann und warum Wasser für ein Revier wichtig ist.
- Nahrungsnetz übertragen: Stell Dir vor, in einem Gebiet gibt es über längere Zeit deutlich weniger Gazellen. Überlege, welche Tiere davon direkt oder indirekt betroffen sein könnten, und begründe Deine Vermutung.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären kannst und nicht nur einzelne Wörter auswendig kennst.
- Du kannst Löwe und Gepard in Körperbau, Familienleben und Jagdweise vergleichen.
- Du kannst erklären, was eine Savanne ist und warum Wasser, Gras und Beutetiere dort zusammengehören.
- Du kannst beschreiben, was ein Revier ist und warum Tiere es nutzen oder verteidigen.
- Du kannst eine einfache Nahrungskette richtig erklären.
- Du kannst erläutern, warum mehrere Nahrungsketten ein Nahrungsnetz bilden.
- Du kannst mindestens drei Anpassungen von Raubkatzen an ihren Lebensraum nennen und ihre Funktion erklären.
- Du kannst Jagd als natürlichen Teil der Ernährung von Fleischfressern einordnen, ohne Tiere in „gut“ und „böse“ einzuteilen.
- Du kannst zwischen einer sichtbaren Beobachtung im Dokumentarfilm und einer erzählerischen Deutung unterscheiden.
- Du kannst zeigen, warum der Schutz von Lebensräumen für Raubkatzen und andere Savannentiere wichtig ist.
OERs zum Thema
Zum Film existiert ein englischsprachiger Wikipedia-Artikel:
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